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Full text of "Münchner koleopterologische Zeitschrift"

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HARVARD UNIVERSITY 



LIBRARY 



OF THE 



MUSEM OF COxMPARi^ra ZOÖLOGY 




FROM THE 

WILLARD PEELE HUNNEWELL 

(CLASS OF IS04) 

MEMORL\L FLTND 

The income ofthisfundisusedforthe purchase of entomological books 



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ORGAN FÜR ALLGEMEINE SYSTEMATIK DER KOLEOPTEREN 
UND FÜR DIE KOLEOPTEREN-FAUNA DER PALÄARKTISCHEN REGION. 



GEGRÜNDET, REDIGIRT UND HERAUSGEGEBEN 

VON 

Dr. KARL DAOTEL und Dr. JOSEF DAOTEL. 



n. BAND. 

(1904— 1906.) 
MIT 84 TEXT-ILLUSTRATIONEN. 



^ 



MÜNCHEN. 



VERLAG DER REDACTION. 

Kgl. Hof- und Universitäts-Buchdruckerei von Dr. C. WOLF & SOHN, München. 



Für den Inhalt der in dieser Zeitschrift erschienenen 

Veröffentlichungen sind ausschliesslich die betreffenden 

Autoren verantwortlich. 



Alle Rechte vorbehalten. 



Eedactiou und Verlag: Münclieu, Scliwiudstrasse 27/111. 



Inhalt des IL Bandes. 



Seite 

Breit Josef; Zwei neue Käferarten aus dem mitteleuropäischen Faunen- 
gebiete 28 

Daniel Josef, Dr.: Eevision der paläarktischen Cr epidodera- Arten . . 237 

Daniel Karl, Dr.: Ueber Ophonus liosjyes Strm. und. seine Verwandten . 1 

— Ueber Harpalus pexiis Men. und Pseudoplioniis terrestris Motsch. . 66 

— Nachträgliche Bemerkungen zur Beschreibung der Nebria Atropos m. 
Ein Beitrag zur Charakteristik der Diagnose auf dem Gebiete der 
beschreibenden Naturwissenschaften 71 

— Ueber das echte Apion liydropicum Wenck 182 

— Ueber Stenochorus {Toxotus Serv.) quercus Goetz und heterocerns Ggib. 201 

— Die Cerambyciden-Gattung Mallosia Muls 301 

— Das Prioritätsprincip in der naturwissenschaftlichen Nomenclatur und 
seine praktische Durchführung 320 

— Ueber Leptura revestita L., verticalis Germ, und ihre nächsten Ver- 
wandten 355 

— Ueber Literaturcitate. Ein Beitrag zur Technik des Referatenwesens 380 
Daniel Karl, Dr. und Daniel Josef, Dr.: Neue paläarktische Koleopteren 76 
Escherich Karl, Dr.: Neue paläarktische Meloiden aus der F. Hauser- 

schen Sammlung 30 

Formäuek R.: Zur näheren Kenntnis der Gattungen Barypithes Duval 

und Omias Schönherr sensu Seidlitz 16, 151 

— Ein neuer Barypithes und zwei neue Omias 297 

Ganglbauer Ludwig, Gustos: Nova aus Judicarien 186 

— Neue Arten aus den Gattungen Trechiis (Anophthalmus), Hydro- 
porus und Riolus 350 

Hagedorn Max, Dr.: Revision unserer Pappelborkenkäfer 228 

— Biologischer Nachtrag zur Revision unserer Pappelborkenkäfer . . 372 
Holdhaus Karl, Dr.: Beiträge zur Kenntnis der Koleopteren-Geographie 

der Ostalpen 215 

Klima Anton, Dr.: Die iialäarktischcn Arten des Staphj'liuiden-Genus 

TriKjophloeus Mannh 43 

Luze G.: Zwei neue Käferarteu aus Russisch-Central-Asien 69 



Seite 

Müller Josef, Dr.: Zwei neue Höhlensilphiden von der Balkanhalbinsel . 38 

— Beschreibungen neuer dalmatinischer Koleopteren 208 

— Zur Kenntnis der Koleopterenfauna der österreichischen Küsten- 
länder 314 

Schatzmayr A. : Drei neue Arten der Kärntner Koleopteren-Fauna . . . 210 

Schnitze August: Zwei neue paläarktische -Baris- Arten 36 

Wagner Hans: Beiträge zur Kenntnis der Gattung Apion Herbst . . 373 

Weise J. : Ueber einige Chrysochloa-Yarietäteia. 234 

Personalia 93, 389 

Eeferate (No. 1—264) 96—150 

Verschiedene Mitteilungen 392 

Register 395 

Corrigenda, Addenda, Delenda 403 



Uebersiclit der Ausgabe-Termiue : 

1. Lieferung (Seite 1—104): 16. Februar 1904. 

2. Lieferung (Seite 105—388): 29. Dezember 1904. 

3. Lieferung (Seite 389—403): 15. Januar 1906. 



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ORGAN FÜR ALLGEMEINE SYSTEMATIK DER KOLEOPTEREN 
UND FÜR DIE KOLEOPTEREN-FAUNA DER PALÄARKTISCHEN REGION. 



GEGRÜNDET, REDIGIRT UND HERAUSGEGEBEN 



Dr. KAKL DANIEL und Dr. JOSEF DANIEL. 



n. BAND. 



I. LIEFERUNG (Seite i— io4) 

ausgegeben am 16. FEBRUAR 1904. 



MÜNCHEN. 



VERLAG DER REDACTiON. 

Kgl. Hof- und Universitäts-Buchdruckerei von Dr. C. WOLF & SOHN, München. 



Inhalt. 



Seite 

Dr. Karl Daniel: TJeVjer O^ihonns hospes Strm. und seine Verwandten . 1 
E. Formänek: Zur näheren Kenntnis der Gattungen Barypithes Duval 

und Omias Schönherr sensu Seidlitz 16 

Josef Breit: Zwei neue Käferarten aus dem mittelenropäischen Faunen- 
gebiete . 28 

Dr. K. Escherich: Neue paläarktische Meloiden aus der F. Haus er- 
sehen Sammlung 30 

A. Schultze: Zwei neue paläarktische jBoris-Arten 36 

Dr. Josef Müller: Zwei neue Höhlensilphiden von der Balkanhalbinsel . 38 
Dr. Anton Klima: Die paläarktischen Arten des Staphyliniden- Genus 

Trogophloeus Mannh 43 

Dr. Karl Daniel: lieber Harpalus pexus Men. und Psendophonus ferresfi'is 

Motsch 66 

G. Luze: Zwei neue Käferarten aus Russisch-Central-Asien ...... 69 

Dr. Karl Daniel: Nachträgliche Bemerkungen zur Beschreibung der Nehria 
Atropos m. Ein Beitrag zur Charakteristik der Diagnose auf dem 

Gebiete der beschreibenden Naturwissenschaften 71 

Dr. Karl Daniel und Dr. Josef Daniel: Neue paläarktische Koleopteren 76 

Personalia "*93 

Eeferate No. 1-45 96 



Die »Münchener koleopterologische Zeitschrift« erscheint in zwanglosen 
Liefei'ungen. EinBand wird mindestens 25 Druckbogen enthalten. Der Abonnements- 
preis pro Band beträgt 10 M = 11,70 Kr. = 12.50 Frs. = 10 sh. Die Redaction 
betreffende Correspondenz, Mauüscripte etc. wollen an Dr. Karl Daniel, München, 
Schwindstrasse 27/111, Beitrittserklärungen und Abonnementsbeträge an Dr. Josef 
Daniel, Ingolstadt III adressirt werden. 



Alle Eechte vorbehalten! 



lieber O^phomis Jiospes Strm. und seine Verwandten. 

Yon D^' Kael Daniel. 



Seit der generisclien Spaltung- der Gattung Harpalus Latr. durch 
Stephens (111. Brit. Ent., Mandih. 1., 67; 1827) ist die Frage nach 
der Berechtigung einer selbständigen Gattung Oplionus nicht zur Euhe 
gekommen. Bereits Dejean (Spec. Gen. Col. 4., 190; 1829) erklärt 
eine Scheidung in Oplionus und echte Harpalus für undurchführbar und 
ihm schliessen sich von den älteren Autoren Jacquelin Duval (Gen. 
Col. Eur. 1., 35; 1855), Schaum (Ins. Deutschi. 1., 571; 1860) und 
Eedtenbacher (Fn. Austr. ed. IIL, 59; 1872) an. Motschulsky (Ins. 
Sib. 196; 1844) steht auf dem Stephens 'sehen Standpunkte und steUt 
noch eine Gattung PseudopJwnus auf, die nach den angegebenen Unter- 
sclüeden eine intermediäre Stellung zwischen Oplionus und den echten 
Harpalus einnimmt. Bedel (Fn. Col. Bass. Seine 1., 64; 1881) und 
nach ihm Seidlitz (Fn. Balt., ed. IL, 14; 1891) und Ganglbauer (Käf. 
Mitteleurop. 1., 334; 1892) halten auf Grund eines neuen, schärferen 
Trennungsmerkmals (Behaarung der Tarsenoberseite) ebenfalls die Gattung 
Oplionus Steph. aufrecht. In den beiden neuesten, fast gleichzeitig ent- 
standenen grossen Harpalinen-Arbeiten von ßeitter (Best. -Tab. Europ. 
Col. 41.; 1900) und Tschitscherin (Hör. Soc. Ent. Eoss. 34., 217—251; 
1901) kommt der erwähnte Gegensatz in der Auffassung des Umfanges 
der Gattung Harpalus Latr. wieder völlig unvermittelt, ja noch ver- 
schärft zum Ausdruck. Während sich Tschitscherin ganz auf den 
Dejean 'sehen Standpunkt stellt, erkennt Eeitter nicht nur eine Gattung 
Oplionus Steph. an, sondern hebt auch Pseiuloplionus Motsch. und Pardileus 
Des Goz., die von allen neueren Autoren bisher als Untergattungen be- 
trachtet wurden, als selbständige Genera hervor. Mit dieser letzteren 
Neuerung scheint mir Eeitter tatsächlich etwas zu weit zu gehen, während 
ich andererseits der Anschauung bin, dass die von Tschitscherin de facto 
im Bedel 'sehen Sinne, also nach Unterschieden in der Behaarung der 
Tarseaoberseite durchgeführte Scheidung der zahlreichen von ihm an- 
genommenen Subgenera auch in der Schaffung zweier xibteilungen mit 
generischer Valenz ihren Ausdruck hätte finden können. 

Die hier zu behandelnden Arten bilden das OjjlioniisSuhgemis 
Harpalopjlioniis Gglbr., das ursprünglich durch kahle Schläfen, ausgedehnte 
Punktirung auf den Flügeldecken und steil aufgerichtete Behaarung der 
Oberseite neben den verwandten Untergattungen charakterisirt wurde. 

1 



2 Dr. Karl Daniel 

Dadurch, dass Tscliitscherin eine asiatische Pseudophonus-Art mit deut- 
lich behaarten Schläfen constatirte {Oph. eous Tsch.) und da ferner, nach 
meinen eigenen Beobachtungen auch bei echten Harpalophonus nicht selten 
Schläfenbehaarung auftritt, wird dieses Merkmal zur subgenerischen Trennung 
unbrauchbar. Da die Punktirung der Flügeldecken manchmal eine sehr 
weitgehende Eeduktion erfährt und ferner die Behaarung derselben oft 
kaum merklich weniger geneigt ist als bei den typischen Pseudophonus- 
Arten, so mussten zur Isolirung der kleinen, zweifellos homogenen 
Artengruppe neue Unterscheidungsmerkmale herangezogen werden. Nach 
Tschitscherin eignet sich als solches der subapicale Ausschnitt des Flügel- 
deckenseitenrandes, bei den HarjMlophonus-Arten besonders tief und winkelig. 
Auch ich halte die Form desselben für charakteristisch, wenn auch mit 
einer kleinen Einschränkung. Der erwähnte Ausschnitt ist eigentlich nur 
beim 9 stets tief, namentlich in seinem vorderen Teile und bildet hier in 
der Eegel eine mehr oder weniger scharfe, zahnartige Ecke. Beim c? ist 
er viel seichter und manchmal nur wenig tiefer als bei den verwandten 
Untergattungen. Alle hieb er gehörigen Arten haben verrundete Hinter- 
winkel und vollständigen Basalrand des Halsschildes, häufig, wenigstens 
stellenweise, metallisch blaue, grüne oder violette Oberseite und im q 
Geschlecht zahnartig ausgezogenen Nahtwinkel der Flügeldecken. 

Der Artenumfang der Untergattung Harpalophonus Grglb. ist bekannt- 
lich ein beschränkter. Eeitter hat in seiner Harpalinen-Bearbeitung nur 
zwei selbständige Species aufrecht erhalten (Jwspes Strm. und circumpunc- 
tatus Chaud.) und in neuester Zeit glaubt Tschitscherin Anhaltspunkte 
gefunden zu haben, die auch die Vereinigung dieser beiden Arten als 
geboten erscheinen lassen (Hör. Soc. Ent. Eoss. 35., 595). Tatsächlich 
liegt auch die Versuchung nahe, in den verschiedenen Formen ein Eassen- 
conglomerat zu erblicken, eine Auffassung, die ich früher selbst zu ver- 
treten geneigt war. Da es mir nun aber bereits vor längerer Zeit ge- 
lungen war, auf Grund eines bisher nicht benützten Unterscheidungsmerk- 
males unser Sammlungsmaterial an Harpalophonus hospes und circumpunctafus 
ohne Schwierigkeit zu trennen, veranlasste mich die von Tschitscherin 
ausgesprochene Vermutung, alle einschlägigen Formen in den Kreis einer 
neuen Untersuchung zu ziehen. Als Ergebnis derselben muss ich nicht 
nur die beiden genannten Arten als vollwertige, selbständige Spezies auf- 
fassen, sondern denselben auch den bisher fast allgemein als Aos^es-Easse 
betrachteten Harpalophonus Steveni Dej. als gleichwertig beiordnen. Be- 
züglich des bisher nur unklar erfassten oder zu Unrecht ganz ignorirten 
Harpalus italus Schm. glaube ich mit der unten vorgenommenen und näher 
begründeten Angliederung desselben an Harpalophonus circumpunctatus 
Chaud. den natürlichen, verwandtschaftlichen Beziehungen einwandfrei 
Eechnung getragen zu haben. 

Das von mir benützte neue Trennungsmerkmal bezieht sich auf die 
Beborstung des Clypeus. Bei Harpalophonus hospes und Steveni ist in 
den Vorderecken desselben nur die normale Seta mit dem zugehörigen, 
grossen, in der accessorischen Punktur stets deutlich isolirten Borstenpunkt 
vorhanden. Bei circumpunctatus wird die Angularborste von einer zweiten, 
innerhalb der ersteren inserirten begleitet, zu der noch eine dritte, vierte 



lieber Ophonus hospes Strm. und seine Verwandten. 3 

und fünfte, alle gegen die Mitte reiliweise angeordnet, treten kann, so 
dass im nicht seltenen, extremen Falle eine ununterbrochene, die beiden 
Vorderwinkel verbindende Borstenreihe auftritt und denselben entsprechend, 
meist etwas nach rückwärts bogenförmig ausholend, eine Serie grober 
Borstenpunkte. Tragen die Clypeusvorderwinkel nur je zwei Borsten, so 
ist die innere in der ßegel beträchtlich kürzer und auch der zugehörige 
Punkt kleiner. Bei der westlichen Localrasse des Harpalophonus circum- 
pimdatiis (sbsp. italus Schm.) bleibt nicht selten einseitig oder auch 
beiderseits der innere Borstenpunkt aus, so dass wir in diesem Falle ge- 
zwungen sind, zur Unterscheidung auf andere Merkmale zurückzugreifen. 
Im allgemeinen scheint sich nach meiner Erfahrung der bisher benützte 
Unterschied in der Sculptur der Flügeldecken der g 9 von liospes und 
circumpundatus gut zu bewähren. Was die von Tschitscherin er- 
wähnten Uebergangsstücke betrifft, so wird zunächst die Feststellung von 
Interesse sein, welcher der drei von mir anerkannten Arten dieselben an- 
gehören. Wie ich zuversichtlich hoffe, wird die Untersuchung der Clypeus- 
beborstung darüber Aufschluss geben. Der Penis ist bei allen hier zu 
behandelnden Arten sehr conform gebildet und bietet keine Anhalts- 
punkte zur Unterscheidung derselben. 

Neben dem von allen Seiten reichlichst zugeflossenen Material ver- 
danke ich die wesentlichste Förderung vorliegender Studie der Benützung 
des gesamten Chaudoir-Dejean 'sehen Sammlungsmaterials, das mir Herr 
Eene Oberthür in Eennes in überaus liebenswürdiger Weise zur Ver- 
fügung stellte, wofür ich ilim auch an dieser Stelle meinen verbindlichsten 
Dank ausspreche. 

Uebersicht der Arten: 

1" Clypeus beiderseits im Vorderwinkel mit nur einem Borstenpunkt. 

2" Sculptur der Flügeldecken je nach dem Greschlechte verschieden, 
beim 9 überall gleichmässig, ziemlich fein und dicht punktirt, 
daher matt, höchstens der erste Zwischenraum in der vorderen 
Hälfte und die nächste Umgebung des Schildchens spärlicher 
punktirt oder glatt. 

3" Halsschild nur in den Basaleindrücken und deren Umgebung, in 
den Hinterwinkeln, längs des Seitenrandes und innerhalb der 
Vorderwinkel punktirt, die Scheibe in grösserer Ausdehnung voll- 
kommen glatt ; Kopf höchstens auf dem Clypeus und in der Um- 
gebimg der Frontaleindrücke fein und spärlich punktirt, der 
Scheitel glatt. — Grössere Art, Long. : (10 — )12 — 13, 5 ( — 14) mm. 
Von Niederösterreich durch ganz Osteuropa und Kleinasien bis ins 
untere Wolgagebiet und die Kaukasusländer verbreitet hospes Strm. 

3' Halsschild auf der ganzen Oberfläche punktirt, auf dem Diskus 
meist spärlicher, selten in grösserer Ausdehnung glatt, immer 
verbreitet sich aber die Punktur über das seitUche Drittel und 
längs des ganzen Vorderrandes; Kopf in grösserer Ausdehnung 

1* 



ür. Karl Daniel 

punktirt, die Punktur steht besonders auf dem Clypeus und un- 
mittelbar hinter demselben dicht und zieht sich längs des Innen- 
randes der Augen bis zum (oberen) Supraorbitalpunkt, schliesst 
denselben in der Regel ein und verbreitet sich nicht selten auch 
über den vorderen Teil des Scheitels. Die Punktirung von Kopf 
und Halsscliild ist im allgemeinen etwas kräftiger und weniger 
gleichmässig als bei hospes. — Kleinere Art, Long. : (9 — ) 
9,5 — 11,5 ( — 12) mm. Südrussland (Krim, unteres Wolgagebiet), 
Kaukasus Steveni Dej. 

Sculptur der Flügeldecken je nach dem Geschlechte entweder überhaupt 
nur wenig different (Punktur der Zwischenräume beim Q, wenn auch 
feiner und dichter als beim cf, so doch mehr oder weniger ungleich- 
massig und mit gröberen Punkten durchsetzt) oder die gedrängte, 
feinere Punktur beim Q nur auf die äusseren Zwischenräume und das 
Apicalviertel beschränkt und wenigstens die inneren vier Zwischen- 
räume (besonders der erste und dritte) in der vorderen Hälfte spärlich 
punktirt oder glatt circumjmnctatus Chaud. 

Clypeus entweder beiderseits oder mindestens einseitig mit zwei 
oder mehreren Borstenpunkten. Flügeldeckensculptur des 9 mehr 
oder weniger mit jener des d übereinstimmend, die Punktur, 
wenn fein und gedrängt, nie gleichmässig über alle Zwischen- 
räume verteilt, sondern auf die äusseren beschränkt, die inneren, 
wenigstens in der vorderen Hälfte, weitläufig punktirt oder glatt. — 
Sehr variable Art, Long.: (9,5 — )11 — 12 ( — 14) mm. lieber 
das südöstliche Eussland bis Centralasien und durch die Kaukasus - 
länder und Kleinasien (unter Ausschluss der Balkanhalbinsel) bis 
Italien verbreitet circumpunctatus Chaud. 



Opliomis hospes Strm. 

Die in den Sammlungen verbreitetste und daher bekannteste Art 
der Untergattung, im Habitus ziemlich constant, in der Färbung stark 
variirend. Der Kopf ist entweder, abgesehen von der normalen Borsten- 
punktur (Vorderwinkel des Clypeus, Stirn neben dem Hinterrand der 
Augen, Kehle beiderseits hinter der Basis des Kinns mit je einem, Ober- 
lippe beiderseits mit drei Borstenpunkten) vollständig glatt oder auf dem 
Clypeus nur seicht und unregelmässig zerstreut punktirt, manchmal greift 
die Punktirung auch auf die Stirne über, beschränkt sich dann aber auf 
die Frontaleindrücke und deren nächste Umgebung. Die Constanz in der 
Clypeusbeborstung kann ich nach meinen Untersuchungen an reichem 
Material als eine absolute bezeichnen. Nur bei einem einzigen klein- 
asiatischen Stücke (9) entspringen aus einem Angularpunkt zwei Borsten. 
Der Scheitel ist stets glatt, höchstens sehr fein punktulirt. Die Augen 
treten ziemlich stark vor, die Schläfen sind stets kahl. Der Halsscliild 
ist normal etwas quer, seitlich ziemlich stark gerundet, vor der Mitte am 
breitesten, nach rückwärts in der Regel etwas mehr als nach vorn verengt, 
Hinterwinkel in der Anlage stumpf, mehr oder weniger breit verrundet. 
Der Vorderrücken ist bald schwächer, bald stärker gewölbt, die Punk- 



Ueber Ophonus hospes Strm. und seine Verwandten. 5 

tirung erstreckt sich vorherrschend über die Basis und zieht sich längs 
der Seitenränder gegen die Vorderecken, so dass die Sclieibe bis zum 
Yorderrande und fast bis zum Seitenrande glatt bleibt. Die Flügeldecken 
sind beim cf ziemlich gewölbt, etwas gestreckt, seitlich nur wenig ge- 
rundet und nicht oder nur wenig schmäler als der Halsschild, die Streifen 
nicht oder nur sehr undeutlich punktirt, die Zwischenräume gewölbt. Beim 
9 sind die Flügeldecken häufig kürzer und breiter, auch flacher, die 
Zwischenräume weniger gewölbt und, wie bereits oben erwähnt, ist der 
Subapicalausschnitt der Flügeldecken besonders tief und bildet an seinem 
Vorderrande eine zahnartig vortretende Ecke. Die Sculptur der Flügel- 
decken ist je nach dem Geschlechte wesentlich verschieden. Der Grrund 
ist fein reticulirt, beim 9 ist die Eeticulirung leicht erkennbar, beim cf 
dagegen viel weniger ausgeprägt, aber bei guter Lupenvergrösserung stets 
deutlich sichtbar. Neben diesen Verschiedenheiten in der Grundsculptur 
bestehen noch auffallende, sehr constante Unterschiede in der Stärke und 
Verteilung der normalen Interstitialpunktur. Diese ist beim c? nur gegen 
die Aussenränder und im Apicalviertel dicht und ziemlich gleichmässig, 
gegen die Naht zu aber viel spärlicher, auf dem 1., 3. und 5. nicht selten 
noch sparsamer als auf den benachbarten Zwischenräumen und dann in 
der Eegel auch etwas kräftiger und manchmal längs der Streifen mehr 
oder weniger unregelmässig gereiht. Beim 9 ist die Punktirung der 
Zwischenräume durchwegs feiner, seichter und dichter, überall vollkommen 
gleichmässig verteilt (höchstens auf der vorderen Hälfte des 1. Zwischen- 
raumes spärlicher) so dass auch infolge der stärkeren Reticulirung des 
Grundes der beim d immer sehr ausgesprochene Glanz der Oberseite auf 
den Flügeldecken der 9 9 vollständig verloren geht. Die Behaarung 
richtet sich bezüglich der Verteilung nach der Punktur, sie steht also 
auch auf den Flügeldecken der 9 9 viel dichter. Die Färbung ist normal 
pechbraun oder pechschwarz, seltener rotbraun oder gelbrot, die Ober- 
seite meist mit Metallglanz. Die metallisch-grün gefärbten cfc?, wie sie 
im südöstlichen Europa, besonders auf der Balkanhalbinsel vorkommen, 
sind immer einfarbig, bei metallisch blauen Stücken tritt meist auf den 
äusseren Zwischenräumen ein grüner Eand auf. Ziemlich häufig finden sich, 
namentlich im Kaukasusgebiet, c? cf mit pechschwarzen, aussen breit lebhaft 
metallisch blau oder violett gesäumten Flügeldecken. Bei den 9 9 ist der 
Metallglanz durch die verhältnismässig grobe Eeticulirung der Flügeldecken 
sehr abgeschwächt, auch treten bei diesen nur relativ selten lebhaftere 
Farben auf. Auf Kopf und Halsschild greift die metallische Färbung nur 
bei den lebhaft grünen und blauen Stücken in grösserer Ausdehnung über, 
im übrigen fehlt sie auf dem Kopfe ganz und verbreitet sich auf dem 
Halsscliild nur auf die Basaleindrücke und ihre nächste Umgebung, so 
namentlich auch bei den 9 9 mit einfarbig matt pechschwarzen Flügeldecken. 
Bei rotbrauner oder rostroter Körperfarbe greift dieselbe stets auf die 
Epipleuren der Flügeldecken und die Beine über. Letztere sind normal 
pechschwarz oder pechbraun, die Tarsen heller. Einzeln unter mittel- 
europäischem, normal namentlich unter armenischem Materiale finden sich 
rotbeinige Stücke und Uebergänge hiezu. 

Das einzige noch vorhandene Exemplar des Ojjhoyms hospes aus 



6 Dr. Karl Daniel 

Sturm's Sammlung, die einen Bestandteil der bayerischen Staats- 
sammlung bildet, lag mir vor. Es ist ein 12 mm messendes, nur schwach 
gewölbtes c? ohne Fundortsbezeichnung, pechschwarz, auf den Flügeldecken 
ein breiter Eand, der den 6.^ — 9. Zwischenraum umfasst, tief blau- violett- 
metallisch, ebenso ist der Halsschild, namentlich gegen die Ränder und 
die Basis in grösserer Ausdehnung blau überflogen. Die Schenkel sind 
rotbraun, die Schienen pechschwarz, die Tarsen rötlich. Bezüglich der 
Punktirung der Oberseite stimmt das vorliegende Exemplar auf die oben 
für den typischen Jiospes gemachten Angaben, nur ist die Halsschildpunktur 
etwas mehr ausgebreitet als es normal der Fall ist, indem sich von den 
Vorderecken des Halsschildes ausgehend und in der Eichtung gegen den 
Diskus ziehend eine undichte Gruppe seichter Punkte bemerkbar macht. 
Es ist mir zweifelhaft, ob es sich hier um ein wirkliches Originalstück 
Sturm's handelt, schon deshalb, da Sturm nur von metallisch-grünen 
Stücken spricht. 

Aus Chaudoir's Sammlung lagen mir alle 25 unter Jiospes Strm. 
eingereihten Exemplare vor. Zu erwähnen ist ein Stück mit der Etiquette 
»Sturm«, also offenbar von Sturm stammend. Es ist ein blaugrünes, 
in der Sculptur mit meinen oben gemachten Angaben übereinstimmendes c? 
mit pechschwarzen Beinen. Ferner finden sich darunter sechs rotbeinige 
Exemplare aus Transkaukasien, mit denen ein weiteres Stück aus Daghestan 
und drei mit der Bezeichnung »longulus m., Alp. Cauc. «, •>->alpinus m., 
Alp. Cauc.« und »saxicola Motsch., Georgia«, ferner eine »var. : rarius 
punctata« und vier ebenfalls fundortlose Exemplare vollständig überein- 
stimmen. Eines der transkaukasischen Stücke trägt die Bezeichnung: 
■Aarmenus Motsch., Armenia«. Wir besitzen analoges Material aus Eriwan 
(Korb 1898). Es handelt sich hier um eine vorherrschend rotbeinige 
Localrasse, bei der die d'c? sich durch flache Gestalt und sehr constante 
Färbung der Flügeldecken auszeiclinen. Letztere sind pechschwarz, die 
äusseren 3 — 4 Zwischenräume, sowie die Spitze in grösserer Ausdehnung 
tief blauviolett. Es unterliegt für mich keinem Zweifel, dass auch das 
oben besprochene Stück der Sturm'schen Sammlung dieser Passe angehört, 
der ich den Motschulsky'schen Namen (hospes armenus) belassen möchte. 
Nach der Uebereinstimmung der Schrift auf den Etiquetten sind die 
Motschulsky'schen nomina i. lit. >^elegans, saxicola und alpinusa alle auf 
die erwähnte Passe zu beziehen. Unter dem Chaudoir'schen Material 
befindet sich auch das Originalsttick des Harpalus Sturmi Dej. mit der 
Bezeichnung » Stur mii müii, Jiospes Sturm, in Hungaria« »c?«, von Dejean's 
Hand, ein offenbar unreifes hospes d mit hell gelbroter Unterseite und 
ebenso gefärbten Beinen und Epipleuren der Flügeldecken, Kopf rot- 
braun, Halsschild und Decken mit grünem Erzglanz. In Sturm's Samm- 
lung steckt ein rotbeiniges, sonst normales, ungarisches Jiospes d. Will 
man die rotbeinige JiosjJes-Aherra.tion mit einem' Namen belegen, so be- 
zeichnet man sie wohl in Zukunft am besten wie bisher als ab. Sturmi Dej. 

Harpalus Gaudionis Peiche (Ann. Soc. Ent. Fr. 1861, 366) aus 
Konstantinopel ist zweifellos = OpJionus Jiospes Strm., von dem er durch 
dichtere Punktirung der Flügeldecken (besonders beim q) abweichen soll. 
Da gerade Jiospes 9 durch sehr dichte Deckenpunktur ausgezeichnet ist 



Ueber Ophonus hosjtes Strm. und seine Verwandten. 7 

und in dieser Bezieliung kaum variirt, so scheint E eiche den ächten 
Ophonus hospes Strm. nicht gekannt zu haben. Vermutlich lagen ihm statt 
dieser Art Stücke von Ophonus circumpundatiis Chaud. vor. 

Ophonus hospes Strm. ist vom östlichen Mitteleuropa über die Balkan- 
halbinsel, Kleinasien, das ganze südliche und östliche Eussland bis in die 
Kaukasusländer und nach Persien verbreitet. Niederösterreichische und 
ungarische Stücke sind allgemein in den Sammlungen vertreten. Ich kenne 
ferner typische hospes aus Croatien (Krapina, Dr. Hensch), Eumänien 
(Jassy), Serbien (Ak-Palanka, Pozarevac, Hilf), Sofia, Philippopel, Burgas, 
Skutari (Bosporus), Dimbros (Brussa, Dr. Escherich), Samsun (Korb), 
Podolien, der Krim (Theodosia, Eetowsky), Odessa, Sarepta (Becker), 
hospes armenus aus Eriwan (Korb 1898), Etschmjadsin (Schneider) und 
den bereits oben angegebenen Localitäten nach Belegstücken der Chaudoir'- 
schen Sammlung, worunter noch ein Stück mit der Bezeichnung »Harpal. 
sp., Pers.«, also wohl aus Persien stammend. Die Verbreitungsgrenze 
nach Osten ist noch ungenügend erforscht und dürfte wohl kaum an die 
bisher bekannt gewordenen östlichsten Fundstellen gebunden sein. 



Ophonus Steveni Dej. 

Dejean beschrieb seinen Harpalus Steveni nach einem von Steven 
erhaltenen, kaukasischen (S als selbständige Art und betrachtete diese als 
Uebergangsglied zwischen seiner 1. Division (Ophonus) und 2. Division 
(echte Harpalus). Seither zog man allgemein Steveni als Varietät zu 
hospes, eine Auffassung, die nach meinen Untersuchungen fallen gelassen 
werden muss. Für die Trennung ist für mich vor allem der Umstand 
entscheidend, dass sowohl bei Sarepta als auch bei Theodosia beide Arten 
vollkommen typisch neben einander leben, ohne dass ich Uebergänge hätte 
constatiren können. 

Ophonus Steveni ist durchschnittlich kleiner, die cfc? im allgemeinen 
schlanker, besonders die Flügeldecken gestreckter, etwas flacher und auch 
parallelseitiger als bei hospes, die Punktirung des Halsschildes und Kopfes 
ist gröber und viel mehr ausgebreitet. *) Sie nimmt normal fast die ganze 
Oberfläche des Halsschildes ein, begleitet insbesondere die Seitenränder und 
den Vorderrand in breiter Zone und ist nur auf dem Diskus mehr zer- 
streut. Auf dem Kopfe ist insbesondere der Clypeus dicht punktirt, 
ebenso der angrenzende Teil der Stirne in grösserer Ausdehnung, ausser- 
dem zieht sich die Punktur längs des Innenrandes der Augen bis zum 
Supraorbitalpunkt und setzt sich nicht selten noch auf den vorderen Teil 
des Scheitels fort. Bei hospes ist die Punktirung des Halsschildes auf 
die Basaleindrücke, deren Umgebung, die Hinterwinkel und einen verhältnis- 
mässig schmalen Saum innerhalb der Seitenränder beschränkt, der sich in 
den Vorderwinkeln meist etwas verbreitert, der Diskus und der Eaum 



*) Aller Wahrscheinlichkeit nach gehören die von Tschitsche r in (Her. 
Sog. Ent. Ross. 35., 596) erwähnten Exemplare des Ophonus hospes mit auf der 
ganzen Scheibe grob punktirtem Halsschilde zu 0. Steveni Dej. 



8 Dr. Karl Daniel 

hinter dem Vorderrande glatt oder nur mit einzelnen spärlichen und un- 
deutlichen Punkten besetzt. Die Punktur des Kopfes ist bei hospes, wie 
bereits oben erwähnt, ebenfalls reducirt, nur auf den Clypeus und den 
vorderen Teil der Stirne beschränkt. Der Halsschild ist ähnlich wie bei 
Jiospes geformt, im allgemeinen seitKch schwächer gerundet und wenig oder 
kaum mehr nach rückwärts als nach vorn verengt, kaum schmäler, oft 
ebenso breit als die Flügeldecken, letztere in der Eegel, besonders beim cf , 
gestreckter. Die Sculptur der Flügeldecken ist, wie bei Jiospes, je nach 
dem G-eschlechte im selben Sinne und in gleicher Abstufung stark differenzirt, 
der subapicale Ausschnitt ist insbesondere beim 9 ebenso tief wie bei hospes. 
Ich bemerke hier, dass bei Ophonus Steveni nicht selten deutlich behaarte 
Schläfen auftreten, wie mir scheint als Correlat der kräftigeren und reich- 
licheren Punktur, während bei den echten OijJionus- Arten eine derartige 
Beziehung nicht besteht, da ja auch bei Ophonus signaticornis Dftschm., 
planicoUis Dej. und niendax Eossi trotz mangelnder oder sehr schwacher 
Punktirung des Kopfes die Schläfen stets deutlich behaart sind. 

In Chaudoir's Sammlung stecken unter Steveni Dej. neun Stücke, 
darunter zwei aus Sarepta stammende = circumjnmctatus Chaud. var. 
pedihus rufis. Das Dej ean 'sehe Originalexemplar trägt die Etiquette 
■>•> Steveni mihi, sabidicola Steven, in Caucaso, D. Steven« in Dejean's Hand- 
schrift. Es ist ein 10,5 mm messendes, pechbraunes cf, ohne Metallglanz, 
die Unterseite heller, Beine und Fühler rotbraun. Die Punktirung von 
Kopf und Halsschild ist genau, wie oben beim Vergleich, mit jener des 
Ophonus hospes angegeben, der Unterschied von typischen hospes demnach 
sehr charakteristisch. Ein weiteres Stück (9) der Chaudoir'schen Samm- 
lung mit der Bezeichnung »Lac Bogdo, Motschulsky« stimmt mit dem 
Originalexemplar vollkommen überein, desgleichen ein c? ohne nähere 
Fundortsangabe. 

V^^ir haben demnach als typische Form die pechbraunen Stücke, ohne 
Metallglanz, zu betrachten, wie sie besonders in der Krim vorzuherrschen 
scheinen. Es sind bei derselben meist die Beine, Fühler und Taster, die 
Seitenränder und Hinterwinkel des Halsschildes, sowie die Spitzenränder 
und die Epipleuren der Flügeldecken heller. Nicht selten finden sich 
Abänderungen der Stammform mit lebhaft grünen, seltener blaumetallischen 
Flügeldecken {Steveni festivus m.), bei Uebergangsformen beschränkt sich 
die metallische Färbung auf die äusseren Zwischenräume. Die Art scheint 
sehr zum Eufinismus zu neigen und namentlich bei Sarepta kommen ein- 
farbig hellbraune bis rostrote Varietäten {Steveni vulpinus m.) häufiger vor. 
Ein solcher Eufino ist offenbar auch Pseudophomis tauricus Motsch. aus 
der Krim, von dem ein Motschulsky'sches Stück (9) in Chaudoir's 
Sammlung steckt : Kopf, Fühler, Halsschild, Beine und Unterseite gelbrot, 
die Flügeldecken mit Ausnahme der Epipleuren graubraun. Nach der 
Beschreibung sollen die Flügeldecken bräunlichgrün sein, was bei dem 
betreffenden Stück nicht der Fall ist. Hieher auch Ophonus v. Betoivskyi 
Heyden, ebenfalls aus der Krim, von dem ich das Originalstück vor mir 
habe, ein Eufino mit lebhaft metallisch grünen Flügeldecken. 

Pseudophonus terrestris Motsch. (Ins. Sib. 223; 1844), aus den 
Kirghisensteppen und den Salzgebieten um das kaspische Meer beschrieben, 



Ueber 0})honus hosj^es Strm. uud seine Verwaudteu. 9 

ist nicht ganz sicher zu deuten. Da Motschulsky die Art in seine 
Gattung Pseudoplwnus stellt, die er durch vorne unpunktirten Halsschild 
charakterisirt, könnte eigentlich, falls sie auf eine der bekannten Species 
bezogen werden sollte, Ophonus Steveni Dej. nicht in Betracht kommen, 
da gerade bei diesem, wie bereits erwähnt, der Halsschild mindestens im 
ganzen Umkreise puuktirt ist. Andererseits vervollständigt Motschulsky 
später (Biill. Mose. 21., I., 485; 1848) seine erste Beschreibung, die ja 
ziemlich allgemein gehalten ist, durch einen Vergleich mit OpJionus hospes 
Strm., wonach terrestris durch kürzere, kleinere Grestalt, vorn weniger 
erweiterten, in grösserer Ausdehnung punktirten Halsschild, durch grobe 
Punktiruug auf dein Vorderkopfe und rotbraune, nicht selten ganz rote 
Beine von diesem ausgezeichnet ist. Ausserdem ist die Oberseite bei 
terrestris nicht blau, sondern schwarzbraun oder schwarzgrün mit geringem 
metallischem Glänze. Die geringere Grösse, die Färbung, sowie ins- 
besondere die Angaben über die Punktur von Kopf und Halsscliild würden 
nur für die Identität des 0. terrestris mit Steveni sprechen. Die vor- 
handenen unwesentlichen Widersprüche können die Berechtigung dieser 
Annahme nicht ernstlich in Frage stellen. Endgiltiger Aufschluss lässt 
sich in diesem Falle natürlich nur durch Untersuchung von Original- 
material gewinnen, wenn solches überhaupt noch vorhanden. In Chau- 
doir's Sammlung, die offenbar eine Anzahl Motschulsky 'scher Typen 
enthält, findet sich kein als Pseudophonus terrestris Motsch. kenntlich 
gemachtes Tier. 

Die Anhaltspunkte zur Feststellung der geographischen Verbreitung 
des Ophonus Steveni Dej. sind ziemlich dürftig. Fast alles mir zugängliche 
Material stammt aus der Krim (Theodosia, Retowsky) und Sarepta 
(Becker). 

Ausserdem kenne ich nur mehr ein c? aus dem Ural und ein 9 vom 
Bogdo-See im südöstlichen Russland (coU. Chandoir). Aus dem Kaukasus 
habe ich die Art nie zu Gesicht bekommen. Da der typische Ophonus 
hospes Strm. im südlichen Russland weit verbreitet ist, so dürfte Ophonus 
Steveni Dej. wohl an den meisten Fundorten mit diesem in Gesellschaft 
leben. Als Curiosum möchte ich hier noch erwähnen, dass mir aus der 
Strasser'schen Sammlung zwei vollkommen typische Ophonus Steveni mit 
dem Fundort »Neapel« vorliegen. Bei der Sorgfalt, mit der Strasser 
auf richtige Fuudortsbezeichnung, wie ich mich oft selbst überzeugen 
konnte, sah, halte ich einen Irrtum nicht für sehr wahrscheinlich, immerhin 
ist es geboten, die Bestätigung dieses interessanten Vorkommens abzu- 
warten. Ein analoger Fall läge allerdings z. B. bei Folystichus fasciatus 
vor, der ja aus dem Kaukasus und aus Italien bekannt ist. 



OpJiomis circtiniininctatus Cliaud, 

Wie bereits in den einleitenden Bemerkungen (pag. 2) hervorgehoben, 
zeichnet sich Ophonus circumpunctatus von den eben besprochenen Arten 
durch abweichende Beborstung des Clypeus aus. Ein weiteres, bisher fast 
allgemein, in neuester Zeit auch von Reitter (Tab. 41., 72) als durch- 



10 Dr. Karl Daniel 

greifend anerkanntes Unterscheidungsmerkmal bezieht sich auf die Flügel- 
deckensculptur, bei dieser Art nach dem Greschlechte kaum oder nur wenig 
differenzirt, jedenfalls ist die Interstitialpunktur beim 9 nach meinen bis- 
herigen Beobachtungen nie gleichmässig über die Flügeldecken verbreitet. 
Ein bisher noch nicht benutzter, allerdings nicht ganz constanter Unter- 
schied liegt in der Flügeldeckengrundsculptur der dd. Bei Ophonus 
hospes und Steveni ist stets eine schon mit guter Lupenvergrösserung 
wahrnehmbare Eeticulirung vorhanden, bei circumpundatus d ist der 
Deckengrund fast immer glatt, nur fein und zerstreut punktulirt, glas- 
glänzend und nur ausnahmsweise undeutlich genetzt. Bei den 9 9 aller 
Harpalophonus-Arten ist die Eeticulirung stets deutlich, beim typischen 
circumpundatus 9 allerdings wesentlich schwächer, weshalb bei diesem die 
Flügeldecken nur wenig matter erscheinen als bei den dd. 

Unter Harpalus circumpundatus stecken in Chaudoir 's Sammlung 
17 unter sich wenig abweichende Exemplare, durchschnittlich kleiner als 
hospes und grösser als Steveni, meist etwas flachgedrückt, Kopf und Hals- 
schild im Verhältnis zum Hinterkörper etwas weniger entwickelt als bei 
hospes, alle einfarbig dunkel stahlblau mit pechschwarzer Unterseite und 
ebenso gefärbten Beinen und Fühlern, an letzteren ist das Wurzelglied 
rötlich, ebenso scheinen die Halsschildseitenränder schmal rötlich durch. 
Der Kopf ist entweder ausser der normalen Borstenpunktur gar nicht 
oder nur auf dem Kopfschild und dessen nächster Umgebung punktirt. In 
der Beborstung des Clypeus sind alle 17 Stücke typisch, sie schwankt 
nur in der Zahl und zwar von 2-1-2 bis 5 -|- 5. Die Punktur des 
Halsschildes ist fast ebenso reducirt wie beim typischen hospes, die 
Flügeldeckensculptur durchwegs charakteristisch, meist nur die äusseren 
2 — 3 Zwischenräume und die Apicalpartie ziemlich gedrängt punktirt, 
die inneren entweder glatt oder nur mit einzelnen zerstreuten Punkten 
besetzt. Bei den 9 9 breitet sich die Punktirung im allgemeinen etwas 
mehr aus, ist aber von jener der dd im wesentlichen kaum verschieden, 
höchstens etwas verdichtet, aber nur wenig feiner, während gerade der 
Unterschied in der Stärke und Ausdehnung der Flügeldeckenpunktur bei 
hospes und Steveni ein sehr auffallender ist. Der Subapicalausschnitt ist 
im allgemeinen, namentlich bei den dd weniger tief als bei den ver- 
wandten Arten. Von den Chaudoir'schen Stücken fehlt bei 13 eine Fund- 
ortsbezeichnung, nur vier dd sind mit Provenienz-Etiquetten versehen: 
»Derbent, Faust«, »Sarepta«, »Transcaucasia« und ■>•> subsimilis Chaud., 
Lenkoran« (die beiden letzteren in Chaudoir's Handschrift). Ich vermute 
in dem mit »Transcaucasia« bezeichneten Tier ein Chaudoir'sches Original- 
stück des Ophonus circumpunctatus ; es ist ein 10,5 mm messendes d, mit 
5 -|- 4 Clypeusborstenpunkten und mit den übrigen Exemplaren überein- 
stimmend gefärbt und punktirt. Auch in dem zuletzt erwähnten Stück, 
mit »subsimilis Chaud., Lenkoran« bezeichnet, haben wir offenbar eine 
Chaudoir'sche Type vor uns, ein 11,5 mm langes d, ebenfalls dunkel 
stahlblau mit pechschwarzen Beinen, die Punktirung auf dem Kopf spär- 
lich (Clypeus mit B -[- 2 Borsten), auch auf dem Halsschilde sehr reducirt, 
Flügeldecken glänzend, nur die zwei äusseren Zwischenräume der ganzen 
Länge nach, die übrigen nur vor der Spitze punktirt, der 6. und 7. 



Ueber Oi)homis hos2}es Stnu, irnd seine Verwandten. 11 

ausserdem uocli mit einigen zerstreuten Punkten, die inneren mit Aus- 
nahme der Apicalpartie vollkommen glatt. 

Unter der Bezeichnung Harpalus uniformis Motsch. befinden sich in 
Chaudoir's Sammlung drei Stücke: Ein schwarzblaues c? mit pechbraunen 
Beinen, nach der Beborstung des Kopfschildes (2 -|- 2) Und auch seinen 
sonstigen Eigenschaften nach ein echter circumpunctatus Chaud. Das Tier 
trägt die Etiquette y> uniformis m., Semipalatinsk« in Motsch ulsky's 
Handschrift. Da ein Widerspruch mit der Originalbeschreibung des Pseudo- 
phonus uniformis Motsch. (Ins. Sib. 224; 1844), der aus Semipalatinsk 
beschrieben ist, nicht besteht, dürfen wir das vorliegende Stück wohl als 
ein Originalexemplar betrachten. Das zweite Stück, ebenfalls ein cf, mit 
der Bezeichnung »Inderiensis mihi, L. Indersk« (Motschulsky's Hand- 
schrift) versehen, besitzt lebhaft metallisch blaue Flügeldecken und dunkle 
Beine, Kopfschild mit 3 -]- 3 Borstenpunkten und auch im übrigen = 
circumpimctatus Chaud. Als Originalstück kann dasselbe wohl nicht be- 
trachtet werden, da Harpalus inderiensis Motsch. (Bull. Mose. 21., I., 485 ; 
1848) nach schwarzen, auf den Flügeldecken ebenso dicht punktirten 
und graugelb behaarten Exemplaren beschrieben ist, wie Pseudophonus 
ruficornis. Das dritte, in Chaudoir's Sammlung unter Harpalus uniformis 
Motsch. eingereihte Stück ist ein q von »Akhaltzikh« (Transkaukasien) 
mit schwarzblauen, in grösserer Ausdehnung und ziemlich dicht punktirten 
Flügeldecken und dunklen Beinen. Die Punktirung ist auf den äusseren 
Zwischenräumen und gegen die Spitze fast so gedrängt, wie bei hospes 9 , 
doch gegen die Naht und in der Scutellargegend viel spärlicher. Kopf- 
schild mit 2 -|- 2 Angularborsten, Stirne vorne kräftig gerunzelt (wohl 
individuell). 

Da der Beschreibung des Harpalus circumpimctatus Chaud. (1846) jene 
des Pseudopihonus uniformis (1844) vorausgeht, hätte die Art nach den Prioritäts- 
gesetzen den letzteren Namen zu tragen. Die Motschulsky'sche Diagnose bietet 
indessen nicht den geringsten Anhaltspunkt, ob sie sich auf Ophonus hospes oder 
die Chaudoir'sche Art bezieht. Den rein zufälligen Umstand, dass sich noch ein 
Originalstück des Pseudophonus uniformis fand, halte ich nicht für hinreichend 
wichtig, die eingebürgte, auf die vollkommen einwandfreie Chaudoir'sche Be- 
schreibung gestützte Nomenclatur zu ändern. Es genügt nach meiner Meinung- 
vollständig, festgestellt zu haben, dass das Originalstück des Pseudophonus 
uniformis Motsch. = Ophonus circumpunctatus Chaud. und dass Motschulsky's 
Beschreibung wertlos ist. Unter Berücksichtigung dieser beiden Tatsachen 
muss auch hei Anwendung der Nomenclaturregeln dem Ophonus circumpunctatus 
Chaud. die Priorität zuerkannt werden. 

PLarpalus pexus Men., von Novaja Alexandrovskaja (Kuban- Gebiet?) 
beschrieben, »ganz von der Gestalt des 0. Sturmi Dej., von dem er durch 
die Punktur der Flügeldecken abweicht, die sich auf die 4 — 5 äusseren 
Zwischenräume und das Apicalviertel beschränkt.« Da Menetriers nichts 
über das Geschlecht der ihm bei der Beschreibung vorgelegenen Stücke 
mitteilt, so gestatten seine Angaben keinen sicheren Schluss, welcher der 
hier behandelten Arten 0. pexus zuzuweisen sei. Der Umstand indess, 
dass die Beschreibung nach einer Anzahl von Stücken entworfen wurde, *) 



*) Menetries sagt, dass die meisten Stücke auf den Flügeldecken schwarz- 
blau, andere lebhaft blau, wieder andere schön grün gefärbt sind. 



12 Dr. Karl Daniel 

legt die Wahrscheinlichkeit nahe, dass es sich um 0. circumpundatus 
handelt, da nur in diesem Falle etwa vorhanden gewesene 9 9 der Diagnose 
entsprochen haben würden. Auch dass die Mehrzahl der Stücke schwarz- 
blau war, spricht für die Annahme. Endgiltig kann auch diese Frage 
nur durch Untersuchung von Originalmaterial entschieden werden. 

Der Variationsumfang des Ophonus circumpundatus Chaud. ist wesent- 
lich grösser als jener des Ophonus hospes Strm. und 0. Steveni Dej. Am 
constantesten ist die Art in Transkaukasien, wo neben unwesentlichen 
Abweichungen in der Ausbreitung und Stärke der Flügeldeckenpunktur *) 
nur in der Färbung der Oberseite einzelne Aberrationen auftreten. So 
finden sich metallisch grüne Stücke, die, namentlich die kleineren Exem- 
plare, ab und zu wegen der Punktirung der äusseren Interstitien als 
Harpalus aeneus confusus Dej. bestimmt werden, von diesen aber leicht 
durch die verrundeten Halsschildhinterwinkel und auf der Oberseite be- 
haarte Tarsen zu unterscheiden sind. Bei Sarepta scheinen vorherrschend 
rötlichbraune oder braune Stücke vorzukommen, meist ohne Metallglanz 
oder mit grünlichem Schimmer. Die 9 9 dieser Form {circumpundatus 
sareptanus m.) sind meist sehr flachgedrückt. Die Punktirung ist variabel, 
bei einem c? des Wiener Hofmuseums ist die Oberseite ausser der 
reichlichen Clypeuspunktirung (4 -|- 4), dem normalen Supraorbitalpunkt 
und dem Orübchen im 3. Flügeldeckenzwischenraum fast glatt, nur die 
Basaleindrücke und der 9. Zwischenraum schwach, der 7. und 8. nur vor der 
Spitze etwas dichter punktirt. Andererseits finden sich Stücke, die be- 
züglich der Ausbreitung der Punktur dem Ophonus Steveni ziemlich nahe 
kommen. Im allgemeinen ist auch der Unterschied in der Flügeldecken- 
sculptur der beiden Geschlechter etwas mehr hervortretend als bei dem 
typischen circumpimctatus. Die Sareptaner Stücke zeichnen sich durchwegs 
durch reichliche Beborstung des Clypeus aus. In Kleinasien findet sich eine 
constant rotbeinige Rasse {circuynpundatus anatolicus m.), die Färbung 
der dd derselben ist auf den Flügeldecken metallisch grün, seltener 
blau oder schwarz mit blauem Aussenrande. Die 9 9 sind plumper und 
gewölbter als typische circumpundatus 9 9 , ohne Metallglanz oder nur mit 
grünlichem Anflug, die Flügeldeckenpunktur ist fast so dicht wie bei 
hospes 9 und Steveni 9, etwas weiter ausgebreitet als bei den Sareptaner 
Stücken, gegen die Naht und die Basis spärlicher oder verschwindend. 
Bei var. sareptana und sbsp. anatolica sind die Epipleuren der Flügel- 
decken und die Fühler rötlich, bei letzterer auch die Aussenränder des 
Halsschildes und der Flügeldecken. Zu sbsp. anatolica ziehe ich auch die 
rotbeinigen Sareptaner Stücke mit lebhaft blau metallischen Flügeldecken 
und meist ziemlich dichter und ausgedehnter Punktirung. Zwei solche 
Exemplare {dd) derselben Herkunft steckten in Chaudoir's Material unter 
Steveni Dej. - 

Grleich überraschend und interessant ist das Vorkommen einer Easse 
des Ophonus circumpunctatus Chaud. in Italien. Es handelt sich hiebei 
um Schaum's Harpalus italus (Nat. Ins. Deutschi. 1., 583; 1860), den 



*) Mit der Ausbreitung der Punktirung auf den Flügeldecken nimmt sie 
gewöhnlich auch auf Kopf und Halsschild an Umfang zu. 



lieber Ojihonus Jiosiies Strm. iincl seine Verwandten. 13 

man in neuester Zeit allgemein als Jiospes-'Ra.s&e betrachtete, der aber mit 
Bestinuntlieit dem Formenkreis des Ophonus circumpunctatus Cliaud. zu- 
gemesen werden muss. Ich war längere Zeit im Zweifel, ob das in 
mehrfacher Beziehung auffallende Tier nicht als selbständige Art aufzu- 
fassen sei, habe mich aber nun nach vorgenommener Untersuchung reich- 
haltigen Materials davon überzeugt, dass wir in ihm einen infolge lang- 
andauernder Isolirung eigenartig entwickelten Abkömmling des OpJionus 
circumpunctatus zu erblicken haben, dem wir indess die Anerkennung seiner 
specifischen Selbständigkeit noch vorenthalten müssen. Für den Anschluss 
dieser auffallenden Rasse an die Chaudoir'sche Art sprechen alle oben 
zur Unterscheidung des Ophonus circumpunctatus von liospes und Steveni 
angeführten Merkmale, also Verschiedenheiten in der Beborstung der Clypeus 
und der Sculptur der Flügeldecken. Wie bereits in den einleitenden Be- 
merkungen erwähnt, entbehrt die Borstenpunktur des Kopfschildes bezüglich 
der Zahl bei circumpunctatus italus der wünschenswerten Constanz, doch 
ist gerade die Tatsache, dass auf dem Clypeus relativ häufig bezw. vor- 
herrschend mehrere Angularborsten auftreten, wesentlich bestimmend für 
die Angiiederung des italienischen Harpaloplionus an circumpunctatus Chaud. 
Völlig bestätigt wird die Richtigkeit dieser Auffassung durch die Art der 
Grundsculptur, sowie der Interstitialpunktur der Flügeldecken. Letztere 
ist bei den 9 9 des circumpimctatiis italus wohl etwas feiner und gedrängter, 
doch durchaus nicht von der des cf principiell verschieden, wie dies für 
die beiden Geschlechter bei Ophonus hospes und Steveni gilt. Insbesondere 
ist die für circumpunctatus und seinen Abänderungen charakteristische 
Abnahme der Dichtigkeit der Punktur gegen die Naht und die Scutellar- 
gegend bei italus 9 sehr ausgeprägt, die abwechselnden, ungeraden Zwischen- 
räume sind in der Regel mit mehr oder weniger zahlreichen, grösseren 
Punkten besetzt, solche auch spärlich der normalen, feineren Punktur 
beigemischt, während bei den 9 9 des Ophonus hospes, wie bei denen des 
Ophonus Steveni nie eingestreute, grössere Punkte vorkommen. Bezüglich 
der Grundsculptur der Flügeldecken stimmt italus vollständig mit circum- 
punctatus überein und wie bei diesem kommen auch bei ihm c?cf mit 
schwach reticuürten Zwischenräumen vor. 

Der typische Ophonus circumpunctatus italus ist von der Stammform 
im allgemeinen durch bedeutendere Grösse, robustere, breitere Gestalt und 
namentlich durch auffallend grobe, stark ausgebreitete Punktur und längere, 
rauhere Behaarung der Oberseite ausgezeichnet. Auf Kopf und Halsschild 
ist die Punktirung ähnlich wie bei Ophonus Steveni DeJ. verteilt, ins- 
besondere ist der Supraorbitalpunkt fast stets von einer Gruppe von 
Punkten umgeben. Fast alle von mir untersuchten Stücke sind auf der 
Oberseite metallisch blau oder schwärzlich, im letzteren Fall mit breitem, 
blauem Flügeldeckenrand, Unterseite dunkel, Fühler und Beine rot, die 
Epipleuren der Flügeldecken und ein schmaler, äusserer Saum des Hals- 
schildes oft rotbraun. Verhältnismässig selten sind Stücke mit ganz oder 
teilweise metallisch grünen Flügeldecken oder solche mit dunklen Beinen. 
Aehnlich wie bei Ophonus Steveni Dej. kommen auch bei circumpunctatus 
italus relativ oft Exemplare mit deutlich behaarten Schläfen vor, wodurch 
meine oben ausgesprochene Ansicht, die Schläfenbehaarung stehe bei den 



14 Dr. Karl Daniel 

Harpalophonus- Arten in Beziehung mit der Stärke der Punktur, an Walir- 
sclieinlichkeit gewinnt. 

Pseudoplionus Jiospes var. insularis Ragusa (Natuiulista siciliano 5., 
97; 1886), von Palermo beschrieben, ist nach einem mir vom Autor gütigst 
mitgeteilten Originalstück = circumpunctatus italus mit metallisch grüner 
Oberseite und dunklen Beinen. Das mir vorliegende Exemplar ist ein sehr 
gedrungenes, breites cf. Der Kopf ist fast glatt, nur in den Frontal- 
eindrücken und in der Umgebung des Supraorbitalgrübchens einige Punkte, 
Clypeus mit 1 -j- 1 Borstenpunkten. 

Das Verbreitungsgebiet des Ophonus circumpunctatus ist ein sehr aus- 
gedehntes. Die Stammform ist mir bekannt aus Transkaukasien (Lenkoran, 
Eriwan, Achalzich), aus dem südöstlichen Eussland (Sarepta, Saratow, 
Derbent, Indersk-See) und Centralasien (Semipalatinsk). Var. sareptana 
kenne ich nur von Sarepta, var. anatolica besitzen w^ir von Konia (Korb, 
1899) und Dimbros bei Brussa (Dr. Escherich, 1897) und kommt als 
Aberration auch bei Sarepta vor. 0. circumpunctatus italus kenne ich aus 
Rom, Livorno, Bologna, Modena, Perugia, Grubbio, Rimini, San Cataldo, 
den Abruzzen (M. Amaro, Campobasso, Aquila, Cerchio), aus Sicilien 
(Palermo) und Sardinien (2 cfcf im Berliner Museum). 



Wie aus den für die besprochenen Arten mitgeteilten Fundorten 
hervorgeht, kommen bei Sarepta Ophonus liospes, Steveni und circumpunctatus, 
bei Theodosia Ophonus hospes und Steveni, bei Eriwan und Dimbros (Brussa) 
Ophonus hospes und circumpunctatus gesellschaftlich vor. Da ich von keiner 
dieser Localitäten Uebergangsstücke zwischen den gemeinschaftlich lebenden 
Arten constatieren konnte, sondern stets mit Leichtigkeit die Zugehörig- 
keit jedes einzelnen Stückes zu einer der drei als selbständig anerkannten 
Species festzustellen in der Lage war, so glaube ich diese Tatsachen als 
eine wesentliche Stütze für meine in obiger Abhandlung vertretene Auf- 
fassung über die gegenseitigen Beziehungen der Harpalophonus-Formen 
betrachten zu dürfen. Die auf Zusammenziehung derselben gerichtete, im 
Laufe der Zeit ersichtlich gesteigerte Tendenz ist um so weniger begreif- 
lich, als die Trennung auf ganz elementare und augenfällige Unter- 
scheidungsmerkmale hin durchzuführen ist. Offenbar bildet das vorliegende 
Ergebnis einen neuen, überzeugenden Beweis dafür, dass eine der wesent- 
lichsten Voraussetzungen für die erfolgreiche Lösung derartiger Fragen 
in der Untersuchung reichhaltigen Materials liegt, da nur auf diesem 
Wege die Anhaltspunkte zur richtigen Beurteilung sogenannter »Ueber- 
gangsstücke«, die ja oft weiter nichts als sporadisch auftretende Convergenz- 
erscheinungen darstellen, gewonnen werden können. 



lieber Ophonus hospes Strm. und seine Verwanclten. 15 

Katalog der Harpalophomis-Avten. 
hospes Sturm 

sbsp. hospes Sturm, Deutschl. Ins. 4., 88; tab.92, fig.c,C; 1818 Austr. inf., Simg. 

Dej., Spec. 4., 243; 1829. — Iconogr. 4., tab. Croatia, Podolia, 

186 Fio- 1 Serbia, Bulgaria. 

Schaum, Nat.' Ins. Deutschl. 1., 582; 1860. T^ircia,Asia min., 

Sturmi Dej . Gglhv. , Käf . Mitteleur. 1., 346 ; 1892. ^^' "'" "*" ^''" 

Ettr., Best.-Tab. Eur. Col. 41., 72; 1900. 
Gaudionis 'Reiche, Ann. Soc. Ent. Fr. 1861, 366. 
ab. Sturmi Dej., Spec. 4., 245; 1829. — Iconogr. 4., 
tab. 186, Fig. 1. 
Schaum, Nat. Ins. Deutschl. 1., 583; 1860. 
Jiospes Strm. Gglbr., Käf. Mitteleur. 1., 347; 1892. 
Ettr., Best.-Tab. Eur. Col. 41., 72; 1900. 
sbsp. armenus K. Dan., M. K. Z. 2., 6; 1904 Transcaucasia. 

Steveni Dej. 

sbsp. Steveni Dej., Spec. 4., 242; 1829. — Iconogr. 4., 

tab. 185, fig. 6 Ru. m. et m. or., 

terrestris Mot&ch., Ins Sib. 223; tab. 10, fig. 1; Ca., fltalia. 
1844. — Bull. Mose. 21., I, 485; 1848. — 
Käf. Eussl., 31; 1850. 
V. festivus K. Dan., M. K. Z. 2., 8; 1904. 
V. vulpinus K. Dan., M. K. Z. 2., 8; 1904. 
V. tauricus Motsch., Käf. Eussl. , 30; 1850. 
Betowskyi Heyd., D. E. Z. 1883, 310. 

circumpunctatus Chaud. 

sbsp. circumpunctatus Chaud., Enumerat. 171; 1846. . . Transcaucasia,Ru. 
Ettr., Best.-Tab. Eur. Col. 41., 72; 1900. m. or., Asia centr. 

uniformis Motsch., Ins. Sib. 224; 1844. 
suhsimüis Chaud., Enumerat 171; 1846. 
inderiensis Motsch., Bull. Mose. 21., I., 485; 1848. 
pexus Men., Mem. Acad. Petersb. 6., 37 ; 1849. 
V. sareptaniis K. Dan., M. K. Z. 2., 12; 1904. 
sbsp. anatolicus K. Dan., M. K. Z. 2., 12; 1904 .... Asiamin.,Bu.m.or. 
sbsp. italus Schaum, Nat. Ins. Deutschl. 1., 583; 1860 . . Italia, Sardinia, 
V. insularis Eag., Nat. Sicil. 5., 97; 1886 .... Sicilia. 



16 Postrat Formänek 

Zur näheren Kenntnis der Grattungen Barypithes Duval 
und Omias Schönherr sensu Seidlitz. 

Yon Postrat Eormänek in Brunn. 

(Eingelaufen am 2. November 1903.) 

Um einem Wunsche des Herrn Dr. Josef Daniel bezüglich der üeber- 
sendung von ausgefärbten Barypithes vallestris entsprechen zu können, habe 
ich von diesem Tiere in der Brünner Umgebung einige hunderte Exemplare 
gesammelt. Die einzelnen Individuen zeigten jedoch derart abweichende 
Charaktere, dass ich .xbe nicht für eine Art halten konnte und nach dem 
Habitus in drei Gruppen teilte. 

Auf die Tiere der ersten Gruppe, w^elche durch die dichte Punktirung 
des mit erhabenem, glattem Längskiel versehenen Halsschildes ausgezeichnet 
sind, passt die Beschreibung des vallestris genau. Als die sichere Unter- 
bringung der in der zweiten Gruppe vereinigten, von jenen der ersten 
durch den nur an den Seiten zerstreut punktirten, in der Mitte glatten 
Halsschild abweichenden Tiere unter Zuhilfenahme der einschlägigen Literatur 
nicht möglich war, übermittelte ich einige Exemplare an das Wiener Hof- 
museum, worauf mir Herr Gustos Ganglbauer mitteilte, dass dieselben 
mit den vier Stücken des Baryp. validus der Musealsammlung ganz überein- 
stimmen. Bei der sodann vorgenommenen Untersuchung des Copulations- 
organes von 80 d stimmte die Form desselben bei den Tieren der ersten 
zwei Gruppen überein, wich jedoch von jener der Individuen der dritten 
Gruppe auffallend ab. Es lag nun die Vermutung nahe, dass Bar. 
vallestris = validus und dass mir aus der dritten Gruppe ein neues Tier, 
welches ich später unter dem Namen Älbinae beschrieben habe, vorlag. 
Die Mitteilung meiner Wahrnehmungen hat Herr Gustos L. Ganglbauer 
mit der Anregung, eine monographische Bearbeitung der Gattung Bary- 
pithes zu liefern, beantwortet und mir das reiche Musealmaterial nebst 
der bezüglichen Literatur zur Verfügung gestellt. Der Umstand, dass 
mehrere echte Omias als Barypithes beschrieben wurden, hat mich veran- 
lasst, auch die Gattung Omias in meine Studien einzubeziehen. Da der 
Bau des Penis bei den Arten, welche auf habituelle Verschiedenheit ge- 
gründet sind, constante Differenzen liefert, habe ich denselben bei allen 
Arten, von denen mir das erforderliche Material zur Verfügung stand, 
untersucht und im Profil und in der Ansicht von unten abgebildet. 

In seiner »Faune des Goleopteres du Bassin de la Seine« (Tome VI, 
pag. 31 und 43) stellt Bedel nach der Form der Epimeren der Mittel- 
brust die Gattung Exomias Bedel unter seine Brachyderinen, die Gattung 
Barypithes Duval hingegen unter seine Phyllobiinen und erklärt letztere 
für wenig verschieden von der Gattung Homapteriis Fairm. 

Von Barypithes erwähnt Bedel in der besagten Fauna die Art 
sulcifrons, von Exomias die Arten araneiformis und pellucidus. Die 
Epimeren der Mittelbrust erreichen bei dem ersteren den Humeralwinkel 
der Flügeldecken und enden bei den letzteren weit vor demselben. Die 



Zur näliereu Kenntuis der Gattungen Bari/pithes Dnval nncl Omias Scliönherr. 17 

Untersuchung' der übrigen mir vorliegenden Exonilas ergab, dass die 
Epinieren der Mittelbrust bei osmmiilis Apflb., Chevrolatl, armiger K. und 
J. Dan., metallicus, curvimanus, styriacus, carpathicus, indigens, Albinae 
Form., molUcomus und vallestris ebenso wie bei Barypühes suldfrons, bei 
glohtis, bosnicus Apflb. und Compamjoi ebenso wie bei den von Bedel für 
Exomias erklärten Arten araneiformis und peUucidus gebildet sind. Die 
Arten virguncula, tricJiopterus, pijrenaeus, scydmaenoides, montanus und 
tener bilden bezüglich der Form der Epinieren der Mttelbrust einen aus- 
gesprochenen Uebergang von Banjpühes sensu Bedel zu Exomias sensu 
Bedel. Hiezu kommt noch der Umstand, dass bei manchen Arten die 
Epinieren der Mittelbrust so undeutlich von den Episternen gesondert sind, 
dass ilire Form überhaupt nicht klar hervortritt. Bei dieser Sachlage 
kann bei der Anordnung der Arten der Gattung Ba'.'mthes sensu Seidlitz 
die Form der Epimeren der Mittelbrust nicht berücksichtigt werden. Die 
von Bedel vorgenommene Trennung der Grattungen Barypühes und Exomias 
erscheint daher gegenstandslos. 

Zufolge der mir vorliegenden Typen ist Barypühes validus Stierl. = 
vallestris Hampe, Firazzolii Stierl. = scydmaenoides Seidl., Ganglbaueri 
Apflb. = styriacus Seidl. und var. sphaeroides Seidl. = cf globus Seidl. ; 
var. pyrenaeus Seidl. ist eine gute Art. Baryp. Heydeni Tourn. ist ein 
echter Omias aus der Verwandtschaft des concinnus Boh., was bereits von 
K. und J. Daniel in »Koleopteren- Studien II« pag. 86 festgestellt wurde. 

Von der Gattung Omias hat Eeitter in der Wien. Entom. Zeitung 
1894, 314 die durch den dicht runzelig sculptirten Kopf und Halsschild 
kenntliche Gruppe unter dem Gattungsnamen Bhinomias abgetrennt. Die 
zur Begründung der neuen Gattung ausser der Sculptur angeführten 
weiteren Merkmale, nämlich die Art und Weise der Behaarung und das 
Vorhandensein eines nasenförmigen, stumpfen Höckers am vorderen Teile 
des Rüssels, kommen auch bei manchen anderen Omias-Arten vor. Im 
Hinblicke darauf wäre Bhinomias als Untergattung von Omias weiter- 
zuführen. Ich glaube auch der gegenwärtig acht Arten umfassenden 
Gruppe mit der Länge nach gestricheltem Kopfe subgenerischen Wert 
beilegen zu sollen und führe daher dafür den Namen Urometopus ein. 

Die auf die Bildung der Fühlergrube gegründeten Unterschiede der 
in Verhandlung stehenden Gattungen haben sich bei sämtlichen von mir 
untersuchten Arten bewährt. Bei Barypithes ist die Fühlergrube nach 
unten offen, dreieckig, der obere Rand scharf und hoch, gegen die Augen 
gerichtet, der untere stets nach unten, bisweilen fast senkrecht verlaufend, 
mehr weniger scharf begrenzt, der neben demselben liegende Teil der 
Fühlergrube ist als mehr weniger deutliche Rinne vertieft. Bei Omias 
ist die Fühlergrube nach unten geschlossen, rundlich. 

Da mir bisher die Arten Baryp. graecus, astur iensis, einer ascens und 
maundus Rottb., dann Omias micans, metallescens, gracilipes Panz. und 
cypricus Seidl. unbekannt geblieben sind, kann ich von der bereits im 
Manuscript fertigen und mit den Abbildungen der Penes versehenen mono- 
graphischen Bearbeitung der mehrerwähnten zwei Gattungen dermalen nur 
den die Untergattungen Urometopus und Bhinomias betreffenden Teil der 
Oeffentliclikeit übergeben. 



18 Postrat Formänek 

Ich bitte liiemit die Besitzer dieser Arten mir dieselben im Interesse 
unserer Wissenschaft zur Einsicht übersenden zu wollen. 

Die Herren: Gustos V. Apfelbeck in Sarajevo, Dr. J. Daniel in 
Ingolstadt, Sanitätsrat Dr. A. Fleischer in Brunn, Dr. H. Petri in 
Schässburg, kaiserlicher Eat E. Reitter in Paskau, Dr. G. Stierlin in 
Schaff hausen und A. Walter in Raigern, welche meine Studien durch 
Mitteilung von Material bzw. Typen unterstützten, mögen hiefür meinen 
wärmsten Dank entgegennehmen. Mein besonderer Dank gebührt aber 
dem Herrn Gustos L. Granglbauer, ohne dessen wertvolle Unterstützung 
die vorliegende Arbeit nicht zustande gekommen wäre. 



Tlrometopus nov. subg. 

Uebersicht der Arten. 

1. Oberseite mit sehr feinen, staubförmigen Härchen besetzt, fast kahl 
erscheinend 1. longicornis. 

— Oberseite deutlich behaart 2 

2. Flügeldecken mit einfacher, kurzer und ziemlich dichter anliegender 
Behaarung bekleidet 2. imereticus. 

— Flügeldecken doppelt behaart, kurz anliegend und länger abstehend 3 

3. Halsschild so lang als breit, Fühler die Mitte des Körpers überragend 

8. longicollis. 

— Halsschild mehr oder weniger quer, Fühler die Mitte des Körpers 
nicht erreichend 4 

4. Die anliegende Behaarung dicht, die Flügeldecken infolgedessen matt 5 

— Die anliegende Behaarung sehr spärlich, die Flügeldecken infolgedessen 
glänzend 6 

5. Zwischenräume der Flügeldecken vorn mit schräg anKegenden, hinten 
am Absturz mit abstehenden, weichen, wolligen Härchen bekleidet, die 
ersten zwei Geisseiglieder gestreckt, bedeutend länger als breit 

3. circassicus. 

— Zwischenräume der Flügeldecken der ganzen Länge nach mit massig 
langen, gegen die Spitze merklich verdickten Börstchen besetzt, das 
erste GeisselgUed wenig länger als breit, das zweite noch kürzer 

4. swaneticus. 

6. Die aufstehenden Haare der Flügeldecken sehr kurz, kürzer wie bei 
den vorstehenden Arten .5. mingrelicus. 

— Die aufstehenden Haare der Flügeldecken lang 7 

7. Kopf und Halsschild kurz behaart, die Behaarung auf dem Kopfe 
abstehend, auf dem Halsschilde nach vorne anliegend, Rüssel mit der 
Stirne in einer Ebene liegend 6. georgicus. 

— Kopf und Halsschild lang — wenig kürzer wie die Flügeldecken — 
abstehend behaart, die Behaarung auf dem Halsschilde von hinten 
nach vorne gerichtet, Rüssel von der Stirne durch eine flache Quer- 
depression abgesetzt 7. inflatiis. 



Ziu- uäliereu Kenntnis der Gattungen BarijpltheK Duval und Oniia!< ScliCinlierr 



19 



1. Urometoinis lonqicornis Stierl., Mitteil, der Scliweiz. Eiitom. 
Cxesell. 1893, 410; i^o.s^i Eeitt. Wien. Eiitom. Zeitg. 1896, 77, Deutsch. 
Entom. Zeitscli. 1897, 200. — Ausg-ezeiclinet und leicht kenntlich durch 
die sehr fein staubförmig behaarte Oberseite, den zur Spitze deutlich ver- 
breiteten, von der Stirne durch eine Querdepression abgesetzten Eüssel, 
die schwach gewölbten, deutlich vorragenden Augen und die mehr oder 
weniger feinen, an den Seiten und nach hinten scliwächer werdenden oder 
erlöschenden Punktstreifen der Flügeldecken. Rot- 
braun oder kastanienbraun, Kopf und Halsschild 
gewöhnlich dunkler, glänzend, Oberseite mit sehr 
feinen, staubförmigen Härchen sparsam bekleidet. 
Der Rüssel etwa so lang wie breit, zur Spitze deut- 
lich verbreitet, der ganzen Länge nach gefurcht, die 
Furche nach liinten verengt, wie die Stirne fein und 
dicht längsgestrichelt und von der letzteren durch 
eine Querdepression abgesetzt. Die Fühlergruben 
rundlich, selir tief, bis an die Augen reichend. Die 
Augen schwach gewölbt, vorragend. Die Fühler die 
Mitte des Körpers erreichend oder etwas überragend, 
der Schaft ziemlich gerade, zur Spitze massig ver- 
dickt, das erste Greisseiglied etwa dreimal so lang wie breit, länger als 
das gestreckte zweite, das dritte etwa so lang wie breit, die äusseren 
quer. Der Halsschild massig quer, wenig breiter wie der Kopf, nach 
vorn stärker als nach hinten verengt, stark, massig tief, mehr oder 
weniger dicht punktirt. Die Flügeldecken beim d kurz oval, beim 9 
kugelig eiförmig, mehr oder weniger fein punktirt-gestreift, die Punkt- 
streifen häufig an den Seiten und nach hinten schwächer werdend oder 
erlöschend. Die Beine bei beiden Gresclilechtern gleich entwickelt. Der 
Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa viermal so lang als breit; im 
Profil besichtigt ziemlich schmal, von der Mitte an in beiden Richtungen 
ziemlich gleichmässig verengt und schwach nach aufwärts gebogen, die 
Spitze massig scharf; bei der Ansicht von unten vor der Ausrandung am 
breitesten, von da an bis zu der breit abgerundeten Spitze schwacli ver- 
schmälert, die oberen Ränder der Rinne der ganzen Länge nach ziemlich 
schmal und gleichmässig eingebogen. Long. : 2 — 3 mm. Sowohl die Type 
von longicornis als auch jene von Eosti wurden von Karl Rost in 
Abchasien gesammelt. 



Penis von Vrometopus 
longicornis Strl. 



2. Urometopus imereticus Reitt., Deutsch. Entom. Zeitscli. 1897, 
202. — Leicht kenntlich durch die kurze, ziemlich dichte, anliegende 
Behaarung der Oberseite, den breiten, parallelen, der ganzen Länge nach 
eingedrückten, längs des Eindruckes ziemlich kräftig punktirten, mit der 
längsgestrichelten Stirne in einer Ebene liegenden Rüssel, die stark ge- 
wölbten, vorragenden Augen, die starke Wölbung des fein und dicht 
punktirten, ziemlich queren Halsschildes und die verhältnismässig breiten 
Flügeldecken. Braun, der Kopf schwärzlich, die Fühler und Beine braun- 
gelb, die Oberseite mit kurzer, anliegender Behaarung ziemlich dicht be- 
kleidet. Der Rüssel bedeutend breiter als lang, parallel, der ganzen 

2" 



20 



Postrat Formidiek 



Länge nach ziemlich breit und massig tief eingedrückt, längs des Eindruckes 
ziemlich kräftig puuktirt, mit der flachen, fein und dicht längsgestrichelteu 
Stirne in einer Ebene liegend. Die Fühlergruben 
rundlich, sehr tief, gegen die Augen verflacht. Die 
Augen stark gewölbt, vorragend. Die Fühler ver- 
hältnismässig kräftig, den Hinterrand des Hals- 
schildes bedeutend überragend, der Schaft nicht oder 
nur schwach gebogen, das erste Geisseiglied etwa 
zweimal so lang als breit, das zweite so lang wie 
das erste, die äusseren quer. Der Halsschild ziemlich 
quer, stark gewölbt, fein und dicht punktirt und zart 
anliegend behaart. Die Flügeldecken kurz oval, stark 
gewölbt, beim cf bedeutend schmäler wie beim 9, 
mehr oder weniger stark gestreift-punktirt und kurz, 
ziemlich dicht anliegend behaart. Die Beine plump, 
beim c? merklich stärker wie beim 9 . Der Penis, 
bis zur Ausrandung gemessen, 2^/2 mal so lang als breit; im Profil 
betrachtet in der Mitte am breitesten, gegen die hakenförmig nach ab- 
wärts geknickte apicale Spitze massiger aufwärts gebogen als in der 
rückwärtigen, ziemlich gleichbreiten Hälfte; bei der Ansicht von unten 
hinter der Ausrandung am breitesten, von da an bis zu der ziemlich 
breit abgestutzten Spitze aHmählich schwach verschmälert, die oberen 
Ränder der Rinne mit Ausnahme der Spitze, der ganzen Länge nach 
schmal, in der apicalen Hälfte kaum bemerkbar eingebogen. Long.: 3,5 
bis 4 mm. Swanetien, Imeritien. 



Fig. 2. 

Penis von UrometopiiS 

imereticus Ptttr. 



3. Urometopus circassicus Reitt., Wien. Entern. Zeitg. 1888, 262, 
Deutsch. Entom. Zeitsch. 1897, 202. — Kenntlich durch die flachen, 
nicht vorragenden Augen, die mittelmässig starke, ziemlich dichte Punk- 
tirung des Halsschüdes und die aus feinen, ziemlich dichten, anliegenden 
und überdies aus massig langen, in Reihen geordneten, vorne schräg 
anliegenden, hinten am Absturz abstehenden, weichen, 
wolligen Haaren gebildete Bekleidung der Flügeldecken. 
Rotbraun, die Fühler und Beine gelbbraun. Der Rüssel 
etwa so lang als breit, parallel, der Länge nach seicht 
eingedrückt, beiderseits des Eindruckes, bisweilen auch 
im Eindrucke längsgestrichelt und mit ziemlich feinen, 
flachen Punkten sehr zerstreut besetzt, von der fein 
und dicht längsgestrichelten Stirne sehr schwach ab- 
gesetzt. Die Fühlergruben massig tief, die flachen, nicht 
vorragenden Augen nicht erreichend. Die Fühler den 
Hinterrand des Halsschildes massig überragend, der 
Schaft ziemlich stark gebogen, zur Spitze massig ver- 
dickt, das erste Greisseiglied etwa zweimal so lang als 
breit, wenig länger wie das zweite, die äusseren quer. 
Der Halsschild wenig breiter als lang, mittelmässig stark, ziemlich dicht 
punktirt und fein anliegend behaart. Die Flügeldecken kurz oval, beim cf 
bedeutend schmäler wie beim 9 , massig fein gestreift-punktirt, mit feinen, 




Fig. 3. 

Penis von UrometopKa 

circassicus Rttr. 



Zur iiiiheren Keuutuis der Guttnugeii Barijpitlies Duval und Omias Schöulierr. 2 1 

ziemlich dichten, anliegenden Härchen und überdies auf den Zwischen- 
räumen mit Reihen vorne schräg anliegender, hinten am Absturz ab- 
stehender, massig langer, weicher, wolliger Haare bekleidet. Die Beine 
plump, die Schenkel beim d stärker verdickt wie beim 9 . Der Penis, bis 
zur Ausrandnng gemessen, etwa zweimal so lang als breit; im Profil 
betrachtet schmal, etwa vor dem letzten Dritteile am breitesten, nach 
vorne ziemlich horizontal verlaufend und massig verschmälert, im apicalen 
Viertel in eine schief nach oben gerichtete, scharfe Spitze verengt, der 
rückwärtige gleichfalls scharf zugespitzte Dritteil zuerst schief nach oben 
gebogen, dann horizontal verlaufend; bei der Ansicht von unten weit 
lünter der Ausrandung am breitesten, von da an nach rückwärts stark, 
nach vorne bis zur Ausrandung schwach, dann parallelseitig und zu der 
abgestutzten Spitze wieder, jedoch stärker verschmälert, die oberen Ränder 
der Rinne der ganzen Länge nach breit eingebogen, die Einbiegungsfiäche 
bis zu der Ausrandung ziemlich gleichbreit, dann massig erweitert und 
nach rückwärts plötzlich verschmälert. Long. : 3 mm. Circassien. 

4. Urowetopus swaneticus Reitt., Deutsch. Entom. Zeitsch. 1897, 
202. — Dem circassicus sehr nahestehend und ähnlich, von demselben 
durch kürzere Fühler, namentlich durch sehr kurze vordere zwei Geissei- 
glieder, die gegen die Spitze merklich verdickten, auch auf der vor- 
deren Hälfte abstehenden Borstenreihen der Flügel- 
decken und durch die auffällige Form des Penis ver- 
scliieden. Das erste Geisseiglied ist wenig länger als 
breit, das zweite noch kürzer. Der Penis, bis zur Aus- 
randung gemessen, etwa dreimal so lang als breit; bei 
der Besichtigung im Profil bogenförmig, im rückwär- 
tigen Teile jedoch stärker nach aufwärts gekrümmt, 
von der breit abgestutzten apicalen Spitze bis zum 
ersten Drittel etwas verbreitet, dann allmählich bis zu 
der schmalen rückwärtigen Spitze verengt; bei der An- 
sicht von unten etwa im letzten Dritteile am breitesten, ^^^' ^' 

von da an nach rückwärts parallelseitig, nach vorne ^'^Iwanaiciis'miv^'^'^^ 
bis zu der breit abgestutzten Spitze gleichmässig ver- 
schmälert, die oberen Ränder der Rinne bis zur Ausrandung eingebogen, 
die Einbiegungsflächen im ersten Dritteile genähert und beiderseits, nach 
rückwärts jedoch stärker verengt. Long. : 2 — 2,2 mm. Swanetien. 

5. Urometopus mingrelicus Reitt., Wien. Entom. Zeitg. 1888, 
264, Deutsch. Entom. Zeitsch. 1897, 201. — Unter den Arten mit der 
doppelten Behaarung auf den Flügeldecken durch die spärliche, anliegende 
Behaarung und die kurzen Borstenreihen der Flügeldecken leicht kennt- 
lich. — Dunkelbraun oder rotbraun, die Fühler und Beine heller. Der 
Rüssel etwa so lang als breit, parallel, sehr seicht eingedrückt und wie 
die nicht abgesetzte Stirne dicht und fein längsgestrichelt. Die Fühler- 
gruben seicht, ziemlich kurz. Die Augen flach, nicht vorragend. Die 
Fühler den Hinterrand des Halsschildes massig überragend, der Schaft 
ziemlich gerade, die ersten zwei Geisseiglieder gestreckt, in der Länge 




22 



Postrat Foi'iiiaiiek 



wenig difEerirend, die äusseren quer. Der Halsschild stark quer, nach 
vorne wenig stärker wie nach hinten verengt, ziemlich grob, massig 
tief, dicht runzelig punktirt. Die Flügeldecken kurz oval, beim d" 
schmäler als beim 9 , ziemlich stark gestreift-punk- 
tirt, die Streifen bis zur Spitze fast gleich stark, 
mit spärlichen, feinen, anliegenden Härchen und über- 
dies mit Eeihen kurzer Borsten bekleidet. Die 
Beine bei beiden Greschlechtern gleich entwickelt. 
Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa vier- 
mal so lang als breit; im Profil betrachtet breit 
bogenförmig, von der im letzten Dritteile liegenden 
breitesten Stelle nach rückwärts stark, gegen die 
abgestumpfte Spitze allmählich verschmälert, bei der 
Ansicht von unten unmittelbar vor der Ausrandung 
am breitesten, von da an nach rückwärts plötzlich in 
schwachem Bogen verengt, gegen die breit abge- 
rundete Spitze allmählich verschmälert, die oberen Ränder der Rinne bis 
zur Ausrandung schmal, vorne deutlich, hinten kaum wahrnehmbar ein- 
m. Long.: 3,2 — 3,6mm. Mingrelien. 



Fig. 5. 

Penis von Urometopus 

mmgrelicus Kttr. 



6. Urometopus georgicus Reitt., Wien. Entom. Zeitg. 1888, 263, 
Deutsch. Entom. Zeitsch. 1897, 201; tahjschensis Reitt. Deutsch. Entom. 
Zeitsch. 1897, 201; strigifrons Seidl. die Otiorh. s. str., 59, ex parte. — 
Dem inflatus nahe verwandt, von demselben durch dunklere Färbung, den 
seichter eingedrückten, nicht punktirten, sondern längs- 
gestrichelten und nur schwach oder nicht abgesetzten 
Rüssel, die auf dem Halsschilde nicht abstehende, son- 
dern nach vorn anliegende und auf den Flügeldecken 
bedeutend kürzere Behaarung verschieden. Der Penis, 
bis zur Ausrandung gemessen, etwa zweimal so lang 
als breit; im Profil besichtigt breit, die obere Seite 
ziemlich horizontal und erst unweit vor der rück- 
wärtigen Spitze schief nach oben verlaufend, die untere 
Seite bogenförmig, gegen die abgerundete apicale Spitze 
schwächer als gegen die rückwärtige gebogen; bei der 
Ansicht von unten unmittelbar vor der Ausrandung am 
breitesten, von da an nach rückwärts parallelseitig, 
gegen die ziemlich breit abgerundete Spitze allmählich verschmälert, die 
oberen Ränder der Rinne, mit Ausnahme der apicalen Spitze, der ganzen 
Länge nach schmal eingebogen. Long.: 3,2 — 3,6mm. Im östlichen Teile 
des Kaukasus: Daghestan, Martkopi, Talysch etc. 




Fig. 6. 

Penis von Urometopus 

georgicus Bttr. 



7. Urometopus inflatus Kolenati, Bull, de Mose. 58, 421, Reitt. 
Deutsch. Entom. Zeitsch. 1897, 201; strigifrons Seidl. die Otiorh. s. str. 
59, ex parte, Reitt. Wien. Entom. Zeitg. 1888, 263. — Ausgezeichnet 
und leicht kenntlich durch die lange, abstehende Behaarung der Oberseite, 
den breiten, parallelen, von der längsgestrichelten Stirne sehr deutlich 
abgesetzten Rüssel und die flachen Augen. Rotbraun, die Fühler und 



Zur iia'hereu Keimtnis der GuttunL'eu Banjpithes Dnviil iiiul Oiiiia^ Scliönherr. 23 

Beine gelbbraun. Der Rüssel bedeutend breiter als lang, der ganzen 
Länge nach ziemlich tief gefurcht, längs des Eindruckes fein, zerstreut 
punktirt und samt der längsgestrichelten, ziemlich stark abgesetzten Stirne 
lang abstehend behaart. Die Fühlerfurchen breit und 
tief, bis nahe an die Augen reichend. Die Fühler den 
Binterrand des Halsschildes bedeutend überragend, der 
Schaft mehr oder weniger gebogen, die ersten zwei 
Geisseiglieder gestreckt, gleich lang, die äusseren quer. 
Der Halsschild massig quer, nach vorne bedeutend 
stärker wie nach hinten verengt, stark, ziemlich tief 
und dicht punktirt und mit langen, von hinten nach 
vorne geneigten Haaren besetzt. Die Flügeldecken kurz 
oval, beim cf bedeutend schmäler wie beim g , mehr 
oder weniger stark punktirt gestreift, mit spärlichen, ^^^.^ ^foll'urometo ms 
ziemlich feinen, anliegenden Härchen und überdies mit mflatm koi. 

Reihen langer, aufstehender, weicher Haare bekleidet. 
Die Beine plump, beim c? deutlich stärker als beim 9 . Der Penis, bis 
zur Ausrandung gemessen, etwa viermal so lang als breit; bei der Be- 
sichtigung im Profil, die rückwärtige, schmale, schief nach unten gerichtete 
Spitze ausgenommen, ziemlich breit und schwach bogenförmig, die apicale 
Spitze abgestumpft ; bei der Ansicht von unten oberhalb der Ausrandung 
am breitesten, von da an nach rückwärts stärker, gegen die breit ab- 
gerundete apicale Spitze allmählich schwach verschmälert, die oberen Ränder 
der Rinne, mit Ausnahme der beiden äussersten Spitzen, eingebogen, die 
Einbiegungsfiäche unweit vor der Ausrandung am breitesten und von da 
an beiderseits verengt. Long.: 8,2 — 3,5 mm. Ln centralen Kaukasus: 
Suram, Meskisches Gebirge, Helenendorf etc. 

8. Uronietopus longicollis Reitt., Deutsch. Entom. Zeitsch. 1897, 
201. Leicht kenntlich durch die gewölbten, vorragenden Augen, die 
kräftigen, langen Fühler, den ebenso langen wie breiten Halsschild und 
die auf den Flügeldecken in Reihen geordnete, in den Streifen kürzere, 
anliegende, auf den Zwischenräumen längere, abstehende Behaarung. Lang- 
gestreckt, rostbraun, glänzend. Der Rüssel etwa so lang wie breit, der 
Länge nach schwach und seicht eingedrückt und samt der Stirne fein 
längsgestrichelt. Die Fühler kräftig, die Mitte des Körpers etwas über- 
ragend, der Schaft ziemlich stark gebogen, die ersten zwei Geisseiglieder 
gestreckt von gleicher Länge, das dritte so lang als breit, die äusseren 
quer. Der Halsschild so lang als breit, dicht, massig fein punktirt und 
fein anliegend behaart, die Haare zur Mitte strahlig zusammenlaufend. 
Die Flügeldecken elliptisch, stark gestreift-punktirt, die Zwischenräume 
deutlich gewölbt, mit abwechselnden Reihen schräg abstehender, längerer 
und anliegender kürzerer Haare, von denen die ersteren auf den Zwischen- 
räumen, die letzteren in den Streifen verlaufen. Die Beine lang und 
kräftig. Long. : 3 mm. Nach einem mir vorliegenden, aus dem Kaukasus — 
ohne näheren Fundort — stammenden c? beschrieben. 



'24 Postrat Foriiiaiiek 

Unbekannt blieb mir der lang behaarte, mit inflatus und georgicus 
nalie verwandte Urometopus strigifrons Gryll. {rugifrons Hochh.), welcher 
in der Krim vorkommt. Nach der Beschreibung- unterscheidet sich derselbe 
von allen oben behandelten Arten durch den am Vorderrande flach ein- 
geschnürten Halsschild und die dunkle Fühlerkeule. Die bisherige Be- 
ziehung des inflatus auf diese Art erscheint daher nicht begründet. 



Hhinomias Reitt. 

Uebersicht der Arten. 

1 . Trochanteren der Vorderbeine verlängert, beim d dornf örmig, beim g 
höckerförmig vorstehend 2 

— Trochanteren der Vorderbeine einfach, nicht vorstehend ... 3 

2. Flügeldecken länglich oval, beim 9 wenig kürzer wie beim d 

1. forticomis. 

— Flügeldecken beim cf so gestaltet wie beim 9 von forticomis, beim 9 
kurz oval, wenig länger als zusammen breit 2. Viertli. 

3. Grösser (3 mm), das letzte Abdominalsegment beim cf bis über die 
Mitte breit eingedrückt 3. austriacus. 

— Kleiner (2 — 2,5 mm), das letzte Abdominalsegment beim cf nicht ein- 
gedrückt 4 

4. Schwarzbraun, Eüssel, Fühler und Beine rotbraun, Rüssel länger als 
breit, vom Kopf kaum abgesetzt, Augen stark gewölbt, Flügeldecken 
tief gestreift-punktirt, Punkte der Streifen gedrängt, die abstehende 
Behaarung kui^z 4. pyrorhinus. 

— Einfarbig blass gelbbraun, Eüssel so lang wie breit, vom Kopf stark 
abgesetzt, die abstehende Behaarung der Flügeldecken länger . . 5 

5. Eüssel zur Spitze verbreitet, vor den Augen eingeschnürt, die Flügel- 
decken tiefer gestreift, in den Streifen feiner punktirt, Zwischenräume 
stark gewölbt 5. maxillosus. 

— Eüssel mit parallelen Seiten, vor den Augen nicht eingeschnürt, Flügel- 
decken seichter gestreift, in den Streifen stärker punktirt, Zwischen- 
räume schwächer gewölbt ......... 6. Peneckei. 

1. Rhinomias forticomis Bohem.,. SchönherrYI, 142, Seidlitz 
die Otiorh. s. str. 60, Eeitter Wien. Entom. Zeitg. 1894, 315; graci- 
lipes Bohem. Schönherr II, 505; rugicollis Bohem. Schönherr VII, 
131; validicornis Märkl. Zeitsch. f. Ent. V, 250; illotiis Hochh. Bull, 
de Mose. 1847, 52. — Die häufigste durch die bei beiden Geschlechtern 
länglich ovalen Flügeldecken und die beim d dornförmig, beim 9 höcker- 
förmig vorstehenden Trochanteren der Vorderbeine leicht kenntliche Art. 
Dunkelbraun mit gelbbraunen Fühlern und Beinen oder ganz gelbbraun. 
Der Eüssel beim d länger, beim 9 etwa so lang als breit, seitlich etwa 
in der Mitte zusammengedrückt und von da an zur Spitze wieder ver- 
breitet, mit einem grossen, nasenförmigen, von der Stirne deutlich ab- 
gesetzten, vorne breit eingedrückten Höcker, sowie die Stirne dicht runzelig 



Zur näheren Keiiiitnis der Gattungen Bari/pifhes Diival und Oini'as SchCinherr. 



25 



sculptirt und fein anliegend behaart. Die Fülilergruben rundlich, tief, 
liöhlenförinig. Die iVugen schwach gewölbt. Die Fühler abstehend be- 
haart, matt, der Schaft dick, schwach gebogen, zur Spitze stark verdickt, 
etwa so lang wie die Geissei samt der Keule. Der 
Halsschild mehr oder weniger breiter als lang, an den 
Seiten stark gerundet, dicht runzelig sculptirt und fein 
anliegend behaart, in der Mitte gewöhnlich mit schmalem 
Läugskiel. Die Flügeldecken länglich oval, beim cf 
länger und schmäler als beim 9 , tief gestreift-punktirt, 
die Zwischenräume fein, massig dicht punktirt, mit drei 
Reilien weicher Haare, wovon die seitlichen kürzer und 
anliegend, die mittleren länger und aufgerichtet er- 
scheinen. Das letzte Abdominalsegment beim d der 
Länge nach breit und ziemlich tief eingedrückt, infolge- 
dessen an der Spitze ausgerandet und beiderseits der 
Ausrandung mit einem Haarbüschel versehen. Beim c? 
die Schenkel stärker verdickt, Trochanteren der Vorder- 
beine dornförmig, beim q höckerförmig vorstehend. Der Penis, bis zur Aus- 
randung gemessen, etwa viermal so lang als breit; im Profil betrachtet 
schmal, an den beiden Enden nach oben gehoben, am rückwärtigen jedoch 
bedeutend stärker; bei der Ansicht von unten vor der Ausrandung am 
breitesten, von da an nach rückwärts rasch, zu der abgerundeten Spitze 
allmählich verschmälert, die oberen Eänder der Rinne der ganzen Länge 
nach, etwa in der Mitte am breitesten eingebogen. Long.: 3 — 3,5 mm. 
Mitteleuropa, Kaukasus, Klein- Asien. 




Fig. 8. 

Penis von Rhinomias 
forticornis Boh. 



2. Rliinomias Viertli Weise, Deutsch. Entom. Zeitsch. 1886, 426, 
Eeitt. Wien. Entom. Zeitg. 1894, 315. — Durch die beim cf dornförmig, 
beim 9 höckerförmig vorstehenden Trochanteren der Vorderbeine dem 
forticornis zunächst stehend, von demselben durch die beim c? so wie beim 
9 des forticornis gestalteten, beim 9 aber sehr kurz ovalen, wenig 
längeren als breiten Flügeldecken verschieden. Die Sculptur der Ober- 
und Unterseite, die Art und Weise der Behaarung 
des Körpers, die Dimensionen der Fühler und Beine 
stimmen mit jenen des forticornis vollkommen überein, 
das letzte Abdominalsegment des c? ist jedoch seichter 
und nur bis zur Mitte eingedrückt. Der Penis, bis 
zur Ausrandung gemessen, etwa dreimal so lang als 
breit; im Profil besichtigt breit, sattelförmig, im rück- 
wärtigen Teile jedoch stärker gebogen; bei der Ansicht 
von unten etwa in der Mitte merklich eingeschnürt, von 
da an beiderseits, gegen die breit abgerundete Spitze 
aber stärker bogenförmig verengt, die oberen Ränder 
der Rinne der ganzen Länge nach breit eingebogen. 
Die grösste Randbreite liegt in der Mitte. Long. : 2,5 
bis 3mm. Banat; Golubovec (Kroatien), Wiener 
H f m u s e u m ; Steiermark , ohne nähere Angabe 
Reitter. 




Fig. 9. 

Penis von Rhinomias 

Viertli Weise. 



des Fundortes, 



26 



Postrat Formaiiek 



3. Rhinoniias anstriactis Reitt., Wien. Entom. Zeitg. 1894, 
315. — Habituell dem 9 des forticornis sehr ähnlich, ebenso gefärbt und 
ungefähr von derselben Grösse, aber durch äusserst feinpunktirte, daher 
mehr glänzende Flügeldecken, bedeutend kürzere und feinere, anliegende 
und borstenförmige, zur Spitze deutlich keulenförmig verdickte, abstehende 
Behaarung der Zwischenräume der Flügeldecken, die 
nicht verlängerten, mit der angrenzenden Partie der 
Schenkel in einer Ebene liegenden Trochanteren der 
Vorderbeine leicht zu unterscheiden. Die Flügeldecken 
des cf sind bedeutend schmäler und zugespitzter als 
jene des 9 . Das letzte Abdominalsegment ist beim c? 
bis über die Mitte breit und seicht eingedrückt und am 
Hinterrande gleichmässig behaart. Der Penis, bis zur 
Ausrandung gemessen, etwa dreimal so lang als breit; 
im Profil betrachtet breit, ziemlich gerade verlaufend, 
im apicalen Teüe sanft aufgehoben und scharf zugespitzt; 
bei der Ansicht von unten hinter der Ausrandung am 
breitesten, von da an bis zu der breit abgerundeten 
apicalen Spitze allmählich verengt, die oberen Ränder der Rinne in den 
rückwärtigen zwei Dritteilen eingebogen, die Einbiegungsfläche oberhalb 
der Ausrandung am breitesten und von da nach vorne und hinten ziemlich 
geradlinig verengt. Long. : 2,8 — 3,2 mm. Niederösterreichische Alpen. 



Fl«. 10. 

Penis von Rhinomias 

austriacus Kttr. 



4. Bhinomias pyrorhinus K. u. J. Daniel, Koleopteren- Studien II., 
69. — Kenntlich durch die Färbung, den vom Kopf kaum abgesetzten, 
deutlich längeren als breiten Rüssel, stark gewölbte Augen und die läng- 
lich ovalen, tief gestreiften, in den Streifen gedrängt punktirten Flügel- 
decken. Schwarzbraun, Rüssel, Fühler und Beine rotbraun, bisweilen 
auch der Vorderrand des Halsschildes und die Naht der Flügeldecken rot 
durchscheinend. Der Rüssel länger als breit, seitlich 
vor den Augen leicht zusammengedrückt, zur Spitze 
massig verbreitet, mit einem nasenförmigen, der Länge 
nach seicht eingedrückten, von der Stirne kaum oder nur 
undeutlich abgesetzten Höcker, wie der Kopf dicht 
runzelig sculptirt und sehr fein behaart. Die Fühler- 
gruben rundlich, massig tief. Die Augen ziemlich stark 
gewölbt. Die Fühler fein abstehend behaart, matt, der 
Schaft schwach gebogen, zur Spitze massig verdickt, 
etwas kürzer als die Greissei samt der Keule. Der Hals- 
schild mehr oder weniger breiter als lang, seitlich stark 
gerundet, nach vorn und hinten gleichmässig verengt, 
dicht runzelig sculptirt und sehr fein abstehend behaart. 
Die Flügeldecken länglich oval, bedeutend länger als der Vorderkörper, tief 
gestreift punktirt, die Punkte der Streifen gedrängt, die Zwischenräume 
hochgewölbt. Die anliegende Behaarung fein, staubförmig, die aufstehende 
borstenförmig, deutlich kürzer als bei den nachstehenden zwei Arten. Die 
Beine kurz mit ziemlicli stark verdickten Schenkeln. Der Penis, bis zur 
Ausrandung gemessen, etwa 1^/2 mal so lang als breit; bei der Besich- 




Fig. 11. 

Penis von Rhinomias 

pyrorhinus Dan. 



Zur iiiiliereii Kuimtiiis ilur Gattimgeii Bari/ii/t/ie" Duvul und Otiiias Schöuherr. 27 

tigimg im Profil liegt die grösste Breite im vorderen Dritteile, die obere 
Seite ist schwach, die untere stark, etwas unsymmetrisch gebogen, die 
apicale Spitze stumpf; bei der Ansicht von unten unmittelbar hinter der 
Ausrandung am breitesten, von da an bis zu der breit abgestutzten apicalen 
Spitze allmählich verengt, die oberen Ränder der Rinne der ganzen Länge 
nach vorne schmal, weiter breiter und ziemlich gleichmässig eingebogen. 
9 unbekannt. Long. 2,2 — 2,5 mm. Transsylvania. 

5. Mhinoinias maxillosus Petri, Verh. sieb. Ver. Hermannstadt 
1891, 21; Ulmricus Reitt. Wien. Entom. Zeitg. 1894, 316. — Mit 
pyrorMiius und Peneckei nahe verwandt, von dem ersteren durch die 
blassgelbe Färbung, den kürzeren, vom Kopf stark abgesetzten Rüssel, 
die kaum oder nur schwach gewölbten Augen, die wesentlich kürzeren, 
mehr ovalen, in den Streifen weniger gedrängt punktirten, mit merklich 
längeren abstehenden Haaren besetzten Flügeldecken; 

von dem ebenfalls blass gefärbten Peneckei durch den 
vor den Augen eingeschnürten, nach vorne deutlich 
verbreiteten Rüssel und die tief gestreiften, in den 
Streifen feiner punktirten, mit stark gewölbten Zwischen- 
räumen versehenen, im männlichen Greschlechte breiteren 
und mehr ovalen Flügeldecken verschieden. Der Penis, 
bis zur Ausrandung gemessen, etwa dreimal so lang als 
breit; bei der Besichtigung im Profil im ersten Achtel 
am breitesten, die Oberseite schwach bogenförmig aus- 
gerandet, die Unterseite gegen die abgerundete Spitze „ . ^^'i>.'. 

" ' o o o r Penis von Rhinomias 

plötzlich im stumpfen "Winkel, nach rückwärts in schwacher maxniosus Petri. 
Rundung schief nach oben verlaufend; bei der Ansicht 
von unten oberhalb der Ausrandung am breitesten, von da an nach rück- 
wärts paraUelseitig, gegen die breit abgerundete apicale Spitze allmählich 
schwach verengt, die oberen' Ränder der Rinne der ganzen Länge nach 
massig breit und ziemlich gleichmässig eingebogen. Long.: 2 — 2,5 mm. 
Hungaria: Schässburg, Comitat Nagy KüküUö, Dr. Petri; Hagymädfalva, 
Comitat Büiar. 

6. Rhinomias Peneckei Reitt., Wien. Entom. Zeitg. 1894, 316; 
Gattereri Stierl. Mitteil, der Schweiz, entom. Gesell. 1883, 98.'*) — 
]\Iit pyrorlünus und maxillosus nahe verwandt, von dem ersteren ausser 
der Färbung durch den kürzeren, vor den Augen nicht eingeschnürten, 



*) Laut einer diesbezüglichen Mitteilung hat zuerst Dr. Karl Brancsik 
den Rhm. Peneckei in der Gebirgskette gegenüber Graz am rechten Ufer der 
Mur gesammelt und nachdem Kirsch in Dresden den Käfer für neu erklärte, 
unter dem Namen Gattereri versendet. Später übermittelte er das Tier dem 
Dr. Stierl in mit dem Ersuchen, bei dessen Beschreibung den Namen Gattereri 
zu behalten. Es liegt daher ein Namen „in litteris" vor und kommt die Autor- 
schaft des Dr. Brancsik nicht in Betracht. Die von Dr. Brancsik gesammelten 
Exemplare stimmen mit der Type des Peneckei vollkommen überein. Die von 
Reitt er in der Wien. Entom. Ztg. 1899, 316 ausgesprochene Vermutung, dass 
Omias Gattereri unzureichend beschrieben wurde, trifft daher zu und hätte der 
Käfer weiterhin den Namen Pejieckei zu führen. 



28 Josef Breit 

vom Kopf stark abgesetzten, zwischen den Fülilerwurzeln schmäleren 
Rüssel, die plumperen Fühler, wesentlich kürzeren, schwächer gestreiften 
Flügeldecken, schwächer gewölbten Zwischenräume und die merklich längere, 
abstehende Behaarung; von dem gleichfarbigen maxillosiis durch die bei 
der Beschreibung desselben angeführten Merkmale verschieden. Einfarbig 
blass gelbbraun. Der Eüssel etwa so breit als lang, vor den Augen nicht 
eingeschnürt, parallelseitig, mit einem nasenförmigen, 
bisweilen der Länge nach seicht eingedrückten, von 
der Stirne stark abgesetzten Höcker, wie der Kopf 
dicht runzelig sculptirt und sehr fein anliegend be- 
haart. Die Fühlergruben rundlich, seicht. Die Fühler 
plump, matt, abstehend behaart, der Schaft ziemlich 
stark gebogen, zur Spitze stark verdickt, so lang 
wie die Geissei samt der Keule. Der Halsschild mehr 
oder weniger breiter als lang, seitlich mehr oder 
weniger gerundet, nach vorne und hinten gleicli- 
Fig. 13. massig verengt und massig lang abstehend behaart. 

Penis von Ä/w'no?ftms xn- tt i i i t • _^ i i ^ i 

Peneekei Krauss. Die Flügeldecken kurz oval, beim CJ bedeutend 

schmäler als beim 9 , massig tief gestreif t-punktirt, 
die Punkte ziemlich grob und dicht aufeinander folgend, die Zwischen- 
räume schwach gewölbt, mit staubförmigen, anliegenden und borsten- 
förmigen, massig langen, in Eeihen geordneten, abstehenden Haaren besetzt. 
Beine plump, beim d stärker als beim 5 . Der Penis, bis zur Ausrandung 
gemessen, etwa dreimal so lang als breit ; im Profil betrachtet breit, vom 
ersten Viertel an nach vorne gleichmässig in eine schief nach oben ge- 
richtete Spitze verengt, nach rückwärts ziemlich horizontal, zuerst massig 
verbreitet, im letzten Dritteile wieder verschmälert; bei der Ansicht von 
unten in der apicalen Hälfte eiförmig, in der rückwärtigen parallelseitig, 
die oberen Eänder der Rinne der ganzen Länge nach ziemlich schmal, 
vorne breiter als hinten eingebogen. Long.: 1,8 — 2,2 mm. Styria. 





Zwei neue Käferarten 
aus dem mitteleuropäischen Faunengebiete. 

Beschrieben von Joseph Breit in "Wien. 

(Eiugelatifen am 17. November 1903.) 

Trechiis [Anophthalmus Strm.) vranensis n. sp. 

Durch die backenartig erweiterten Schläfen und die ausserordentlich 
convexen Schultern mit Eurydiae Schauf. und Beltterl Mill. verwandt und 
durch seine Grrösse zwischen diese beiden Arten gehörig. Hell gelbbraun, 
der augenlose Kopf gross, wenig schmäler als der Halsschild an seiner 
breitesten Stelle, von der Halseinschnürung bis zum Clypeusrand etwas 



Zwei neue KSferarten ans dem mitteleuropäischen Faiinengebiete. 29 

läug-er als der Halsscliild, mit backenaitig- erweiterten Scliläfeii und sehr 
tiefen, nach hinten verkürzten Stirufurchen. Fühler massig' schlank, ilir 
drittes Glied viel länger als das zweite, das vierte kürzer als das dritte, 
doch das zweite an Länge merklich übertreffend. Der HalsschUd ist 
etwas breiter als lang, zum Unterschiede von den beiden verglichenen 
Arten nicht ausgeschweift, sondern geradlinig verengt, mit sehr kleinen, 
abgesetzten, etwas nach aussen gerichteten Hinterecken. Der Vorderrand 
noch stärker ausgeschnitten und die Vorderwinkel daher noch stärker 
vorgezogen erscheinend als bei Eurydice. Flügeldecken ziemlich gestreckt, 
sehr schwach gegen das hintere Drittel erweitert, die Schultern fast recht- 
winkelig, an den Ecken sehr wenig- abgerundet, die Basalränder beinahe 
in einer Linie gegeneinander gerichtet. Die Scheibe massig gewölbt, 
hinter der Basis schwach eingedrückt, voUzälüig" gestreift, im dritten 
Streifen mit drei kleinen, grübchenförmigen Borstenpunkten, der siebente 
Streifen hinter der Flügeldeckenbasis ohne Borstenpunkt. Länge : 6 mm. 
Diese schöne Anophthalmus-Art fand sich in der Sammlung des Herrn 
August von Bachofen in V^^ien in vier Exemplaren vor und wurde in 
einer nicht näher bezeichneten Höhle des Vran- Gebirges in der Herzego vina 
aufgefunden. Für die liebenswürdige Ueberlassung- der Tj^pen spreche ich 
Herrn von Bachofen an dieser Stelle meinen herzlichsten Dank aus. 

LatliroMiim {Olyptomerus Müll.) Wingelmülleri ii. sp. 

Dem LathroMum testaceum Kr. täuschend ähnlich, von demselben 
hauptsächlich durch die Sexualcharaktere des cf, in beiden Geschlechtern 
weiters durch kleinere, rudimentäre, pigmentlose Augen, auf dem Scheitel 
beiderseits durch einen ziemlich grossen, äusserst flachen, aber deutlichen, 
runden Eindruck und durch etwas breiter gerandetes Abdomen verschieden. 
Hell bräunlichgelb, Fühler, Beine, Halsschild, Flügeldecken und Dorsal- 
segmente ganz ähnlich gebildet und auch ähnlich sculptirt, wie bei 
testaceum. Beim d das dritte, vierte und fünfte Ventralsegment, letzteres 
tiefer und etwas breiter in der Mitte der ganzen Länge nach eingedrückt, 
im Grunde der Eindrücke geglättet. Das sechste Ventralsegment nur an 
der Wurzel mit einem kurzen, seichten, im Grunde nicht geglätteten 
Eindruck, in der Mitte des Hinterrandes dreieckig ausgeschnitten. Un- 
mittelbar hinter dem Ausschnitte verläuft gegen den Basaleindruck in der 
Längsmitte des Segmentes ein sehr feiner Kiel. Beiderseits dieses Kieles 
befindet sich in der Nähe des Ausschnittes ein längsovaler, flacher, im 
Grunde schwarz tomentirter Eindruck. Beim cf greift das sechste Ventral- 
segment seitlich weiter über das achte Dorsalsegment als bei testaceum. 
Länge: 5,5 mm. 

Diese Art wurde von meinem hochgeschätzten langjährigen Reise- 
gefährten Alois Wingelmüller, dem ich dieselbe in herzlichster Freund- 
schaft dedicire und von mir in der Umgebung der Osteria di Campolaro 
in den südlichen Ausläufern der Adamello-Alpen (Ober-Italien) subalpin 
unter tief in Humus eingebetteten Steinen in mehreren Exemplaren auf- 
gefunden. 



30 Dr. K. Escherich 

Neue paläarktische Meloiden aus der F. Hauser'schen 

Sammlung. 

Beschrieben von D^ K. Escherich, Strassburg i. Eis. 

(Eingelaiifeu am 11. Dezember 1903.) 

Die folgenden Beschreibungen sind zum grössten Teil*) schon vor 
4 Jahren angefertigt worden. Trotzdem glaube ich dieselben auch heute 
noch unverändert veröffentlichen zu dürfen, da, soweit ich die systematisch- 
koleopterologische Litteratur der letzten Jahre verfolgen konnte, die be- 
treffenden Arten von anderer Seite noch nicht beschrieben zu sein scheinen. 
Sollte dies aber doch bei der einen oder anderen Art der Fall sein, so 
bitte ich die geehrten Kollegen um gütige Nachsicht, im Hinblick darauf, 
dass ich seit mehreren Jahren der Beschäftigung mit der Systematik der 
Koleopteren fast vollständig entsagen musste. 

Herrn Major F. Haus er, aus dessen Sammlung sämtliche hier be- 
schriebene Arten stammen, sei auch hier für die Ueberlassung seines feinen 
und interessanten Materials herzlichst gedankt. 



1. Meloe intermedius n. sp. 

Niger, subopacus; tliorace valde transverso. subreniforme , angulis 
anticis posticisque rotundatis, disco haud convexo, irregulariter apicem versus 
densim punctato, margine apicali pilis flavo-hrunneis ; elytris depressis, 
margine laterali distindo; antennis hrevibus, apicem versus vix crassiorihus, 
thoracis basini haud super antibus. — Long. : 18 mm. 

Patria: Turkestan (Kuljab). 

Infolge der abgeflachten Flügeldecken und ihrer deutlich abgesetzten, 
ziemlich scharfen Seitenränder zu Beitteri m. und simulans Eeitt. gehörig; 
unterscheidet sich aber von beiden durch die kurzen und dicken Fühler, 
die viel stärkere Punktur des Kopfes und Halsschildes, sowie auch durch 
die nierenförmige Form des letzteren, die lebhaft an die des brevicollis 
erinnert. 

2» Lytta tihetana n. sp. 

Cyaneo-viridis ; elytris linea media lata brunneo-testacea ornatis; capite 
thoraceque glabris, valde dispersim, solummodo singulis punctulis impressis; 
illo Macula parva oblonga rubro-testacea ornato; hoc paulo transverso, 
angulis anticis distinctis, prominulis; antennis cyaneo-nigris, longis; tibiarum 
posticarum calcare externo multo latione quam interno; tibiis anticis in d* 
uno calcare armatis. Long.: 11 — 18mm. 

Patria: Tibet, Kuku-noor. 



*) Mit Ausnahme von No. 3, 7, 8 und 12, welche ich jetzt erst becarbeitete I 



Nene paläarktisclie Meloiden aMs der F. Hauser'scheu Sammhing. 31 

Eine sehr charaktei-istische Art, die weg-eu des g-rossen einzigen End- 
dorns au den Yordertibien des c? in die v€sicatoria-GYi\])])e '-'■'■) gehört und 
liier der L. Bohoroivskä Dokht. am nächsten steht. Von dieser unter- 
scheidet sie sich aber sehr auffallend durch den viel weniger queren 
Halsschild und die fast glatte Sculptur desselben, ferner durch 
den breiten, äusseren Enddorn der Hintertibien und endlich durch die 
hellere Färbung; durch die Form des Halsschildes nähert sie sich der 
vesicatorla var. flavouittata Ball., von der sie aber durch den fast glatten 
Kopf und Halssclüld und die Färbung weit abweicht. 

6 Exemplare (4 cfd", 2 99). 

3, Lytta poeciloptera var. satiata n. var. 

Difert a forma typica vitta elytrorum longitudinali latissima nigro- 
violacea las im attingente. 

Die dunkle Längsbinde der Flügeldecken ist bei dieser Form auch auf die 
Basis ausgedehnt und so verbreitert, dass nur noch ein Saum an den Eändern 
und ein ganz schmaler Saum an der Naht die braune Grundfarbe zeigt. 

Bei dieser Gelegenheit möchte ich einige Bemerkungen zur Charak- 
teristik der seltenen Lytta poeciloptera Sem., die mir bis jetzt in natura 
unbekannt geblieben war, machen. 

In meiner Monographie (1. c.) stellte ich die Art lediglich auf Grund 
der Semenow 'sehen Beschreibung in die » (7/ema^^<:?^S'-Gruppe « und ver- 
glich sie da mit clemafidis var. bivittis Fall. Wie ich mich nun von den 
beiden vorliegenden Exemplaren überzeugen konnte, gehört sie in der Tat 
obiger Gruppe an, indem die Yordertibien des d zwei schlanke Enddornen 
besitzen (wie beim 9) und steht auch der genannten Pallas 'sehen Art 
habituell am nächsten. Sie unterscheidet sich aber von ihr sehr wesent- 
lich durch folgende Merkmale: Die Stirne ist gewölbter und entbehrt der 
tiefen Längsfurche fast vollständig. Der Thorax besitzt eine ganz andere 
Form; er ist kaum breiter als lang und seine Seiten sind im vorderen 
Drittel nur wenig gerundet erweitert, 
während der Thorax bei clematidis in 
der Mitte vorspringend, eckig erweitert 
und von hier nach vorne halsförmig aus- 
gezogen ist. Auch die Scheibe des Thorax 
ist bei poeciloptera gewölbter und besitzt 
in der Mitte nur eine ganz schwache 
Andeutung der bei clematidis so tiefen ^^ ,^^f ^' 

^ Vordertarse von 

LängSIUrche. Li/tta poeciloptera v. satiata in. 

Das Hauptcharakteristikum der ^ = Fortsatz des 1. Tarsenglledes. 

Semenow' sehen poeciloptera besteht 

aber in der Bildung der Yordertarsen : deren erstes Glied ist näm- 
lich sehr kurz und auf der Unterseite in einen langen ge- 




*) cfr. Escherich, K. : Beiträge zur Naturgesch. der Meloiden- Gattung 
Lytta Pb. (Verh. Zool.-bot. Ges. Wien 1894, p. 251 If.). 



32 Dl'- K. Esclierich 

bogeiieii Zahn aiisgezog-eii, der etwa bis zum letzten Drittel 
des 2. Griiedes reicht (s. Fig. 1). Ob diese auffallende Tarsenbildung 
beiden Geschlechtern zukommt oder ob es sich um einen sekundären Ge- 
schlechtscharakter des c? handelt, kann ich heute noch nicht entscheiden, 
da sowohl das einzige Semenow'sche Exemplar als auch die beiden mir 
vorliegenden Stücke cfc? sind. Als wahrscheinlicher möchte ich allerdings 
die letztere Annahme halten, da ja auch bei anderen Lytta-Arten sekun- 
däre Sexualcharaktere mit Vorliebe an den Tarsen auftreten. 

Das Semenow'sche Exemplar stammt aus dem Pamir, die beiden 
Exemplare der Hauser 'sehen Sammlung (var. satiata m.) tragen die Fund- 
ortsangabe : » Ost-Turkestan, Khotan- Gebirge. « 

4, JLagorina (?) mus n. sp. 

Elongata, nigra, dense albo-grlseo-Mrta; pedibus (coxis genuhus tarsisqiie 
excepüs) rubro-testaceis ; elytris hrunneis, regioni suturali nigrescanti ; capite 
subquadrato, fronte paulum convexa, macula sanguinea oblonga ornata, 
forüter punctato; thorace latitudine midto longiore, a medio apicem versus 
attenuato, disco modice punctata, utrinque loco irregidari glahro, sulculo 
mediali ad basim tantum indkato, pilis dense longis obsitis; elytris elongatls 
lateribus parallelis, subtiliter coriaceo-jMncttdato ; antennis brevibus, thoracis 
basim haud superantibus ; tibiarum posticarum calcari externa quam interna 
longiore et multo latiore. — Long.: 11mm. 

Patria: Algeria (Biskra). 

Diese merkwürdige Art lässt sich in keiner der bestehenden Genera 
glatt einreihen. Am ehesten noch können wir sie in die Gattung Lagorina 
stellen, von der sie aber durch die Bildung des äusseren Enddorns ab- 
weicht. Wichtig für die Beurteilung ihrer systematischen Stellung wäre 
vor allem die genaue Kenntnis des Baues des Abdomens, wozu aber reich- 
licheres Material notwendig ist. Vorläufig kann sie ja in der Gattung 
Lagorina verbleiben. 

Durch die Färbung und Behaarung erinnert die neue Art etwas an 
Lytta rufula Fairm. (= djerbensis m.). 

Das einzige mir vorliegende Exemplar (c?) wurde von Herrn Major 
F. Haus er bei Biskra (algerische Sahara) gesammelt. 

5. Mylabris*) lueens n. sp. 

Nigro-viridescens, nitida, longe nigro-pilosa, antennis pedibusque nigris, 
elytris ßavo-testaceis, basi vitta humerali et macula suturali ante medium, 
fasciis duabus (in medio et ante apicem), margine apicali suturaque nigris; 
thorace subquadrato vel latitudine longiori, antice angustiori disco irregu- 



*) Die Prioritätsberechtigung des Fabricius 'sehen Namens Mylabris 
vor dem Harold 'sehen Namen Zonabris hat mein Freund H. Voigts über- 
zeugend nachgewiesen. — Vergl. Voigts, H. : »Nicht Zonabris Har., sondern 
Mylabris Fb.« in: Allg. Zeit. f. Entomologie 1903, p. 234 ff. 



Neue paläarktische Meloiden aus der F. Haus er 'seilen Sammlung. 33 

lariter dispeymn putictaüs; anteanls gracUlhus, hand davatis. Long. : 10 
bis 12 mm. 

Patria: Transcaspien, Turkestan. 

Greliört in die smcea-Gruppe (cfr. Esclierich, K., Zur Kenntnis 
der Gattung- Zonabris Harold. in Wien. eiit. Zeit. 1899, p. 8411.). Der 
grünliche Scliimmer ist zwar bei einigen Exemplaren sehr schwach aus- 
gebildet, doch sprechen ausser der Färbung auch noch andere Merkmale 
für die Zugehörigkeit der Art zur genannten Gruppe, wie die schlanken 
und terminal nicht verdickten Fühler und die Form und Sculptur des 
Halsschüdes. 

In der »seWcm-Gruppe« nimmt lucens allerdings eine ganz isolirte 
Stellung ein und zwar infolge der Flügeldecken-Zeichnung, die ganz nach 
dem Typus der floralis etc. gebildet ist. Die mittlere Binde ist meistens 
stark gezackt; die vordere Nahtmakel kann sehr klein werden und sogar 
fast ganz verschwinden. 

8 Exemplare mit folgenden Fundortsangaben: »Buchara, Momyr-Kul 
2350 m, 20. 6.89«; » Dschebell (Transcasp.) « ; » Baldschuan (Ost-Buchara) « . 

6. Mylahris crux var. opulenta n. v. 

Differt a forma typica statura majori, fascia media et anteapicali 
latiori, elytrorum marginem attingente. 

Mir lagen eine grössere Anzahl ganz übereinstimmender Exemplare 
von dieser Form vor. 

Fundort: Ak-sou-Tal. 

7. Myldbris Voigtsii n. sp. 

Elongata, subcylindrica, nigra, valde nitida nigro-Mrta; capite tliora- 
ceque splendidis, pilis erectis nigris dense obtectis; capite convexo, grossis 
piinctis disperse impressis, in media longitudinaliter carinato ; thorace sub- 
rotundato, latitudine vix longiore, disco tenue sparsim punctata, linea brevi 
in medio glabra; antennis saf gracilibus, apicem versus incrassatis, 
thoracis basim superantibus ; elytris longis, parallelis dense coriaceo- 
punctatis, basi ad scutellum valde inflata, fuscis, macula 
Immerali ovali basim et scutellum triangulariter ambiente et 
fascia lata apicali et margine externa et area oblonga Jianc 
adjacente reticidate nigris. — Long. : 8'J2—9 mm. 

Patria: Ost- Turkestan. 

Diese Art nimmt bezüglich der Flügeldeckenzeichnung pnj„e^^J'cjje 
eine ganz isolirte Stellung in der Gattung ein. Besonders von 
auffallend ist die netzförmig oder gesprengelt schwarz voigtsHm. 
gefärbte Stelle am Seitenrand, welch letzterer ganz schmal 
schwarz gesäumt ist. Die Schultermakel ist ziemlich breit und zeichnet 
sich auch durch eine merklich glattere Sculptur aus. Bemerkenswert ist 
auch die überaus starke, beulenförinige Hervorwölbung der 



34 Dr. K. Esolierich 

Flügeldecken-Basis jederseits des ScuteUums. Die Fühler überragen 
die Thoraxbasis ziemlich weit und sind an ihren verdickten Enden lose 
gegliedert. An diesen Merkmalen, besonders ans der Zeichnung, ist 
M. Voigtsii sofort leicht zu erkennen. 

In der CoUection Haus er befinden sich drei ganz übereinstimmende 
Exemplare mit der Angabe: »Kurla im Gebiete des Bagratch-Kul, 
Mai 1902.« Ich benenne diese auffallende Art nach meinem lieben Freund 
H. Voigts, der die Gattung Mylabris zu seinem Spezialstudium erwählt hat 
und gegenwärtig an einer Monographie dieses schwierigen Genus arbeitet. 

8, Mylabris aurora n. sp. 

Gyaneo-viridis, nigro-villosa, antennis tihiis tarsisque nigris; elytris 
aurantiacosive hrunneo-rußs (excepto spatio interprimam et secun- 
dam fasciani situato pallide-flavo) , macida humerali oblongo apice 
düatata, basim et suturam ambiente et macida suturali ante medium et tres 
maculis in medio et duabus maculis post medium et macula apicali viridi- 
cyaneis. Long. : 12 — 13 mm. 

Patria : Ost- Turkestan . 

Diese hübsche neue Art gehört infolge der metallisch grünlichen 
Färbung in die sericea-Gruppe und dürfte hier der cyaneovaria Ettr. aus 
Persien am nächsten stehen, wenigstens bezügl. der Flügeldeckenzeichnung. 
Doch weicht sie in anderen Punkten so sehr von der genannten Eeitter- 
schen Art ab, dass eine Verwechslung der beiden nicht gut möglich ist. 
Die hauptsächlichsten Unterschiede sind folgende: 1. Die 
Fühler sind einfarbig schwarz und gegen die Spitze zu 
deutlich verdickt (bei cyan. bräunlichrot und wenig verdickt) ; 
2. die Behaarung des Kopfes und Halsschildes ist einfach 
schwarz (bei cyan. = greis); 3. die Grundfarbe der Flügel- 
decken ist im vorderen Viertel und in der hinteren Hälfte 
braunrot und in dem Zwischenraum zwischen der 
pjg 3 1. und 2. Binde hellgelb (bei cyan. einfarbig rot) und 

Flügeldecken von 4. die Zeichnung steht mehr auf dem Stadium der forma 
M. aurora m maculata oder der forma tiqris (cf. Fig. 3 a und b). Die/ 

a forma maculata. „ . ^ . n ,. , . ■, t . n .■,.■,■,/ 

b forma tigris. Zeichnung ist allerdings sehr variabel, indem sie bei allen 
drei mir vorliegenden Exemplaren verschieden ist, doch 
scheint die Variabilität auf die Zeichnungselemente der vorderen Hälfte 
(d. h. auf die beiden vorderen Binden) beschränkt zu sein, während die 
Zeichnung der hinteren Hälfte bei den drei Stücken vollständig überein- 
stimmend und constant ist und aus zwei runden Makeln vor der Spitze 
und einer kleinen Spitzenmakel mit schmalem Spitzensaum besteht. 

Die drei Exemplare der Hauser 'sehen Sammlung stammen aus Kurla 
in der Nähe des Sees Bagratch-Kul in Ost-Turkestan. 

9, Hapaliis (Stenoria) Hauseri n. sp. 

Niger, subnitidus, elongatiis, elytris et segmentis idtlmis brunneis; 
capite dense piinctato, thorace transverso, angidis anticis ante medium valde 




Neue paläcarktische Meloideii aus der F. Hanser'sclieu Sammlung. 35 

prominulis, disco impressionihus diversis carinaque brevl longitudinali, irre- 
gulariter disparsim puncüdato ; elytris riigoso-coriaceis, apicem versus paulo 
attemiatis, extus vix emarginatis ; antennis gracilibus, thoracis hasim valde 
superantibus. Long.: 10 — 11mm. 
Patria: Tibet (Kuku-noor). 

In Bezug- auf die Färbung hat die neue Art Aehnlichkeit mit thor^a- 
cicus Kr. aus Griechenland; sie unterscheidet sich aber von diesem durch 
den schmäleren, schwach punktirten Halsschild, die viel längeren Flügel- 
decken und die längeren Fühler so auffallend, dass eine Verwechslung 
der beiden ausgeschlossen sein dürfte. 

Mir lagen zwei Exemplare vor. 

10, Hapalus (Stenoria) tibetana n. sp. 

Niger, subnitidus, elongatus, basi elytrorum abdomineque brunneis; 
antennis valde gracilibus, medium elytrorum attingentibus. Long. : O'/o mm. 
Patria: Tibet (Kuku-noor). 

Bezüglich der Form ähnelt diese Art sehr der vorhergehenden 
(Hauseri m.); doch infolge der Färbung der Flügeldecken nimmt sie 
eine ganz isoürte Stellung in dem Subgenus Stenoria ein, indem die 
Flügeldecken zum grössten Teü schwarz und nur das basale Viertel und 
ein von diesem ausgehender schmaler Randwisch Jederseits braun gefärbt 
sind. Die Fühler sind noch schlanker als bei Hauseri und erreichen etwa 
die Mitte der Flügeldecken. 

1 Exemplar. 

11. Hapalus (Sitaris) pallens n. sp. 

Pallide-flavus ; antennis pectore ajnceque elytrorum nigrescantibus ; 
thorace distincte transversa, angulis anticis p)i''ominidis, disco glabro valde 
nitido, vix punctulato; elytris apicem versus fortiter attenuaiis et diver- 
gentibus; antennis jjrimo articulo excepto infuscatis, sub gracilibus, thoracis 
basim paulo superantibus. Long. : ö'/o mm. 

Patria: Turkestan. 

Infolge der Färbung ganz vereinzelt in dem Subgenus Sitaris da- 
stehend; das ganze Tier ist Mass strohgelb, nur die Brust, die Spitze 
der Flügeldecken und die Fühler sind schwärzlich. 

12. Ctenopus lama n. sp. 

Parvus, angustus, lateribus parallelis ; rufo-testaceis, scutello, apicibus 
mandibularum, meso- et metasterno abdomine (segmentis 3 — 4 ultimis ex- 
cepjtis), antennisque inde ab articulo 3° nigris; prothorace sat brevi, longi- 
tudine circiter Pj^ — Pl^^ latiore, lateribus in media angulatim dilatato- 
subrotundato , disco glabro, nitido, disperse punctata; elytris coriaceis, sub- 
nitidis, sparsim brevissime jntbescentibus. Long. : 5'l.j — 6 mm, lat. : 2 mm. 

Patria: Ost- Turkestan, Takla,-Makan. 



36. A. Schnitze 

Eine kleine und auffallend schmale Art, die habituell am 
meisten an Ct. viüicollis Ettr. erinnert! Von dieser lässt sie sich aber 
leicht unterscheiden durch den einfarbig gellien Kopf und Hals- 
schild, welche bei vitticollis teilweise schwarz gefärbt oder wenigstens 
mit schwarzer Zeichnung geschmückt sind. In meiner Bestimmungstabelle 
(Brunn 1897) würde die neue Art sub 4 (pag. 114), etwa hinter Reitteri, 
einzufügen sein. 

Mir lagen zwei Exemplare vor. 



Zwei neue paläarktische ^ms- Arten. 

Beschrieben von A. Schultze in München. 

(Eingelavifen am 15. Dezember 1903.) 

JBaris corsicana nov. sp. 

In sectionem Bar. cuprirostris Fhr. pertinens, ab illo et aliis pro- 
innqids tarnen vegeto splendore, macitla utrinque humerali albida, squamositate 
loedumque densissima facile dignoscenda. 

Laete violacea, polita, elongata, subconvexa. Rostro subtenui, sub- 
violaceo-nigro, subtilissime pundulato; antennis nigris, capite nigro-violaceo , 
subtüissime pundato; j^^otJiorace lateribus modo paullo antice coangustato, 
sat convexo, parum profunde et disperse pundato, sine linea media laevi; 
elytris tenuiter striatis, striis omnibus evidenter pundulatis, interstitiis absolute 
planis, obsoletissime uniseriatim pundulatis pundisque subtilissime et vix 
conspicue albido squamulosis, macula humerali albida squamis elongatis sat 
dense composita. Subtus pedore violaceo, undique grosse pundato, pundis 
elongatis, plerumque,' praecipue ad medium, albido-squamulatis, abdomine 
dilutius violaceo, fortius nitenti, in segmento pjrimo pundis magnis rotundatis 
disperse obsito. Pedes femoribus obscure metallo-virescentibus, grosse punc- 
tatis squamulisque elongatis albidis dense obtegentibiis, tibiis tarsisque nigri- 
cantibus. — Long. 3,5 mm. 

Etwas kürzer und gewölbter als die verwandten Arten aus der 
Gruppe des cuprirostris und reichlich von der Breite des letzteren. Oben 
schön veilchenblau, stark lackglänzend, nur die Naht leicht bläulichgrün 
schimmernd, auf den Schultern beiderseits mit weisser Schuppenmakel. 

Eüssel massig gebogen, ziemlich dünn wie bei den verwandten Arten, 
blauschwarz. Kopf fast glatt, schwarzblau, an der Innenseite der Augen, 
wie seitwärts der Rüsselbasis, mit einigen weissen Schuppenbörstchen. 
Halsschildseiten nur massig nach vorn verjüngt, ziemlich gewölbt. Scheibe 
ohne punktfreie Mittellinie und mit ziemlich gleichmässig und zerstreut 
verteilter Punktur ; Punkte rund, nur an den Seiten länglich und hinsicht- 
lich der Stärke zwischen normalen Stücken der cuprirostris und Gudenusi 
stehend. Die seitlichen Punkte mit äusserst feinen weissen Haarschüppchen. 



Zwei neue puläarktisfhe Baria-Xrten. 37 

Decken im ersten Drittel mit schwachem Quereindruck, fein gestreift, etwa 
wie bei cnprvrostris, im Grunde jedoch regehnässiger und deutlicher punktirt. 
Interstitien ganz flach, selbst bei starker Vergrösserung nicht wahrnehmbar 
retikulirt, mit einer Reihe äusserst feiner Pünktchen, in denen, nur bei 
stärkerer Vergrösserung sichtbar, äusserst winzige weisse Schüppchen 
eingebettet sind. Vorderbrust mit groben, länglichen, in Schrägreilien 
geordneten, nicht zusammenfliessenden und nur vor den Vorderhüften weiss 
beschuppten Punkten. Mittel- und Hinterbrust nebst Seitenstücken mit 
grober, etwas dreieckiger Punktur und, wie auch die Vorderbrust, blau. 
Die Punkte seitwärts mit eingebetteten, nach der Mitte zu längeren und 
herausstehenden, weissen Schuppen. Bauch lebhaft glänzend und etwas 
heller als die Brust. 1. Segment mit vereinzelten, grossen, runden 
Punkten, die übrigen feiner und dichter punktirt und zur Mitte und Spitze 
hin weiss beschuppt. Beine mit dicht grob punktirten, dunkel bronze- 
grünen und dicht mit langen gelblichweiss beschuppten Schenkeln ; Schienen 
und Füsse schwärzlich und spärlicher beschuppt. 

Eine durch die schön veilchenblaue, stark lackglänzende Oberseite, 
die weissen Schultermakeln, sowie durch, ähnlich dem sibirischen squamipes 
Faust, dicht weisslich beschuppte Schenkel leicht kenntliche Art. 

Nach Mitteilung des Herrn Amtsrichter von Varendorff in Gruhrau, 
der mir sein einziges Exemplar freundlichst zur Verfügung stellte, von 
Herrn de Carafa bei Bastia auf Corsica in Mehrzahl gesammelt. 

Baris mauretanica nov. sp. 

Ohlonga, subparallela, nigra, parum nitens. Bostro subcrasso, modice 
curvato, supra tota longitudine sat dense pimctulato, pone apicem paululo 
constrido. Protlwrace suhparallelo, laferibus in tertio antico paidlaüm 
coangustato, elytrorum fere latitudine, in disco subtiliter et obsolete, ad 
latera et antice paullo densius et fortius punctulato; subtus rugis longis, 
oblique directis et punctidatis, instructo. Elytris subparallelis, prothorace 
plus quam diiplo longioribus, ad apicem late coangustatis, subtiliter punctato- 
striatis, interstitiis p)<^ullido convexis et subtiUssime uniseriatim punctulatis. 
Pedes nudi, femoribus nigris, tibiis brunneis, tarsis dilutius ferrugineis. — 
Long, fere 3,5, lat. 1,5 mm. 

Von gleichbreiter Gestalt, massig gestreckt, in ihren Umrissen mit 
der doppelt so grossen atronitens am meisten übereinstimmend. Schwarz, 
mit sehr leicht metallischem Anflug und durch die äusserst fein und nur 
bei starker Vergrösserung wahrnehmbar gewirkte Oberseite etwas matt 
seidengiänzend. Decken mit sehr feinen, flachen Punktstreifen, schwach 
gewölbten Interstitien und diese mit einer verloschenen, ziemlich regel- 
mässigen Punktreihe. 

Eüssel kräftig, wenig gebogen, etwas länger als der Halsschild, vor 
der Spitze etwas abgeschnürt, der ganzen Länge nach ziemlich dicht und 
fein punktirt und unten mit einigen Wimperhärchen. Kopf sehr fein 
und zerstreut punktulirt. Fühler pechbraun, die Geisseiglieder dicht zu- 
sammengedrängt, zur Spitze an Breite erheblich zunehmend und in die 



38 Dr. Josef Müller 

Keule allmählich übergehend. Halsschild fast von der Breite der Decken, 
so lang wie breit, die Seiten kaum erweitert und erst im letzten Drittel 
allmählich nach vorn verengt; Scheibe der Länge nach flach gewölbt, die 
WölbungsMnie mit den Decken fast in einer Flucht verlaufend, massig 
dicht mit feinen, länglichen, seitwärts aber stärker und dichter stehenden 
und am Eande zu leichten Längsrunzeln zusammenfliessenden Punkten 
besetzt. Decken bis zum letzten Drittel parallelseitig, alsdann in breiter 
Verrundung zur Spitze verengt, mit wenig vorragender Schulterbeule 
und flachen, feinen Punktstreifen, die kaum stärker als bei timida, nur 
an der Basis mehr vertieft sind. Interstitien sehr leicht gewölbt, durch 
die Punktur der Streifen an den Rändern angegriffen und mit sehr feiner, 
regelmässiger, nur an der Basis etwas verworrener Punktreihe. 10. Inter- 
stitium an der Basis leicht aufgetrieben. 

Unterseite des Halsschildes mit ziemlich regelmässigen, im Grunde 
punktirten Schrägrunzeln. Mittel- und Hinterbrust dicht und grob, nur 
die Seitenstücke der letzteren fein punktirt. Hinterleib äusserst fein 
retikulirt, mit zerstreuten feinen und flachen Punkten. Schenkel schwarz, 
massig dicht und stark punktirt, in den Punkten mit kleinen weissen 
und eingebetteten Schüppchen ; Schienen dunkel pechbraun, Tarsen rostrot, 
Klauen klein. 

Algier. 



Zwei neue Höhlensilphiden von der Balkanhalbinsel. 

Von D^- Josef Müller, Supplent an der Staats-Realschule in Triest, 

(Eingelaufen am 13. Januar 1904.) 

i. Antroherpon Kraussi nov. spec. 

Ferrugineiis ; capite valde elongato, latüudine ter longiore; prothorace 
capiti longitudine subaequali, sed paidlo angustiore, sicut caput nitidissimo, 
impunctato, ante basim constricto et etiam in parte dorsali compresso ; elytris 
fortissime punctatis et longe eredeque pilosis. 

Long. : 7 mm, lat. (elytrorum) 1,9 mm. 

Hahitat in antro propie Nevesinje (Herzegovina) . 

Braunrot, der Vorderkörper und die Flügeldecken ohne mikro- 
skopische Grrundskulptur, daher glänzend, spiegelglatt. Der Kopf 
ausserordentlich langgestreckt, etwa dreimal so lang als breit, im vor- 
deren Drittel, an der winkelig vortretenden Einlenkungsstelle der Maxillen, 
am breitesten, von da an nach hinten schwach, geradlinig verengt, an 
der Basis mehr als halb so breit als im vorderen Drittel. Die Fühler 
zu Beginn des hinteren Drittels der Kopflänge eingefügt; zwischen den 
Fühlerwurzeln befindet sich auf der Stirne eine rundliche grubige Ver- 
tiefung. Die Länge der Fühler übertrifft die des Körpers; das erste, 



Zwei neue Höhlensilphideu von der Balkanhalbinsel. 39 

etwas verdickte Fühlerglied wenig (etwa um ein Viertel) länger als das 
zweite, das dritte zweieinhalbmal so lang als das zweite; das achte Grlied 
so lang als das neunte, das zehnte ein wenig kürzer; das Endglied deutlich 
länger als das vorletzte. Das 7., 9. und 10. Glied wie gewöhnlich an 
der Spitze verdickt; das Endglied genau cylindrisch, nur etwas schmäler 
als der verdickte Endteil des vorletzten Gliedes und am Ende zugespitzt. 
Das letzte Glied der Kiefertaster erheblich kürzer als das vorletzte. 
Der Halsschild ungefähr ebenso lang als der Kopf, aber etwas schmäler 
als dieser an seiner breitesten Stelle, daher reichlich dreimal so lang als 
breit, in der vorderen Hälfte fast parallelseitig, hinter der Mitte beginnt 
die seitliche Ausbuchtung; im hinteren Drittel ist der Halsschild am 
schmälsten, ringsum eingeschnürt, also auch auf der Dorsalseite ein- 
gedrückt. Unmittelbar an der Basis ist der Halsschild reichlich zwei Drittel 
so breit als im vorderen Teile; an den Seiten ist er ungerandet; seine 
Oberfläche ist, wie auch der Kopf, unpunktirt. Die Flügeldecken sind 
ungefähr ellyptisch, etwa doppelt so lang als in der Mitte breit, ausser- 
ordentlich grob, fast grubenartig punktirt und lang abstehend 
behaart. Der hintere Teil des Prosternums ist fast gleichmässig 
gewölbt; es fehlt hier die sonst bei Antroherpon vorhandene*) und 
meist von einem Mediankiel durchzogene breite Einne fast gänzlich und 
nur unmittelbar hinter den Hüfthöhlen ist eine Andeutung davon be- 
merkbar. Der Mesothorax ist wie gewöhnlich nach vorne stielartig 
verlängert, der dorsale Teil dieser Verlängerung zwischen Halsschild und 
Flügeldecken ist kürzer als breit. Die Ventralseite des Mesothorax ist 
nur vor den Mittelhüften in geringer Ausdehnung chagriniert, sonst glänzend, 
spiegelglatt, dafür aber, mit Ausschluss der Pleuralteile, grob, weit- 
läufig punktirt, die Punkte sind oft etwas unregelmässig. Die die 
Pleuralteile vom Mesosternum und von einander absetzenden Nähte sehr 
undeutlich. Der Intercoxalfortsatz des Mesosternums zwar an der Spitze 
scharf winkelig, aber sehr wenig nach hinten vorgezogen, kaum ein Fünftel 
so lang als der Durchmesser der mittleren Hüfthöhlen.**) Das Meta- 
ster num matt, dicht chagrinirt, nur die Pleuralteile der Hinterbrust 



*) Wenigstens bei den 5 Arten, die ich in meinem »Beitrag zur Kenntnis 
der Höhlensilphiden« (Verh. zool.-bot. Ges. Wien 1901) genauer studiert habe. 
Ob und in welchem Grade diese Rinne^bei den zwei neuen seither beschriebenen 
Arten A. Leonharcli Rttr. und Matulici Ettr. ausgebildet ist, weiss ich nicht, 
da mir dieselben in natura nicht vorliegen und in der Originalbeschreibung nichts 
über das Prosternum erwähnt wird. 

**) Wegen des ausserordentlich kurzen Intercoxalfortsatzes des Mesosternums, 
welcher nicht einmal so weit nach hinten reicht als bei A. stenocephalum Apflb., 
müsste man die vorliegende neue Art dem Subgenus Eumecosoma zuteilen, 
welches ich seinerzeit (Verh. zool.-botan. Ges. Wien 1901, 29) speziell für 
A. stenocephalum aufgestellt habe. Da aber im übrigen A. Kraussi von A. steno- 
cephalum ganz erheblich abweicht und eher Beziehungen zu gewissen anderen 
Spezies aufweist, so erscheint die Vereinigung von A. Kraussi und stenocephalum 
zu einem eigenen Subgenus ganz unnatürlich, woraus wiederum hervorgeht, dass 
sich die Untergattung Eumecosoma mihi, wenigstens in der von mir (1. c.) 
gegebenen Definition nicht halten lässt. Man wird daher vorläufig bezüglich 
des A. stenocex)haluyn am besten dem Beispiele Eeitter's (vergl. seine Revision 
der Antroherpon- Äxt(ii\ in Wien. Entom. Zeitg. 1902, 206 — 208) folgen, d. h. die 
genannte Art nicht aus dem Verbände der übrigen ausscheiden. 



40 Vi: Josef Müller 

spiegelglatt. Das Abdomen auf der Unterseite fein anliegend behaart. 
Die Beine sind sehr lang, dabei aber auch sehr zart, kaum robuster als 
bei Ä. stejiocepJialum ; die Schenkel gegen die Basis nur schwach verdickt. 
Die Vordertarsen des mir vorliegenden Exemplares fünfgliedrig und durch- 
aus einfach. 

Länge (bei ausgestrecktem Kopfe): 7 mm. 

Breite (in der Mitte der Flügeldecken): 1,9 mm. 

Fundort: Höhle bei Nevesinje in der Herzegovina. Das einzig 
bisher bekannte Exemplar wurde mir von meinem hochgeschätzten Freunde 
Dr. Hermann Krauss in Marburg a. D. zur Beschreibung übergeben. 

Die ausserordentlich grobe Punktirung der Flügeldecken erweckte in 
mir anfangs den Verdacht, dass es sich bei der vorliegenden Art um das 
erst neulich beschriebene, mir unbekannte A. MatiiUci Rttr. *) handle, 
welches ja auch »durch die sehr starke Punktur der Flügeldecken aus- 
gezeichnet« sein soll. Doch unterscheidet sich das A. Kraussi von der 
genannten R ei tt er 'sehen Art schon durch die auf die Dorsalfläche über- 
greifende präbasale Einschnürung des Halsschildes. Neben der Punktirung 
der Flügeldecken ist für A. Kraussi ganz besonders charakteristisch die 
ausserordentliche Länge von Kopf und Halsschild, welche Körper- 
teile, wie erwähnt, zirka dreimal so lang als breit sind. Von den sieben 
bisher beschriebenen Antroherpon-Arten sind wenigstens bei sechs Spezies 
Kopf und Halsschild bedeutend kürzer und zwar höchstens zweieinhalbmal 
so lang als breit; nur von einer Art, nämlich A. Leonhardi'Rttr.'^*) ist 
die relative Kopf- und Halsschildlänge leider unbekannt. Eeitter sagt 
in der Beschreibung dieses AntroJierpon nur, dass der Halsschild »lang- 
gestreckt« und dass der Kopf »etwas länger als der Halsschild« ist; über 
das Verhältnis der Länge zur Breite fehlt aber jede Angabe. Nun, sollte 
auch A. Leonhardi Rttr. mit A. Kraussi m. in der Länge von Kopf und 
Halsschild übereinstimmen, so wäre die letztgenannte Art von der ersteren 
schon durch die lange, abstehende Behaarung und die grobe Punktirung 
der Flügeldecken — abgesehen von vielen anderen Differenzen — sehr 
leicht zu unterscheiden. 

Um die Unterschiede, die zwischen dem A. Kraussi und den übrigen 
Spezies bestehen, übersichtlich zum Ausdruck zu bringen, habe ich nach- 
folgende Bestimmungstabelle der AntroJierjJon-AYten zusammengestellt. Es 
ist zwar erst vor zwei Jahren eine vortreffliche üebersicht der Arten 
dieser interessanten Silphidengattung von Reitter erschienen***); doch 
dürfte nachstehende Tabelle wenigstens insoferne nicht ganz überflüssig 
sein, als sie auch die beiden seither neu entdeckten Spezies A. Matulihi 
Rttr. und Kraussi m. enthält. 

1. Halsschildseiten hinten nicht ausgeschweift, nach vorne und hinten 
fast gleich verengt. Dorsalfläche des Halsschildes hinten nicht 



*) Wien, entom. Zeitg. 1903, 216. 
**) Wieii. entom. Zeitg. 1902, 207—206. 
***} Wien, entom. Zeitg. 1902, 206—208. 



Zwei neue HOlileusilpliideii vuu der Biilktuiliulbiusel. 41 

eingedrückt; Flügeldecken lang abstehend behaart. Long.: 5,5 

bis 6 mm. — Südbosnien : Höhle bei Golubovac cylindricolle Apflb. 

— Halsscliildseiten hinter der Mitte deutlich ausgeschweift ... 2 

2. Halsschild hinter der Mitte dorsalwärts nicht eingedrückt, gleich- 
massig gewölbt 3 

— Halsschild hinter der Mitte ringsum eingeschnürt, daher die 
Dorsalfläche daselbst deutlich eingedrückt 4 

3. Kleiner, 5,5 mm lang, Flügeldecken nicht sehr stark und ziemlich 
dicht punktirt, kurz und anliegend, gelb behaart. — Herzegovina: 
Novakova pecina bei Nevesinje GanglhaueH Apflb. 

— Grösser, 7,2 mm lang, Flügeldecken sehr stark und wenig dicht 
punktirt und lang, abstehend, gelb behaart. — Herzegovina: 
Grotte »Bukova rupa« bei Ubli Matulici Eeitt. 

4. Flügeldecken kurz und anliegend, gelb behaart 5 

— Flügeldecken lang und abstehend gelb behaart 7 

5. Verlängerung der Mittelbrust zwischen Halsschild und Flügel- 
decken sehr kurz, stark quer 6 

— Verlängerung der Mittelbrust zwischen Halsschild und Flügel- 
decken länger als breit. Länge: 6,5 mm. — Herzegovina: Höhle 

auf der Vran planina Leonhardi Reitt. 

6. Halsschild etwa zweimal so lang als breit, in der vorderen 
Hälfte stark gerundet, die Basis viel schmäler als der Vorderrand. 
Long.: 6mm. — Südbosnien: Insurgentenhöhle auf der Krbljina- 
planina Hörmanni Apflb. 

— Halsschild zweieinhalbmal so lang als breit, in der vorderen 
Hälfte zylindrisch, die Basis nur wenig schmäler als der Vorder- 
rand. Long.: 4,5mm. — Südbosnien: Höhlen bei Olovo. 

stenocephalum Apflb. 

7. Halsschild etwa doppelt so lang als breit, vorne gerundet er- 
weitert. Länge: 4,5mm. — Südbosnien: Megara pecina in der 
PresKca planina pygmaeu^n Apflb. 

— Halsschild ausserordentlich lang, dreimal so lang als breit, 
vorne zylindrisch. Länge: 7 mm. — Herzegovina: Höhle bei 
Nevesinje Kraussi Jos. Müll. 



2, JBathyscia serbica nov. spec. 

Ohlongo-ovalis, obscure ferruginea; antennis hrembus, angulos posticos 
prothoracis haucl super antibus, crassiusculis, articulo primo secundo fere 
tertia parte breviore, penuUimis transversis ; prothorace brevissimo, basi 
longitudine plus quam duplo latiore, angulis posticis retrorsum parum pro- 
ductis. apice rotundatis; elytris evidenter transverse-strigosis, stria suturali 
nulla; carina mesosternali antice fortiter elevata, subhamata; processu 
mesosternali ultra marginem anteriorem metasterni haud producta; tibiis 
mediis extus spinulis 3 — 4 sat robustis, posticis spinulis tenuioribus armatis. 

Long. : 2 mm. 

Habitat in antra propje Tschatschak (Serbia). 



42 Dr. Josef Müller : Zwei neiie Höhlensilpliiden von der Balkanlialbinsel. 

Länglich oval, massig gewölbt, braunrot, fein anliegend pubeszent. 
Der Kopf äusserst fein, kaum erkennbar punktuliert. Die Fühler sehr 
kurz und gedrungen, die Hinterecken des Halsschildes nicht überragend; 
ihr erstes Glied fast um ein Drittel kürzer als das zweite, das dritte 
bis sechste ziemlich gleich lang, viel schmäler als die beiden ersten, kaum 
länger als breit, das siebente gross, fast doppelt so breit als die vorher- 
gehenden, nicht quer, eher etwas länger als breit, das achte kaum halb 
so lang und etwas schmäler als das siebente, stark quer, die drei letzten 
Grlieder ungefähr ebenso breit als das siebente, das neunte und zehnte 
Glied quer, das Endglied ziemlich lang zugespitzt, anderthalbmal so lang 
als breit. Der Halsschild so breit als die Flügeldecken, nach vorne 
stark verengt, sehr stark quer, an der Basis mehr als doppelt so breit 
als lang, seine Hinterwinkel nur sehr wenig nach hinten vorgezogen, an 
der Spitze verrundet; der Seitenrand erscheint bei seitlicher Betrachtung 
fast geradlinig, nur sehr schwach nach unten konvex. Die Flügeldecken 
bis zum apikalen Drittel nur sehr wenig, dann aber bis zur Spitze ziemlich 
stark gerundet verengt, an der Spitze einzeln kaum abgerundet, ohne 
jegliche Andeutung eines Nahtstreifens, deutlich und ziemlich weitläufig 
querrissig punktiert. Der Mesosternalkiel sehr hoch, vorne kurz haken- 
förmig vortretend und fast senkrecht zum Mesosternum abfallend; der 
zwischen den Mittelhüften befindliche Mesosternalfortsatz greift nicht 
auf das Metasternum über. Die Mittelschienen tragen an der Aussen- 
seite 3 — 4 schräg abstehende, ziemlich ansehnliche Dörnchen (neben vielen 
anderen mehr anliegenden Börstchen, die dünner und kürzer sind); an 
der Aussenseite der Hinterschienen sind auch einige abstehende, steife 
Dörnchen vorhanden, die aber an Stärke jenen der Mittelschienen weit 
nachstehen. 

Länge: 2 mm. 

Von dieser Art liegt mir leider nur ein weibliches Exemplar*) vor, 
so dass vorläufig noch dahingestellt bleiben muss, ob sie zur Untergattung 
ApliaoMus (die in beiden Geschlechtern durch viergliedrige Vordertarsen 
ausgezeichnet ist) oder zu Bathyscia s. str. (mit fünfgfiedrigen Vorder- 
tarsen im männlichen Geschlechte) gehört. Dessenungeachtet wird die 
vorliegende Art an ihren kurzen Fühlern, dem stark queren Halsschild, 
den deutlich quergerieften, eines Nahtstreifens entbehrenden Flügeldecken, 
der Form des MesosternaMels u. s. w. leicht zu erkennen sein. 

Vorkommen: Höhle bei Tschat schak in Serbien. Gesammelt von 
Herrn Ligenieur Josef Neu mann aus Graz, der mir diese Bathyscia 
freundlichst zur Beschreibung überliess. 



*) Das Geschlecht wurde durch Untersuchung der chitinösen Teile des 
Ivopulationsapparates festgestellt. 



Dr. A. Kliiim : Die paläarkt. Arten des Stapliylmicleii-GeniTS TrogoiMoeus Maunli. 43 

Die paläarktischen Arten des Staphyliniden-Genus 
Trogophloeus Mannh. 

Yon D^'- Anton Klima in Wien. 

(Eiugelaufen am 17. Dezember 1903.) 

Das Stapliyliiiiden-Geiiiis Trogophloeus Mannli. hat bereits in den 
Werken von Ericlison, Kraatz, Fauvel, Mnlsant-Eey und Gangl- 
bauer eine eingehende Bearbeitung* erfahren. Wenn ich im folgenden 
darangehe, eine Uebersicht der paläarktischen Vertreter dieser Gattung zu 
geben, so geschieht dies aus dem Grunde, weil einerseits in neuerer Zeit 
eine grössere Anzahl von neuen Arten hinzugekommen und andererseits 
in den Arbeiten der genannten Autoren meist nur ein Teil der der palä- 
arktischen Eegion angehörenden Arten berücksichtigt worden ist. 

Eine neuerliche Abgrenzung des Genus von den verwandten Gattungen 
erscheint mir angesichts der trefflichen und genauen Beschreibungen, welche 
die Gattung durch die genannten Autoren und in der letzten Zeit ins- 
besondere in Ganglbauer's grundlegendem zweiten Bande der »Käfer 
Mitteleuropas« erfahren hat, überflüssig und auch aus dem Grunde untun- 
lich, da ich vor Beendigung meiner Studien über die exotischen Arten 
der Gattung, insbesondere auf die auf exotische Arten gegründeten Sub- 
genera wie Terojmlpus Solier und TrogoUnus Sharp (welche beiden Sub- 
genera übrigens von Fauvel als identisch zusammengezogen worden sind) 
nicht näher eingehen kann.*) 

Die von Ganglbauer beibehaltenen Subgenera Thinodromus, Carpa- 
limus, Trogophloeus s. str., Taenosoma und Troginus habe ich mit der 
Modifikation acceptirt, dass ich aus dem Subgenus Trogophloeus s. str. die 
Arten mit sehr grossen Augen ausgeschieden und in einem eigenen Sub- 
genus Boopinus m. vereinigt habe. In dieser Zusammenfassung scheint 
mir insbesondere die Art T. fuliginosiis Gravh., welche bald zum Subg. 
Trogophloeus s. str., bald zu Taenosoma gestellt worden ist, am richtigsten 
placirt zu sein. 

In der Uebersicht der Arten folge ich im allgemeinen der lichtvollen 
Analytik Ganglbauer's, in den Detaübeschreibungen habe ich vornehm- 
lich jene Arten genauer behandelt, welche in dessen Arbeit nicht auf- 
genommen sind und bezüglich der übrigen Arten auf dessen ausführliche 
Beschi-eibungen verwiesen. Die nicht unerhebliche Variabilität einzelner 
Arten, auf welche schon Fauvel zu wiederholtenmalen hingewiesen hat, 
habe ich durch entsprechende Bemerkungen bei den Einzelbeschreibungen 
der betreffenden Arten berücksichtigt. Ich zweifle nicht, dass namentlich 
ein genaueres Studium über den Umfang der Variabilität einzelner Arten 



*) Aus diesem Grunde habe ich auch die beiden in England gefundenen, 
offenbar eingeschleppten Arten T. spinicollis Eye (nach Fauvel identisch mit 
dem chilenischen luteipes Sei.) und anglicanus Sharp (nach Fauvel synonym mit 
dem neuseeländischen unicolor Sharp) in der vorliegenden Arbeit nicht weiter 
berücksichtigt. 



44 Vr Aiiiou Klima 

dieser von der Mehrzahl der Entomologen und Sammler bisher nur wenig 
beachteten Grattung noch manches interessante Eesultat zu Tage fördern 
dürfte. Zu weiteren Studien liiemit Anregung gegeben zu haben, bildet 
mit den Zweck der vorliegenden Untersuchungen. 

Zum Schlüsse erlaube ich mir, allen jenen Herren, welche mich in 
meinen Studien durch die freundliche Ueberlassung von Material wesentlich 
unterstützt haben, meinen wärmsten Dank auszusprechen. Es sind dies 
vor allem die Herren: A. Bang-Haas in Blasewitz-Dresden, A. Dodero 
und Dr. Grestro in Genua, Th. Münster in Kongsberg, Dr. 0. Nickerl 
in Prag, Paganetti-Hummler in Vöslau, kais. Rat E. Reitter in 
Paskau, Dr. C. Rodt in Prag, A. Solari in Genua und meine Wiener 
Freunde J. Breit, G. Luze, C. Mandl, Moczarski, Prof. A. Schuster, 
Hofrat Dr. C. Skalitzky, Dr. F. Spaeth, A. Winkler und A. Wingel- 
müller. 

Zu besonderem Danke jedoch bin ich Herrn Gustos L. Gangib au er 
vei'bunden, welcher mir in zuvorkommender Weise das reichhaltige Material 
des Wiener Hofmuseums für längere Zeit zur Verfügung stellte, ebenso 
Herrn Dr. Gestro für die gütige Mitteilung des Materiales des Museo 
civico in Genua, ferner Herrn Prof. Dr. von Heyden, welcher mir in 
bekannter Liebenswürdigkeit auch die Benützung seiner reichen entomo- 
logischen Bibliothek gestattete, und Herrn Prof. Kolbe für die freund- 
liche zeitweise Ueberlassung einiger E rieh son 'sehen Typen. 

Ein besonderes Wort des Dankes aber gebührt meinem lieben Freunde 
Dr. Max Bernhauer in Stockerau, welcher meine Untersuchungen durch 
seinen fachmännischen Rat in hohem Masse gefördert hat. 



Uebersicht der Arten. 

1. Halsschild vor der Basis mit einem tiefen, hufeisenförmigen Quer- 
eindruck 2 

— Halsschüd vor der Basis nicht oder nur schwach quer eingedrückt 14 

2. Hinterleib nach hinten stark verengt. Schildchen deutlich sichtbar. 
Körper breit. Subg. TJiinodromus 3 

— Hinterleib nach hinten nur massig verengt. Schildchen nicht sichtbar. 
Körper weniger breit. Subg. Carpalimus . 5 

3. Oberseite und Beine lang abstehend behaart. Länge 3 — 3,5 mm. 
Mitteleuropa, Kaukasus, Nordafrika . 2. liirticollis Muls. et Rey. 

— Oberseite und Beine kurz anliegend behaart 4 

4. Halsschild herzförmig, an den Seiten vor dem Hinterrande ungezähnt. 
Länge 3 — 3,5 mm. Mitteleuropa, Oran, Lenkoran. 

1. dilatattis Erichs. *) 

— Halsschild oval, an den Seiten vor dem Hinterrande mit einem stumpfen 
Zähnchen. Länge 2,7 mm. Ostsibirien . . 3. Bernhaueri Klima. 



*) Hierher noch der im Verlaufe der Drucklegung dieser Studie beschriebene 
T. (Thinodromus) brevicornis Luze (Hör. See. Ent. Ross. Jhrg. 1904, S. 80) von 
Seravschan (Eussisch-Centralasieu), welcher von T. dilatatus Erichs, durch sehr 
kurze mittlere Fühlerglieder auffallend abweicht. 



Die paläarktischeii Arten des Stapliyliuiclen-G-enns Trociophloeux Mannb. 45 

5. Halsscliikl an den Seiten im ersten Drittel mit einem sehr starken, 
zalmförraigen Fortsatze bewehrt. Länge 3,5 mm. Nordafrika. 

13. armicollis Fauv. 

— Halsschild an den Seiten unbewehrt 6 

6. Flügeldecken sehr fein, fein oder massig fein punktirt ... 7 

— Flügeldecken ziemlich stark punktirt 10 

7. Körper ziemlich schmal und flach. Flügeldecken im hinteren Drittel 
+ heller gelblichbraun, fein und dicht, Hinterleib äusserst fein und 
äusserst dicht punktirt. Länge 2,5 — 2,7 mm. Nordafrika, Atlanti- 
sche Inseln 7. transversalis WoU. 

— Körper ziemlich breit und gewölbt. Flügeldecken meist einfarbig 
dunkel 8 

8. Erstes Fühlerglied (bisweilen die ganzen Fühler) rötlichgelb. Flügel- 
decken schwarz (bisweilen bis auf die Naht braunrot oder bräunlich- 
gelb), fein und dicht, Hinterleib sehr fein und sehr dicht punktirt. 
Beine rötlich. Länge 2,7 — 3,3 mm. Frankreich, Seealpen, Piemont, 
Pyrenäen, Kaukasus, Lenkoran, Nordafrika 5. Manner Iieimi Koleu. 

— Fühler, Flügeldecken und Beine (letztere bis auf die helleren Kniee 
und Tarsen) einfarbig dunkel 9 

9. Hinterleib äusserst fein und äusserst dicht, Flügeldecken sehr fein 
und sehr dicht punktirt. Länge 8 — 3,3 mm. Steiermark, Bosnien, 
Serbien, Schweiz, Frankreich, Oberitalien, Pyrenäen. 

4. distinctus Fairm. 

— Hinterleib sehr fein und massig dicht, Flügeldecken massig fein und 
massig dicht punktirt. Länge 2,5 — 3 mm. Korsika. 

6*. corsicus Klima 

10. Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken 11 

— Halsschild fast so breit als die Flügeldecken, sehr fein und massig 
dicht punktirt. Körper breit. Länge 3 — 3,3 mm. Lenkoran. 

12. clilaticollis Epp. 

11. Hinterleib äusserst fein chagriniert, sehr fein und massig dicht 
punktirt, Körper schmal. Länge 2,5 — 2,7. Kleinasien, Korfu. 

8. Bodenieyeri Beruh. 

— Hinterleib nicht chagrinirt, Körper ziemlich breit 12 

12. Oberseite und Beine fein, sehr lang, gelblich und abstehend behaart. 
Länge 3 — 3,3 mm. Kaukasus, Lenkoran . . 11. pilosellus Epp. 

— Oberseite sehr fein, massig lang und abstehend behaart ... 13 

13. Halsscliüd deutlich herzförmig, etwa 1^2 mal so lang, fein und sehr 
dicht punktirt. Flügeldecken massig gewölbt, um die Hälfte länger 
als der Halsscliüd. Länge 3 — 3,3 mm. Nord- und Mitteleuropa, 
Kaukasus, Nordafrika 10. arcuatus Steph. 

— Halsschild nicht herzförmig, an den Seiten vor den Hinterecken kaum 
ausgebuchtet, fast doppelt so breit als lang, fein und dicht punktirt. 
Flügeldecken ziemlich flach, fast doppelt so lang als der Halsscliüd. 
Länge 2,5 — 2,7 mm. Kaukasus, Turkestan. 

9. Kiesenwetteri Hochli. 

14. Kopf hinten deutlich eingeschnürt 15 



46 El'- Autoii Klima 

— Kopf hinten nicht eingeschnürt, hinter den Augen allmählich verengt. 
Subg. Troginus Muls. et Eey 47 

15. Fünftes bis siebentes Fühlerglied deutlich länger oder mindestens so 
lang als breit, das fünfte nicht stärker als das sechste . . .16 

■ — Fünftes bis siebentes Fühlerglied breiter als lang, das fünfte deutlich 
stärker als das sechste. Subg. Taenosoma Mannh 27 

16. Augen massig gross, Schläfen deutlich abgesetzt und fast so lang 
als der halbe von oben sichtbare Durchmesser der Augen. Subg. 
TrogopMoem s. str 17 

— Augen sehr gross, Schläfen höchstens schwach angedeutet. Subg. 
Boopinus Klima 21 

17. Kopf und Halsschild matt 18 

— Kopf und Halsschild ziemlich glänzend , . . 19 

18. Grösser und breiter, Eindrücke auf dem Halsschilde fast erloschen, 
Flügeldecken fein und äusserst dicht punktirt. Länge 3,3 — 3,5 mm. 
Krain, Istrien, Kroatien, Italien 14. opacus Baudi. 

— Kleiner und deutlich schmäler, Eindrücke auf der Scheibe deutlich 
sichtbar, Flügeldecken massig fein und sehr dicht punktirt. Länge 
3 — 3,3 mm. Klein-Asien (Grock Dagh) . . . 15. Klimai Bernh. 

19. Körper breiter, Flügeldecken massig fein punktirt, Halsschild im 
vorderen Drittel stark gerundet erweitert 20 

— Körper schmäler, Flügeldecken fein und äusserst dicht punktirt, 
Halsschild im vorderen Drittel massig gerundet erweitert. Länge 
2,7 — 3,3 mm. Paläarktische Region . . . 18. rivularis Motsch. 

20. Halsschild deutlich schmäler als die Flügeldecken, letztere um die 
Hälfte länger als der Halsschild, massig fein und sehr dicht punktirt. 
Länge 3 — 3,3 mm. Paläarktische Region . 16. bilineatus Steph. 

— Halsschild kaum schmäler als die Flügeldecken, letztere nur wenig 
länger als der Halsschild, massig fein und dicht punktirt. Länge 
2,7 mm. Istrien, Algier 17. Angustae Bernh. 

21. Flügeldecken massig fein oder fein punktirt 22 

— Flügeldecken äusserst fein punktirt 25 

22. Grösser und breiter, Flügeldecken massig fein punktirt ... 23 

— Kleiner und schmäler, Flügeldecken fein punktirt. Länge 2 — 2,5 mm. 
Griechenland, Spanien, Italien, Nordafrika, Kaukasus. 

22. nigrita Woll. 

23. Halsschild mit schwach angedeuteten Längseindrücken, Flügeldecken 
gerunzelt punktirt. Länge 2,3 mm. Korfu . . 21. Meitteri Klima. 

— Halsschild mit deutlichen Längseindrücken, Flügeldecken nicht ge- 
runzelt punktirt 24 

24. Kopf und Halsschild chagrinirt. Länge 2,5 — 3 mm. Neusiedler See, 
Frankreich, Spanien, Nordafrika . 20. anthracinus Muls. et Rey. 

— - Kopf und Halsscliild deutlich punktirt. Länge 2,5 — 3 mm. Mittel- 
und Südeuropa, Nordafrika, Kaukasus, Turkestan. 

19. nieniiionitis Kiesw. 

25. Halsschild fast so breit als die Flügeldecken, vor der Basis mit einem 
stumpfen Mittelf ältchen und jederseits mit einem flachen Höckerchen. 



Die paläarktiseheu Arteu des Stapliyliniclen-tTeuiis Trot/ophloeas Maimli. 47 

Länge 2,3 — 2,7 mm. Nord- und Mitteleuropa, Italien, Kaukasus, 

Tripolis 24. fuliginosus Gravh. 

— • Halsschild deutlich schmäler als die Flüg-eldecken 26 

26. Halssclüld an den Seiten stark gerundet, ziemlich glänzend, deutlich 
breiter als der Kopf, auf der Scheibe ohne Längseindrücke oder 
höchstens mit zwei ziemlich schwachen oder in vier ganz flache 
Grrübchen aufgelösten Längseindrücken. Flügeldecken um die Hälfte 
länger als der Halssclüld. Länge 2,3 — 2,5 mm. Niederösterreich, 
Steiermark, Kroatien, Istrien. Italien, Frankreich, Spanien, Kaukasus, 
Nordafrika 23. politus Kiesw. 

— Halssclüld an den Seiten nur schwach gerundet, beinahe matt, kaum 
breiter als der Kopf, nach hinten stark geradlinig verengt, auf der 
Scheibe mit zwei in vier schwache Grrübchen aufgelösten Längs- 
eindrücken und deutlich erhabener Mittellinie zwischen denselben. 
Flügeldecken fast doppelt so lang als der Halssclüld. Länge 2 mm. 
Turkestan 25. teuer Beruh. 

27. Flügeldecken stark punktirt 28 

— Flügeldecken fein punktirt 34 

28. Kopf und Halsschild glänzend, massig fein oder ziemlich stark 
punktirt 29 

— Kopf und Halsschild matt chagrinirt, nicht oder nur schwer erkenn- 
bar punktirt 31 

29. Augen sehr gross, Schläfen nur sehr schwach entwickelt, Halsschild 
massig fein und dicht punktirt, mit zwei durch eine ziemlich breite 
Mittelfalte getrennten, tiefen, mitunter in vier Grrübchen aufgelösten 
Längsfurchen. Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halssclüld, 
ziemlich stark und dicht punktirt. Länge 1,5 — 2 mm. Mitteleuropa, 
Mittelmeergebiet, Turkestan, Nordafrika . . . 30. nitidus Baudi. 

— Augen kleiner, Schläfen deutlich entwickelt, Halsschild mit glänzend 
glatter, nach vorn mehr oder weniger erloschener Mittellinie 30 

30. Schläfen nach hinten erweitert und so lang als der von oben sicht- 
bare Augendurchmesser, Halsschild stark und massig dicht punktirt, 
Flügeldecken nur wenig länger als der Halsschild, stark, tief und 
sehr dicht schwach runzelig punktirt. Länge 1,5 — 1,7 mm. Mittel- 
europa, Italien . 31. punctatellus Erichs. 

— Schläfen nach hinten nicht erweitert und deutlich kürzer als der von 
oben sichtbare Augendurchmesser, Halsschild massig stark und dicht 
punktirt, Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halsschild, massig- 
stark und dicht punktirt. Länge 1,5 mm. Kaukasus, Turkmenien, 
Turkestan 32. Heydeni Klima. 

31. Oberseite tief schwarz 32 

— Oberseite teilweise heller gefärbt 33 

32. Von verhältnismässig schmaler Form, Kopf deutlich schmäler als der 
Halsschüd, Fühler massig schlank, Kopf und Halsschild fein chagrinirt, 
unpunktirt. Länge 1,5 — 1,7 mm. Nord- und Mitteleuropa, Mittel- 
meergebiet, Kaukasus, Oran, Tunis, Syrien 33. foveolatus Sahlb. 

— Von breiterer Form, Kopf so breit als der Halsschild, Fühler kräftig, 



48 Dr. Anton Klima 

Kopf und Halsschild rauh chagrinirt, fein und dicht punktirt. Länge 
1,7 — 2 mm. Sicilien, Korfu .... 34. siculus Muls. et Rey. 

33. riügeldecken schwarz, mit einem mehr oder minder ausgedehnten, 
hellgelben Saum an der Spitze, Halsschild mit vier flachen Grrübchen, 
zwischen denselben schwach erhoben (bisweilen der Halsschild rötlich- 
braun var. rußcollis Woll.). Länge 1,5 mm. Sardinien, Nordafrika, 
Atlantische Inseln 36. troglodytes Erichs. 

— Flügeldecken und meist auch der Halsschild mehr oder weniger rötlich- 
braun, Halsschild mit fast erloschenen Eindrücken auf der Scheibe 
und zwei schrägen Querfurchen vor der Basis. Länge 1,5 — 1,7 mm. 
Westliches Mittelmeergebiet, Nordafrika, Margelan. 

37. punctipennis Kiesw. 

34. Flügeldecken im Grunde deutlich chagrinirt, fein und massig dicht 
punktirt, Kopf und Halsschild matt chagrinirt, auf der Scheibe ohne 
Eindrücke, vor der Basis mit einem bogenförmigen Quereindrucke. , 
Länge 2 mm. Ragusa (Dalmatien) .... 35. Zellichi Beruh. 

— Flügeldecken im Grunde nicht chagrinirt 35 

35. Kopf und Halsschild matt chagrinirt, ohne erkennbare Punktirung 36 

— Kopf und Halsschild ziemlich glänzend, mit erkennbarer Punktirung 40 

36. Augen gross, Schläfen kürzer als der von oben sichtbare Augen- 
durchmesser 37 

— Augen kleiner, Schläfen so lang als der von oben sichtbare Augen- 
durchmesser 39 

37. Flügeldecken pechbraun mit mehr oder weniger ausgebreitetem Apical- 
saum, sehr fein und äusserst dicht punktirt. Länge 1,3 — 1,5 mm. 
Kaukasus, Korsika 41. apicalis Epph. 

— Flügeldecken einfarbig dunkel 38 

38. Kopf und Halsschild ganz matt, äusserst fein gerunzelt chagrinirt, 
Flügeldecken beinahe glanzlos, äusserst fein und äusserst dicht punk- 
tirt. Länge 1,7 mm. Südfrankreich, Spanien, Sardinien, Korfu, 
Nordafrika 40. alutaceus Fauv. 

— Kopf und Halsschild ziemlich matt, sehr fein chagrinirt, Flügeldecken 
ziemlich glänzend, sehr fein und sehr dicht punktirt. Länge 1,3 — 1,5 mm. 
Europa, Kaukasus, Nordafrika .... 39. halopMlus Kiesw. 

39. Grösser und breiter. Halsschild mit zwei deutlichen Längsein drücken 
auf der Scheibe. Flügeldecken fein und sehr dicht punktirt. Länge 
2,2 — 2,5 mm. Nord- und Mitteleuropa, Italien. 

26. elongatulus Erichs. 

— Kleiner und schmäler. Halsschild auf der Scheibe ohne erkennbare 
Eindrücke, vor der Basis mit einem schwach bogenförmigen Quer- 
eindruck. Flügeldecken sehr fein und sehr dicht punktirt. Länge 
1,5 — 1,7 mm. Syrien, Nordafrika . . . 38. rufipennis Epph. 

40. Flügeldecken massig fein oder fein punktirt 41 

— Flügeldecken sehr fein oder äusserst fein punktirt .... 43 

41. Von breiterer Körperform, Halsschild um mehr als die Hälfte breiter 
als lang, sehr fein und sehr dicht, Flügeldecken massig fein und 
sehr dicht punktirt. Länge 2 — 2,3 mm. Mitteleuropa, Italien, Euss- 
land, Kaukasus, Nordafrika 27. impressus Lac. 



Die paläarktischeii Arten des Stapliyliuiden-Gemis Trof/ojMoeuK Mannh. 49 

— Von schmälerer Körperfonn. Halsscliild höchstens um die Hälfte 
breiter als lang 42 

42. Oberseite wenig glänzend, Halsschild äusserst fein und dicht punk- 
tirt, Flügeldecken um die Hälfte länger als der Halsschild, fein und 
sehr dicht punktirt. Länge 2 — 2,3 mm. Paläarktische Region. 

28. corticinus Grravh. 

— Oberseite stark glänzend, Halsschild massig fein und massig dicht 
punktirt, Flügeldecken nur wenig länger als der Halsschild, massig 
fein und dicht punktirt. Länge 1,8 mm. Niederösterreich, Ungarn. 

29. Ganglbaueri Beruh. 

43. Augen gross, Schläfen höchstens so lang als der halbe von oben 
sichtbare Augendurchmesser 44 

— Augen kleiner, Schläfen deutlich länger als der halbe von oben sicht- 
bare Augendurchmesser 45 

44. Von breiterer Form, Augen stark vorstehend, Schläfen kaum ab- 
gesetzt, Kopf fast breiter als der Halsscliild, letzterer und die Flügel- 
decken pechbraun. Länge 1,7 — 2 mm. Aegypten, Algier, Tunis, 
Obock 42. niloticus Erichs. 

— Schmäler, Augen massig vorstehend, Schläfen deutlich abgesetzt und 
so lang als ein Drittel oder höchstens die Hälfte des von oben sicht- 
baren Augendurchmessers, Kopf nicht breiter als der Halsschild, die 
Flügeldecken mehr oder weniger hell bräunlichrot oder bräunlichgelb. 
Länge 1,5 — 1,7mm. Paläarktische Region. 43. pusillus Grravh. 

45. Schläfen stark gerundet erweitert, so lang oder länger als der von 
oben sichtbare Augendurchmesser, Flügeldecken höchstens so lang als 
zusammengenommen breit 46 

— Schläfen massig gerundet erweitert, etwas kürzer als der von oben 
sichtbare Augendurchmesser, Flügeldecken deutlich länger als zu- 
sammengenommen breit, um die Hälfte länger als der Halsschild, 
äusserst fein und dicht punktirt. Länge 1,3 — 1,5 mm. Paläarktische 
Region 45. gracilis Mannh. 

46. Von breiterer Körperform, Schläfen so lang als der von oben sicht- 
bare Augendurchmesser, Flügeldecken höchstens um ein Drittel länger 
als der Halsschüd, sehr fein und dicht punktirt. Länge ] ,5 mm. 
Frankreich, Korsika, Griechenland, Nordafrika. 

44. parvulus Muls et Rey. 

— Schmäler, Scliläfen deutlich länger als der von oben sichtbare Augen- 
durchmesser, Flügeldecken kaum um die Hälfte länger als der Hals- 
schild, äusserst fein und dicht punktirt. Länge 1,3 mm. Mitteleuropa. 

46. subtilis Erichs. 

47. Kopf so breit oder breiter als der Halsschild, Flügeldecken wenigstens 
um ein Drittel länger als der Halsschild 48 

— Kopf ein wenig schmäler als der Halsschild, Flügeldecken nur wenig 
länger als der Halsschild, fein und dicht punktirt. Länge 1,5 mm. 
Mittel- und Nordeuropa, Mittelmeergebiet, Kaukasus, Ostsibirien. 

47. despectus Baudi. 

48. Von etwas breiterer Körperform, Oberseite ziemlich glänzend, Flügel- 

-1 



50 Dl'- Anton Kliiua 

decken sehr fein und sehr dicht punktirt. Länge 1,5 mm. Mittel- 
europa, Grriechenland, Italien, Spanien, Kaukasus, Nordafrika. 

48. exiguus Erichs. ""'■) 
— Schmäler, Oberseite glanzlos, Flügeldecken äusserst fein und äusserst 
dicht, kaum erkennbar punktirt. Länge 1,5 mm. Insel Borkum. 

49. Schneidert Grangib. 

Subg. Thinodromus Kr. 

1. Trogophloeus dilatatus Erichs., Käf. Mk. Brandbg. I, 599. — 
Wie die beiden folgenden Arten dieses Subgenus von breiter, ziemlich 
flacher Gestalt mit deutlich sichtbarem Schildchen und nach hinten stark 
verengtem Hinterleib. Die Art ist durch die sehr feine und kurz anliegende, 
seidengraue Pubescenz der Oberseite, die stark gestreckten mittleren Fühler- 
glieder und den stark herzförmigen Halsschild leicht kenntlich. Der Hals- 
schild ist äusserst fein und sehr dicht, die Flügeldecken sind sehr fein 
und sehr dicht, der Hinterleib ist äusserst fein und äusserst dicht punktirt. 

2. Trogophloeus hirticolUs Muls. et Eey, Hist. Nat. Col. Fr. 
Brevip. Oxyp. Oxyt. Paris 1879, 252. — Diese Art ist von der vorigen 
Art, mit w^elcher sie zumeist gemeinschaftlich vorkommt, durch den stärkeren 
Glanz und die lang abstehende Behaarung der Oberseite und der Beine sehr 
leicht zu unterscheiden. Der Halsschild ist ziemlich undeutlich, die Flügel- 
decken und der Hinterleib sind etwas weniger dicht als bei T. dilatatus punktirt. 

3. Trogophloeus Bernhaueri nov. spec. — Mit dem ostindischen 
T. lunatus Motsch. sehr nahe verwandt, von diesem durch den weniger 
queren Kopf, kleinere, weniger stark hervortretende und minder grob 
facettirte Augen, weniger queren Halsschild und durch die Färbung ver- 
schieden. **) Von T. dilatatus und hirticollis durch die Bildung des Hals- 
schildes leicht zu unterscheiden. 



*) Hierher noch der mir unbekannte nach einem aus Biskra (Constantinej 
stammenden Exemplare beschriebene T. macropterus. Fauv.Kev. d'Entom. 1903, 180. 
**) Motschulsky gibt im Bull. Mose. 1857, IV, p. 504 die nachstehende 
Beschreibung des T. lunatus: »De la taille du Tr. dilatatus, mais pas aussi large 
et moins velu. Base des elytres et corselet brunätres ; celui-ci transversal, arrondi 
sur les cötes et obliquement retreci vers les elytres, angles posterieurs peu 
saillants; une Impression en forme de lune sinuee bien profonde sur le disque. 
Base des antennes, palpes, parties de la bouche et pattes d'un testace plus moins 
rembruni. Ecusson distinct, ponctue. — Indes orientales.« — Ein mir durch die 
Güte Dr. Bernhauer's aus Anam (Phuc-Son, Fruhstorfer) vorliegendes Stück 
stimmt mit dieser Beschreibung namentlich hinsichtlich der charakteristischen 
Halsschildhildung überein, wobei nur zu bemerken wäre, dass die Bezeichnung: 
»angles posterieurs peu saillants« insofern offenbar ungenau ist, als es sich 
diesfalls nicht um hervorgezogene Hinterwinkel, sondern um stumpfe Zähnchen 
vor dem Hinterrande des Halsschildes handelt. Die Oberseite des vorliegenden 
Stückes ist einfarbig dunkel, das erste Fühlerglied, die Schenkel, die Spitze der 
Schienen und die Tarsen sind heller gefärbt. Der Kopf ist infolge der sehr 
grossen, stark hervortretenden Augen stark quer, der ziemlich stark glänzende 
Halsschild ist um die Hälfte breiter als lang und ziemlich undeutlich punktirt. 
Die Flügeldecken sind um die Hälfte länger als der Halsschild und ebenso wie 
der Hinterleib kaum anders als bei T. Bernhaueri punktirt. (Länge: 2,7 mm.) 



Die paliiai'litisclu'ii Arten des Stapliyliuidfii-CTeims Troijopliloeax ]\Iauiili. 51 

Schwarz, massig glänzend, sehr fein und kurz anliegend behaart, die 
Kniee, die Spitze der Schienen und die Tarsen etwSs heller gefärbt. Der 
Kopf ist schmäler als der Halsschild, mit grossen, stark vorspringenden 
Altgen und kurzen, massig vorstehenden, gerundeten Schläfen, äusserst 
fein und dicht punktirt. Fühler etwas weniger gestreckt als bei T. düatatus. 
Der Halsschild ist schmälei' als die Flügeldecken, fast um die Hälfte breiter 
als lang, nicht herzförmig, sondern an den Seiten ziemlich gleichmässig 
stark gerundet, vor dem Hinterrande beiderseits mit einem stumpfen 
Zähnchen, mit einem tiefen, hufeisenförmigen Quereindrucke vor der Basis, 
sehr fein und dicht punktirt. Schildchen deutlich sichtbar. Die Flügel- 
decken sind fast doppelt so lang als der Halsschild, etwas weniger fein, 
jedoch ebenso dicht punktirt als bei T. düatatus. Der Hinterleib ist 
nach hinten stark verengt, sehr fein und sehr dicht punktirt. Länge 
2,7 mm. 

Mir liegen nur zwei im Quellgebiete des Irkut in Ostsibirien er- 
beutete Exemplare dieser neuen Art (aus der Sammlung Eppelsheim im 
Wiener Hofmuseum) vor, die ich meinem lieben Freunde Dr. Bern- 
hauer in dankbarer Anerkennung der mir anlässlich dieser Arbeit zu 
Teil gew^ordenen ausgezeichneten fachmännischen Unterstützung widme. 



Subg. Carpaliimis Thoms. 

4. Trogophloeus distincfus Fairm. Laboulb., Fn. Fr. I, 615. — 

Diese Art ist unter den grösseren Arten des Subgenus Carpalimus durch 
die in der Bestimmungstabelle hervorgehobene Punktirung der Flügeldecken 
und des Abdomens leicht kenntlich. Der Kopf ist sehr fein und dicht 
punktirt. Die Fühler sind kräftig, das dritte Grlied so lang als das zweite, 
die mittleren Grlieder + oblong. Der Halsschild ist fast um die Hälfte 
breiter als lang, herzförmig, nach hinten stark verengt, mit sehr schwachen 
Eindrücken auf der Scheibe, sehr fein und sehr dicht punktirt. Die 
Flügeldecken sind um mehr als die Hälfte länger als der Halsschild. 

5. Trogophloeus Mannerheimi Koleu., Melet. Entom. III, 26, 
T. XII, fig. 2. — plagiatiis Kiesw., Stett. Entom. Zeitg. 1850, 221. — 
Brebissoni Fauv., Bull. Soc. Linn. Norm. IX, 1864, 312. — Diese Art 
steht dem T. disfindus sehr nahe, unterscheidet sich von diesem jedoch, 
von der Färbung der Fühler und Beine abgesehen, namentlich durch 
kürzere, weniger fein und weniger dicht punktirte Flügeldecken. Auf 
Stücke mit braunrotem Halsschild, bis auf die Naht braunroten Flügel- 
decken und völlig rötlichgelben Fühlern und Beinen ist plagiatus Kiesw. 
aufgestellt. Doch finden sich üebergänge zur typischen schwarzen Form. 

6. Trogopliloeus corsicus nov. spec. — Den beiden vorgenannten 
Arten nahe verwandt, von beiden jedoch durch die weniger feine und 
weniger dichte Punktirung der Flügeldecken und durch die weitläufigere 
Punktirung des Abdomens insbesondere, von T. distindus ausserdem durch 
die kleinere Grestalt, stärkeren Glanz der Oberseite und durch kürzere 

4* 



52 Dr. Anton Klima 

Flüg-eldecken, von T. Mannerlielmi ausserdem durch die Färbung der Fühler 
und Beine leicht zu unterscheiden. 

Schwarz, glänzend, sehr fein, ziemlich lang und schräg abstehend 
behaart, die Kniee, die Spitze der Schienen und die Tarsen heller gefärbt. 
Der Kopf und die Fühler sind kaum anders als bei T. distindus gebildet. 
Der Halsschild ist nach hinten weniger stark verengt, die Eindrücke auf 
der Scheibe sind deutlicher, die Punktirung ist kaum stärker als bei 
T. distindus. Die Flügeldecken sind um die Hälfte länger als der Hals- 
schild, massig fein und massig dicht punktirt. Der Hinterleib ist sehr 
'fein und massig dicht punktirt. Länge 2,5 — 3 mm. 

Von dieser neuen Art liegt mir eine Anzahl völlig übereinstimmender 
Exemplare vom Monte d'Oro auf Korsika aus der Sammlung Dr. Bern- 
hauer's vor. 

7. Trogophloeus transversalis WoU., Cat. Col. Mad. 1857, 102. — 
f dilutus WoU. Col. Hesperid., 1867, 255. — Von allen übrigen Arten 
des Subgenus Carpalimus durch die konstante Färbung des hinteren Drittels 
der Flügeldecken auf den ersten Blick leicht kenntlich. Von schmaler 
Form, schwarz, massig glänzend, sehr fein und kurz anliegend behaart, 
Beine braunrot oder bräunlichgelb mit helleren Knieen und Tarsen, Flügel- 
decken rotbraun, das liintere Drittel derselben + heller gelblichbraun. 
Kopf etwas schmäler als der Halsschild, mit massig grossen, vorspringenden 
Augen und kurzen, abgerundeten Schläfen, hinten eingeschnürt, innerhalb 
der Fühlerwurzel jederseits mit einem Längseindruck, sehr fein und sehr 
dicht punktirt. Fühler etwas schwächer, sonst kaum anders gebildet als 
bei T. distindus. Halsschild schmäler als die Flügeldecken, fast um die 
Hälfte breiter als lang, vor der Mitte schwach gerundet erweitert, nach 
hinten schwach verengt, auf der Scheibe mit ziemlich undeutlichen Längs- 
eindrücken, vor der Basis mit einer tiefen, bogenförmigen Querfurche, 
fein und sehr dicht punktirt. Flügeldecken fast doppelt so lang als der 
Halsschild, wenig gewölbt, fein und dicht punktirt. Hinterleib äusserst 
fein und äusserst dicht punktirt. *) 

8. Trogophloeus Bodemeyeri Beruh., Verh. zool. bot. Ges. 1902, 
701. — Die durch die starke Punktirung der Flügeldecken dem T. arcuatus 
Steph. nahestehende Art ist von allen übrigen Arten des Subg. Carpalimus 
insbesondere durch die deutliche Chagrinirung des Hinterleibes leicht zu 
unterscheiden. Die rötlichbraune Färbung der Fühlerwurzel, der Flügel- 
decken und der Beine ist anscheinend konstant. Die Art ist bisher in 
Anzahl in Kleinasien (Grock-Dagh) gefunden worden. Ein weiteres Exemplar 
aus Korfu befand sich im Materiale Dr. Bernhau er 's.**) 



*) Auf unausgereifte Exemplare dieser Art ist vielleicht der mir unbekannte 
T. dilutus Woll. aufgestellt worden. 

**) Der in letzter Zeit von J. Sahlberg (Öfvers. Finsk. Vetensk.-Societ. 
Förhandl. XLV., 1903, Sep. p. 8) nach einem gleichfalls aus Korfu stammenden 
Exemplare beschriebene T. corcyreus, dessen Type ich nicht mehr untersuchen 
konnte, dürfte nach der Beschreibung von T. Bodemeyeri Beruh, nicht ver- 
schieden sein. 



Die paläarktischeii Arten des Stiipljylinideii-Gr-nus Trogopkloeug Maunh. 53 

9. Ti^ogophloeus KiesemvetferiKochh., Bull. Mose. 1851, III, 55. — 
Auf diese seit Jahren ungedeutete Art glaube ich drei mir aus der Samm- 
lung des Herrn kais. Eates Eeitter vorliegende, von Tiflis stammende Stücke 
beziehen zu können und gebe im folgenden eine Neubeschreibung der Art. 

Schwarz, ziemlich glänzend, fein, ziemlich lang und schräg abstehend 
behaart, die Beine + schwärzlich, mit helleren Knieen und Tarsen. Kopf 
schmäler als der Halsschild, mit grossen, vorspringenden Augen und kurzen, 
abgerundeten Schläfen, hinten eingeschnürt, fein und dicht punktirt. Fühler 
etwas schwächer und gedrängter als bei T. arcuatus, das zweite Grlied 
etwas stärker und länger als das dritte, das 4. bis 7. so lang als breit, 
die folgenden Glieder allmählich stärker quer. Halsschild viel schmäler 
als die Flügeldecken, seitwärts vor der Mitte massig stark gerundet er- 
weitert, daselbst fast doppelt so breit als lang, nach hinten ziemlich stark 
verengt, an den Seiten vor den Hinterecken nicht oder kaum ausgebuchtet, 
vor der Basis mit einer tiefen, bogenförmigen Querfurche und ziemlich 
schwachen Eindrücken auf der Scheibe, fein und dicht punktirt. Flügel- 
decken ziemlich flach, fast doppelt so lang als der Halsschild, etwas 
weniger stark, jedoch kaum weniger dicht als bei T. arcuatus punktirt. 
Hinterleib sehr fein und massig dicht punktirt. 

T. Kiesenwetteri steht hinsichtlich der Stärke der Punktirung der Flügel- 
decken zwischen T. corsicus und arcuatus, ist jedoch von beiden Arten — 
abgesehen von der kleineren Gestalt und seiner schmäleren und etwas 
flacheren Form — schon durch die Bildung, des Halsschildes, von dem 
Ersteren überdies durch die stärkere Punktirung des Halsschildes, von 
T. arcuatus auch durch die kürzeren und wesentlich schwächeren Fühler 
verschieden. 

10. Trogophloeiis arcuatus Steph., 111. Brit. V, 324. — scroM- 
culatus Erichs., Gen. Spec. Staph. 805. — Motschulskyi Hochh., Bull. 
Mose. 1860, I, 553; Motsch., Bull. Mose. 1862, II, 93. — nigricornis 
Muls. et Hey, Brevip. 1877, 265. — Diese unter den Arten des Sub- 
genus Carpalinms am meisten verbreitete und häufigste Art variirt in 
allen üebergängen in der Färbung der Fühler und Beine. Meist ist das 
erste Fühlerglied mehr oder weniger rötlich, bisweilen ganz schwarz, die 
Beine sind bald ganz oder teilweise bräunlichgelb oder braunrot, bisweilen 
auch ganz dunkel mit nur helleren Knieen, Schienenspitzen und Tarsen. 
Im übrigen habe ich der Beschreibung Gangibaue r 's in den Käf. 
Mitteleur. IL, 650 nichts hinzuzufügen, als dass die Eindrücke auf der 
Seheibe des Halssehildes mitunter etwas schwächer und undeutlicher sind 
und dass die Punktirung auf dem Halsschilde, sowie auf dem Abdomen 
bisweilen etwas feiner und weniger dicht ist. 

Der seit Jahren zweifelhafte T. Motschulskyi Hochh. ist nach meinem 
Dafürhalten auf kleine Stücke des arcuatus mit ganz schwarzen Fühlern 
und schwächeren Eindrücken auf dem Halsschilde aufgestellt worden und 
von dieser Art nicht verschieden. 

11. Ti'ogophloeus pilosellus Epp., Wien, entom. Zeitg. 1890, 
228. — Diese dem T. arcuatus äusserst nahestehende Art ist von diesem 



54 Dr. Anton Klima 

durch die sehr laug abstehende, gelbliche Behaarung der Oberseite und 
der Beine sehr leicht kenntlich. Das erste Fühlerglied ist rötlich, die 
Flügeldecken sind pech- oder rotbraun, mit schwärzlicher Naht, die Beine 
rot, mit dunkleren Schienen und helleren Tarsen. Der Kopf und der 
Halsschild sind kaum anders als bei T. arcuatm gebildet, jedoch etwas 
feiner und weniger dicht, die Flügeldecken sind etwas weitläufiger, der 
Hinterleib ist etwas feiner punktirt. Die Art ist bisher nur aus dem 
Kaukasus und aus Lenkoran bekannt. 

12. Trogophloeus dilaUcollis Epp., Verh. nat. Ver. Brunn, XXII, 
16. — Diese Art ist von T. arcicatns, welchem sie am nächsten steht, 
vor allem durch den fast bis zur Breite der Flügeldecken erweiterten 
Halsschild leicht zu unterscheiden. Schwarz, ziemlich glänzend, sehr fein, 
ziemlich lang und schräg abstehend behaart, das erste Fühlerglied und 
die Beine rot- oder gelbbraun, mit dunkleren Schienen und helleren Tarsen. 
Der Kopf und die Fühler sind kaum anders als bei T. arcuatus gebildet. 
Der Halsschild ist fast so breit als die Flügeldecken, iVsmal so breit 
als lang, vor der Mitte sehr stark gerundet erweitert, nach hinten sehr 
stark verengt, vor der Basis mit einer tiefen, bogenförmigen Querfurche, 
auf der Scheibe mit + deutlichen Eindrücken, viel feiner und weniger 
dicht als bei T. arcuatus punktirt. Die Flügeldecken sind kaum um die 
Hälfte länger als der Halsschild, massig stark und sehr dicht, der Hinter- 
leib ist sehr fein und dicht punktirt. Die Art wurde bisher nur in 
Lenkoran in wenigen Exemplaren aufgefunden. 

13. Trogophloeus arniicollis Fauv., Eev. d'Entom. 1898, 95. — 
Von der Grestalt eines robusten T. arcuatus, durch die Form des Hals- 
schildes vor aUem sehr ausgezeichnet. Schwarz, Flügeldecken und Hinter- 
leib stark glänzend, ziemlich lang und schräg abstehend behaart, das erste 
Fühlerglied und die Schenkel rötlich, die Tarsen heller gefärbt. Kopf 
viel schmäler als der Halsschild, stark quer, mit grossen, vorspringenden 
Augen und kurzen, abgerundeten Schläfen, hinten eingeschnürt, massig 
fein und dicht punktirt, Fühler viel stärker, aber sonst kaum anders ge- 
bildet als bei T. arcuatus. Der Halsschüd ist in seiner grössten Breite 
kaum schmäler als die Flügeldecken, fast breiter als lang, im ersten 
Drittel beiderseits in einen sehr starken, stumpf zahnförmigen Fortsatz 
ausgezogen, hinter diesem nach hinten sehr stark verengt, an den Seiten 
unmittelbar hinter dem Fortsatze und vor dem hinteren Drittel stark aus- 
gebuchtet, vor der Basis mit einer sehr tiefen und breiten, innen ge- 
runzelten Querfurche, deren Seitenarme bis in die seitliche Erweiterung 
reichen, auf der Scheibe mit einer breiten, tiefen, innen massig fein und 
sehr dicht punktirten Querfurche und vor dieser mit einem schwachen, 
grübchenförmigen Eindruck. Die Flügeldecken sind ziemlich breit, um die 
Hälfte länger als der Halsschild und viel weniger dicht und weniger stark 
als bei T. arcuatus punktirt. Der Hinterleib ist sehr fein und sehr 
spärlich punktirt. Von dieser merkwürdigen Art von fast exotischem 
Habitus lag mir durch die Güte des Herrn Prof. von Hey den ein 
Exemplar aus Tunis vor. 



Die paläarktisclieu Arten des Staphylinideu-Geuus Trogophlocus Maunli. 55 

Subg. Trogophlocus s. str. 

14. Trogophlocus opacns Baudi, Stucli eiitom., I., 1848, 146. — 
Die Art ist unter den grossen x\rten der Gattung durch den ganz matten 
Kopf und Halsscliild selir leicht kenntlich. Von T. Mlineatus Steph., 
welchem die Art habituell am nächsten steht, ausserdem durch stärkere 
Fühler, äusserst feine und äusserst dichte Punktirung des Kopfes und 
Halsschildes, sowie durch die etwas feinere und dichtere Punktirung der 
Flügeldecken und des Hinterleibes verschieden. Ausserdem ist der Hals- 
schild an den Seiten weniger stark erweitert und besitzt nahezu ver- 
rundete y orderecken. Mir lagen Stücke aus Laibach, Istrien, Kroatien 
und Italien vor. 

15. Trogophloeits Kliniai Beruh., Verh. zool. bot. Ges. 1903, 
593. — Die Art ist von der vorhergehenden Art, mit welcher sie den 
fast glanzlosen Kopf und Halsschild gemeinsam hat, durch schmälere und 
kleinere Gestalt, deutlichere Eindrücke auf der Scheibe des Halsschildes, 
weniger fein und weniger dichte Punktirung der Flügeldecken, von T. 
hilineatus Steph., welchem sie durch die Punktirung der Flügeldecken sehr 
nahe steht, durch kürzere und stärkere Füliler und den deutlich matteren, 
überall gleichmässig punktirten Kopf und Halsschild verschieden. Der 
Halsscliild ist ausserdem an den Seiten weniger stark gerundet erweitert, 
besitzt deutlich verrundete Vorderecken, schwächere Eindrücke auf der 
Scheibe und ist nach hinten stärker als bei T. büineaüis Steph. verengt. 
Die Flügeldecken sind etwas kürzer als bei diesem und etwas dichter 
punktirt. Die Art ist bisher in einer Anzahl von völlig übereinstimmenden 
Exemplaren aus Kleinasien (Gock-Dagh) bekannt geworden. 

16. Trogophloeus hilineatus Steph., Hl. Brit. V, 324, pl. XXVII, 
Fig. 4. — rixmrms Boisd., Lacord. Faun. Ent. Paris I, 467. — corticinus 
var. b. Gyllh., Ins. Suec. II, 645. — caucasicus Hochh., Bull. Mose. 1849, 
I, 194. — lathrobioides Peyron, Ann. Soc. Ent. Fr. 1858, 433.- — 
sobrinus Fairm., Germ. Ann. Soc. Ent. Fr. 1861, 449. — suspectus Muls. 
et Eey 270. — Die über die ganze paläarktische Eegion verbreitete und 
ziemlich häufige Art ist in Ganglbauer's Käf. Mittelem-., IL Bd., 651 
vorzüglich charakterisirt, weshalb ich auf dieselbe nicht näher eingehen 
zu müssen glaube. 

17. Trogopliloeus Augustae Beruh., Verh. zool. bot. Ges. 1901, 
654. — Die Art ist von T. bilineatus Steph. durch den wesentlich 
breiteren Halsscliild und die weniger dicht punktirten, den Halsschild an 
Länge kaum übertreffenden Flügeldecken deutlich verschieden. Laut Mit- 
teilung des Autors, durch dessen Güte ich das typische bei Pola in Istrien 
erbeutete Exemplar untersuchen konnte, wurde ein weiteres Stück auch 
in Algier gefangen. 

18. Trogophloeus rivularis Motsch., Bull. Mose. 1860, II, 552. — 
corticinus Gyllh., Ins. Suec. II, 645. — obscurus Steph. III., 111. Brit. 
V, 326. — bilineatus Erichs., Kf. Mk. Brandbg. I, 600. — Erichsoni 



56 Ur- Auton Klima 

Sharp, Entom. Mouthl. Mag. VII, 181. — metuens Muls. et Eey 274. — 
subaequus Muls. et Eey 279. — Die Art ist von T. büineatus Stepli. 
durch die schmälere Form, den an den Seiten weniger stark erweiterten 
Halsschild und durch die wesentlich feinere und dichtere Punktirung der 
Flügeldecken verschieden. Zur Beschreibung Granglbauer's bemerke icli 
lediglich, dass auch Stücke mit nicht abgerundeten Vorderecken des Hals- 
schildes vorkommen. Kleinere Exemplare des T. büineatus Steph. sind 
von T. rivularis Motsch. mit Sicherheit nur durch die Punktirung der 
Flügeldecken zu unterscheiden. 

Subg. Boopimis Klima. 

19. Trogophloeus memnonius Erichs., Gen. Spec. Staph. 806. — 
obesus Kiesw., Stett. Entom. Zeitg. 1844, 375. — tarsalis Hochh., Bull. 
Mose. 1849, I, 196. — fossiäatus Motsch, Bull. Mose. 1857, IV, 505. — 
aridus Jacqu. Duval, Eamon de la Sagra Hist. Cuba Anim. Art. 1857, 
43. — rubripennis Fauv., Ann. Soc. Ent. Fr. 1863, 440. — mancus 
Casey, Ann. New- York Ac. IV, 345. — spectatus Casey ibid. — Diese 
Art ist von den vorhergehenden Arten des Subg. TrogopJdoeus s. str. 
durch die sehr grossen Augen und äusserst kleinen, meist undeutlichen 
Schläfen leicht zu unterscheiden. Ich verweise im übrigen auf die Be- 
schreibung Granglbauer's und bemerke nur, dass die weit verbreitete Art 
nicht nur hinsichtlich der Grösse und der Halsschüdbildung, sondern auch 
hinsichtlich der Stärke und Dichte der Flügeldeckenpunktur vielfach varürt. 

20. Trogophloeus anthracinus Muls. et Eey, Ann. Soc. Linn. 
Lyon 1861, VIII, 161. — Diese Art ist in neuerer Zeit von Fauvel 
(in der Eev. d'Ent. 1895, 102 und 1902, 61) mit T. memnonius Erichs, 
als identisch zusammengezogen worden, eine Anschauung, welcher ich mich 
auf Grund des mir vorliegenden, reichhaltigen Materiales keineswegs an- 
schliessen kann. Ich hatte Gelegenheit, insbesondere aus den Fängen der 
Wiener Sammler vom Neusiedler See mehrere hundert Exemplare des 
T. anthracinus, der daselbst alljährlich in grösserer Anzahl gefangen wird, 
eingehend zu studieren und habe keine Uebergänge konstatiren können. 
Die Stücke vom Neusiedler See sind auf dem matt glänzenden Kopfe und 
Hals Schild sehr deutlich erkennbar chagrinirt und zeigen auch bei scharfer 
Vergrösserung unter dem Mikroskope keine deutliche Punktirung, während 
von dort stammende Stücke des T. memnonius eine selbst bei schwächerer 
Vergrösserung ganz deutliche Punktirung des stärker glänzenden Kopfes 
und Halsschildes und gar keine Chagrinirung aufweisen und von anderen, 
z. B. niederösterreichischen Exemplaren, in keiner Weise abweichen. Bei dem 
Umstände, dass beide Formen unter einander an demselben Orte gefunden 
wurden, ohne dass sich Uebergänge konstatiren Hessen, glaube ich für die 
Artberechtigung des T. anthracinus auf Grund dieser Merkmale allein 
eintreten zu sollen, wenn ich auch sonst zugeben muss, dass ich weitere 
specifische Merkmale dieser Art bei der grossen Variabilität des T. memnonius 
nicht finden konnte. Ausserdem lagen mir unzweifelhafte Stücke des 
T. anthracinus aus Spanien, Nordafrika und Turkestan vor. 



Die paläarktischeu Arteu dos Staphyliniclen-Geuus Trogopliloens Manuh. 57 

21. Trogophloeus Meitteri nov. spec. — Aus dem Materiale des 
Wiener Hofmuseums (Coli. Dr. Eppelsheim) liegt mir ein von Eeitter 
aus Korfu stammendes Exemplar vor, welches- auf mich ganz den Eindruck 
einer eigenen Art macht. Von T. menmonius ist dasselbe durch die matt- 
glänzenden, sehr dicht gerunzelten Flügeldecken auf den ersten Blick zu 
unterscheiden. 

Schwarz, von breiter Gestalt, die Oberseite mit Ausnahme der Flügel- 
decken massig glänzend, massig fein anliegend behaart, Flügeldecken pech- 
braun, Beine gelbbraun, mit helleren Tarsen. Kopf und Fühler kaum 
anders als bei T. memnoniiis Erichs, gebildet. Halsschild ziemlich gewölbt 
und nur wenig schmäler als die Flügeldecken, im vorderen Drittel stark 
gerundet erweitert, um mehr als die Hälfte breiter als lang, nach hinten 
stark verengt, auf der Scheibe mit fast erloschenen Eindrücken, vor der 
Basis mit zwei flachen, durch einen kurzen Mittelkiel getrennten Grübchen, 
fein und sehr dicht, an den Seiten etwas dichter punktirt. Flügeldecken 
um die Hälfte länger als der Halsschild, matt glänzend, massig fein und 
sehr dicht gerunzelt punktirt. Der Hinterleib ist sehr fein und sehr dicht 
chagrinirt punktirt. Länge 2,3 mm. 

22. Tt^ogophloeus nigrita WoU., Cat. Mad. Col. 1857, 202. — 
insularis Kraatz, Berl. entom. Zeitschr. 1858, 127. — hilineatus WoU., 
Cat. Cau. Col. 1864, 599. — oculatus WoU., Col. Atl. app. 1865, 74.*) — 
Auf Grund des mir vorgelegenen Materiales gebe ich die nachfolgende 
Neubeschreibung : 

Schwarz, von schmaler Gestalt, massig glänzend, sehr fein anliegend 
behaart, die Fühlerwurzel meist rötlichbraun, der Mund und die Beine 
pechbraun, mit heUeren Knieen und Tarsen. Kopf kaum schmäler als der 
Halsschüd, hinten eingeschnürt, mit grossen, stark vorspringenden Augen 
und kaum angedeuteten Schläfen, jederseits innerhalb der Fühlerwurzel 
mit einem massig tiefen Längseindruck, äusserst fein und äusserst dicht 
punktirt. Fühler etwas kürzer und schlanker als bei T. memnonius Erichs., 
das fünfte bis siebente Fühlerglied meist deutlich länger als breit. Hals- 
schüd viel schmäler als die Flügeldecken, höchstens um ein Drittel breiter 
als lang, im vorderen Drittel ziemUch stark gerundet erweitert, nach 
hinten stark verengt, mit meist völlig verrundeten Vorderecken, auf dem 
Eücken mit ziemlich undeutlichen, bisweilen in je zwei ganz flache Grübchen 
aufgelösten Längseindrücken, äusserst fein und äusserst dicht punktirt. 
Flügeldecken etwa um die Hälfte länger als der Halsschild, fein und sehr 
dicht punktirt. Der Hinterleib äusserst fein und äusserst dicht chagrinirt 
punktulirt. Länge 2 — 2,5 mm. 

Die Art ist namentUch von kleineren Exemplaren des T. menmonms 
Erichs, durch die mehr rundUche Form des den Kopf an Breite kaum 
überragenden Halsscliildes, dessen feinere und dichtere Punktirung und 
durch die feinere Punktirung der Flügeldecken zu unterscheiden. Mir 
lagen Exemplare aus Spanien, ItaUen, Nordafrika und dem Kaukasus vor. 



*) Die Synonymie des T. insularis Kr. mit den WoUastonischen Arten hat 
Fauvel durch Vergleichung der Typen im Britischen Museum (Rev. d'Ent. 1902, 
61) konstatirt. 



58 Dr. Anton Klima 

23. Trogophloeiis politus Kiesw., Stett. Entoin. Zeitg. 1850, 221 . — 
Bezüglich dieser durch den ziemlich ebenen, meist eindrucklosen und 
glänzenden Halsschild und durch die äusserst feine und äusserst dichte 
Punktirung der Flügeldecken unter den Arten mit grossen Augen vor- 
züglich charakterisirten Art verweise ich auf die von Ganglbauer ge- 
gebene Beschreibung und bemerke lediglich, dass mir namentlich aus 
Monfalcone (Istrien) Stücke vorlagen, bei denen die Eindrücke auf dem 
Halsschilde etwas deutlicher sichtbar, mitunter auch in vier flache Grrübclien 
aufgelöst waren, durch welchen Umstand die Punktirung des Halsschildes 
noch dichter und der Glanz desselben etwas weniger stark erscheint. 

Vom Aranestal im Kaukasus (Sammlungen Eppelsheim im Wiener 
Hofmuseum und Eeitter) lagen mir einige Exemplare vor, die ausser 
durch etwas kleinere und schmälere Form (2 — 2,3 mm) und anscheinend 
konstant braunrote Flügeldecken von der Beschreibung Ganglbauer's 
durch folgende Merkmale abweichen: Die Fühler sind etwas kürzer und 
gedrängter, der Kopf ist kaum schmäler als der Halsschild, der letztere 
an den Seiten schwächer gerundet erweitert und infolgedessen nach hinten 
weniger stark verengt. Gleichwohl vermag ich mit Rücksicht auf das 
mir vorliegende numerisch unzureichende Material diese Tiere nicht als 
eine eigene Art anzusehen. 

24. Troffophloeus fuliginosiis Gravh., Micr. 102. — Die Art 
ist durch den auf der Scheibe völlig glatten, stark queren Halsschild, 
sowie die beiden Höckerchen und das kurze Mittelfältchen vor dessen 
Basis ausgezeichnet charakterisirt. Hinsichtlich der Bildung der mittleren 
Fühlerglieder insbesondere beim g bildet diese Art einen deutlichen Ueber- 
gang vom subg. Boopinus m. zu Taenosoma Gravh. 

25. Trogophloeus teuer Beruh., Deutsche Entom. Zeitschr. 1901, 
249.*) — Diese bisher in zwei von Aulie-Ata (Turkestan) stammenden 
Exemplaren bekannte Art ist durch die in der Tabelle angegebenen Merk- 
male von den anderen Arten der Boop m?(5-Gruppe leicht zu unterscheiden.. 
Die Wurzel der Fühler und die Beine sind hellgelb gefärbt, der Halsschild, 
die Flügeldecken und der Hinterleib sind äusserst fein und äusserst dicht 
punktirt. 

Subg. Taenosoina Mannh. 

26. Jyi^ogophloeus elongatulus Erichs., Käf. Mk. Brandbg. I, 
601. — hrevipennls Hochh,, Bull. Mose. 1849, 199. — Die Art ist durch 
die völlig matte Chagrinirung des Kopfes und Halsschildes und die ver- 
hältnismässig kleinen Augen, sowie durch die kurzen, den Halsschild 
höchstens um ein Drittel an Länge übertreffenden, fein und sehr dicht 
punktirten Flügeldecken unter den grösseren Arten des Subg. Taenosoma 
leicht zu erkennen. 



*) Die in der Originalbeschreibung angeführte Länge von 4 mm beruht auf 
einem Druckfehler. 



Die piiläarktischeu Arten des Staphylüiideu-Geniis Trogophloems Mauuh. 59 

27. Trogophloeus itnpressus Boisd. Lacord. Fn. Ent. Paris I, 
467. — inquilimis Erichs., Käf. Mk. Brandbg. I. 603. — hiUneatus var. 
Ericlis., Gen. Spec. Stapli. 806. — qfinis Heer, Fn. Helv. I, 202. — 
incrassatus Kiesw., Stett. Entom. Zeitg. 1850, 221. — ohsoletus Muls. 
et Key 297. — Die Art ist von dem viel häufiger vorkommenden 
T. corticinus Gravh. durch die deutlich breitere, robustere Körperform, 
durch den breiteren und kürzeren Halsschild, namentlich aber durch die 
stärkere Punktirung der Flügeldecken spezifisch verschieden. 

28. Trogophloeus corticinus Gravh., Mon. 192. — minimus 
Eunde, Brach. Hai. 20. — atratus Steph., 111. Brit. V, 327. — naniis 
Wollast., Ins. Mad. 611. — exiguus Wollast., Cat. Col. Canar. 1864, 
600. — fulvifpennis Fauv., Ann. Soc. Ent. Fr. 1863, 440. — Diese 
am häufigsten vorkommende Art des Genus ist durch die in der Tabelle 
hervorgehobenen Merkmale ausreichend charakterisirt. Bisweilen kommen 
Stücke mit mehr oder weniger brauner oder gelbbrauner Oberseite vor, 
doch finden sich Uebergäuge zu der typisch schwarzen Form. 

29. Trogophloeus Ganglbaueri Beruh., Verh. zool. bot. Ges. 1901, 
658. — Die Art ist von dem ihr zunächst verwandten T. corticinus durch 
die kleinere Körperform, den starken Glanz der Oberseite, kürzere Flügel- 
decken und namentlich durch die wesentlich stärkere und weitläufigere 
Punktirung des Halsschildes und der Flügeldecken leicht zu unterscheiden. 
Die Art wurde bisher in grösserer Anzahl am Neusiedler See in Ungarn 
und in vereinzelten Stücken in der Umgebung Wiens gefunden. 

30. Trogojihloeus nitidus Baudi, Studi entom. I, 1848, 147. — 
Diese Art ist unter den kleineren Arten des Subg. Taenosoma namentlich 
durch die sehr grossen Augen und die starke Punktirung des Halsschildes 
und der Flügeldecken von T. Ganglbaueri Beruh., mit welchem sie den 
starken Glanz der Oberseite gemeinsam hat, ausserdem durch längere 
Flügeldecken auf den ersten Blick kenntlich. 

31. Trogophloeus punctatellus Erichs., Gen. Spec. Staph. 810. — 
pygmaeus Heer, Fn. Helv. I, 574. — myrmecopJiihis Scriba, Stett. Entom. 
Zeitg. 1855, 281. Diese Art ist durch die in der Bestimmungstabelle 
hervorgehobenen Merkmale hinlänglich charakterisirt und von T. nitidus 
Baudi schon durch die kleinen Augen und kurzen Flügeldecken leicht zu 
unterscheiden. Im übrigen verweise ich bezüglich dieser und der vorher- 
gehenden Art auf die erschöpfenden Beschreibungen Ganglbauer's. 

32. Trogojihloeus Heydeni nov. spec. Dem T. pimctatelliis Erichs, 
sehr nahestehend, von diesem jedoch durch etwas breitere Gestalt, grössere 
Augen, längere Flügeldecken und die verhältnismässig weniger kräftige 
Punktirung auf diesen und dem Halsschilde verschieden. 

Schwarz, die Fühler an der Wurzel, die Flügeldecken und meist auch 
der Halsschild rötlichbraun, die Beine gelblichbraun mit helleren Knieen 
und Tarsen. Der Kopf etwas schmäler als der Halsschild, mit ziemlich 



60 13r Anton Klima 

grossen Augen und kürzeren, den i\.ugendurchmesser au Länge nicht er- 
reichenden Schläfen, zwischen den Fühlerwurzeln jederseits mit einem 
kurzen Längseindruck, etwas feiner und dichter als bei T. pundafellus 
punktirt, Fühler kaum anders als bei diesem gebildet. Der Halsschild 
deutlich schmäler als die Flügeldecken, um die Hälfte breiter als lang, an 
den Seiten im vorderen Drittel etwas stärker gerundet und nach hinten 
etwas stärker als bei T. punctatelhis verengt, weniger und etwas dichter 
als bei diesem punktirt, mit einer glänzendglatten, nach vorn + erloschenen 
Mittellinie, beiderseits derselben mit schwachen Längseindrücken. Flügel- 
decken um die Hälfte länger als der Halsschild, etwas weniger kräftig, 
seichter und weniger dicht als bei T. pundatellus punktirt. Der Hinter- 
leib kaum anders als bei diesem gebildet. 

Von dieser neuen Art liegt mir eine grössere Anzahl von Exemplaren 
aus dem Kaukasus (Landschaft Letschgum), Turkmenien und Turkestan 
(Margelan, See Issyk-Kul) aus den Sammlungen Eppelsheim und Reitter 
vor. Weitere Stücke befanden sich, mit den Namen T. inornatus und 
impar Epp. i. 1. bezettelt, in dem Materiale des Herrn Prof. v. Hey den, 
welchem ich die Art in dankbarer Ergebenheit dedicire. 

33. TfogopJiloeus foveolatus Sahlb. Ins. Fenn. I. 419. — Hin- 
sichtlich dieser anscheinend weit verbreiteten Art verweise ich auf G-angl- 
bauer's Beschreibung und bemerke zu derselben lediglich, dass die Flügel- 
decken vorherrschend tiefschwarz gefärbt sind und dass sich auch brachyptere 
Formen finden. 

34. Trogophloeus siculus Muls. et Rey Brevip. Oxyp. Oxyt. 1879, 
291. — Unter dem mir zum Studium vorgelegenen Materiale befanden 
sich unter dem Namen T. troglodytes Erichs, mehrere aus Sicilien und 
Korfu stammende Stücke, die ich trotz der von Fauvel hervorgehobenen 
grossen Variabilität dieser Art nicht als dorthin gehörig anzusehen ver- 
mag. Ich betrachte sie vielmehr als den im »Catalogus Coleopterorum « 
1891 zu T. troglodytes als synonym gestellten T. siculus Muls. et Rey 
und gebe im nachfolgenden eine genauere Beschreibung dieser Art. 

Schwarz, von etwas breiterer G-estalt als T. foveolatus Sahlb., die 
Beine mit etwas helleren Knieen und Tarsen, Kopf und Halsschild ganz 
matt, Flügeldecken wenig, Hinterleib etwas stärker glänzend. Der Kopf 
so breit als der Halsschild, mit ziemlich grossen Augen, und grossen den 
halben Augendurchmesser an Länge übertreffenden erweiterten Schläfen, 
hinten deutlich abgeschnürt, zwischen den Fühlerwurzeln jederseits mit 
einem kurzen Längseindruck, äusserst dicht und rauh chagrinirt, fein und 
dicht punktirt.*) Die Fühler deutlich kräftiger, sonst kaum anders als 
bei foveolatus gebildet. Der Halsschild viel schmäler als die Flügeldecken, 
schwach quer, im vorderen Drittel seitlich' massig stark gerundet erweitert, 
nach hinten ziemlich stark verengt, mit vier mehr oder weniger deutlichen 



*) Die Punktirung auf dem Kopfe und Halsschild ist infolge der rauhen 
Chagrinirung und der Mattheit des Halsschildes erst unter schärferer Ver- 
grösserung deutlich sichtbar. 



Pip paläai-ktisclien Arten des Stnphyliniflen-Geiins Trogophloevit Mannli. 61 

CTrübelien, bisweilen auf der Scheibe fast eindruckslos und nur an der 
Basis mit einem schwachen bogenförmigen Quereindrucke, sehr dicht und 
rauh chagrinirt, auf der Scheibe fein und dicht, auf den Seiten und vor 
dem Hinterrande etwas dichter punktirt. Die Flügeldecken etwa um die 
Hälfte länger als der Halsschild, zusammen etwa so lang als breit, mit 
stark vortretenden Schulterecken, kaum anders als bei T. foveolatus punk- 
tirt, äusserst fein pubescent. Der Hinterleib sehr fein chagrinirt, äusserst 
fein und ziemlich weitläufig punktulirt, sehr fein pubescent. Länge 1,7 
bis 2 mm. 

Mir liegen von dieser Art acht völlig übereinstimmende Stücke von 
Sicilien (Neapel) und eines aus Korfu aus den Sammlungen des Wiener 
Hofmuseums, des Museums in Genua und aus den Sammlungen der 
Herren Dr. Bernhauer, Prof. Dr. von Heyden und des Herrn Kais. 
Rates Reitter vor. 

35. Trogophloeus Zellichi Bernh. Münch. Koleopt. Zeitschr. I, 
1903. 189. Diese reizende Art, welche insbesondere durch die deutliche 
Chagrinirung der fein und massig dicht punktirten Flügeldecken hinläng- 
lich charakterisirt erscheint, bildet gewissermassen den Uebergang von der 
/oveoZaf WS-Gruppe zu. jener des T. halopJiüus Kiesw. Der Kopf ist wie 
bei T. siculus Muls. et Rey kaum schmäler als der Halsschild. Der Kopf 
und Halsschild ist wie bei T. siculus matt, doch wesentlich feiner chagrinirt 
und wie bei dieser Art erkennbar punktirt. Die Flügeldecken sind viel 
breiter und länger als der Halsschild, mit stark vortretenden Schulter- 
ecken, äusserst kurz und fein silberweiss pubescent. Von dieser Art sind 
derzeit nur drei Exemplare bekannt, von welchen sich eines in der Samm- 
lung des Entdeckers, ein zweites in jener des Autors und ein drittes 
durch des Letztgenannten Munificenz in meiner Sammlung befindet. 

36. Trogophloeus troglodytes Er. Gen. Spec. Staph. 810. — 
? var. rußcoUis, Woll. Catal. Col. Canar. 1864, 601. — Von dieser Art 
lagen mir nur wenige aus Tunis stammende Stücke (Museo civico in 
Genua) vor, nach welchen ich die folgende Beschreibung gebe. 

Schwarz, Kopf und Halsschild etwas fettig, Flügeldecken und Hinter- 
leib stärker glänzend, die Basis der Fühler und die Beine gelblichbraun 
mit helleren Knieen und Tarsen, die Flügeldecken pechbraun mit einem 
mehr oder weniger ausgedehnten hellgelben Saum an der Spitze. Der 
Kopf kaum schmäler als der Halsschüd mit ziemlich grossen Augen und 
deutlichen den Augendurchmesser an Länge nicht erreichenden Schläfen, 
hinten deutlich abgeschnürt, zwischen den Fühlerwurzeln jederseits mit 
einem kurzen Längseindrucke, äusserst fein chagrinirt, unpunktirt. Fühler 
kaum anders als bei T. foveolatus Sahlb. gebildet. Halsschild nur wenig- 
schmäler als die Flügeldecken, etwa um die Hälfte breiter als lang, im 
vorderen Drittel seitlich nur massig stark gerundet erweitert, nach hinten 
ziemlich stark verengt, auf dem Rücken wie bei T. foveolatus mit vier 
Grübchen, zwischen denselben mehr oder weniger schwach erhoben, sehr 
dicht und fein chagrinirt, auf der Scheibe unpunktirt, an den Seiten 
schwer erkennbar punktirt. Flügeldecken iinr wenig länger als der Hals- 



62 Dl'- Anton Klima 

Schild, zusammen ebenso lang als breit, kaum anders als bei T. foveolatus 
punktirt, sehr fein pubescent. Hinterleib sehr fein chagrinirt und äusserst 
fein und massig dicht punktirt. Länge 1,5 mm. 

In seinem letzten » Catalogue des Staphylinides de la Barbarie etc. « , 
(Rev. d'Ent. 1902, 62) macht Fauvel zu T. trogloäytes die folgende Be- 
merkung: »Cette espece varie beaucoup pour la longueur, la ponctuation 
et la couleur des elytres tantot noires, tantot liserees de flave au sommet, 
tantot avec le tier apical moins de cette couleur. Les individus brachypteres 
semblent aussi nombreux que les macropteres. — La var. rußcoUis (ma- 
croptere on brachyptere) est representee par les individus ä corselet plus 
au moins d'un testace-rougeätre. « Die von mir gegebene Beschreibung 
würde sonach nur eine brachyptere Form der Art mit einer bestimmten 
Färbung erfassen.-*) Inwieweit jedoch mit ßücksicht auf diese Bemerkung 
Fauvel's etwa Tiere mit ganz schwarzen Flügeldecken von T. foveolatus 
noch auseinanderzuhalten sind — ob dann lediglich durch die Färbung der 
Fühlerwurzel und vielleicht der Beine oder auch durch andere Merkmale — 
entzieht sich bei dem mir vorliegenden unzureichenden Materiale derzeit 
meiner Beurteilung. 

Die Art wurde bisher, soweit mir bekannt, in Sardinien (nach 
Erich son), in Nordafrika und den atlantischen Inseln (nach Fauvel) 
gefunden. •■•'*) Die mir aus Sicilien und Korfu bekannt gewordenen Exem- 
plare habe ich als T. siculus Muls. et Rey diagnosticirt. Der von Fauvel 
als Varietät des T. trogloäytes erfasste T. rußcolUs soll nach dem »Cata- 
logus Coleopterorum« 1891 auch aus Nordspanien bekannt geworden sein. 

37. Trogophloeus punctipennis Kiesw . Stett. Entom. Zeitg. 1850, 
221. Bezüglich dieser Art, welche mir durch den verhältnismässig 
schmäleren Halsschild, die schrägen Querfurchen vor dessen Basis und die 
Färbung der Fühlerwurzel, sowie der Flügeldecken (und meist auch des 
Halsschildes) gut charakterisirt erscheint, verweise ich gleichfalls auf 
Grangibauer's Beschreibung, wobei ich lediglich bemerke, dass die Grössen- 
angabe von 1,3 mm auf einem Druckfehler beruhen dürfte, da die mir in 
grösserer Anzahl vorliegenden Exemplare durchwegs eine Länge von 1,5 
bis 1,7 mm hatten. Mir lagen Stücke aus Frankreich, Spanien, Marokko 
(Fluss Issil) und Margelan vor. 

38. Trogophloeus rufipennis Epph. Stett. Entom. Zeitg. 1878, 
422. — Die Art ist in der Färbung der Oberseite dem T. punctipennis 
Kiesw. ziemlich ähnlich, von diesem jedoch durch kleinere Augen und 
längere nach hinten deutlich erweiterte Schläfen, vor allem aber durch 
wesentlich feiner punktirte und kürzere Flügeldecken, von T. hnlopMlus 



*) Es liegt mir ein weiteres Exemplar aus Algier vor, dessen Flügeldecken 
viel breiter und mehr als die Hälfte länger sind als der Halsschild; die lichtere 
Färbung an der Spitze der Flügeldecken umfasst nahezu ein Drittel der Flügel- 
decken. Zufolge der obcitirten Notiz Fauvel's stehe ich nicht an, auch dieses 
Exemplar als T. trogloäytes anzusehen. 

**) Nach Fauvel, Fn. Gallo-rhen. Suppl. X, soll die Art auch auf Oypern 
und in Syrien vorkommen. 



Die p;ila;irktisL-lii.'n Arten des Stiiphyliiiideu-CTeuus Trogophlocax Maiiiili. 63 

Kiesw. ausser durch die Färbuug auch dui'ch die Bildung- der Augen und 
Schläfeu leicht kenntlich. 

Schwarz, Kopf und Halsschild ziemlich matt chagrinirt, Flügeldecken 
und Abdomen glänzend, Fühler rötlichbraun mit hellerer Fühlerwurzel, 
Halsschild pechbrauu mit rötlichen Eändern, Flügeldecken bräunlichrot, 
Beine gelbrot. Der Halsschild ist kaum breiter als der Kopf, an den 
Seiten nur schwach gerundet, ohne Eindrücke auf der Scheibe, vor der 
Basis mit einer schwach bogenförmigen durch ein kleines MitteMelchen 
geteilten Querfurche. Die Flügeldecken sind nur wenig länger als der 
Halsschild und kaum anders als bei T. halopJdlus Kiesw. punktirt. 

Diese Art wurde von Eppelsheim, wie in der Originalbeschreibung 
bemerkt wird, nach einigen in seiner Sammlung befindlichen aus Grriechen- 
land stammenden Stücken beschrieben. In der Sammlung Eppelsheim 's, 
die sich nunmehr im Besitze des Wiener Hofmuseums befindet, stecken 
lediglich vier aus Syrien (Dr. Eoth) stammende mit der Beschreibung 
völlig übereinstimmende Stücke, so dass es nicht ausgeschlossen ist, dass 
im vorliegenden Falle der Fundort der typischen Exemplare von Eppels- 
heim irrtümlich angegeben wurde. Andere Stücke sind mir nicht bekannt 
geworden. Nach Fauvel soll die Art auch in Nordafrika vorkommen. 

39. Trogophloeus Jialophilus Kiesw. Stett. Entom. Zeitg. 1844, 
373, Note. — curtipennis Muls. et ßey 300. — subrugulosus Muls. et 
Eey 301. — var. simplicicollis WoU. Cat. Mad. Col. 1857, 203. — Die 
Art ist durch den matten, auf der Scheibe fast eindrucklosen Halsschild 
und die sehr feine und sehr dichte Punktirung der Flügeldecken unter 
den Taenosomen mit mattem chagrinirten Kopf und Halsschild gut charak- 
terisirt. Die Art variirt sowohl in der Bildung des Kopfes und Hals- 
schildes, als auch in der Länge und Punktirung der Flügeldecken''') ganz 
ausserordentlich. Auf Stücke mit grösseren Augen und völlig eindruck- 
losem Halsschild ist nach Fauvel die var. simplicicollis Woll. aufgestellt. 
Auf diese Varietät möchte ich insbesondere die mir vom Neusiedler See 
vorliegenden Stücke mit besonders breitem Kopf und Halsschild beziehen. 
Zu der Beschreibung Granglbauer's, auf welche ich im übrigen verweise, 
bemerke ich noch, dass sich auch, wenngleich nur selten, Exemplare mit 
einfarbigen Fühlern finden. 

40. Trogophloeus alxitaceus Fauv. Eev. d'Entom. 1895, 95. — 
Diese dem T. halophilus Kiesw. äusserst nahe stehende Art ist ausser den 
in der Tabelle hervorgehobenen Merkmalen von diesem auch noch durch 
längere Fühler, etwas längeren, beinahe herzförmigen Halsschild, längere 
Flügeldecken und die viel dichtere graue Behaarung des Hinterleibes ver- 
schieden. Mir lagen Stücke aus Korfu und Tunis vor. 

41. Trogophloeus apicalis Epph. Wien, entom. Zeitg. 1890, 229. — 
Die Art ist durch die sehr grossen Augen, die sehr feine und äusserst 



*) Nach Fauvel (Rev. d'Entom. 1902, 63) kommen in Gran auch Exemplare 
des T. halophilus mit normalen Augen vor, bei welchen die Flügeldecken auf 
dem apicalen Drittel rötlichgelb gefärbt sind. 



64 Dr. Anton Klima 

dichte Punktirung und die Fäi-bung- der Flügeldecken von T. ludophilus 
Kiesw. leicht zu unterscheiden. 

Schwarz, Kopf und Halsschüd ziemlich matt, Flügeldecken und Hinter- 
leib massig glänzend, die Fühlerwurzel und die Flügeldecken heller oder 
dunkler pechbraun, letztere mit einem hellgelben, mehr oder minder aus- 
gedehnten Saum an der Spitze, Beine bräunlich mit helleren Knieen und 
Tarsen. Kopf wenig schmäler als der Halsschild mit sehr grossen Augen 
und sehr kurzen oder nur schwach angedeuteten Schläfen, hinten ein- 
geschnürt, ziemlich matt chagrinirt. Fühler kaum anders als bei T. halo- 
pliilus gebildet. Der Halsschild schmäler als die Flügeldecken, kaum breiter 
als lang, vorn seitwärts stark gerundet erweitert, nach hinten stark ver-, 
engt, auf der Scheibe ohne Eindrücke, vor dem Hinterrande mit einer 
seichten Querfurche oder zwei ganz flachen Grübchen, massig matt chagrinirt. 
Die Flügeldecken etwas länger als der Halsschild, äusserst dicht und sehr 
fein punktirt. Der Hinterleib kaum anders als bei T. halophüus gebildet. — 
Länge 1,3 — 1,5 mm. 

Es lagen mir zwei Typen vom Kaukasus (Araxestal) und zwei mit 
diesen übereinstimmende Exemplare aus Korsika (Po. Vecchio) vor. 

42. Trogophloeiis niloticus Erichs. Gen. Spec. Staph. 808. — 
Die Art gehört durch die Bildung des fünften bis siebenten Fühlergliedes 
zweifellos in das Subg. Taenosoma und ist nach zwei mir durch die Güte 
des Herrn Prof. Kolbe vorgelegenen typischen Exemplaren von T. pu- 
sillus Gravh. durch die deutlich breitere und etwas grössere Körperform, 
sowie namentlich durch die sehr grossen, stark vortretenden Augen, durch 
welche der Kopf fast breiter als der Halsschild erscheint, und die kaum 
angedeuteten Schläfen verschieden. Auch scheint mir die Punktirung und 
Pubescenz der Flügeldecken eine etwas weniger feine und dichte zu sein. 
Von einer genaueren Charakteristik dieser Art muss ich mangels eines 
grösseren Materiales vorläufig Umgang nehmen. Die Art ist meines Wissens 
bisher nur aus Aegypten, Algier, Tunis und Obock bekannt. Angebliche 
Stücke aus Piemont und Korsika wurden von Fauvel als unreife T. pu- 
sillus Gravh. erkannt. 

43. Trogophloeus pusillus Gravh. Micr. 78. — fuliginosus Gyllh. 
Ins. Suec. II, 460. — j^^cipennis Steph. 111. Brit., 325. — rußpennis Steph. 
1. c. 326. — affinis Steph. 1. c. 326. — corticinus Boisd. Lac. Fn. Ent. 
Paris I, 468. — exilis Wollast. Ann. Nat. Hist. VI, 1860, 105. — 
Die Art ist durch die verhältnismässig grossen Augen und sehr kurzen 
Schläfen, die äusserst feine und äusserst dichte Punktirung des Hals- 
schildes und die sehr feine und sehr dichte Punktirung der Flügeldecken 
leicht kenntlich. Im übrigen verweise ich auf die zutreffende Beschreibung 
Ganglbauer's. 

44. Tfogojjhloetis parvulus Muls. et Key Ann. Soc. Linn. Lyon, 
1861, VIII, 159. — Die Art ist von T. pusillus Gravh. durch die 
Bildung der Augen und Schläfen und durch die kürzeren Flügeldecken 
leicht zu unterscheiden. 



Die paläarktischeu Arten des Staiihylinirleu-Gemis Trncinphlocns Mannli. 65 

45. TrogopJiIoeifs graclUs Maiiuli. Brach 51. — tenellus Erichs. 
Käf. Mk. Braudbg'. I, 605. — UttoraUs Miüs. et Rey 314. — Die Art 
ist von T. pusülus Grravh. durch die schmälere und flachere Form, die 
deutlich kleineren Augen und längeren Schläfen, den erheblich schmäleren 
Halsschild und durch die feinere Punktirung der verhältnismässig längeren 
Flügeldecken, von T. parvulus Muls. et Rey durch etwas grössere Augen 
und kürzere, weniger stark gerundet erweiterte Schläfen und durch die 
deutlich längeren und feiner punktirteu Flügeldecken verschieden. 

46. Ti-ogopTiloeus subtilis Erichs. Käf. Mk. Braudbg. I, 606. — 
Diese Art ist von der vorhergehenden Art durch etwas schmälere Gfestalt, 
insbesondere aber durch die in der Tabelle hervorgehobene charakteristische 
Augen- und Schläfenbildung, durch ganz gelbe Fühler und kürzere Flügel- 
decken leicht zu unterscheiden. 



Subg. Trogimts Miüs. et Rey. 

47. Trogophloeus despectus Baudi Berl. Entom. Zeitschr. 1869, 
400. — exiguiis Gangib. Käf. Mitteleur. II, 658. — Die Art ist durch 
den hinten nicht eingeschnürten, sondern hinter den grossen Augen all- 
mählich verengten Kopf und durch die verhältnismässig kurzen, fein und 
dicht punktirten Flügeldecken leicht kenntlich. Der nur massig glänzende, 
äusserst fein chagrinirte Halsschüd besitzt auf der Scheibe vier ganz seichte, 
aber noch erkennbare Grrübchen. 

48. Trogophloeus exiguus Erichs. Käf. Mk. Brandbg. I, 604. — 
aberrans Rosh. Tierw. Andal. 85. — minimus Kr. Wiegm. Arch. 1859, 
I, 180. — glabricolUs Motsch. Bull. Mose. 1860, 552. — bledioides 
Wollast. Cat. Col. Ins. Canar. 1864, 601. — discolor Baudi Berl. Entom. 
Zeitschr. 1869, 400. — atomus Saulcy, Ann. Soc. Ent. Fr. 1864, 658. — 
liiteicornis Muls. et Rey 319. — despectus Gangib. Käf. Mitteleur. II, 658. — 
Diese im Habitus einem kleinen Bledius ähnliche, sehr variable Art ist 
von T. despectus Baudi durch den wesentlich breiteren Kopf und die 
längeren, deutlich feiner und weniger dicht punktirten Flügeldecken leicht 
zu unterscheiden. Bei den cfc? ist der Kopf sehr gross und deutlich 
breiter als der Halsschild, bei den q 9 so breit als dieser. Der Hals- 
schüd besitzt entweder auf der Scheibe zwei mehr oder weniger deutliche, 
meist durch eine schwach erhabene, kurze und glatte Mittellinie getrennte 
Längseindrücke oder ist vollkommen eindrucklos. Die Flügeldecken sind 
wenigstens um ein Drittel, gewöhnlich aber fast um die Hälfte länger als 
der Halsschild, sehr fein und sehr dicht punktirt. Die Art variirt auch 
in der Färbung ganz erheblich. So wurde insbesondere auf etwas stärker 
glänzende Stücke mit rötlichgelben Fühlern und Beinen und eindrucklosem 
Halsschilde die Art T. luteicornis Muls. et Rey aufgestellt, doch finden 
sich, wie ich auf Grund eines ziemlich grossen Materiales konstatiren 
konnte, deutliche Uebergänge sowohl in der Färbung als auch in der 
Bildung des Halsschildes. Mir lagen Exemplare des T. exiguus Erichs. 

5 



66 r*r. Karl Daniel 

aus Mitteleuropa, Italien, Spanien, Grriechenlancl, Marokko, Syrien, dem 
Kaukasus und Malaga vor.*) 

49. Trogopliloeus Schneideri Gangib. Käf. Mitteleur. II, 659. — 
Eine durch die schmale und gestreckte Körperform, die ganz matte, sehr 
dicht behaarte Oberseite und die äusserst feine und äusserst dichte Punk- 
tirung der Flügeldecken vorzüglich charakterisirte Art, welche bisher nur 
von der Insel Borkum bekannt geworden ist. Von T. alutaceus Fauv., 
mit welchem die Art infolge der matten Oberseite und der Punktirung 
der Flügeldecken einige Aehnlichkeit besitzt, ausser durch die deutlich 
kleinere und erheblich schmälere Körperform, insbesondere durch die 
wesentlich kürzeren Fühler und den nicht abgeschnürten Halsschild leicht 
kenntlich. 



lieber 
Harpalus pexiis Men. und Pseudophomis terrestris Motsch. 

Nachtrag zu meiner Revision der Harpalophonus-AriQn. 
Yon D'^- Karl Daniel. 

In jüngster Zeit hatte ich noch Gelegenheit, das gesamte Harpaloplionus- 
Material des zoologischen Museums der Kaiserl. Akademie der 
Wissenschaften in St. Petersburg zu untersuchen, ein Vorzug, den 
ich dem liebenswürdigen Entgegenkommen des Herrn Gustos G. Jacobson 
verdanke und der es mir ermöglichte, meine HcüjMlojjJiomis-'ReYision in 
einigen wesentlichen Punkten zu vervollständigen. 

Zunächst war von besonderem Interesse die Vergleichung des noch 
vorhandenen typischen Materials, das durch besondere Zeichen (runde oder 
quadratische Zettelchen aus Goldpapier) kenntlich gemacht ist. Von den 
4 derartig bezeichneten Stücken stecken dort 3 als pexus Men. und ein 
einzelnes Stück als terrestris Motsch. 

Was erstere betriift, so tragen sämtliche den Fundort »Nov. Alexandr. « 
(Novaja Alexandrovskaja**), der Originalfundort des Harpalus i^exus Men.) 



*) Die Verwechslung beider Arten in Ganglbauer's Käf. Mitteleur. II, 658 
ist, wie Fauvel (Rev. d'Ent. 1895, 102) richtig vermutet hat, auf das dem ge- 
schätzten Autor vorgelegene, durchaus unzulängliche Studienmaterial zurückzu- 
führen. Ich habe überdies eine Type des T. exiguus Erichs, durch die Güte des 
Herrn Prof. Kolbe vergleichen können. 

**) Novaja- Alexandrovskaja, jetzt Fort Alexandrovsky, am Ost-Ufer des 
Kaspi-Sees auf der Halbinsel Mangyschlak. Demnach ist die Angabe pag. 11 
zu berichtiarcn. 



üelier Ilarpalus pexus !Men. uud P^eudophonus terrestris Motscli. 67 

in übereinstimmender Handschrift auf i'oten Etiqnetten. Sie gelieren drei 
verschiedenen Arten an: Das 1. vStück, das neben dem Typenzeichen und 
dem erwälmten Fundortszettel noch die Etiquette »pexus Men., Nov. 
Alexandr. « mit dem offenbar später angebrachten Vermerk y>falso : « 
trägt, ist überhaupt Icein Hmyaloplionus, sondern ein mir unbekannter, 
echter HarpaJus, der Untergattung Lasioharpahis Ettr. (Best. Tab. Eur. 
Col. 41., 75) angehörend, mit auf der Oberseite vollkommen kahlen Tarsen, 
ohne apicale Punktserien auf den abwechselnden Zwischenräumen, ohne 
Sclmlterzähnchen, c?, Länge 11 mm, breit, flach, schwarz, Fühler rötlich, 
das 2. — 4. Grlied an der Basis angedunkelt, der Halsschild wenig gewölbt, 
seitUch ähnlich wie bei cupreus Dej. mit schief gegen die dicht punktirte, 
nur in der Mitte punktfreie Basis ziehendem, flachem Eindruck, die Hinter- 
Annkel breit verrundet. Vielleicht der mir unbekannte H. horysthenlcus Kryn. 
Von den beiden andern Originalstücken des Harjoalus pexus Men. ist das 
eine (es trägt noch zwei Etiquetten -i) pexus M.Qn. var. « und »virid.a) ein 
typischer circnmpunctatus Chaud., cT, 12,5 mm lang, mit schwärzüchgrün 
metallischen Flügeldecken, normaler Verteilung der Punktur und 3 + 8 
Clypeuspunkten. Das 2. Stück, das noch die Etiquetten »pexus Men. var.« 
und y>cijan.<-< trägt, ist ein ziemlich kleines (10,5 mm) cf des liospes Strm., 
Flügeldecken schwarz, mit breitem, blauviolettem Seitenrande, Beine pech- 
braun, Clypeus mit 1 -(- 1 Angularpunkten. 

Als Pseudophonus terrestris Motsch., mit Typenzeichen versehen, steckt 
unter dem Petersburger Materiale ein vollkommen typisches 9 von Steveni 
Dej., 11, 5 mm lang, pechbraun, die Unterseite rötlich, Punktur durchwegs 
normal. Von 2 Etiquetten ist die eine mit »terrestris Motsch. Sibir. or. «, 
die andere mit »Ajagus« bezeichnet. Ajagus, jetzt Sergiopol, ist eine 
Stadt im Nordosten des Semiretschje- Gebietes, also in Westsibirien oder 
Nordturkestan (Kirgliisensteppe). Die irrtümliche Bezeichnung »Sibir. or. « 
beruht demnach offenbar auf einem Schreibfeliler. Das Verbreitungsgebiet 
des 0. Steveni dehnt sich also nach diesem Belegstück gegen Osten ähn- 
lich jenem des circumpundatus Chaud. bis nach Centralasien aus. 

Das Ergebnis dieser Untersuchung bestätigt also im wesentlichen die 
Richtigkeit der in meiner Harpalophonus-'ReYision vertretenen Auffassung 
der beiden im Titel genannten Arten. OpJionus pexus Men. stellt sich ja 
streng genommen als eine Mischart von liospes und circumpundatus heraus 
(der Lasioharpalus passt überhaupt nicht auf die Beschreibung, da die 
äusseren Zwischenräume der Flügeldecken vollkommen unpunktirt sind), 
nach den Originalangaben zu urteüen, dürfte aber Menetries doch in 
erster Linie Stücke von Oph. circumpundatus im Auge gehabt haben (conf. 
pag. 11 und 12). Bezüglich des Pseudophonus terrestris Motsch. bleiben 
auch nach Untersuchung des vorliegenden Stückes die von mir bereits 
früher (M. K. Z. 2., 9) betouten Widersprüche bestehen, doch dürfte die 
von mir vorgenommene, auf die nachträgliche Ergänzung der ursprüng- 
lichen Beschreibung gestützte Vereinigung mit Steveni Dej. den tatsäch- 
lichen Verhältnissen immer noch am besten entsprechen. 

AVas das übrige Harpaloplionus-'M.Q.teYm]. des zoologischen Museums 
der Kaiserl. Akademie der Wissenschaften zu St. Petersburg 



68 'Dr. Karl Daniel : lieber HnrpalvP: pe.r ?(,.<! M^n. nud Pi^endophnmut ferresfris Motsoli. 

betrifft, möclite ich hier noch kurz einige Mitteilungen machen. Dasselbe 
enthält : 

19 OpJionus circumpundatus Cliaud., meist von Sarepta (Becker), mit 
einzelnen Stücken der var. sareptana m., auch einige Exemplare von Tiflis 
(Sievers), ferner 2 Lehmann'sche Stücke, das eine von Novaja Alexandrovs- 
kaja, das 2. (v. sareptana m.) aus der Kirghisensteppe. Ein weiteres 
Exemplar mit den Etiquetten »OustTemira, Kirghisia, Severtseff, 1859« 
und y) PseudopJionus terrestris Motsch., Motschulsky det.« beweist im 
Zusammenhang mit dem bereits früher gemachten Mitteilungen, dass 
Motschulsky wohl selbst nicht im Stande war, seinen Pseuäophomis 
terrestris von der Chaudoir'schen Art sicher zu unterscheiden. Ausser 
diesen noch 1 typischer circumpunctatus italus Schm. von Rimini. 

42 OpJionm Steveni Dej., fast ausschliesslich von Sarepta (Becker) 
stammend (mit einer Anzahl von Stücken der var. vulpina m. und einigen 
var. taurica Motsch.), ferner 5 Exemplare, darunter 1 var. festiva m. aus 
Astrachan. Bemerkenswert ist, dass unter den untersuchten 42 Stücken 
sich 3 befinden mit abweichender Clypeusbeborstung (2 -\- 2). 

28 OpJionus hospes, typische Stücke meist aus der Krim, var. armena m. 
von Tiflis und dem Gfouvernement Eriwan (Alexandropol, Mastara, Kara 
Kilissa und Eylar). 

Zum Schlüsse möchte ich noch bemerken, dass ich auch an diesem 
reichen Harpalophomis-Msitenale den bekannten Sculpturunterschied für die 
Flügeldecken der 9 9 bei hospes und Steveni einerseits und circumpunctatus 
andererseits ausnahmslos zutreffend fand, so dass ich diesem Merkmal, so- 
ferne sich nicht die von Tschit scherin gemachten Beobachtungen (Hör. 
Soc. Ent. ßoss. 35., 595) bestätigen, bei der Gruppirung eben wegen 
seiner grösseren Constanz den Vorzug gegenüber den Differenzen in der 
Clypeus-Beborstung geben möchte, wobei ich neben dem Vorteil, den diese 
letzteren auch in Zukunft für die Beurteilung der cf c? der Harpialophonus- 
Arten zu bieten vermögen, den Wert nicht verkenne, den sie ausserdem 
noch als stützendes Moment für die Berechtigung der Abtrennung des 
0. circumpunctatus repräsentiren. 



Gr. Luze : Zwei ueite Käferarten iius Knssisch-Ceiitral-Asien. 69 

Zwei neue Käferarten aus Russisch-Central-Asien. 

Beschrieben von G. Luze in Wien. 

(Eingelavifeu am 17. Dezember 1903.) 

Coprophilus (Zonoptilus) JReitteri n. sp. 

Augen relativ klein und schwach gewölbt. Halsschild leicht quer, 
seitlich vor der Mitte schwach gerundet erweitert, nach rückwärts stärker 
als nach vorne verengt, die Hinterecken stumpf, vor denselben kaum aus- 
geschweift, ziemlich kräftig und wenig dicht irregulär punktirt, vor der 
Mitte des Hinterrandes breit geglättet. Diese glatte Stelle ist jederseits 
von einem kurzen, seichten, durch grössere Punkte gebildeten Längs- 
eindrucke begrenzt, ausserhalb des Eindruckes befindet sich jederseits am 
Hinterrande des Halsschildes eine breite, glatte, kaum merkbar erhabene 
Längsfalte. Seitenränder des Halsschildes deutlich, gegen rückwärts all- 
mählich stärker, gekehlt abgesetzt. 

Flügeldecken l^/smal so lang als der Halsschild, zwischen Naht und 
Schulterbeule mit fünf kräftigen Punktstreifen, vor den Hinterrändern 
ziemlich weitläufig mit feineren Punkten besetzt, ohne Spur von Runzelung. 

Abdomen stark glänzend, sehr fein und weitläufig punktirt. Kopf, 
Halsschild und Abdomen glänzend schwarz, Flügeldecken, Taster und Beine 
i'otbraun, die Tarsen heller. 

Fülller einfarbig schwarzbraun, kräftig, mit fünf deutlich grösseren 
Endgliedern. 

Länge: 5 mm. Fundort: Aulie-Ata. Ein Exemplar in der Sammlung 
Eeitters. Ich dedicire diese ansehnliche Art dem um die koleopterologi- 
sche Forschung in Central- Asien hochverdienten kais. Eat, Herrn Edmund 
Reitter in Paskau. 

Die Art steht bezügfich der G-rösse zvdschen striatulus Fabr. und 
piceus Solsky. Nach Habitus und Färbung mit piceus ziemlich überein- 
stimmend, jedoch beträchtlich robuster. Von diesem insbesondere durch 
die Fühlerbüdung, die kräftige Sculptur sowie durch das stark glänzende 
Abdomen verschieden. 

Nach Färbung und Bau der Fühler mit himaculatm (m. in litt, aus 
Turkestan) verwandt. Die Fühler des letzteren sind jedoch kürzer und, 
insbesondere in der Basalhälfte, bedeutend dünner. 

Anmerkung: Motschulsky beschreibt einen Zonoptilus Schuberti 
(Schrank, Reis, und Forschg., 1860, II., 120) aus Südrussland (Gouv. Woronesch). 
Diese ungenügende Beschreibung lautet: «Elle est de la taille et des couleurs 
du Coproph. striatulus F., mais se distingue par son corselet convexe sans aucune 
Impression i. Meines Wissens ist bis nun kein Käfer gefunden worden, auf den 
sich diese Diagnose auch nur einigermassen mit Recht beziehen Hesse. 

Psilotrichus nov. gen. 

Fühler elfgliedrig, Tarsen dreigliedrig, Endglied der Kiefertaster 
pfriemenförmig, beträchtlich kürzei' als das verdickte vorletzte Glied, 



70 Gr- Liize : Zwei neue Kiiferai'teu aus Eussisch-Central-Asien. 

Epipleuren der Flüg-eldecken schwach entwickelt, Habitus von AncyropJiortis 
Kraatz. 

Von AncyropJioms durch sehr gestreckte, gegen das Ende nur leicht 
verdickte, fast fadenförmige Fühler, das kurze, pfriemenförmige Endglied 
der Kiefertaster und durch beträchtlich längeres Endglied der Tarsen 
verscliieden. 

JPsilotrichus elegans n. sp. 

Kopf (mit den Augen) nur wenig schmäler als der Halsschild, dicht 
und sehr seicht punktirt, fein und wenig dicht grau behaart, glänzend 
schwarz. Augen gross, viel länger als die Schläfen. 

Halsschild deutlich quer, im vorderen Drittel am breitesten, nach 
rückwärts schwach verengt, mit scharfen, fast rechtwinkeligen Hinterecken, 
vor der Basis sehr seicht quer niedergedrückt, sehr dicht und seicht punk- 
tirt, fein und wenig dicht grau behaart, glänzend schwarz. 

Flügeldecken mehr als doppelt so lang wie der Halsschild, mit stark 
vortretenden Schultern, merklich weitläufiger aber kaum stärker als der 
Halsschild punktirt, sehr dicht und kurz seidengiänzend behaart, rotgelb, 
vorne und rückwärts breit, an den Seiten schmäler dunkel gesäumt, die 
Farben ohne deutliche Grenzen in einander übergehend. 

Abdomen sehr dicht und sehr seicht punktirt, fein und massig dicht 
grau, an den Seiten und an den Hinterrändern der Segmente länger gold- 
braun behaart. 

Taster und Fühler schwärzlich braun, die Basis der letzteren sowie 
die Beine rotgelb. 

Fühler sehr schlank, gegen das Ende schwach verdickt, alle Griieder 
länger als breit, viertes Grlied etwas dünner und fast länger als das 
zweite, siebentes Grlied etwas breiter und deutlich länger als die beiden 
einschliessenden Glieder. 

Das helle Endglied der Kiefertaster excentrisch eingefügt, pfriemen- 
förmig, etwa halb so lang als das verkehrt kegelförmige vorletzte Glied. 

Länge: 4mm. Verbreitung : Turkestan. Ein Exemplar in meiner 
Sammlung. 

Dieser Käfer ist durch breiteren, flacheren Körperbau von den Ancyro- 
phorus- Arten verschieden und durch die schlanken, fast fadenförmigen 
Fühler vorzüglich charakterisirt. 

Anmerkung: Solsky beschreibt einen Ancyropliorus sericinus (Fedtsch. 
Reis. Turkest., 1874 — 76), dessen Diagnose insbesondere nach Färbung und Sculptur 
mit der der oben beschriebenen Art übereinstimmt. Solsky scheint aber doch 
einen echten Ancyropliorus vor sich gehabt zu haben, da er der so auffallenden 
Fühlerbildung nicht erwähnt. Er vergleicht seine Art mit longipennis Fairm., 
von dem sich meine Art gerade in der Fühlerbildung so wesentlich unterscheidet, 
dass ein Uebersehen oder Uebergehen dieses Unterschiedes förmlich ausgeschlossen 
erscheint. 



Dr. K. Dauiel ; Niichtrügl. Bemerkungeu zur Besclireibuug der Sebria Atropos m. / 1 

Nacliträgliclie Bemerkungen zur Beschreibung der 
Nebria Atropos m. 

Ein Beitrag zur Charakteristik der Diagnose 
auf dem Gebiete der beschreibenden Naturwissenschaften. 

Von D^'- Kael Daniel. 

Bei einer frühereu Grelegenheit (M. K. Z. 1., 165 — 166) habe ich 
mich über eine auffallende, offenbar neue, turkestanische Art, Nebria 
Atropos m. und deren Stellung im System kurz ausgesprochen und wüsste 
auch heute deu damals gemachten Angaben nichts wesentliches hinzu- 
zufügen. Höchstens Hesse sich noch nachdrücklicher, als es dort bereits 
geschah, bemerken, dass dieselbe ohne Zweifel zu den Arten der zweiten 
Grlasuuow 'sehen Section (Hör. Soc. Ent. Eoss. 35., 467, 1901) in engster 
verwandtschaftlicher Beziehung steht, dass sie aber von sämtlichen Arten 
dieser Gruppe eben durch ihre Einfärbigkeit (abgesehen von den rötlichen 
Tarsen und Trochanteren) mit Leichtigkeit zu unterscheiden ist. Damit 
ist allerdings nur von neuem bewiesen, dass es unrationell ist, in der 
Gattung Nebria, wenn auch mit localen Einschränkungen, auf Grund von 
Färbungsunterschieden Gruppen zu bilden, da dadurch, wie bereits früher 
von mir ausgesprochen, heterogene Elemente zusammengeworfen werden, 
während nahe Verwandte oft unberücksichtigt bleiben müssen. In dieser 
Beziehung bildet die Glasuno w 'sehe Eevision der zweifarbigen, central- 
asiatischen Nebrien ein typisches Beispiel. Es soll dem Autor damit kein 
Vorwurf gemacht werden, doch habe ich die Empfindung, als ob die fieissig 
durchgeführte Arbeit durch eine glücklichere Umgrenzung des Themas 
ungemei)3 gewonnen hätte. 

Gelegentlich einer Besprechung meiner vorbereitenden Studien zu 
einer analytischen Bearbeitung des Tribus Nebriini kritisirt nun Herr 
Tschitscherin (Eev. Euss. Ent. 3., 123; 1903) meine dort eingeflochtene, 
allerdings, wie bereits bemerkt, sehr kurz gehaltene Charakteristik der 
Nebria Atropos in abfälliger Weise. Ich benütze die betr. Auslassungen 
als willkommenen Anlass, mich über die Gesichtspunkte, deren Berück- 
sichtigung bei der Anfertigung von Beschreibungen wünschenswert er- 
scheint, auszusprechen. 

Da die descriptive Festlegung irgend eines Gegenstandes in zwei- 
facher Weise erfolgen kann, unabhängig-, absolut- (individuell-) be- 
schreibend und vergleichend- (differentiell-) beschreibend, so haben wir 
natürlich auch für die Charakteristik eines naturwissenschaftlichen Objectes 
die Wahl zwischen diesen beiden Methoden. Die Entscheidung wird wohl 
meist durch Gewohnheitsrücksichten oder praktische Erwägungen beeinflusst, 
doch lassen sich auch Eegeln von allgemeinerer Giltigkeit aufstellen, die 
ich im folgenden aus den besonderen Eigentümlichkeiten jedes einzelnen 
der beiden Verfahren abzuleiten versuchen möchte. 

Die absolute Diagnose stellt sich die Aufgabe, dem Leser durch 
sorgfältige, erschöpfende Beschreibung der (äusserlich) wahrnehmbaren 



72 Dr. Karl Daniel 

Eigenschaften eines Gegenstandes sowie aller seiner Teile ein möglichst 
getreues Bild desselben zu geben, im Idealfalle etwa so, dass es nach den 
Angaben ohne Benützung irgendwelcher Vergleichsobjecte gelingt, eine 
Skizze anzufertigen, die mit dem Original in allen Einzelnheiten überein- 
stimmt. Vergleiche finden nur insoferne Anwendung, als es sich um Be- 
ziehungen zwischen Eigenschaften desselben Gegenstandes handelt (Flügel- 
decken doppelt so lang als der Halsschild, Körper braun, die Beine heller, 
9 breiter als das c? etc.). Da es sich bei der Herstellung einer streng 
absolut gehaltenen Diagnose nur um die klare Wiedergabe einer möglichst 
lückenlosen Eeihe relativ einfacher Beobachtungen handelt, so können 
derartige Beschreibungen, Beherrschung der Terminologie vorausgesetzt, 
auch von Nichtspecialisten zweckentsprechend angefertigt werden. Kritik 
ist nur in ganz geringem Maasse erforderlich, kann sogar unter Um- 
ständen nachteilig sein, da der Beschreibende nicht unter den Merkmalen 
auszuwählen, sondern einfach alle zu berücksichtigen hat; denn gerade 
ein einziges, unbeachtet gebliebenes Kennzeichen kann unter Umständen 
später bei einer Classification oder auch nur bei der Identificirung eine 
EoUe spielen. Im Wesen der absoluten Charakteristik liegt es, dass eine 
solche Diagnose dauernd ihren Wert behält. Der Hauptvorzug dieser 
Form der Beschreibung besteht darin, dass es innerhalb gewisser Grenzen 
jederzeit ohne Benützung von Vergleichsmaterial möglich ist, die Identität 
oder Verschiedenheit eines Gegenstandes, der mit dem Original verglichen 
werden soll, festzustellen und zwar nicht nur die Verschiedenheit an sich, 
sondern auch die Unterschiede selbst. Das Original, die Type, ist also 
entbehrlich. Als wesentlichster Nachteil fällt der Zeitverlust, der sowohl 
mit der Herstellung solcher Diagnosen als auch mit deren Benützung 
verbunden, ist, ins Gewicht. Für sehr ähnliche Gegenstände lauten sie fast 
identisch. Die . absolute Diagnose wendet man daher mit Vorteil dann an, 
wenn überhaupt keine oder nur ungeeignete Vergleichsobjekte vorliegen*), 
man sieht von ihr ab bei der Beschreibung sehr ähnlicher Gegenstände. 
Die vergleichende Beschreibung beschränkt sich auf die Angabe 
der Unterschiede eines Gegenstandes von einem oder mehreren bereits 
bekannten und ähnlich gebildeten (verwandten). Um sich eine Vorstellung 
von dem Original machen zu können, hat der Leser Vergleichsmaterial 
nötig. Der Wert einer solchen Diagnose ist nicht dauernd der gleiche, er 
kann durch nachträgliches Bekanntwerden ähnlicher Objecte verringert, 
ja ganz illusorisch werden. Zum Unterschiede von der absoluten Diagnose 
erfordert die vergleichende ein hohes Maass von Kritik und bietet nur dann 
eine Gew^ähr für ihre Zuverlässigkeit und Brauchbarkeit, wenn der Autor 
sich auf dem betreffenden Gebiete durch Specialstudien einen Ueberblick 
verschalet hat. Dem Vorteil, den ein wohlgelungener Vergleich bietet, 
indem er in kürzester Zeit gestattet, über Identität oder Verschiedenheit 
zu entscheiden, steht der Nachteil der Abhängigkeit von bestimmtem Ver- 
gleich smaterial gegenüber. Fehlt solches oder ist der Vergleich selbst 
misslungen, so wird eine solche Beschreibung praktisch fast oder gänzlich 



*) Es ist klar, dass die Beigabe einer guten Abbildung gerade in diesem 
Falle besondere Vorteile bietet. 



Nachträgliche Bemerkimgen zur Beschreiliiiug der yebrt'a Atropoit m, 73 

wertlos. Man wendet also diese Form der Beschreibung dann mit be- 
sonderem Vorteil an, wenn die Eelation auf leicht zugängliches Material 
hin aufgestellt werden kann und wenn man das betr. Grebiet hinreichend 
beherrscht, um nicht befürchten zu müssen, durch ungeeignete Wahl des 
Vergieichsobjectes den Leser irrezuführen. Der Specialist wird sich also 
unbedenklich dieser Form der Diagnose bedienen dürfen, da er am besten 
beurteilen kann, ob ein anderer den beschriebenen Gegenstand nach den von 
ihm gemachten Angaben erkennen kann. Tatsächlich geschieht dies auch 
bereits mit Vorliebe sogar von unseren gewissenhaftesten i^utoren, wenn 
es sich um die Beschreibung einer mit einer bereits bekannten sehr nahe 
verwandten Art handelt. Eine besondere und sehr praktische Art der 
^^ergleichsdiagnose ist die Beschreibung in Tabellenform, die, wenn kritisch 
durchgeführt, auch über den verschiedenen Grad der Verwandtschaft der 
behandelten Objecte unmittelbar Aufschluss gibt. 

Diese allgemeinen Erörterungen, die, auf das Gebiet der beschreiben- 
den Naturwissenschaften übertragen, nicht nur für die Charakteristik 
einer Art oder Gattung, sondern auch für jene höherer systematischer 
Abteilungen Geltung haben, führen zunächst zu dem Ergebnis, dass sich 
sowohl die eine wie die andere der beiden besprochenen Diagnosen nur 
in einer beschränkten Zahl von Fällen, mehr ausnahmsweise, zur An- 
wendung eignen. Die Musterform der Beschreibung geht offenbar aus 
einer coordinirenden Combination beider Methoden hervor, in welchem 
Falle der im absoluten Stile gehaltene Teil durch Nichtberücksichtigung 
der bereits bekannten Gruppenmerkmale ohne Schaden eine wesentliche 
Kürzung erfahren kann *), während bei der Fassung des comparativen Ab- 
schnittes lediglich die unterscheidenden Merkmale zu besprechen sind und 
das Hauptgewicht auf zutreffende Vergleiche mit einem oder mehreren Ver- 
gleichsobjecten zu legen sein wird**). Betont muss indess werden, dass 
es sich in den vorstehenden Erörterungen nur um eine Bezeichnung des 
Wünschenswerten handelt und dass besondere Vorschriften oder 
Bestimmungen hierüber nicht existiren. Denn in den Beschlüssen des 
V. internationalen Zoologen-Congresses (Berlin 1901) wird der Form 
der Diagnose nur unter den » Eatschlägen « gedacht (§ 8) und nach den »Ge- 
setzen der entomologischen Nomenclatur« (Berl. Ent. Ztschrft. 1., XI bis 
XXII; 1858) muss das betr. Object nur kenntlich gemacht, d. h. von 
einer Diagnose, Beschreibung oder Abbildung oder dem Citat einer solchen 
begleitet sein, die es möglich macht, jenes Object danach zu erkennen. 
Es kann sich demnach bei einer Kritik meiner Beschreibung der Nebria 
Ätropos lediglich darum handeln, ob meine Angaben hinreichen, das Tier 
zu erkennen bezw. von den bereits beschriebenen verwandten Arten zu 
unterscheiden. Dies zu beurteilen möge Herr Tschitscherin getrost 



*} Wird also z. B. eine Nebria (Nebriola) n. sp. beschrieben, so können 
die für Carahidae, Nebriini, Nebria und Nebriola allgemein geltenden Charaktere 
unter der stillschweigenden Voraussetzung wegbleiben, dass der Autor sich 
von dem tatsächlichen Vorhandensein derselben überzeugt. 

**) Selbstverständlich kann eine etwa vorgenommene Kürzung des einen 
Teiles durch entsprechend sorgfältigere Ausstattung des anderen z. T. compensirt 
werden. 



74 Dr. Karl Daniel 

mir überlassen ! Meine Beschreibung' enthält vor allem diejenigen Angaben, 
welche über die systematische Stellung der Art unzweideutig Aufschluss 
geben. Unter den wenigen für die unmittelbare Vergleichung in Betracht 
zu ziehenden Species, die ich, soweit ich sie nicht selbst untersuchen 
konnte, aus den Glasunow 'sehen Diagnosen*) mit g'enügender Sicherheit 
zu erkennen glaube, ist keine einzige, auf die meine Angaben bezogen 
werden können, was wohl Herr Tschitscherin selbst zugeben wird. 
Auf Grrund jahrelang betriebener Specialstudien, die insbesondere der Auf- 
klärung der natürlichen Verwandtschaftsverhältnisse gewidmet waren, 
konnte ich es mir wohl gestatten, auf die absolute Diagnose zu verzichten, 
da ich mich sicher überzeugt halten durfte, die neue Art an der richtigen 
Stelle als Verwandte der N. Haberhaueri Heyd. eingeordnet zu haben. 
Wenn ich hier nachträglich eine ausführliche Diagnose meiner Nebria 
Atropos veröffentliche**), so folge ich damit nur meiner ursprünglichen 
Absicht. Tschitscherin 's Einwand gegen meine Beschreibung erklärt 
sich wolü daraus, dass er leider noch nicht richtig zu unterscheiden ver- 
mag zwischen einer kurzen Diagnose, die die wesentlichen Merkmale 
enthält, und einer breit gehaltenen, in der diese fehlen. Hätte ich 
eine 500 Worte fassende Beschreibung geliefert, in der die wichtigen 



*) Diese enthalten ■ allerdings ebensowenig wie Tschitscherin's Diagnose 
der N. Glasimovi Angaben über die Beborstung der 6. Ventralschiene, sowie 
über das Vorhandensein eines Borstengrübchens neben dem Scutellarstreifen. 
Auch über die Sculptur (namentlich der Episternen der Hinterbrust) und Be- 
borstung der Unterseite geben Glasunow's Beschreibungen keinen Aufschluss. 
Nur nebenbei möchte ich bemerken, dass unsere Stücke der N. psammopJdla 
Solsk. von Serafschan im Apicaldrittel des 3. Flügeldeckenzwischenraumes 2 — 3 
Borstengrübchen zeigen, die bei Haberhaueri und Atropos fehlen. Auch hierüber 
fehlen bei Glasunow Angaben. 

**) Nehria (Helohia) Atropos K. Dan. : cf ; validiuscula, convexa, nitida, 
aterrima, tarsis omnibus trochanteribusque pedum anticorum mediorumque 
rufescentibus; capite magno, lato, fere laevi, pone oculos haud angicstato, in 
fronte bifpveolato, in vertice leniter transversim impresso, piuncto setigero supra- 
oculari unico instructo, oculis convexis, sat parvis, antennis gracilibus, articulo 
1° ante apicem tmisetoso; jjronoto late cordiformi, fere laevi, longitudine 
dimidio latiore, ante medium dilatato et fortiter rotundato, retrorsum arcuatim 
angustato, ante basin subparallelo, angulis posticis unisetigeris fere rectis, 
anticis parum prominulis, impressionibus transversalibus profundis, foveis 
basalibus antrorsum usque ad discum prolongatis, linea media manifeste im- 
pressa, completa, margine antico medio obtuse iwoducto, laterali parum explanato, 
ante medium unisetigero; scutello semicirculari, nitido, laevi; elytris brevibus, 
dorso haud depressis, latitudine dimidio paulo plus longioribus, pronoto triente 
latioribus, pone medium vix ampliatis, apice ipso rotundatis, sat profunde 
striatis, striis subtiliter punctatis, interstitiis convexiusculis, subtilissime re- 
ticulatis, 1" extra striolam scutellarem longam puncto unico setigero instructo, 
3" impunctato, margine basali leviter sinuato, humeris subexpressis, rotundatis, 
carinula subapicali valde elevata; subtus fere laevi, solum episternis meta- 
thoracis, lateribus mesothoracis laminaeque 1 "* ventralis distincte punctatis, 
processibus prosternali et metasternali intercoxalibus apice manifeste margi- 
natis, coxis posticis pone basin ut lamina ö" ventrali apice utrinque puncto 
unico, laminis 3 — 5 ventralibus 1 — 2 setigeris instructis: pedibus gracilibus, tarsis 
super7ie parce setulosis, articulo penultimo tarsorum posticorum apice oblique 
truncato, tarsis anticis inrspicue dilatatis, articulis 1 — 3 subtus penicillatis. 

Long.: 13mm; tat.: 4,5mm. 

Patria: Turkestan. 



Nachträylk'lie Bemerkuugen zur Böüclireibuüg clor Xebria Atropos m. 75 

Merkmale sämtlich übergangen sind, ich bin fest überzeugt, Herr 
Tschitscherin hätte sie unbeanstandet passieren lassen. Solch' unfrucht- 
barer, pberflächlicher Formalismus führt zur Herrschaft der Schablone mit 
ihren lächerlichen Begleiterscheinungen. Herrn Tschitscherin auf diesem 
Wege zu folgen, besteht für mich keine Veranlassung. 

Zum Schluss noch ein Wort über »Vorläufige Diagnosen«, die Herrn 
Tschitscherin besonderes Missvergnügen zu bereiten scheinen. Diese 
kurzen, lediglich vergleichend gehaltenen Beschreibungen, die sich auf die 
Angabe der wesentlichsten Unterschiede von den zum Vergleich heran-, 
gezogenen Arten beschränken, betreffen fast ausschliesslich Gebiete, für 
die ich zusammenhängende Arbeiten, Revisionen, in Vorbereitung habe. 
Damit ist schon gesagt, dass sie sich auf Specialstudien gründen, es treffen 
also alle jene motivirenden Momente zu, die ich oben gegenüber den Aus- 
lassungen Tschits eher in's über meine Beschreibung der Nebria Atropos 
betonte. Da es sich bei diesen Diagnosen fast ausnahmslos um Gebiete 
handelt, die Herrn Tschitscherin vollkommen fremd zu sein scheinen, 
so kann ich ihm überhaupt nur ein Urteil über die Form, nicht aber über 
den Inhalt derselben zugestehen. Tatsächlich dürfte auch die Hauptursache 
seiner Indignation gerade in dem Mangel an Uebereinstimmung mit der 
ihm vorschwebenden Normalschablone zu suchen sein. Da ich eine 
solche nicht anerkenne, wird sich Herr Tschitscherin auch in Zukunft 
mit der von mir wenn auch nur ausnahmsweise benützten, ihm un- 
sympathischen Form der vorläufigen Beschreibung*) abfinden müssen. 
Wenn er daran sachlich Detailkritik üben will, so werde ich Jederzeit 
bereitwilligst antworten, dagegen beabsichtige ich in Zukunft von einem 
allgemein gehaltenen, absprechenden Urteil, wie es Herr Tschitscherin 
von Zeit zu Zeit abzugeben beliebt, wegen der Unfruchtbarkeit der sich 
daraus möglicherweise entwickelnden Controversen lediglich Kenntnis zu 
nehmen. Dass es sich bei Herrn Tschitscherin 's Nörgeleien zum guten 
Teil nicht um sachliche Kritik, sondern vornehmlich um einen Ausfluss 
übler Laune handelt, geht schon daraus hervor, dass er sogar die von 
mir für Antliaxia rossica n. sp. (M. K. Z. 1., 252) angegebene Provenienz 
»Eossia meridionalis « als ungenau beanstandet. Ja weiss er denn, dass 
mir nähere Daten bekannt sind? Und dann wieder eine logische Schwäche- 
anwandlung ! : Wozu die Bekritelung des Fundorts, wo er die Beschreibung 
selbst nicht anerkennt? 



*) Zur Entscheidung der Frage, ob bei vorläufig diagnosticirten und später 
von demselben Autor vollständig beschriebenen Arten das 1. oder 2. Literatur- 
citat Geltung hat, glaube ich auf den Eventualcharakter, der einer »vorläufigen 
Diagnose '< bezüglich ihrer Bedeutung zukommt, hinweisen zu müssen. Falls 
zwischen Publication derselben und der zugehörigen endgiltigen Beschreibung 
eine die Priorität der letzteren berührende Veröffentlichung nicht erfolgt, halte 
ich es aus praktischen Gründen für geboten, der durch Publication der definitiven 
Beschreibung tatsächlich erfolgten Annullirung der vorläufigen Diagnose auch 
dadurch Rechnung zu tragen, dass nur das Literaturcitat für die erstere, die ja 
ohnedies einen Hinweis auf die vorhergegangene Veröffentlichung enthalten soll, 
berücksichtigt wird. Andernfalls (und natürlich auch dann, wenn eine Ergänzung 
aus irgendwelchen Gründen überhaupt nicht erfolgt) kann an erster Stelle nur 
das Literaturcitat für die 1. Publication in Betracht kommen. 



76 Dr. Karl Daniel und Dr. Josef Daniel 

Neue paläarktische Koleopteren. 

Beschrieben von D'^'- Kakl Daniel und D""- Josef Dan^iel. 

1. Serie: 

1. Nebria oxyptera 6. Orthochaetes aljncola 

2. Athous suhvirgatus 1. Laria stylophora 

3. Elytrodon ferox 8. Donacia microcephala 

4. PtocJnis ophthalmicus 9. Labidostomis nevadensis 

5. Sciaphobios psittacinus 10. Cryptocephalus Championi. 

1. Nehria (Eplnebriola) oxyptera: d"; gracllis, nitida, elongata, picea, 
mandihulis, loalpis, antennis, pedihus macidisque frontalibus binis inconspiciiis 
transversim dispositis riißs, subtus praesertim in venire rufescens; capite 
lato, piano, in fronte bifoveolato, antice suhrugoso, vertice transversim 
impresso, puncto setigero supraoculari unico notato, oculis valde promimdis, 
antennis gracilihus, dimidium elytrorum paulo super antibus, articido 1 " ante 
apicem unisetoso; pronoto cordiformi, parum convexo, fere laevi, latitudine 
baseos patdo longiore, in quadrante apicali latissimo, lateribus modice 
rotundato, retrorsuni gradatim angustato, ante angidos posticos acidos leviter 
sinuato, antrorsum ad angulos anticos subprominulos rotundato-coarctato, 
antice vix emarginato, fere truncato, pone marginem anticum transversim, 
ante basin utrinque leviter foveolatim impresso, in impressionibus obsolete 
punctato, ante medium intra marginem lateralem, vix explanatum, tenuem 
ut in angiUo p)ostico ipso seta unica jjraedito; elytris oblongo-ovatis, con- 
vexiusculis, pone medium subampliatis, latitudine plus dimidio longioribus, 
ad basin regidariter rotundatim angustatis, apice manifeste acuminatis, haud 
profunde striatis, striis subremote punctatis, juxtascutellari bene expressa, 
interstitiis parum convexis, foveolis setigeris destitutis, carina subapicali 
miniUa, humeris parum expressis, perfecte fere rotundatis; subtiis praeter 
puncturam setiger am fere laevi, processu prosternali intercoxali subacuminato , 
apice haud marginato, episternis metatJioracis latitudine anteriore duplo fere 
longioribus, punctis setigeris in coxis mediis 2, in coxis posticis 2 — 5 (ad 
basin 1 — S, in lobo apicali 1 — 2) in trochanteribus mediis anticisque 1, 
in laminis ventralibus 5" — 5""" phiribus, in lamina 6" idrinque 2 insertis; 
alis inferioribus rudimentariis, trientem basalem elytrorum vix superantibus ; 
pedibus gracillimis, tarsis anticis elongatis, perparum dilatatis, articulis 
1 — 5 subtus penicillatis, articulo penultimo tarsorwn posticorum, apice 
oblique truncato, subtus acute dentatim producto. 

Variat capite thoraceque rufescentibus. 

Long.: 9,5 — 10,5mm; lat.: 8,5 — 4 mm. 

Patria: Turkestan orientalis. 

Diese neue, centralasiatische Art ist wegen vollständig mangelnder 
Behaarung der Tarsenoberseite in die 1. Hauptgruppe unserer Nebrien- 
Classification (D. E. Z. 1890, 113 — 141) einzureihen, nimmt aber dort 
wegen der rudimentären , nur etwa ein Drittel der Deckenlänge er- 



Nene paläarlctische Koleopteren. 77 

reiclieiideii Unterllügel eine Sonderstellung' ein, im Gregensatz zu den 
vollstäudig geÜügelteu Nebrla-Avten im engeren Sinne und den vollkommen 
flügellosen oder nur mit unscheinbaren Hautläppclien versehenen Arten der 
Untergattungen Oreonebria m. und Nehriola m., welch' letztere auch in 
Centralasien durch eine Art, N. MelUji Grebl., vertreten ist. Durch das 
an der Spitze schief abgeschnittene, auf der Unterseite spitz ausgezogene, 
vierte Glied der Hintertarsen und gewisse habituelle Eigentümlichkeiten 
ergeben sich wohl Beziehungen zu den Nehriola-A.xi%VL, namentlich N. cordi- 
collis Chaud. und Heeri m. (M. K. Z. 1., 157; 1903), doch stehen der 
Aufnahme in dieses Subgenus schon die schlanken, im c? Geschlechte kaum 
erweiterten Vordertarseu entgegen (bei Nebriola gedrungen, das 2. und 
3. Glied quer oder wenigstens subquadratisch). Charakteristisch für die 
neue Art ist ferner die apicale Zuspitzung der Flügeldecken und der 
Mangel von Borstengrübchen auf dem 3. Flügeldeckenzwisclienraum. Der 
Nahtzwischenraum und der schmal verflachte Seitenrand treffen sich an 
der Spitze direkt unter einem Winkel von etwa 60", bei den übrigen Arten 
gehen sie mehr oder weniger verrundet ineinander über. Die Borstenpunktur 
ist ungefähr wie bei N. Heeri verteilt, also das d mit je 2 Analborsten 
jederseits der Mitte des Hinterrandes der letzten Ventralschiene, vor der 
Mitte des Halsschildseitenrandes steht indess nur eine einzige Seta. Wegen 
der Schwierigkeit N. oxyptera in einer der Untergattungen der 1. Haupt- 
gruppe unterzubringen, betrachte ich sie als die voiläufig einzige Vertreterin 
eines neuen Subgenus, dem ich den Namen Epinebriola beilege und das 
sich von Nehriola durch schlanke, im c? Geschlecht kaum verbreiterte Tarsen 
und teüweise entwickelte Flügel auszeichnet. Ob die apicale Zuspitzung 
der Flügeldecken und der Mangel von Borstengrübchen auf dem 3. Zwischen- 
raum als specifische Kennzeichen zu deuten sind oder ob ihnen der Eang 
eines Gruppenmerkmals zukommt, lässt sich natürlich, solange nur eine 
einzige dadurch ausgezeichnete Art bekannt ist, nicht entscheiden. Die 
Verwandtschaft der N. oxyptera mit den übrigen, halbgeflügelten, asiatischen 
Arten, wie sie Glasuno w in seiner Bearbeitung der centralasiatischen, 
zweifarbigen Nebrien (Hör. Soc. Ent. Eoss. 35., 467) behandelt, ist augen- 
scheinlich eine sehr geringe. Zunächst sind schon die Grössen- und Färbungs- 
unterschiede auffallend. N. Haberhaueri Heyd. besitzt wie perlonga Heyd. 
auf der Oberseite behaarte Tarsen und mehr oder weniger kräftig punktirte 
Hinterbrustepisternen, welch' letztere bei N. oxyptera vollkommen glatt 
sind. Bei N. Haberhaueri trägt ausserdem noch der 1. Flügeldecken- 
zwischenraum neben dem Scutellarstreifen ebenso wie vermutlich bei allen 
ihren Verwandten ein Borstengrübchen. 

3 cfc? vom Khotan-Gebirge in Ost-Turkestan (Coli. F. Haus er). 



Ich nehme hier Veranlassung, auf ein Urteil zurückzukommen, das 
Herr Tschitscherin gelegentlich der bereits oben (pag. 71) erwähnten 
Besprechung meiner Vorarbeit zu einer Bestimmungstabelle der Gattung 
Nebria (M. K. Z. 1., 155; 1903) abgab (Eev. Russ. Ent. 3., 123; 1903). 
Er spricht sich dabei in dem Sinne aus, dass sich das von uns aufgestellte 
System wohl für die alpinen und kaukasischen Gattungsvertreter bewähren 



78 Er. Karl Daniel uiicl Dr. Josef Daniel 

könne, dass dasselbe dagegen, auf ostasiatisclie Arten angewandt, wenn 
nicht ganz uubranchbar, so doch mit »groben Mängeln« behaftet sei. Da 
mir das Material, auf das Tschit seh er in sein Urteil gründet, nicht vor- 
liegt, vermag ich mich darüber natürlich nur vermutungsweise zu äussern. 
Bei der unverkennbaren Neigung Tschitscherin's zu Uebertreibungen, halte 
ich es nicht für ausgeschlossen, dass die aufgedeckten groben Mängel sich 
schliesslich auf unwesentliche Ausnahmen reduciren oder dass sich vielleicht 
Tschit scherin überhaupt getäuscht hat; denn wohl auf wenigen Gebieten 
sind bei der Grruppirung verhältnismässig so viele Fehler begangen worden, 
wie bei der Gattung Nebria*). An dem von mir untersuchten asiatischen 
Material, das hauptsächlich aus den Sammlungen Prof. v. Heyden's und 
Eeitter's stammt, habe ich keine Beobachtungen gemacht, die das von 
Tschitscherin abgegebene Urteil auch nur annähernd bestätigen könnten. 
Ich erwarte daher mit Interesse die angekündigten Mitteilungen über diesen 
Gegenstand. Erweist sich das von uns aufgestellte System auf Grund 
neu zugänglich gewordenen Materials tatsächlich als lückenhaft, so wird 
natürlich die Frage acut, welches Merkmal dann zur primären Teilung 
heranzuziehen sei. Nach meiner bisherigen Erfahrung kann gegebenen 
Falles, wenn nicht durch anatomische Untersuchungen neue Gesichtspunkte 
eröffnet werden sollten, nur auf Unterschiede in der Ausbildung der Flügel 
hin getrennt werden, sofern es sich um eine durchgreifende Scheidung und 
nicht etwa bloss um ein successives Loslösen kleiner Artengruppen von dem 
Gesamtcomplex, bezw. das bequeme Arbeiten an der Peripherie an 
Stelle mühevoller Fundirungsbestrebungen, des Arbeitens von innen 



*) Um sich davon zu überzeugen, braucht man nur die früheren Kataloge 
zu vergleichen und die Beschreibungen, nicht nur bei älteren Autoren, nachzulesen. 
Der Grund liegt eben darin, dass in der Gattung Nebria die Rücksicht auf den 
Habitus leichter zu Trugschlüssen führt als auf irgend einem anderen, ähnlich 
schwierigen GeMete. Bekannt kritische Autoren lehnten wiederholt die Gattung 
Alpaeiis Bon. aus dem Grunde ab, weil die Trennung in geflügelte und un- 
geflügelte Arten nicht den natürlichen, verwandtschaftlichen Beziehungen Rech- 
nung trage. Schaum (Ins. Deutschl. 1., 90; 1860) führt z.B. Nebria Sempriclii 
Klg. und Kratteri Dej. (erstere vollständig geflügelt, letztere flügellos) an und 
schliesst aus dem Umstände, dass diese beiden nach seiner Meinung nahe ver- 
wandten Arten nach der Entwicklung der Flügel in verschiedene Gattungen zu 
stellen seien, auf die Unbrauchbarkeit des Trennungsmerkmals zur Gruppenbildung. 
Tatsächlich hat sich aber Schaum durch die nicht einmal besonders ausgeprägte 
Uebereinstimmung im Habitus täuschen lassen, denn Nebria Hemprichi ist allein 
natürlich in der Untergattung Helobia Steph. unterzubringen, N. Kratteri da- 
gegen ist gemeinschaftlich mit N. Heydeni Dej. eine Verwandte der N. tibialis 
Bon. und dem Subgenus Alpaeus Bon., sensu novo (M. K. Z. 1., 166; 1903) zuzu- 
weisen. Dejean begründet die Unterdrückung der G&ttxmg Alpaeus genau wie 
Schaum und begeht damit natürlich denselben Irrtum. Ein geradezu klassisches 
Beispiel zur Illustrirung dieser Verhältnisse bieten bekanntlich die beiden alpinen 
Nebrien Germari Heer und cordicollis Chaud., die ja zeitweise überhaupt als 
identisch betrachtet wurden. Es wäre damals wohl gewagt gewesen, die Ver- 
mutung auszusprechen, beide Arten gehörten verschiedenen Untergattungen an, 
eine Auffassung, die indess heute wohl von jedem Einsichtigen als richtig aner- 
kannt wird. Mit einem neuesten, hier einschlägigen Beispiele, Nebria velebiticola 
Rttr. betreffend, habe ich mich erst von Jahresfrist beschäftigt (M. K. Z. 1., 167 
bis 168, 1903). Die Zahl derselben Hesse sich noch beträchtlich vermehren, ich 
glaube aber, dass bereits die wenigen hier mitgeteilten ihrem Zweck, zur Vor- 
sicht zu mahnen, genügen. 



Nene isalaarktische Koleopteren. 79 

na eil aussen, handeln soll. Bekanntlich hat Cf an gl bau er in seinem 
prächtigen Faunenwerke »Die Käfer von Mitteleuropa« die Nebrien auf 
dieser Basis, also im Sinne Bonelli's getrennt und auf den Unterschied 
in der Tarsenbehaarung liin weiter gruppirt. Da auch aus dieser Bear- 
beitung unsere ursprünglich aufgestellten Gruppen intact, nur in veränderter 
Reihenfolge hervorgingen, so möchte ich gerade hierin einen Beweis für 
die Natürlichkeit unseres auf Verschiedenheiten in der Tarsenbekleidung 
und in der Entwicklung der Flügel gegründeten Systems erblicken. Im 
übrigen habe ich das Grefühl, als ob Herr Tschitscherin, nach seinen 
bisherigen Leistungen auf dem Gebiete der Nebrien*) zu schliessen, doch 
noch nicht die maassgebende Persönlichkeit sein dürfte, um auf Grund 
einzelner, wenn auch vielleicht zutreffender Beobachtungen über ein be- 
währtes System den Stab brechen zu können, zumal er uns bisher den 
Nachweis über jenen Grad von üebersicht und Specialerfahrung- schuldig 
geblieben ist, der auf diesem schwierigen Gebiete allein vor Trugschlüssen 
zu bewahren im Stande ist. (Dr. k. Daniel.) 

2. AtJious subvirgatns: d' ; A. longicolli Ol. vicinus, elongatus, 
siibparallelus, in capite pronotoque opaciis, in elytris nitiäulus, castaneus, 
fronte marginibiisque lateralihiis pronoti rufescentibus, elytris testaceis, longi- 
tuäinaliter piceo-fasciatis, antennis hrunneis, pedihus rufo-testaceis, tihiis 
femorihusqiie brumiescentibus, venire fiavo-cingulato, toto corpore subappressim, 
in x^fonoto elytrisque partim suberectim pubescens; fronte profunde excavata, 
rugoso-punctata, margine anteriore abrupte elevato, oculis semiglobosis, antennis 
graciUünis, filiformibus, haud serratis, dimidium elytrorum fere attingentibus, 
articulo secundo brevi, latitudine subaequilongo, tertio 2" dimidio circifer 
longiore, quarto duobus praecedentibus aeqiiilongo, artiadis idtimis tenuissimis; 
pronoto latitudine triente longiore, confertissime jjunctato, medio leniter sid- 
cato, in parte quarta basali utrinque foveolatim impresso, antice rede fere 
tnmcato, lateribus p)arallelo, angulis posticis retrorsum spedantibus, haud 
carinatis; scutello sid)elliptico, piceo, dense pundato ; elytris latitudine drciter 
quinquies longioribus, a medio ad apicem gradatim angustatis, profunde 
pimdatostriatis, interstitiis subconvexis, sat dense pundatis, primo nonoque 
totam longitudinem, odo tertioque in dimidio basali piceis vel brunneis, 
limho ipso laterali epipleurisque testaceis; pedibus gracilibus, articulo quarto 
tarsorum minuto, praecedenti midto minore. 

Variat fascia dorsali interstitium 5"'" occupante reduda vel evanescente, 
p)ronoto in lateribus medio leviter rotundato, ad angulos posticos subsinuato, 
his extrorsuni diver gentibus, antennis pedibusque omnino fere testaceis. 



*) Es liegt bisher nur die Beschreibung einer Art, N. Glasunovi (Hör. See. 
Eüt. Eoss. 28., 286; 1894), vor, die nicht einmal mit ihrer nächsten Verwandten 
(V. Haberhaiieri Heyd.), wohl einer der häufigsten centralasiatischen Species, 
verglichen wird, der sie sogar so nahe steht, dass sie mit derselben synonym 
geworden ist! Auch fehlen in der Beschreibung Angaben über die Behaarung 
der Tarsen, die Punktirung der 6. Ventralschiene, der Hüften, des 1. Flügel- 
deckenzwischenraumes an der Basis, alles Merkmale, die weit wichtiger sind, als 
der Umstand, dass z. B. die Mittellinie des Halsschildes fein aber ziem- 
lich markirt und beiderseits bis zum Rande verlängert ist und 
verschiedenes andere. 



80 Dl'. Karl Daniel und Dr. Josef Dauiel 

Long.: 9,5 — 10 ii>in; lat.: 2 — 2,5 nun. 

Patria: Italla superior, in montibas Venetiae provinciae. 

Die neue Art gehört in die 1. Section der Candeze'schen Äthous- 
Classification (Monograpliie des Elaterides 3., 417; 1860) und zwar als 
nächster Verwandter des Atlious longicoUis Ol. in die 2. Unterabteilung der- 
selben. Die mir vorliegenden drei cfc? haben die Länge der grössten 
Stücke dieser bekannten Art, sind aber dabei etwas gestreckter, die Färbung 
ebenfalls ganz ähnlich, auf den Flügeldecken heller oder dunkler bräunlich- 
gelb, eine schmale, auf den 1 . Zwischenraum beschränkte Nahtbinde, ein über 
dem 9. und dem grössten Teile des 8. Zwischenraumes liegender Seiten- 
streifen und ausserdem ein Bindenrudiment auf dem 3. Interstitium, das 
vom vorderen Viertel bis zum Apicaldrittel reicht, auch auf den 4. Zwischen- 
raum übergreifen, aber auch eine weitgehende ßeduction erfahren und 
wohl ganz fehlen kann, peclibraun. Der Halsschüd ist jenem des Ä. longi- 
coUis ganz ähnlich geformt, wenig glänzend, dicht, doch etwas weniger 
gedrängt punktirt, der Länge nach in der Mitte deutlicher gefurcht, dunkel 
rotbraun, eine ca. •'/4 der Halsschildbreite einnehmende Zone längs des 
Seitenrandes, die sich vor der Basis etwas mehr nach innen verbreitert, 
rötlich. Die Seiten des Pronotums sind entweder geradlinig, in diesem Falle 
sind die Hinterecken gerade nach rückwärts gerichtet, oder der Halsschild 
ist seitlich etwas gerundet erweitert und vor der Basis schwach aus- 
geschweift, die Hinterecken dann mehr oder weniger nach aussen divergirend. 
Der Kopf ist ebenfalls dunkel rotbraun, die Stirn in der vorderen Hälfte 
rötlich, etwa^ tiefer eingedrückt als bei A. longicoUis und die Vorderränder 
etwas stärker aufgebogen. Die Fühler sind sehr schlank und erreichen 
fast die Mitte der Flügeldecken. Das 2. Glied ist kurz, nicht oder wenig 
länger als breit, das 3. etwa um die Hälfte länger als das 2., das 
4. Glied so lang oder etwas länger als die beiden vorhergehenden zu- 
sammengenommen und etwas mehr als um die Hälfte länger als das 3. 
Bei Ä. longicoUis ist der Längenunterschied zwischen dem 2. und 3. Glied 
grösser (das 3. Glied etwa doppelt so lang als das 2.), zwischen dem 3. 
und 4. Glied dagegen geringer (das 4. Glied nur ^/i länger als das 3., 
manchmal beide an Länge überhaupt nur wenig verschieden) als bei A. suh- 
virgatus, das 4. Glied fast kürzer als die beiden vorhergehenden. Athous 
Ganglbaueri Schwarz (W. E. Z. 16., 133; 1897), vom Nanos (Krain) be- 
schrieben, von dem mir nur ein von Schwarz bestimmtes Stück aus dem 
Laibacher Moor (Hummler) vorliegt, nähert sich nach der relativen Länge 
des 2. — 4. Fühlergliedes und der etwas feineren Punktur des Halsschildes 
dem A. subvirgatus, von dem ihn im übrigen dieselben Merkmale trennen, die 
in der Originalbeschreibung zur Unterscheidung des A. Ganglbaueri und 
A. longicoUis angegeben sind, insbesondere kürzere Fühler, einfarbiger Hals- 
schild, schwächer punktirte, seichtere Streifen und viel flachere und feiner 
sculptirte Zwischenräume der Flügeldecken, ausserdem noch das Fehlen 
einer deutlichen Halsschildmittelfurche. Der südfranzösische Athous sub- 
truncatus Muls. (Opusc. Entom. 7., 89. — Candeze, Monogr. Elat. 3., 490) 
:= strichis Rehe. (Grenier, Mat. Col. Fr. 81 ; 1863), von dem wir vier 
übereinstimmende Stücke aus Avignon (Dr. Chobaut) besitzen, ist be- 



Nene paüiai'ktisclie Koleopteren. 81 

deutend kleiner*) als Ä. suhvirgatus m., die Stirne viel schwächer ein- 
gedrückt, das 3. Fühlerglied kaum länger als das 2. und höchstens halb 
so lang als das 4. Glied. Wie auch aus den Beschreibungen von Candeze 
und Eeiche hervorgeht, ist bei Ä. subtruncatus bezw. strictus der Naht- 
zwischenrauni von der hellen Grundfarbe der Flügeldecken eingenommen, 
die dunkle Bindenzeichnung beginnt erst auf dem 2. Zwischenraum oder, 
wie Candeze angibt, neben der Naht, wie dies auch bei unseren vier 
vStücken der Fall ist zum Unterschied von A. suhvirgatus m. und Ä. longi- 
collis Oliv., bei denen eine eigentliche schmale, dunkle Nahtbinde vor- 
handen ist. 

3 cfc? von mir bei Solagna im Val Sugana (italienische Seite) von 
Gesträuch abgeklopft (6. & 12. 6. 1897). (Dr. k. Daniel.) 

3. ElytrodoH ferox: Niger, antennarum scapo et articulo 1° funicidi 
in dimidio basali ferrugineis, omnino dense appressim alho-griseo-piibescens, 
in elijtris praeterea setulis nigris, hrevissimis, suherectis praeditiis; capite 
snhconico, rostro ab eo vix interrupto, ad apicem subtüiter sidcato, ocidis 
corwexiusculis, latitudine rostri fere distantihus, scrobibus modice profimdis, 
retrorsum parum prolongatis, pterygiis subexpressis, antennis subgracüibus, 
scapo recto, clavato, marginem anteriorem pronoti attingente, funiado 7-arti- 
cnlato, articulo 1'^ 2° 2)lus quam duplo longiore, 7" transversa, clava eo 
vix angustiore, elongata, fusiformi, a funiculo inconsp)icue interrupta ; ^yronoto 
convexo, transversa, lateribus fortiter rotundato-ampliato, in medio latissimo, 
postice recte fere tnmcato, in disco transversim hituberculato , tuberculis 
parvis, nitidis; scutello parvo, calvo, triangulari; elytris subtiliter striatis, 
striis subremote irregulariterque piimctatis, interstitiis fere planis, pubescentia 
ad vestigium fasciforme Immerale condensata; laminis ventralibus 2" 3" 
4"*"* subaequilongis ; pedibus validis, femoribus Omnibus dentatis, unguicidis 
hasi comiatis. 

cf : Angustior, elytris oblongo-ellipticis, latitudine i'/g longioribus, ad 
apicem gradatim declivibus, subtiliter transversim rugidosis, nitidulis, kumeris 
uidlis, pronoto in medio conspiciie carinulato, margine anteriore recto, integro, 
capite et praesertim rostro longioribus, antennarum funiculo subfusiformi, 
articulo 2" fortiter incrassato, sequentibus 2 sensim angustior ibus; pedibus 
validioribus, femoribus modice dentatis, tibiis omnibus incurvis, margine 
inferiore emarginatis et abunde villosis, anticis praeterea in triente apicali 
retrorsum fractis, comjjressis, fortissime introrsum curvatis et apice intus 
acute acuminatis; lamina ultima ventrali apice medio subangulatim p)'t''0- 
ducta. — Long.: 8,5mm (c. r.) ; tat.: 3 mm. 

9: Robusta, elytris breviter ellipticis, latitudine l'ls circiter longioribus, 
apice abrupte declivibus, subtilissime ruguloso-granidatis, opacis, Jiumeris 
subexpressis, rotundatis, pronoto antice medio distincte emarginato, carinula 
longitudinali deficiente, rostro breviore, latitudine paido longiore, antennarum 
funicido simpdici, solum articido 2" subincrassato, pedibus minus validis, 
femoribus fortius dentatis, tibiis omnibus rectis, nee emarginatis nee villosis. 



*) Candeze gibt 1. c. für Ä. subtruncatus Mnls. als Länge 9 mm, Reiche 
für A. strictus cf 8,5 mm. Unsere Stücke von Avignon messen nur 7,5 — <S mm. 



82 Dr. Karl Daniel und Dr. Josef Daniel 

anticis apice leniter ä'dataüs; laniina ultima ventrali apice onarginata, 
sulculo longitudinali, laevigato praeäita. — Long.: 8 nmi (er.); lat. : 
3,5 mm. 

Patria: Iconium Asiae minoris. 

Der Umfang der Grattung Elytrodon Schönli., die vorübergehend 
11 Arten umfasste, wurde durch Desbrochers in seiner letzten er- 
gänzenden Bearbeitung, dem «Deuzieme Supplement ä la monographie du 
genre Elytrodon^ (Le Frelon 6., 47) *) wieder auf eine einzige, die 
typische Art, Elytrodon Mdentatus Stev., reducirt, während er die übrigen 
bisher herangezogenen Species, die zum Teil ursprünglich der Gattung 
Sciap)hilus Stepli. angehörten, unter dem Chevrolat'schen Genusnamen 
Chaerocephalus zusammenfasste. Als Basis für die Spaltung benützt Des- 
brochers eine Verschiedenheit in der Fühlerbildung. Bei Elytrodon sind 
die äusseren Glieder der Geissei quer, das 7. fast so breit wie die Keule, 
letztere also kaum abgesetzt, bei Chaerocephalus dagegen subconisch, das 
letzte kaum breiter als lang, wesentlich schmäler als die Keule. Demnach 
ist die oben charakterisirte neue Art ein echter Elytrodon. Von den weiters 
von Desbrochers zur Trennung der beiden erwähnten Gattungen heran- 
gezogenen Merkmalen treffen die Angaben über die relative Länge der 
2., 3. und 4. Ventralschiene zu (bei E. ferox ist die 2. Ventralschiene 
kaum länger als die 3.), dagegen müssen die 9 secundären Geschlechts- 
auszeichnungen (zapfenförmige Tuberkeln auf dem Flügeldeckenabsturz, 
subapicale Ausrandung mit begleitendem, lappenartigem Vorsprung am 
Seitenrande der Flügeldecken, beiderseits zahnartig ausgezogene Hinterränder 
der 3. und 4. Ventralschiene) für die Gattungscharakteristik in Wegfall 
kommen, bezw. in anderer Formulirung Berücksichtigung finden. Da nun 
bei E. ferox gerade im c? Geschlechte abnorme Auszeichnungen auftreten, 
während das 9 solcher entbehrt, so sind demnach die Elytrodon-Arten 
neben den bereits erwähnten Unterschieden noch durch ausgesprochenen Ge- 
schlechtsdimorphismus ausgezeichnet, im Gegensatz zu den in dieser Hinsicht 
nur innerhalb der normalen Grenzen differirenden Chaerocejjhalus- Arten. 

Elytrodon ferox d ist dem cf des E. Mdentatus Stev. habituell nicht 
unähnlich, kleiner, dichter weissgrau behaart, die Flügeldecken kürzer, 
nach rückwärts rascher verengt und die Rückenwölbung weniger allmählich 
gegen die Spitze abfallend, der Kopf kürzer, mit schwächer entwickelten 
Pterygien und weniger gewölbten Augen, die Mittel- und Hinter Schenkel 
schwächer gezähnt als bei Mdentatus. Die auffallenden Unterschiede liegen 
in der Entwicklung der Tibien und Fühler. Die Vorder schienen sind 
ungefähr im Apicaldrittel ganz unvermittelt winklig nach rückwärts 
geknickt, der gebrochene Apicalteil platt gedrückt und viel stärker als 
bei Mdentatus c?, ebenfalls fast plötzlich, nach einwärts gekrümmt, so 
dass aus dieser doppelten Richtungsveränderung eine höchst eigenartige 
und auffallende Tibienform hervorgeht. Auch die Hinterschienen sind 
gegen die Spitze stärker einwärts gebogen, die Mittel tibien schwächer, 



*) Irrtümlich ist die Separat-Paginirung der Holcorrhiniden-Monographie 
auch auf das Supplement der JSZj/^ro^Zon-Monographie etc. fortgesetzt, p. 55 — 84 
ist daher in p. 47 — 76 zu ändern. 



Nene paläarktisclie Koleoptereu. ÖO 

aber im Apicaklrittel deutlich plattgedrückt. Sämtliche Schienen sind längs 
der Innenseite dicht zottig, weisslich behaart. An den Fühlern fällt die 
Verdickung des 2. Geisselgliedes gegenüber den folgenden, die nach aussen 
allmälilich an Dicke abnehmen, auf. Es ist kaum halb so lang als das 
1. und liegt nahezu in der Mitte der G-eissel, so dass diese nach der Basis 
und Spitze sich verjüngend, schwach spindelförmig entwickelt erscheint. 
Bei JS. bidentaius sind die Vorderscliienen zwar auch ziemlich stark nach 
einwärts, aber nur schwach und allmähUch nach rückwärts gekrümmt, die 
Hintertibien nur ganz unbedeutend einwärts gebogen, die Behaarung aller 
Schienen längs der Innenseite spärlich und viel kürzer, nicht zottig, die 
Mittel- und Hinter Schenkel stärker und spitzer gezähnt, die Fühler einfach, 
das 2. GeisselgKed so lang wie das 1. und weder von diesem noch von 
den folgenden an Dicke verschieden. Der Bauch ist bei ferox unregel- 
mässig, in der Mitte der Schienen spärlicher aber etwas kräftiger punktirt 
als bei bidentatus, daher auch mehr glänzend, stellenweise leicht gerunzelt, 
die 1. Ventralschiene dicht und ziemlich grob gerunzelt, matt und deutlich, 
bei hldentatus kaum eingedrückt. Der Bauch ist bei letzterem dünn und 
grösstenteils anliegend, bei ferox ziemlich lang viUos behaart. 

Das 9 des Elytrodon ferox ist von demjenigen des bidentatus schon 
durch das Fehlen der subapicalen, zapfenförmigen Pro tuberanzen auf den 
Flügeldecken auffallend verschieden, ausserdem noch dui'ch viel gedrungenere 
Gestalt und die oben beim Vergleich der cfc? angegebenen, auf Grösse, 
Bekleidung, Flügeldeckenwölbung, Kopfform und Schenkelzähnung bezüg- 
lichen Merkmale. Füliler und Tibien sind wie bei bidentatus 9 einfach, 
das 2. Geisseiglied ist indess kaum länger als die Hälfte des 1., bei 
bidentatus beide von gleicher Länge. Die 5. Ventralschiene ist wie bei 
letzterem an der Spitze in der Mitte ausgerandet, mit einer kurzen, ge- 
glätteten, nicht deutlich begrenzten Längsfurche, die 3. und 4. Ventral- 
schiene einfach, bei bidentatus mit zahnartig vortretenden Hinterecken, der 
Seitenrand der Flügeldecken vor der Spitze ohne Ausrandung bezw. Er- 
weiterung, auch die Spitze selbst einfach, nicht wie bei bidentatus 9 
leicht schnabelförmig herabgebogen. 

Konia (1897, Dr. Escherich, 30. 4. 1899, Korb), ein Pärchen in 
unserer Sammlung. 

Von Elytrodon bidentatus lag mir ausser einem ungarischen 9 (Nemet 
Bogsän, 94, Merkl) unserer Sammlung noch das Material der Prof. 
V. Hey den 'sehen Sammlung vor : cf 9 Theodosia (Eetowski), cf 9 Turcia, 
9 Amasia (Korb 1888), 9 Hungaria (Seidlitz). (Dr. k. Daniel.) 

4. Pfochiis (Argoptoclius) ophthalmiciis : Pt. graeco Strl. affinis 
et simillimus, niger, antennis pedibusqiie rufobrunneis vel testaceis, supra 
pallide viridi-squamosus et breviter albido-setulosus, elytris denudatvm bimacu- 
latis ; capite magno, piano, fronte lata, rostro latitadine aequilongo, illa 
haiid angustiore, oculis valde prominulis, convexis, scrobibus foveiformibus, 
])terygiis nullis, antennis subgracilibus, scapo sensim leviter curvato, marginem 
'posteriorem ocidorum manifeste sitperante, funiculo 7 -articulato , articulis 
primis 2 aeqiiilongi,s, B" 2° dimidio breviore, reliquis gradatim decrescentibus , 
clava angusta, fusiformi; pronoto transverso, antice posticeque rede truncato, 

6* 



84 Dr. Karl Daniel luid Dr. Josef Daniel 

lateribus parum rotundato densiusque squamoso; scntello ridnuto, trigonali ; 
elytris convexis, regularlter ellipticis, ad aplceiit fere rede declivibus, 
squamosis, macuUs 2 magnis, denudatis (1" in triente hasali, 2°' in triente 
apicali sitis) signatis, striato-pundatis, interstitiis fere planis, breviter irre- 
gulariterque setulosis; venire parce pubescente, fere calvo, lamina 2" sequen- 
tibus duabus simul sumptis aeqidlonga; alis inferloribus deficientibus ; 
pedibus sat validis, femoribus parce sqamosis, rnuticis, tibüs omnibus redis, 
unguiculis basi connatis. 

d : Corpore graciliore, elytris angustloribus, latitudine dimidio longloribvs. 

q: Ventricosa, elytris latitudine paulo longioribus. 

Long.: 2,75 — B mm (er.); lat. : 1 — 1,5 mm. 

Patria: Italia centralis et meridionalis. 

Ptochus ophthalmicus m. ist der nächste Verwandte des Pt. graecus 
Strl. . (Mittl. Schweiz. Entom. Gfes. 7., 395; 1887), von dem mir zwei 
griechische, von v. Oertzen stammende Stücke der Faust'schen Samm- 
lung ohne nähere Fundortshezeichnung- zum Vergleiche vorliegen, und ist 
mit diesem gemeinschaftlich von allen übrigen Arten durch die stark vor- 
tretenden, die Breite des Hinterkopfes seitlich beträchtlich überragenden 
Augen ausgezeichnet. In der Grösse, Färbung, Beschuppung und Ver- 
teilung der kahlen Flecken auf den Flügeldecken stimmen die beiden Arten 
im allgemeinen überein, sind aber noch durch folgende Merkmale leicht 
zu unterscheiden : Der Fühlerschaft ist bei Pt. ophthalmicus der ganzen 
Länge nach gleichmässig schwach gebogen, bei graecus dagegen etwa im 
1. Drittel stärker gekrümmt, die Beborstung der Flügeldecken ist bei der 
neuen Art kürzer, mehr anliegend, auf den Zwischenräumen unregelmässig 
verteilt, bei graecus etwa doppelt so lang, mehr aufgerichtet und auf den 
Interstitien einreihig angeordnet. Bei letzterer Art sind die Augen einfach 
halbkugelig gewölbt, der Rüssel etwas kürzer als an der Basis breit und 
der Halsschild kaum breiter als lang, hinter der Mitte leicht erweitert, 
bei ophthalmicus sind die Augen rückwärts etwas mehr convex, so dass 
sie, namentlich beim c?, von oben gesehen, schwach nach hinten gerichtet 
erscheinen (ähnlich wie die Augen einiger Holcorrhiniden , doch viel 
schwächer, nur angedeutet), der Rüssel ist länger und der Halsschild, 
namentlich beim 9 , quer und seitlich gleichmässig schwach gerundet. 
Ptochus bisignatus Germ, besitzt ebenfalls ziemlich convexe Augen, allein 
sie überragen die Breite des Hinterkopfes nur wenig. Da bei dieser Art 
der Halsschild besonders schmal und seitlich kaum gerundet, fast cylindrisch, 
ist, so ist der Kopf mit den Augen in der Eegel etwas breiter als der 
Halsschild. Ausserdem sind bei bisignatus die Flügeldeckenzwischenräume 
wie bei graecus einreihig beborstet, ferner fehlt auf den Decken der vordere 
Kahlfleck, der hintere ist mehr nach vorwärts gerückt und steht dem 
Seitenrande näher. Bei Ptochus quadrisignatus Bach ist die Kopfbildung 
von der des ophthalmicus wesentlich verschieden, die Stirn viel schmäler, 
der Rüssel länger, die Augen bedeutend flacher. Ptochus subsignatas Boh. 
ist durch verkürztes 2. Fühlerglied und deutlich hell beschuppte Mittel- 
binde des Halsschildes von allen besprochenen Arten ausgezeichnet, ferner 
sind seine Flügeldecken gestreckter als bei ophthalmicus, in der Kopfform 



Nene paläarktisclie Koleoptei-en. 85 

stiniint er mit quadrisignatiis überein, nur ist die Stirn etwas breiter und 
der Rüssel kürzer. Die Beborstung' der Flügeldeckenzwischenräume ist bei 
sithsignatus weniger regelmässig* gereiht als bei graecus, bislgnatus und 
quadrisignatiis, nähert sich also mehr jener des Ft. opJithalmicus m. FtocJms 
periteloides Fuss, der wohl überhaupt kein echter Ärgoptochus ist, unter- 
scheidet sich leicht von allen anderen Arten durch seinen geraden Fühler- 
schaft, von ophtha! DÜciis ausserdem noch durch verkürztes 2. Geisseiglied, 
ganz abweichend gebauten Kopf, dichter gedrängte, gleichmässige Beschup- 
pung (die einzelnen Schüppchen auch grösser, nicht haarförmig, sondern 
rund, gewölbt), sowie sehr kurze und spärliche oder fast fehlende Be- 
borstung auf den Flügeldecken. Ptochiis Strobli Rttr. (D. E. Z. 1899, 278) 
aus Siebenbürgen ist bedeutend grösser (4 mm), der Halsschild besitzt zwei 
grubenförmige Eindrücke, die nach rückwärts convergirenden Fühlergruben 
sind nach innen scharfkantig begrenzt, die Augen sind flacher, Fühler 
und Beine ganz gelb, die Bekleidung grösstenteils einfach haarförmig, nur 
stellenweise undeutlich schuppenartig. Der mir unbekannte griechische 
Ptochus Emgei Strl. (Mittl. Schweiz. Ent. Ges. 7., 396 ; 1887) besitzt 
nach der Beschreibung stark verkürztes 2. Geisseiglied, noch weniger 
gewölbte Augen als Pt. 4-signatns und je 4 kahle Flecken auf den Flügel- 
decken und ist somit wohl hinreichend von der neubeschriebenen Art ver- 
schieden. 

Yarano in Apulien und Monte Conero bei Ancona (Paganetti- 

Hummler, 1899). (Dr. K. Daniel.) 

5. Sciaphobus psittacinus: Ohlongo-ovatus, niger, femoribus piceis, 
eorum apice, tibiis tarsisque testaceis, antennis ferrugineis, in toto corpore 
cum femoribus sat dense sqiiamidis laete metaUico-viridibus obtectus et setulis 
hrevissimis teneris vix conspicuis obsitus, vestitura punctis minutis, calvis, 
sparsim digestis laesa; capite crassiuscido, conico, oculis parum prominiüis , 
rostro brevi, fere parallelo, latitudine aequüongo, fronte paulo latiore, piano, 
scrobibus deflexis, antennaruni scapo recto, brevi, niarginem posticwn oadorum 
haud attingente, funicido gracili, 7-articulato, arficulo secundo primo 
quadrante longiore, sequentibus subelongatis, clava anguste fusiformi ; pronoto 
transverso, antice posticeque rectefere truncato, lateribus modice regulariterque 
rotundafo, media latissimo; scutello subquadrato, apice rotundato; elytris 
pone medium vix ampliatis, convexis, ad apicem gradatim declivibus, lati- 
tudine dimidio longioribus, antice rede truncatis, apice communiter sub- 
acuminatis, punctato-striatis, interstitiis planis, squamulis subellipticis, humeris 
bene expressis ; processu laminae 1 "^ ventralis intercoxali coxis posticis sub- 
aequilato, antice rede truncato, lamina ventrali 2" tertiae quartaeque simul 
sumptis fere aequilonga; alis inferioribus rudimentariis ; pedibus brevibus, 
femoribus anticis muticis, mediis modice, posticis acute dentatis, tibiis 
Omnibus rectis, unguicidis basi connatis. 

Long.: 5,5 mm (er.); laf.: 2 mm. 

Patria: Italia centralis. 

Die Gattung Sciaphilus Schönh. wurde bekanntlich von Faust (Stett. 
Ent. Ztg. ol., 247 — 252; 1890) in 6 selbständige Genera {Sciaphilus 



86 Dl'- Karl Daniel und Dr. Josef Daniel 

Schh. sens. str., Chüoneus Schli., PaopJiüus Fst., Pleurodirus Clievr., 
Stasiodis Goz. und Heliophüus Fst.) aufgelöst. *) Nach der 1. c. gegebenen 
Uebersichtstabelle gehört die vorliegende Art in das dort neu aufgestellte 
Genus HelwpMlus, das durch angedeutete Schultern, kurzen Fühlerschaft, 
lange Greissei und einige andere charakteristische Merkmale von den nächst- 
stehenden Gfattungen unterschieden wird und nach Faust die Arten scitulus 
Germ. (Typus der Gattung), rubi Gyll., rasus Sdl., barbatulus Germ., 
smaragdimis Boh., vittatus Gyll., caesms Hmpe. und squalidus Gyll. um- 
fasst. Da der Name Heliophüus in der Zoologie bereits viermal als 
Gattungsbezeichnung vergeben ist**), ändere ich denselben in Sciaphobus. 
Von den genannten Arten ist der gleichmässig ziemlich dicht glänzend grün 
beschuppte psittacimis m. dem Sc. barbatulus Germ, nicht unähnlich, aber 
von demselben durch die kaum wahrnehmbare, sehr kurze und fast an- 
liegende Beborstung der Oberseite, gestrecktere, seitlich viel weniger ge- 
rundete Flügeldecken und viel spärlichere Kahlpunkte auf den Zwischen- 
räumen derselben ohne Schwierigkeit zu unterscheiden. Unter den Species 
mit fehlender aufgerichteter Beborstung steht die neue Art dem Sciaphobus 
rasus Sdltz. am nächsten, ist von diesem aber leicht durch viel be- 
deutendere Grösse, wesentlich abweichende Körperform, gezähnte Mittel- 
und Hinterschenkel, grösseres und längeres Schildchen und weniger dichte 
Beschuppung leicht zu trennen. Verglichen mit rasus 9 sind die Flügel- 
decken bedeutend gestreckter, der Länge nach weniger gewölbt, mit deut- 
lich vortretenden Schultern, seitlich nicht gleichmässig gerundet, sondern 
hinter den Schultern geradlinig oder leicht ausgeschweift allmählich er- 
weitert, auch sind die Augen etwas weniger gewölbt. 

Molise (Provinz Neapel). Von Dr. Bertolini eingesandt. Das einzige 
mir bei der Beschreibung vorliegende Stück scheint ein cf zu sein. 

(Dr. K. Daniel.) 

6. Oi^thochaetes alpicola: 0. discoidali Frm. proxime vicinus, 
elongatus, brunneus vel rufobrunneus, antennis pedibusqiie dilutioribus, elytro- 
rum Macula comynuni, discoidali, indistincte determinata et antennarimi clava 
nigro-piceis, supra setulis albidis, subspathuliformibus, in elytris longioribus, 
magis ere<:tis et in interstitiis imparibus uniseriatim dispositis instructus; 
capite parvo, usque ad oculos in pronotum retracto, rostro crassiusculo, 
niodice arcuato, tricarinato, pronoto aequilongo, antennis in triente apicali 
insertis, scapo recto, basin rostri pertingente, funiculo 6-articidato, articido 
primo incrassato, secundo triente longiore, exterioribus globosis, clava brevi, 
subfusiformi ; pronoto subquadrato, longitudine ^jaulo latiore, antice posticique 



*) In der erwähnten Abhandlung befürwortet Faust im Einverständnis 
mit Bedel den Anschluss der Gattungen Stasiodis und Heliophilus an Poly- 
drosus. Auch scheint ihm das ungeflügelte Genus bezw. Subgenus Homapterus 
Frm. bei Polydrosus nicht natürlich untergebracht. Er stellt dasselbe mit Rück- 
sicht auf die grosse habituelle Aehnlichkeit zu Mesagroicus Schönh., von dem 
es sich durch am Grunde verwachsene Klauen und kürzere 2. Ventralschiene 
unterscheiden lässt. 

'"*) 1803 von Meigen (Diptera), 1815 von Oken (Diptera), 1821 von Dejean 
(Coleoptera) und 1843 von Fitzinger (Reptilia). 



Neue paliiarktische Koleoptcren. 87 

rede frnncato, laterihus manifeste rotundato, ad apicem leniter constricto, 
grosse punctata, ajjpressim setuloso : scutello nullo ; elytris elongatis, latitudine 
duplo fere longioribus et pronoto duplo fere latioribus, ad apicem gradatim 
declivihus, medio latissimis, ad Jmmeros subexpressos parum angustatis, 
profunde punctato-striatis, punctis magnis, interstitiis aequüatis, Ms angustis, 
cariniformibus, imparibtis uniseriatim setulosis sed nidlo modo elevatis; 
pedihis brevibus, femoribiis inermibus, tibiis anticis ad apicem leniter 
incurvis, unguiadis liberis. 

Variat corpore breviore, pronoto latiore, ante apicem liaud constricto, 
colore pallidiore, ferrugineo, plaga discoidali nulla. 

Long.: 2 — -2,25 mm (s. r.); lat.: 0,75 — 1mm. 

Patria: In montibiis vicinis Brixiae urbi, Galliae transpadanae. 

Nach der gründlichen Revision der Grattung' Orthochaetes Grerm. durch 
Reitter (W. E. Z. 18., 5; 1899) ist 0. alpicola n. sp. ein Orthochaetes 
im engeren Sinne (Fühlergeissel 6 gliedrig, Keule dunkel, Schultern nicht 
vorgezogen) und unter den bisher bekannt gewordenen Arten nur mit dem 
westalpinen 0. discoidalis Frm. und zwar sehr nahe verwandt. Mit diesem 
gemeinschaftlich ist er von allen übrigen echten Orthochaetes- Arten durch 
unter sich vollkommen gleichmässig gewölbte, nicht abwechselnd erhabenere 
oder stärker gekielte Zwischenräume der Flügeldecken ausgezeichnet. Von 
0. discoidalis kenne ich nur ein Stück (Ferisson, Alp. marit., S*® -Ciaire - 
Deville) der De ville 'sehen Sammlung mit dem 0. alpicola in der Grrösse 
ungefähr übereinstimmt , sich aber durch anders gebauten Halsschild, 
gedrungenere, gegen die Basis weniger verengte Flügeldecken und deut- 
licher vortretende Schultern unterscheidet. Der Halsschild ist bei discoidalis 
fast cylindriscli (auch Fairmaire bezeichnet ihn als <.<angusfus>->), länger 
als breit, an den Seiten nur sehr schwach gerundet, bei unseren Stücken 
ist der Halsscliild etwas breiter als lang, seitlich mit deutKcher Rundung, 
vor der Spitze merklich eingeschnürt, auch ist die gemeinschaftliche 
Diskoidalmakel auf den Flügeldecken sehr undeutlich und unbestimmt 
begrenzt. 

In zwei Exemplaren von meinem Bruder in Judicarien (Val Sorino 
10. 7. 94) aus Buchenlaub gesiebt. 

Einige von J. Breit am Monte Frerone in den südlichen Adamello- 
Alpen gesammelte Stücke sind etwas kleiner, gedrungener, einfarbig rötlich, 
braunrot oder pechbraun, mit rötlichen Beinen und Fühlern, ohne Diskoidal- 
makel, der Halsschild ist noch etwas breiter als bei unseren Stücken vom 
Sorino-Tal und vor der Spitze kaum eingeschnürt. Bei dem geringen mir 
vorliegenden Vergleichsmaterial, namentlich von 0. discoidalis, vermag ich 
mich natürlich über die gegenseitigen Beziehungen der besprochenen Formen 
nicht endgiltig auszusprechen, vermute aber, dass weitere Untersuchungen 
die specifische Verscliiedenheit von Orthochaetes discoidalis Frm. und aljn- 
cola m. bestätigen werden. (Dr. k. Daniel.) 

7. Laria styloißhora: Habitu generali L. murinae Boh., oblongo- 
ovata, nigropicea, antennarum articidis tribus primis, tibiis tarsisque peduni 



ÖO Dr. Karl Danicil und Dr. Josef Daniel 

anterioriim, mediorumque rufo-testaceis, tarsorum articulo ultimo, in mediis 
interdiim etiam praecedentibits arUculisque hasalibus antennarum superne 
infuscaUs, supra temiiter fusco-brunneo-, in pygidio et infra densius flavo- 
griseo-pubescens, maculis parvis nonnullis pallidioribus vel albidis in elytris 
subfasciatim disposiüs signata; capite redinato, in fronte fortiter longi- 
tudinaliter carinato, oculis valde prosüientibus, antennis utroque in sexu 
fere aequilongis et subconformibus, pronoti basin valde superantibus, ab 
articulo quarto manifeste serratis, secundo minuto, globuliformi, tertio 
2" duplo fere longiore, ad apicem dilatato, haud serrato; pronoto trans- 
verso, apice rede fere truncato, basi medio in lobum obtusum praescutellarem 
prod'iido, lateribus integro, in dimidio basali antrorsum subangustato, ad 
apicem valde rotundato, in disco ruguloso-pundato : pube pallida ad guttulas 
2 discoidales pundiformes, ad plagam magnam praescutellarem et in angulis 
posticis condensata: scutello suhquadrato, dense pallide pubescente; elytris 
brevibus, latitudine l'j^ circiter longioribiis, pironoto multo latioribus, in 
lateribus p)erparum rotundatis, dorso parum convexis, striis subtilibus, 
distinde remoteque 2nindatis, interstitiis planis, suhrugulosis , tuberculo basali 
destitutis, humeris prominulis, pubescentia fusco-brunnea in interstitiis 1" 
paribusque densiore, in intervallis imparibus, suturali excepto, maculis 
minutis, albidis, transverse subbifasciatim dispositis (fascia anteriore minus 
distincta et subreda fere in medio, posteriore magis persjjicua et leniter 
undulata in parte apicali sitis) ; epimeris mesotJioracis, margine apicali 
metathoracis, coxis posticis in parte exteriore et macula unica in lateribus 
laminarum ventralium dense albido tomentosis ; pedibus anticis et mediis 
tenuibus, posticis validioribus, femoribus omnibus muticis vel posterioribus 
infra denticulo minutissimo munitis, tibiis posticis spinulis 2 terminalibus 
brevibus, subconformibus praeditis, unguiculis fortiter dentatis. 

d : Articulo 1 " tarsorum mediorum apice intus apophysi tenera styli- 
formi munito, pene redo, angusto, ad apicem, sensim acuminato, parameris 
medio abrupte angustatis, apice ciliatis. 

9 : Tarsis omnibus simplicibus. 

Long. : 3,75 — 4 mm; tat. : 1,75 mm. 

Patria: Byzantium; Bithynia circum lacum SopJiontem. 

Laria stylopJiora n. sp. ist in Grrösse und Färbung- der L. murina 
Boh. sehr ähnlich, im allgemeinen etwas breiter und kürzer, die rotbraune 
oder graubraune Grundbehaarung' auf den Flügeldecken spärlicher, den 
dunklen Deckengrund weniger verhüllend und auf den geraden Interstitien 
fast ganz fehlend, dagegen die hellen, zwei lose, zackige Querbinden 
bildenden Haarfleckchen auf den ungeraden Zwischenräumen mehr rein 
weiss und daher deutlicher in die Augen fallend. Der Halsschild ist etwas 
breiter, aber nach vorn stärker und leicht gerundet verengt. Die Fühler 
des 9 sind nur wenig kürzer wie diejenigen des d, die Glieder je nach 
dem Geschlecht kaum verschieden, auch beim 9 vom 4. Glied ab stark 
gesägt, nur die ersten drei Glieder rötlich (die beiden ersten auf der 
Oberseite meist angedunkelt), die übrigen schwarz. Bei Laria murina ist 
an den Fühlern das 3. Glied kugelig, das 4. verlängert und gegen die 



Neue palii arktische Koleopteron. 89 

Spitze verbreitert, normal auch das 4. Glied rötlicligelb, das 3. Glied vom 
2. nur wenig an Länge verschieden und mit diesem fast conform, kugelig, 
beim d das 4. bereits mehr oder weniger stark sägezahnartig, die folgenden 
Glieder vor der Zahnecke leicht ausgerandet, diese daher spitzer als bei 
sfylophora; beim g sind die Fühler viel kürzer und auch die mittleren und 
äusseren Glieder viel schwächer gesägt. Die Enddornen an den Hinter- 
tibien sind bei stylophora kurz, von gleicher Länge, bei murina der innere 
längei'. x\usserdem ist bei letzterer der Stirnkiel kräftiger, die Grundbehaarung 
der Flügeldecken auf allen Zwischenräumen gleich dicht, auch sind alle 
Tarsen schwarz, bei stylophora die vorderen und oft auch die mittleren 
rötlichgelb. Der wesentlichste Unterschied zwischen beiden Arten liegt in 
einer secundären Geschlechtsauszeichnung beim c? der neuen Art. Bei 
demselben ist nämlich das 1. Glied der Mitteltarsen innen an der Spitze 
in einen dünnen, etwa ^/a — ^/s der Länge des Gliedes erreichenden, griffel- 
förmigen Fortsatz ausgezogen, wodurch sich Laria stylopJiora von allen 
mir bekannten Gattungsvertretern unterscheidet. Ob dieselbe wirklich 
neben L. murina im System einzuordnen sein wird, wage ich trotz der 
grossen habituellen Aehnlichkeit beider Arten unter sich nicht zu behaupten. 
Nicht unerwähnt möchte ich lassen, dass bei shjlophora auf der Unter- 
seite der Hinterschenkel am Innenrande ein kleines, schwer sichtbares, 
manchmal rudimentäres Zähnchen auftritt, das wohl auch ganz fehlen 
kann, sie dürfte daher wohl in die 3. Gruppe der 2. Abteilung der 
Baudi'schen Tabelle (>->Femora mutica aut spinula vix conspicua ad mar ginein 
inferum munita« D. E. Z. 1886, 413) einzureihen sein. 

Konstantinopel (12. 4. 99, Korb). — Sabandscha und Goek Dagh 
im nordwestlichen Kleinasien (v. Bodemeyer 1899). Von letzterer 
Localität auch typische Laria murina Boh. (Dr. k. Daniel.) 

8. Donacia niicrocepltala: 9; testacea, capite maxlmam partem, 
pronoto (marginibus hasali apicalique exceptis) et metasterno fuscis, apicibus 
articiiloriim antennarum (praeter primum) tarsoriimque leviter obscuratls, 
supra breviter flavido-, subtiis densius siibargentaceo-appressim-pubescens; 
capite parvo, fronte modice lata, medio profunde canalicidata, facettis 
oculorum semiglobosorum valde expressis, gramdiformibus, antennis tenuibiis, 
dimidium elytrorum attingentihus, articulo tertio secundo 2'/^ longiore ; 
pronoto parvo, longitudine paido latiore, pone apicem latissiino, retrorstmi 
parum angustato, lateraliter vix rotundato, ante basin medio impressione 
transversa, magna, antice sulcis 2 obsoletis ad medium marginis apicalis 
convergentihus instructo, margine apicali manifeste, basali in medio parum, 
ad lafera toriformiter elevatis, angidis omnibus tuberculo (in anticis minuto, 
in posticis validiore) setas 2 — 8 gereute munifis ; scutello ovali; elytris pro 
corpore anteriore valde evolutis, subdeplanatis, in quadrante basali trans- 
uersim impjressis, basi pronoto duplo latiorihus, latitudine maxima duplo 
longioribns, pone Immeros distincte siibsinuatim angustatis et usque ad lati- 
tiidinem maximam jyone medium sitani dilatatis, apice dehiscentibus et 
singulati)n rotandatis, leviter striatis, striis irregulariter remoteque suhtiliier 
punctatis, interstitiis fere planis, transversim rugidosis, imparibus pjarum 



90 üi'' Karl Daniel und Dr. Josef Daniel 

elevatis; peclibus suhgracüibus, femoribiis dente parvo acuto armatis, tibiis 
simplicihiis, extus dentatim haud dilataüs, tarsis tenuibus. 

Long. : 8,25 mm ; lat. : 3,5 mm. 

Patria: Phüomelium Asiae minor Is. 

Wegen vollständig- behaarter Oberseite ist diese neue Donacia nur mit 
tomentosa Ahr., cinerea Hbst. und Kraatzi Wse. in Verbindung zu bringen 
und unterscheidet sich von diesen durch ganz andere Färbung, den auf- 
fallend stark entwickelten Hinterkörper, die gezähnten Hinterschenkel und 
schlankere Tarsen so wesentlich, dass sie wohl als Vertreterin einer 
neuen Gruppe innerhalb der Gattung betrachtet werden kann. 

Das charakteristische fahle Gelb, wie es gewissen Nacht- oder Steppen- 
tieren eigen ist, geht bei der vorliegenden Art auf Stirne, Wangen, 
Thorax (mit Ausnahme des Vorder- und Hinterrandes) und Hinterbrust in 
ein mehr oder weniger dunkles Braun über; desgleichen sind die vSpitzen 
der einzelnen Fühlerglieder (mit Ausnahme des ersten), sowie der Tarsen- 
glieder schwach angebräunt. Die Oberseite ist ziemlich dicht, kurz und 
niederliegend gelblich, die Unterseite silberglänzend, auf Hinterbrust und 
Bauch dichter behaart. Der verhältnismässig kleine Kopf ist auf der 
Stirne flach eingedrückt, diese in der Mitte tief, an den Seiten längs des 
Augeninnenrandes schwach gefurcht. Merkwürdig ist die für diese Gattung- 
auffallend grobe Facettirung der Augen, welch' letztere ausserdem einander 
mehr genähert erscheinen als bei den verglichenen Arten. Der Halsschild 
der neuen Art ist deutlich, wenn auch nur wenig breiter als lang, etwas 
breiter als der Kopf, die Vorderecken erscheinen trotz der an dieser 
Stelle vorhandenen Verdickung des Vorderrandes nur schwach ausgebildet, 
während die Hinterecken, infolge der gleichzeitig auftretenden, stärkeren, 
wulstförmigen Anschwellung des Basalrandes deutlich nach aussen vor- 
treten. Alle vier Ecken tragen an den erwähnten, verdickten Stellen je 
2 — 3 lang abstehende Borstenhaare. Die Seiten des Halsschildes sind 
unmittelbar hinter den Vorderecken etwas erweitert (grösste Breite), von 
hier aus nach rückwärts nur sehr schwach verengt und vor der Basis 
massig eingeschnürt. Scheibe zu beiden Seiten längs des Vorderrandes 
leicht, vor dem Hinterrand in grösserer Ausdehnung flach eingedrückt, 
ohne Andeutung von Höckern oder einer Mittellinie. Die Flügeldecken, 
deren Schultern auffallend kräftig entwickelt erscheinen, sind an der Basis 
doppelt so breit als der Halsschild, nach rückwärts zuerst schwach ver- 
engt, hinter der Mitte wieder verbreitert (grösste Breite), an der Spitze 
einzeln abgerundet, mit der Spur einer schiefen inneren Abstutzung, leicht 
klafl^end. Decken streifen massig stark punktirt, abwechselnde Zwischen- 
räume kaum merklich erhabener, 3. Zwischenraum am Abfalle deutlicher 
hervortretend, ein gemeinschaftlicher Eindruck im ersten Deckendrittel an- 
gedeutet. Die Beine sind wie bei den verglichenen Arten massig schlank, 
die Hinterschenkel ebenso kurz, auf der Unterseite im apicalem Viertel 
mit kleinem, deutlichem und spitzem Zahn bewaffnet; die etwas schlankeren 
Tibien sind nach aussen nicht zahnförmig erweitert, die Tarsen zwar 
nicht länger, aber dünner als bei den Verwandten, die einzelnen Glieder, 
auch das zweite, mehr parallelsei tig. Die dünnen Fühler erreichen die 



Neiie paläiirktiscbe Koleopteren. 91 

Mitte der Decken, das 3. Glied ist 274mal so lang als das 2., das 3., 
4. und 5. ungefähr gleichlang, das 6. und 7. etwas kürzer als die vorher- 
gehenden, die restlichen 4, unter sich ungefähr gleich langen Grlieder sind 
deutlich kürzer als das 7. und heben sich bezüglich ihrer Länge ziemlich 
auffallend von den vorhergehenden ab. Die Vorderhüften der D. micro- 
cephala sind etwas weniger genähert als bei cinerea und tomentosa, in der 
Bildung der Taster stimmt die neue Art mehr mit tomentosa, der sie 
überhaupt am nächsten steht, überein. Die mir nur aus der Beschreibung 
bekannte Donacia Kraatzi Wse. aus Amasia hat nackte Flügeldecken und 
nur den Halsschild behaart. 

Ein einzelnes bei Ak-Scheliir (6. 6. 1900; Korb) gesammeltes Stück 
(q) in unserer Sammlung. (Dr. j. Damei.) 

9. Lahidostomis (CJdorostola) nevadensis: cf ; metallico-atrovirens, 
nitida, sxpra calva, snbtus parce albido-puhescens, antennarum artioidis 
3 hasalibus, labro snperiore, mandibidantm apicibus, marginibus basali 
lateralique elytrorum, epipleuris et macida 'magna apicali rufo-testaceis ; 
capite magno, lato, in fronte leviter impresso, in impressione bifoveolato, 
antice fortiter, in vertice subtilius parciusque punctato, medio liaud canali- 
culato, clypeo tridentato, dente mediano breviore, antennis marginem posticum 
pronoti paido superantibus, articulo 1 " lato, trihus sequentibus simtd sumptis 
fere aequilongo, 4° 3" longiore, reliquis serratis ; pronoto longitudine dimidio 
latiore, convexo, ad basin magis declivi, fortiter punctato, pone marginem 
anticum medio haud impresso, basi elytris latiore, antrorsum regulariter 
angustato, margine basali bisimiato, angiäis posticis rotimdatis, subelevatis ; 
elytris cylindricis, latitudine plus dimidio longioribus, irregidariter crebro 
punctatis ; pedibus anticis longis, tibiis anticis fortius, mediis minus curvatis. 

Long.: 4,5 mm; lat.: 2mm. 

Patria: In Ilipida monte Baeticae provinciae. 

In der Färbung und der Bewaffnung des Kopfschildes mit Lejeiinei 
Frm. nahezu übereinstimmend. Kleiner, zierlicher gebaut, Augen mehr 
hervortretend, Oberlippe, die drei ersten Fühlerglieder und die 
Spitze der sclüankeren Mandibeln gelb. Die für Lejeunei charakteristi- 
schen drei Eindrücke der im vorderen Teil ungleichmässig gewölbten 
Stirne sind bei nevadensis undeutlich, der mittlere ist fast ganz ge- 
schwunden. Der Halsschild ist ungefähr 1^/2 mal so , breit als lang, 
trapezförmig, am Hinterrand am breitesten, überall grob und 
ziemlich dicht punktirt, in der Mitte des Vorderrandes ohne Ein- 
druck; Basis sehr deutlich zweibuchtig; Hinterwinkel zwar gehoben, 
aber verrundet. Der Halsschild der Lejeunei ist stark quer, reichlich 
zweimal so breit als lang, nur in dem Eindruck hinter der Mitte des 
Vorderrandes stärker, sonst aber sehr fein, äusserst zerstreut punktirt, 
oft spiegelglatt erscheinend, etwas vor der Mitte am breitesten. Während 
bei Jjejeunei die unpunktirte Apicalmakel der Flügeldecken matt erscheint 
und die metallischen Teile der Flügeldecken einen gedämpften, seidenartigen 
Glanz besitzen, sind bei nevadensis die grober punktirten Decken, die 



92 Ui'. Karl Daniel und Dr. Josef Daniel 

mit zerstreuten Punkten besetzte Apicalmakel eingeschlossen, glänzend; 
ausserdem ist bei letzterer Art die etwas weniger breite Basalbinde 
durch einen schmalen, gleichfarbigen Saum mit der Apical- 
makel ununterbrochen verbunden. Bei Lejeunei bleibt bekanntlich 
die gelbe Zeichnung auf den Basal- und Apicalteil der Decken beschränkt. 

In der Körperform erinnert nevadensis auch etwas an hordei F., ist 
aber von derselben durch die gelbe Färbung der Oberlippe, durch andere 
Bewaffnung des Kopfschildes, die gefleckten Decken etc. genügend unter- 
schieden. 

Ein cf vom Südabhange der Sierra Nevada (Picacho de Plateria, 
21. 6. 1895, Korb) in unserer Sammlung. (Dr. j. Daniel.) 

10. CryptocepJialus Champioiii: 9; nitidus, capite, pronoto, elytris, 
pedihus antennisqtie rufis, margine antico angidisque pjosticis pronoti, scutello, 
coxis episternisque luesothoracis flavis, parte inferiore, margine postico 
pronoti, marginibus scutelli, elytrorum margine basali, sutura, macula ovali 
Immer ali et puncto parvo pone medium nigris; capite parcissiyne pimctato, 
fronte leviter convexa, calva, antennis teneris, corporis medium vix attin- 
gentib'us, articulis tenuibus, exterioribus vix dilatatis; p>ronoto subtilissime 
parce punctulato, fere laevi, modice convexo, lateribus pariim rotundatis; 
scutello laevigato, siibtriangulari, ad apicem leniter rotundato-angustato, apice 
ipso Jiaud elevato; elytris fortiter punctatis, punctis in disco XKirtim seriatis; 
prosterno angusto, apice late emarginato. 

Long.: 5 mm; lat.: 2,75 mm. 

Patria: Hispania centralis, in montibus Tarraconensibus. 

Die Einreihung dieser interessanten Art kann vorläufig wegen des 
Fehlens des c? nicht mit Sicherheit vorgenommen werden. Es Liegt natür- 
lich nahe, dieselbe mit Rücksicht auf die Färbung und Anlage der Zeich- 
nung mit bimaculatus F. und infirmior Kr. in Beziehung zu bringen. Ich 
stelle sie jedoch vorläufig wegen der mehr genäherten Vorderhüften, des 
flacheren, hinten kaum gehobenen Scutellums, der dünneren Fühler, der 
Färbung des Kopfes, der Beine etc. in die Nähe des pini L., resp. dessen 
spanischer Verwandten. Hier würde sich Cryptoc. Clumipioni am nächsten 
an den mir nur aus der Beschreibung bekannten podager Seidl. (Berl. 
Ent. Zeitsclir. 11., 190, 1867) von der Sierra Guadarrama anschliessen, 
müsste sich jedoch von demselben durch zwischen den Coxen breiteres 
Prosternum, geringere Grrösse, mehr rötliche Färbung der Oberseite, gelb- 
liches, nur an den Rändern schmal schwarz gesäumtes Scutellum, durch 
das Vorhandensein eines schwarzen Punktes hinter der Mitte der Decken, 
durch kürzere Fühler und wohl auch durch schwarze Naht, schwarzen 
Basalrand des Halsschildes und der Decken genügend unterscheiden. 
Grypt. podager ist 6 mm lang, gelbbraun, mit schwarzem Scutellum und 
Schulterpunkt, hat ein zwischen den Coxen sehr stark verschmälertes 
Prosternum und auch im weiblichen G-eschlecht sehr lange Fühler. Es 
ist wahrscheinlich, dass bei unmittelbarem Vergleich der beiden Arten, 
sowie nach Bekanntwerden des cf der neuen Species sich noch weitere 
Differenzen constatiren lassen werden. 



Neiie paläarMisclie Koleopteren. — Personalia. 93 

Von Cryptoc. himaculatus und infirmlor unterscheidet sich Glmmpioni 
durch scMaukere, besonders in den Schultern schmälere Grestalt, den roten, 
nur sehr zerstreut punktirten, nicht behaarten, nicht eingedrückten Kopf, 
g-elbe Fülller, Beine, Coxen und Episternen der Mittelbrust, durch weniger 
gewölbten Halsschild, dessen Seiten sanfter und gleichmässiger gebogen 
sind, durch das am Ende kaum gehobene und abgerundete, grösstenteils 
gelbe Scutellum, die besonders am Abfalle grober punktirten Decken, 
deren liinter der Mitte gelegene, schwarze Makel kleiner, unregelmässiger 
begrenzt und dem iVussenrande mehr als der Naht genähert ist. Ausser- 
dem sind bei Championi die Fühler schlanker, die einzelnen Glieder länger, 
dünner, gegen das Ende nicht verbreitert, das Prosternum zwischen den 
Vorderhüften ist schmäler, die Epipleuren der Decken sind vom Seitenrand 
stark nach innen abgebogen, im Profil nicht sichtbar, während sie bei den 
verglichenen Arten, weniger nach innen gerichtet, im Profil deutlich wahr- 
nehmbar sind. 

Von Herrn Gr. C. Champion bei Tragacete in Alt-Castilien (1902) 
in einem 9 Exemplar aufgefunden. (Dr. j. Daniel.) 



Personalia. 

Am 16. März 1903 verschied in Tiflis der wirkl. Staatsrat Dr. Gustav 
V. Eadde, Excellenz, nach schwerer Krankheit im 72. Lebensjahre. 
In Danzig geboren und ursprünglich zum Apotheker bestimmt, führte ihn 
seine Neigung zu naturwissenschaftlichen Studien nach Eussland. Im Auf- 
trage der Regierung unternahm er eine Forschungsreise nach Sibirien und 
den Amurländern. Später leistete er Hervorragendes als Direktor des 
kaukasischen Museums für Naturgeschichte und Völkerkunde 
in Tiflis und beteiligte sich als solcher mit grossem Erfolge an der 
zoologischen Erschliessung des persisch-russischen Grenzgebietes und des 
südwestlichen kaspischen Territoriums. Die reichen Ergebnisse seiner 
Forschungsreisen sind in einer Reihe glänzend geschriebener Werke nieder- 
gelegt und bearbeitet. (Dr. k. Dauiei.) 



Am 18. Juli 1903 starb in Marseille der Naturalist Damry, bekannt 
durch seine erfolgreiche Explorirung Corsicas und Sardiniens. 

(Dr. K. Daniel.) 



L'entomologie vient de faire une perte serieuse dans la personne de 
Georges Vodoz, mort au Cap d'Antibes le 20 aout 1903, avant d'avoir 
pu donner sa mesure. Qu'il me soit permis, ayant ete uii instant son 
collaborateur et son ami, de retracer en quelques lignes l'existence de cet 



94 Personalia. 

homme aiissi modeste que bleu cloue, et l'un des plus parfaitement sym- 
patliiques que j'aie jamais rencontres. 

Georges Vodoz iiaqnit le 3] mal 1873 ä Vevey (canton de Vaud) ; 
apres d'excellentes etudes, il se presenta au Polytechnikum de Zürich et 
y fut recu en 1891 avec le n" 1. Les premiers symptomes du terrihle 
mal auquel il devait succomber treize ans plus tard l'empecherent d'y entrer 
et de poursuivre sa carriere d'ing-enieur, et le forcerent ä concentrer tous 
ses efforts en vue de son retablissement. En 1894, durant une eure 
d'ete ä Weissenburg (canton de Berne), et gräce aux conseils du Prof. 
Dr. Huguenin, de Zürich, il commenga ä s'interesser ä l'entomologie. 
L'annee suivante, il se fixait avec sa mere en Corse, oü il vecut 6 ans, 
sejournant l'hiver ä Ajaccio, l'ete dans la region montagneuse et partageant 
son temps entre l'entomologie et la peinture. Gräce au concours de son 
inf atigable auxiliaire Felix Guglielmi, il recueillit pendant ce sejour 
des materiaux extraordinairement abondants et d'un haut interet concernaht 
la faune coleopterique de la Corse. En 1901, il quitta la Corse pour se 
fixer dans le Midi de la France ; c'est lä, que la mort est venue le chercher, 
Sans que rien le fit prevoir, au moment oü nous travaillions ensemble ä 
mettre en oeuvre les materiaux de toutes sortes qu'il avait accumules 
depuis plusieurs annees. 

Les quelques notes que G. Vodoz a pubüees sur l'Entomologie de 
la Corse sont loin de donner la mesure de ce qu'aurait pu produire plus 
tard cet esprit erainemment scientifique et passionne de verite, si la mort 
n'etait venue le saisir au moment oü le sens critique commengait ä s'eveiller 
en lui, et oü il se preparait ä voler de ses propres alles. 

Publications de G. Vodoz: 

Excursions entomologiques en Corse (Miscellanea Entomologica, 8. (1900), 
p. 73—74, 89—92; 9. (1901), p. 49—52). 

Observations sur la faune des Coleopteres de la Corse (Comptes-Rendus de 
l'Association Fran^aise pour 1' Avancement des Sciences, Congres d' Ajaccio (1901), 
p. 626—643). 

Observations sur les especes corses des s. g. Abacopercus Gangib. et Percus 

Bon. (Bull. SOC. Ent. Fr. (1902), 145). (J. Sainte-Claire-Devüle.) 



Im Alter von 63 Jahren erlag am 8. September 1903 in Blasewitz 
der auch in koleopterologischen Kreisen wohl bekannte Professor Dr. Oscar 
Schneider, Vorsitzender des Entomologischen Vereins Isis zu 
Dresden, seinem Herzleiden. Als Sohn eines Archidiakonus in Löbau 
(Oberlausitz) geboren, war er ursprünglich dem geistlichen Stand bestimmt 
und studierte daher, trotz seines lebhaften Interesses, das er von Kindlieit 
auf für Naturwissenschaften hegte, in Leipzig Theologie. Geologische Studien, 
die er nebenbei trieb, trugen ihm 1865 noch vor Abschluss seiner theologischen 
Examina die philosophische Doktorwürde ein. Nach den bestandenen 
theologischen Prüfungen nahm er zunächst eine Erzieher- und Hauslehrer- 
stelle in Glaneck bei Salzburg, ein Jahr später eine solche beim deutschen 
Generalkonsul in Ramleh bei Alexandrien an. Beide Gelegenheiten benutzte 
er auf das trefflichste, um seine naturwissenschaftlichen Kenntnisse zu 



Personalia. 95 

erweitern und Sammlungen anzulegen; an ersterem Orte widmete er sich 
vorwiegend der Paläontologie, an letzterem mehr der Flora und Insekten- 
fauna, dabei keine Grelegenheit versäumend, im Land so viel als möglich 
umherzukommen. So befuhr er von Kairo aus den Nil aufwärts bis Assuan, 
eine andere 20 tägige Tour brachte ihn über Jerusalem an das Tote Meer 
und bis nach Jericho und als seine Stelle in Eamleh erlosch, machte er 
eine Reise durch ganz Italien. Urlaub und Ferien, die ihm seine 1869 
angenommene Oberlehrerstelle in Dresden boten, führten ihn nach dem 
Kaukasus und Transkaspien, ferner nach seiner Verheiratung nach Elba, 
wiederholt nach der Eiviera und in die Alpen und nach seiner Pensionirung 
(1893) häufig nach Borkum mid zuletzt (1902) auf vier Wochen nach 
Korsika. Obwohl sein Beruf ihn besonders auf den Unterricht in Greographie 
und Grescliichte liinwies und seine Publikationen und privaten Studien sich 
vielfach auf das Gebiet der Mineralogie, Ethnographie, Kulturgeschichte 
und Pädagogik erstreckten, so hatte er sich doch stets mit grossem Eifer 
der Tiergeographie gewidmet und allerorts vor allem fleissig Insekten, 
besonders Käfer gesammelt; wir erinnern an die von ihm veröffentlichten 
faunistischen Arbeiten über Vallombroso, San Remo {Bythinus Schneideri 
Eeitter sp. n.) und Eamleh (cf. Kirsch, Berlin. Entom. Ztschrft. 1870), 
dann an die zugleich mit Leder herausgegebenen Beiträge zur Kenntnis 
der kaukasischen Käferfauna (Brunn 1878) und an die umfangreiche Arbeit 
über die Fauna der Insel Borkum (Abhandl. Naturw. Ver. Bremen 16., 
I, 1898); auch sein letzter Aufenthalt auf Korsika zeitigte zwei koleop- 
terologische Arbeiten, so die über Melanismus korsischer Käfer (Verhau dl. 
Ver. Isis 1902) und über Phaleria ligurica und deren Verwandte in der 
Wiener Ent. Zeitung 1900. 

Die Belegstücke zu aUen diesen, für die Kenntnis der europäischen 
Käferfauna höchst wichtigen Publikationen, sowie eine Auswahl aus der 
von ihm hinterlassenen, artenreichen Käfersammlung, hat Schneider in 
hochherziger Weise letztwillig dem Kgl. Zoologischen Museum in 
Dresden überwiesen. (Prof. Dr. k. m. HeUer.) 



Am 11. Dezember 1903 verschied in Eadebeul - Dresden Oberst 
L. H. V. Schlieben im Alter von 71 Jahren, nachdem er bereits 1890 
nach ehrenvoll zurückgelegter militärischer Laufbahn in den Euhestand 
getreten war. Hervorgegangen aus der an fruchtbaren Anregungen so 
reichen Kiesenwetter'schen Schule und mit ausgesprochenem Sinn für 
naturwissenschaftliche Studien begabt, pflegte er seine bevorzugten Gebiete, 
Botanik und Koleopterologie, mit leidenschaftlicher Hingabe bis in sein 
hohes Alter. In früheren Jahren besuchte er wiederholt die Karpathen 
(wo es ihm als einem der wenigen auch glückte, die seltene Letzneria 
Ihieata 7A\ erbeuten) und Alpen, und Ende der neunziger Jahre unternahm 
er noch eine Sammelreise nach Südungarn (Mehadia). (Er. k. Daniel.) 



96 



Referate. 



(Veröffentlichungen vorlierrseliencl oder ausschliesslich faunistisch-geographischen Inhalts werden 
unter der Bubrik »Beiträge zur Koleopteren-Geographie« besprochen.) 

E. Reitter: Bestimmung-stabellen der europäischen Koleopteren. Heft 48; 

(Curculionidae: Tanyniecini, 1. Hälfte). Paskau 1903; Preis 1 M. 

Eingangs der Tabelle wird eine Uebersicht aller mit Tanymecus im weiteren 
und engeren Sinne verwandten Gattungen gegeben. Als neu werden beschrieben ; 
Hauserella (n. g.) elliptica von Transkaspien ; Diglossotrox Lac. auridorsis 
von Aulie-Ata; Phacephoms Schönh. nasutus, Alai ; Tanymecus Schönh. (Episo- 
mecus n. sbg. auf T. dilaticollis und v. vittiger); {Geomecus n. sbg.) tenuis, 
Kaukasus,*) Telephus, Araxestal, breviformis, Algier; (Tanymecus s. str.) pubi- 
rostris, Kaukasus, palliatus v. convexifrons, Kleinasien, Turkestan; Megamecus 
II- §'• (tyP- Esamus cinctus Fst.) variegatus Gbl. v. ocularis, Transkaspien etc.; 
{Gnathomecus n. sbg.) cervulus, Transcaspien ; Acercomecus n. sbg. auf 
T. argentatus Gyll.); [Hypesamus n. sbg.) chlor ophanus, Amu-Darja; Asemus 
Schönh. subpilosus, Kaukasus, Transcaspien etc. (Dr. k. Daniel.) 

— Bestimmuiig'stabellen der europäisclien Koleopteren. Heft 52: (Curcu- 
lionidae: Sitona und Mesagroiciis). Paskau 1903; Preis 1,50 il. 
Die Gruppirung der Sitona -Arten erfolgt unter Benützung eines neuen, 
auf Verschiedenheiten in der Bildung der Vorderbrust gegründeten Merkmals und 
bedeutet einen wesentlichen Fortschritt gegenüber den Eevisionen von Allard und 
Stierlin. Die 5 Stierlin'schen Gruppen werden auf 11 vermehrt: 1. Scutellati 
(Type : grisea F.) : Einer der erfreulichsten Erfolge der ganzen Bearbeitung liegt 
in der präcisen Trennung der bisher nicht klar genug umschriebenen Arten dieser 
kleinen Gruppe. Es ist dies umsomehr zu begrüssen, als Apfelbeck sich in 
neuester Zeit für die Zusammenziehung von grisea F., gressoria F. und variegata 
Fahrs. aussprach und sich damit in Widerspruch zu der geläufigen Auffassung 
setzte. Neu aufgestellt: 8. Stierlini aus Syrien zu grisea; Formaneki nom. nov. für 
setulifera All. Strl. Desbr. {nee Fahrs.). — 2. Pubiferi (Type: cambrica Steph.): 
Neu: cambrica puberula aus Algier. — 3. Oculati (Type; Zmosa Eossi): Hieher 
nach ocellata Küst. und latipennis Gyll. — 4. Convexicolles {l!j^&: regen- 
.sfemen.sis Hrbst.): Hieher noch tibialis Hrbst. und virgata Fahrs. (= Faillae Desbr., 
argentata Dsbr., /a^Zaa; Roshr.). — b. Eciliati (Type: lineataL.): Hieher a?6o- 
vittata Chevr., subovata Desbr. und suturalis Steph. — 6. Laterali (Type: vere- 
cunda Rossi = c/iioroZowa Fhrs.): Hieher noch lividipes Yhrs. ojjJithalmica Desbr. 
(Beitteri Strl.) und sulcifrons Thnbg. mit v. Deubeli Krauss, v. rasilis Hochh., 
nov. V. angustifrons. — 7. Subnudi CType; gemellata Gyll.): Hieher noch nigra 
All. — 8. Ciliati (Type: flavescens Marsh.): Hieher noch ovipennis Hochh., 
longula Gyll. (bucephala A])Sb.), jnmcticollis Ste\)h.., fuscopilosa Apfib., cinnamomea 
All. {corcyrea Apflb.) ^= flavescens var., Munganasti n. sp. aus dem Kaukasus, 
maroccana Strl. — 9. Callosi (Type: fronto Fst.): Hieher noch callosa Gyll. 
(caucasica Strl.). — 10. Setosi (Typus: crinita Hrbst.): Wohl die schwierigste 
Gruppe. Der Autor gibt für dieselbe 2 Tabellen. Wichtig ist die Präcisirung 
der meist verkannten S. languida Gyll. Neu beschrieben: Ragicsae aus Sicilien 
und Sekerae aus Oberitalien, beide zu crinita, ausserdem noch crinita v. albo- 
crinita aus Osteuropa und Turkestan, v. nigrocrinita vom Araxes und v. densata 
(fallax All. nee. Eosh.) aus Andalusien, Griechenland und dem Kaukasus. In 
diese Gruppe gehören noch: lineella Bonsd., Blanchardi All., versicolor Est., 
Bedeli Est., Waterhotisei Wlt., hirsuta Desbr., syriaca Strl., onerosa Est., ursus 
Desbr., foeda Gyll. (=: ignorans Est.), Fairmairei All. und costipennis Est. — 
11. Angustifrontes (Type: Immer alis F.). Interessant ist das Vorkommen 



*) Es wurde schon öfter darauf hingewiesen, dass »Mlok.« nicht den Namen einer 
Lokalität bezeichnet, sondern die Abkürzung des Namens eines Sammler.s (Mlokossewitscli). 



Referate. 97 

der sibirischen Sit. obscurata Fst. (bosnica Apflb.) in den österreichischen Alpen 
und Bosnien. In diese G-ruppe gehören ferner hispidula F., aberrans-Fst., obscurata 
T. alpina Apflb,, aimtrensis Fst., cylindricollis Fhrs., Bmcki All., concavirostris 
Hochh. {circumducta Desbr.) und inoj^s Gyll. {curviscelis Desbr.). Die schwierige, 
namentlich an asiatischen Arten reiche Gattung Mesagroicus Schönh. wird 
nach der Länge des Fühlerschaftes in zwei natürliche Gruppen geteilt. Neu 
beschrieben werden aus der 1. Gruppe (Fühlerschaft den Hinterrand der Augen 
erreichend, aber nicht deutlich überragend, Augen stark gewölbt) ; Stierlini von 
Morea, poriventris von Südrussland, analis von Kleinasien. Aus der 2. Gruppe 
(Fühlerschaft den Hinterrand der Augen weit überragend): auliensis, sulcicollis, 
fasciotus und Hauseri, sämtliche aus Turkestan, sowie Helleri und conicirostris 
aus Buchara. Bei der Bearbeitung der beiden Gattungen lag dem Autor das 
gesamte Original material Faust's und Desbrochers" vor. In den dem Heft 
beigegebenen einleitenden Bemerkungen betont Reitter unter anderem mit Nach- 
druck den Nutzen tabellarischer Uebersichten im Gegensatz zur Charakteristik 
in Form von Einzelnbeschreibungen, ein Standpunkt, mit dem er wohl sicher 
auf den ungeteilten Beifall aller praktischen Systematiker rechnen darf. Ueber- 
gehend zu einer kurzen Kritik der Ganglbauer'schen » systematisch-koleoptero- 
logischen Studien« (M. K. Z. l., 271 — 319) polemisirt Reitter gegen die von 
Gangib auer acceptirte, mit den Glaphyrinen beginnende Reihenfolge der Melo- 
lonthinen und hält zur Gruppirung innerhalb der Familien nur äusserlich sicht- 
bare Merkmale für geeignet. (Dr. k. Daniel.) 

Dr. J. MiUler: Coleopterologisclie Notizen IV. (W. E. Z. 22., 147; 1903.) 3. 

1. Für die schon von Röschke besprochene Tatsache, dass ein vorne ein- 
gekerbter Flügeldeckenrand ausser bei Reitter's Carabi crenolimbi auch noch 
bei Arten anderer Gruppen vorhanden ist, werden zwei weitere Beispiele (Carabus 
dathratiis und gewisse Rassen des cancellatus) beigebracht. 2. Synonymische 
Notiz bez. Carabus versicolor. 3. An der Hand eines reichen Materials, sowie 
nach Einsichtnahme der Type des Anophthalmus dalmatinus wird die Ver- 
schiedenheit desselben von suturalis Schauf. nachgewiesen, die Frage der specifi- 
schen Trennung beider Formen, obwohl Uebergänge nicht beobachtet wurden, 
aber offen gelassen. 3. Dalmatinische Funde für Perigona nigriceps und Notiz. 
4. Nachweis, dass das cf des Pterost. gracilis öfter mit einem Längskiel am 
letzten Abdominalsegment angetroffen wird. 6. Widersprüche zwischen der Original- 
beschreibung und der Apf elbeck'schen Auffassung des Oplionus pubipennis 
Küst. 8. Neue Unterscheidungsmerkmale für ApJiodius thermicola und cribrarius 
(]Metasternalgrube, Copulationsapparat) ; 9. u. 10. Notiz über Kissophagus Novaki 
und hederae und das cf von Adoxus obscurus. (Vergl. Ref. 60.) 

(Dr. J. Daniel.) 

E. Reitter: Coleopterolog'ische Notizen. (1. c, 171.) 4. 

Bemerkungen zu No. 1 und No. 9 (Ref. 3) der Dr. MüUer'schen koleoptero- 
logischen Notizen ; Synonymische Notiz : Äulonocnemis (Platyscelis) Hauseri Rttr. 
= Prosodes phylaeoides Fisch. 9 . (Dr. j. Daniel.) 

— Siebzehnter Beitrag- zur Coleopterenfauna von Europa und den an- 5. 
grenzenden Ländern. (1. c, 173.) 

Neu : Tachys NetuscJiili zu fulvicollis von Kairo ; Dromius angustus v. 
bescidiciis (dunklere Form) von den Beskiden; Helioctanienus lusitanicus von 
Portugal; Bhyssenius Sequensi zu gemmifer von Kairo, Obok; CoptocJiirus 
haemonius von Salonichi; Hydrocyphon Championi von der Sa Bejar; Ajnon 
Leonhardi von der Bjelasnica, von rugicoUe durch nicht ausgesprochen runzlige 
Punktirung des Halsschildes und die ganz kurzen Börstchenreihen der längeren 
Decken verschieden. (Dr. J. Daniel.) 

0. Schwarz: Drei neue ElatJious-Arten. (1. c, 207.) 6. 

Paläarktische Arten : E. smyrnensis aus Smyrna und E. syriacus aus Beirut. 

(Dr. J. Daniel). 

7 



98 Referate. 

E. Reitter: Neue, Ton den Herren Otto Leonhard und M. Hilf in der 7. 

HerzegoTina entdeckte Grottenkäfer. (1. c, 209.) 

Leonhardella (n. g. Pholeuomdarum) angiiUcollis n. sp. aus einer Grotte 
am Lebrsnik zu Leonhardia Eeitt.; Silphanillus (n. g. Pholeuonidarum) Leonhardi 
n. sp. von der Vlasulja bei Pholeuonopsis Apflb.; Anophthalmus Hilfi, eine 
9,5 mm lauge, flache Art aus der Verwandtschaft des Schmidti und Schaumi 
von einer Höhle bei Ubli. (Dr. J. Daniel.) 

— Uebersicht der Otiorrhynchus-Arten aus der Untergattung lAmatO' 8. 
gaster Apflb. (1. c, 213.) 

Eine Bestimmungstabelle der mit 0. rugicollis verwandten Arten. Neu: 
0. Darius von Meleda mit v. donabilis aus Südbosnien ; pachyscelis v. nyctelius 
von Südkrain; lasioscelis von Dalmatien und Bosnien. 0. tiimidipes wird zu 
pachyscelis und Paganetti St. zu Hopffgarteni gezogen. (Dr. j. Daniel.) 

— Antroherpon Matulici. (1. c., 216). 9. 
Aus der Verwandtschaft des cylindricolle und Ganglbaueri, von einer Höhle 

bei Ubli. (Dr. J. Daniel.) 

— Neue, von Herrn Hauptmann E. v. B o d e ni e y e r im Jalire 1903 in Klein- 10. 
asien g-esammelte Coleopteren, rorzüg-lich Pselapliiden und Scyd- 
maeniden. (1. c, 221.) 

Bythiniis Bodemeyeri vom Goek-Dagh zu Reitteri und sculptifrons; Bythimis 
Mohamedys zu anatolicus vom Belgrader Wald und Alem-Dagh; Cephennium 
(Megaloderiis) Bodemeyeri zu perispinctum vom Goek-Dagh und Alem-Dagh; 
Neuraphes (Scydmoraphes) diiricoUis aus der Verwandtschaft des sulcipennis, 
tricavulus etc. vom Goek-Dagh; Euconnus (Tetramehis) Bodemeyeri zu micro- 
cephalus, Brenskeanus, scipio etc. vom Belgrader Wald und dem Goek-Dagh; 
Laena Bodemeyeri vom Alem-Dagh zu piligera. (Dr. J. Daniel.) 

— Uebersicht der Otiorrhynchus-Avten aus der nächsten Verwandt- 11. 
Schaft des O. proocimus Stierl. (1. c, 228.) 

Die Arten p>roximiis, carpathicus Dan., hypsihates Gglb. und Leonhardi 
Ettr. n. sp. von der Bjelasnica werden in Tabellenform behandelt. 0. tatricus 
Ettr. wird zu proximus gezogen. (Dr. J. Daniel.) 

— Uebersicht der mit Zonabris variabilis Fall, zunächst verwandten 12. 
Arten, (l.-c., 230.) 

Eine neue aus Bosnien und der Herzegovina stammende Art (hosnica), 
sehr nahe mit pusilla verwandt. (Dr. J. Daniel.) 

— Tier neue Coleopteren der paläarktischen Fauna. (1. c, 231.) 13. 
Tychiis microphthalmus zu rufus und anophthalmus von Algier; Anillocharis 

(ja. g.) Ottonis zu Pholeuonopsis und Silphanillus aus einer Höhle bei Lebrznik ; 
Malcliinus Brancsiki von Cattaro, Äroniia pridnosa von Kuldscha. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Uebersicht der Coleopteren-Arten aus der nächsten Verwandtschaft 14. 
des Enicmus Mannerlieimi Kol. (1. c, 234.) 

Neu : E. . Yarendorffi und anatolicus vom Parnass resp. Konia. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Zur Entwicklung-sgeschichte des Cleonus Saintpierrei Chvrl. (I.e., 235.) 15. 
Die Larve dieses Eüsslers entwickelt sich in Aegypten an den oberen 

Wurzelteilen von Reaumuria hirtella in klumpenweise dicht aneinander- 
geschlossenen, innen ausgehöhlten, rundlichen Zellen, die das Aussehen von 
Hummelwaben besitzen und aus Lehm und Sand gefertigt sind. Die 11 — 12 mm 
lange Larve wird ausführlich beschrieben. (Dr. j. Daniel.) 



Referate. 99 

E. Reitter: Uebersicht der paläarktischen Arten der Coleopteren-Gattuug- 16. 

Evaiilocera Guer. (1. c, 237.) 

Vier Arten, darunter eine neue {Hauseri von Astrabad) werden dicliotomisch 
auseinandergehalten. _E. 9-ßabeUata J. Sahlbg. wird als cf zu Fischeri Men. 

gezogen. (Dr. J. Daniel.) 

— Dorcatonia LoninicMi n. sp. (1. c, 239.) 17. 
Eine neue, sehr ausgezeichnete Art aus der Verwandtschaft der L. flavi- 

cornis und chrysomelina aus Minsk (Lithauen). (Dr. J. Daniel.) 

— Coleopterolog-ische Notizen. (1. c, 240.) 18. 
Gegen die Degradirung des Dorcadion Ledert Kr. zu einer Varietät des 

Wagneri Küst. durch Pic wird unter Angabe der Gründe Protest eingelegt und 
die Vermutung ausgesprochen, dass Pic's Lederi nicht der Type, die Eeitter 
besitzt, entspricht ; Otiorrhynch. diabolicus R. wird in das Subgenus Dorymerus 
transferirt und neben subquadratus gestellt; Eusonoma Eeitt. ist synonym mit 
Delenda Croiss. Auch werden die Unterschiede zwischen D. Frivaldskyi Reitt. 
und Carthago Croiss. erörtert. (Dr. J. Daniel.) 

P. Wytsmann: Grenera Insectoruni. (Vgl. M. K. Z. 1., Ref. 44.) Von diesem 19. 
grossangelegten Sammelwerk sind weiterhin erschienen: 

Fam. Hylophilidae par M. Pic, ayec 1 planche coloriee. 1902. Auf 
Grund der charakteristischen Bildung des Abdomens, an welchem nur vier äusser- 
lich sichtbare wohlgetrennte Ventralschienen auftreten, befürwortet Pic in Ueber- 
einstimmung mit Champion die Hylophiliden (olim XylopJiilidae) als selb- 
ständige Familie von den Anthiciden abzutrennen. Innerhalb der Familie unter- 
scheidet Pic 7 Genera, von denen Fliytohaenus Sahlb. auf die paläarktische, 
Sylobaenus Pic auf die indische und Cnopus Champ. auf die nearktische Region 
beschränkt sind, drei weitere Gattungen sind bisher nur aiis Australien bekannt. 
Die Gattung KylopMlus, welche Pic in eine Anzahl Subgenera zerlegt, ist 
kosmopolitisch und enthält über 200 beschriebene Arten. 

Fam. Geotrupidae par A. Boucomont, avec 1 planche coloriee. 1902. 
In den Rahmen dieser Familie sind die Subfamilien der Bolbocerinae, Geotrupinae 
und Lethrinae vereinigt. Die Subfamilie der Bolbocerinae umfasst drei Genera, 
von denen Bolboceras und Odontaeus auch in der paläarktischen Region ver- 
treten sind. Bolboceras ist kosmopolitisch und enthält nicht weniger als 139 
beschriebene Arten, Odontaeus mit vier bekannten Arten ist auf die paläarkti- 
sche und nearktische Region beschränkt. Die Subfamilie der Geotrupinae um- 
fasst fünf Gattungen, die sämtlich auch in der paläarktischen Region vertreten 
sind : Enoplotrupes Luc. mit neun Arten in der indischen und den angrenzenden 
Teilen der paläarktischen Region, Ceratophyus Fisch. (7 Arten, paläarktische und 
indische Region, Mexiko), Geotrupes mit über 60 Arten, die sich auf die palä- 
arktische, indische und nearktische Region verteilen, Minotaurus Muls., aus- 
schliesslich auf die Mittelmeerländer beschränkt und Thorectes Muls. (paläarktisch 
und nearktisch). Die Subfamilie der Lethrinae enthält die einzige Gattung 
Lethrus, welche ausschliesslich auf die paläarktische Region beschränkt ist. 
Gegenwärtig werden über 50 Arten festgehalten, von denen 45 in Centralasien 
heimisch sind. 

Fam. Sagridae by M. Jacoby, with 1 coloured plate, 1903. Der Autor 
zerlegt die Familie in 6 «groups», von denen in der paläarktischen Region 
nur die Gruppe der Orsodacninae mit den Gattungen Orsodacna Lac, Syneta 
Eschch. und Zeitgophora Kunze vertreten ist. 

Fam. Cleridae von S. Schenkung-, mit zwei colorirten und drei schwarzen 
Tafeln, 1903. Der Einleitung ist zu entnehmen, dass die Familie der Cleriden 
gegenwärtig 1971 bekannte Arten umfasst. Innerhalb der Familie unter- 
scheidet Schenkung die 6 Unterfamilien der Tillini, Clerini, Phyllobaenini, 
Sydnocerini, E^ioplini und Corynetini, von denen die Phyllobaenini und Hydno- 
cerini in der paläarktischen Region nicht vertreten sind. Die Subfamilie der 
Tillini umfasst 39 Genera, von denen nur 6 paläarktisch sind: Denops Stev. 

7* 



100 Referate. 

mit 4 Arten in der paläarktischen und äthiopischen Kegion, Spermodenops Ab. 
mit einer einzigen specifischen Art, Cladiscus Chevr., über die äthiopische nnd 
indische Eegion verbreitet und durch eine Art auch in Japan vertreten, Tillus, 
kosmopolitisch, mit 31 Arten, von denen 11 auf die paläarktische Region ent- 
fallen, Dedana Fairm. mit einer einzigen chinesischen Art und Spinoza Lewis 
(einzige Art aus Japan). Die Subfamilie der Clerini umfasst 74 Genera, von 
denen 12 in der paläarktischen Region vorkommen: Phloeocopus Spin., in den 
Mittehneerländern und in der äthiopischen Region vertreten, Opilo mit 66 Arten, 
von denen 0. mollis anscheinend kosmopolitisch, Thanasimus Latr., kosmopoli- 
tisch, mit 37 Arten, darunter 6 paläarktisch, Orthrins Gorh. mit einer Reihe 
von Arten in der indischen und australischen Region, einer Species auch in Japan, 
Allonyx Jacq. mit einer einzigen, auf die paläarktische Region beschränkten 
Art, Thaneroclerus Lef., durch zwei Arten auch in Japan vertreten, Lyctosoma 
Lew. und Neoclerus Lew. mit je einer einzigen Art in Japan, Tarsostenus Spin. 
mit der kosmopolitischen Art univillatus Eossi, Trichodes Herbst (paläarktische, 
nearktische und äthiopische Region, mit 71 bekannten Arten), Stigmatium Gray 
(von den zahlreichen Arten gehören nur wenige dem Subgenus Pseudoclerops 
Jacq. zuzurechnende Arten der paläarktischen Region an), Omniadius Gast., in 
der australischen und indischen Region, sowie in China und Japan. Die 3. Unter- 
familie Phyllobaenini umfasst drei Genera, die ausschliesslich auf die nearkti- 
sche und neotropische Region beschränkt sind. Die 4. Unterfamilie Hydnocerini 
ist nur in der australischen, äthiopischen, nearktischen und neotropischen Region 
vertreten und enthält 10 Genera. Als Anhang zu diesen Unterfamilien behandelt 
Schenkung die interessante, habituell an Staphyliniden erinnernde Gattung 
Emniepus Motsch., die durch zwei Arten in Südalgerien, durch je eine Art am 
Kaspischen Meer und auf Ceylon vertreten ist. Die 5. Unterfamilie Enoplini, 
in welche Schenkung insgesamt 15 Genera stellt, ist in der paläarktischen 
Region nur durch 3 Genera vertreten: Tenerus Cast. (äthiopische, australische 
und indische Region, mehrere Arten auch in Japan), Orthopleura Spin. (Nord- 
und Mittelamerika, Europa, Syrien), Enoplium, anscheinend auf die nearktische 
und paläarktische Region beschränkt. Die 6. Unterfamilie Corynetini umfasst 
15 Genera, wovon nur 4 paläarktisch: Laricobius,*) von den drei bekannten 
Arten findet sich L. Erichsoni in Europa und Nordamerika, zwei weitere Arten 
in Westsibirien, Corynetes mit 14 bekannten Arten (C coeruleus besitzt kosmo- 
politische Verbreitung) Corynetinus Reitt. mit einer einzigen Art von Nordafrika 
und den kanarischen Inseln, Opeliopalpus, mit über 20 Arten, nur in Australien 
noch nicht nachgewiesen, 0. scutellaris Panz. ist auch aus Südafrika bekannt. 
Farn. Bu2yrestidae par Ch. Kerremans, avec 4 planches coloriees. Im 
Erscheinen begriffen ; bisher liegen die ersten drei Lieferungen der umfangreichen 
Arbeit vor, über welche erst nach Erscheinen der letzten Lieferung im Zu- 
sammenhang referirt werden soll. (k. Hoidhaus.) 

A. Seinenow: Synopsis specierum g-eneris Julodella Sem. (Rev. Russ. Ent. 20. 
3., 161.) 

Das bisherige JM^oc^is-Subgenus wird nach Aufstellung einer neuen Diagnose 
zum Genus erhoben. In der dichotomischen Uebersicht werden 7 Arten, darunter 
eine neue {Zarudniana aus Persisch-Beludschistan), behandelt. J. dilaticollis Sem. 
von den Distrikten Tiflis, Aresch, Jelisawetpol, Nucha und Ordubad, welche bis- 
her als Rasse der globithorax aufgefasst wurde, wird davon specifisch abgetrennt. 
Beide Arten kommen bei Ordubad gemeinschaftlich vor; von dilaticollis wird 
ferner die neue ab. irrorata abgezweigt. Unbekannt blieben dem Verfasser 
Julodella Fairmairei Thery und Schochi Thery, nebst deren var. regularis Thery 
aus Syrien resp. Persien. (Dr. J. Daniel.) 



*) Ueber die systematische SteUung dieser Gattung äussert sich Schenkung sehr kurz, 
und vorsichtig : Die Gattung weicht nicht nur im Habitus, sondern auch in mancher anderen 
Beziehung von den übrigen Cleriden ab, so namentlich im Vorhandensein von Schenkeldecken 
und in der Kleinheit von Kopf und Halsschild. Ganglbauer trennt deshalb auf eine Anregung 
von Dr. Sharp hin die Gattung von den Cleriden und bildet aus ihr mit den Gattungen Dero- 
dontus Lee. und Peltastica Mannerh. die neue Familie Laricobudae. \ 



Referate. 101 

A. Semenow: Additamentum ad descriptioneiu Jtilodis bucharicae Sem. 21. 

1893. (Rev. Russ. Ent. 3., 190.) 

Es werden die Unterschiede von J. variabilis und bucharica erörtert und 
von letzterer zwei neue Aberrationen (vittata und ordinata) aufgestellt. 

(Dr. J. Daniel.) 

B. E. JaJtowlew: Notes coleopterolog-iqiies IV. (1. c, 215.) 22. 

Entgegen der von Kerremans festgestellten Synonymie {Sphenopt. exarata 
Fisch. = dianthl Stev. = dianthi Gory) werden dianthi Stev. als identisch mit 
antiqua Tllig. und dianthi Gory (= fallaciosa Jak. nona. nov.) und exarata Fisch, 
als ungedeutete, selbständige Species erklärt. (Dr. j. Daniel.) 

T. Tscliitsclierin : lieber den Grattiing-snaiueii Platysma (Bon.) Tschitsch. 23. 

(1. c, 218.) 

Replik auf Ganglbauer's Notiz (M. K. Z. 1., Ref. 324). (Dr. J. Daniel.) 

— Notice sur quelques Aniara deserticoles. (1. c, 219.) 24. 
Auf Amara hyalina Sem. und die neue Art crystallina wird das Genus 

Syalamara gegründet; ausserdem wird noch beschrieben Amara (Harpalodema) 
Ahngeriana aus Transcaspien. (Dr. J. Daniel.) 

— Species thibetana nova g-eneris Platysma (Bon.) Tsch. (1. c, 223.) 25. 

Platysma (Denis) Kozlovi aus Ost-Thibet. (Dr. J. Daniel.) 

A. Semenow: lieber den Bau und die Bedeutung* des Mittelbrustfortsatzes 26. 

(pediculus mesothoracis) bei einig'en Käfern. (Rev. Russ. Entom. 3., 

85; 1903.) Mit einer Textfigur. Text russisch. 

Der Verfasser verweist zunächst auf Ungenauigkeiten in der Ausdrucks- 
weise der früheren Autoren bei ihren Angaben über die Bildung der Flügel- 
deckenbasis der Scaritini und führt an der Hand einer die Basalpartie einer 
Flügeldecke von Scarites hiicida Fall, darstellenden Skizze aus, dass sich bei 
denselben das Schildchen an der gleichen Stelle wie bei den übrigen Koleopteren 
befindet und dass es in derselben Weise zwischen den Flügeldecken eingekeilt 
ist. Der Unterschied in beiden Fällen beruht nur darauf, dass die halsartige 
Verlängerung bei den Scaritinen dadurch gebildet wird, dass die Einschnürung 
der Basis des Hinterkörpers bezw. der Flügeldecken hinter dem Schildchen 
liegt, dieses also nur eine relative Ortsveränderung und ausserdem zu Gunsten 
des scutum mesothoracis eine Grössenreduction erleide. Was die Entstehung 
und physiologische Bedeutung des Mittelbrustfortsatzes betrifft, so bringt sie der 
Verf. in Beziehung mit dem Bedürfnis grösserer Beweglichkeit des Vorderkörpers 
und vergleicht beispielsweise das biologische Verhalten von Epactius (Omophron) 
mit demjenigen der Scarites-Axi%n. Beide leben im Sande, die Scaritinen in 
Löchern, die sie mit ihren Grabbeinen herstellen, während die Epactius-Arten 
den Sand mit Hilfe vertikaler Kopf- und Brustbewegungen aufwühlen und sich 
ohne wesentliche Beihilfe der dünnen und schwachen, ausschliesslich zur raschen 
Fortbeweg-ung dienenden Beine eingraben. Auf die Bedeutung der Entwicklung 
des Vorderkörpers der ^j^ac^ms- Arten für die Arbeit im Sande weist nach dem 
Verfasser nicht nur die Breite des Vorderbruststückes hin, das sich mit seinem 
Hinterrande vollständig an die Flügeldeckenbasis anschliesst, sondern auch die 
ungewöhnliclie Ausbildung des Intercoxalfortsatzes des Prosternums, der die 
Hinterbrust fast erreicht und auf dem Mittelkiel des Mesosternums wie auf einer 
Schiene gleitet. Die Scarites- Arten benützen ihre gallerieartigen Löcher wie die 
J5roscM.s-Arten weniger als Unterschlupf, dagegen als Hinterhalt, indem sie sich 
in demselben verstecken, nur den Kopf mit seinen kräftigen Mandibeln hervor- 
strecken und auf Beute lauern. Bedingung für den Erfolg einer derartigen 
Jagdmethode ist natürlich möglichst freie Beweglichkeit des Vorderkörpers nach 
allen Seiten, die eben durch die besondere Art der Angiiederung desselben an 
den Mesothorax erzielt wird. Die Ejjactins-Arten laufen nachts ungewöhnlich 
rasch hinter ihrer Beute her und verbergen sich nur tagsüber im Sande. Die 



102 Referate. 

nächtlichen Züge und Wanderungen der Scarites tragen offenhar einen wesent- 
lich, anderen Charakter und werden augenscheinlich nur durch das Bestreben 
nach Ortsveränderung oder durch den Geschlechtstrieb veranlasst. Ausser den 
Scaritinen findet sich bekanntlich auch bei Broscus, Broscosoma, dann bei den 
meisten Ditomiden, den Passaliden und einigen Brenthiden ein Mittelbrustfortsatz, 
nur in der Begel viel weniger ausgeprägt. 

In einer Anmerkung erwähnt der Verfasser noch, dass er in einem Topf 
mit feuchter Erde etc. einige Carahus granulatiis und einen Broscus cephalotes 
hielt und mit Pleischstückchen fütterte, welche von den Carahus gern verzehrt 
wurden, während der Broscus sich Löcher grub und von diesen aus einen Carahus 
nach dem andern wegfing. Nach der Ansicht des Verfassers ist dieser Erfolg 
offenbar nur der Ueberlegenheit zuzuschreiben, die dem Broscus vermöge der 
viel grösseren Beweglichkeit seines Vorderkörpers gegenüber seinen kräftigeren, 
aber unbehilflicheren Mitgefangenen zukommt. (Dr. k. Daniel.) 

T. Tschitscherin : Species nova g-eneris Aristochroa Tsch. (1 c, 224.) 27. 

Die neue Art Kaznakovi aus dem Gebiete des Dza-tshu-Flusses ist mit 
venusta Tsch. verwandt. (Dr. J. Daniel.) 

— Eine neue JPlatysnia-lri aus Central- Asien. (1. c, 226.) 28. 

Platysma (sens. str.) jaxartis von Chodschent zu planicola Tsch. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Sur un noni de Carabidae preoccupe. (1. c, 227.) 29. 

Der bei den Hemipteren vergebene Name Microcarenus Tsch. (=: Micro- 
ceplialus Dej.) wird in Caletor umgeändert. (Dr. J. Daniel.) 

— Einig-es über lateinisclie Transcription russischer Namen. (1. c, 228.) 30. 

Keplik auf Dr. Seidlitz's diesbezüglichen Protest (Bericht üb. d. wissensch. 
Leist. im Gebiete der Entomologie während d. Jahres 1901). (Dr. J. Daniel.) 

— Notice sur quelques Cicindelides. (1. c, 229.) 31. 

Notizen über die geographische Verbreitung von Cicind. obliquefasciata 
V. descendens, Cicindela inscripta, orientalis und melancholica. (Dr. J. Daniel.) 

A. Semenow: Nouvelles formes du Genre Carahus de la Perse septentrionale. 32. 

(1. c, 230.) 

Carahus (Cyclocarahiis) Kusnetzovi zu hrosciformis Sem. und (Mimocarahus) 
hemicalosoma zu maurus aus der Provinz Astrabad ; ferner maurus Demetrü aus 
der Provinz Masanderan. (Dr. J. Daniel.) 

J. Bon^ardt: Beiträg-e zur Kenntnis der Leuclitorg-ane einlieimischer Lani- 33. 
pyriden. (Zeitschrift für wissensch. Zoologie, 75., 1. Heft, 1903.) 
Die Arbeit, anscheinend eine Inaugural-Dissertation, bringt Untersuchungen 
über die Histologie der Leuchtorgane von Lampyris splendidula und noctiluca, 
sowie der Larven von Phosphaenus heniipterus ; aus einer Reihe physiologischer 
Experimente folgert Bongardt, dass das Leuchten vermutlich ohne Sauerstoff- 
verbrauch erfolgt. Schliesslich behauptet der Autor, dass die Tiere nicbt dazu 
befähigt seien, durch den Einfluss des Nervensystems das Leuchten zu unter- 
drücken! — Ein gewissenhaftes Verzeichnis der einschlägigen Litteratur, sowie 
ausführliche Angaben über die vom Autor zum feineren Studium der Leucht- 
organe angewandte mikroskopische Technik dürften immerhin recht brauchbar 

sein. (K. Holdhaus.) 

D. N. Voinov: La Spermatogenese d'ete chez le Ctjbister Boeseli. (Archives 34. 
de Zool. experimentale et generale, 4. serie, Tome L, 1903, p. 173.) 
Ebenso wie bei Dytiscus lässt sich auch bei Cyhister eine Winter- und 

Sommerspermatogenese unterscheiden, indem die Histogenese der Samenkörperchen 



Referate. 103 

im Winter einen wesentlich anderen Verlauf nimmt als im Sommer. Voinov 
bespricht in sehr eingehender Weise die Sommerspermatogenese von Cyhister, 
welche sich vollkommen in das normale Schema einfügt und verspricht, in einer 
späteren Arbeit auch auf die gänzlich abweichende und in ganz atypischer Weise 
verlaufende Winterspermatogenese des näheren einzugehen. (k. Hoidhaus.) 

A. Champenois: Synopsis du Genre Glaphyriis. (L'Abeille 30., 137.) 35. 

Für die beiden Arten niodestus und caucasicus wird das Subgenus Henii- 
gJaphyrus (Fühlerkeule schlanker, mehr parallel) aufgestellt. Die übrigen 15 
behandelten Arten werden nach der Behaarung, der Bildung des oberen Aussen- 
randes der Vorderschienen, des Epistoms, der Sculptur der Decken, der Färbung etc. 
getrennt. Glaphyrus rufipennis Gory wird als Varietät zu festivus, globulicollis 
als 9 zu varians, syriacus Harold zu aulicus und sogclianus Sem. als Varietät 
zu turkestanicus Sem. gezogen. Den Abschluss der Arbeit bildet ein sorgfältig 
zusammengestellter bibliographischer und synonymischer Katalog. (Dr. J. Daniel.) 

M. Pic : Coleopteres europeens et Clytus Syrien noureaux. (L'Echange 19., 36. 

138.) 

Pachycarus coeruleus v. lateobscurus, Taygetos; Sedobia (Ptinomorphus) 
angustata sbsp. corsica, Malthodes euboicus zn prodigiosus von Euböa; Malthodes 
(MaWwdellus) nigerrimus zu sulcatus von Olympia, Zante; Anthicus (Aula- 
coderus) melitensis zu Frivaldskyi von Malta; Clytus (Clyanthus) taurusiensis 
zu Madoni vom Taurus. (Dr. J. Daniel.) 

— Coleopteres franqais nouveaux pour la France. (1. c, 139.) 37. 

Tychius Jacqueti zu junceus Eeich, Nyons; Cryptoceph. 8-piinctatus v. 
Vitui-ati (nur zwei schwarze Makeln hinter der Mitte jeder Decke) von Perrigny 
und v. laiedehtus (ohne Deckenmakelj. (Dr. j. Daniel.) 

— Contribution ä l'etude du g-enre Salpingus CJyllh. (1. c. 140.) 38. 
Auf Salping. Lederi wird die Untergattung Pseudorabocerus gegründet; 

Von S. virescens M. E., der ohne Angabe der Gründe von miitilatus specifisch 
abgetrennt wird (alle französischen mutilatus gehören zu virescens), wird eine 
neue Varietät (maritimus von Saint-Sauveur) beschrieben: Rüssel vorne schwach 
angebräunt, Schenkel dunkel, Schulterbeule undeutlich. Ausserdem sind noch an- 
geführt: S. mutilatus'? v. impressitJiorax von Allagna (Italien), nitidus Chr. 
V. Jacqueti von Algier; S. Cedri zu aeneus von Algier; S. aeratus M. R., der 
bisher als identisch mit aeneus betrachtet wurde, soll wegen der feinen Decken- 
punktirung und der fünfgliedrigen Fühlerkeule davon specifisch verschieden sein 
(Seealpen, Lamure sur Azergues, M. Pilat, M. Dore etc., an Äbies pectinata). 

(Dr. J. Daniel.) 

— Deux captures interessantes. Diag-noses de divers Coleopteres. (1. c, 145.) 39. 
Oedichirus terminatus v. ruhronofattis von Kreta; Commatocerus (Articerus) 

subnitidus von Kreta; Euconnus (Leptocharis) creticus zu Revelierei, von Kreta; 
Pachydema phylloperthoides v. obscurior von Tunis; Cantharis atrocapitata zu 
prusiensis aus Anatolien ; Cantharis jntncticollis v. paulonotata und v. notatipes 
von Kabylien; Metacantharis angorensis zu taurigrada von Angora; Danacaea 
latipennis zu insularis von Kreta; Trichodes alvearius v. Ravouxi von Nyons; 
Isomira eiiboeica zu antennata von Euböa; Isomira impressitJiorax zu nitidula 
von Tokat; Dorcadion scabricolle sbsp. Mesmini aus Transkaukasien : Eylakh 
('? Jewlach) ; Eugalera seminigra, Mandschurei ; Cyrtonastus Cythereias zu Weisei, 

von Kythera. (Dr. J. Daniel.) 

— Quelques Coleopteres rares ou nouveaux pour la Faune ^allo-rhenane. 40. 

(1. c, 153.) 

Pterostichus Hagenbachi v. Jacqueti (Beine rot), Mt. d'Ain; Pterostichus 
multipunctatus v. obscuricolor (schwarz) von Kl. S. Bernhard und Bonneville 



104 Beferate. 

(wohl identisch mit multipunctatus Spinolae Heer); Athous undulatus v. medio- 
fasciata (Decken braun mit einer grauen Mittelbinde), Haute-Savoie ; Malthodes 
guttifer v. 9 robustior (ganz schwarz, gedrungen) Yon Morgins (Schweiz); Opilio 
domesticus v. suhdeletus (Decken grösstenteils dunkel), Thonon-l.-B ; Cryptocephal. 
saliceti v. resinacea (Beine dunkler, Thoraxbinde fast geschwunden), Lac Champex 
(Wallis); Cryptocephal. 4-pustidatus t. liddesiensis (IJebergang von v. rJiaeticus 
zu V. aethiops), Liddes (Schweiz); Crepidodera Theresae von Abondance (Haute- 
Savoie) und der Schweiz. Soll sich von melanopus durch rötliche Vorder- und 
Mittelbeine, rote Hinterschienen und rückwärts nicht eingezogenes Halsschild 
unterscheiden. Der Referent gedenkt gelegentlich einer Revision der Crepidodera- 
Arten in der nächsten Lieferung dieser Zeitschrift auf diese Art zurückzukommen. 

(Dr. J. Daniel.) 

M. Pic! Malthinides noureaux. (1. c, 155.) 41. 

Podistrina Cameroni Q, Malta; Malthodes hipponensis cf, Bone, zu proce- 
rulus; Malthodes Mathieui zu trapezoidalis Brg. von Oran, Malthodes picti- 
pennis und die Varietäten obscuricolor und pallidicolor zu profanus von Algier, 
Constantine etc.; M. elaboratus von Tunis; M. tenietensis zu trapezoidalis von 
Teniet; M. pallidipennis von Oued Imbert; M. Desbrochersi zu appendicifer 
von La Chiffa; M. diversiventris von S. Charles und M. subdiversus cf von Collo, 
an Podistrina erinnernd; M. romanus von Rom; M. barbarus von Saida; M. Goliath 
zu disp)ar von Yakouren (Alg.). (Dr. j. Daniel.) 

— Especes et varietes nouvelles de Coleopteres. (1. c, 161). 42. 
Aptinus creticus zu cordicollis von Kreta ; Bythinus cythereias zu corcyreus 

von Kythera; Acmaeodera bipunctata v. Jacqueti (Decken ohne Makeln) von 
Nyons; Malthodes argivus v. hymettensis von Griechenland; M. insulcatus zu 
turcicus und sidcatus von Korf u ; M. maronitus zu lautus vom Libanon ; Pelochrous 
scutellaris v. flaviceps von Inkermann und pallidulus v. maculicollis von Tanger ; 
Danacaea Lysholmi v. subrobusta von Syrien; Danacaea splendida von Tokat; 
Microptinus melitensis zu brunneus von Malta; Eutagenia minutissima, Cerigo 
(Kythera); Corticus rufithorax von Olympia; Gonodera macrophthalma v. latior 
vom Kaukasus ; Zonitis auricoma v. semideleta von Anatolien ; Myllocerus curti- 
pennis zu ddmascenus vomTaurus; Myllocerus robusticeps, Taurus; ßhamnusium 
anatolicum? v. obscuripes, Anatolien; Parnops atriceps, China. (Dr. j. Daniel.) 

— Siir quelques Meg-alopides asiatiques. (1. c, 166.) 43. 
Vorläufige Mitteilungen resp. Anregung zu einer Revision der Megalopidae. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Especes et varietes nouvelles de Coleopteres. (1. c, 169.) 44. 
Ptosima 11-notata v. brevinotata (nur eine kleine, äussere Posthumeral- 

makel und Apicalmakel gelb), Peney; Cantharis amanicola zu iliacus von den 
Amanusbergen ; Malthodes Favarcqui c? zu prodigiosus etc. von Philippeville ; 
Malthinus pallidipes v. bihiterriiptus, Lambessa; Attalus melitensis v. testaceipes 
von Malta; Anthicus armatus v. rtifibasis von Bagdad; Anthicus Leuthneri 
sbsp. creticus, Kreta; Lithophilus cribratellus y . limbatiis Yon Tunis ; Lithophilus 
minutus von Tunis; Ptinus Kiesenivetteri v. cytheriäs von Cerigo (Kythera); 
Dorcadion Mniszechi v. semibrunneum, Bos-Dagh ; Dorcadion infernale v. immu- 

tatum, Bos-Dagh. (Dr. J. Daniel.) 

E. Reitter: Bestimmungstabelle der Melolonthidae aus der europäischen 45. 
Fauna und den ang-renzenden Ländern. IT. Teil (Rtitelini, Hoplini, 
Glaphyrini) ; zugleich Heft 51 der Bestimmungstabellen der europäischen 
Koleopteren. (Verhandl. des naturforsch. Vereins in Brunn, Band 41.) 
Preis M. 4,50. 

Da angenommen werden kann, dass sich jeder Interessent dieses Heft selbst 
anschaffen wird, sollen nur die neuen Genera, Arten etc. aufgeführt und die 
mitteleuropäischen Nova kurz charakterisirt werden: Gemadoretus (n. sbg.) 



Zwecks Yollendimg' in Yorbereituug befiudlicher, zur Veröffentlichung in 
dieser Zeitschrift bestimmter Arbeiten bitten die nachstehend genannten Mit- 
arbeiter der M. K. Z. um gefl. Einsendung des näher bezeichneten Unter- 
suchungsmaterials : 

Postrat Form an ek in Brunn, Tivoligasse 14: Baryjnthes graecus, asturiensis 
Kirsch, cmeyasrotti Kosh, und mauridus Kttbg., Omias micans Sdltz., 
mctallescens Sdltz., gracilhpes Panz. und cypricuii Sdltz. 

Dr. A. Klima in Wien, Biebergasse 2 : Paläarktisches und neoarktisches Material 
aus dem Staphyliniden-Tribus Oxytelini {Oxytelus, TrogoiMoeus, Haploderus, 
Platystefhus, Thinobiiis, Coprophüus etc.) zur Revision und Bestimmung. 

Dr. K. Daniel in München, Schwindstrasse 27/iii: Urodon argentatus Küst., 
parallelus Küst., Toxotus quercus östliches, namentlich kleinasiatisches 
Material. 

Sofern nicht auder.s vereinbiirt, -ivird er.suelit, bei ev. Einsendung oben ausgebetenen Materials 
von der Beüügnng nicht einschlägiger Determinanten abzusehen. 



Von den Herausgebern ist bereits früher erschienen und durch die Redaction 
zu beziehen: 

Coleopteren-Stadien I. (München 1891.) Preis Ji'l 2.50. 

1. Eevision der mit Leptura unipunctata F. und fulva Deg. verwandten 
Arten. 

2. Beiträge zur Kenntnis der Gattung Nebria Latr. 

Vier neue Arten aus Piemont und den Abruzzen. 
lieber Nehria gagates Bon. und peäemvntana Vuillefr. 
Synonymisches. 

3. Ueber Amara Scliimperi Wencker. 

4. -Drei neue Otiorrliynckm-Kvt^XL&w?, den cadorischen (östlichen Trientiner) 

Dolomiten. 
5. Kleinere Mitteilungen. 

Coleopteren-Studieu If. (München 1898.) Preis IL 3.— 

1. Beiträge zur Kenntnis der Gattung Trechtis Clairv. 

Die He er 'sehen Arten. 
Neubeschreibungen. 

2. Ueber zwei neue und einige bekannte, ungeflügelte Platymis-Arten. 

3. Analytische Uebersicht der paläarktischen Zuphium-Axt&n.. 

4. Das Amaren-Subgenus Leirides Putzeys. 

5. Otiorrhynchus-Stiidiien. 

Ueber OtiorrhyncJms costipennis Roshr. und seine nächsten Ver- 
wandten. 
Otiorrhynchus costipennis auct. {dacicus nob.) und antennatus Strl. 
Kritische Bemerkungen zu Dr. Stierlin's 16. Eotte. 
Neubeschreibungen. 
Bemerkung'^' l,a bekannten Arten. 

6. Ueber eigentümliche Geschlechtsverhältnisse bei den Gattungen Tropi- 
phoriis Schönh. und Barynotus Germ. 

7. Zwanzig neue Arten aus dem paläarktischen Faunengebiete. 

8. Kleinere Mitteilungen. 

Teil I und II zusammen il 5. — . 



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ORGAN FÜR ALLGEMEINE SYSTEMATIK DER KOLEOPTEREN 
UND FÜR DIE KOLEOPTEREN-FAÜNA DER PALÄARKTISCHEN REGION. 



GEGRÜNDET, REDIGIRT UND HERAUSGEGEBEN 

VON 

Dr. KAEL DANIEL und Dr. JOSEF DANIEL. 



n. BAND. 



II. LIEFERUNG (Seite 105—388) 

AUSGEGEBEN AM 29. DEZEMBER 1904. 



(7- 



MÜNCHEN. 



VERLAG DER REDACTiON. 

Kgl. Hof- und Universitäts-Buchdruckerei von Dr. C. WOLF & SOHN, München. 



Inhalt. 



, I . Seite 

Referate (I^i'fcsetzinig') No. 46—264 . 105 

ß. Formänek: Zur näheren Kenntnis der Gattungen Barypithes Duval 

und Omias Schönherr sensu Seidlitz 151 

Dr. K. Daniel: Ueber das ächte Apion hydropicum Wenck. . . . . . 182 

Gustos L. Ganglhauer: Nova aus Judicarien 186 

Dr. K. Daniel: Ueber Stenochorus {Toxotus Serv.) querciis Goetz und 

heterocerus Gglb 201 

Dr. J. Müller: Beschreibungen neuer dalmatinischer Koleopteren . . . 208 
A. Schatzmayr: Drei neue Arten der Kärtner Koleopteren-Fauna . . . 210 
K. Holdhaus: Beiträge zur Kenntnis der Koleopteren-Geographie der Ost- 
alpen 215 

Dr. M. Hagedorn: Revision unserer Pappelborkenkäfer 228 

J. Weise: Ueber einige Chrysochloa-Yarietäten . . 234 

Dr. J. Daniel, Revision der paläarktischen Crejnäodera-Arteii .... 237 

R. Formänek: Bin neuer Barypithes und zwei neue Omias 297 

Dr. K. Daniel: Die Cerambyciden-Gattung Mallosia Muls 301 

Dr. J. Müller: Zur Kenntnis der Koleopterenfauna der österreichischen 

Küstenländer 314 

Dr. K. Daniel: Das Prioritätsprincip in der naturwissenschaftlichen Nomen- 

clatur und seine praktische Durchführung 320 

Gustos L. Ganglhauer: Neue Arten aus den Gattungen Trechus (Anoph- 

thalmus), Hydroporus und Riolus 350 

Dr. K. Daniel: Ueber Lepttira revestita L., verticalis Germ, und ihre 

nächsten Verwandten 355 

Dr. M. Hagedorn: Biologischer Nachtrag zur Revision unserer Pappel- 
borkenkäfer 372 

H. Wagner: Beiträge zur Kenntnis der Gattung Apion Herbst .... 373 
Dr. K. Daniel: Ueber Literaturcitate. Ein Beitrag zur Technik des Re- 
feratenwesens 380 



Die »Münchener koleopterologische Zeitschrift« erscheint in zwanglosen 
Lieferungen. Ein Band enthält mindestens 25 Druckbogen. Der Abonnements- 
preis pro Band beträgt 10 it = 11,70 Kr. =: 12.50 Frs. =^ 10 sh. Die Redaction 
betreffende Correspondenz, Manuscripte etc. wollen an Dr. Karl Daniel, München, 
Schwindstrasse 27/111, Beitrittserklärungen und Abonnementsbeträge an Dr. Josef 
Daniel, Ingolstadt m adressirt werden. 



Alle Rechte vorbehalten! 



Referate. 105 

auf Ädoretus clypeatus; Lepadoretus (n. sbg".) auf A. tenuimaculatus und 
n)Hb)-0SHs; Phaeado retiis (n. sbg.) auf Ä. comptus; Ädoretus rufifrons von 
Kashgar, fuscitarsis von Algier; Stichadoretus (n. sbg.) auf Pseudadoretus 
arahicus (n. sp.); Per ädoretus (n. sbg.) a:Ul Pseudadoretus Koechlini; Epado- 
retus (n. sbg.) auf Pseudadoretus Reitteri; Prlstadoretus (n. sbg.) auf Psewc?- 
adoretus fallax; Pseudadoretus s. str. jperc^i^iffois von Aschabad; Digranophila 
(n. g.) auf Phyllop. Lucasi; Trihopertha (n. g.) auf Phyll. aegyptiaca etc...; 
Godschama (n. sbg.) auf Pojnllia hexaspila; Proagopertha (n. g.) auf A^ioma^a 
pubicoUis Waterh. und Spilota acutisterna Frm. ; Mimelia {Mimelia s. str.) 
excisipes aus C. China; Chrysoplethisa (n. sbg.) auf Anoniala 8-costata Brm. ; 
Orphnomala (n. sbg.) auf A. rufozotiula Frm. (dazu v. n. fascipe7in%s) und 
A. colorata von der Mongolei; Amblomala (n. sbg.) auf Atiomala aurata, 
junii und rugatipennis; Anomala (Psammoscapheus Mot.) vittata v. bilineata, 
V. trichonura, sbsp. calliura, v. marginella von Aulie-Ata, sbsp. Metonidia, 
V. pallidipes vom Alexandergeb. ; Anomala {Euporomala n. sbg.) Sieversi Heyd. 
V. subpurpurea und v. atrocoerulea von Korea; Dichom,ala (n. sbg.) auf 
J-. devota; Euporochlora (n. sbg.) auf ^. viridis Fbr. ; Anomala (Euchro- 
nomala n. sbg.) albopilosa Hope v. immarginata von Japan; Anomala (Idio- 
cnema Fld.) ohscurata und v. fuscipennis von der Mongolei; {Idiocnemina 
n. sbg.) gracilenta, China; Emphalena (n. sbg.) auf J.. exoleta Fld.; {Diplo- 
mala n. sbg.) subvittata, Wladiwostok, tristigma, lobipes mit v. CJiinta und 
V. Caligula vom ägypt. Sudan; (Paragematis n. sbg.) melanopa und\. femorata 
von Ober-Aegypten ; {Anomala s. str.) mimeloides, Hongkong, ^Zertrimar^o, Korea etc., 
rufocuprea Mot. v. impressibasis, Japan, ignicolor, Korea, daurica Mnnh. v. ric/o- 
femorata, neapolitana, Neapel, ausonia v. Cogina, Sicilien, solida v. flexuosa, 
Samsun, i)i^is v. azurescens und v. dichroa, Griechenland, osmanlis v. haemor- 
rhoidalis, Akbes; Singhala Bl.; {Euchrysinda n. sbg.) auf c/anewsis Edb. etc. ; 
Hybalonomala (n. g.) auf J-nomaZa Bleusei; Phyllopertha horticola v. .^ea, 
Kuku-noor, maculicollis von Japan; Blitopertha (n. g.) lineata Fbr. v. j/?aOT- 
pennis von Kleinasien, algirica Kche. v. lineigera, variabilis v. rufina, Tasch- 
kent; Trichopertha (n. sbg.) aul Phyll. hirtella, {Exomala n. sbg.) orientalis 
\. flavipennis, pallidipennis und v. nigrata, Ostsibirien; {Megapertha n. sbg.) 
massageta Kirsch v. bistriga; Cyriopertha n. g. glabra Gbl. v. fulvibasis, 
{Pleopertha n. sbg.) arcuata Gbl. v. laeta; Anisoplia syriaca Bvm. v. cincti- 
piennis und v. nigripennis (Armenien), aprica v. banatica (kleinere und schmälere 
Form mit weniger dichter, aber langer, greiser Behaarung der Oberseite, von 
Südungarn), 7ie6es, Griechenland und Thessalien, tempestiva v. hungarica (flache 
Scheitellängsfurche fehlt), nasalis und v. agriniona von Griechenland; Ectino- 
hoplia Edb. obducta Mot. v. caminaria, chrysura und v. diabolica, Khasia, 
variabilis und v. ichangensis, Chang-Yang, hispidula, Chang-Yang etc.; Hoplia 
(Decamera) praticola v. bosnica (Deckenschuppen stabförmig, gehoben und nach 
hinten geneigt, nicht anliegend, Travnik), Jacobsoni von Astrabad, Siaret, 
{Hoplia s. str.) sulphurea v. sulphuricolor, Spanien, aureola Fall. v. maeularis, 
China, v. maculicollis, Ostsibirien, v. flavicollis, Ostsibirien etc., v. nebulosa, 
China, v. limbella, China, cylindrica, Transkaukasien, subnuda (zu hungarica, 
kleine Klaue der vier Vorderfüsse ausserordentlich verkürzt und ganz an die 
grosse Klaue angelegt, Mähren, Nordungarn), brunnescens (zu hungarica, aber 
Halsschild vor der Basis ohne Querfurche, Unterseite und Pygidium mit ein- 
gestreuten, ovalen Goldschüppchen besetzt, Klauen des c? viel länger, 1 cf aus 
3Iitteleuropa); nigrina v. subaurina, Griechenland. Hoplia fissa Eeitt. wird als 
selbständige Art aufgeführt, Karamani Eeitt. als Varietät zu farinosa und 
misella Schauf. als Varietät zu philanthus gezogen; Glaphyrus luristanus, Persien, 
maurus v. semibrunneus, Algier, onopor-di, Persien, Sequensi, Erzerum, varians 
V. variabilis, Kleinasien etc., Laufferi, Baktyari (Tombol), superbus v. Straussi, 
Persien, Erzerum, oxypterus muticus, Schiraz; Amphicoma (Pygopleurus) vulpes 
v. griseovillosa, Kaukasus, v. immunda, Mardin, v. viridisuturata, Grieclienland, 
Araxestal; fPsilodema) meles v. Laufferi, Tetuan; (Eulasia) Kuschakeivitschi 
V. Schyieideri, cornicidata, Kenia, cornifrons, Bulgar-Dagh, arctos v. subfasciatula, 
Araxestal, anatolica, Angora, Ithae, Syrien, Regelt v. bucharica, v. Theana, 

Buchara. (Dr. J. Daniel.) 



106 Eeferate. 

J. Baeckmanii: Eine neue Pidonia Serv. aus dem Amur-Gebiet. (Rev. Russ. 46. 
Ent. 3., 115; 1903.) 

Pidonia Suvorovi von der Halbinsel Sedemi (Sidemi) bei Wladiwostok. 

(Dr. K. Daniel.) 

P. Deeg-ener: Zur postembryonalen Entwicklung- des Insektendarnis. (Zool. 47. 

Anzeiger 1903, No. 703, pag. 547.) 

Vorläufige Mitteilung über die Umwandlungen, welche das Mitteldarm- 
epithel von Cybister Roeseli während der Nymphose erleidet. (k. Hoidhaus.) 

C. Diener, R. Hoernes, F. E. Suess und Y. Ulili^: Bau und Bild Oester- 48. 

reichs. Mit einem Vorworte von E. Suess (Wien, F. Tempky; Leipzig, 
G. Freytag, 1903). 

Das monumentale Werk, zu dessen Durchführung vier der ersten Geologen 
Oesterreichs sich die Hände reichten, bringt eine übersichtliche Darstellung des 
geologischen Baues von Oesterreich. Das Werk zerfällt in vier Abschnitte, 
welche als Sonderabdrücke auch einzeln käuflich sind und von denen für den 
Koleopterologen vor allem die zwei folgenden von Interesse sind: Bau und Bild 
der Ostalpen und des Karstgebietes von Carl Diener und Bau und Bild der 
Karpaten von Victor Uhlig. Diese beiden Abschnitte dürften dem Koleop- 
terologen namentlich bei den Forschungen über die geographischen Verhältnisse 
unserer Hochgebirgsfauna wertvolle Dienste leisten, da zum Verständnis der 
Verbreitung vieler Hochgebirgsarten wohl in erster Linie auch die petrographi- 
sche Beschaffenheit ihrer Wohngebiete herangezogen werden muss. 

(K. Hoidhaus.) 

A. Semenow: Die Unterflüg-el der Käfer in ilirer Bedeutung- für die Syste- 41). 

niatik. (Rev. Russ. Ent. 3,, 103—106; 1903.) Text russisch. 

Der Verfasser betont zunächst die Wichtigkeit der Verschiedenheiten im 
Verlauf des Geäders der Unterflügel der Käfer und erinnert an die im wesent- 
lichen auf dieser Grundlage beruhende Einordnung der Paussidae, Rhysodidae 
und Cupedidae in die Familienreihe der Caraboidea, die Abtrennung der Gattung 
Sphaerites Dftsch. von den Silphidae durch Thomson und Ganglbauer und 
die vom Verfasser selbst begründete Unterbringung der eigenartigen, trans- 
kaukasischen Gattung Petria bei den Alleculidae. Die auffallende Constanz der 
verschiedenen Geädertypen kommt nach dem Verfasser auch darin zum Ausdruck, 
dass sogar bei rudimentären Flügeln das Schema selbst eine prinzipielle Aenderung 
nicht erleidel?, sondern sich lediglich dem geringereu Räume in geeigneter Weise 
anpasst. Bemerkenswert ist ferner nach dem Verfasser, dass das Geäder der 
Unterflügel eine Veränderung im Sinne der Reduction und Obliteration nament- 
lich in jenen Fällen erleidet, wenn die Flügel eine besondere Entwicklung 
erlangen, unter anderen bei solchen Käfern, deren Unterflügel wegen verkürzter 
oder fehlender Decken ganz oder zum grössten Teil freiliegen, so bei Rhipidiiis, 
Myodites und den ihnen offenbar nahe stehenden Strepsipteren. Abzuraten sei 
von dem Versuche, dem Verlaufe des Flügelgeäders zur Begründung einer natür- 
lichen Classification ausschliesslich entscheidende Bedeutung beizulegen, vielmehr 
könne eine solche nur unter gleichmässiger Würdigung einer Summe von Unter- 
scheidungsmerkmalen gefunden werden, die sich erfahrungsgemäss zur Schaffung 
grösserer Abteilungen eignen, also insbesondere die Morphologie der Larven, der 
Bau des Abdomens, der Geschlechtsorgane, der Beine etc. Lnmerhin bedeute 
das vollständige Fehlen der Hinterflügel bei vielen Arten den Mangel eines der 
brauchbarsten und zuverlässigsten Mittel für die Feststellung der Genealogie 
derselben. Schliesslich gedenkt der Verfasser noch der grossen Lücken, die die 
bisherigen Arbeiten über das Flügelgeäder der Koleopteren unausgefüllt Hessen, 
bedauert, dass z. B. Ganglbauer (Käf. Mittelem'.) von keiner der Familien der 
im Wasser lebenden Caraboidea eine Beschreibung oder Abbildung des Geäders 
der Unterflügel gab und stellt Mitteilungen über eigene einschlägige Unter- 
suchungen in Aussicht. (Dr. K. Daniel.) 



Beferate. 107 

M. Pic: Coiitribxition ä l'etude g-enerale des HylopMlidae. (Ann. Soc. Ent. 50. 

Fr. 72., 65; 1903.) 

Analytische Bearbeitung und Katalog der paläarktischen HylopMlidae. 

(Dr. J. Daniel.) 

Gr. Portevin: Clavicornes nouveaux du groupe des Necropliages. (Ann. Soc. 51. 

Ent. Fr. 72., 156; 1903.) 

Gattungstabelle für die Cholevini mit gekieltem Mesosternum. Neu be- 
schrieben wird neben einer Anzahl exotischer Arten Nargus algiricus aus Algier 
(Edough, Teniet-el-Haad), verwandt mit Nargus velox Sp. und notaticoUis Baudi. 

(Dr. K. Daniel.) 

A. Semenow: Eine neue Carabus- Art aus Turkestan. (Rev. Euss. Ent. 52. 

3., 297; 1903.) 

Carabus (Cyclocarahus) minusculus aus dem östlichen Turkestan, mit 
Kusnetzovi Sem. verwandt. (Dr. j. Daniel.) 

J. Baeckniann: Eine neue Tetrops- Art vom Issyk-Kul-See. (1. c, 311.) 53. 

Tetrops formosa. (Dr. J. Daniel.) 

M. Pic: Especes et varietes nouvelles de Coleopteres. (L'Echange 18., 177 ; 1903.) 54. 

Hypebaeus Cameroni von Camaran (Rotes Meer); Hapalochrus flavolimhatus 
V. cretica von Kreta; Divales clensepunctatits (von Oran) zu commimimacula ; 
Danacaea variepubens (von Tunis und Algier) zu Poiipillieri; Danacaea denti- 
culata (von Centralspanien) zu lata; Antliicus sanguinicollis v. latebrunneus von 
Griechenland; Dorcadion brevipen,ne, D. cercedillanum v. Schrammi und D. villos- 
ladense v. logronense von Spanien. (Dr. j. Daniel.) 

J. Desbrocliers des Loges: Description d'un »Curculionide« nouveau. (I.e., 181.) 55. 
Alophinus (n. gen. bei Sciaphilus) triangulifer n. sp. von Bir-Chenchou 

(Tunis.) (Dr. J. Daniel.) 

A. Fiori: Studio critico dei Tenebrio L. italiani. (Rivista Coleott. ital. 1., 56. 

221; 1903.) 

Der bisher als synonym mit Tenebrio picipes Hbst. betrachtete noctivagus 
Muls. von Sicilien wird von picipes specifisch abgetrennt. Ausserdem wird noch 
eine oberitalienische Uebergangsform (v. intermedius) zwischen picipes und nocti- 
vagus, die aber zu letzterer Art gezogen wird, aufgestellt. (Dr. J. Daniel.) 

J. Schilsky : Die Käfer Europas. (Heft 40, Nürnberg bei Bauer & Raspe; 57. 

Preis 3 M) 

Attelabidae.*) Neue Untergattungen und Arten: subg. PselapJw- 
rhynchites auf Rhynch. nanus, tomentosus und semicyaneus ; subg. Aspido- 
byctiscus auf Byctisciis laciinipennis Jek. ; Apoderus coeruleipennis von Nord- 
China zu riificollis F. Neue Varietäten : Auletes pubescens v. aenescens (Decken 
dunkelgrün) von Spanien; Auletes maculipennis v. concolor (einfarbig schwarz); 
Rhynchites praeustus v. rufotestaceus (einfarbig gelb) von Syrien und v. nigritus 
(schwarz) von Dalmatien; Rhynchites assimilis Roel. v. Hilleri, Japan; Rhynch. 
aequatus V. Paykulli (Fühler, Beine und Deckennaht schwarz, häufigste Form); 
Rhynch. laevior v. obscurus, Amur; Rhynch. hungaricus v. marginicollis (Vorder- 
und Seitenrand des Halsschildes, Naht und Seitenränder der Decken schwarz) und 
anatolicus (Halsschild und Decken einfarbig schwarz) aus Kleinasien, v. iirsus 
von Sibirien; Byctiscus populi v. cuprifer (dunkel kupfrig), Groatien; Byct. 
betulae v. cuprinus (Oberseite fast ganz kupfrig); Cyphus rufipennis Roel. 
V. Hilleri von Japan; Cyph. nitens v. rufipes (Beine rot); Apoderus vitticeps Jek. 



*) Da Schil.sky den Gattungsnamen Attelabus L. verwirft, hat natürlich auch der von 
ihm beibehaltene Familienname Attelabidae keine Berechtigung. D. Ref. 



108 Referate. 

V. tristis und v. ornatus; Apoderus coryli v. stiperbus (Hinterecken des Hals- 
schildes rot), Amur; Diodyrrh. austriacus v. lutescens (einfarbig gelb), Graz, 
Genf. — Nach dem Material des Verfassers ist es wahrscheinlich, dass Cyphus 
sulcifrons Arg. auch in Brandenburg vorkommt. Attelabus balcanicus K. & J. Dan. 
(Col. Stud. 2., 73 ; 1898) fehlt in der Bearbeitung. — Bestimmungstabellen für die 
Gattungen, Untergattungen und Arten. 

Ferner werden neu beschrieben: 

Meligethes maculatiis von Konia; Dasytes (Mesodasytes) Bourgeoisi (Fühler 
gelb, nach aussen schwärzlichbraun) von der Donaumündung; Dasytes (Haplo- 
gluta) gilvipes Q von Samarkand; Haplocnemus (Diplamhe) anatolicus und 
geniculatus von Ak-Schehir; Stenalia biskrensis von Biskra zu bisecta; Mordelli- 
stena (Tolida) murina von Kulp zu rugipennis. (Dr. k. Daniel.) 

E. ßeitter: Zwei neue Cteniopus-Arten aus Kleinasien. (W. E. Z. 22., 58. 

257; 1903.) 

Ct. Bodemeyeri von Desert-sale und Karabunar; Ct. f rater vom Bozantital 
und von Adana zu impressifrons Frm. (Dr. j. Daniel.) 

— Denticollis (Campylus) Jacobsoni n. sp. (1. c, 280.) 59. 

Nur mit D. dilutiangulus Mot. verwandt (Lena-Tal in Nordsibirien.) 

(Dr. J. Daniel.) 

Dr. J. Müller : Ueber das Männchen von Adoxus obscurus. (Zool. Anzeiger 60. 

27., 39; 1903.) 

Von Adoxus sind bisher keine cfcf bekannt geworden, so dass Jobert 
(Recherches p. serv. ä l'hist. d. 1. generation chez les Insectes; Compt. rend. Acad. 
scient. Paris 93., 975) parthenogenetische Fortpflanzung anzunehmen geneigt war. 
Dr. Müller hatte Gelegenheit, ein selbstgesammeltes c? Stück von A. obscurus, 
das in der Tarsenbildung mit dem 9 übereinstimmte, zu untersuchen. Der 
Geschlechtsapparat ist insoferne interessant, als im ganzen nur 2 Hoden vor- 
handen sind, deren jeder aus mehreren Follikeln besteht. Nach Bor das sollen 
bei den Chrysomeliden, mit Ausnahme von Timarcha, jederseits 2 Hoden vor- 
handen sein. Es wäre daher möglich, dass die beiden scheinbar einfachen Hoden 
von Adoxus morphologisch aus 2 Hälften bestehen. Die auf die Geschlechtsteile 
von Adoxus bezüglichen Verhältnisse sind in einer schematischen Abbildung 

veranschaulicht. (Dr. J. Daniel.) 

Dr A. Fleischer: Flugzeit von Colon und Liodes in Bilowitz und Adamsthal 61. 

in der Umg-ebung- von Brunn. (1. c, 259.) 

Aus den interessanten Ausführungen des Verfassers ist zu entnehmen, dass 
in den bezeichneten Gebieten das Auftreten der erwähnten Arten an das Vor- 
kommen der schwarzen Herbsttrüfl:el (Tuber brumale) gebunden ist. Die Arten, 
welche man um die Zeit des Sonnenunterganges kötschert, treten, abgesehen von 
den gewöhnlichen Species, nur sehr spärlich auf. In einem ausführlichen Ver- 
zeichnis werden die gemachten Erfahrungen über Flugzeit, Frequenz, Verteilung 
der Geschlechter etc. von 14 Colon- und 12 üo^es-Arten mitgeteilt. Besonderes 
Interesse gewinnen diese Ausführungen noch durch eine Reihe von Beobachtungen, 
welche dauernden Wert für die Systematik der besprochenen Arten besitzen 
dürften. Colon regiomontanum wird als Degeneration von C. appendiculatum 
angesprochen, von dem eine neue Coloritaberration (fulvum), vollkommen aus- 
gebildet, hellgelb oder mit schwarzem Kopf, aufgestellt wird; C. Zebei ist nur 
eine Form des dentipes; die Erhebung der Untergattung Eurycolon Gglb. zur 
Gattung wird befürwortet. Das Studium dieses Aufsatzes sei allen Interessenten 
für Lokalfaunen etc. bestens empfohlen. (Dr. J. Daniel.) 

E. Bergroth: Zur Abwehr. (1. c, 279.) 62. 

Replik auf Dr. Seidlitz's Aufsatz: Ueber Leptura aquatica L. und 
Donacia dentipes Fbr. (W. E. Z. 19., 14; 1900). (Dr. J. Daniel.) 



Referate. 109 

M. Pic: Colcopieres fran^ais nouveaux. (L'Echange 19., 2; 1904.) 63. 

Cantharis abdominalis v. macnUthorax (Halsschild schwarz, beiderseits mit 
roter Makel), Grande-Chartreuse; Canth. nigricans v. pallidosignata (Decken in 
und hinter der Mitte mit gelber oder rötlicher Binde), Fontainebleau, Paris, 
Deutschland; Ernohius Kiesenivetteri v. subopaca (weniger glänzend, Thorax 
von den Schultern weniger umschlossen), Südfrankreich; Ernohius incisus zu 

pruinOSnS M.E. von Nyons. (Dr. J. Daniel.) 

— Notes et descriptions. (1. c, 2.) 64. 

Affagenus hiskrensis, Biskra; Danacaea Martini und \. pardalensis, Spanien; 
Danacaea Soltzi vom Taurus, zu Sequensi Reitt. ; Cyrtosiis frigidus sbsp. syriaca, 
Syrien; Cyrtosus subcylindricus Q von Syrien, zu cerealis; MaltJiodes (Podistrina) 
arbaensis 9 von Tunis; Malthinus flavicollis von Tunis, zu grandiceps; Anthiciis 
tarifensis von Tarifa, zu ochreatus; Polydrosus (Choerodrys) cressius von Kreta, 
zu Moricei Pic; Ptochus cretensis, Kreta, zu Emgei. (Dr. J. Daniel.) 

JL. Fiori: Caccobitis Schreheri L. e sue varietä. (Rivista coleotterol. italiana, 65. 

1., 105; 1903.) 

Stücke mit einfarbig schwarzen Decken werden als ab. niger (Modena) und 
solche mit normaler Deckenfärbung, aber zu beiden Seiten rot gefleckten Thorax 
als ab. bipustulatus (Calabrien) beschrieben. Gleichzeitig wird eine, mit Rück- 
sicht auf die obige schwarze Form modifizirte, neue Tabelle der drei europäischen 
Caccobius-Aiten gegeben. (Dr. J. Daniel.) 

— Caccie nuove e veccliie. (1. c, 153.) 66. 
Neubeschreibungen: Bembidümi (Testediolum Gglb.) alticola von der Majella 

(Abruzzen). Von allen bekannten Arten der Untergattung durch rötliche Beine 
und Fühlerbasis ausgezeichnet. — Pterosticlius (Metapedius n. sbg.) Pantenelii 
n. sp. von Catanzaro und den Provinzen Reggio und Emilia. Im Habitus mit 
Pedius und Parapedius übereinstimmend; durch das Fehlen eines Kieles an den 
Basalgliedern der Fühler von Poecilus verschieden, einen Uebergang zu Ptero- 
sticlius darstellend. Neben Parapedius Sdl. zu stellen, durch die nicht gekielten 
Basalglieder der Fühler, Fehlen der Punkte und der Basalfurche des letzten 
Abdominalsegmentes und den Mangel einer Furche am 1. Glied der Hintertarsen 
(die ersten 3 Glieder der Mitteltarsen sind gefurcht) verschieden. — Amara (Celia) 
aemiliana von S. Giovanni in Persiceto (Bologna), mit A. misella Mill. verwandt, 
aber Kopf grösser, Augen grösser, aber weniger vortretend ; Fühler zarter, Hals- 
schild nach vorn regelmässiger verengt, ohne basale Längsgrübchen, das Schildchen 
breiter, mehr versenkt, Flügeldeckeubasis geradlinig. — Acalles Solarii von San 
Luca und Yalle del Ravone (Bologna) zu A. Anbei Boh., aber breiter und mehr 
depress, mit ganz anderer Halsschildform (Textfigur), rotem Rüssel, schwarz be- 
schuppter Stirn, kürzeren und dickeren Fühlern, spärlicheren und kürzeren Borsten- 
büscheln, von denen der an der Basis des 3. Zwischenraumes immer fehlt, während 
ein solcher an der Basis des 5. Zwischenraumes vorhanden ist, die Schuppen auf 
dem Rücken gleichmässiger braun als bei Anbei, an den Seiten weiss, bei 
letzterem braungrau. (Dr. J. Daniel.) 

— Nuove indicazioni topog-raflche. (1. c, 198.) 67. 
Anomala ausonia wird als Varietät der vitis erklärt, die übrigen Notizen 

werden in der folgenden Lieferung unter der Rubrik »Beiträge zur Koleopteren- 
Geographie? verarbeitet. (Dr. J. Daniel.) 

— Due parole di risposta al Sig-. Vitale Greom. Francesco. (1. c, 144.) 68. 
Rhynchites praeustus nigratus Fiori, der von Vitale als synonym mit var. 

lurida Boh. betrachtet wurde, wird als extreme ^raews^its-Aberration aufrecht 

erhalten. (Dr. J. Daniel.) 

M. Pic: Note entomologiche. (Riv. Col. It. 1., 128; 1903.) 69. 

Es wird auf eine v. palustris Jacq. von Lebia chlorocephala, welche im 
Cat. Col. Eur. III nicht aufgenommen wurde, aufmerksam gemacht, ebenso werden 



110 Referate. 

die Unterschiede von Lebia rufipes Dej. und der meist mit ihr als synonym 
getührten fulvipes Ja,c,q. reproduzirt. — Ergänzende Notizen zu Vitale 's »Brevi 
osservazioni su alcune forme specifiche del Genere Rhynchites Schnd « (conf . M. K. Z. 
1., Ref. 247). — Von Cryptocephalus coryli werden einige Varietäten und für 
Cryptoc. carinthiacus die Unterschiede von sinuatus erörtert. (Dr. .x. Daniel.) 

D«"- A. Porta: Kevisione delle specie italiane appartenenti al Grenere Abaoc. 70. 

(1. c, 135; 183.) 

Eine breit gehaltene Revision dieser in letzter Zeit genügend durch- 
gearbeiteten Gattung. Neue Gesichtspunkte zur Trennung der Arten etc. sind 
nicht ersichtlich, so dass sich die Vorzüge der Arbeit eigentlich nur auf die 
Einreihung einiger in letzter Zeit beschriebener Varietäten und auf einige geo- 
graphische Notizen beschränken. (Dr. J. Daniel.) 

J. Gerhardt: Acrittis nigricornisE.H. (Zeitschrift für Entomologie, Breslau. 71. 

28., 12; 1903.) 

Durch die Untersuchungen des Herrn Generalmajor Gabriel wurde fest- 
gestellt, dass sich die beiden Sculpturformen des Äcrihis nigricornis auf Geschlechts- 
dimorphismus zurückführen lassen, indem alle Stücke mit einfacher Decken - 
punktur (v. affinis Gerh.) sich als d'cf, jene mit Strichpunkten auf den Flügel- 
decken als 9 9 herausstellten. Der echte A. seminuhim ist heller, das Pro- 
sternum auffallend kürzer und vorn ununterbrochen gerandet, die Fühlerkeule 
hellgelb. »Die Bogenpunkte vor der Halsschildbasis, die sich unter scharfer 
Vergrösserung als Kerbzähne entpuppen, die durch bogige Vertiefungen von- 
einander getrennt sind, reichen nur bis etwa zum ersten Drittel der halben 
Basis, während sie bei nigricornis über das zweite Drittel noch hinausreichen; 
auch stehen sie auf einer deutlich erhabenen, kielartigen Linie, bei nigricornis 
dagegen auf fast gleicher Ebene mit den darüber befindlichen Punkten.« (Vergl. 

auch D. E. Z. 1903, 239.) (Dr. J. Daniel.) 

— Enicmus anthracinus Mnnh. sp. pr. (1. c, 14.) 72. 

Der bisher teils zu minutiis, teils zu brevicollis gezogene jEJ. anthracinus 
unterscheidet sich von minnüis durch dunklere Färbung, geringere Grösse, 
kürzere Gestalt, breiteres Haischild, nicht queres 10. Fühlerglied, stärker er- 
habene Naht nebst alternirenden Zwischenräumen, mehr gleichmässig, weniger 
runzlig und tiefer punktirten Kopf und Halsschild, kräftiger punktirtes Meta- 
sternum, dessen Mittelfurche mit einem deutlichen Eindrucke (bei minutus ohne 
Avesentliche Vertiefung) endigt und beginnt, dessen Punktirung einen viel breiteren 
Streifen frei lässt, durch stärker und undichter punktirtes 1. Bauchsegment (die 
Punkte berühren sich nicht mit ihren Kanten) und durch unauffällige Differenz 
der Punktirungsstärke von Metasternum und erstem Bauchsegment. Während 
E. minutus in allen Teilen der paläarktischen Zone verbreitet ist, bevorzugt 
E. anthracinus mehr den Norden und die Berggegenden Mitteleuropas. 

(Dr. J. Daniel.) 

C. Grabriel: Das Häutclien am Halsscliilde der Gtattang LatJtridius. (1. c, 17.) 73. 

Der Verfasser hat die einschlägigen Verhältnisse bei einer Reihe von Arten 
genauer studirt und gelangt zu dem Resultate, dass die Substanz dieses Häutchens 
einen wachsartigen Charakter besitzt und eine Absonderung aus Poren, welche 
besonders zahlreich an der Unterseite des Halsschildes vorhanden sind, darstellen 
dürften. Eine' die Unterseite gleichmässig überziehende, wachsähnliche Ab- 
sonderung scheint bei allen Arten der Gattung Lathridius stattzufinden, die 
Bildung von Häutchen bezw. Bändern dürfte indess nur bei jenen Arten vor- 
kommen, auf deren Halsschildunterseite Rinnen mit dichtstehenden Porenpunkten 
vorhanden sind. (Dr. J. Daniel.) 

P.Born: Ueber einige nordafrilianisclie Caraben. (Ins. Börse 20., 203; 1903.) 74. 

Nach den Ausführungen des Verfassers, welche sich auf das Studium neuen, 
reichen Materials aus dem inneren Tunis und den angrenzenden Teilen Marokkos 



Referate. 111 

stützen, könuen kaum mehr Zweifel bestehen, dass die bisher als verschiedene 
Arten betrachteten, zum Teil auch auf verschiedene Gruppen verteilten Carabus 
morhlUosus und Äumonti spezifisch nicht mehr getrennt werden können. Die 
Pilt'ercnzen in der Beborstung- der Thoraxseiten sind nach Born's Ausführungen 
nicht mehr aufi'echt zu erhalten, ebenso wenig aber auch die bisherigen Unter- 
schiede in der Körperform und Deckensculptur. 

Wenn wir von dem das centrale und östliche Algerien bewohnenden Carab. 
morbillosus Fbr. ausgehen, so finden wir bereits im westlichen Algerien und in 
Oran die erste Easse {cychrisans Lap.); bei derselben ist der Halsschild vorne 
bedeutend verengt, der Kopf länger und schmäler, die Mandibeln sind bedeutend 
länger und die Sculptur erscheint schwächer und flacher. Noch weiter westlich 
im Kiffgebiet treffen wir auf eine Rasse {Olcesi Putz.), welche eigentlich einen 
Aumonfi mit der Sculptur des morbillosus darstellt, nur ist die letztere noch 
mehr abgeflacht, die tertiären Körnerreihen verschwinden, die sekundären Rippen 
und die primären Tuberkelreihen sind wenig erhaben und flach, die Punktreihen 
sind oben noch tief eingestochen; als extremste Form des morbillosus ist seine 
marokkanische Rasse (Äumonti Luc.) zu betrachten. Abgesehen von der 
charakteristischen Gestalt sind hier die Decken vollkommen glatt und glänzend, 
sie zeigen nur ganz feine, seichte Punktstreifen, ohne jegliche Spur von Rippen. 

Ausser diesen Haupttypen werden noch die entsprechenden Zwischenformen 
besprochen. Auch der auf Sicilien vorkommende Carab. planatus mit einer Seta 
in den Hinterwinkeln des Halsschildes, die aber auch bei morbillosus auftreten 
kann, wird durch Servillei in morbillosus übergeführt und erscheint nur als eine 
Rasse desselben mit dickerem, kürzerem Kopf und Hals und breiterem Halsschild. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Carabus violaceus provincialis nov. subsp. (1. c., 219.) 75. 

Diese aus der Umgebung von Digne (Les Dourbes) stammende Rasse bildet 
den Uebergang von violaceus ohliquus zu violaceus purpurascens. Mit ersterem 
hat sie die lebhafte blaue, violette oder gTünliche Färbung der Oberseite, mit 
letzteren die Deckensculptur (mehr crenatus-arüg) gemein. In der Penisbildung 
nähert sie sich mehr dem purpurascens, immerhin ist noch eine deutliche, mehr 
als bei obliqims, in die Länge gezogene Drehung der Spitze zu erkennen. Von 
dem ebenfalls blauschimmernden, grossen violaceus baeterrensis Lap. (Dep. Herault) 
durch geringere Grösse, gewölbtere und gerundetere Gestalt, viel gröber punktirte 
Streifen der Decken, schwach wellige Intervalle und vorn etwas gedrehtem Penis. 

(Dr. J. Daniel.) 

E. Scriba: Velleius dilatatns F. (Ins. Börse 20., 212; 1903.) 76. 

In Gegenden, wo die Hornisse zahlreich auftritt, kann man diesen Käfer 
an überständigen Laubbäumen, insbesondere Eichen, mit krankhaften Stellen, 
von welchen der Saft reichlich fliesst, entweder abends leckend antreffen oder 
dadurch erbeuten, dass man an der Saftstelle oder am Fusse des Baumes künst- 
liche Yersteckplätze (Rindenhäufchen) anlegt und dieselben des Morgens unter- 
sucht. (Dr. J. Daniel.) 

H. du Buvssoii: Tableau dichotomique du S. g-. Stichoptera Mot. (Chryso- 11. 

meia). (Miscell. Ent. 11., 31; 1903.) 

1" Die rote Marginalbinde umzieht vorne die Schulterbeule. 

2" Punkte an den Seiten des Halsschildes sehr gross, genähert und ziem- 
lich zahlreich, Decken stark lederartig gerunzelt, Zwischenräume der 
Deckenpunkte sehr zerstreut, kaum wahrnehmbar punktulirt, vom 
matten Grund sich wenig abhebend. 

3" Halsschild von der Farbe der Decken, schwarz, mit oder ohne blauen 
Schimmer, Scheibe mit zerstreuter, an der Basis dichter und stärkerer 
Punktulirung, Deckengrund weniger matt; 8 — 9 mm gypsophilae Küst. 

3' Halsschild indigoblau, heller als die Decken, auf der Scheibe und an 
der Basis sehr fein punktirt, Deckengrund deutlich matt; 9 — 10,5 mm 

V. lucidicollis Küst. 



112 Referate. 

2' Punkte an den Halsschildseiten viel kleiner, zerstreuter und weniger 
zahlreich; Decken ziemlich dicht, aher weniger stark chagrinirt er- 
scheinend; die Zwischenräume der Punkte mit sehr zerstreuter und 
kaum hemerkharer Punktulirung, welche sich vom undeutlich matten 
Grunde wenig ahheht; Halsschild wie die Decken schwarzblau, Scheibe 
mit beinahe gleichmässiger, sehr feiner Punktulirung; 8 — 9 mm 

sanguinolenta L. 

1' Die rote Marginalbinde umzieht die Schulterbeule nicht und verengt 
sich in der Höhe derselben; Körperform weniger kurz, Halsschildpunkte 
an den Seiten nicht sehr gross, ziemlich zahlreich; Decken mit nicht 
sehr grossen, ungleichen Punkten, welche unterbrochene, öfter gebogene 
Eeihen bilden, Zwischenräume mit ziemlich starker, unregelmässiger, 
ebenfalls öfter gereihter Punktulirung; 7 — 8 mm . . marginalis Dft. 

(Dr. J. Daniel.) 

H. du Buysson: Note sur le Bemhiditini humerale Strm. (1. c, 66.) 78. 

Notizen über Lebensweise und Fang dieser Art. (Dr. j. Daniel.) 

C. Houlbert et Monnot: Tableaux analytiques illustres de la famille des 79. 

Lamellicornes. (1. c, 56, 76.) Fortsetzung. 

Tabelle der französischen Arten der Gattungen Aplwdius bis Aegialia, 
Geotrupes und Trox. (Dr. J. Daniel.) 

H. Sietti: Description d'un Aphocliiis (s. g. Melinoptet^us). (1. c, 66.) 80. 

Äphodüis Abeillei von Teniet-el-Haad unterscheidet sich von prodromus 
durch die eingegrabene, gehöckerte Stirnlinic (c?) und den nicht hakenförmig 
gekrümmten Enddorn der Vordertibien, von tingens Ab. durch den einfarbig- 
schwarzen Kopf Schild und das nicht löffelartig ausgehöhlte Metasternum (cf). 
»Plaque metasternale sillonee et largement explanee sur ses bords, fortement 
ponctuee et finement pubescente sur presque toute sa surface, ses poils caducs.« 

(Dr. J. Daniel.) 

Pierre: Sur l'evolution de Lixus iridis Oliv, et de Clialcidides parasites 81. 
de Poeuf, de la larve et de l'imago. (L'Echange 19., 108, 116, 132, 
141; 1903.) 
Ausführliche Mitteilungen über die Biologie des Lixus iridis Ol. und seiner 

Parasiten. (Dr. K. Daniel.) 

A. Carret: Notes relatives ä l'etude de quelques Pog-onides. (L'Echange 19., 82. 

133, 137, 150; 1903). 

1. Pogonoidius n. subg., von Pogonus und Pogonistes (sensu Carret) 
durch das Auftreten von 1 — 2 Borsten in oder neben den Vorderwinkeln des 
Halsschildes, das Vorhandensein einer Grübchenreihe auf dem 3., 5. und 7. 
Zwischenraum der Flügeldecken, geraden Basalrand derselben und schwache Aus- 
höhlung des Mesothorax verschieden. Mit Pogonistes gemeinsam ist die neue 
Gattung durch an der Spitze reichlich beborsteten Prosternalfortsatz ausgezeichnet. 
Hieher Pogonus meridionalis Dej. und punctulatus Dej. — 2. Pogonus (s. str.) 
olivaceus n. sp. von Phaleron (Attika), verwandt mit P. smaragdinus Wltl. und 
syriacus Chaud. — 3. Pogonus clialceus provincialis nov. var., von der Stamm- 
form durch breitere, robustere Gestalt und einfarbig blassgelbe Palpen, Fühler 
und Beine verschieden. Hyeres. — 3. Mitteilungen über die geographische Ver- 
breitung des Pogonus clialceus Marsh, in Frankreich, nebst Tabelle für seine 
verschiedenen Formen, von denen eine var. excavata und var. p)ulchella, sowie 
Pogonus gilvipes fallax neu aufgestellt werden. — 4. Eupogonistes n. subg., 
von Pogonistes durch das Vorhandensein einer Borste in den Vorderwinkeln des 
Halsschildes verschieden. Hieher Pogonus gracilis Dej. (Dr. k. Daniel.) 

F. Vitale: Gli Erirrhinini Siciliani. (Eiv. Col. It. 1., 110, 166; 1903.) 83. 

Ausführliche historische Einleitung, Tabellen für die sicilianischen Gat- 
tungen und messinesischen Arten und synonymisch-topographischer Katalog der 



Referate. • 113 

sicilianischen Erirrhinmi. — Neu beschrieben: Bagons longirostris von Passo- 
Badia, zwischen B. cylindricus Eosh. und Kirschi Ettr. (Dr. K. Daniel.) 

M. Gortaiii: Sopra 1' Otiorrhynchns catidatus Rossi. (Eiv. Col. It. 1., 84. 

123; 1903.) 

Oüorrhynchus caudatus Eossi findet sich in ZAvei Formen, in Mittelitalien 
(Eniilia, Toscana, Lazzio) eine nicht oder nur sehr schwach beschuppte, in Ober- 
italien (Ligurien, Piemont, Lombardei, Trentino, Venetien) eine reichlich be- 
schuppte. Da Eossi seinen aus Florenz beschriebenen Ot. caudatus als »totus 
niger, subobscurus« bezeichnet, betrachtet der Autor den mittelitalienischen 
caudatus als die Stammform (hiezu eine var. alhomaculata Gort, mit spärlichen 
Schuppenflecken) und die oberitalienischen Stücke als geographische Easse 
(caudatus transpadanus) . (Dr. k. Daniel.) 

D«"' Ä. Corti : Di uiia iiuora g'alla d' Apion pubescens Kirby e dei coleottero- 85. 

cecidi in ^enere. (Eiv. Col. It. 1., 178; 1903.) 

Der Autor zog Apion pubescens Kirby nebst einem seiner Parasiten, einem 
Chalcididen, aus Wurzelgallen der Coronilla scorpioides. Da die Art bereits 
früher von Liebel als die Erzeugerin von Stengelgallen an verschiedenen Trifoliimi- 
Arten erkannt wurde, so liegt hier der interessante Fall vor, dass dieselbe 
gallenerzeugende Species an ganz verschiedenen Pfianzenteilen zur Entwicklung 

kommt. (Dr. K. Daniel.) 

D«"- H. Norinand: Description d'im Pselai^hus nouveau d'Alg-erie. (Bull. 86. 

Soc. Ent. Fr. 72., 191; 1903.) 

Pselaphus Chobauti von Bou-Berak bei Dellys (Prov. Alger); er gehört zu 
den Arten mit ausgehöhltem 1. Dorsalsegment, von Ps. Sencieri Coq. durch nicht 
raspelartig sculptirtes Tasterendglied, von Ps. caviventris Ettr. durch längeres 
Tasterendglied und abweichende Flügeldecken struktur, von clavigeroides Ettr. 
durch langen Kopf, breites Abdomen etc. verschieden. (Dr. k. Daniel.) 

E. Abeille de Perrin: Remarques sur deux nouvelles forines de Trechus 87. 
aveu^les fran^,ais. (Bull. Soc. Ent. Fr. 72., 208; 1903.) 
Der Autor stellt den Variationsumfang des Anophthalmus Raymondi Delar. 
und AnopJitlialmus Gounellei Bedel durch folgende Zusammenziehungen fest: 
Raymondi Delar. Gounellei Bed. 

V. Auberti Gren. v. Argodi Ab. 

V. Magdalenae Ab. v. obesus Ab. 

Fagniezi Chob. v. nov. cerdonictis Ab. 

A. Gounellei cerdonicus stammt von der Grotte du Gerden (Ain), ist kleiner 

und kürzer wie die Stamniart, die Fühler weniger schlank, Halsschild schmäler, 

grösste Breite mehr rückwärts, Stirnfurchen weniger gekrümmt, Flügeldecken 

weniger parallel, Streifen weniger deutlich, subapicale Ausrandung schwächer. 

(Dr. K. Daniel. 

M. Pic: Sur Anthicus superbus Pic et rtiacuUcollis Pic. (Bull. Soc. Ent. 88. 

Fr. 72., 212; 1903.) 

Entgegen der Anschauung Dr. Cliobaut's, der beide Arten für identisch 
hält (M. K. Z. 1., Eef. 320) besteht der Autor auf der specifischen Trennung und 
gibt die Unterschiede an. (Dr. J. Daniel.) 

— Sur les Cantharis (Telephorus) de la collectioii Rey. (1. c, 230.) 89. 
Ergebnis einer Untersuchung Eey 'scher Caw^Äaris-Typen : Cantharis sub- 

gemina Eey = annularis var., C. aurita Eey = fusca conjuncta Schlsky., C. 
curticornis Eey = fusca var., C. nigripalpis Eey = rustica var., C. tenuipes 
Eey = rustica var. (Dr. J. Daniel.) 

— Note synonymique et biolog-ique. (1. c , 231.) 90. 
Rhinosimus elephas Chob. (1903) = angustirostris Pic (1898). Von dürren 

Eichenzweigen abgeklopft. (Dr. J. Daniel.) 



114 Keferate. 

M. Pic: Addenda et corrig'enda au Genera insectoruiu de Wytsman. 91. 

(1. c, 252.) 

Sagridae (Jacob y), Cleridae (S c h e n k 1 i n g) und Bujjresticlae (Kerremans). 

(Dr. J. Daniel.) 

J.Bourgeois: Description d'une nouvelle espece Ae Podistrina. (Bull. Soc. 92. 

Ent. Fr. 12., 210; 1903.) 

Podistrina Doderoi von Terranova (Sardinien). Das c? ist jenem des 
Malthodes cruciatus Baudi ähnlich, aber kleiner, dunkler, Halsschild quer, vor 
den Hinterwinkeln nicht ausgeschweift, letztes Ventralsegment anders gebildet. 
Das 9 differirt ausserdem noch vom 9 des M. cruciatus durch kürzere Fühler, 
verkürzte, klaffende Decken und fehlende Flügel. (Dr. K. Daniel.) 

— Diag-noses de trois Malthodes nouveaux du Nord de l'Afrique. (1. c, 219.) 93. 

1. Malthodes (i. sp.) appendicifer von Mateur (Tunis) zu suhductus Ksw. — 

2. Malthodes (i. sp.) trapezoidalis von Clairfontaine (Algier) zu picticollis Ksav. — 

3. Malthodes (i sp.) taeniatus von Tunis zu pinnatus Ksw. — Ergänzung zur 
Diagnose des Malthodes corcyreus Bourg. (Dr. k. Daniel.) 

— Description d'une nouvelle espece de Malthodes de la faune fran^aise. 94. 

(1. c, 247.) Mit 1 Textfigur. 

Malthodes (i. sp.) silvicola aus dem Foret de Saou (Drome) zu pulicarius 

Eedtb. (Dr. K. Daniel.) 

— Sur les Varietes de CantJiaris decrites par Rey dans PEchang-e. 95. 

(1. c, 249.) 

Mit Bezug auf die synonymischen Feststellungen Pic's (conf. Ref. 89) be- 
weist der Autor durch Mitteilung einer schriftlichen Aeusserung Rey's, dass 
letzterer bereits selbst von der Geringwertigkeit seiner verschiedenen Cantharis- 
Arten überzeugt war. - (Dr. K. Daniel.) 

D«" E. Fischer: Experimentelle Untersuchung-en über die Vererbung- er- 96. 
worbener Eigenschaften. (Ztschr. Allg. Entom. 6., 49—51 u. 363—365; 
1901.) Mit 2 Textfiguren und 1 Tafel. 

— Weitere Untersuchungen über die Vererbung erworbener Eigenschaften. 97. 

(Ztschr. Allg. Entom. 7., 129, 161, 201, 241, 266, 301, 452, 476, 506, 521; 

1902.) Mit 21 Textfiguren. 

Die beiden Abhandlungen, deren zweite als Fortsetzung der ersten gedacht 
ist, sind der Aufklärung physiologischer Probleme von allgemeinstem Interesse 
gewidmet und stellen sich im wesentlichen als eine ebenso gründliche wie scharf- 
sinnig durchgeführte Untersuchung über das Wesen des Vererbungsprozesses dar, 
soweit es sich dabei um die Uebertragung erworbener Eigenschaften auf die 
Nachkommen handelt. Damit ist auch bereits der Gegensatz zwischen Lamarck's 
und Weismann's Auffassung über diese Materie berührt und es ist klar, dass 
der Verfasser sein Material in erster Linie auf seine Verwertbarkeit für oder 
gegen die eine der beiden Theorien prüft. Zunächst wurde durch ein Zucht- 
experiment an Arctia caja L. festgestellt, dass eine durch den Einfluss niedriger 
Temperatur hervorgerufene, also erworbene Eigenschaft (im vorliegenden Falle 
Ausdehnung der dunklen Zeichnung auf den Flügeln) sich auf die unter normalen 
Umständen aufgezogenen Nachkommen der aberrativ veränderten Eltern vererben 
kann, ein Ergebnis, das die Erklärung für die Bildung und Erhaltung solcher 
Localrassen, die als das Product der constant bezw. periodisch wirkenden klima- 
tischen Bedingungen betrachtet werden müssen, einschiiesst. Die Frage, ob das 
Ergebnis des erwähnten Versuchs zu Gunsten Lamarck's oder Weismann's 
spreche, beantwortet der Verfasser in dem Sinne, dass das gewählte Experi- 
ment, abgesehen von seiner Beweiskraft für den Lamarckismus als solchen, 
zu einer derartigen Entscheidung überhaupt niclit geeignet sei, da die verändernde 
Ursaclie im vorliegenden Fall sowohl auf das elterliche Individuum, das Sonia, 



Referate. 115 

•wie auf die Fortpflanzungs- (Ei- und Samen-) zellen gleichzeitig und direct ein- 
wirke und dieselben entsprechend verändere. Da es sich vielmehr darum handle, 
zu ermitteln, ob die für die Vererbung einer erworbenen Eigenschaft notwendiger- 
weise vorauszusetzende Veränderung der Geschlechtszellen infolge directer Be- 
einflussung der letzteren (Weismann) oder indirect, mir im causalen Zusammen- 
hang mit der am Soma eingetretenen Veränderung, etwa durch Vermittlung einer 
nicht näher erforschten, leitenden Verbindung erfolge (Lamarck), müssen die ver- 
ändernden Bedingungen so gewählt werden, dass sie nicht wie Temperatur, 
Feuchtigkeit, Ernährungsweise etc. direct auf die Fortpflanzungszellen wirken 
können, sondern derart, dass eine unmittelbare Beeinflussung der letzteren als 
ausgeschlossen betrachtet werden kann. Als solche Factoren kommen zunächst 
in Betracht Belichtung, dann Gebrauch und Nichtgebrauch, Verletzungen etc. 
Bei der Untersuchung über den Einfluss des Lichtes auf die Färbung war es 
natürlich von besonderer Wichtigkeit, alle jene Fälle von vornherein von der 
Betrachtung auszuschliessen, bei denen möglicherweise andere Ursachen z. B. 
primäre Zweckmässigkeit eine Bolle spielen könnten. An einer Reihe gut ge- 
wählter, ausschliesslich den Lepidopteren entnommener Beispiele, unter denen sogar 
sympathische und Contrast-Färbungen und -Musterungen herangezogen sind, die 
dem Träger derselben nach Lage des besonderen Falles nachweisbar keinen Nutzen 
bringen, also auch nicht durch Selection entstanden sein können, führt nun der 
Verfasser in überzeugender Art den Nachweis, dass gewisse Färbungen und 
Zeichnungen, sowie Veränderungen an solchen im Laufe der phyletischen Ent- 
wicklung tatsächlich unter dem Einflüsse des Lichtes und zwar sowohl des directen 
als des von der nächsten Umgebung reflectirten entstanden sein mussten und 
da die Lichtwirkung nur die oberflächlich gelegenen, epidermatischen Gebilde 
(Schuppen, Haare) nicht aber im Innern des Körpers eingebettete Zellen direct 
zu beeinflussen im stände ist, so folgt daraus, dass sie sich nur im Sinne 
Lamarck's auf die Fortpflanzungszellen übertragen haben konnte. Die Unter- 
suchung über die Art dieser Uebertragung führt den Verfasser zu der ITeberzeugung, 
»dass ganz besondere Vererbungsbahnen vorhanden sein müssen und dass auf diesen 
Bahnen die durch die äusseren Factoren erzeugten Veränderungen des Somas als 
Eeize bis zu den Vererbungssubstanzen sich fortleiten . . . « . Im Anschluss an diese 
Untersuchungen spricht sich der Verfasser noch über periodische Farhenände- 
rungen bei cf cf (Hochzeitskleid) aus, die er als Reaction auf durchgreifende Aende- 
rungen der Function innerer Organe oder des Stoffwechsels erklärt und verbreitet 
sich dann eingehend über die Entstehung mimetischer Zeichnungsmuster und 
Formen, wobei es ihm bezüglich der ersteren Erscheinung gelingt, an elemen- 
taren Beispielen nachzuweisen, dass auch in diesen Fällen Temperatur (und Feuchtig- 
keit) eine bedeutsame Rolle spielen, während in den hier einschlägigen Form- 
änderungen wenigstens primär das Product von Muskelactionen zu erblicken sei. 
Die weitere Entwicklung und Vervollkommnung der durch die erwähnten Ursachen 
(klimatische und mechanische Einflüsse) geschaffenen Anfänge und Anlagen dieser 
in der Vielgestaltigkeit ihrer derzeitigen Endproducte geradezu unerschöpflichen 
Variationsrichtungen erfolgt indess zweifellos im Sinne des Nützlichkeitsprincips 
unter hervorragender Mitbeteiligung selectorischer Faktoren. Was endlich die 
wichtige Frage nach der Vererbbarkeit f unctioneller Anpassungen betrifft, so 
schliesst der Verfasser wohl mit Recht aus der erwiesenen, im Lamarck'schen 
Sinne sich vollziehenden Vererbbarkeit von Veränderungen an den Elementen 
der Körperoberfläche auf jene der durch Gebrauch und Nichtgebrauch bedingten 
Veränderungen an Muskeln, Knochen, Sehnen, Drüsen etc. und somit auch der 
Functionsänderungen dieser Organe. — Schade, dass der Autor durch die wenig 
glücklich gewählte Art, mit der er am Schluss des Aufsatzes noch die Beziehungen 
zwischen der organisirten und leblosen Welt berührt, wenn auch nicht den Wert, 
so doch den Gesamteindruck seiner Abhandlung beeinträchtigt. In einem etwas 
anomalen Verhalten des Paranitrotoluols, das sich ungezwungen durch die Aur 
nähme labiler, physikalischer Isomerien erklären lässt und auch für andere Ab- 
kömmlinge des Toluols bereits constatirt wurde, eine »verblüffende Analogie zu 
der Vererbung erworbener Eigenschaften bei Lebewesen« zu erkennen, oder in 
der vielen 3Ietallen zukommenden Eigenschaft, sich unter dem Einfluss der 
Atmosphärilien mit einer Kruste zu überziehen, einen Fall von Anpassung zu 



116 Beferate. 

erblicken, bedeutet eine so befremdende Verkennung der Gesetze, denen die 
nicht organisirte Materie unterworfen ist, dass damit der Sache jener, die sich 
die Förderung des heiklen Problems der Ableitung der belebten Natur aus leb- 
losen Stoffen zur Aufgabe machen, nur geschadet wird — zur besonderen Freude 
der Vitalisten. (Dr. k. Daniel.) 

J. Salilberg: Messis hiemalis Coleopterorum Corcyraeorum. (Ofvers. Finsk. 98j 

Vetensk.-Soc. Foerhandlg. 45., No. 11 ; 1902—1903.) 

Aufzählung der vom Verfasser auf Korfu gesammelten Koleopteren. Neu 
aufgestellt: Nebria cursor obscurata (^wbscurior, prothorace elytrorumque 
lateribus tibiisque nigropiceis; tarsis supra subglabris et non nisi pilis paucis 
instructis«); Omophron limbatum corcyreum (^>major, pallidior, pedibus posticis 
paullo longioribus, punctura piarciore, abdoniinis lateribus episternisque meta- 
thoracis semper fere laevigatis, interdum punctis 1 vel Simpressis«); Bembidium 
curtuluni Diiv. sporadicum (ydiffert a speciminibus in Palaestina collectis 
elytris paulo convexioribus, punctis striarum paulo profmidioribus et remoti- 
oribus«); Brachynus exhaleus pygmaeus (-»typo fere quadruplo minor, ob- 
sciirior<-<-) ; Cnemidotus caesns levantinus (^^ elytris antice profunde foveolato- 
pimctatisi-)', Helochares erythrocephalus substriatus (y corpus angustior, elytris 
subtilissime punctato-striatis«) ; Georyssus crenulatus corcyreus (iiminor, aeneo- 
nitens, prothorace medio nitidissimo, longitudinaliter magis elevato, postice linea 
media longitudinali tenuissima, punctis elytrorum majoribusi^); Ocalea badia 
splendida (i>major, paullo remotius punctata et longius pubescens, magis nitida, 
praesertim in elytris, antemiarum articulo 5" paullo longiore«); Anisosticta 19- 
punctata flavicollis (iipunctis protJioracis obliteratis^^). (Dr. k. Daniel.) 

— Ad cog'nitionem faunae Coleopterorum Graecae frag'inenta. (1. c, No. 12.) 99. 

Verzeichnis der vom Verfasser in der Umgebung von Athen und auf Kreta 
gesammelten Koleopteren. Neu: Phaleria cadaverina nigricollis (^nigra, 
geniculis, tarsis a^itennis palpisque rufopiceis, elytris pallide flavis, basi circa 
scutellum et plaga magna communi cordiformi ad suturam cum nigredine basali 
confluente nigro, epipleuris infuscatus«); Agabus bipustulatus picipennis 
(■'■> elytris piceis, epipleuris ruf o-ferriigineis <.<■). (Dr. K. Daniel.) 

— Ad cog'nitionem faunae Coleopterorum Italicae fragmenta. (1. c, No. 13.) 100. 
Verzeichnis der vom Verfasser in Italien (am trasimenischen See, bei Brindisi, 

Catania und Syrakus) gesammelten Koleopteren. Neu: Chlaenius vestitus caeru- 
lescens (-»elytris coeruleo-micantibusc) ; Philonthus concinnus imperfectus 
{y prothorace Serie dorsali utrinque tripunctata, punctis secundi paris deficientibus 
intervallum reliquentibus^<); Clambus minutus ruficapillus (»paullo minor, 
piceus, capite rufo, prothorace lateribus pilis nonnullis tenuissimis munito<.<); 
Blap)s gigas Avenae (»parva, angustior, prothorace ante medium vix dilatato, 
elytris multo brevius appendiculatis, pedibus gracilioribus (cf); 23 mm«). 

(Dr. K. Daniel.) 

D«*. A. Chobaut: Description d'une Bathyscia nouvelle du Midi de la France. 101. 

(Bull. Soc. Ent. Fr. 72., 221; 1903.) 

Bathyscia Pueli von der Grotte du Pic de Laguzou (Aude), verwandt mit 

jB. Chardoni Ab. (Dr. K. Daniel.) 

— Description de deux Coleopteres cavernicoles nouveaux du Midi de la 102. 
France.. (1. c, 263.) 

Troglophyes Ludovici aus der Grotte du Bac de la Caune bei Quillan (Aude), 
sehr nahe verwandt mit Gavoyi Ab. — Bathyscia nemausica von Nimes, zu 
mialetensis Ab. (Dr. k. Daniel.) 

J)r. M. Reginibart: Description d'un Hydroporus nouveau. (Bull. Soc. Ent, 103. 

Fr. 72., 254; 1903.) 

Hydroporus Normandi von Port-Vendres (Pyr. or.) zu memnonius Nicol. 

(Dr. K. Daniel.) 



Keferate. 117 

A. Bourg-oin: Observation sur la poiite et les moeiirs du Cryptocephalus 104. 

5-punctatllS (1. C, 243.) (Dr. K. Daniel.) 

P. de Pejerimlioif : Les premiers etats de Hololepta plana Füss. (1. c, 265.) 105. 

Mit" 3 Textfiguren. 

Larve und Nymphe sind jenen der Gattung- Hister sehr ähnlich. Die Larve 
findet sich besonders an Populus alba, lebt aber nicht unter der Rinde, sondern 
im Baste, wo sie Dipteren-Larven nachzustellen scheint. (Dr. K. Daniel.) 

P. Luig-ioni : Note ed osseryazioni sulP AntJiypna Carceli Lap. (roniana 106. 

Dup.). (Monitore Zoologico Italiano 13., 20; 1902.) 

Die c? C? fliegen an heissen Tagen nahe am Boden und sehr rasch, ihr Flug 
ähnelt jenem der Bienen oder Hummeln. Das Q, obwohl ebenfalls geflügelt, 
lebt verborgen in Erdlöchern, die es nur zur Zeit der Copulation verlässt. Der 
Verfasser vermutet die Larve in faulen Strünken der Castanea vesca. Benannt 
wird var. Duponcheli (Oberseite einfarbig metallisch grün, ohne Kupferglanz). — 
Angaben über die geographische Verbreitung der Art. (Dr. k. Daniel.) 

— Una varieta nucva del Carabus italicus Dej. (Bull. Soc. Ent. It. 35., 107. 

75; 1903.) 

Carabus italicus Rostagnoi ist ausser der bedeutenderen Grösse und dem 
lebhaften Goldbronce der Oberseite durch stärker gerunzelten, kürzeren und an 
der Basis breiteren Halsschild und weniger gestreckte, gewölbtere und bauchigere 
Flügeldecken, mit stärker erhabenen Kettenstreifen von der tj^jischen Form ver- 
schieden. In der Umgebung von Rom. (Dr. k. Daniel.) 

J. Sainte-Claire Deville: Exploration entomolog-ique des g-rottes des Alpes- 108. 

Maritimes. (Ann. Soc. Ent. Fr. 71., 695; 1902.) 

Ausführliche, durch eine Kartenskizze ergänzte, geographische Mitteilungen 
über die Höhlenfauna der Seealpen. Neu beschrieben wird Trechus (Anoph- 
thalmus) Cailloli aus der Grotte d'Albarea bei Sospel, zu Tr. Vacca Oestro und 
Spagnolii Gestro. Auf Grund neuerer Untersuchungen betrachtet der Autor die 
von ihm früher beschriebenen Troglodromus-Arten (Bucheti, Gaveti und Botia- 
fonsi) als Hauptrassen einer Art, die den Namen Bucheti Dev. zu führen hat. 
In einer Tabelle werden dieselben getrennt und zwei weitere Formen (poenitens 
und Carboneli) als Varietäten charakterisirt. (Dr. K. Daniel.) 

A. Schnitze: Paläarktische Ceuthorrhynchinen. (DEZ. 1903; 241.) 109. 

Neubeschreibungen: Oxyonyx inornatus von Repetek (Transcaspien), von 
allen Arten durch das Fehlen der gemeinschaftlichen Querbinde der Decken aus- 
gezeichnet. — Oxyonyx acutangulus von Dschilarik (Sibirien), habituell an Ceuth. 
nanus erinnernd. — Ceuthorrhynchidius hassicus von Kassel, zu C. baldensis 
Schze., campanella Schze. und Spurnyi Schze. — C'dius magnicollis aus Con- 
stantine (Algerien), mit C. troglodytes und Bedeli Schze. verwandt. — C. plani- 
collis von St. Charles (Algerien), mit C. nigrinus Marsh, sehr nahe verwandt. — 
C. interjectus von Herkulesbad, zu inaffectatus Gyll.; Uebersichtstabelle für 
C. inaffectatus Gyll., interjectus Schze., pistor Schze. und arator Gyll. — C. con- 
fusus aus dem Kaukasus, zu viator Est. — C. perversus von der unteren Wolga, 
mit languidus Schze. verwandt. — C suturalba von Budapest, zu suturalis F. — 
C. atticus von Athen, zu urticae Bob. — • C. gracilicornis von Kebin, mit C. obso- 
letus Germ, verwandt. — C. curtulus aus Südspanien, zu intersetosus Bris. — 
C. clunicularis vom Passo Badia (Sicilien), mit C. contractus verwandt. — 
C. cribricollis aus der Herzegovina, zu C. fulvitarsis Bris. — C. testudinella 
von Kasikoporan, dem maccabaeus Schze. äusserst ähnlich. — C. senilis von 
Kasikoporan, aus der coarcta^its-Gruppe. — C. HenscJii aus Budapest, zu erysimi F. 
und ignicollis Schze. — C. turbatus, von Oesterreich-Ungarn bis Kleinasien ver- 
breitet, ist die auch vom Verfasser bisher als similis Bris, betrachtete, innerhalb 
ihres Verbreitungsgebietes häufige Art. Sie ist mit C. parvulus Gh. Bris, nahe 
verAvandt, die Unterschiede wurden bereits bei einer früheren Gelegenheit (D. E. 



118 Keferate. 

Z. 1898, 262) eingehend erörtert. Bei dem echten C. similis Bris., dessen Original- 
stück in neuerer Zeit aufgefunden wurde, sind tatsächlich die Deckenstreifen 
deutlich beschuppt, wie der Autor auch in der Beschreibung angibt. — C. maroc- 
canug von Saffi (Marokko), mit curticornis Schze. verwandt. — • Keproduction 
der bereits früher (Hör. Soc. Ent. Ross. 36., conf. M. K. Z. 1., Ref. 273) ver- 
öffentlichten Beschreibungen für folgende Arten ; C. venustus, villos'qyes, tibiellns, 
subtilirostris, incertus, pistor, languidus, capucinus, Ahngeri, marginellus, pro- 
tentus, Jakovlevi, gilvicornis und bucharensis. 

Berichtigungen und Ergänzungen zum »Verzeichnis der paläarktischen 
Ceuthorrhynchinen«. (D. E. Z. 1902, 205—226.) (Dr. k. Daniel.) 

A. Schultze: Zusammenstellung einer Varietäten-Reihe paläarktischer Ceu- 110. 

thorrhynchinen. (1. c, 292.) 

Coeliodes erythroleucus (Gmel.) andalusicus aus Andalusien. — Phytobius 
comari (Herbst) astracanicus von Astrachan. — Ceuth. inibicollis (Gyll.) Bedeli 
von La Granja (Castilien). — Ceuth. Kraatzi (Ch. Bris.) bosnicus aus Bosnien 
und Serbien. — Ceuth. obsoletus (Germ.) obscuripes aus Rumänien und Oran. — 
Ceuth. assimilis fallax (Schze.) sardeanensls aus Sardinien und fallax lituratus 
aus Algerien. — Ceuth. cochleariae (Gyll.) monticola von Siebenbürgen und 
cochleariae filirostris aus dem Kaukasus. — Ceuth. italicus (Ch. Bris.) concolor 
aus Tunis. — Ceuth. pyrrhorhynchus (Mars.) linealbatus von Damascus. — Ceuth. 
tibialis (Boh.) nigripes von Algier und tibialis caesius von Ronda (Südspanien). — 
Ceuth. erysimi (F.) viridicollis und erysimi resplendens, beide von Algier. 

(Dr. K. Dauiel.) 

E. Csiki: Coleoptera nora ex Hungaria. (Ann. Mus. Nat. Hung. 1., 441; 1903.) 111. 

Neubeschreibungen: 1. Anophthalmus hungaricus aus der Aggtelek-Höhle 
(Gomitat Gömör), zu A. Speisen Gglbr. und A. Merkli Friv. — 2. Anophthalmus 
Deubelianus vom Zernester-Gebirge, mit A. Merkli Friv. und Deubeli Gglbr. 
verwandt. Tabelle für diese 3 Arten. — 3. Cantharis hungarica aus Budapest, 
der C. pellucida F., livida rufipes Hrbst. und longicollis Ksw. ähnlich. — 
4. Ochina bicolor aus Vincovce (Slavonia), mit 0. Latreillei Bon. verwandt. 

(Dr. K. Daniel.) 

— Die Cerambyciden Ung-arns. (Rov. Lap. 10., 75, 100, 116, 138, 161 und 112. 

181; 1903.) 

Bestimmungstabellen der in den ungarischen Kronländern vorkommenden 
Bockkäfer: Spondylini, Prionini, Lepturini. — Anoplodera nigroflava Fuss wird 
als gute Art betrachtet, die sich von A. rufiventris Gebl. durch bedeutendere 
Grösse und Breite, einfach und weitläufig, nicht fein runzlig punktirte Flügel- 
decken, breitere gelbe Flügeldeckenzeichnung und gegenüber dem fünften kürzeres 
drittes Fühlerglied unterscheidet. Beschrieben werden: Judolia cerambyciformis 
ab. efasciata (vordere Binde der Flügeldecken fehlt) und ab. transsylvanica (hintere 
Flügeldeckenbinde fehlt). (Dr. k. Daniel.) 

I)r- J. E. Everts: Coleoptera Neerlandica. 2. Teil (mit 8 Tafeln und 62 Text- 113. 

figuren) und Supplement (mit 6 Tafeln). S'Gravenshage (1903) bei Martinus 

Nijhoff. 

Fortsetzung und Schluss des ausgezeichneten, wie der Verfasser im Vorwort 
selbst erklärt, ganz im Sinne der Redtenb ach er' sehen »Fauna Austriaca« ge- 
haltenen Werkes. Unter gewissenhafter Verwertung der neuesten Literatur 
werden im vorliegenden Bande die Chrysomelidae, Lariidae, Platyrrhinidae, 
Nemonychidae, Curculionidae, Scolytidae und Platypidae dichotomisch bearbeitet. 
Ein Supplementband behandelt den äusseren Bau der Koleopteren, ihre Entwick- 
lung und Lebensweise und bringt ausserdem kurze Angaben über das Sammeln 
und Präpariren derselben, nebst einer Zusammenstellung der für das Studium 
der Koleopteren wichtigsten morphologischen, anatomischen, histologischen, physio- 
logischen und embryologischen Publicationen. (Dr. k. Daniel.) 



Eeferate. 119 

M. Pic: Notes diverses, dia^noses, synonymies. (Mat. Long. 4., II., 4; 1903.) 114. 

Neubeschreibungen: Leptura bitlisiensis v. armeniaca aus Bitlis (Flügel- 
decken kürzer, Vorderkörper weniger robust, 4. Fühlerglied länger.) — Strangalia 
maculata v, Dayreml von Brest (dunkle Binden verbreitert). — ■ XylotrecJms 
suhcrucifer aus Buchara, wahrscheinlich eine Easse des X bucharensis Sem. — 
Dorcadion HeldreicJii v. praesuturale vom Oeta (mit einer Juxtasuturalbinde). — 
Dorcadion Destinoi v. univestitum 9 von Akbes (Flügeldecken fast ganz rötlich- 
braun behaart, ohne hellere Seitenbinde). — Dorcadion iconiense v. fulvovestitum 
9 aus Kleinasien (Flügeldecken fast ganz rötlichbraun, ohne Bindenzeichnung). — 
Dorcadion Yiturati aus Griechenland zu elegans Kr. — Dorcadion veluchense 
vom Yeluchi zu 7-lineatimi Küst. — • Dorcadion peloponesimn vom Peloponnes zu 
alholineatum Küst. — Dorcadion pusillum v. berladense cf vom Berlad-Tal in der 
]\Ioldau (Beine dunkler, Flügeldecken mit mehr verbreiteter dunkler Pubescenz). — 
Ceroplesis Millingeni Pic aus Arabien. — Pogonochaerus taygetamis vom Taygetos 
zu P. Plasoni Gglbr. — • Saperda perforata v. algerica aus Pliilippeville (dicht 
gelblichgrau tomentirt, die schwarzen Thoraxmakeln und die Humeralbinde der 
Flügeldecken fast ganz verschwindend). 

Macrotoma Böhmi Ettr. aus Aegypten = M. palmata F. — Leptura rubra 9 
V. Sattleri Beckh. = L. testacea L. 9 . — Dorcadion Koenigi Jak. ist zwischen 
D. Beckei'i Kr. und impressipenne Pic einzureihen. — Dorcadion tenuecinctum 
Pic = D. circumcinctum Esc. (nee Chevr.). — Unterschiede für Saperda 10-punc- 
tata Gehl, und maculithorax Pic. — ■ Eeproduction der Diagnose der Phytoecia 
longicollis Costa aus Palästina (? croceipes var.). (Dr. J. Daniel.) 

— Siir divers Vesperiis Latr. et Evodinus JSorni Gg'lbr. (1. c, 9.) 115. 

Bei Vesperus Xatarti ist als Autor nicht Mulsant, sondern Dufour zu 
citiren. — Vesperus hispalensis Fuente scheint am nächsten mit Y. conicicollis 
Frm verwandt zu sein. — Evodinus Borni Gglbr. betrachtet der Autor ebenso 
wie E. Bosti Pic als Eassen des Evodinus variabilis Gebl. (Dr. j. Daniel.) 

— Etüde sur le ^roupe des Helladia. (1. c, 11.) 116. 
Bestimmungstabelle für die mit Phytoecia cmerascens Kr., flavescens Brüll., 

humeralis Waltl, pretiosa Fald., millefolii Ad., armeniaca Friv., praetextata Stev. 
und balcanica Küst. verwandten Arten. (Dr. J. Daniel.) 

— Renseig-neiuents et corrections concernant quelques Dorcadion 117. 
d^Espag-ne. (1. c, 25.) 

Der Verfasser protestirt gegen die Zusammenziehung von Dorcadion 
tenuecinctum Pic und circumcinctum Chevr. und gibt neuerdings Unterschiede 
an. — Dorcadion Linderi Tourn., aus Spanien beschrieben, ist neben D. scabri- 
colle Dalm. einzureihen. Die Provenienz ist zweifelhaft. — Dorcadion Reichei 
Chevr. und Ghilianii Chevr. sind nach den Typen die beiden Geschlechter einer 
Art ('cf Beichei, 9 Ghilianii). — Eeproduction der Beschreibung des Dorcadion 
abulense Lauffer. (Dr. j. Daniel.) 

— Sur les Strangalia distigma Charp. et purpuripennis Muls. 118. 

(1. c, 32). 

Charpentier beschrieb als Leptura distigma cf 9 zwei verschiedene Arten. 
Das cf wurde desshalb später von Mulsant mit dem Namen purpuripennis 
belegt und ist, wie bereits 1882 von Ganglbauer festgestellt, identisch mit 
L. approximans Eosh. Letzterer Name hat die Priorität. (Dr. J. Daniel.) 

J. Gerhardt: JEnicmus anthracimis Manuh. sp. pr. (D. E. Z. 1903, 238.) 119. 

Enicmus anthracimis Mannh., nach Ganglbauer = m,inutus L., nach 
Seidlitz = brevicolUs Thoms. (carjyathicus Ettr.) kommt nach dem Verfasser 
bei Ullersdorf im Eabengebirge gemeinschaftlich mit minutus vor und ist von 
letzterer Art specifisch verschieden. Aufzählung der unterscheidenden Merkmale. 

(Dr. K. Daniel.) 



120 Referate. 

J. Weise: Synonymische Bemerkungen. (D. E. Z. 1903, 424.) 120. 

Epilachna ll-maculata F. (1787), (bisher als mit E. argus Fourc. (1785) 
synonym betrachtet) = angusücollis Eche. (1862). — Coccinella Sedakovi Muls. = 
distincta Fald. var. domiduca Wse. — Coccinella distincta Fld. (1837) = divaricata 
Oliv. (1808). — Coccinella hieroglyphica F. (1775) = Anisosticta strigata Thunbg. — 
Coccinella conglomerata L. = Adalia bothnica Payk. v. reticulum Wse. ; C. bothnica 
encausta Wse. = cembrae Mol. (1785). — Anisosticta 19-punctata L. v. athesis 
Wse. =pallida Eossi (1790), aber wegen pallida Thunbg. ohne weiteren Einfluss. 

(Dr. K. Daniel.) 

— Neue Litteratur. (1. c, 414.) 121. 
Besprechung der »Monographie des Koleopteren-Tribus Hyperini« von 

Dr. K. Petri mit zahlreichen eingestreuten kritischen Bemerkungen, sowie einem 
Verzeichnis von Verbesserungen und Ergänzungen. Die in Norddeutschland ein- 
heimische, hell weissgrau beschuppte, an Runiex hydrolapathum und aquaticus 
lebende Form des Phytonomus rumicis wird mit dem Namen hydrolapatlii belegt. 

(Dr. K. Daniel.) 

D. Pomeranzew : Biolog'isclie Notizen über forstnützliche, unter Baumrinde 122. 

lebende Käfer. (Eev. Euss. Entom. 3., 77.) 

Conf. M. K. Z. 1., Eef. 135 und 215. Fortsetzung: Histeridae. 

(Dr. K. Daniel.) 

E. Cslki: A mag-yar hirodalom Anophthalmusai. [Die Anophthalmus- Arten 123. 

des ungarischen Eeiches.] (Allattani Közlemenyek. 1., 43 — 58, 91 — 104; 

1902. 3Iit 2 Textfiguren.) Text ungarisch. 

Verfasser betrachtet in dieser monographischen Bearbeitung Anophthalmus 
im Gegensatze zu den neueren Autoren, als selbständige Gattung und versucht 
diese Annahme auch phylogenetisch zu begründen,*) hebt aber noch hervor, dass 
wenn das Fehlen der Augen z. B. bei Rhyzomis und Tachyoryctes (Säugetiere) 
und bei den Koleopteren-Gattungen Anillus und Scotodipuus genügt, dieselben 
von Spalax bezw. Tachys, Tachyta und besonders Limnastes absondern zu können, 
dies auch bei Anophthalmus, Glyptomerus und anderen Gattungen möglich sein 
müsse. Eingehend wird ferner die geographische Verbreitung der Gattung und 
ihr Vorkommen vom ökologischen Standpunkte aus besprochen. Der ausführlichen 
Beschreibung der einzelnen Arten geht eine Bestimmungstabelle voran. Von 
A. Bielzi wird nicht nur die Form (pilosellus) aus den nordöstlichen Karpathen, 
sondern auch die aus dem südöstlichen Siebenbürgen (Burzenland) als besondere 
Form (var. transsylvanicus) abgetrennt, die sich von der typischen Form durch 
schwache, weniger tiefe und an den Seiten ganz erloschene Streifen der Flügel- 
decken, scharf rechtwinklige Hinterecken des Halsschildes, die mit einer etwas 
ausgezogenen Spitze endigen und vor den Hinterwinkeln mehr ausgebuchteten 
Seiten verschieden ist. A. cavifuga Gangib., Dietli Gangib. und dacicus Friv. 
werden als gute Arten und nicht, wie von Gangib au er (Verh. Zool.-bot. Ges., 
Wien, 1899, 528) als Varietäten des A. Budae Kend. betrachtet. A. dacicus 
Friv. ist nämlich, wenn auch sehr kurz, so doch deutlich behaart, also kann diese 
Art nicht zum unbehaarten A. Budae als Varietät gestellt werden. Interessant 
dürfte noch sein, dass Verfasser in der Sammlung des Ungarischen Nation al- 
Museums einen nicht näher bezeichneten dalmatinischen Anophthalmus fand 
(ex coli. E. Frivaldszky), der sich als der verschollene amabilis Schauf. 
herausstellte. Ferner wird festgestellt, dass A. Ap/elbecki Gangib. kein Aphae- 

nops ist. (E. Csiki.) 

— 'Magyarorszäg Hister -felei. [Die Histeriden Ungarns.] (Allattani 124. 
Közlemenyek. 2., 115—128, 220—232; 1903. Mit 2 Textfiguren.) Text 
ungarisch. 

Bestimmungstabelle der in Ungarn und den Ländern der ungarischen Krone 
vorkommenden Histeriden. Nach einer kurzen Beschreibung der Familie im all- 

*) Die Arbeit wird baldigst auch in deutscher Uebersetzung erscheinen, weshalb hier von 
einem eingehenden Eef erat abgesehen werden kann. 



Referate. 121 

gemeinen und Einführung in die Morphologie der Histeriden, werden in der 
Tabelle 105 Arten und 16 Varietäten behandelt, die 19 Gattungen angehören. 
Von Arten und Varietäten, die in Ganglbauer's Faunenwerk (Die Käfer von 
Mitteleuropa, Bd. III) noch nicht enthalten sind, werden folgende aufgeführt: 
H ist er lugubris var. jadrensis J. Müll., Coquereli Mars, (bisher nur aus der 
Krim bekannt, von Budapest, Peczel und Kalocsa), Laco Mars. (Budapest und 
Dalniatien), Sa2}rinus maculatus var. obscuripennis J. Müll., detersus var. 
Xisetei J. Müll., furviis var. interstitialis J. Müll., concinnus Motsch. (Isaszegh, 
Szeged, Nagyszeben), foveisternus Schm., spretiilus Er., dimidiatus var. Hummleri 
J. Müll., Plegaderus sanatus Gohanzi J. Müll., Abraeodes Raddei Eeitt. 
imä Ab rae US Zopjjae Fen. Zur Erläuterung des äusseren Baues der Histeriden 
dienen zwei Original-Textfiguren, Hister quadrimaculatus L. von oben und unten 
stark vergrössert darstellend. (e. CsIM.) 

L. Bedel: Description d'un noiiveau type de Cleouides de la reg-ion Salia- 125. 

rienne. (Bull. Soc. Ent. Fr. 72., 284; 1903.) 

Cleonus superciliosus n. sp. aus Süd-Tunis und Tripolis, habituell einem 
Gonocleonus cristulatus Frm. ähnlich. Durch stark entwickelte Supraocularkiele, 
sehr dichte Beschuppung (die einzelnen Schuppen kaum zu erkennen) und beider- 
seits hinter dem Vorderrande fransenartig behaarten Halsschild sehr ausgezeichnet 
und wohl als Vertreter eines neuen Cleoniden-Genus (Vibertia Bedel) zu be- 
trachten. (Dr. K. Daniel.) 

E. Abeille de Perrin: Description de deux Trechus aveu^les europeens. 126. 

(Bull. Soc. Ent. Fr. 72., 298; 1903.) 

Trechus (Anophtlmlmus) Roberti aus den Seealpen (Authion), zwischen 
lantosquensis Ab. und Clairi Ab. einzureihen. — Trechus (Anophthalmus) Es- 
ealerae aus der Grotte de la Armioiia bei Bejas (Asturien), zu delphinensis Ab. 

(Dr. K. Daniel.) 

— Description de deux especes de Coleopteres d'Algerie. (1. c, 334). 127. 

Agrilus cygneus aus Mezouna (Algier), mit croceivestis Mars, verwandt. — 
Colotes uncifer aus Algier und Tunis, zu C. maculatus Gast. (Dr. k. Daniel.) 

Ch. Denialson: Note sui' une variete nouvelle de Podagrica. (Bull. Soc. 128. 

Ent. Fr. 72., 323; 1903.) 

Podagrica. saracena nigricans var. nov. (Halsschild vorn und an den Seiten 
dunkel, 6. — 11. Fühlerglied und die Beine pechschwarz), von Adana (Kleinasien), 
vermittelt den Uebergang von P. tristicula Chevr. und P. saracena Kche., so 
dass erstere, wie auch schon Allard vermutete, als saracena var. zu betrachten ist. 

(Dr. J. Daniel.) 

J. Bourgeois: Description d'une nouvelle espece europeenne du genre 129. 

Malthodes. (Bull. Soc. Ent. Fr. 72., 336; 1903). Mit einer Textfigur. 

Malthodes (Malthodellus) decorus aus dem östlichen Ligurien, mit M. spec- 
tabilis Ksw. und Raymondi Ksw. verwandt. (Dr. J. Daniel.) 

L. Bedel: Origine, moeurs et synonymie d'un Curculionide aquatique, 130. 
Stetiopelinus ruflnasus Cryll. {JDegorsia Chanipenoisi Bed.). 

(Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 23; 1904.) 

Durch von Bedel veranlasste Nachforschungen wurde ermittelt, dass De- 
gorsia Chanipenoisi Bed., nach aus dem westlichen Frankreich stammenden 
Stücken beschrieben (Bull. Soc. Ent. Fr. 70., 359; 1890), identisch mit dem nord- 
amerikanischen Erirrhiniden Stenopelmus rufinasus Gyll. sei und mit einer Wasser- 
pflanze (Azolla Lam.) in Frankreich eingeschleppt wurde, wo sich beide nun bei 
Saint-Savinien (Charenteinferieure) und in den Sümpfen des Herault zwischen 
Montpellier und Palavas acclimatisirten. Der Käfer lebt an der Unterseite der 
auf der Oberfläche schwimmenden Azolla, vollständig unter Wasser, desgleichen 
die Larve, letztere von einer länglichen, dichten, schwarzen, an der Unterseite 
der Nährpflanze befestigten Kruste umgeben. (Dr. K. Daniel.) 



122 Referate. 

J. Bourg-eois: Sur le cosniopolitisme de V Acanthocnemus ciliatus Terrh, 131. 
Coleoptere de la tribii des Dasytides. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 25; 1904.) 
Wie bereits festgestellt, ist Eurema dilutum Ab. identisch mit dem corsi- 
canischen Dasytiden AcantJwcnemus ciliatus Perr. und nach dem Verfasser ist 
auf diese letztere Art auch Acanthocnemus Truquii Baudi von Cypern, sowie 
die exotischen Arten Acanthocnemus Fauveli Bourg., Kraatzi Schlsk. und 
Hovacnemus pallitarsis Frm. zu beziehen. (Dr. J. Daniel.) 

J. Ste-Claire Deville: Description d'uii Dyschirius nouveau de France et 132. 

d'Algerie. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 29; 1904.) 

Dyschirius Fleischen aus den Salzsümpfen der Departements Var (Salins- 
d'Hyeres) und Heranlt (Palavas), ferner aus Tunis und Algier, mit cylindricus 
Dej. am nächsten verwandt. (Dr. k. Daniel.) 

A. Dodero: Description d'un nouveau Pselaphide aveug-le de la France 133. 
meridionale. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 40; 1904.) 
Minis Lavagnei von Montpellier, nahe verwandt mit Mirus permirus Saulcy. 

(Dr. K. Daniel.) 

H. du Buysson: Elaterides nouveaux et sous-g"enre nouveau. (Bull. Soc. Ent. 134, 

Fr. 73., 58; 1904.) 

Ludius (Corymbitodes n. sbg. neben Corymbites) longicolUs, Athous insidsus, 
dem circassicics Rtt. oder vittatus Oskayi Ksw. ähnlich und Athous eximius, 
sämtliche aus Ost-Sibirien (Amur); Athous Nadari, mit difficilis Duft, verwandt, 
von Ahusquy bei Mauleon (Basses-Pyrenees). (Dr. k. Daniel.) 

J. Künckel d'Herculais: Successious de generations et retard dans l'evo- 135. 

lution chez V H€spero2>hanes griseus F. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 68; 

1904.) 

Die Larve des Hesperophanes griseus F. lebt in der Umgebung von Alger 
in Pfählen der Acacia ehurnea Willd., wie solche dort in den Weingärten als 
Stützen oder zur Herstellung von Zäunen verwendet werden. Aus derartigen, 
nach Paris gebrachten Pfählen entwickelten sich die Käfer in den Jahren 1893 
bis 1900 zahlreich und zwar aus demselben Material, ohne dass dasselbe erneuert 
wurde. Bei einer im Februar 1904 vorgenommenen Untersuchung der Ueberreste 
desselben fand sicli noch eine lebende Larve, so dass also die im Laufe der Zeit 
vollständig ausgetrockneten Holzteile mehr als 10 Jahre hindurch einer Reihe 
von Generationen Aufenthalt und Nahrung zu bieten vermochten. Die Larve 
des Hesperophanes griseus stimmt in allen wesentlichen Teilen mit der des 
-ff. einer eus Vill. überein, soweit sich nach der von E. und V. Mulsant ge- 
gebenen Beschreibung der letzteren ein Urteil bilden lässt. (Dr. k. Daniel.) 

P. Lesne: Notes biologlques sur VHlspa testacea L. (Bull. Soc. Ent. Fr. 136. 

73., 68; 1904.) Mit einer Textfigur. 

Beobachtungen an Larven und Imagines, wie sie vom Verfasser im De- 
zember noch zahlreich auf Cistus salviaefolius, monspeliensis und alhidus in der 
Umgebung von Hyeres angetroffen wurden. Kurze Mitteilungen über die Mund- 
teile der Larve nebst einer Skizze derselben. (Dr. k. Daniel.) 

Prof. Dr. L. V. Heyden: Note synonymique. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 102; 1904). 137. 
Pterostichus metallicus viridinitidus Pic (1893) = Pt. nietallicus virens 

Schilsky (1888). (Dr. K. Daniel.) 

J. Clermont: Sur la distribution geog-rapliique Aei^ Aniphitnallus pygialis 138. 

Muls. et pinl Oliv, et deux niots sur les nioeurs de ces deux Lamelli- 

cornes. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 104; 1904.) 

Uebersicht der bekannten Fundorte für beide genannten Arten. Einige 
Einzelheiten über das Vorkommen und die Art des Auftretens des Amphimallus 
pjygialis in der Cainargue. ;Dr. K. Daniel.) 



Referate. 123 

Y. Xambeu: Descrlptioii de la larve de V Anophthalnius Bviijasi Dev. 139. 

(Bull. Soc. Eilt. Fr. 73., 106; 1904.) 

Die ausführlich heschriebene Larve, die gemeinschaftlich mit dem ausge- 
bildeten Tier in der grotte de la Beaume Granet bei Roquefort (Seealpen) ge- 
sammelt wurde, ist den bisher bekannten Larven der eigentlichen Trechiis-kxt%n 

sehr ähnlich. (Dr. K. Daniel.) 

M. Pic: Captiires en Grece de divers Malachlus F. et descrlptioii d'uii 140. 

sexe inedit. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 42; 1904.) 

Beschreibung des 9 von MalacMus elaphus Ab. — Griechische Fundorte 
für Malachlus spinipennis Genn., M. dilaticornis Germ, und M. labiatus BruU. 

(Dr. J. Daniel.) 

— A propos de quelques feiiielles brachvpteres du g-eiire Cantharis L. 141. 

(1. c, 71.) 

Der Verfasser erinnert an die bekannte Tatsache, dass bei manchen Can- 
tharis-Arten Q 9 mit verkürzten Flügeldecken und fehlenden oder verkümmerten 
Flügeln auftreten und belegt eine so ausgezeichnete Form der Cantharis mala- 
tiensis Pic von Akbes stammend, mit dem Namen detectiventris. (Dr. j. Daniel.) 

J. Desbrocliers des Loges: Monog-raphie des Curculionides d'Europe et des 142. 

conflns de la Mediterraiiee, en Afrique et en Asie, apparteiiaiit au 

Genre Thijlacites. (Le Frelon 11., 117—190; 1903. — 12., 1—52; 1903.) 

Seit Desb rochers' erster, 61 Arten umfassenden Revision der Gattung 

(Bull. Acad. Hipp. Nr. 19; 1884) hat sich die Zahl der Beschreibungen neuer 

Gattungsvertreter um mehr als ein Drittel vermehrt, so dass eine Neubearbeitung 

des schwierigen Genus durch seinen besten Kenner ungeteilten Beifall finden wird. 

Bestimmungstabelle für die Arten und ausführliche Beschreibung derselben. 

Neu : Th. distinctus von Carthagena, zu ahenus Desbr. ; Th. Reitteri aus Marocco ; 

Th. Doriae aus Italien (Lisel Giglio), zu lapidarius Gyll. ; Th. latitarsis aus 

Algier, zu tessellatus Gyll. ; Th. humeralis Chob. aus Oran (Ain-Sefra) zu argen- 

teus Perris; Th. argenteus sefrensis aus Oran (Ain-Sefra); Th. aequalis aus Oran, 

zu costulatus Desbr.; Th. Fausti aus Marocco (?) dem Crotchi ähnlich; Th. moza- 

bensis Chob. aus Süd-Algerien, zu multiseriatus Desbr.; Th. intermissus aus 

Biskra, zu hiskrensis Desbr. ; Th. adjectus aus Süd-Algerien, zu modestus Desbr. ; 

Th. Ftientei aus Castilien (Pozuelo), zu modestus Desbr. — Systematischer und 

synonymischer Katalog der Thylacites-Arten. (Dr. k. Daniel.) 

— Curculionides inedits d'Europa et Circa. (1. c, 52—64.) 143. 
Apion Gavoyi von Carcassonne, zu Waltoni Steph. — Apion Vincentl von 

Kairo, zu Kirschi Dbr. — Apion semi-cyanescens aus Russisch-Turkestan, zu 
livescerum Gyll. — Apion foveatum aus dem Kaukasus, zu semi-cyanescens Dbr. 
— Apion ap)proxlmatmn von (?) Marocco, zu Carpini Gyll. — Apion rectinasus 
aus Südfrankreich, zu cyanescens Gyll. — ■ Apio7i italicum aus Piemont, zu 
vicinum Kirby. — Apion subconicep)s von Carcassonne, zu Siccardi Dbr. — 
Oxystoma laeviuscula aus Algerien (Böne), zu Craccae L. — Cycloharus fovei- 
collis aus Algerien (Bou-Berak), zu monilifer Dbr. — Phytonomus depressidorsum 
aus Algerien (Böne), zu ononidis Ghevr. — Phytonomus strictus aus dem Kau- 
kasus, zu suspiciosus Hbst. — Lixus tunisiensis und confusus, beide aus Tunis, 
zu hrevirostris Bhm. — Lixus inermipennis aus dem Taurus (Gülek), zu acutus 
Boh. — Laparocerus ohesulus aus Madeira, zu morio Boh. — Hypera abrutiana 
aus den Abruzzen (Monte Sirenti), zu intermedia Boh. — Stomodes Amorei aus 
Italien (Cerchio), zu angustatus Stierl. (Dr. K. Daniel.) 

Prof. Dr. L. Y. Heyden: Bestand der v. Heyden'sclien Coleopterensaiiiinlun^ 144. 

Januar 1903 an Arten (ausschliesslich Rassen und Varietäten) aus der 

paläarktischen Region. (D. E. Z. 1904, 13-15.) 

Die berühmte Sammlung umfasste im Januar 1903 die Zahl von 19893 
Arten. Eine übersichtliche, vergleichende Darstellung des Bestandes in den 

9* 



124 Referate. 

Jahren 1894 und 1903 zeigt nicht nur den Gesamtzugang während dieses Zeit- 
raumes (2832 Arten), sondern auch Zuwachs bezw. Abgang (letzterer infolge in- 
zwischen eingezogener bezw. zu Rassen oder Varietäten degradirter Arten) in 
den einzelnen Familien. (Dr. k. Daniel.) 

Y. Zoufal: Antrolierpon LoreM n. sp. (W. E. Z. 23., 20; 1904.) 145. 

Mit A. pygmaeum Apflb. am nächsten verwandt. Von allen Arten durch 
den sehr langen, schmalen, gleichbreiten Kopf und Thorax verschieden. Höhle 
bei Nevesinje (Herzegowina).. (Dr. j. Daniel.) 

E. Reitter: Uebersicht der mir bekannten paläarktischen Arten der Coleop- 146. 
teren-Gattung Dicerca Eschscli. (W. E. Z. 23., 21—24; 1904.) 

Neu: D. miranda, nach einem Exemplar von Trebinje (Herzegowina) be- 
schrieben ; aus der Verwandtschaft der furcata Thunbg., doch kürzer, fast vom 
Habitus der Arg ante- krt^n. (Dr. J. Daniel.) 

— Coleopterolog-ische Notizen. (1. c, 24—25.) 147. 

Schistocometa Bke. (M. K. Z. 1., 334; 1903) = Anoxiella Rttr. (Best.-Tab. 
50., 178; 1902). — Die von Semenow (Rev. Russ. 1903; 307) auf Grund einer 
irreführenden Notiz in Bertkau's Bericht für das Jahr 1890 (1891; 316) ange- 
nommene Synonymie von 3 Sphenaria-Arten wird zurückgewiesen. *) — Onthophag. 
transcaspicus König hat die Priorität vor 0. lineatus Reitt. (Dr. j. Daniel. 

— Eine neue Bathyscia aus der Herzegowina. (1. c, 26.) j^g^ 

B. (Aphaobius) eurycnemis n. sp. gehört in die nächste Verwandtschaft 
der narentina. (Dr. j. Daniel.) 

— Ueber neue und wenig' gekannte Histeriden. (1. c, 29 — 36) 149^ 

Neu : Saprinus mimulus (zu tridens) von Astrachan ; S. Syphax (zu ruber Er. 
und tridens Mars.) von Algier; S. duriculus (zu Syphax) von Merw; 8. refector, 
laterimargo und Netuschili (zu lateristrius Solsky) aus Turkestan und der 
Mongolei; 8. pseudolautus (Elisabetpol) und p)seudognatlioyicus (Novorossisk) aus 
der Verwandtschaft des lautus Er. , die bisher beschriebenen paläarktischen 
Gnathoncus- Arten werden auf 3 Spezies reduzirt und tabellarisch auseinander- 
gehalten; aus einer kurzen Notiz über Acritus semimilum und nigricornis ist 
ersichtlich, dass die von Gerhardt (Ref. 70) angenommene speciflsche Verschieden- 
heit der beiden Arten noch der Bestätigung bedarf. (Dr. ,1. Daniel.) 

— Eine neue Mycetaeiden-Gattung aus Italien. (1. c, 41 — 42.) jgQ^ 

Nach der analytischen Uebersicht der Mycetaeiden-Gattungen ist das neue 
Genus Aclemmysa am nächsten mit Clemniys verwandt. A. Solarii vom Valle 

LucanO. (Dr. J. Daniel.) 

— Ueber Enicmus minutus L. und anthracinus Mannli. (1. c, 43 — 45.) 151. 

Die Beobachtungen Gerhardt's (Ref. 71 und 119) über die speciflsche Ver- 
schiedenheit dieser beiden Arten werden bestätigt und vervollständigt. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Alexia inaHtinia n. sp. (1. c, 45.) 152. 

Mit A. Seidlitzi Reitt. verwandt, der Körper regelmässiger halbkugelig, 
die Decken mit weitläufigerer, etwas deutlicherer Punktur; Nava (Alpes maritimes). 

(Dr. J. Daniel.) 

— JPselaphus globiventris n. sp. (1. c, 46.) 153. 

Ausgezeichnet durch die halbkugelige Wölbung der Dorsalschienen, welche 
die Seitenrandung sehr hoch überragt. Sicilien (Palermo). (Dr. J. Daniel.) 



*) conf. Kef. 206. 



Keferate. 125 

Df- K. Petri: Beschreibung- neuer i*'£ct«s- Arten, (W. E. Z. 23., 65—77; 1904.) 154. 

Lixus (s. str.) piibirostris vom Kopet-Dagh zu diutinus Fst., rectodorsalis 
von Mardin zu bidens, macer von Tonja zu coarctatus Luc, convexicollis von 
Syrien und dem Kaukasus zu elegantulus, amplirostris von Akbes zu sanguineus, 
colchicus vom Kaukasus zu euphorbiae Friv., ibis von Syrien zu amplirostris 
Petri und colchicus Petri, obesus aus Spanien zu hypocrita Chvr., baculiformis 
vom Kaukasus zu incanescens, bifasciatus von Samarkand zu cylindricus, Apfel- 
becki von Burgas, Neupest zu ascanii L., operculifer vom Kaukasus zu lutescens, 
noctuiniis vom Kaukasus, polylineatus vom Araxes zu Reitteri Fst., gibbirostris 
von Griechenland zw. flavescens, ^or&i von Ali-Schehir zu punctiventris, ulcerosus 
von Spanien, Sicilien, Nordafrika zu cardui; L. {Hypolixus Schönh.) denticollis 
von Syrien (?) zu augurius. (Dr. J. Daniel.) 

J. Schilsky: Diag-nosen neuer Urodon-Artm. (W. E. Z. 23., 78; 1904) 155. 

Urodon ciliatus, Buchara; Z7. granulatus, Algier; U. Korbi, Anatolia. 

(Dr. K. Daniel.) 

A. Senienow: Novae species tibetanae g-eneris Carabus L. (Rev. Euss. Ent. 156. 

3., 349-352; 1903.) 

C. (Ehigocarabus Rttr.) Ladygini zu Moravitzianus Sem.; C. {Cychro- 
stomus Rttr.) facetus zu anchocephalus R. ; C. {Neoplesius Rttr.) kamensis zu 
Kashkarovi Sem. ; C. {Neoplesius Rttr.) insidiosus zu kamensis Sem. 

(Dr. J. Daniel.) 

— Coleoptera nova faunae turanicae. (1. c, 353 — 357.) 157. 

Thorictus Buzskii, wahrscheinlich von Aschahad, zu Königi Rttr. und 
persicus Rttr.; Cnemargulus (n. g. Aphodiidarum hei Ahermes Rttr.) Kruli- 
kovskii und p>usio von Transcaspien ; Beitterella gracillima von Transcaspien 
zu ftisciformis Sem. ; Meloe prinmla vom Tedschen-FIuss zu aenea Tausch. ; 
Ctenopus pygmaeus von der Kara-kum-Steppe. (Dr. J. Daniel.) 

— De nova Purpuriceni specie e Perse austra-orientali. (1. c, 358.) 158. 

P. Zarudnianus mit den ab. nigriventris und bicoloriceps, in der Anlage 
der Zeichnung an Desfontainei Fahr, erinnernd. (Dr. j. Daniel.) 

B. E. Jakowleflf: Descriptlon d'une nouvelle SpJienoptera de la Trans- 159. 

caucasie. (Rev. Russ. Ent, 3., 386; 1903.) 

Sph. oporina von Elisahethpol aus der Verwandtschaft der glabrata. 

(Dr. J. Daniel.) 

J. Baeckmann: Die paläarktisclien Tertreter der Gattung AnaestJietis 160. 

Muls. (Rev. Russ. Ent. 3., 393—396; 1903.) 

A. testacea'F. scheint in Sibirien nicht vorzukommen; die bisher dafür ge- 
haltenen Stücke gehören 2 neuen Arten {confossicollis von Ostsibirien und flavi- 
pilis von Barnaul) an; ausserdem wird noch A. ^amt^inosa von Transcaspien und 
A. testacea v. rufescens vom Nordkaukasus beschrieben und eine Bestimmungs- 
tabelle der paläarktischen Arten der Gattung gegeben. (Dr. j. Daniel.) 

A. Senienow: Synopsis Elaphroruni paläarcticorum sulbgeneris Elaphroteri 161. 
Sem., gregeni El. riparii L. efftcientum. (Rev. Russ. Ent. 4., 19—22; 
1904.) 

Uebersichtstabelle der mit Elaphr. {Elaphroterus Sem. Hör. Soc. Ent. Ross. 
29., 309; 1895) aureus L. verwandten Arten. Neu: E. trossulus von der östl. 
Mongolei, E. tibetanus von Ost-Tibet und E. latipennis J. Sahlb. v. orientalis 
von der unteren Lena. (Dr. J. Daniel.) 

E. Keitter: Ueber vier Coleopteren aus der paläarktischen Fauna. (W. E. Z. 162. 

23., 81—82; 1904.) 

Penetretus rufipennis Dej. v. nov. semipunctatus von Spanien und Portugal 
(Bilbao, Bussaco); Eiirostus cylindricornis n. sp. aus Kleinasien; Clytus rhamni 



126 Referate. 

V. nov. longicollis von der Dobrutsclia (Thorax länger als breit, gelbe Binden 
schmal, schräger Schulterfleck sehr klein oder fehlend, Behaarung von Kopf, 
Halsschild und Deckenbasis länger und abstehender); Ajjhthona nigroscutellata 
von Galizien (Brody) zu abdominalis. (Dr. j. Daniel.) 

E. Reitter: Coleopterolog-ische Notizen. (1. c, 83—84.) 103. 

Neu für Europa: Himatismus villosus Haag (Kreta); Polydrusus (Chaerodrys) 
cressius Pic = Chaer. pictus Stierl. ; auf Grund der Typencontrolle von Lethrus 
dispar, longimanus und bitlbocerus Fisch, wird die Synonyinie dieser Arten fest- 
gestellt; Antroherp. Kraussi Müll. M. K. Z. 1904 (16. Febr.) = A. Loreki Zouf. 

W. E. Z. 1904 (1. Febr.). (Dr. J. Daniel.) 

E. Csiki: Neue Käfernamen. (W. E. Z. 23., 85; 1904.) 164. 

Wegen Collision mit bereits vergebenen Namen werden geändert: Lixus 
macer Petri in Petrii, Lixus carinicollis Fähr, in caffrarius, Lixus hypocrita 
Fähr, in Fahraei, Microcleonits Dbr. in Paralixus, Scaphidium unicolor Matth. 
in Mattheivsi, Scaphosoma laeve Guillb. in Beitteri, Stictomela Weise in Stig- 

momela. (Dr J. Daniel.) 

V. Apfelbeck: Die Käferfauna der Balkanlialbinsel mit Berücksichtigung 165. 

Klein-Asiens und der Insel Kreta. 1. Band: Familienreihe Caraboidea. 

Berlin (1904) bei Friedländer und Sohn. Preis broschirt 18 it., geb. 20 it. 

Im Sinne des Verfassers ein Ergänzungswerk zu der in ihrer Art unüber- 
trefflichen Bearbeitung der »Käfer von Mitteleuropa« durch Ganglbauer, bilden 
»die Käfer der Balkanhalbinsel« eine ebenso willkommene als wert\'oIle Bereicherung 
der literarischen Erzeugnisse auf dem Gebiete der koleopterologischen Forschung. 
Die Auffassung als Ergänzungswerk kann insoferne eine glückliche genannt werden, 
als der complementäre Charakter, die Anlehnung an ein Gemeingut gewordenes 
Vorbild, in technischer Beziehung wesentliche Vereinfachungen und somit eine 
sorgfältigere Betonung der charakteristischen Eigentümlichkeiten des Stoffes ermög- 
lichte. Eine Fülle von Originalmitteilungen legen Zeugnis ab von der Gründlichkeit, 
mit der sich der Verfasser seiner Aufgabe widmete. Der geographisch-faunistische 
Anteil des W erkes verdankt seinen Gehalt zum grossen Teil eigenen Beobachtungen 
des Autors auf seinem speciellen Explorationsterritorium (Bosnien, Herzegowina und 
die zimächst benachbarten Gebiete), sowie auf wissenschaftlichen Sammelreisen in 
Bulgarien, Ost-Rumelien, der Türkei und in Griechenland. Die Specialliteratur ist 
bis in die neueste Zeit aufs eingehendste berücksichtigt, ein Vorzug, der den durch- 
wegs modernen Charakter des Werkes wesentlich mitbestimmt. 

Der vorliegende, 27 Bogen starke 1. Band umfasst die Famüienreihe Caraboidea 
in dem ihr von Ganglbauer gegebenen Umfange (Cicindelidae, Carabidae, Paus- 
sidae, Haliplidae, Amphizoidae^ Hygrobiidae, Dytiscidae, Gyrinidae und Rliyso- 
didae, die mit Ausnahme der Amjjhizoidae sämtlich auf der Balkanhalbinsel ver- 
treten sind). Es ist natürlich nicht möglich, auf den reichen Inhalt des Werkes 
ausführlich einzugehen, es soll hier im wesentlichen nur auf die Neubeschrei- 
bungen, sowie die zu Katalogsnachträgen geeigneten Notizen hingewiesen werden. 
Im übrigen seien »die Käfer der Balkanhalbinsel« jedem, der sein Interesse nicht 
ausschliesslich dem mitteleuropäischen Faunengebiete zuwendet, aiifs angelegentlichste 
empfohlen. 

Cicindelidae, Neu: (Jicindela hybrida runielica slus Ost-Rumelien. 

Carabidae: Carabini. Neu: Carabus morio thessalonice^isis yonSRlonichi^ 
C. croaticus Kobingeri und croaticus Kobingeri travnikanus von Central-Bosnien, 
croaticus durtnitorensis von Montenegro, C. üllrichii slivensis aus Ost-Rumelien, 
C. catenatus dinariciis von den dinarischen Alpen, C. montivagus ponticus aus 
Ost-Rumelien, montivagus kalofirensis und rosalitanus von Bulgarien, C. Wiedemanni 
burgassiensis von Ost-Rumelien, C. convexus chionophihis von Südbosnien, der 
Herzegowina und dem bulgarischen Hochgebirge, convexus cernagorensis von Monte- 
negro, C. hortensis rhodopensis von Bulgarien, hortensis hercegovinensis aus der 
Herzegowina, hortensis pindicus aus Griechenland, hortensis jonicus von den jonischen 
Inseln; Cychrns punctipennis Reiseri aus der Herzegowina und Cychr. semigra- 
nosus montenegrinus von Montenegro. — Carab. Pressli = Rasse von hortensis. 



Eeferate. 127 

Nebriini und Epactiini. Neu: Leistus parvicollis bjelasnicensis von 
der Bjelalnica planina; Nebria Merkliana vom Olymp (BnissaV), zu nigricornis 
Yilla; N. Kratteri valonensis aus Albanien; N. Dalili montenegrina aus den 
moutenegTinischen Hochgebirgen; N. Engeniae (=^ N. Eugeniae K.Dan. M. K. Z. 
1., 161; 1903) vom Eilo-Dagh, zw N. BeicM Dej.; N. Germari dtirmitorensis aus 
Montenegro; N. aetolica mit v. peristerica, beide aus Griechenland, zu taygetana 
Eottbg. — Nebria Speiseri G gib. = ReicM Dej. var., N. liybrida Ettbg. = iV^. (rer- 
jHari Heer var. ; Leistus p>unctatHS Rttv. ^= spinibarbis-RsiSse. — Epactius varie- 
gatus Ol. neu für die Fauna der Balkanhalbinsel. 

Bembidiini. Neu: Bembidium serdicanum von Sofia, zu Andreae F., 
B. minimum euxinum von Burgas, B. normannum Orientale von Dalmatien, 
Griechenland und der Türkei; B. complanatum relictum aas Bosnien und Griechen- 
land; B. nitidulum hybridum aus Griechenland; Tachys {Elaphropiis Motsch.) 
Krüperi aus Ost-Rumelien. — Asaphidion Stierlini Heyd. (angusticoUis Strl.) spec. 
propr., Bembidium Fauveli Gg]\).=praeustum Dej.; B. turcicton Gglbr. (nee 
Gemm. Har.) := substriatnm Chaud. (caucasicum Motsch.) ; Asaphidion flavicornis 
Solsky in Griechenland, desgl. der transkaukasische Tachys xiallidus Rttr. — Tabelle 
für die Arten der Untergattungen Testedioluni Gglbr. und Peryphus Steph. 

Trechini. Neu: Trechus bradycelloides aus Bosnien und angusticeps von 
Eonstantinopel, beide zu obtiisiusculus Gglbr. ; Tr. Kobingeri mit v. hiemalis, 
beide aus Südbosnien, zu majusc^ilus K. Dan. ; 2V. Serbiens aus Serbien zii Priapus 
K.Dan.; Tr. acntangulus mit v. socius, beide aus Bosnien, zu mar ginalis Schm.; 
Tr. Sturanyi aus Südost-Bosnien zu Leonhardi Ettr. ; Tr. (Anophthalmus) dnrmi- 
torensis von Montenegro zu Speiseri Gglbr. ; Tr. (Anophthalmus) Styx aus Bosnien 
zu Reitteri Mill.; Tr. (Anophthalmus) dalmatinus jablanicensis vom oberen 
Narentatal und dalmatinus Haimai aus der Herzegowina; Tr. (Anophthalmus) 
suturalis trebinjensis aus der Herzegowina und suturalis metohiensis von der 
montenegrinischen Grenze (Gacko). — Tabelle zur Bestimmung der Trec/ms-Arten 
der Balkanhalbinsel. 

Pogonini. Neu: Pogonus (Pogonistes) liliputanus von Attika, z\i testaceus 
Dej.; P. testaceus graecus aus Attica, Naxos und Smyrna, eine geographische 
Easse. — Der südrussische P. convexicollis Chaud. kommt auf Korfu, in Attica 
und bei Konstantinopel vor; P. Peisonis Gglbr. ist eine Easse deg persicus Chd. 

Chlaeniini, Oodini, Licinini. Neu: Das Subgenus Paradüiodes., auf 
Chlaenius viridis Men. gegründet; Chlaenius decij^iensDut. [azureus Dft.) Schaumi 
aus Griechenland; Licinus silp)hoide8 byzantinus von Konstantinopel; L. cassideus 
graecus aus Griechenland und Albanien (= submarginatus Sahlbg.) ; Badister 
gladiator aus Dalmatien und der Herzegowina zu peltatus Panz.; B. unijmstulatus 
trapezicollis von Missolonghi. — Der nordafrikanische Oodes mauritanicus Luc. 
in Griechenland. — Badister dilatatus Chaud. = bon. spec. 

Sarpalini. Neu: Harpahis (Ophonus) Krueperi aus Griechenland und 
Albanien zu azureus F.; S. (Artabas) rumelicus aus Ost-Eumelien zu punctato- 
striatus Dej; H. Karamani aus Dalmatien und der Herzegowina, zu dimidiatus 
Eossi; H. serdicanus aus Bulgarien, zu atratus Latr.; Bradycellus Ganglbaueri 
aus Montenegro und der Herzegowina, zu verbasci Dft. — Auf der Balkanhalbinsel 
finden sich ausgesprochene Uebergänge von der vollkommen geflügelten Stamm- 
form des Harpalus (Ophonus) azureus F. zur var. aptera Bedel. H. (Ophonus) 
cribricollis Dej. ist stets vollkommen geflügelt. — Der transkaukasische Harpahis 
subtruncatus Chaud. findet sich auch in Bulgarien, der kleinasiatische Harpalus 
tristis Tschitsch. in Albanien (Skutari), der tunesische Dichirotrichus punicus Bed. 
in Griechenland. — Tabelle für die Arten der Gattungen Carterus Dej. und Ditomus 
Bon. — Carterus gilvipes La Brül. specifisch verschieden von Dama Eossi. 

Pterostichini. Neix: Molop'ä peristericus von Epirus, zu rhodopensis 
Apflb. ; M. klisuranus von Bulgarien, zu elatus Fabr.; M. albanicus von Albanien, 
zu Parrcyssi Kr.; M. Reiseri von Serbien, zu curtulus Gglb. ; M. rhodopensis 
von Bulgarien, zu dilatatus Chdr. ; M. alpestris rhilensis von Bulgarien ; M. obtus- 
angulus hybridus, bilekensis, narentinus, Pentheri, dinaricus, mendax, vranensis 
von Bosnien und der Herzegowina; M. prenjus von der Herzegowina, zu simplex 
Chaud.; M. osnianlis von Albanien, zu rufipes Chdr.; M. planipennis von West- 
Bosnien luid Dalmatien, zu ovipe^inis Chdr. ; M. byzantinus von Konstantinopel, 



128 Eeferate. 

ZU ovipennis Clidr.; M. piceus mostariensis aus der Herzegowina, Pterostichus 
(Tapinopterus) miridita von Albanien, zu ovicollis Reitt. ; Pt. (Tapinopt.) Attemsi 
von Kreta, zu creticus Frid. ; Pt. (Tapinopt.) atticus von Attica, zwischen Duponcheli 
Dej. und protensus Schm. ; Pt. (Ta])inopt.) peristerictis von Epirus, zu 2^'>'otensus 
Schni.; Pt. (Tapinopt.) extensus convexiuscidns von der Türkei; Pt. (Poecilus) 
Koyi dinaricus von den dinarischen Alpen; Pt. (Poecilus) Bebeli und v. hellenica 
von Griechenland bis Dalmatien etc., zu cupreiis; Pt. (Lagarus) Leonisi von 
Griechenland, der Herzegowina und Montenegro, zu vernalis Panz.; Pt. (Bothri- 
opterus) oblong opimctatus hosnicus und angustatus 8-punctatiis aus ]3osnien; 
Pt. (Omaseus) vulgaris nivalis von Bulgarien; Pt. (Argutor) convexiusculus von 
Albanien, Slavonien, dem Kaukasus, zu strenuus Panz. ; Pt. (Argutor) tarsalis von 
Slavonien und Serbien, zu interstinctus Strm.; Pterost. serbicus unistriatus von 
Serbien; Pt. Reiseri coarcticollis von Bosnien; Omphreus Apfelbecki dinaricus 
von den dinarischen Alpen; O. Apfelbecki plasensis von der Herzegowina; Omphreus 
aetolicus vom Veluchi, zu Krüperi Reitt. ; Laemostemis cavicola nivalis und cav. 
Ganglbaueri aus Bosnien und der Herzegowina; Platyderus dalmatinus nivalis 
aus der Herzegowina; Platyd. atticus von Attica, zu dalmatinus Mill. ; Platyd. 
minutus aetolicus von Aetolien; Platyd. {Platyderodes n. subg.) Merkli aus der 
Türkei, Calathus ellipticus taygetanus vom Taygetos und ellipt. dissiniilis vom 
Peloponnes; Platynus scrobiculatus turcicus von Bosnien; Platynus (Agonum) 
hypocrita von Griechenland bis Dalmatien, zu viduus Panz.; PL (Agonum) Hold- 
hausi von Griechenland, Bosnien, Bulgarien, Dalmatien etc., zu hy2)ocrita; PI. (Ago- 
num) viduus fallax von Bosnien. — Pterost. Meisteri Reitt. specifisch verschieden 
von Briicki Schm. ; Pterost. olympicus Kr. = molopinus Chdr. : Platyderus minutus 
Rehe, specifisch verschieden von ruficollis Marsh.; Platynus (Agonum) angustatus 
Dej. specifisch verschieden von viduus Vsixxz.-^ Platynus viridescens lieitt. = luci- 
dulus Schm. — Tabellen für die Gattungen Molops Bon., Tapinopterus Schm., 
Platyderus Steph. imd für die Verwandten des Platynus (Agonum) versutus Gyll. 
und viduus Panz. 

Amarini und Zabrini. Neu: Amara pindica ans Gviechenland., 7.u curla 
Dej.; A. serdicana aus Bulgarien, zu montana Dej. und dalmatina Dej. ; A. Krueperi 
aus Griechenland, zu apricaria Payl;:. ; Zabrus graecus orientalis aus Kleinasien 
und Syrien; Z. aegaeus aus Griechenland und Kreta, zu graecus Dej.; Z. laticollis 
von Rhodus, zu aegaeus Apflb. ; Z. rhodopensis vom Rhodope-Gebirge und Z. al- 
banicus aus Albanien, zu graecus Dej.; Z. Reitteri aus Kleinasien, zu aetolus 
Schm.; Z. peristericus von Epirus, zu Trinii Fisch.; Z. brevicollis veluchianus 
vom Veluchi und Z. tumidus Bittneri vom Parnass. — Z. chiosanus Rttr. = 
asiaticus Gast.; Z. Fontenayi Dej. specifisch verschieden von robustus Zimm. — 
Tabelle für die Zabrus-kvien der Balkanhalbinsel. 

Lebiini und Brachynini. Neu: Lebia festiva Krueperi aus Thessalien 
und Kleinasien; Microlestes Schm.-Goeb. (Blechrus Motsch.)*) minutulus Apfel- 
becki Holdh. und M. exilis luctuosus Holdh. im ganzen Gebiet verbreitet; Cymindis 
axillaris moreana Apflb. von Arkadien ; C. imitatrix aus der Herzegowina, zu 
coadunata Dej.; C. naxiana von Naxos, zu melanocephala Dej.; Brachynus 
efflans orientalis von Ost-Rumelien und Syrien; Br. Ganglbaueri über das ganze 
Gebiet und bis Transkaukasien verbreitet, zwischen crepitans L. und p>sophia Serv. ; 
Br. peregrinus von Albanien, Griechenland, Kleinasien, Turkestan, zu immaculi- 
cornis Dej.; Br. Bodemeyeri aus Ost-Rumelien, der Türkei, Griechenland. Klein- 
Asien, Kaukasus und Andalusien**) mit var. pontica\ Aptinus ponticihs von Kon- 
stantinopel und Kleinasien, zu cordicöllis Chaud. — Tabelle für die Formen des 
Microlestes plagiatus Dft. : fulvibasis Rttr., plagiatus typ., escorialensis Bris, und 
corticalis Dft.; Tabelle und Penistafel für die Arten der Gattung Brachynus. — 
Metabletus montenegrinus Küst.=impressMS Dej,; Microlestes mauritanicus Luc.= 
tantillus Motsch. = exilis-^&asQ ; M. cordatulus Rttr. = mdurus var. ; M. integer 
mti: =^fissuralis Rttr.; M. mauritanicus Rttr. (neG'Lu.G.)= Abeillei Bris.; Brachynus 
efflans Dej. specifisch verschieden von crepitans L., Br. plagiatus Rehe, und 



*) Die Bearbeitung dieser Gattung stammt von K. Hold haus und bildet einen Auszug aus 
dessen in Vorbereitung befindlicher Monographie. 

**) Eeitter's mit »Zeitoon« bezetteltes Material stammt meines W^issens von Seitün (auch 
Zeitun) in Kurdistan. 



Beferate. 129 

berytensis Eche. von psophia Dej. und Br. ejaculans Fisch, von immaculicornis 
Dej.; Br. Emgel Rttv. = bipustulatus Ya.r., Br. sichemita Rehe. = explodens-RsiSse. 

Haliplidae: Haliphis fZrt^ma^Mms Müll. = Easse von /^^Zwfs Fbr., H. leo- 
pardinus Salilb. = Easse von variegatus Strm. 

Dytiscidae: Hydroporus obliqtiesignatus Bielz specifisch verschieden von 
S. Genei Aube, Hydrop. Brucki "Wehnke = H. limbahis Aube var., Agabus Goryi 
Aube = dilatatus Bnill. 

Eine Anzahl der neuen Arten etc. wurde bereits im »Glasnik zem. muz. u 
Bosn. i Herzeg.« 13., 1901 in bosnischer Sprache beschrieben, die verdeutschte 
Reproduction der Originaldefinitionen ist aus naheliegenden, sachlichen Gründen 
sehr zu begrüssen. (Dr. k. Daniel.) 

M. Pic: Notes et Descriptions (Suite). (L'Echange 19., 9—11; 1904.) 166. 

Neu : Cantharis ponticus vom Pontus zu cordicollis Küst. ; Gantharis cilicius 
vom Taurus zu Erichsoni Bach. ; Malthodes validicornis Suf. v. escorialensis 
von Spanien ; Malthodes Holfzi von Kreta zu sulcatus Bourg. ; Malachius cressius 
5 von Candia zu inornatus Ksw. ; Bhinosimus aeneus Ol. sbsp. numidica von 
Algier; Elytrodon dilaticoUis von Kythera zu Chevrolati Kche. ; Alophinus 
triangulifer Dsb. v. subtmiformis von Tunis. (Dr. J. Daniel.) 

— Longicornes palearctiques nouveaux. (1 c, 17—18.) 167. 

Obrium obscuripe7ine von Sibirien, vielleicht var. von cantharinum L.; 
Dorcadion terolense Esc. v. Georgei von Spanien; Dorcadion grmmlosum von 
Spanien zu Dejeani Chvr. ; Phytoecia infernalis vom Amur zu millefolii Ad. ; 
Oberea Rositiae vom Amur zu depressa Gbl. ; Clytus fidvoliirsutus und raddensis 
von Sibirien zu nigritulus Kr. (Dr. J. Daniel.) 

— Diag-noses de Coleopteres asiatiques provenant surtout de Siberie. 168. 

(1. c, 25—27.) 

Chrysobothris amureyisis, Campylus Korbi zu acuticollis Mot., Platycis 
Cosnardi sbsp. raddensis, Podabrus Rosinae zu i^'isc/iejn Mars., Cantharis raddensis 
zu lateralis Gyll., Pyrochroa innotaticeps zu cardinalis Man., Cteniopinus kore- 
anus Seidl. v. atricornis, Microcistela (groupement nouv.?!) Rosinae, Isomira 
testaceicornis mit v. obscuricolor zu ophthalmica Seidl., Oedemera amurensis 
Heyd. v. obscurior, Procas Sibiriens zu biguttatus Est., Cryptocephalus Manner- 
heimi Gehl, mit v. niedionigra und v. medioflava, Cryptoceph. Raddei Kr. sbsp. 
Rosinae mit v. raddensis und v. obliteratithorax, sämtliche von Sibirien; Di- 
chelotarsus sulcithorax von Japan zu angusticollis Mot. ; Cteniopus tokatensis 
von Tokat zu persimilis Eeitt. (Dr. J. Daniel.) 

— Diag-noses de Coleopteres palearctiques et exotiques. (1. c, 33—36.) 169. 
Attagenus longipennis von Kashgar zu byturoides; Serica (Ophthalnio- 

serica) Rosinae von Sibirien zu boops Wat. ; Podabrus macilentus Ksvr. v. 
bilineatus von Japan; Cyrtosus diversicornis cf von Algier zu Vaulogeri Ab ; 
Xyletinus pectinatus F. v. Schelkoivnikowi vom Kaukasus; Lasioderma Redten- 
bacheri Bach v. caucasica vom Kaukasus; Isomira rufipennis Mars. v. obscu- 
rissima von Japan ; Mordellistena brunnea F. v. sibirica von Sibirien ; Myllocerus 
raddensis und v. obscuricolor von Sibirien zu castaneus; Malegia Donckieri von 
Aden ; Hypolixus paulonotattis von Tougourt. (Dr. J. Daniel.) 

— Sur divers Lariidae ou Uruchidae et Urodon. (1. c, 39 — 40.) 170. 
Neu: Laria o-guttata Oliv. v. laterufa, Sicilien, Constantine; Laria Pou- 

pillieri All. v. lateobscura, Algier; Laria Mellyi von Aegypten zu Potqnllieri 
All. ; Laria nionstrosicornis von Ak-Schehir zu cinerascens Gyll. ; Laria olivacea 
Germ. v. anatolica von Anatolien; Laria biguttata F. v. palaestina von Jaffa; 
Urodon anatolicus cf von Anatolien zu concolor Fahr. ; Urodon Rosinae von 
Kenia zu albescens Ettr. (Dr. j. Daniel.) 

Dr A. Porta: Revisione de^li Stafliinidi italiaui. (Eiv. Col. Ital. 2., 1—16, 171. 

21—36, 53—100; 1904.) 

I. Teil: Stenini: Ausführliche Behandlung von 94 italienischen Stenus-Arten 
nebst dichotomischer Tabelle der Subgenera und Arten dieser Gattung. 

(Dr. J. Daniel.) 



1 30 Keferate. 

Prof. Dr. L. V. Heyden: Rettiflca. (Riv. Col. Ital. 2., 17., 1904.) 172. 

Die von Luigioni neu aufgestellte Anthypna Carceli Lap. v. Duponcheli 
(Ref. 106) wird als die typische Form erklärt. (Dr. J. Daniel.) 

P. Luig-ioni: Risposta al Prof. L. v, Heyden. (Riv. Col. Ital. 2., 37—39; 1904.) 173. 

Replik auf die vorstehende Rectification. Der Verf. betrachtet als typisch 
die grünen Stücke der Anthypna Carceli mit kupferfarbigem Schimmer, als v. 
Duponcheli die rein grünen Exemplare. (Dr. j. Daniel.) 

F. Cavazza: II Pterost. bicolor, JuHnel et Xatarti nella reg'ione italiana. 174. 

(Riv. Col. Ital. 2., 105—116; 1904.) Mit einer Tafel. 
Kritische Studie über die Verwandtschaftsverhältnisse dieser 3 Arten ; 
Pterost Xatarti Dej. ist endgültig aus der italienischen Fauna zu streichen; 
Ft. duhius Heer (Schweiz, Calabrien) ist nur eine dunklere (grün, blau, schwarz) 
Farben Varietät von bicolor Arag. Die 3 Arten wären auf folgende Weise zu trennen : 
1" Flacher, 8. Zwischenraum eben und horizontal, nach rück- 
wärts verbreitert jp. Mcoior Av&g. 

V Gewölbter, 8. Zwischenraum abwärts geneigt, gleich breit. 

2" Halsschild breiter und gegen die Basis stärker eingezogen, 

mehr herzförmig, Grübchen des 3. Zwischenraumes seichter 

Xatarti Dej. 

2' Halsschild weniger deutlich herzförmig, Grübchen der Decken 
tiefer als bei den vorhergehenden Arten . . . Jurinei Panz. 

(Dr. J. Daniel). 

(t. Leoni: Alciine iiote ^\ÜV Anthypna Carceli Lap. (Riv. Col. Ital. 2., 175. 

116—119; 1904.) 

Im Gegensatz zu Luigioni (Ref. No. 106) hält Verf. die Larve A^qt: Anthypna 
Carceli für rhizophag. Die rein broncefarbige Form wird als ab. Laportei be- 
nannt (conf. Ref. No. 172 und No. 173). (Dr. J. Daniel.) 

F. Vitale: Specie e varietä niiove di Curculionidi sicillaiii. (Riv. Col. Ital. 176. 

2., 125—129; 1904.) 

Mylacus nitidulus, zwischen turcicus Seidl. und graecus Stierl.; Cathor- 
miocerus Ragiisai zu horrens Schh. und Larinus zancleanus zu meridionalis Rsh. 

(Dr. J. Daniel.) 

l)r. A. Porta: Atheta (lAogluta) BertoUnii n. sp. (Riv. Col. Ital. 2., 177. 

130—131; 1904.) 

Atheta BertoUnii ist am nächsten mit A. vicina Steph. verwandt, von 
derselben indes durch braune Färbung des Halsschildes und der Flügeldecken, 
ganz gelbe Beine, durch die convexen, die Länge des Halsschildes erreichenden 
Flügeldecken, breiteres Abdomen, zartere Fühler und stärkere Punktur des Kopfes 
und des Hinterleibes verschieden. — Paneveggio im oberen Fleimsertal. 

(Dr. J. Daniel.) 

P. Born: Carahus auronitens Fbr. und i)MnctatoauraUis Grm. (Ins. 178. 

Börse 21., 35—36; 1904.) 

Carab. punctatoauratus mit seinen verschiedenen Formen {Farinesi Dej., 
montanus Geh., lugubris Geh., Pandellei Geh.) wird als Rasse des auronitens 
erklärt. Die Stücke aus der Gegend der Bagneres de Luchon führen punctato- 
auratus in auronitens festivus über. Die bisher angenommenen, charakteristi- 
schen Merkmale des punctatoauratus (7. und 8. Fühlerglied beim d" unten knotig- 
erweitert, Fühler und Schenkel schwarz, Schienen dunkel) sind nur im Allgemeinen 
zutreffend. Während Stücke mit einfachen oder fast einfachen, also wie bei 
auronitens gebildeten Fühlern nicht gerade selten auftreten, kommt letztere Art 
öfter mit ganz dunklen Schienen (z. B. die Formen der Bretagne) oder auch ganz 
schwarzen Beinen vor. Sehr selten scheinen a^^roJ^^ie?^*'-Aberrationen mit schwarzer 
Fühlerwurzel aufzutreten (einige Stücke von auronitens costellatus Geh.). 

(Dr. J. Daniel.) 



Referate. 



131 



P. Born: Carahiis monilis I^lir. und seine Formen. (1. c, 43 — 44, 51—52, 179. 

59—60, 67, 75—76; 1904.) 

An der Hand eines reichen Materials wird der wohl kaum anfechtbare 
Nachweis erbracht, dass monilis, Scheidleri und Kollari nur Rassen derselben 
Art darstellen, welche aus Prioritätsrücksichten den Namen monilis zu tragen 
hat. Als Stammform wäre jedoch wahrscheinlich eine östliche Form mit 20—22 
Intervallen, also mit 5 Streifensystemen, wohl Hampei Küst. zu betrachten, aus 
der sich zunächst die Rassen mit 4 und in weiterer Entfernung diejenigen mit 
3 Streifensystemen entwickelt haben. Besonderes Interesse beanspruchen die 
Ausführungen des Verfassers über die atavistischen Rückbildungen mehrerer 
dreistreifigen (monilis, Preissleri, Scheidleri) zu mehrstreifigen Formen. Zu der 
im folgenden reproduzirten Zusammenstellung aller monilis-Formen sei bemerkt, 
dass die angenommene Reihenfolge in der ausführlichen Abhandlung eingehend 
begründet wnrde. Die Einteilung der verschiedenen Haupt- und Unterrassen 
wurde nach der von Gangib au er (Verh. d. k. k. zoolog.-bot. Ges. 1901, 796) 
für Orinocarabiis vorgeschlagenen Bezeichnung durchgeführt: 



Carabus monilis Fabr. 



I. Formen mit 5 Primärintervallen. 

A. Hampei Küst. Zentrales Siebenbürgen, Ga- 
lizien (Czarnaliora). 

al. aurosericeus Kr. Siebenbürgen (Gegend 
V. Maros, Väsärhely und Szäsz -Regen), 
var. Zoppai Kr. (Gegend v. Maros Väsär- 
hely und Szäsz-Regen.) 
var. marginatus Kr. (Gegend v. Maros 
Väsärhely und Szäsz-Regen.) 
a2. incompsus Kr. Südost - Siebenbürgen 
Kronstadt u. angrenzendes Rumänien). 

B. Ormai/i Rttr. Nordost-Ungarn (Beregszasz). 

n. Eormen mit 4 Primärintervallen. 

C. Zawadszkyi Kr. Nordöstl. Ungarn (Marma- 
ros) und angrenzendes Galizien bis Dro- 
hobycz. 

var. iteriath^simus Rttr. Marmaros. 

D. Rothi Dej. Südwestl. Siebenbürgen. 

var. vari.striattis Kr. Südw. Siebenbürgen, 
var. rjuadricatenatus Kr. Südw. Siebenbg. 
var. aequistriatuK Kr. Südw. Siebenbg. 
var. latestriatus Kr. Südw. Siebenbürgen, 
var. riigulosiiit Birthl. Südw. Siebenbg. 

E. compttis Dej. SzOrenyer u. Biharer Gebirge. 

.Merkli Kr. 
el. Hopfffiarteni Kr. Mt. Mika. 

F. Schaumi Birthl. Slavonien u. angr. Serbien. 

G. Kollari, Pall. Banater Gebirge. 

var. magniflciis Kr. Bazias. 
gl. negotinensig Ggb. NordOstl. Serbien 
(Negotin). 
H. moldaviensii< Born Moldau (Berladtal). 
I. Lomnitzkii Rttr. Podolisches Plateau. 

polonicus Lomn. 
K. FrirahUzkyi Kr. Galizien (Lemberg), Po- 
dolien. 



Formen mit 3 Primärintervallen. 



L. ejrellenit Dej. Galizien, Podolien, Ukraine, 
südwe.stl. Russlaud. 

var. eriithromeruxT)B}. Galizien, Podolien, 

Ukraine, südwestl. Bussland, 
var. Goldeggi Dul't. Galizien, Podolien, 
Ukraine, südwestl. Russland. 
M. i^imulatorKi. Nordost!. Serbien (Majdanpek). 
var. Serbien.'- Hopfig. Nordöstl. Serbien 
(Majdanpek). 
N. rersicolor Friv. Ost-Rumelien (Balkan bei 
Slivno). 

nl. bjelamicengifs Apfb. Bosnien (Gebirge 
bei Sarajevo). 
0. Illigeri Dej. Lit. Croatien, Bosnien. 



ol. curtidus Ggb. Alpines Süd -Bosnien 
(Vlasie, Bjelasnioa PI. Semec PL). 
P. praecellens Pall. Südwestl. Ungarn. 

pl. styriacus Kr. Südöstl. Steiermark. 
Q. Scheidleri Panz. Ober- u. Niederösterreich, 
Obersteiermark, Vorarlberg, südöstl. Bayern, 
Westungarn, südwestl. Mähren, 
var. vireiis Sturm. do. 

var. coeruleus Panz. do. 

var. aeneipennis Strm. do. 

var. limbifer Rttr. do. 

var. dominum Rttr. do. 

var. purpuratus Strm. do. 

var. Burghauseri Reitt. Mähren. 
R. Helleri Gangib. Nordöstl. Ungarn (Neutracr 

u. Komomer Komitat). 
S. Preyssleri Duft. Böhmen, Mähren, Schlesien, 
Nordost-Ungai-n, West-Galizien. 
var. ambiiiosus Schauf. 
var. viridicinctus Schauf. 
var. improbuH Schauf. 
var. principatus Schauf. 
var. superbus Schauf. 
T. afflnis Panz. Mittel-Deutschland, 
var. regidaris Wiss. Thüringen, 
var. graeilig Ahrens Aiigsbiu-g, Lechfeld. 
y&r.bavarieus'Beui'h.irx Augsburg, Lechfeld. 
tl. taunicus Heyden Taunus. 
U. consitus Panzer Süd - West - Deutschland, 
ganze Schweiz bis ztim Mt. Generoso, Sa- 
voyen, Daiiphine, Piemont, Nord- u. Ost- 
frankreich, Belgien,Holland, England, Irland, 
var. sabaiidug Geh. Im ganzen Gebiet, 
var. rugatinus Geh. do. 

var. anomalus Geh. do. 

var. irderriiptus Beuth. do. 

var. interpomtus Geh. do. 

var. Kroni Hoppe do. 

var. femoratus Geh. Ostfrankreich bis 

Macon. 
var. varicolor Joerin Schweiz, 
var. Sengstacki Beuth. Frankreich und 

Schweiz, 
var. trilineatus Haller Jura 
var. helveticiis Heer Guttanen und Her- 
zogenbiichee. 
ul. Schartowi Heer Südwestlicher Jura 

(Chasseral-Döle). 
u2. rubricru» Geh. Südl. Jui-a (Grand Co- 
lombier, Reculet, SaleveS 
V. monilis Fabr. Central- u. Südfrankreich, 
var. nigritu.hig Kr. Grande Chartreuse, 
vi. oHicoto Bellier Provence (Basses Aljses, 
Mt. Ventoux). 

(Dr. J. Daniel.) 



132 Referate. 

A. Dodero: Materiali per lo studio dei Coleotteri italiani cou descrizioni 180. 

di nuove specle. II. Quatro nuove specie di Coleotteri cavernicoli. 

(Annali del Museo Civico di Storia Naturale di Genova, Serie 3^, Vol. I, 

pag. 52—59; 11 Aprile 1904.) 

Bythinus (Bythoxenus) AymericJii n. sp., dem B. mariUmus Reitt. habituell 
sehr ähnlich, jedoch von diesem und seinen Verwandten {B. Doriae Schauf., gra- 
cilipes St. Gl. Dev. und Vaccae Dod.) durch den Mangel eines Grübchens auf 
der Oberseite des letzten Palpengliedes beim cf difEerirend; von B. maritimus 
speziell, ausserdem auch durch kleinere Körpergestalt, feinere und kürzere Pubeszenz, 
längeren und nacli vorne viel stärker verengten Kopf, viel schmälere Fühler, 
längeres letztes Palpenglied und etwas gewölbtere Flügeldecken verschieden. In 
einer Höhle in Laconi auf Sardinien gesammelt. — Bathyscia (Aphaobius) Fa- 
biani n. sp. aus Grotten bei Cereda in den Bericischen Bergen, der dalmatinischen 

B. Paganettii Gangl. nahestehend, jedoch grösser, mic viel dünneren Fühlern, 
viel feinerer Punktirung und fast gar nicht angedeuteter querrissiger Sculptur 
der Flügeldecken, namentlich aber durch den Mesosternalkiel ausgezeichnet, der 
sich ganz deutlich bis zum Hinterrande des Metasternums nach hinten 
erstreckt und zwischen den Hinterbeinen in einen spitzen Fortsatz ausläuft; 
die Vordertarsen bei allen untersuchten Exemplaren 4-gliedrig und einfach. — 
Bathyscia Raveli n. sp. aus der Grotte von S. Michele aiif der Insel Capri, von 
B. Doderoi Fairm. durch kürzere und viel spärlichere Behaarung, glänzenden, 
breiteren und convexeren Körper, anders gestaltete Fühler und viel geringere 
Erweiterung der männlichen Vordertarsen verschieden. — Bathyscia Lostiae n. sp. 
aus Höhlen bei Sadali und im Gebiet von Seuli auf Sardinien, der B. bosnica 
Reitt. am ähnlichsten, von der sie sich durch geringere Convexität des Körpers, 
längere Fühler, deutlich quergeriefte, nach hinten weniger verengte, mit einem 
scharf markirten Nahtstreifen versehene und etwas weiter vorne die Maximal- 
breite erreichende Flügeldecken unterscheidet. (Dr. .Jos. Müller.) 

Ch. Kerremans: Coleoptera Serricornia Farn. Buprestidae. (Wytsman, 181. 
»Genera Insectorum«. Fase. XII, 1902 — 1903, 338p. avec 4. planches coloriees.) 
Das 12. Heft von Wytsman's »Genera Insectorum«, welches eine Darstellung 
der Buprestiden enthält, ist zu einem stattlichen Bande angewachsen. Der be- 
kannte Buprestiden-Kenner Gh. Kerremans hält sich in dieser gediegenen Arbeit 
im allgemeinen an seine frühere Gruppirung (Ann. Soc. Ent. Belg. 37., 94), die 
so zu sagen den Grund dieser neuen Bearbeitung bildet. Marseul's Monographie 
der paläarktischen Buprestiden (L'Abeille 2., 1865) war bisher das einzige Werk, 
welches einen Teil der Buprestiden (die paläarktischen) behandelte, leider war 
seine systematische Einteilung keine natürliche, denn ganz nah verwandte Gruppen 
wurden weit von einander gestellt. Marseul's sonst ausgezeichnete Arbeit er- 
brachte eben wieder den besten Beweis dafür, dass eine natürliche Gruppirung, 
ein gutes System, nur bei Heranziehung sämtlicher, auch der exotischen Gattungen 
möglich ist, denn nur so können wir oft die Verwandtschaft mancher sonst isolirt 
stehenden Gattung erkennen. Kerremans geht in der Gruppirung vom Bau 
der Mittelbrust aus und erst in zweiter Linie kommt die Stellung der Poren auf 
den Fühlergliedern in Betracht. Die Familie wird in 12 Tribus geteilt : Julodini, 
Polycestini, Schizopini, Thrincop)ygini, Chrysochroini, Chalcophorini, Sphenop- 
terini, Buprestini, Chrysobothrini, Stigmoderini, Agrilini und Mastogenini. 
Hier aber ist zu bemerken, dass gemäss den zoologischen Nomenclaturregeln 
nach den ältesten Gattungen statt Julodini = Sternocerini, statt Polycestini 
= Acmaeoderini und statt Agrilini = Trachydini als berechtigter Tribusname 
zu gebrauchen ist. 

Das Werk enthält ein allgemein gehaltenes Vorwort, eine kurze Charak- 
teristik der Familie, Bestimmungstabellen der Tribus, Subtribus, Gattungen und 
eventuell auch Untergattungen. Kurz werden die Charaktere der Gattungen 
gegeben und überall folgen die wichtigsten Citate von Gattungsbeschreibungen 
und Angaben über die geographische Verbreitung. Hierauf folgt die durchaus 
nicht ganz vollständige Liste der bekannten Arten, es fehlen darin manche schon 
vor Jahren beschriebene Arten. Die Aufzählung der Arten ist eine von der in 



Referate. 133 

den bisher erscliienenen Heften der »Genera Tnsectorum« abweichende. Verfasser 
zählt nämlich die Arten weder rein systematisch noch alphabetisch, sondern ge- 
mischt auf, nämlich zuerst die ihm bekannten Arten (oft nur wenige aller be- 
kannten) systematisch und den Rest, die ihm unbekannten, alphabetisch. Bei 
einigen artenreichen Gattungen finden wir noch eine Absonderung nach Regionen 
vor. Die x4.rten, von welchen Verfasser Typen oder Cotypen besitzt, sind mit 
einem Sternchen gekennzeichnet. 

Unter den vielen neuen Arten, die hier beschrieben werden, befindet sich 
auch eine paläarktische, nämlich Sphenoptera rüg ata (pag. 112) aus Kurdistan, 
die mit Sph. coracina Stev. nahe verwandt ist. Auch wurden einige paläark- 
tische Arten umgetauft, weil ihr Name schon früher vergeben war, so z. B. 
Sphenoptera latesulcata Fairm. (1892) aus Turkestan wegen Sph. latesulcata Jak. 
(1886) in sulcifera (p. 123); Agrilus gracilicornis Gangib. (1890) aus China 
wegen A. gracilicornis Ulrich*) in grassator (p. 285) und Agrilus proximus 
Band. (1881) von Lyon wegen A. proximus Saund. (1871) in protoracttis (p. 289). 
Auf den vier kolorirten Tafeln, die W. Purkiss meisterhafter Ausführung alle 
Ehre machen, sind nur Exoten abgebildet. (e. CsiM.) 

Gr. Vorbriug-er: Ueber Droniius cordicolUs Yorbg-, (D. E. Z. 1901, 45.) 182. 

Dromius cordicolUs Vorbg. (Ent. Nachr. 24., 286; 1898), nach einem ein- 
zelnen bei Königsberg gesammelten Exemplar beschrieben, wurde neuerdings in 
je einem Stück bei Insterburg und Schillinen (Ost-Preussen), ferner in 9 Exem- 
plaren bei Petersburg aufgefunden, nach Masaraki auch 1 Stück bei Mohilew 
(coli. Arnold). — Berichtigung eines in der Originalbeschreibung enthaltenen 
Druckfehlers (Halsschild ander breitesten Stelle nicht l^/amal so lang als breit, 
sondern 1 V2 mal so breit als lang). (Dr. K. Daniel.) 

J. Weise : Ueber Sclerophaedon orhictilaris Suflfr. (D. E. Z. 1904, 47.) 183. 

Der Verfasser sammelte Sclerophaedon orhicularis Suffr. an der Original- 
fundstelle (Selketal, Harz) an Malachium aquaticum Fries. Angaben über seine 
Verbreitung, sowie jene des Sei. carniolicus Germ., Unterschiede in der Sculptur 
des Prosternums und der Flügeldecken für die genannten Arten und ausführliche 
Beschreibung der Larve des Sei. orhicularis. (Dr. J. Daniel.) 

— Pseudocolaspis substriata n. sp. (1. c, 100.) 184. 

Aus Mesopotamien (Diarbekir). Die nördlichste der bis jetzt bekannten 
Species, da die bisher zu Pseudocolaspis gezählten griechischen, kleinasiatischen 
und nordafrikanischen Arten zu Euhrachys Baly gehören. (Dr. j. Daniel.) 

J. Faust f: Revision der Gruppe Cleoiiides vrais. (D. E. Z. 1904, 177—302.) 185. 

Einem Wunsche des im Vorjahr verstorbenen, hervorragenden Kenners der 
Curculioniden folgend, übernahm Prof. Dr. Heller in dankenswerter Weise die 
Ordnung seines handschriftlichen, literarischen Nachlasses und übergibt der 
Oeffentlichkeit mit Faust's grosser, fast vollendeter Revision der ächten 
Cleoniden (orbis) ein überaus wertvolles Dokument gewissenhaftester und erfolg- 
reicher Forschertätigkeit. 

Generische Uebersicht der Cleonini. — Gattungstabelle der Cleoninae mit 
11 neuen paläarktischen Genera: Monolophus auf Mecaspis praeditus Est., 
Microcleonus auf Panderi Fisch., Menecleonus auf signaticollis Gyll. und 
anxius Fahrs., Cosmogaster auf dealbatus Germ, und cordofanus Fhrs., Di- 
cranotropis auf hieroglyphicus Ol. und Verwandte, Ephimeronotus auf 
Miegi Frm., Anisocleonus auf taciturnus Fst., Adosomus auf roridus Pall. 
und Verw., Eucleonus auf tetragrammus Pall., Lixomorphus auf ocularis F., 
Brachycleonus auf fronto Fisch, gegründet. — Der Gattungsname Exochus 
Chevr. wird in Epilectus geändert. 

Tabelle für die Arten, von diesen neu für die paläarktische Fauna: Chro- 
monotus vittatus Zxibk.Y.funestus, Gonocleonus scalptus (Sicilien) und Munieri 



*) Bei dieser Art war eine Umbenenntmg überflüssig, weil Agrihts gracilicornis Ulricli 
(= angustuluB niig.) nur ein nomeu in litteris ist. 



134 Keferate. 

Bed. V. foveatus (Nemours, Algerien), Epilectus Lehmanni Men. v. consobrinus, 
Stephanocleonus persimilis (Mongolei), Köppeni (Mongolei), Waldheimi (Irkutsk 
und Dauria), impressicoUis Fhrs. v. loquans (Sibiria), versutus (Dauria), confessus 
(Transbaikalien und Tarbagatai), hexagrammus Fhrs. v. feritus (Dod-nor), hirtipes 
(Dauria und Changai), comicus (Mongolei), brunnipes (Nan-shan), exigims (Changai), 
sejunchts (Huascar, Granada), colossus (Changai), suspiciosus (Amdo, Yamati, 
Kuku-nor), sujfusus (Mongolei), tardus (Mongolei), indutus Chevr. v. brevicollis und 
illex (Mongolei), Dicranotropis Ganglbaueri (Persien), Pachycerus deser- 
torum (Kisil-kum), Bhabdorrhynchus crassicornis (Haifa), Chromosomus 
Schach (Persien) und ostentatus (Turkmenien), Stephanophorus melancholicus 
Men. V. tekkensis, Bothynoderes kahirmus (Kairo), Co n orrhynchus globifrons 
(Mongolei), ardims (Mongolei) und acentatus (Kirghisia, Turkestan), Mecaspis 
Bedeli (Marocco) und lentus (Turkestan), Pseudocleonus libanicus (Libanon). 
Katalog, Index für die Gattungen und Arten. (Dr. k. Daniel.) 

H. Bickhardt: Lepttira rubra L. d Hermaphrodit. (D. E. Z. 1904, 303.) 186. 

Ein im württembergischen Schwarzwald in der Nähe von Tübingen ge- 
fangenes d der Leptura rubra L. zeigt linksseitig teilweise secundäre Geschlechts- 
merkmale (linke Halsschildhälfte rot, linker Fühler mit kürzeren, nicht gesägten 
Gliedern), im übrigen ist das Stück normal; der Geschlechtsapparat wurde nicht 

untersucht. (Dr. E. Daniel.) 

E. Reitter: Bestinimuiigstabelle der Coleopteren-Gattung' Clonus Clalrv. 187. 
aus Europa und den angrenzenden Ländern. (W. E. Z. 23., 47 — 63 ; 1904.) 
Im Gegensatz zu der recht brauchbaren, auf Verschiedenheiten in der 
Klauenbildung gegründeten Einteilung benützt Reitter an erster Stelle den 
bekannten Unterschied in der Zeichnung {Cionus s. str. mit 2 Samtflecken auf 
der Naht). Auf Stereonychus gibbifrons Ksw. wird die neue Untergattung 
Cionelliis aufgestellt. — Neubeschreibungen: Cionus Schultzei aus Griechen- 
land und Kleinasien, zu Olivieri Rosensch. ; C. subalpinus aus Südtirol und 
Kärnthen, zu ungulatus Germ. ; C. Helleri aus Japan, im Habitus dem tubercu- 
losus Scop. ähnlich, aber zu caucasicus Rttr. zu stellen; ferner C. scrophulariae 
ferrugatus aus Dalmatien, Kleinasien und Syrien, C. hortulanus aiiriculus von 
Elisabethpol, C. thapsi var. nigrltarsis aus Galizien und Südtirol und var. 
semialbella von Sarepta, C. simplex Rosensch. var. bipunctata aus Osteuropa und 
Transkaukasien und var. uniformis aus dem nördlichen Kaukasus, C. pulverostis 
Gyll. var. densenotata von Eriwan und var. albopnbens von Ordubad. — C. costi- 
pennis Schltze = ungulatus Germ. — Katalog der behandelten Arten und Formen. 

(Dr. K. Daniel.) 

— Analytische Revision der Coleopteren-Gattung Eusomus Gferm. (1. c, 188. 

86—91.) 

Die Gattung wird in 3 Subgenera zerlegt: Eusomatulus Rttr. auf die 
Verwandten des E. virens Boh., Eusomus Germ, auf die dem ovulum Germ, 
und Euidosomus Rttr. auf die dem acuminatus Boh. und pilifer Boh. nahe- 
stehenden Arten gegründet. — Neu: E. (Euidosomus) Sandneri von Elisabethpol, 
zu E. elongatus Boh. — E. armeniacus Kirsch = pilifer Boh. und E. pulcher 

Khsch ^^ piloSUS SchÖnh. (Dr. K. Daniel.) 

L. Bedel: Sur les deux Acinopus du sous-genre Oedematicns Bed. (Bull. 189. 

Soc. Ent. Fr. 73., 138; 1904.) 

Der Verfasser berichtigt die neueste Deutung der 2 Oedematicus- Arten 
durch Reitter (Best.-Tab. 41., 44; 1900) und stellt die Synonymie in folgender 
Weise richtig: Ä. (Oedem.) megacephalus Rossi 1794, (biicephalus Dej. 1829; 
emarginatus Chaud. 1848, Reitter, 1. c; rotundieollis Carret 1898; ^ sabulosus 
Sturm nee Fab.). — A. (Oedem.) gutturosus Buq. 1840; {elotigatus Luc. 1846; 
medius Reiche 1869; megacephalus -^ Rttr.). — Tabelle für beide Arten. A. guttu- 
rosus Buq. findet sich auch im eigentlichen Europa (Tarifa, E scaler a). 

(Dr. K. Daniel.) 



Referate. 1 35 

A. Semeuow: Ueber die systematisclie Stellung: der Gt nippe der Cephaloidae. 190. 

(Rev. Russ. Ent. 3., 183— 186; 1903.) Text russisch. 
Die Gattung Cephaloon Newm. wurde von ihrem Autor zu den Oedemeriden, 
von Leconte, Lacordaire, v. Heyden und Escherich zu den Meloiden ge- 
stellt, während der Verfasser seihst (Hör. Soc. Ent. Ross. 34., 495; 1900) auf 
die nahe Verwandtschaft mit den Melandryiden hinwies (wie auch bereits 
3Iotschulsky [1860] andeutete) und die Cephaloidae als seihständige, zwischen 
die Oedemerldae und Melandryidae einzuordnende Familie zu betrachten geneigt 
war. Auf Grund der Untersuchung des Geäders der Unterflügel bei Cephaloon, 
das sich scharf von dem der Meloiden unterscheidet, kommt der Verfasser nach 
Berichtigung einiger ungenauer Angaben Leconte-Horn's hezügl. der Zahl der 
Ventralschienen und der Bildung des Kopfes und Halsschildes in der Gattung 
Cephaloon zu dem endgiltigen Schluss, dass die Cephaloidae, die im paläarkti- 
schen Gebiete mit 2 Arten bezw. Gattungen vertreten sind *) {Cephaloon pallens ■ 
jMotsch. und Ephamillus variabilis Motsch.), als Subfamilie oder Tribus der 
Familie der Melandryidae einzureihen sind, wo sie den Stenotrachelini besonders 
nahe zu stehen scheinen. (Dr. k. Daniel.) 

— Die systematische Stelliiug- der Gattung- Epactiiis Schneid. = Onio- 191. 
phroti Latr. und die verwandtschaftlichen Beziehung-en der Familie 

der Hali^ylidae C. G. Thoms. (1. c, 187 — 190) Text russisch. 

Die Gattung Epactius, die, abgesehen von dem charakteristischen Habitus 
ihrer Vertreter, noch durch eine Reihe sonstiger Eigentümlichkeiten, wie die 
Bildung des Halsschildes, der Vorderbrust (M. K. Z. 2., Ref. 26), vermehrte Zahl 
der Flügeldeckenstreifen, Bau der Larven etc. eine Sonderstellung in der Familie 
der Carabidae einnimmt, wurde zuerst von Glairville, in neuerer Zeit auch 
von Lameere unter die Dytisciden eingereiht. Da im Bau des Prosternalfort- 
satzes, sowie des breiten, lappenförmig über das Schildchen vorgezogenen Vorder- 
rückens zweifellos auffallende Uebereinstimmung zwischen der Gattung Epactius 
und den Haliplidae besteht, untersuchte der Verfasser die Unterflügel je eines 
Vertreters der 3 in Frage stehenden Familien. Diese Untersuchung zeigte nun, 
dass das Geäder bei Epactiiis jenem der Carabidae am nächsten steht, diese 
Gattung also in ihrem bisherigen Verbände zu verbleiben hat, während es bei 
den Haliplidae, obgleich noch als Modification des den Carabiden eigentümlichen 
Systems anzusehen, doch einen ganz anderen Charakter trägt und für die Selb- 
ständigkeit der Haliplidae als Familie spricht, die den Carabidae indes viel 
näher steht als den Dytiscidae. Im Zusammenhang mit anderen morphologischen 
Eigentümlichkeiten, wie dem Bau der Hinterhüften, den lOgliedrigen Fühlern 
und einigen besonders bemerkenswerten Eigenschaften der Larven, dürfte somit 
der Beweis erbracht sein, dass die von Lameere vorgenommene Vereinigung 
der Haliplidae und Dytiscidae eine willkürliche ist, dass jene vielmehr als selb- 
ständige Familie aufzufassen sind. Die auffallende Uebereinstimmung einiger 
charakteristischer Merkmale bei den Epactius- Axt&n und den Halipliden betrachtet 
Semen ow als ein Beispiel typischer Convergenz, die augenscheinlich durch 
bionomische Bedingungen hervorgerufen wurde Zum Schlüsse erinnert der Ver- 
fasser noch an die südafrikanische Cicindeliden-Gattung Platychile M. L., deren 
2 Arten im Bau des Prosternalfortsatzes vollkommen mit den ^^aci^ws-Arten 
übereinstimmen und auch in der Form des Kopfes, des Vorderrückens und der 
Flügeldecken eine gewisse Aehnlichkeit mit denselben erkennen lassen. Die Ent- 
wicklung eines vollständig analogen Typus in drei, wenn auch scharf getrennten, 
so doch zweifellos verwandten Familien spricht dafür, »dass unter genetisch 
nahestehenden Formen in manchen Fällen ein Anstoss in bestimmter Richtung 
genügt, um eine vollkommen gleichartige, parallellaufende Evolutionstendenz 

auszulösen.'! (Dr. K. Daniel.) 

— Bemerkung über das wenig bekannte Polyartiiron (Pogonar thron) 192. 
Tschitsche i in i Sem. (1. c, 203—204.) Text russisch. 

Seit der nach einem einzigen, aus Osch stammenden c? entworfenen Be- 
schreibung des Polyarthron TschitscJierini Sem. wurden erst in neuester Zeit 

*) conf. Ref. 21.5. 



136 Referate. 

3 weitere cfcf bekannt und vom Verfasser untersucht. Das eine, bei Neu- 
Margelan gesammelt, unterscheidet sich von dem Originalstück nur durch gleich- 
massig blassbraune Färbung, die Art variirt demnach ähnlich wie andere turke- 
stanische Prioniden {Prionus turkestanicus Sem. und Balassogloi Jak.). Die 
beiden anderen Exemplare stammen vom Dogus-Tau, einem Ausläufer der 
Alexander-Kette und unterscheiden sich von den beiden ferganenser Stücken nur 
durch geringere Grösse, etwas kürzeres und dickeres 3. Fühlerglied, breiteres 
Schildchen und kürzere Flügeldecken mit stärkeren rippenförmig erhabenen Adern. 
Das 9 des P. TscJiitscherini ist noch nicht bekannt. (Dr. k. Daniel.) 

A. II. F. Solari: Descrizioni di alcune nuove specie di Curculionidi apparte- 193. 
nenti alla Fauna paleartica. (Bull. Soc. Ent. Ital. 35., 159—182; 1903.) 
Neubeschreibungen: Otiorrhynchus nigerrimus aus Ligurien, zu Ot. fortis 
Rosh. — Otiorrhynchus Vaulogeri von Biserta, zu affaher Frm. — Otiorrh. 
Montandoni von Comana Vlasca (Rumänien), ein Cryphiphorus zu orhicularis 
Hbst. — Otiorrh. (Troglorrhynchus) Doderoi aus der Grotta di Sos Turittas 
(Sardinien) und Gestroi aus dem Vallo della Lucania (Salerno), beide zu Grenieri 
AU. — Otiorrh. (Troglorrhynchus) Doriae von Zante, zu anophthalmus Schmidt. 

— Meira variegata von Sant'Ilario (Ligurien), zu M. latiscrobs Dsbr. — Phyl- 
lohius itdlicus aus den Monti di Rofrano (Salerno), zu pyri L. — Phyllobius 
lucanus vom Monte Scuro (Salerno), zu maculicornis Germ. — Phyllobius Raverae 
vom Monte Taurino und Monte Scuro (Salerno) von Polydrosus-ähnlicheva. Habitus, 
zu tuberculifer Chevr. (?) — Polydrosus (Chaerodrys) Manteroi von N. S. della 
Vittoria (Ligurien), zu setifrons Duv. — Polydrosus (Eudipnus) Raverae von 
Rofrano (Salerno), zu lateralis Gyll. — Dichotrachelus Bensae vom Monte Sacro 
(Salerno), zu Rudeni Strl. — Dichotrachelus sardous vom Monte Gennargentu 
(Sardinien), zu Konziorowiczi Desbr. (Dr. K. Daniel.) 

A. Semenow: Analecta coleopterolog-ica II. (Rev. Russ Ent. 3., 99 — 100; 1903). 194. 

Fortsetzung (conf. M. K. Z. 1., Ref. 256): 11. Anagabus limbibasis Rttr. 
(1900) = Anagabus sogdianus A. Jak. (1897). — 12. Chionosoma subporosum 
Rttr. (190-2} ■■= Rhizotrogus (Chionosoma) ferganensis Sem. (1902).*) — 13. Ani- 
soplia scytha Rttr. (1889) (non Motsch.) aus dem Araxestal = Anisoplia Reitteriana 
(nom. nov.) Sem. In A. scytha Motsch. vermutet der Verfasser die zweifarbige 
Form der echten A. Zivicki Fisch., die keinesfalls im südlichsten Transkaukasien 
vorkommen dürfte. — 14. Capnodis costulata Fairm. (1902) = Capnodis paruni- 
striata Ball. (1870). — 15. In der Beschreibung des Apate Chan Sem. (der Gattung 
Phonapate Lesne angehörig) sind irrtümlicherweise die Geschlechter verwechselt, 
die für das cf angegebenen Merkmale treffen für das 9 zu und umgekehrt. — 
16. Phonapate deserti Sem. ist vom kaspischen Meere bis zum Ostrand der 
Karakum- Wüste verbreitet, fehlt aber entgegen anderen Angaben in der Buchara. 

— 17. Akis (Solskia) Morawitzi Sem. (1891) = Akis (Solskia) plana Bates (1879). 

— 18. Cyphogenia semicarinata Rttr. (1887) == Akis (Cyphogenia) humeralis 
Bates (1879). — 19. Trigonoscelis pustulosa Rttr. (1887) = Trigonoscelis Lacerta 
Bates (1879). — 20. Mallosia iranica K. u. J. Daniel (1898) = Mallosia Jakov- 

levi Sem. (1895). - (Dr. K. Daniel.) 

P. de Peyerimhoff: Description d'un nouveau Silphide cavernicole de l'Ar- 195. 

deche. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 185—187; 1904.) 

Diap)rysius Serullazi aus der Grotte du bois de Paiolive (Ardeche), verwandt 
mit D. caudatus Ab. und caudatissimus Ab. — Tabelle für die 4 bekannten 
Diaprysius-Axten. (Dr. k. Daniel.) 

J. Desbrochers des Log-es : Etudes sur les Curculionides de la faune europeenne 196. 
et des bassiiis de la Mediterranee, en Afrique et en Asie, suivies de 
tableaux synoptiques. (Le Freien 12., 65—104; 1904.) Mit Separat-Paginirung. 
Der Verfasser beginnt die Reihe der unter obigem Titel angekündigten 

Revisionen mit einer Bearbeitung der Gattung Lixus F. und der damit zunächst 

*) Semünow's Name prioritätsberechtigt. 



Eeferate. 137 

verwandten Genera in der Absicht, die Lücken, welche die von Capiomont xin- 
volleudet hinterkissene Monographie enthält, auszufüllen. — Von den behandelten 
Gattungen sind neu aufgestellt: Broconius auf L. salicorniae Fst., suhulatus 
Fst., &isÄ:re«sJs Desbr. und die verwandten kurzrüsseligen Arten, Microcleonus*) 
auf L. tigrinus Rttr., distuiguendus Dhr. und nubianus G&.i^., Prionolixus auf 
L. Serie maculatiis Dbr. und soricinus Mars, und Gasteroclisus auf L. augurüis 
Boh. Die Gattung HypoUxus Desbr. **) wird auf L. ornatus Eche. und j^ulvi- 
scidosus Boh. beschränkt. L. turkestanicus Dbr., fariniferus Dbr., bivirgatus Dbr. 
und serrijjes Dbr., die sämtliche ursprünglich (Frei. 7., 54 — 63) diesem Genus 
zugewiesen waren, finden sich in der Bearbeitung ebensowenig erwähnt, wie eine 
ganze Reihe Faust'scher und Eeitter'scher Arten. Die Gattung Ileomus Schönh. 
enthält die 2 südrussischen Arten licicatus Gyll. und i)erplex%is Fst. — Neue 
Arten und Varietäten: Lixus striatopunctatus aus Syrien, zu AscomiL. ; Lixus 
recfirostrls aus Biskra, zu 2}''ofessus Fst. ; Lixus viUosnlus aus Constantine, zu 
confusus Dbr.; Lixus cinerascens fallaciosus aus Südfrankreich; Lixus quadrati- 
collis aus Kleinasien, zu vilis Bossi; Lixus filiformis rufipes aus Südfrankreich; 
Lixus tibiellus aus Biskra, zu salicorniae Fst. — Verzeichnis der berücksichtigten 
Arten mit Patria-Angaben, ohne Literaturcitate. (Dr. k. Daniel.) 

E. Ragusa: O.sservazioni su alcuiii specie di Sicilia, notati o omessi nel niiovo 107. 
Catalog-o dei Coleotteri d' Italia dell Dott. Stefano Bert oliui. (Nat. 

Sicil. 17., 1—9; 1904.) 

Ergänzungen und Berichtigungen zu dem im Titel genannten Katalog. 

(Dr. K. Daniel.) 

— Catalogo ragioiiato dei Coleotteri di Sicilia. (1. c, 21 — 24.) 198. 

Fortsetzung: CurcuUonidae, Otiorrhynchus.**'*) (Dr. K. Daniel.) 

A. Semeiiow: Zwei neue Borkenkäfer der russischen Fauna. (Rev. Russ. 199. 

Ent. 3., 79—80; 1903.) 

Lijjarthrnm Colchicum aus dem westl. Kaukasus (Chosta), an Laurus nobilis 
L. lebend, mit L. Bartschti Mühl. am nächsten verwandt. — Phloeosinns trans- 
caspicus aus Transkaspien (Kopet-Dagh), vermutlich eine östliche Subspecies des 
Plü. bicolor Brüll., entwickelt sich aus Jmriperus foetidissUna Willd. 

(Dr. K. Daniel.) 

M. Pic: Sur un certain uombre de varletes de Coleopteres omises dans le 200. 
»Catalogue« de Reitter. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 143—144; 1904.) 
Aufzählung einer Anzahl Schilsk3''scher, im Cat. Col. Eur. etc. (1901) nicht 

berücksichtigter Varietäten. (Dr. j. Daniel.) 

H. du Buysson: Observations sur quelques Elaterides. (Bull. Soc. Ent. Fr. 201. 

73., 156—157; 1904.) 

1. Athotis bagdadensis Buyss., nach Reitter wegen der nach rückwärts 
gerichteten Halsschildbehaarung ein Isidus^ während sie bei allen ächten Athous- 
Arten nach vorn gerichtet ist. Da eine ähnliehe Dilferenzirung auch in der 
Gattung Cardiopjhorus auftritt, glaubt der Verfasser seine Art auch in Zukunft 
als Äthous betrachten zu müssen. — 2. Athotis eximius Buyss., nach Reitter 
vermutlich = A. dauricus Mannh. — 3. Athous insulsus Buyss. vielleicht = 

.4. oblongus Solsky. (Dr. K. Daniel.) 

P. Guerry: Note sur l'liabitat et les moeurs de Dryniochares Trtiquii 202. 

Muls. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 157—159; 1904.) 

Der Verfasser sammelte im oberen Vesubie-Tal (Alpes-Maritimes) eine kleine 
Anzahl Dryniochares Truquii Muls., fast ausschliesslich in Erlenstrünken. Wo 

*) = Parälixim Csiki (conl'. Ref. 164). 
**) Im Katalog iiTtümlich als PciTalixiiK Dbr. bezeichnet. 
***) In einer Fussnote wird eine kurze Diagnose des Otiorr/iynclius armatus romcmus minor 
Vitale nov. var. gegeben. 

10 



138 teeferate. 

solche fehlen, lebt das Tier, das tagsüber sich verborgen hält nnd erst in der 
Dämmerung lebendig wird, vermutlich an Corylus, geht nachts auch ans Licht, 
dem es, weil ungeflügelt, lebhaft entgegenkriecht. Die gesammelten Stücke 
messen 10—20 mm. (Dr. k. Daniel.) 

L. Puel: Descriptioii d'un Anisodactylus noiiveaii rtu Mirti de la France. 203. 

(Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 160; 1904.) 

Anisoclactylus CrouzeM von Aveze bei le Vigan (Gard), zu nemnrivaguH Dft., 
aber Halsschild mit deutlicheren Basaleindrücken, der Seitenrand vor den Hinter- 
winkeln weniger verflacht, der Basalrand gegen die Seiten ebenso stark abgesetzt 
wie in der Mitte, Beine schwarz. (Dr. k. Daniel.) 

A. Carret: Descriptioii (l'iiu Elateride nouveau apparteiiaiit a la fauiie 204. 
europeeiiue. (Bull. Soc. Ent. Fr. 73., 170—173; 1904.) 
Athous Vülardi aus Piemont (penninische Alpen) und Ligurien, verwandt 

mit A. castanescens Muls. und frigidus Muls. (Dr. K. Daniel.) 

A. Semeuow: Aiialecta coleopterologica III. (Rev. Euss. Ent. 3., 169—173 ; 1903.) 205. 

21. Für Coschtia Dej. (bei den Lepidopteren durch Hüb n er 1816 vergeben) 
hat der Name Graniger Mot. einzutreten, für die Art transcaucasica Chdr. (1876), 
mit der signata Sem. zusammenfällt, ist jnctula H. W. Bates 1874 prioritäts- 
berechtigt. — 22. Für ChJaenius 4-snlcatus Illig. (non Payk.), der von Gangl- 
bauer in llligeri umgetauft wurde, ist der ältere Name Chlaenius (Agostenus) 
costulatiis Motsch. (1859) anzuwenden. — 23. Tlianatopliilns tritubercnlahis (W. 
Kirby) Sahlbg. (Enum. Col. Clavicorn. Fenn. 1889) = Th. haicalicus Motsch. 
Ersterer ist eine ausschliesslich nordamerikanische Art, während Th. haicalictift 
im nördlichen Sibirien und in Nordeuropa westlich bis zur Halbinsel Kola vor- 
kommt. — 24. Melambia fekensis König findet sich ausser in Turkmenien noch 
in Ost-Bucharä (Shirabad). — 25. Eremazus cribratus Sem. stammt nicht, wie 
in der Originalbeschreibung angegeben ist, aus den Gebirgen der Dshungarei 
(Dshasyl-Kul), sondern aus Merw. — 26. G-eotrupes foveatus Marsh., Solsky 1876 
(Fedtschenko, Reis. Turkest.) = G. foveatus Harold var., Sharp 1890 (Scient. 
Res. 2d Yark. Miss. Col.) = G. impressus Gebl., Fairm. 1891 (Ann. Soc. Ent. 
Belg. 35., 121) = G. Jakovlevi Sem. 1891 (Hör. Soc. Ent. Ross. 25., 314), der 
in den Gebirgen von ganz Turkestan bis Kashmir und zum Chotan-Tag verbreitet 
ist. — 27. Polyphylla alba permagna Rttr. ^ P. alba Fall. form, typ.; P. alba 
vicaria Sem. ist eine östliche (mongolische) Subspecies. — 28. Fhyllognathus 
Hauseri Rttr. ist gute Art und nicht nur durch die von Reitter angegebenen 
Merkmale, sondern hauptsächlich durch den Bau des Kopfes beim 9 von silemis F. 
unterschieden. Er ist von der Ostküste des kaspischen Meeres durch ganz 
Turkestan bis zum Südrand der Wüste Kisil-kum verbreitet. — 29. Capnodis 
bactriana Sem., mit C. anthracina Fisch., besonders deren var. cribricollis Ab. 
am nächsten verwandt, ist vielleicht nur eine Varietät oder Subspecies der Fischer- 
schen Art, von der sie sich hauptsächlich durch die Struktur der letzten Ventral- 
schienen unterscheidet. — 30. Capnodis 6-maculata Ball, ist jedenfalls von 
C. Henningi Fald. speciflsch verschieden. — 31. Capnodis metallica Ball, ist 
zweifellos = C. miliaris Klug var., mit der sie in Turkmenien gemeinschaftlich 
lebt und durch Uebergänge verbunden ist. — 32. Aiirigena mutabilis Ab. (1896) 
= A. transcaspica (1891). — 33. Acmaeodera Yarentzovi Thery (1895) = A. 
sogdiana deminuta Sem. (1895). — 34. Agrilns impressifrons Ksw. (1879) = 
A. melanojyterus Solsky (1876). ■ — 35. Der Originalfundort des Elater Jakovlevi 
Sem. ist nicht, wie in der Originalbeschreibung irrtümlich angegeben, Irkutsk, 
sondern Seja, ein Nebenfluss des Amur. — 36. Hoplia Weisei Sem. (1891) == 
H. concolor Sharp. (1890). — 37. Earophila Sem. (Rev. Russ. Ent. 3., 9; 1903) 
ist bei den Lepidopteren vergeben und wird in Earoplianta geändert. — 
38. Polyarthron Bang-Haasi Pic := P. Bienerti Heyd. var., eine östliche Local- 
form. — 39. Apatoi^hysis ociilaris Pic (1901) =: A. toxotoides Chevr. (1860). — 
40. Clytra opaca Jacobs. (1898) wird wegen Cl. opaca Rosh. (1856) in Cl. Jacohsoni 
umbenannt und das neue Subgenus Clytraria darauf gegründet. (Dr. k. Daniel.) 



Referate. 139 

f 

A. Seiiienow: Aualecta coleopterolog-ica IV. (1. c, 306—307.) 206. 

41. Carabus (Sphodristocarabus) Bohemanni Men. ist östlicli bis in die 
persische Provinz Astrabad (Budshnnrd-Gebirge) verbreitet, wo er in Form einer 
kleinen Localrasse mit schmalem, nach rückwärts verengtem Halsschild (v. astra- 
badensls) auftritt. Ebendort auch Carabus sculpturatus Men. — 42. Elaplirus 
Tsclütsclier'mi Sem. kommt nicht nur in Transkaukasien, sondern auch diesseits des 
Kaukasus (Kabarda) vor. — 43. Lathridms quadricollis Sem. ist vermutlich nur 
eine Aberration des L. Jakovlevi. — 44. Onthophagus lineatus Ettr. (1890) = 
O. franscaspicus König (1889). — 45. Rhizotrogus Semenovi Brske (= Pano- 
frogiis Myshenkovi Ball.) ist nur Musealname. — 46. Ammogenia Sem. stimmt 
nicht ganz mit Trigonocnemis Kr. überein, sondern ist als Subgenus der Kraatz- 
schen Gattung aufzufassen. Daraus folgt, dass Ammogenia lanuginosa Sem. 
nicht gleich Trigonocnemis Haiiseri Kr. sein kann, wie Keitter annimmt. — 
47. Weitere Unterschiede des Glaphyrus sogdianus Sem. von Gl. üirkestanicus 
Sem. — 48. Anthypna Fairmairei Sem. und A. dubia Sem. gehören der Gattung 
Toxocerus Fairm. an. — Sphenaria rubripes E.ttr. (1890) = 82jh. tomentosa Sem. 
(1889); SpJi. vestita Ettr. (1890) = Sph. vestita Sem. (1889) = Himatismus 
tnrlcestanicus Sem. (1891); (Sp/*. Komarovi Ettr. (1890) = Asphena Komarovi 
Sem. (1889). — Lytta Hauseri Heyd. (1894) = Lytta (irrtümlich Oenas) deserti 

Sem. (1891). (Dr. K. Daniel.) 

J. Desbrocliers des Log-es: Curciilionides d'Europe et circa. (Le Frelon 12., 207. 

105—109; 1904.) 

Neubeschreibungen: Myllocerus crassicornis aus Tokat, zu darnascenus 
Mill. — Cneorrliinus depilatus aus Susa (Tunis), zu geniinatus F. — Cleonus 
Varqicesi von Toledo, zu margaritifer Luc. — Scythropiis eusomoides cf von 
Tanger. — Apion stibplumbeiim aus Arabien, zu plumbeo-micans Eshr. — Apion 
loti tennirostri aus dem Depart. Aude. — Bemerkungen: Ajnon subcaviceps 
Dbr. von Caullei Wckr. specifiscli verschieden. — Apion subconiceps Dbr. stammt 
nicht aus dem Depart. Gers, sondern dem Depart. Aude. (Dr. k. Daniel.) 

E. Reitter: Analytische Revision der Coleopteren-Gattung' Eusomus Germ. 208. 

(W. E. Z. 23., 86—91; 31. V. 1904.) 

Der Verfasser gliedert die Gattung in 3 Subgenera (wovon 2 neu auf- 
gestellt): Eusomatulus mit sehr deutlich entwickeltem, beschupptem Schildchen, 
hierher E. virens Boh. und Verwandte; Eusoinus s. str. auf die Arten ovuhmi 
Germ., Beckeri Tourn. und smaragdulus Frm. beschränkt; Euidosomus, Flügel- 
deckenspitze mehr oder weniger deutlich mucronirt, hierher actiminatus Boh., 
elongatus Boh., pilifer Boh., ^nlosus Schönh. und eine neue Art E. Sandneri 
aus Transkaukasien und dem asiatischen Eussland. — Synonymische Aenderungen : 
E. armeniacus Kirsch = _2ji?i/'er Boh., E. pulclier Kirsch = pilosus Schönh., 
E. mucronahis Hochh. cf = furcillatns Motsch. c? = acuminatus Boh. Q . 

(Dr. K. Daniel.) 

.1. Desbrochers des Log-es: Revision des Curculionides d'Europe et conflns 209. 
appartenant an g-enre Eusomns. (Le Frelon 12., 119 — 132 ; 23. VII. 1904.) 
Offenbar ohne von der kurz vorher erschienenen Bearbeitung desselben 
.Stoffes durch Eeitter (Eef. 188) Kenntnis zu haben, sieht Desbrochers bei 
seiner Eevision von der Schaffung bezw. Berücksichtigung von Untergattungen ab. 
Bestimmungstabelle und Katalog für die Arten, sowie ausführliche Besprechung 
und Verzeichnis derselben, mit Patria-Angaben, ohne Literaturcitate. — Neu- 
beschreibungen: Ensomus p>lanidorsiim aus dem Kaukasus (?), E. Königi von 
Kasikoporan und E. persicus aus dem nördlichen Persien, drei mit E. ovnlum 
Germ, verwandte Arten, E. grisescens c? aus dem Kaukasus (Guberli), sämtliche 
bereits früher (Frei. 12., 104) kurz diagnosticirt. — Synonymische Aenderungen : 
Eusomus Martini Humm. Strl. = Eustolus vilis Gyll. ; E. smaragdulus Frm. 
und aurovittatus Strl. =: Eustolus chrysomela var. ; E. angtistus Luc. = Cono- 

COetuS virens Ksw. (Dr. K. Daniel.) 

10* 



140 Referate. 

J. Weise: HajHoscelis nielanocephala Paii/. n. var. haltica. (Deutsch. 210. 

Ent. Zeitsclir. 1904, 368.) 

»Diese Form von Königsberg' und der Küste der Ostsee ist schlanker als 
die Stammform, Decken gewölbter, im letzten Drittel namentlich mehr verengt, 
so dass jede hinten mehr abgerundet als abgestutzt erscheint; die Gruben des 
Halsschildes sind flacher, kleiner und das Schildchen ist in der Mitte stets der 
Länge nach furchenartig vertief t. « (Dr. j. Daniel.) 

E. Hiiitz: Zur Kenntnis des Trichodes Kraatzi Reitt. (Deutsch. Ent. 211. 

Zeitschr. 1904, 420—422.) 

Eine Darstellung der Variationsamplitude von Trich. Kraatzi Reitt. T. tur- 
kestanicus Kr. wird als Form der Reitt er' sehen Art erkannt, von welcher drei 
weitere Varietäten (interruptus, immarginatus, humeralis) aus der Buchara ab- 
gezweigt werden. (Dr. J. Daniel.) 

J. Grerliardt: Neuheiten der sehlesisclien Käferfauna aus dem Jahre 1903. 212. 

(Deutsch. Ent. Zeitschr. 1904, 365.) 

Ophonns hrevicollis Dej. v. nov. nigripes (Beine schwarz) von Neisso; 
Crepidodera femorafa Gyll. v. nov. Kossmanni (Decken schwarz), 1 Exemplar 
von Niederschlcsien. ^ (Dr. J. Daniel.) 

— Eine neue deutsche Käferart. (1. c, 366—368.) 213. 
Isomira arenaria ist der semiflava Küst. nahe stehend, unterscheidet sicli 

aber von ihr durclv dichtere Punktirung des Halsschildes, matten Glanz, dichtere 
Behaarung, kleineren Körper, beim cf tiefer und breiter ausgerandete sechste 
und stets flach eingedrückte fünfte Abdominalschiene und anders gebauten 
Penis. Liegnitz, Bornholm, Mark auf sandigem Gebiet. (Dr. J. Daniel.) 

— Bericlitigung-. (1. c, 368.) 214. 
Frühere Mitteilungen (D. E. Z. 1903, 240) über ein von Bertolini er- 
haltenes Stück von Acritiis seminithmi (Ref. 70) beziehen sich auf Bacanins 

rhonibopliorus Aube. (Dr. J. Daniel.) 

A. Semenow: Analecta coleopterologiea V. (Rev. Russ. Ent. 3., 390—392; 215. 

1903.) 

51. Eustomis Sem. (1889) ist selbständiges Genus. Neue Unterscliiede von 
der Gattung Stomis. — 52. Fhyllopertlia Reitteri Sem. (1891) gehört zur Gat- 
tung Cyriopertha Rttr. und bildet dort ein eigenes Subgenus Ajüeopertha. — 
53. Phyllopertha sarta Sem. (1889) = Megalopertlia massageta Kirsch ab.; 
Phyllopertha sarta bicolor Sem. == Megalopertlia massageta Kirsch, form. typ. 
— 54. AmpJiicoma analis Solsky ist Vertreterin der neuen Untergattung Solskiola 
Sem. — 55. Ephamülns Sem. (1900) ist ohne Zweifel ein selbständiges Genus, das 
sich von Ceplialoon Newni. hinreichend unterscheidet und wegen der Structur 
der Klauen der Gattung Typitium Casey nahe kommt. — 56. Ceplialoon pallens 
Motsch. scheint der Gattung Sponidium Casey anzugehören. — 57. Mcloe sulci- 
collis Kr. (1882) ^ M. xantliomelaena Solsky (1881). — 58. Meloe imhifera Heyd. 
findet sich nicht nur in Turkestan, sondern auch in Turkmenien, vermutlich im 
Kopet-dag. — 59. Euzonitis Sem. (1893) ist selbständiges Genus, das sich von 
Zonitis F. nicht nur durch die Struktur der Tibiendornen, sondern auch im Bau 
des cf Geschlechtsapparates untersclieidet. — 60. Zonitis Hauseri Esch. (1897) 
kommt nicht allein in Turkestan vor, sondern auch in Turkmenien. 

(Dr. K. Daniel.) 

F. Vitale: Osservazioni su alcune specie di Rincofori Messinensi. (Riv. Ital. 216. 

Sc. Nat. 1902.) 

Sicilianische Fundorte für Phyllobitts Reicheidius Desbr., Brachycerns junix 
aegyptiacus OL, Lixus cylindrus F., Orthochaetes insignis Aube und Styphlns 
corcyreus Rttr. Von letzterem wird eine Beschreibung gegeben. Synonymie für 
Sitona Uinosus Rossi und regensteinensis Hbst. (Dr. ic. Daniel.) 



Keferate. 141 

P. Born: Zwei iiiloressaiite Carabeiiseiulungcn von Oesterreich-Ung'arn. 217. 

(Tns.-Börsc, 21., 92—93; lÜU— 101 ; 1901.) 

Aus der Uiugegeiul des Plattensees; Die Procrnstes-lxasaG ähnelt im all- 
gemeinen der schon von Eedtenbacher aus dem Leithagebirge erwähnten, 
schmalen Form des hanatieiis Kdth.; der Carab. violaceus gehört zur Easse 
violaceus obliquus, C. cancellatus zur emai-ginatus-liasiiQ;; die Stücke des UUrichi 
von Satoristye, Fünfkirchen, dem Neusiedlersee und dem Leithagehirge bilden 
eine eigene Rasse {iUlrichi Sokolari Born), welche sich vom typischen UUrichi 
durch viel schlankere Gestalt, bedeutenderen (llauz, intensivere Färbung (grün, 
rotkupfrig^ und das Vorhandensein zweier kleiner, länglicher und sehr tiefer 
Grübchen auf der Stirne zwischen den Augen unterscheidet. Die 6*. monilis- 
Form vom Plattensee entspricht der Easse praecdlens, die Formen vom Leitha- 
gehirge sind leichte Uebergangsformen von Scheidleri zu lyraecellens, die indess 
dem Scheidleri viel näher stehen. 

Vom Nordabhang der weissen Karpathen (Mähren): Die Procrtjsfes-Easse 
dieser Gegend bildet eine Uebergangsform der Stammart zu rugi/er Kr., die 
violaceus entsprechen der Form pseiidoviolaceus Kr. und die mo?ii?is-Formen 
stehen zwischen Helleri Gglb. und Prcissleri Duft. (Dr. j. Daniel.) 

— Die ('arabeu der Kälerfauna der Balkanlialbinsel«. (1. c, 162—161.) 218. 
Das kürzlich erschienene Werk Apfelbecks (Eef. 165) gibt dem Verfasser 
Veranlassung zu folgenden Notizen : Carabus graectts wird als Rasse des morio 
angesprochen ; die Formen sarajevensis, procerus und dalniatinus bilden 3 gleich- 
wertige Rassen; C. caelatus Ijubinjensis Haury gehört nicht zu dalmatiniis, 
sondern zu procerii,S] volujakianus ist eine hochalpine Unter- Easse des sarcc- 
jevensis ; die Unterschiede zwischen violaceus azurescens und violaceus scordisciis 
Lap. werden näher erörtert; eine neue Rasse (violaceus Kr ccjnensis Born.) vom 
nördlichen Serbien steht dem azurescens nahe, hat aber einen geraden, spitzigeren 
Penis und unterscheidet sich durch bedeutendere Grösse und Breite und etwas 
abweichende Sculptur; die centralbosnische canceUatus-Jias.sQ, welche von Apfel- 
beck als nigricornis Dej. bezeichnet wird, ist eine neue Rasse (cancellatus 
Apfelbecki), welche zwischen is/a'»j?'f«s Reitt. und nigricornis Dq]. steht; eine 
dem montivagus velebiticus nahestehende neue Rasse (montivagus Leonhardi) 
von der Plassa bei Jablanica ist langgestreckt, glänzend, tiefer schwarz und 
weniger tief aber sehr fein sculptirt als die übrigen montivagus-'RsiSSGn. Die 
secundären und tertiären Intervalle sind in Körner aufgelöst, welche deutlich 
die Tendenz zeigen, sich in 7 Reihen zu ordnen. Wiedemanni, montivagus, Victor, 
inconspicuus und Gotschi scheinen nur Rassen einer Art zu sein ; die scabrius- 
culus-'FoTmen vom Balkan, der Stara planina etc. gehören nicht zu Lippi, sondern 
zu scabriusculus interru2)tus Born; es finden sich ausserdem noch Notizen über 
Procrustes coriaceus, Carabus Adonis, UUrichi, monilis, hortensis und carinthiacus. 

(Dr. J. Daniel.) 

M. Pic: Descriptious tl'im Briyaicis et de plusieurs Malacodermes ou Rliyn- 219. 

copliores. (L'Echange 19., 49; 1904.) 

Bryaxis (Reichenbachia) mundicornis von Bagdad ; Malthinus (Progeutes) 
Druvei von Bagdad zu conspicims Ksw. ; Malthodes Malcolmi von Malta zu 
bifurcatus Ksw. ; Ebaeus amurensis Q vom Amur zu patricius Mars. ; Cionus 
(Stereonychus) fraxini atticus von Attica; Foucartia notatipennis und v. sub- 
obliterata von Zante zu Championi Reitt. ; Tychius nigricollis v. trilineata 
von Algier ; Bagous latepunctatus von Bagdad zu biimpressus Fahrs. ; Bagous 
bagdatensis von Bagdad zu claudicans Böhm. (Dr. J. Daniel.) 

A. Carret: Souvenirs entomologiques. (L'Echange 19., 51, 58—59; 1904.) 220. 

Neue Aberrationen: Carabus cenisius tiigrocyanescens, schwarz mit 
schwachem blauen Schimmer, Seiten des Halsschildes und der Decken bläulich 
(Mt. Cenis, Bonne val) und cenisius mauriennensis mit doppelt so breiten und 
erhabeneren Primärintervallen als bei der Stammform, ebenso sind die secundären 
Intervalle erhabener als die tertiären und (inarternären, welche granulirt und 



142 Keferate. 

uiiregelmässig ausgebildet sind (Plateau de Leclians); Ftcrosüchiis rutüans v. 
ampliatipennis, zur Form aurahis gehörig, aber breiter, flacher, Halsschild 
gegen vorne mehr erweitert und vor den Hinterwinkeln stärker ausgeschweift, 
Decken beträchtlich kürzer und verbreiterter, Oberseite schwarzgrün mit violettem 
Schimmer (Mt. Cenis). (Dr. .i. Daniel.) 

U. d'Olsoiifleff: Notes sur quelques Donacia de Russie. (Bull. Soc. Ent. Fr. 221. 

72., 302—303; 1903.) 

Donacia fennica Payk. vera lebt in Eussland (Novgorod) an ScolocMoa 
fcstncacea Link und führt im allgemeinen die Lebensweise der D. clavipes Fbr. ; 
die angeblich aus Deutschland bekannten Stücke der fennica sind nur Abarten 
der Malinovskiyi Ahr. mit gelben Decken (ab. arnndi?iis Ahr.); von D. coccineo- 
fasciata Harr. (= dentipes auct.) Averden 2 neue Varietäten von Edrowo (Waldai) 
aufgestellt: waldaica (Oberseite ganz schwarz, manchmal mit bläulichem 
Schimmer, Seiten mit sehr schmalem, gelbgrün-metallischem Eand, Tarsen und 
Unterseite ebenfalls von letzterer Farbe) und cyaneicollis (Punktirung des 
Halsschildes stärker, Diskus desselben dunkelblau, Purpurbinden der Decken 

breiter). (Dr. J. Daniel.) 

P. Lesne: Supplement au Synopsis des Bostrychides palearctiqiies. (L'Abeille 222. 

30., 153—168; 1904.) 

Neubeschreibungen : Xylogenes Lesnß Semenovi vom Lob-Nor und Sinoxyloii, 
pugnax von Belutschistan, Indien etc. zu crassum Lesne ; ausserdem werden eine 
Eeihe neuer Fundorte für die s. Z. behandelten Arten publicirt. (Dr. J. Daniel.) 

L. Bedel: Catalogiie raisoune des Coleopteres du Nord de l'AMque. (19. Bogen, 223. 

p. 221—228; 1904.) 

Es werden die Genera Olisfhojms, Zargus Woll. ; Aephnidius Mac Leay und 
Masoreus behandelt. Neu: Aephnidius barbarus von Biskra und Kairouan und 
Masoreus orbipennis von Mogador. (Dr. J. Daniel.) 

M. Pic: Sur les Mhagonycha (Armidia) voisins de ericeti Ksw. 224. 
(L'Echange 19., 54-55; 1904.) 

Tabelle für Bh. ericeti Ksw. und Verw. (Dr. J. Daniel.) 

— Diag-noses de divers Coleopteres d'Europe et Tuuquie d'Asie. (1. c, 225. 

57—58.) 

Malachius montanus v. anticenotatus vom Taurus; Anthicus episcopalis 
V. insignatus von Bagdad ; Chrysanthia disünctithorax Q vom Taurus zu superba 
Kr. ; Titubaea ciliciensis vom Taurus zu macropus 111. ; Cryptoceph. Tap)pesi v. 
disconiger vom Taurus; Cryptoceph. bilineatus v. bisbilineatus von Savoj^en; 
Cryptoceph. elegantulus v. inadumbratus (=::= var. b. Weise) von Kroatien, etc.; 
Crepidodera sabauda zu cyanipennis Kutsch, von Savoyen (vergl. pag. 291); 
Phyllobrotica frontalis v. conjuncta von Kleinasien; Dorcadion Elvirae von La 
Sagra (Spanien) zu Lesnei Esc. (Dr. J. Daniel.) 

— Quelques cliasses faites avant et apres le couclier du soleil. (1. c, 60.) 226. 
Neue Varietät: Athous rhombeus obscuratus, gross und robust, dunkel 

(nur Kniee, Tarsen, Halsschild-Hinterwinkel und Epipleuren rot) mit einer de- 
nudirten Makel in (undeutlich) und hinter der Mitte (deutlich) der Flügeldecken- 
mitte. Bei Les Guerreaux neben der Stammart. (Dr. J. Daniel.) 

Custos L. Gauglbauer: Beraerkung-en zu Prof. H. .1. Kolbe's Arbeit »Zur 227« 
Systematik der Coleopteren«. (AUg. Ztschr. Entom. 8., 268—269; 1903.) 
Bekanntlich teilt Prof. Kolbe in seinen »Vergleichend-morphologischen Unter- 
suchungen an Coleopteren etc.«, die in Ganglbaue-r's Abhandlung »Systematisch- 
koleopterologische Studien« (M. K. Z. 1., 271 — 319; 1903) bereits eine eingehende 
kritische Beurteilung fanden, die Koleoiiteren in drei gleichwertige Unterordnungen, 
Adephagen, Ueterophagen und Rhynchophoron, vereinigt aber die beiden letzteren 



Eeferate. 113 

in einer kurz nach Gauglbauer's Arbeit eröcbieneoen Veröffeutliohung (conf. 
M. K. Z. 1., Ref. 329) imter dem Namen Seterophaga zu einer einzigen Unter- 
ordnung, welche den Polyphaga Emery, Gglbr. vollkommen entspricht. Damit 
schliesst sich Prof. Kolbe vollständig der Ganglbauer'schen Auffassung an und 
da inzwischen auch Prof. Lameere die Zweiteilung aller Koleopterenfamilien in 
Adephaga und Folypliaga acceptirte, weist Ganglbauer auf die mm erzielte 
Ueberehistimmung bezügl. der Grundlage für ein natürliches System der Koleop- 
teren hin, schlägt aber vor, die Namen Adephaga, Polyi^haga und Heterophaga, 
weil unbezeichnend, durch neue zu ersetzen: Caraboidea (^^ Adephaga) und 
Cantharidoidca (=^ Polyphaga = Heterophaga). (Dr. k. Daniel.) 

K. Friedrichs: Beiträge über paläarlitisclie Käfer. (Allg. Ztschr. Entom. 8., 228. 

257—261; 1903.) 

Bemerkungen über die Variabilität von Carabus cancellatus L. und dathratus 
L., Bembidbim, lampros Hbst., Benibidium guttula F., Bemb. limulatum Fourcr., 
Badister pcltatns Panz., Chlaen'ms nitidulus Schrk., Pterostichus cupreus L., Pla- 
fynus marginatns L., Gyrinus marinus Payk., Donacia semicuprea Panz., sericca 
L. und discolor Panz. — Neu benannt: Bembidium guttula nigrcscens (Apical- 
malcel fehlt) und Platynus marginatus pretiosiis $ (Zwischenräume flach, mit 
sammtartigem Glanz). " (Dr. K. Daniel.) 

B. E. Jakowleif: Beiuerkuiigen über die Arten der (xattimg' Fentodon 229. 

Hope. (Rev. Russ. Eni 3., 304—305; 1903.) Text russisch. 

Das Verbreitungsgebiet des Pentodon idiota Hbst. erstreckt sich vom Neu- 
siedlersee durch Ungarn, Südrussland bis zum Uralfluss und über die Balkanhalb- 
insel und Kleinasien bis Traustaukasien. "Weit abgelegen findet sich sowohl im 
"Westen wie im Osten eine nahe verwandte Art mit übereinstimmender Kopf bildung, 
die eine, P. Memnon B. Jali., in Algerien, die andere P. relictus B. Jak. n. sp., 
in der Umgebung von Taschkent Es handelt sich bei diesen offenbar um Relict- 
formen der ursprünglich vom nordwestlichen Afrika bis Centralasien verbreiteten 
Stammart. Sie unterscheiden sich gemeinschaftlich von dieser letzteren durch den 
vollständigen Maugel einer dorsalen Punktreihe an den Hinterschenkeln imd durch 
etwas abweichenden Stridulationsapparat (die gegenüber liegenden Riefchen und 
Kielchen [conf. M. K. Z. 1., Ref. 132] schmal und länglich, bei der Stammform 
oval und kui'z). Auch divergiren die beiden Zähne auf der Unterseite der Para- 
meren des c? Copulationsorgans stärker und treten mehr nach aussen vor, so dass 
sie bei der Ansicht von oben seitlich sichtbar sind. — ■ Pentodon idiota variirt 
iimerhalb seines eigentlichen Verbreitungsgebietes nur wenig, nur var. ottomana 
Rttr., die auch in der Krim und bis nach Trauskaulcasien unter der normalen Form 
vorkommt, ist durch an der Spitze geteilten Stirnhöcker ausgezeichnet. Ein analoger 
Dimorphismus findet sich in weit ausgeprägterem Grade bei P. punctatus Vill., 
der normal zwei stark entwickelte Stirnhöcker besitzt, die durch foiischreitende 
Verwachsung von der Basis aus zu einem einzigen verschmelzen (P. punctatus 
unidens n. var. aus Algerien). (Dr. k. Daniel.) 

Pli. Fran^ois: Siir divers Geotrupes du sous-genre Thorectes Muls. (Bull. 230. 

Soc. Ent. Fr. 73., 64—67; 1904.) 

Auf Geotrupes (Thorectes) mandibularis Reitt. von Tunis etc. wird das 
neue Subgenus Allotrypes gegründet ; G. distinctus Mars, ist von marginatus 
Poir. specifisch verschieden; die in den Sammlungen als laevigatus Fabr. ver- 
breitete häufige Art hat nach Bedels Untersuchungen den Namen intermedius 
Costa zu führen, der ächte laevigatus Fabr. ist aus Slarocco beschrieben und mit 
der in den Sammlungen als hemisphaericus auct. (nee Oliv.) befindlichen Art iden- 
tisch; dagegen ist hemisp)haericus Oliv, yems ^ marginatus Poir.; mit G. varioli- 
pennis Mars. (1876) fällt G. subcostatus Fairm. (1883) zusammen. (Dr. J. Daniel.) 

— Sur divers Geotrupes du sous-g-enre Thorectes Muls. fBuU. Soc. Ent. 231. 

Fr. 73., 139—143; 1904.) 

Der fast immer als var. von Thorect. intermedius Costa (= laevigatus auct.) 
aufgefasste Th. nitidus Jekel von Spanien und Portugal ist selbständige Species, 



1 44 Beferate. 

dein die bishei'igen Arten Heydeni ßeitt. und Reitteri Fran^ois (= chalconotus 
Reitt.) als Varietäten unterzuordnen sind; Th. chalconoüts C'hevr. verus (1840) 
= rugoskollis Jek (1866); Th. inflatus Eeitt. (1892) = ^af^ts Sturm (1896); Th. 
semisericeiis Jek. (1866, p. 565) = rugatulns Jek. (1866, p. 562) ; Th. Brancziki 
Apflb. (1890) =; punctnlatus Jek. (1866); als neue Art Avird Thorectes imnctato- 
lineatus aus der Verwandtschaft des intermedius von Süd- und Ostspanien auf- 
gestellt. (Dr. J. Daniel.) 

V. Mayet: Description d'un Aphodius nouveaii de France. (Bull. Soc. Ent. 232. 

Fr. 73., 130—132; 1904.) 

Aphodius cuniculorum, welcher provisorisch in das Subgenus Esynms ge- 
stellt wird, lebt in der Umgegend von Nimes in den Excrementen des wilden 
Kaninchens. (Dr. J. Daniel.) 

B. Poppius: Neue paläarktische Omaliiden. (Meddelanden af Societas pro 233. 

Fauna et Flora Fennica 1903, 106—111.) 

Boreaphihis Sahlbergi von der unteren Lena zu Henningianus Sahlb. ; 
Coryphium parvulum vom Lenagebiet zu angusticolle Steph.; Omalium nitidi- 
colle und obscuricorne vom finnischen Lappland zu rivulareVeijk. (Dr. J. Daniel.) 

— Brei neue Arten der Gfattung- Tachinus tfrav. aus Ost-Sibirien. 234. 

Öfversigt af Finska Vetenskaps-Societetens Förhandlingar 46., 1 — 6 [Separat- 
paginirung?] 1903—1904.) 

Tachinus tundrae von der Lenamündung zu hrevipennis J. Sahlb. ; T. jacu- 
ticus von Jakutsk zu hicuspidatus J. Sahlb.; T. ochoticiis vom ochotischen Meer 
zu Bernhaueri Luze. (Dr. J. Daniel.) 

— lieber einige Lathridiideu. (Meddelanden af Societas pro Fauna et Flora 235. 
Fennica 1903, 84—91.) 

Neu: Corticaria dentiventris vom finnischen Lappland und Lenagebiet zu 
olympiaca Reitt. etc.; Lathridius Semenotvl zu attenuatus M&nnh. vom Lenatal; 
L. lenensis vom Lenatal zu subbrevis Mot. ; ausserdem Notizen über L. attenuatiis 
Mannh., JaJwivleivi Sem. und subbrevis Mot. (Dr. j. Daniel.) 

— Zwei synonymische Benierkung-eu. (Ann. Mus. Zool. Acad. Scienc. Peters- 236. 
bürg 8., 364; 1903.) 

Nach den Untersuchungen des Verfassers ist Elaphrus Jakovlevi Sem. 
identisch mit dem sibirischen longicollis J. Sahlb. ; der ächte Aphodius fimbrio- 
latus Mannh. kommt nur in Sibirien, der Mongolei etc. vor; finibriolatus Reitt. aus 
dem Kaukasus, aus Turkestan etc. wird in breviciliahis umgetauft. (Dr. J. Daniel.) 

Br. E. Fischer: Lepidopterolog'ischeExperinieutal-Forscliung'en. (Allg. Ztschr. 237. 

Entoin. 8., 221, 269, 316 und 356; 1903.) Mit 53 Textflguren. 

Durch frühere Versuche des Verfassers war festgestellt worden, dass die- 
selben Aberrationen, die durch Frost (0" bis — 20° C.) entstehen, auch unter dem 
Einfluss von Temperaturen von -|- 42 ° bis -|- 46 " C. erzeugt werden können, des- 
gleichen, dass massige Kälte (0" bis -j-lO^C.) im selben Sinne zu wirken im- 
stande ist, wie massige Wärme (-|- 36 ° bis -f- 41 " C), dass also sowohl Kälte wie 
Wärme trotz ihres gegensätzlichen Charakters sowohl in extremer als auch in 
massiger Anwendung analoge Veränderungen im Zeichnungsmuster hervorzu- 
bringen vermag. Im Gegensatze zu Standfuss, der directe Beeinflussung durch 
die Temperatur annimmt, kommt Fischer zu der Ueberzeugnng, dass die ein- 
heitliche Ursache der in Frage stehenden Veränderungen in der Zeichnung auf 
eine eben durch die abnormen Temperaturen verursachte, temporär wirksame, 
teilweise oder völlige Entwicklungshemmung zurückzuführen sei. Tatsächlich 
gaben auch sowohl die dem Frost als auch die der Hitze ausgesetzten Puppen 
den Falter später als bei ControUversuchen unter gewöhnlichen Verhältnissen. 
Ist diese Anschauung richtig, so muss auch unter Ausschaltung von Temperatur- 
einflüssen durch auf anderem Wege herbeigeführte Entwicklungshemmung ein 



Eeferate. • 145 

analogem Eesultat erzielt werden, in der Tat hat nun der Verfasser durch 
mehrere Stunden andauernde Narkose mittels Schwefeläther vollkommen analoge 
Formen in überraschend guter Ausbeute erzielt. Im w^eiteren Verlauf der Aus- 
führungen wird noch das Verliältnis von Varietät und Aberration berührt, welch' 
erstere nach Standfuss erdgeschichtliche Typen darstellen, regressive Formen 
oder solche, welche zur Zeit unter dem Einfluss klimatischer Verhältnisse zur 
Ausbildung kommen oder in der Entwicklung begritfen sind (progressive Formen), 
während er Aberrationen als vereinzelte Färbungsanomalien bezeichnet. Fischer 
weist nun auf experimentellem Wege nach, dass ein derartiger Unterschied tat- 
sächlich nicht besteht, da es ihm gelang, soAvohl Aberrationen als auch Varietäten 
auf dem gleichen Wege künstlich zu erzeugen, dass also der Unterschied kein 
wesentlicher, sondern nur ein gradueller sei und dass er aus diesem Grunde im 
Gegensatz zu Standfuss die Aberrationen mit Namen zu belegen auch für 
berechtigt hält. Die verschiedene Eeactionsfähigkeit auf Temperatureinflüsse 
ist von der constitutionellen Beschaffenheit der betreffenden Arten abhängig, 
von dem höheren oder geringeren Grad von Labilität gegenüber den von aussen 
wirkenden Keizen und während gewisse Arten extremer Temperaturen bedürfen, 
um in die Aberration umzuschlagen (Pyrameis Atalanta, urticae etc.), wieder 
andere schon bei massigen Temperaturabweichungen dasselbe Ergebnis liefern, 
hat die Labilität der Constitution bei Vanessa Äntiopa und Limenitis j^opuli 
bereits einen solchen Grad erreicht, dass die Aberrationen bereits unter normalen 
Verhältnissen zur Ausbildung kommen und die var. tremulae der letzteren Art 
im Freien sogar verhältnismässig häufig auftritt. (Dr. k Daniel.) 

J)r- K. Peiiecke: Eiu neuer Microsawrus aus der Herzegowina. (W. E. Z. 238. 

23., 135; 1904.) 

Quedius (Microsaurus) Kraussi ist wegen der Stellung der Supra- und 
Intraorbitalpunkte am nächsten mit brevicornis Thoms. verwandt, aber durch 
schwarze Färbung, geringere Grösse nnd kleineren, vor der Einschnürung nicht 
queren Kopf und kleinere Augen verschieden; Velez-Gebirge. (Dr. j. Daniel.) 

E. König': Zweiter Beitrag zur Coleopteren-Fauna des Kaukasus. (W. E. Z. 239. 

23., 140—142; 1904.) 

Neu: Tribax Bibersteini Men. v. Maljiishenkoi vom Sarijal; Scarites salinus 
DeJ. V. ? Reitteri vonAresch; die Verwandten des Scarit. sa/mMS werden dicho- 
tomisch dargestellt; von OcJiodaeus Alleonis Frm., der in neuerer Zeit im Kaukasus 
aufgefunden wurde, wird eine nähere Beschreibung gegeben. Eucarterus spar- 
sutiis Reitt. und Cartodere costulata Eeitt. kommen auch im Kaukasus vor. 

(Dr. J. Daniel.) 

E. Keitter: Abbildungen von Grottenltäfern aus Bosnien und der Herzego- 240. 
wina. (W. E. Z. 23., 146 und Tafel I, fig. 1—9; 1904.) 
Die abgebildeten Arten sind: Antroherpon LeonhardiUeitt., Malutici li&itt , 
Loreki Zouf. (= Kraussi Müll.), Plwleuonopsis Seqiiensi Reitt., Anillocharis 
Ottonis Reitt., Leonhardella angulicollis Reitt., SilpJuiniUus Leonhardi Reitt., 
Bothyscia eurycnemis Reitt. und Anophthalmiis Hilfi Reitt. (Dr. J. Daniel.) 

— Drei neue Coleoptcren aus Europa. (W. E. Z. 23., 147—148; 1904.) 241. 

Xeiiraphes bescidiciis aus den schlesischen Beskiden zu parallelus Chd. ; 
Loricaster cribripennis aus Plantay zu testaceus; Elater Gelineki aus der Herze- 
gowina zu ruficeps. (Dr. J. Daniel.) 

S. Sclienlfling: Ueber die (Gattungsnamen Cleriis und THchodes. (Allg. 242. 

Ztschr. Entom. 8., 202—204; 1903.) 

Nomenclatorische Untersuchung über die Gattungsnamen Trichodes und 
Clerus, als deren Resultat der Name Clerus F. (1775) nur auf amerikanische Arten 
{sexguttatus F. und Verw.) Anwendung finden kann, während dem »Bienenwolf« 
und seinen Verwandten definitiv der Gattungsname Trichodes Hbst. (1792) zu- 
kommt. (^Dr, K. Daniel.) 



146 Referate. 

H. Voigts: Nicht Zonabris Har. sondern 3Iylabris Fbr.! (Allg. Ztschr. 243. 

Entom. 8., 234—239; 1903.) 

Der Verfasser spricht sich bezüglich der Geoffroy' sehen Namen Mylabris 
und Bruchus im selben Sinne aus, wie zuletzt Ganglbauer (M. K. Z. 1., 284, 
285, 308; 1903), Avonach der erstere Name nur auf die in Betracht kommende 
Meloiden-Gattung anzuwenden, Zonabris Har. demnach als synonym einzu- 
ziehen sei.*) (Dr. K. Daniel.) 

D""- Chr. Scliröder: Die Zeichnuug-s-Variabilität von Abraxas grossa- 244. 
laHata L. (Lep.), gleiclizeitig- ein Beitrag: s^ur Descendenztheorie. 

(Allg. Zeitschr. Entom. 8., 105, 145, 177, 228; 1903.) 
Die vorliegende Arbeit ist die Frucht eingehender, durch mehrere Jahre 
fortgesetzter Zuchtexperimente an Abraxas grossulariata, aus deren Ergebnissen 
folgendes hervorgehoben sei: »Individuelle, auch die durch Temperaturexperi- 
mente erzielten, und zwar selbst unbedeutendste Variationen (sei es, dass sie 
eine Vermehrung oder Verminderung der Zeichnung betreffen), können sich durcli 
Vererbung bei den Nachkommen auch höheren (3.) Grades wiederholen. Der 
Charakter der Variation vermag sich mit der Generationsfolge zu festigen, um 
wenigstens bei der Wahl gleichstehender Variationen für die AVeiterzucht sogar 
eine höhere Ausprägung zu erfahren. Diese Erscheinungen werden nicht durcli 
die Inzucht bestimmt. Stark divergente, im Gesamthabitus mutirte Formen 
können sich als völlig inconstant erweisen. Die Bedeutung der Mutationstheorie 
für die Artbildung darf nicht überschätzt werden; sie liefert nur ein einzelnes 
Moment in der Erklärung der organischen Entwicklung. Bei Kreuzungen der 
Stammform, auch mit labilen Variationen, können Zwischenformen fehlen. Es 
ist Avahrscheinlich, dass Aviederholte Inzucht die Neigung zu einer grösseren 
Variationsamplitude zeitigt. Die Fähigkeit des Rückschlages auf vorelterliche 
Charaktere ist für die Zeichnung dargetan . . . die Temperaturformen sind durch 
rückschlägige Zeichnungsanlagen charakterisirt, ohne dass sie deswegen stets die 
primäre Zeichnung überhaupt wiedergeben müssten ... die Benennungsweise 
als Subspecies ist nur für Formen zu benützen, die sich zwar sicher von einander 
abgrenzen lassen, die also durchaus Artenwert haben, deren Unterschiede aber 
geringfügiger Natur sind.« Letzteren Passus möchte ich ebenso überzeugungs- 
voll befürworten, als ich mich gegen den Unfug wende, jede wertlose LocaKorm 

als Subsp. einzuführen. (Karl Holdhaus.) 

— Kritili der von Herrn Dr. E. Fischer aus seinen „Lepidopterolog'isclien 245. 
Experimentalforschungen'" g'ezog^enen Sclilüsse auf Grund einer neuen 
Erklärung' des Wesens derselben. (Allg. Ztschr. Entom. 8., 437—447 ; 1903.) 
Die Arbeit ist eine Polemik gegen Fischer (conf. Eef. 237), welche sich 
vielfach ins Detail verliert. Durch Argumente, deren Beweiskraft dem Referenten 
allerdings nicht ganz zweifellos erscheint, sucht Schröder die von Fischer und 
bis nun auch von ihm selbst vertretene »Hemmungstheorie« zu widerlegen und 
setzt an ihre Stelle eine neue Hypothese, für deren Zulässigkeit gewisse experi- 
mentelle Ergebnisse zu sprechen scheinen. Die Vermehrung des schwarzen 
Pigments, Avelche sich vielfach bei Kälteexperimenten namentlich an Schmetter- 
lingen und deren Raupen ergibt, soll nicht durch Entwicklungshemmung-, d. i. 
Rückschlag auf ältere phylogenetische Stadien zustande kommen, die Kälte- 
aberrationen stellen vielmehr einfache »Reactionen des Organismus« dar, um die 
durch unternormale Temperaturen hervorgerufene EntAvicklungsverlangsamung 
zu paralysiren, indem die schwarze Färbung »ein erheblich höheres Absorptions- 
vermögen für Wärme« bedingt. (Karl Hoicihaus.) 



*) Gelegeutlich einer Besprechung dieser Abhandlung wandte Tschitscherln IKcv. Russ. 
Ent. 3., 323; 1903) gegen die Prioritätsberechtigung des Namens it/?/taöris F. ein, dass dieser Name 
bereits als Synonymon [Mylabris GeolTr.) vergeben gewesen sei und daher nach den Nomenclatur- 
regeln (I. § (j) nicht wieder angewendet werden könne. Da Geoffroy' sehe Namen als solche un- 
gültig sind, ist dieser Einwand nicht zutreffend. Allerdings künnte derselbe und zwar mit Recht 
auch wegen Mylabris O. Müller (1764) erhoben werden. Da es aber nach Ganglbauer (1. c.) 
nur einen Namen Mylabris Müll. (177C) gibt, so bleibt Mylabris F. (1775) prioritätsberechtigt. 

(D. Ref.) 



Referate. 147 

Prof. R. von Lendenfeld: Beitraa- zum Stiuliuiii des Fluges der Insekten 246. 

mit Hilfe der Monientpliotographie. (Biolog. Centralblatt 23., 227—232; 

1903.) Mit 2 Texttigureu und 1 Tafel. 

Um die Flugbeweguiigen von Dipteren, Hymenopteren, Sphingiden, über- 
haupt gut fliegender Insecten studiren zu können, ist die Anfertigung von Serien 
von Moiuentphotographieu aufeinander folgender Bewegungsphasen auf chrouo- 
bezw. kinematographischem Wege erforderlich. Da nun die genannten Insekten 
100—300 Flügelschläge in der Secunde machen, müssen die Zeitintervalle zwischen 
den einzelnen Aufnahmen so klein gewählt werden, dass von einem einzelneu 
Flügelschlag eine genügende Anzahl von stetig aufeinander folgenden Bildern 
erhalten wird. Mit Hilfe eines sinnreich construirten Apparats, der durch eine 
Skizze veranschaulicht wird, gelang es dem Verfasser sehr instructive Serien von 
Aufnahmen der Fingbewegungen von CalUpJiora vomitoria L. (Dipt.) bei einer 
Explosionsdauer von ibööo ~ jsööö ^^^- P™ Intervall (=-2ö^sa — ^xsö sec.) zu 

erzielen. (Dr. K. Daniel.) 

V. Xambeu: Moeurs et metamorplioses . . . (Le Naturaliste 24., G9, 102, 145, 247. 

189, 271; 1902. — 25., 55, 91, 107, 241; 1903.) 

Morphologische und biologische Mitteilungen über die verschiedenen Eiit- 
wicklungsstadien von Telephorus obscurns L., Oryctes gryjms HL, Aplwäius paral- 
lelus Muls., Corymbifes amplicollis Germ, und cuprcits F., Magdalis aterrvma L., 
Homaliutn rivularc Payk., Triplax aenea Schall. (Dr. k. Dauiei.) 

M. Pic: A propos du g-enre JSfotoscus (Geoftr.) Fabr. (Bull. Soc. Zool. France 248. 

2S., 98; 1903.) 

Nomenclatorische Untersuchung bezügl. des Gattungsnamens Notoxns F. 
Derselbe ist für die heute allgemein unter diesem Namen zusammengefassten 
Anthiciden-Arten {mo)ioceriis L. als typische Art) beizubehalten. (Dr. J. Daniel.) 

— Notes synoujTuiques et reflexions qui en resulteut. (1. c, 212.) 249. 

Bestätigung der von Csiki für Pidonia lurida F. gegebenen Synonyniie 
(conf. M. K. Z. 1., Kef. 284). — Cantharis atrocapitata Pic (1903) = C. eurynota 

Bourg. (1900). (Dr. J. Daniel.) 

M. Crordani uud d. Graudi: Le forme italiane del geiiere Attelabus L. 250. 

(Riv. Col. It. 2., 165—171; 1904.) Mit 2 Textfiguren. 

Analytische Bearbeitung der italienischen Attelabus (A2')oderiis) -Arten. Die 
Verfasser trennen A. avellanae L. als specifisch verschieden von A. coryli L. 
und stellen zu ersterem zwei neue Varietäten auf: var. fvigra (ganz schwarz) aus 
Piemont und var. carnica (rot, nur der Vorderkopf, die äusseren Fühlergiieder, 
die Tarsen und die Spitze des Abdomens brann oder schwärzlich) aus dem Am- 
pezzotal. Der Referent beabsichtigt, auf diese Arbeit bei einer anderen Gelegen- 
heit näher einzugehen. (Dr. k. Daniel.) 

Dr. J. Müller: lieber neue Höhleukäfer aus Dalmatien. (Sitzungsber. d. 251. 

K. Akad. d. Wissenschaft. Wien 112., 870—889 ; 1903.) Mit einer Textfigur. 

Bericht über eine speziell der Höhlenforschung gewidmete Excursion nach 
Dalmatien (Insel Brazza, Sebenico und Gjevrske). Neubeschreibungen: Anopk- 
fhalnius Incidus von der Bagdovaca jama (Insel Brazza), die erste bisher be- 
kannt gewordene, insulare Anophthalmtis-Art aus Dalmatien, mit A. suturalis 
Seh auf. und dalmatinus Mill. nahe verwandt, kleiner, Schultern nicht ganz ver- 
rundet, stumpfwinklig vortretend; nur die zwei oder drei inneren Dorsalstreifen 
vorhanden, auch diese sehr fein, der Borstenpunkt an der Basis des 7. und der 
1. Punkt des 8. Dorsalstreifens vom Schulterrande gleich weit entfernt. Tabelle 
für die dalmatinischen A^iophthalmus-Arten. — Spelaeobates Peneckei von 
der Höhle von Cinjadra bei Neresi (Insel Brazza), von Sp. Novaki J. Müll, durch 
die nur auf der hinteren Hälfte gerandeten Halsschildseiten und einfache Vorder- 
tarsen des d* ausgezeichnet. — Spelaeobates Kraussi von der Dobra jama 
bei Neresi (Insel Brazza), mit Sp. Peneckei verwandt, grösser, Halsschildseiten 



148 Beferate. 

voll den Hintereckeii bis ungefähr zum vorderen Viertel (liei Peneckei nur bis 
zur Mitte) der Halsschildlänge gerandet, Oberseite etwas kräftiger punktirt und 
behaart. Skizze des cf Copulationsapparats. — Uebersichtstabelle für die bisher 
bekannt gewordenen Spelaeohates-Axt^n. (Dr. k. Dumei.) 

T. Tschitsclieriu f : Zur Keniitiiis einiger kaukasischer Trechus- kri^ii. 252. 

(Rev. Ru8s. Ent. 4., 147; 1904.) 

Der Autor bestätigt die Ansicht (ianglbauers, dass Trech. 4-maculatus 
Fleisch., Reitt. (-= inornatus Tschitsch. nom. iiov.) nicht mit dem echten 4-macn- 
latus Mot. übereinstimmen könne, ebenso dass Tr. caucasicus Reitt. (= caucasicola 
Tschitsch. nom. nov.) von caucasicus Chaud. verschieden sei. Trech. subnotatus 
subnaevulus Reitt. scheint mit 4-maculatus Mot. (? := agilis Mot.) zusammenzu- 
fallen, ebenso Ti: hraclycelloides Reitt. mit fusculus Mot. Neu wird beschrieben : 
Trechus concinnus vom Kiiban-Gebiet, eine keiner der bekannten kaukasischen 
Trechus-Arten unmittelbar nahe stehende Art. (Dr. J. Daniel.) 

— Notice sur la sous-tribu des Stomini et description d'uue nouvelle 253. 
espece du trenre Stomis Clairv. du Nord de Perse. (1. c, 150 — 151.) 
Auf Stomis Clairv. und Eustomis Sem. wird die Subtribus Stomini gegründet; 
Stomis hyrcamis n. sp. vom Eiburs, zu picmicatus Tanz. (Dr. J. Daniel.) 

A. 8emenow: De duabus novis speciebus generis Stomis Clairv. e Trans- 254. 

caucasia. (Rev. Russ. Ent. 4., 152—153; 1904.) 

Stomis Tschitscherini von Lenkoran und dem Talysch, zu pumicatus Pauz. 
imd Stomis Danielanus von der Provinz Tiflis, zu hyrcanus Tschitsch. 

(Dr. J. Daniel.) 

Custos L. Ganglbauer: Die Käfer von Mitteleuropa. (IV, Band, I. Hälfte, 255. 

Dermesticlae, Byrrhidae, Nosodendridae, Georyssidae. Dryopidae, Hetero- 

ceridae und Hydrophilidae) Wien 1904. Verlag v. K. Gerold's Sohn. Preis 11 M. 

Das Erscheinen einer Lieferang des in seiner Art unübertrefflichen "Werkes 
bedeutet jedesmal ein Ereignis auf dem G-ebiete der koleopterologisch-literarischen 
Production. Der neueste, 18 Bogen starke Halbband reiht sicli, wde nicht anders 
zu ei'warteu war, den vorhergehenden Lieferungen ebenbürtig an, und es wäre wohl 
schwer, demselben eine bessere Qualification als Geleite auf seinen "Weg zu geben. 

Als einer wichtigen Folgerung aus den »Systematisch-koleopterologischen 
Studien« des Verfassers (M. K. Z. 1., 271 — 319; 1903) mussten die Serricornia 
(Leconte und Hörn) mit dem Reste der Clovicornia (Leconte und Hörn), der nach 
dem Ausscheiden der unter die Carahoidea und Staphylinoidea verwiesenen Familien 
verblieb, zu einer neuen Familienreihe, Diversicornia, vereinigt werden. Ein Teil 
der früher zu den Clavicorniern gezählten Familien wurde bereits im 2. Teil des 
3. Bandes behandelt, der Rest derselben, die Dermesticlae, Byrrhidae, Nosoden- 
dridae, Georyssidae, Dryopidae, Heteroceridae und Hydrophilidae, bestimmt den 
Umfang der mm vorliegenden 1. Hälfte des 4. Bandes.*) Auf Gmnd gewisser 
Eigentümlichkeiten der Larven (Besitz von Cerci) betrachtet Ganglbauer die 
Sydropliilidae als die Vertreter einer neuen, zwischen den Staphylinoidea und 
den Diversicornia stehenden Familienreihe, der er den Namen Palpicornia beilegt. 

Neben diesen wichtigen Neuerungen auf dem Gebiete der Classification der 
Koleopteren ist noch eine terminologische Aenderung von besonderem Interesse. 
Bekanntlich hat Ganglbauer (M. K. Z. 1., 288; 1903) mit Rücksicht auf die 
descriptiven Sonderbedürfnisse und entsprechend der von der morphologischen 
Zählung der Segmente unabhängigen Nummerirmig der sichtbaren Abdominalringe 



*) Fundamentale Aenderungen in der Reihenfolge der Familien, wie sie in Ganglbaiier's 
'■Systematiscli-koleopterologisclien Studien« (1. c.) eingehend begründet sind, machten die Neuauf- 
stellung eines Programme.s für die Verteilung des noch unerledigten Stoffes auf die folgenden Bände 
notwendig. Wie aus einem Prospect der Verlagsbuchhandlung ersichtlich, wird der 4. Band die 
Diversicomia (nach Ausschluss der bereits im 2. Teil des 3. Bandes behandelten Familien) und 
die Heteromera, der 5. Band die Phytopha<ja, der 6. Band die Ehynchophom und der 7. Band die 
Lamellicornia sowie eine vergleichende Moi-phologie der Koleopteren enthalten. (D. Kef.) 



Referate. 149 

eine morphologisch indifferente Bezeichnung für letztere eingeführt (Ventral- und 
Dorsalschieue). Nach dem Vorgang der Morphologen sind diese in Zukunft als Sternite 
bezw. Tergite des Abdomens (sfernita et tergita abäominalia) zu bezeichnen. 

"Was die weiteren Einzelnheiten der vorliegenden Lieferung betrifft, so glaube 
ich mich bei der grossen Verbreitung, die 'die Käfer von Mitteleuropa« bereits 
gefunden haben, ledighch auf die Angabe der wichtigsten, namentUch zu Katalogs- 
nachträgen geeigneten neuen Tatsachen beschränken zu dürfen: 

Dcrmestidae. Neu: Dennestes sardous fulvofasc latus von Aegjq^ten; 
Ctesias syriaca von Syrien; Anthrenus pimpinellae angustefasciatus aus Dalmatien; 
auf Trogoäerma megatomoides Reitt. wird die Gattung Entomotrogus gegründet. — 
Aus Amerika importirt mid in Hamburg gesammelt Dermest. carnivorus Fbr. und 
v. Dömmlingi Meier. — D. luganensis Stierl. = lardarius. L. 

Byrrhidae. Neu: Simplocaria nivalis aus Judicarien, zu Deuheli Ggib. ; 
Bgrrhns iricipes judicarius von Judicarien. 

Nosodendridae. Diese neue FamiUe wird hauptsächlich auf Grmid der 
Larvenform auf Nosodendron, welche Gattimg bisher zu den Byrrhiden gezogen 
wurde, gegründet. 

Dryopidae. Neu: Latclmis suhopaca vom Val Pesic zwischen Yolkmari 
Banz, und opaca Müll. 

Hydrophilidae. Neu: Helophonis Zoppae Pinkeri von Klosterneuburg, 
Ochthebins metallescens dalmatinus von Ragusa, Hydraena italica discreta 
[=moiificola Gglb., nee Rey) von Südtirol und Norditalien, Berosus signaticollis 
hyzantinus von Konstantinopel, Laccobins alutaceus laevicollis von Serbien und 
Ungarn, Limnebius Paganettii und y. fallaciosus von Castelnuovo; ?m1 Laccobins 
decorus Gyll. wird das neue Subg. Campsolaccobins, auf Laccobins Ponimayi Bedel 
das Subg. Ortliolaccobius, auf Cercyon nstulatus Preyssl. das Subg. Dicyrtocercyon 
und auf Cercyon depressns Ste])\\.-\- arenarius Rej das Subg. Paraliocercyon ge- 
gründet. (Dr. K. Daniel.) 

M. Pic: Diagnose d'un Clytus du mont Taurus. (L'Echange 19., 65; 1904). 25G. 
Clytus gulekanus, zu signifer Mars. (Dr. J. Dauiei.) 

— Coleopteres noiiveaux de la Turquie d'Asie. (1. c, 73—74.) 257. 

Telopes brunnescens von Obersyrien, zu Redtenbacheri Peyr. ; Danacaea 
tauricola vom Taurus, zu cavifrons Pic; Danacaea nitidissima vom Taurus, zu 
cusanensis Costa; Anthicus Boyadjeani vom Bulgar Dagh, zu Delagrangei Pic; 
Anthicus tauricus vom Taurus, zu syrensis Pic ; Mycetochara (Emocharis) striati- 
pennis Q vom Taurus; Osmodernia brevipennis c? vom Taurus. (Dr. J. Dauioi.) 

P. de PeyerimUofT: Etiidos siir le g'eiire Tyclius Leacli. (L'Abeille 30., 258. 

169—180; 1904.) 

Auf Grand des Studimus der Typen von Guillebeau und Croissandeau 
werden die folgenden Arten, z. T. unter Verwendung noch nicht benutzter Kenn- 
zeichen, einer erschöpfenden Bearbeitung unterzogen: Tyclius Jacquelini Boield. 
(= cornutus Croiss.), T. tubercidatus Aube, T. bryaxioides Guillb. (^ Kozioro- 
wiczi Croiss.) mit var. cf Pici Croiss. und der neuen var. (S Raffrayi von Mar- 
gueritte. Alger etc., T. algericns Guillb., mit welchem tunisius Pic zusammenfällt, 
T. ibericns Mot. (= striola Guillb.); folgen noch einige Bemei'kungen über Poeci- 
landrie und PoecilogjTiio bei Pselaphiden im aligemeinen. (Dr. .j. Daniel.) 

.1. (xerliardt : Zu Atoniaria prolixo Er. und A. pnlchra Mark. i. litt. 259. 

fZeitschr. f. Entomologie, Breslau, 29., 83—84; 1904.) 

Es wird die specifische Verschiedenheit der beiden Atomarien befürwortet. 
A. prolixa ist etwas gi'össer, Halsschild nach hinten mehr verengt, Oberseite 
schwarzbraun bis schwarz, Schenkel dunkler, Seiten des Metastermrms und Epi- 
sternen zwischen der kräftigen Punktirung fein und sehr dicht chagrinirt. A. 
pnlchra ist oben rotbimin gefärljt mit etwas dunkleren Seiten- und Nalitrand, die 
erwähnten Zwischenräume der Punkte sind glatt, bei unausgefärbten Stücken eben- 
falls chagrinirt. (Dr. J. Daniel.) 



150 liei'erato. 

Gabriel: Ein Hilfsmittel bei Bestimmung- der Atomarien. (1. c. 85—89.) ä6ö. 

Der Verfasser hat gefunden, dass die Eichtung der Haare der Thoraxscheibe, 
sowie deren Länge und Form innerhalb der Gattung verschieden, bei den einzebien 
Arten jedoch constant ist, so dass ein brauchbares Hilfsmittel für die Bestimmung 
der Atomar ia- Arten vorzuliegen scheint. In 2 Tabellen werden die schlesischen 
Arten der Gattung Atomaria Thoms. und der Untergattung Anchicera Thoms. unter 
ausschliesslicher Benützung der betr. Behaarungs-Differenzen zur Darstellung ge- 
bracht. (Dr. J. Daniel.) 

C. Bocklet: Ueber Carahus atiratus L. und drei in der Umgeg-end von 261. 

Cobleuz g-efundene Varietäten desselben. (Zeitschr. Entom. Guben 18., 

38—39; 1904.) 

Carahus auratm laticollaris (2 cf cf, 299: Halsschild in beiden Geschlech- 
tern lim ^/s breiter als lang und verhältnismässig viel grösser als bei der Stamm- 
form, Hinterkörper an der Basis der Flügeldecken merklich breiter, die Gestalt 
dadurch deutlich gedrungener); C. auratus quadricostattis (1 (S ■, 899: Die 
2. Längsrippe beginnt imd endigt wie bei der Stammform, vom Basalviertel ab 
sendet sie nach rückwärts einen Ast von normaler Stärke gegen die 1. Rippe aus, 
der in diese einmündet); C. auratus co7ißuentwus {<S 9: Flügeldecken ohne .Längs- 
rippen). (Dr. K. Daniel.) 

I)r- Cr. Stierlin: Beschreibung- einig-er neuer europäischer Rüsselkäfer. 262. 

(Mitteilg. Schweiz. Entom. Ges. 11., 56—57; 1903.) 

Ceutorrhynchus Foncyi aus Rumänien, dem timidus Wse. verwandt. — 
Otiorrhynchus viridisetosus aus dem Kaukasus, zu caucasicus Strl. (ür. k. Daniel.) 

Dr- (t. Seidlitz: Bericht über die wissenschaftlichen Leistung-en im Grebiete 263. 
der Entomolog'ie während des Jahres 1902. (Archiv f. Naturg, 69., 

IT., 1—290; 1903.) 

Allgemeines (Insecta) und Coleoptera. , (Dr. K. Daniel.) 

])«•• A. Porta: Le dift'erenze sessuali secondarie quantitative nel Carabus 264. 
auratus L. (Bull. Soc. Ent. Ital. 34., 61—104; 1902.) 
Der Verfasser führte an 168 aus Epinal (Vogesen) stammenden Stücken des 
Carahus auratus genaue Messungen solcher Körperteile aus, von denen sich er- 
warten Hess, dass sie nach dem Geschlechte variiren: Länge und Maximalbreite 
des Kopfes, des Halsschildes und der Flügeldecken, Länge der Fühler, Mandibeln, 
Beine und Vordeitarsen. Die Messungen uairden alle auf die Körperlänge (Abstand 
der Mandibel- und Flügeldeckenspitze) reducirt. Die wesenthchsten Ergebnisse 
dieser LTntersuchung sind folgende: 1. Im Verhältnis zur Körperlänge des d sind 
mit Ausnahme der Flügeldecken alle erwähnten, der Messung unterworfenen Körper- 
teile länger, bezw. breiter als beim 9 ; dagegen übertreffen die 99 die cf cf in 
der Gesamtlänge, der Maximalbreite und in der Flügeldeckenlänge. Neben den 
erweiterten Vordertarsen kommt also als weiteres secundäres Geschlechtsmerkmal 
des c? die grössere Länge bezw. Breite der erwähnten Kürperteile in Betracht. 
2. Der Variationsumfang der d* <S ist grösser als der der 99. 3. In dem Maße, 
als die cfc? an Grösse zunehmen, ist an einigen Organen eine gewisse Tendenz 
bemerkbar, weibliche Eigenschaften anzunehmen, insoferne als z. B. Beine und 
Fühler kürzer werden. Merkwürdigerweise nehmen aber auch beim 9 bei zu- 
nehmender Gesamtlänge die Fühler an Länge ab, so dass unter der angegebenen 
Bedingung einerseits eine specifisch männliche Eigenschaft verloren geht, während 
andererseits der weibliche Charakter verstärkt zum Ausdruck kommt. Die Resultate 
der Messungen und deren weitere Bearbeitung sind in einer Anzahl übersichtlicher 
Tabellen veranschaulicht. (Dr. K. Daniel.) 



I>ostrat Formanek : Zur nähereu Keimtu. d. Crattg. UarypHhes Üuv. u. Omias Scliünh. 151 



Zur näheren Kenntnis der Grattungen Bari/pitkes Duval 
und Omias Schönlierr sensu Seidlitz. 

Von Postrat Foemanek in Brunn. 

(T<:iugelaufen am 2. Mai 1904.) 

In der ersten Lieferung des vorliegenden Bandes habe ich unter der 
obigen Aufschrift die Untergattungen Urometopus und Bhinomias der 
Gattung Omias monographiscli bearbeitet und hiebei an die Besitzer der 
mir unbekannten Arten Baryp. graecus, asturiensis, cinerascens und mauruliis 
Rott., dann Omias micans, metallescens, gracilipes Panz. und cypricus 
Seidl. die Bitte um Einsendung derselben zur Einsicht gerichtet. Diesem 
Ersuchen haben die Herren A. Dodero imd Dr. Cfestro in Genua, 
F. Deubel in Kronstadt, Dr. von Hey den in Bockenheim, L. Natter er 
in Pilsen, M. Pic in Digoin, A. Solari in Genua, A. Schuster in Wien 
und E. Ragusa in Palermo entsprochen und mir hiedurch die mono- 
graphische Bearbeitung der in Verhandlung stehenden zwei Gattungen 
ermöglicht. Die Genannten mögen hieftir meinen wärmsten Dank ent- 
gegennehmen. Das eingesandte Material hat jedoch die Arten Baryp. 
f/raecus und mauruliis, dann Omias micans nicht enthalten. Die Original- 
exemplare des ersteren befinden sich in der Sammlung des Herrn 
.T. Stussiner in Laibach. Die Type des Baryp. maurulus ist nach den 
gegenständlichen Erhebungen des kaiserl. Rates Herrn Ed. Reitter in 
das Eigentum Letzner's übergegangen und befindet sich derzeit in Berlin 
unter dem für das zu gründende deutsche entomologische Nationalmuseum 
bestimmten Materiale. Die Type des Omias micans dürfte sich im Museo 
civico di storia naturale in Turin befinden. Baryp. asturiensis wurde 
nach einem typischen Stücke der von Hey den 'sehen Sammlung — 
Asturia, Getschmann 1879 — auf Exemplare des sulcifrons mit spärlich 
und fein punktirten, daher mehr glänzenden Flügeldecken aufgestellt. 
Ueberraschend ist die Deutung des Curculio gracilipes Panz. Die Ab- 
bildung desselben in der Fauna Germ. LVII stellt das 9 des Baryp. scyd- 
maenoides Seidl. dar, auf welchen auch die Beschreibung genau passt. 
Der Umstand, dass der Käfer nicht schon früher gedeutet wurde, dürfte 
darauf zurückzuführen sein, dass man denselben unter den Omias ge- 
sucht hat. 

Baryjnthes Duval. 

Uebersicht der Arten. 

1. Rüssel so lang oder länger als breit 2 

— Rüssel breiter als lang 23 

2. Flügeldecken kugelig oder kurz oval, stark gewölbt, mehr als 
doppelt so breit wie der Halsschihl . o 



152 Postrat Pormänek 

— Flügeldecken flach g'ewölbt, mehr oder weniger länglich . . 6 

3. Schenkel stark keulenförmig, vor der Spitze stumpfwinkelig 
ausgerandet, deutlich stumpf gezähnt, Flügeldecken hinten breit 
zugerundet 1. globtts. 

— Schenkel schwach verdickt, nicht gezähnt, Flügeldecken hinten 

an der Naht schnabelförmig ausgezogen 4 

4. Eüssel kurz und breit, Augen halbkugelförmig, stark vorragend. 

2. bosnictis. 

— Eüssel länger und schmäler, Augen flach gewölbt .... 5 

5. Flügeldecken kugelig, hoch gewölbt, Epimeren der Mittelbrust 

den Humeralwinkel der Flügeldecken nicht erreichend S. virguncula. 

— Flügeldecken kurz oval, weniger gewölbt, Epimeren der Mittel- 
brust den Humeralwinkel der Flügeldecken überragend 4. osmanilis. 

6. Augen mächtig gewölbt, stark vorragend ....;.. 7 

— Augen flach, nicht vorragend 8 

7. Körper metallglänzend, Flügeldecken einfach, massig lang ab- 
stehend behaart 5. metallicus. 

— Körper ohne Metallglanz, matt, Flügeldecken doppelt behaart, 
kurz anliegend und lang abstehend 6*. indigens. 

8. Flügeldecken anliegend behaart oder mit sehr kurzen, feinen, 
abstehenden Härchen spärlich besetzt, fast kahl erscheinend . 9 

— Flügeldecken abstehend, mehr weniger dicht und lang behaart 13 

9. Oberfläche des Eüssels etwa in der Mitte durch die übergreifen- 
den Fühlergruben eingeengt, von der Einengungsstelle zur Basis 
schmal, rundlich, gegen die Spitze kantig und ziemlich ver- 
breitet 7. Companyoi. 

— Oberfläche des Eüssels gleichbreit, der Länge nach eingedrückt 10 
10. Körper schmal, Halsscliild so laug oder fast länger als breit, 

Flügeldecken hinter der Mitte am breitesten, mit selir feinen, 
in Eeilien geordneten Härchen besetzt, Yorderschienen des cf 
zur Spitze gekrümmt, auf der Innenseite stark ausgerandet. 

8. cicrvimantis. 

— Körper breit, Halsscliild bedeutend breiter als lang, Flügel- 
decken vor oder in der Mitte am breitesten 11 

] 1 . Halsschild fein und dicht punktirt, matt, Flügeldecken ziemlich 

dicht staubförmig behaart, Käfer klein . . . .9. liptoviensis. 

— Halsschild grob, weitläufig punktirt, glänzend, Käfer gross . . 12 

12. Flügeldecken oval, die grösste Breite in der Mitte liegend, spär- 
lich behaart, die kurzen Härchen in Längsreihen geordnet, 
schräg abstehend. Vorderschienen beim d innen stark ausge- 
randet 10. tnontanus. 

— Flügeldecken spitzeiförmig, im ersten Drittel am breitesten, 
äusserst fein staubförmig behaart. Vorderschienen beim cf innen 
schwächer ausgerandet (vergl. auch 19 var. setosus) 11. araneiformis. 

13. Vorder- und Mittelschenkel gezähnt, Oberseite des Eüssels der 
Länge nach stark gekrümmt . . 12. Chevrolati. 13. arniiger. 

— Vorder- und Mittelschenkel nicht gezähnt, Eüssel nicht oder nur 
schwach K'ekrünnnt 14 



Zur uäliereu Kenntnis der Gattimgen Baryp/'fhes Duv. u. Oniias Schönh. 153 

14. Eüssel seitlich durcli die Fülilerfurclien eing-eengt, gegen die 
Spitze verbreitet 15 

— Eüssel durch die Fiüilerfurchen nicht eingeengt, parallelseitig . 21 

15. Vorderschienen des d gekrümmt 16 

— Vorderschienen bei beiden Geschlechtern gerade 18 

16. Halsschild beim c? so breit wie die Flügeldecken, seitlich sehr 
stark gerundet, scheibenförmig, Schenkel stark keulenförmig. 
Vorderschienen gleichniässig gekrümmt, Körper lang behaart. 

14. pellucidus. 

— Halsschild bedeutend schmäler als die Flügeldecken, seitlich 
schwach gerundet, Schenkel schwach verdickt. Vorderschienen 

des cf hinter der Mitte plötzlich gekrümmt 17 

17. Halsschild grob, runzelig punktirt, Flügeldecken lang behaart. 

15. trichoptenis. 

— Halsschild bedeutend feiner, zerstreut punktirt, Flügeldecken kurz 
behaart 16. styriacus. 

18. Flügeldecken mit Eeihen schräg abstehender, längerer und 
kürzerer Haare, von denen die ersteren auf den Zwischen- 
räumen, die letzteren in den Streifen stehen . . 17. gracilipes. 

— Flügeldecken gleichniässig, abstehend behaart 19 

19. Die Streifen der im ersten Dritteile breitesten, spitzeiförmigen 
Flügeldecken nicht oder kaum merklich vertieft. 

11. araneiforinis var. setosus. 

— Die Streifen der in der Mitte breitesten, ovalen Flügeldecken 
kräftig vertieft 20 

20. Kleiner, Fühler plump, die vorderen Greisseiglieder sehr kurz, 
die äusseren stark quer, Epimeren der Mittelbrust den Humeral- 
winkel der Flügeldecken überragend .... 18. carpathicus. 

— Grösser, Fühler zart, die vorderen zwei Geisselglieder lang ge- 
streckt, die äusseren schwach quer, die Epimeren der Mittel- 
brust den Humeralwinkel der Flügeldecken kaum erreichend. 

19. lyyrenaeus. 

21. Eüssel, im Profil besichtigt, oben gekrümmt, Schenkel bei beiden 
Geschlechtern gleich stark 20. molliconitis. 

— Eüssel oben flach, nicht gekrümmt, Schenkel beim d deutlich 
verdickt 22 

22. Eot, die gewöhnlich längs der Naht rot durchscheinenden Flügel- 
decken dunkelbraun, walzenförmig, vorne gerade abgestutzt, 
hinten kurz abgerundet, mit deutlichen Schultern . . 21. Albinae. 

— Einfarbig schwarz- bis rotbraun, Fühler und Beine hellrot, 
Flügeldecken bis zur Basis gerundet, hinten von der Mitte an 
allmählich verengt, Schulter nicht angedeutet . . 22. vallestris. 

23. Eüssel wenig breiter als lang, an der Spitze kurz und seicht 
eingedrückt, Augen flach, nicht vorragend, Käfer klein, sehr 
fein staubförmig behaart 23. teuer. 

— Eüssel doppelt so breit als lang, Augen gewölbt, vorragend . 24 

24. Flügeldecken mit feinen, anliegenden Härchen spärlich bedeckt, 
Eüssel bis zwischen die Augen tief gefurcht . . 24. sulcifrons. 

11 



154 Postrat Fomiänek 

— Flügeldecken mit feinen, anliegenden, ziemlich dichten Härchen 
und Eeihen abstehender Borstenhaare bekleidet, Eüssel vorne 
mit einer halbkreisförmigen, glänzenden, ziemlich hoch um- 
randeten Fläche geziert 25. cinerascens. 

1. BarypitJies globus Seidlitz, die Otiorh. s. str. 65; cf sphaeroiäes 
Seidlitz, 1. c. 65; Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 92; 1884. — 
Durch die halbkugelförmigen, vorragenden Augen, die dicken, plumpen 
Fühler, die auffällige Form der Flügeldecken, die stark keulenförmigen, 
stumpf gezähnten Schenkel sehr ausgezeichnet und leicht kenntlich. Hoch- 
gewölbt, fein staubförmig behaart, glänzend, schwarzbraun, die Fühler 
und Beine rot. Der Eüssel etwa so lang Avie breit, beim d der ganzen 
Länge nach, beim 9 nur an der Spitze eingedrückt, oben nicht gebogen, 
wie die mit einem punktförmigen Grrübchen gezierte Stirne massig fein, 
mehr oder weniger zerstreut, bisweilen runzelig punktirt. Die Fühler- 
gruben kurz und flach, die Furchen schräg, glänzend, die Unterkanten 
nicht erreichend, gegen die Spitze des Eüssels begrenzt. Die Augen halb- 
kugelförmig, vorragend. Die Fühler dick, plump, den Hinterrand des 
Halsscliildes kaum erreichend, der Schaft zur Spitze massig verdickt, deut- 
lich gebogen, das erste Geisseiglied wenig verdickt, länger als die beiden 
folgenden zusammengenommen, das zweite länger als breit, die äusseren 
quer, die Keule kräftig, lang eiförmig. Der Halsschild quer, beim cf um 

die Hälfte breiter, beim 9 doppelt so breit wie lang, 
seitlich stark gerundet, bedeutend stärker als die Stirne 
auf der Scheibe, mehr oder weniger zerstreut, an den 
Seiten runzelig punktirt. Die Flügeldecken hochgewölbt, 
beim d von derselben Form wie bei den 9 9 der nach- 
folgenden zwei Arten, beim 9, von oben besichtigt, 
vorne und hinten breit abgestutzt, daher gerundet vier- 
eckig erscheinend, fein punktirt-gestreift, hinten an der 
Naht nicht schnabelförmig ausgezogen, sondern breit 
abgerundet. Die Beine mit stark keulenförmig ver- 
Penis YlnBariwähes «^ckteu, vor der Spitze stumpfwinkelig ausgerandeten, 
globus Seidlitz. deutlich stumpf gezähnten Schenkeln und geraden Vorder- 

schienen. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa 
viermal so lang wie breit; im Profil betrachtet breit, sattelförmig, schwach 
gebogen, in der mittleren Partie ziemlich gleichbreit, gegen die abgestumpfte 
Spitze schwächer als gegen die Basis verengt; bei der Ansicht von unten 
unweit hinter der Ausrandung am breitesten, von da an nach beiden Seiten 
allmählich verengt, an der Spitze breit abgerundet, die oberen Eänder der 
Einne der ganzen Länge nach eingebogen, die Einbiegungsflächen unweit 
vor der Ausrandung am breitesten, von da an beiderseits, gegen die Basis 
jedoch stärker verengt. Long.: 3,6 — 4,6mm. Transsylvania ; Hungaria, 
Hagymädfalva, Comitat Bihar, Fleischer. 

2. Barypithes bosnicus Apfelbeck, Wissenschaf tl. Mitteil, aus 
Bosnien und der Hercegovina 1899, 802; niviphüus Apfelbeck 1. c. 802. — 




Fig. 1. 




Zur näheren Kenntnis der Gattungen Bari/pithes Duv. u. Omias Schönh. 155 

Kenntlich durch den breiten, parallelseitigen Eüssel, die halbkugelförmig-en 
Augen, den stark, tief, runzelig punktirten Halsschild, die hochgewölbten, 
glänzenden, tief punktirt-gestreiften an der Naht schnabelförmig ausge- 
zogenen, beim d ovalen, beim 9 kugeligen Flügeldecken. Schwarz, glänzend, 
die Fühler und Beine hellgelb, der Körper mit feinen, anliegenden, nur 
bei stärkerer Vergrösserung sichtbaren Härchen spärlich bedeckt. Der 
Rüssel länger als breit, beim c? länger und schmäler wie beim 9, mit 
einem starken, bis zur Mitte der Stirne reichenden, nach hinten verengten 
und verflachten Eindrucke, feiner und zerstreuter als die Stirne punktirt. 
Die Fühlergruben ziemlich tief, gegen die Augen verflacht und abgekürzt, 
die Furche tief, schräg nach unten gerichtet, die Unterkanten nicht durch- 
schneidend, gegen die Spitze des Rüssels hoch begrenzt. Die Fühler den 
Hinterrand des Halsschildes wenig überragend, der Schaft gegen die Spitze 
allmählich ziemlich stark verdickt, etwas gebogen, die vorderen zwei 
Greisselglieder gestreckt, das erste bedeutend länger als 
das zweite, die äusseren schwach quer, die Keule 
kräftig, eiförmig, so lang wie die anstossenden drei 
Geisselglieder zusammengenommen. Der Halsschild be- 
deutend breiter als lang, sehr stark, tief, ziemlich dicht 
runzelig punktirt, mit massig gerundeten Seiten. Die 
Flügeldecken hochgewölbt, tief punktirt-gestreift, mit 
flachen, kaum punktirten Zwischenräumen, hinten an 
der Naht schnabelförmig ausgezogen, beim c? oval, in der 
Mitte am breitesten, mit vollkommen verflachten Schul- 
tern, beim o kugelig. Die Beine beim cf kräftiger ent- „ . ^°„"' .,, 

' + ° ° " Penis von Barypithes 

wickelt, die Vorderschienen kaum merklich gebogen. Der bosmcus Apfeibeck. 
Penis geschlossen, etwa viermal so lang wie breit; bei 
der Ansicht im Profil sattelförmig, stark gebogen, die untere Seite von dem 
schmalen, horizontalen, basalen Teile rechtwinkelig abgebogen und kurz 
senkrecht, weiter sodann ziemlich symmetrisch mit der Oberseite zu der ab- 
gestumpften, in demselben Niveau liegenden Spitze verlaufend. Die in dem 
vertikalen Verlaufe der Unterseite liegende grösste Breite nimmt bis zum 
letzten Fünftel kaum merklich, weiter aber rapid ab. Die Unterseite von 
der Basis bis zur Mitte wenig verschmälert, weiter bis zur Trennungsstelle 
der lamina inferior in demselben Verhältnisse wieder verbreitet, sodann 
zu der breit abgerundeten Spitze stark verengt. Die linsenförmige Oeff- 
nung etwa dreimal so lang wie breit, die breiteste Stelle der Spitze wenig 
genähert. Long.: 3 — 4 mm. Bosnien: Trebevic- Gebirge, Bjelasnica planina. 

3. Barijinthes virguncula Seidlitz, die Otiorh. s. str. 66; Stierlin 
Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 92; 1884. — Kenntlich durch die 
flach gewölbten Augen, den schmalen, langen Rüssel, den zwar tief, jedoch 
bedeutend feiner als beim bosmcus und nur an den Seiten runzelig, auf 
der Scheibe zerstreut punktirten Halsschild, die hochgewölbten, glänzenden, 
tief gestreift-punktirten, an der Naht schnabelförmig ausgezogenen, beim 
cf ovalen, beim 9 kugeligen Flügeldecken. Schwarz, glänzend, Fühler 
und Beine rotgelb, der Körper mit anliegenden, nur bei stärkerer Ver- 
grösserung sichtbaren, weisslichen Härchen spärlich bedeckt. Der Rüssel 

11^*= 



156 



Postrat Formäuelj 



bedeutend länger als breit, beim d länger und schmäler als beim 9, mit 
einem starken, breiten, nach liinten verengten, zerstreut punktirten Ein- 
drucke. Die Stirne dicht, massig stark, gewöhnlich runzelig punktirt. 
Die Fühlergruben ziemlich tief, gegen die Augen verflaclit und abgekürzt, 
die Furche tief, schräg nach unten gerichtet, gegen die Spitze des Eüssels 
scharf begrenzt. Die Augen flachgewölbt, nicht vorragend. Die Fühler 
den Hinterrand des Halsscliildes wenig überragend, der Schaft gerade, gegen 
die Spitze massig verdickt, die ersten zwei G-eisselglieder gestreckt, in 
der Länge wenig differirend, die äusseren schwach quer, die Keule kurz 
eiförmig, kürzer als die anstossenden drei Greisselglieder zusammengenommen. 
Der Halsschild länger als breit, stärker als die Stirne, auf der Scheibe 
mehr oder minder weitläufig, an den Seiten dichter, 
runzelig punktirt. Die Flügeldecken hochgewölbt, punk- 
tirt-gestreift, mit flachen, kaum punktirten Zwischen- 
räumen, hinten an der Naht schnabelförmig ausgezogen, 
beim cf oval, in der Mitte am breitesten, mit voll- 
kommen verflachten Schultern, beim 9 kugelig. Die 
Beine beim d kräftiger entwickelt, die Vorderschienen 
kaum merklich gebogen. Der Penis, bis zur Ausran- 
dung gemessen, etwa viermal so lang wie breit; im Profil 
besichtigt, sattelförmig, stark gebogen, ziemlich gleich- 
breit und erst gegen die beiden, in einem Niveau Hegen- 
den Enden stark verengt; bei der Ansicht von unten 
oberhalb der Ausrandung am breitesten, von da an gegen 
die Basis massig, nach vorne bis über die Mitte schwach verschmälert, dann 
wieder zwar schwach, aber deutlich verbreitet und erst zu der abgestumpften 
Spitze plötzlich verengt, die oberen Eänder der Einne, ausgenommen die 
beiden Enden, breit eingebogen, die nach vorne allmählicher als gegen die 
Basis verschmälerten Einbiegungsflächen etwa im letzten Dritteile am breite- 
sten. Long. : 3,5 — 4 mm. Mir lagen Stücke vor aus Bosnien, sisa planina, 
Beck 1892; Gralizien, Tarnow, Ganglbauer; Krain, Nanos, Heyden; 
Croatien, Bitoraj-Grebirge, Apfelbeck; CapeUa, Krauss. 




Fig. 3. 
Penis von Barypithes 
virguncula Seidlitz. 



4. Baryiy'ithes osnianilis Apfelbeck, Müncli. koleopt. Zeitsch. I, 
336. — Mit hosnicus und virguncula nahe verwandt, von beiden durch 
gestreckteren Körperbau, namentlich wesentlich längere, an den Seiten 
viel schwächer ausgebauchte, weniger gewölbte, hinten 
allmählicher verengte Flügeldecken, von hosnicus überdies 
durch längeren, seitlich eingeengten Eüssel, viel flachere, 
nicht halbkugelförmige Augen, längere und schlankere 
Fühler, namentlich längeren Fühlerschaft, von virguncula 
durch seitlich eingeengten Eüssel und bedeutend längere, 
den Humeralwinkel der Flügeldecken überragende Epimeren 
der Mittelbrust verschieden. Der Penis, Ms zur Aus- 
randung gemessen, etwa viermal so breit wie lang, im 
Profil betrachtet, sattelförmig, stark gebogen, in der 
^^s- 4. mittleren, ca. °/4 der Länge einnehmenden Partie 

osmanm Apteibeck! gleichbreit und erst an den beiden Enden verschmälert, 




Znv nähereu Kenntnis der Gattungen Bari/pilhei^ Duv. u. Oini'as Scliuuli. 



157 



die abgestumpfte Spitze liegt mit dem basalen, in einen schmalen Ast 
ausgezogenen Teile in demselben Niveau; bei der Ansicht von unten von 
der Mitte an beiderseits, nach vorne bis zum ersten Viertel, gegen die 
Basis bis über die Ausrandung gleichmässig schwacli verbreitet, dann so- 
wohl zu der breit abgerundeten Spitze als auch gegen die Basis massig 
verschmälert, die oberen Eänder der Einne der ganzen Länge nach ein- 
gebogen, die Einbieguugsfiächen oberhalb der Ausrandung am breitesten, 
von da an gegen die Basis plötzlich im stumpfen Winkel, nach vorne 
allmählich bis zur Mitte verschmälert und dann bis zur Spitze ziemlich gleich- 
breit verlaufend. Long.: 3,5 — 4,5 mm. Südöstliches Bosnien, Ljubicnaplanina. 



5. BavyiJithes mefallicus (Desbrochers i. litt.) Stierlin Mitteilg. 
Schweiz. Entomolog. Gesell. 7., 95; 1884. — Ausgezeichnet und leicht 
kenntlich durch den starken Metallglanz der Oberseite des Körpers, den 
langen, dicken, oben flachen Rüssel, die gewölbten, vorragenden Augen, 
die ziemlich dichte, massig lange, schräg anliegende Behaarung der Flügel- 
decken und die beim d stark gebogenen Vorderschienen. Stark metall- 
giänzend, dunkelbraun, bisweilen die Fühler und Beine rotbraun. Der 
Eüssel dick, länger als breit, oben eben, selten flach eingedrückt, wie die 
mit einem tiefen, punktförmigen Mittelgrübchen gezierte Stirne massig fein, 
ziemlich dicht, gewöhnlich runzelig punktirt und fein anliegend behaart. 
Die Fühlergrubeu matt, massig tief, gegen die A.ugen stark verflacht, die 
Furchen seicht, ziemlich senkrecht verlaufend, die Unterkanten nicht durch- 
schneidend, gegen die Spitze des Eüssels schAvach begrenzt. Die Augen 
ziemlich stark gewölbt, vorragend. Die Fühler den Hinterrand des Hals- 
schildes nicht erreichend, der Schaft massig gebogen, gegen die Spitze 
massig verdickt, das erste Grlied der Greissei stark verdickt, länger als 
das gestreckte zweite, die äusseren quer. Der Hals- 
schild breiter als lang, seitlich ziemlich stark ge- 
rundet, ziemlich tief und dicht, an den Seiten bis- 
weilen runzelig punktirt, massig lang anliegend be- 
haart. Die Flügeldecken mit ziemlich langen, schräg 
anliegenden Haaren bekleidet, beim d* mehr als zwei- 
mal, beim 9 um die Hälfte länger als breit, mit flach 
verrundeten Schultern, fein gestreift-punktirt, die 
Zwischenräume flach, deutlich, ziemlich zerstreut 
punktirt. Beim d die Schenkel stark verdickt, die 
Vorderschienen stark gekrümmt, beim 9 die Schienen 
gerade. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, 
etwa dreimal so lang wie breit ; bei der Besichtigung 
im Profil im letzten Dritteile unter <^ von 120" gebogen, in der Biegungs- 
stelle am breitesten, von da an nach beiden Eichtungen allmählich ver- 
schmälert, die Spitze scharf, bei der Ansicht von unten unmittelbar vor 
der Ausrandung am breitesten, von da an allmählich, zur Basis schwächer, 
gegen die breit abgestutzte Spitze stärker verschmälert, die oberen Eänder 
der Einne der ganzen Länge nach, unweit vor der Ausrandung am breitesten 
eingebogen, die Einbiegungsflächen beiderseits allmählich, gegen die Basis 
jedoch rascher verengt. Long.: 3,3 — 5mm. Sardinien, Sicilien. 




Penis von Barypithes 
metallicus Stierlin. 



158 Postrat Formänek 

6. Barypithes indigens Bohem., Schönherr II, 508, Seidlitz die 
Otiorh. s. Str. 76, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 95; 1884. — 
Durch die gewölbten, stark vorragenden Augen, den grob, dicht, runzelig 
punktirten Halsschild, die kurze, anliegende und überdies lange, abstehende, 
weisslich-graue Behaarung der Flügeldecken und die bei beiden Geschlechtei-n 
geraden Vorderschienen sehr ausgezeichnet und leicht kenntlich. Schwarz- 
braun, die Fühler und Beine rotbraun, die Schenkel gewöhnlich dunkler 
gefärbt. Der Rüssel etwa so lang wie breit, parallelseitig, oben, im 
Profil betrachtet, etwa so stark wie bei moUicomus gewölbt, der Länge 
nach kaum oder sehr seicht, nur an der Spitze deutlich flach eingedrückt, 
wie die Stirne fein anliegend behaart und ziemlich grob, massig dicht, 
gewöhnlich runzelig punktirt. Die Fühlergruben tief, gegen die Augen 
stark abgekürzt, hoch und scharf begrenzt, die Furchen tief, glänzend, 
beiderseits scharf begrenzt, ziemlich senkrecht hinabgebogen, die ünter- 
kanten des Rüssels durchschneidend. Die Augen stark gewölbt, vorragend. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes kaum überragend, der Schaft 
kurz, etwa so lang wie die fünf ersten Grlieder der Greissei, ziemlich stark 
gebogen und gegen die Spitze stark verdickt, die vorderen zwei Geissei- 
glieder gestreckt, gegen die Spitze ziemlich verdickt, das 
erste wenig länger als das zweite, die äusseren rundlich, 
etwa so lang wie breit, die Keule kräftig, lang eiförmig. 
Der Halsschild etwa so lang wie breit, seitlich schwach 
gerundet, fein anliegend behaart und grob, dicht, runzelig 
punktirt, bisweilen mit einem schmalen, glatten, nach vorne 
und hinten abgekürzten Längskiel. Die Flügeldecken etwa 
um die Hälfte länger als breit, seitlich flach gerundet, tief 
gestreift-punktirt, mit flachen Zwischenräumen, kurz an- 

Fig. 6. liegend und überdies lang abstehend behaart, beim cf 

Penis V. Barypithes schmäler als beim Q . Die Beine bei beiden Geschlechtern 

tndigens Bohem. + 

gleich entwickelt, mit geraden Vorderschienen. Der Penis, 
bis zur Ausrandung gemessen, etwa dreimal so lang wie breit; im Profil 
betrachtet, kahnförmig, ziemlich stark gebogen, etwa zu Ende des ersten 
Dritteiles am breitesten, von da an gegen die ziemlich scharfe, mit dem 
basalen parallelseitigen Ende in demselben Niveau liegende Spitze allmählich, 
gegen die Basis zuerst kaum wahrnehmbar, weiter, etwa vom letzten Drit- 
teile, stärker verschmälert; die Unterseite von der oberhalb der Ausran- 
dung liegenden breitesten Stelle bis gegen die Basis, nach vorne nur zur 
lamina inferior schwach, weiter zu der breit abgestutzten Spitze stärker, 
geradlinig verengt, die oberen Ränder der Rinne der ganzen Länge nach, 
oberhalb der Endpartien, namentlich der vorderen, schmal, in der Mittel- 
partie breiter eingebogen. Long. : 3,5 — 4 mm. Portugal. 

7. Barypithes Company oi Bohem., Schönherr VII, 141, Seidlitz 
die Otiorh. s. str. 72, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 94; 
1884. ■ — Eine kleine, durch die gestreckte Körperform und den oben nicht 
kantigen, gerundeten Rüssel sehr ausgezeichnete und leicht kenntliche Art. 
Braunschwarz, glänzend, die Fühler und Beine rotbraun. Der Rüssel 
länger als breit, oben, im Profil betrachtet, der Länge nach gewölbt, die 





Zur näheren Kenntnis der G-attungen Barijpithes Duv. u. Omi'as Scliönh. 159 

Oberseite iii der Mitte durch die übergreifenden Fülilergruben eingeengt, 
von da an zur Spitze wieder ziemlich erweitert, die oberen Kanten voll- 
kommen verrundet, wie die Stirne massig stark, ziemlich dicht runzelig 
punktirt und fein anliegend behaart. Die Fiihlergruben matt, massig tief, 
bis an die flachen Augen reichend, die Furchen deutlich eingegraben, 
schräg nach unten verlaufend, die Unterkanten des Rüssels durchschneidend. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes kaum überragend, der Schaft 
ziemlich gebogen, zur Spitze stark verdickt, das erste Geisselglied ver- 
dickt, länger als das gestreckte zweite, die äusseren 
schwach quer, die Keule kräftig, kurz eiförmig. Der 
Halsschild wenig breiter als lang, ziemlich stark und 
massig dicht punktirt, mit ziemlich langen, quer ge- 
legten Haaren besetzt. Die Flügeldecken langgestreckt, 
beim d mit verrundeten, beim q mit deutlichen Schul- 
tern, bis zum letzten Viertel parallelseitig, weiter zur 
Spitze gerundet verengt, ziemlich stark punktirt-gestreift 
und etwa so lang wie bei carpatliicm behaart. Die 
Beine beim c? nicht stärker als beim g entwickelt, die ^^^- ^■ 

T-ri ,. ,. _j, Ol-, 11 i-. , Penis YOTi Barmit/ies 

Vorderschienen beim er zur Spitze schwach gekrümmt. companyoi Boiiem. 
Der Penis, bis zur Ausrandung geraessen, etwa dreimal 
so laug wie breit, im Profil besichtigt, schmal, sattelförmig, stark gebogen, 
die untere Seite vor dem schief nach oben verlaufenden basalen Teile 
bogenförmig ausgerandet, die gerade nach oben gerichtete Spitze scharf; 
bei der Ansicht von unten unweit vor der Ausrandung am breitesten, 
von da an beiderseits allmählich schwach und erst zu der breit abge- 
rundeten Spitze plötzlich verschmälert, die oberen Ränder der Rinne der 
ganzen Länge nach eingebogen, die Einbiegungsflächen etwa in der Mitte 
am breitesten, von da an zur Spitze gerade, gegen die Basis bogenförmig 
verengt. Long. : 2 — 2,8 mm. Südliches Frankreich, Pyrenäen. 

8. Barypithes ciirvinianus Duval, Gren. Col. Eur. Cure. 35, Seidlitz 
die Otiorh. s. str. 71, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 94; 
1884. — ■ Ausgezeichnet und leicht kenntlich durch die schmale, lang- 
gestreckte, paraUelseitige Körperform, die spärliche, sehr feine, auf den 
Flügeldecken in Reilien geordnete Behaarung, den so langen oder fast 
längeren als breiten, grob und weitläufig punktirten Halsschild, die ziem- 
lich verdickten Schenkel und die beim d zur Spitze gekrümmten, auf der 
Innenseite stark ausgerandeten Vorderschienen. Gestreckt, einfarbig braun- 
rot. Der Rüssel etwa so lang wie breit, zur Spitze schwach verbreitet, 
oben nicht gebogen, der ganzen Länge nach ziemlich tief eingedrückt, 
wie die mit einem punktförmigen Grübchen gezierte Stirne massig stark, 
weitläufig punktirt und mit feinen, nach hinten gerichteten Härchen be- 
setzt. Die Fühlergruben matt, nicht tief, bis an die Augen reichend, die 
Furchen schräg, die Unterkanten durchschneidend, zur Spitze des Rüssels 
hoch begrenzt. Die Augen flach. Die Fühler den Hinterrand des Hals- 
schildes wenig überragend, der Schaft deutlich gebogen, das erste Glied 
der Geissei wenig länger als das gestreckte zweite, die äusseren quer, die 
Keule kräftig, lang eiförmig. Der Halsschild so lang oder fast länger 



160 



Postrat Formanek 



als breit, seitlich ziemlich stark gerundet, mit flachen, grossen Punkten 
zerstreut besetzt und mit feinen anliegenden Haaren undicht bedeckt. Die 
sehr fein in Reihen behaarten Flügeldecken etwa doppelt so lang als breit, 
mit fast parallelen Seiten, die grösste Breite hinter der Mitte, tief ge- 
streift-punktirt, die Punkte nach hinten schwächer werdend, bisweilen die 
inneren Punktstreifen vertieft. Die Beine mit ziemlich verdickten Schenkeln, 
die Vorderschienen beim cf zur Spitze gekrümmt und auf der Innenseite 
stark ausgerandet, beim 9 gerade. Der Penis, bis zur 
Ausrandung gemessen, mehr als viermal so lang wie 
breit, im Profil betrachtet, sattelförmig, stark gebogen, 
die scharfe, horizontal verlaufende Spitze bedeutend 
höher liegend als der basale, massig schief nach unten 
gerichtete Teil, etwa in der Mitte am breitesten, von 
da an gegen die Basis allmählich im Bogen, zur Spitze 
zuerst schwach, weiter rasch verschmälert, sodann kurz 
gleichbreit verlaufend und unmittelbar vor der Spitze 
wieder verengt; die discale Seite in der Mitte quer- 
rissig und in eine schmale, ziemlich hohe Längswulst 
erhoben ; die Unterseite von der unmittelbar vor der Aus- 
randung liegenden breitesten Stelle zur Basis plötzlich 
verengt, sodann parallelseitig weiterlaufend, gegen die Spitze bis zur lamina 
inferior allmählich, weiter plötzlich verschmälert und sodann als ziemlich 
breiter, am Ende verrundet abgestutzter Ast verlaufend, die oberen Ränder 
der Rinne, ausgenommen die beiden Endpartien, der ganzen Länge nach 
mittelmässig breit eingebogen, die Einbiegungsflächen von der Mitte beider- 
seits gleichmässig verengt. Long. : 3 — 3,5 mm. Gallia meridionalis. 




Fig. 8. 

Penis von Barypitlies 

curvimanus Diival. 



9. BaryiHthes llptoviensis Weise, Deutsch. Entom. Zeitsch. 1894, 
248. — Kenntlich durch die feine, kurze, anliegende Behaarung des 
Körpers, den fast matten, ziemlich fein und dicht punktirten, am Hinter- 
rande mit einer Haarbürste eingefassten Halsschild und die bei beiden 
Geschlechtern geraden Vorder schienen. Gestreckt, fein, kurz, anliegend be- 
haart, schwarzbraun, die Fühler und Beine rotbraun. Der Rüssel parallel- 
seitig, wenig länger als breit, oben nicht gebogen, flach 
und seicht eingedrückt, wie die mit einem punktförmigen 
Grübchen gezierte Stirne fein, dicht, gewöhnlich runzelig 
punktirt. Die Fühlergruben tief, bis an die Augen 
reichend, die Furchen tief, senkrecht verlaufend, die 
Unterkanten nicht durchschneidend, gegen die Spitze des 
Rüssels hoch begrenzt. Die Augen flach. Die Fühler 
den Hinterrand des Halsschildes kaum erreichend, der 
Schaft massig gebogen, zur Spitze wenig verdickt, das 
erste Glied der Geissei wenig verdickt, länger als das 
gestreckte zweite, die äusseren quer, die Keule kräftig, 
kurz eiförmig. Der Halsschild wenig breiter als lang, 
an den Seiten stark gerundet, ziemlich fein und sehr 
dicht runzelig punktirt, fast matt, etwas länger als der Kopf und so 
dicht wie die Flügeldecken behaart, der Hinterrand mit einer dichten 




Fig. 9. 

Penis von Barypitlies 

llptoviensis Weise. 



Ziu' näheren Kenntnis der Gattungen Bari/pithes Duv. u. Omias Schunli. 161 

Haarbürste geziert. Die Flügeldecken beim cf schmäler mit parallelen, 
beim 9 breiter mit massig gerundeten Seiten, fein pnnktirt-gestreift, kurz 
und ziemlich dicht anliegend behaart. Die Beine bei beiden Geschlechtern 
gleichmässig entwickelt, die Schienen gerade. Der Penis, bis zur Aus- 
randung gemessen, etwa 4^/2 mal so lang wie breit; im Profil besichtigt, 
kahnförmig, ziemlich stark gebogen, die beiden schief nach oben verlaufenden 
Enden in demselben Niveau liegend, von der breitesten, hinter dem ersten 
Dritteile liegenden Stelle gegen die Basis allmählich, zu der abgestumpften 
Spitze anfangs sehr schwach, weiter stark verengt, bei der Ansicht von 
unten unweit vor der Ausrandung am breitesten, von da an beiderseits 
schwach, in der Gegend der lamina inferior stark, geradlinig verengt, die 
Spitze ziemlich scharf, die oberen Eänder der Einne, ausgenommen die 
beiden Endpartien, der ganzen Länge nach schmal und ziemlich gleichmässig 
eingebogen. Long.: 25 — 32 mm. Ungarn: Ober-Bocza, Comitat Lipto. 

10. Barypithes montamis Chevrolat, Grenier Catalogue d. col. d. 
Fr. Mat. 105, Seidlitz die Otiorh. s. str. 69, Stierlin Mitteil. Schweiz. 
Entom. Gesell. 7., 93; 1884. — Kenntlich durch die robuste, oblonge Körper- 
form und die sehr kurze, am Hinterrande des Halsschildes bürstenartig 
verdickte, auf den Flügeldecken spärlich in Längsreihen geordnete, schräg 
abstehende Behaarung. Schwarzbraun bis rotbraun, glänzend, die Fühler 
und Beine rot. Der Rüssel etwa so lang als breit, dick, kantig, oben 
nicht gebogen, an der Spitze, bisweilen der ganzen Länge nach seicht 
eingedrückt, wie die mit einem tiefen, punktförmigen Grübchen gezierte 
Stirn massig fein, ziemlich weitläufig, selten etwas runzelig punktirt und 
mit kurzen, nach hinten gerichteten Härchen besetzt. Die Fühlergruben 
ziemlich seicht, die flachen Augen nicht erreichend, die Furchen sehr 
deutlich eingegraben, fast senkrecht hinabgebogen, die 
unteren Kanten durchschneidend, gegen die Spitze des 
Rüssels hoch begrenzt. Die Fühler den Hinterrand des 
Halsschildes überragend, der Schaft ziemlich gebogen, 
die vorderen zwei Geisseiglieder gestreckt, das erste 
länger als das zweite, das dritte etwas länger als breit, 
die äusseren rundlich, etwa so lang wie breit, die Keule 
kräftig lang eiförmig. Der Halsschild breiter als lang, 
seitlich stark gerundet, mit groben, seichten, mehr 
weniger weitläufigen Punkten und kurzen, quer ge- Fig. 10. 

legten Haaren besetzt, der Hinterrand mit einer ziem- ^<^^i? '^°^ Barypithes 

^ ' montanus Chevrolat. 

lieh dichten Haarbürste geziert. Die Flügeldecken lang 
oval, etwa in der Mitte am breitesten, mit verflachten Schultern und sehr 
feinen, in Reihen geordneten, schräg niederliegenden Härchen spärlich be- 
setzt, fast kahl erscheinend, tief punktirt-gestreift, beim cf schmäler als 
beim 9 . Die Beine beim d kaum stärker entwickelt als beim 9 , die Vorder- 
schienen beim d gegen die Spitze kaum merklich gebogen, die Innenseite 
stark ausgebuchtet. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa 3V2mal 
so lang wie breit, im Profil betrachtet sattelförmig, ziemlich stark ge- 
bogen, die abgestumpfte Spitze wenig tiefer liegend als der gleichbreite, 
horizontal verlaufende basale Teil, von der breitesten, etwa zu Ende des 




1 62 Postrat Formänfck 

ersten Dritteiles befindlichen Stelle beiderseits, gegen die Basis Jedoch 
stärker als zur Spitze verschmälert, die Unterseite unweit der Spitze, die 
Oberseite unmittelbar vor derselben seicht ausgerandet, die Spitze hiedurch 
horizontal verlaufend ; die discale basale Hälfte breit und flach eingedrückt ; 
bei der Ansicht von unten vor der Ausrandung am breitesten, von da an 
beiderseits allmählich, gegen die Basis jedoch stärker als zur Spitze ver- 
engt, die Spitze kurz abgestutzt und zackig ausgerandet, die oberen Eänder 
der Rinne, ausgenommen die beiden Endpartien, der ganzen Länge nach 
schmal, ziemlich gieichmässig eingebogen. Long. : 4 — 5 mm. Mir liegt 
eine grosse Anzahl von Exemplaren aus dem Schwarzwald vor. Nach 
Seidlitz soll der Käfer auch in Frankreich bei Lyon vorkommen. 

11. Barypithes araneiformis Schrank, Enum. Ins. 1781, 125; 
Bedel Faune des Coleopt. du Bassin de la Seine VI, 43 ; hrimnipes Oliv. 
Ent. V, 83, 384, Seidlitz die Otiorh. s. str. 73; e&enmws Bohem., Schönherr 
VI, 1 37 ; piceus Marsch. Ent. Brit. 305, gracüis Beck Beiträge zur Bair. 
Käf. 25. — Eine häufige, an der spitzeiförmigen Form der Flügeldecken 
leicht kenntliche Art. Schwarzbraun, glänzend, die Fühler und Beine 
rotbraun, die Schenkel bisweilen dunkel. Der Rüssel etwa so lang wie 
breit, oben nicht gebogen, wie die Stirne fein, ziemlich weitläufig, bis- 
weilen etwas runzelig punktirt, fein staubförmig behaart, der Länge nach 
kaum oder sehr seicht, nur an der Spitze deutlich breit eingedrückt, seit- 
lich durch die Fühlerfurchen stark zusammengedrückt, zur Spitze ziemlich 
stark verbreitet. Die Fühlergruben matt, tief, bis an die flachen Augen 
reichend, die Furchen tief, glänzend, ziemlich schräg nach unten verlaufend, 
die Kanten des Rüssels durchschneidend. Die Fühler den Hinterrand des 
Halsschildes überragend, der Schaft massig gebogen, das erste Geisselglied 
verdickt, länger als das gestreckte zweite, die äusseren schwach quer, die 
Keule kräftig, lang eiförmig. Der Halsschild wenig 
breiter als lang, mit massig langen, quer gelegten 
Haaren bedeckt und mit groben, seichten Punkten 
weitläufig besetzt. Die Flügeldecken beim cf schmäler 
als beim 9 , im ersten Drittel am breitesten, zur Spitze 
ziemlich stark gerundet verengt, vorne ebenso grob wie 
am Halsschild, gegen die Spitze allmählich schwächer 
gestreift-punktirt, die Punktstreifen bisweilen schwach 
vertieft, die Zwischenräume flach, fein staubförmig be- 
E'ig- 11- . haart. Bisweilen ist die staubförmige Behaarung durch 

amme/Yomfs'sXrank ®^^® borstige, etwa wie bei styriacus und pyrenaeus lange 
ersetzt (var. setosus m). Die Beine beim c? kaum stärker 
entwickelt wie beim 9, die Schienen beim cf zur Spitze schwach gebogen. 
Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa dreimal so lang wie breit, 
im Profil betrachtet sattelförmig, ziemlich stark gebogen, die grösste Breite 
in der ersten Hälfte unweit der Mitte liegend, von da an beiderseits, zu dem 
basalen, wenig höher gelegenen Ende jedoch stärker verschmälert; bei der 
Ansicht von unten oberhalb der in der Mitte zahnförmig vorgezogenen 
Ausrandung am breitesten, von da an gegen die Basis parallelseitig, zur 
Spitze anfangs schwach und erst im letzten Fünftel stärker verschmälert, 




Ziu' näheren Kenntnis der Gattungen Bartjpithes Duv. u. Omias SchCinh. 163 

die oberen Eänder der Einne, die breit abgestutzte Spitze ausgenommen, 
der ganzen Länge nach eingebogen, die ziemlich schmalen Einbiegungs- 
flächen in der Mitte am breitesten. Long. : 3 — 4 mm. Mitteleuropa. 

12. Barijpithes Chevrolati Bohem., Schönherr VII, 135, Seidlitz 
die Otiorh. s. str. 67, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entoni. Gesell. 7., 93 ; 
1884; 9 nißcoUis Bohem., Schönherr II, 503; subnitidus Bohem., Schön- 
herr VII, 136. — Ausgezeichnet und leicht kenntlich durch den oben stark 
gebogenen Rüssel, die gezähnten Vorder- und Mittelschenkel, die stark, 
der ganzen Länge nach gebogenen Vorderschienen und die ziemlich lange, 
abstehende Behaarung der Flügeldecken. Schwarzbraun, glänzend, die 
Fühler und Beine hellbraun. Der Rüssel etwa so lang wie breit, parallel, 
die Oberseite von der etwas niedergedrückten Stirne an stark gebogen, 
der Länge nach ziemlich breit und seicht eingedrückt, -wie die mit einem 
Mittelgrübchen gezierte Stirne fein, mehr weniger zerstreut, bisweilen 
runzelig punktirt und fein anliegend behaart. Die Fühlergruben massig 
tief, bis an die Augen reichend, die Furchen ziemlich nach unten ver- 
lairfend, die Kanten durchschneidend, gegen die Spitze des Rüssels scharf 
begrenzt. Die Augen flach. Die Fühler plump, den Hinterrand des Hals- 
schildes kaum überragend, mit sanft gebogenem Schafte, die zwei ersten 
Gfeisselglieder gestreckt, das erste wenig länger als das 
zweite, die äusseren schwach quer, die Keule kräftig, kurz 
eiförmig. Der Halsschild breiter als lang, an den Seiten 
ziemlich stark gerundet, ziemlich grob, dicht, bisweilen 
fast runzelig punktirt und mit massig langen, in querer 
Richtung verlaufenden Haaren bedeckt. Die Flügeldecken 
beim cf schmäler und länger mit verrundeten, beim 9 
breiter und kürzer mit angedeuteten Schultern, stark ge- 
streift-punktirt, die Punktstreifen bisweilen vertieft, mit 
ziemlich langen abstehenden Haaren besetzt. Die Beine mit ^^s- 12. 
gezähnten Vorder- und Mittelschenkeln, beim cf kräftiger ^cMtroiau Bdhem. 
entwickelt als beim 9 , die Vorderschienen stark der ganzen 

Länge nach, die Mittelschienen schwächer gekrümmt. Der Penis, bis zur 
Ausrandung gemessen, beinahe fünfmal so lang wie breit; im Profil be- 
sichtigt sattelförmig, mittelmässig stark gebogen, der basale als ein schmaler 
Ast schief nach oben verlaufende Teil wenig höher liegend, etwa in der Mitte 
am breitesten, von da an zur Basis allmählich verschmälert, in der entgegen- 
gesetzten Richtung bis zum ersten Fünftel gleichbreit, weiter zu der 
scharfen, nach oben gerichteten Spitze wieder verengt; die discale Seite 
im basalen Teile seicht eingedrückt; die Unterseite von der unweit der 
Ausrandung liegenden breitesten Stelle gegen die Basis kaum merklich, zu 
der schmal abgestutzten Spitze sehr allmählich verschmälert, die oberen 
Ränder der Rinne der ganzen Länge nach schmal eingebogen. Long. : 
3 — 4 mm. Mitteleuropa, Nordbosnien. 

13. Barypitlies amniger K. und J. Daniel, Koleopteren-Studien IT, 
60. — Durch den oben stark gebogenen Rüssel, die gezähnten Vorder- 
und Mittelschenkel und die beim cf stark nach einwärts gekrümmten 




164 



Postrat Formänek 



Vorderschienen dem Chevrolaü nahe stehend und auch habi- 
tnell äusserst ähnlich, von demselben durch die bedeutend 
kürzere, fast anliegende Behaarung der Flügeldecken und 
die merklich zarteren Beine leicht zu unterscheiden. Der 
Penis ist ähnlich wie bei der verglichenen Art gebildet; 
im Profil betrachtet jedoch schmäler, von der breitesten 
Stelle gegen die Spitze zuerst allmählich, im letzten Sechstel 
rascher verschmälert. Auch die Unterseite ist gegen die 
breiter abgestutzte Spitze bedeutend stärker verengt, die 
Einbiegungsflächen sind breit eingebogen und unweit vor 
der Mitte genähert. Long.: 3 — 3,5 mm. Siebenbürgen: 
Wolkendorf, Kronstädter und Rosenauer Gebirge, Deubel; 
Rumänien, Comana Vlasca, A. L. Montandon (coli. Solari). 




Fig. 13. 

Penis von 

Barypithes armiger 

K. u. J. Daniel. 



14. Baryinthes itellucidus Bohem., Schönherr II, 507, Seidlitz die 
Otiorh. s. Str. 68, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 93; 1884. — 
Eine durch die auffällige Form der cfc? sehr ausgezeichnete und leicht 
kenntliche Art. Schwarzbraun, die Fühler und Beine gelbbraun. Der 
Rüssel ungefähr so lang wie breit, oben nicht gebogen, der Länge nach 
flach aber deutlich eingedrückt, seitlich durch die Fühlerfurchen zusammen- 
gedrückt, zur Spitze massig verbreitet, wie die Stirne ziemlich stai'k, 
massig dicht, runzelig punktirt und massig lang, abstehend behaart. Die 
Fühlergruben ziemlich tief, bis an die Augen reichend, die Furchen tief, 
gerade nach unten gerichtet, die Unterkanten durchschneidend, gegen die 
Spitze des Rüssels begrenzt. Die Augen flach. Die Fühler den Hinter- 
rand des Halsschildes kaum überragend, der Schaft massig gebogen, die 
ersten zwei Geisseiglieder gestreckt, in der Länge wenig 
diiferirend, das dritte länger als breit, die äusseren mehr 
weniger quer, die Keule kräftig, lang eiförmig. Der Hals- 
schild beim cf mit stark gerundeten Seiten, oft scheiben- 
förmig, so breit wie die Flügeldecken, beim 9 seitlich 
schwächer gerundet, schmäler wie die Flügeldecken, stark, 
grob, ziemlich dicht, bisweilen runzelig punktirt und lang 
behaart, die Haare an den Seiten abstehend, auf der Scheibe 
anliegend und in querer Richtung verlaufend. Die Flügel- 
decken beim d schmäler mit verrundeten, beim 9 breiter 
mit deutlichen Schultern, im ersten Dritteile am breitesten, 
zur Spitze ziemlich stark gerundet verengt, stark punktirt 
gestreift, sehr lang abstehend behaart. Die Beine beim (S 
mit stark verdickten Schenkeln und stark gekrümmten Vorder- und Mittel- 
schienen. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa 4V2mal so 
lang wie breit, im Profil betrachtet kahnförmig, ziemlich stark gebogen, 
der basale, als ein schmaler Ast schief nach oben verlaufende Teil höher 
gelegen, von der zu Ende des ersten Dritteiles liegenden breitesten Stelle 
an beiderseits, gegen die Basis jedoch allmählicher verschmälert, die Spitze 
ziemlich scharf; die basale discale Partie mit einer bis zur Mitte reichen- 
den Längsdepression ; bei der Ansicht von unten die breiteste Stelle unweit 
vor der Ausrandung, von derselben gegen die Basis und bis etwa zur Mitte 




Penis V. Barypithes 
pellucidus Bohem. 



Ziu- näheren Keuntuis der Gattungen Barypähes Duv. ii. Om/as Seliönli. 165 

gleiclimässig sclnvacli verschmälert, weiter bis zur lamina inferior parallel- 
seitig, sodann zu der breit abgestutzten Spitze rasch verengt, die oberen 
Ränder der Einne, ausgenommen die lamina inferior, der ganzen Länge 
nach eingebogen, die Einbiegungsflächen von der Mitte an beiderseits 
gleichmässig verschmälert. Die 9 9 können von den langbehaarten Arten 
durch bedeutend längere Behaarung des Rüssels, des Halsschildes und der 
Vorderscliienen ohne Schwierigkeiten auseinander gehalten werden. Long. : 
3 — 4 mm. Frankreich und das angrenzende deutsche Grebiet. 

15. BarypWies tricJioptertis Gautier, Annales de la Soc. Entom. 
Fr. 1863, 490; violatus Seidlitz die Otiorh. s. str. 71, Stierlin Mitteil. 
Schweiz. Entom. Gesell. 7., 93; 1884. — Kenntlich durch den ziemlich 
schmalen, nicht liohen, oben massig gewölbten, der ganzen Länge nach 
eingedrückten Rüssel, die infolge der dichten Punktirung matten, ziemlich 
tiefen, bis an die x^ugen reichenden Fühlergruben, die kurzen schrägen, 
undeutlichen Fühler furchen, den grob, tief, auf der Scheibe weitläufig, an 
den Seiten runzelig punktirten Halsschild, die lange, schräg abstehende 
Behaarung der Flügeldecken und die beim d im letzten Drittel stark ge- 
krümmten Vorderschienen. Schwarzbraun, die Fühler und Beine rot. Der 
Rüssel schmal, etwa so lang wie breit, nicht hoch, seitlich durch die 
Fühlerfurchen eingeengt, zur Spitze ziemlich verbreitet, im Profil betrachtet, 
der Länge nach massig gewölbt, oben mit einer deutlichen, 
bis zwischen die Augen reichenden Längsdepression, wie die 
gewöhnlich mit einem punktförmigen Mittelgrübchen gezierte 
Stirne. stark, ziemlich weitläufig, bisweilen etwas runzelig 
punktirt und mit feinen, nach hinten gerichteten Härchen 
besetzt. Die Fühlergruben ziemlich tief, bis an die Augen 
reichend, infolge der dichten Punktirung matt, die Furchen 
kurz, schräg, undeutlich. Die Augen flach. Die Fühler 
den Hinterrand des Halsschildes wenig überragend, der 
Schaft massig gebogen, das erste Glied der Geissei massig ^^^- ^^• 

verdickt, langer als das gestreckte zweite, die äusseren quer, trichopterus Gant. 
die Keule sehr kräftig, eiförmig, etwa so lang wie die an- 
stossenden drei Glieder zusammengenommen. Der Halsschüd wenig breiter 
als lang, seitlich massig gerundet, grob, tief, auf der Scheibe weitläufig, an 
den Seiten runzelig punktirt und mit feinen, massig langen, quer gelegten 
Haaren bedeckt. Die Flügeldecken mehr als um die Hälfte länger als 
breit, seitlich deutlich gerundet, grob punktirt-gestreift, etwa so lang wie 
bei mollicomus behaart. Beim cf die Schenkel kaum stärker als beim 9 , 
die Schienen im letzten Drittel stark gekrümmt. Der Penis, bis zur Aus- 
randung gemessen, etwa 3^/2 mal so lang wie breit; im Profil betrachtet, 
kahnfönnig, mittelmässig stark gebogen, die beiden Enden in demselben 
Niveau liegend, etwa von der Mitte an beiderseits allmählich und ziemlich 
gleichmässig verschmälert, die Ober- und Unterseite im ersten Dritteile 
unsymmetrisch verlaufend, die Spitze scharf; die discale Seite mit einer 
die basalen zwei Dritteile einnelimenden Längsdepression, die mittlere 
Partie zeigt Spuren einer querrissigen Sculptur; bei der Ansicht von unten 
von der unweit der Ausrandung liegenden breitesten Stelle an beiderseits, 




166 Postrat Formäuek 

nach vorne bis zur lamina inferior sehr aUmählich, weiter zu der ziemlich 
breit abgestutzten Spitze rasch verschmälert, die oberen Eänder der Einne 
der ganzen Länge nach ziemlich schmal eingebogen. Long. : 2,5 — 3,2 mm. 
Mir lagen Stücke vor aus Mainz, Hey den; Strassburg, Thüringen, 
Wiener Hofmuseum und Wiesbaden, Zoufal. 

16. Barypithes styriacus Seidlitz die Otiorh. s. str. 69, Stierlin 
Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 93; 1884; Ganglbaueri Apfelb. 
Wissenschaft. Mitteil, aus Bosnien und der Hercegovina 1899, 803. — 
Leicht kenntlich durch die von der Mitte an stark hackenförmig gekrümmten 
Vorderschienen der Männchen und die mittelmässig lange, scliräg abstehende 
Behaarung der Flügeldecken. Dunkelbraun bis hellbraun, die Fühler und 
Beine rot. Der Eüssel länger als breit, seitlich durch die Fühlerfurchen 
eingeengt, zur Spitze massig verbreitet, oben nicht gebogen, der ganzen 
Länge nach tief eingedrückt, wie die Stirne fein anliegend behaart und 
fein, massig dicht, gewöhnlich runzelig punktirt. Die Fühlergruben massig 
tief, bis an die Augen reichend, die Furchen deutlich eingegraben, ziem- 
lich schräg nach unten verlaufend, die Unterkanten durchschneidend, zur 
Spitze des Eüssels nicht oder nur undeutlich begrenzt. Die Augen flach. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes kaum überragend, der Schaft 

massig gebogen, das erste Greisselglied verdickt, bedeutend 
länger als breit, so lang wie das zweite, die drei folgenden 
rundlich, etwa so lang wie breit, die letzten zwei quer, 
die Keule kräftig, kurz eiförmig. Der Halsschild breiter 
als lang, seitlich stark gerundet, seicht, mehr weniger stark 
und weitläufig punktirt und fein anliegend behaart. Die 
Flügeldecken oblong oval mit flach abgerundeten Schultern, 
mehr weniger stark punktirt gestreift, die Streifen gegen 
die Spitze seichter werdend, mittelmässig lang, schräg ab- 
stehend behaart, beim cf wenig schmäler als beim 9 . Die 
Fig.^ 16. Beine beim c? wenig stärker als beim 9 entwickelt, die 

stjjrlacus Seidlitz^.' Vorderschieueu von der Mitte an stark hackenförmig ge- 
krümmt. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa 
dreimal so lang wie breit, im Profil besichtigt, flach sattelförmig gebogen, 
die beiden Enden in einem Niveau liegend, von der Mitte an bis zu dem 
schmalen, schief nach oben gerichteten 'basalen Aste allmählich im Bogen 
verschmälert, in der entgegengesetzten Eichtung bis zum letzten Fünftel 
gleichbreit, weiter zu der abgestumpften Spitze wieder verengt; die discale 
Seite mit einer die basalen zwei Dritteile einnehmenden Längsdepression, 
die mittlere Partie äusserst fein und sehr dicht querrissig; die Unterseite 
vor der Mitte eingeengt, von dieser Stelle zur Basis in sehr flachem Bogen 
verlaufend, gegen die Spitze bis zur lamina inferior parallelseitig, weiter zu 
der breit abgerundeten Spitze rasch verschmälert, die oberen Eänder der 
Einne der ganzen Länge nach schmal eingebogen. Long.: 3 — 3,6 mm. Von 
dieser Art liegen mir vor Exemplare aus Klenovaca planina, Apfelbeck; 
Pljesevicaplanina, Sturany; Plitvica- Gebirge, Heyden undDervent, Hilf. 

17. Barypithes gracillpes Panzer, Fauna Germ. LVII, 18; scyd- 
mnenoides Seidlitz die Otiorrh. s. str. 72, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. 




Zur näheren Kenntnis der Gattungen Bari/pithes Duv. u. Omi'as SchOnh. 1 67 

Gesell. 7., 93; 1884; Flrazzollü Stierlin I.e. 93. — Kenntlich durch 
die g-ering-ere Grösse, den deutlich längeren als breiten, gegen die Spitze 
verbreiteten und der ganzen Länge nach eingedrückten Rüssel, die auf 
den Flügeldecken in Reihen geordnete, in den Streifen kürzere, auf den 
Zwischenräumen längere, schräg abstehende Behaarung und durch die bei 
beiden Geschlechtern geraden Vorderschienen. Dunkelbraun bis rotbraun, 
glänzend, die Fühler und Beine rot. Der Rüssel länger als breit, oben 
massig stark gebogen, wie die mit einem tiefen Grübchen gezierte Stirne 
sehr fein anliegend behaart und fein, ziemlich weitläufig punktirt, der 
Länge nach stark eingedrückt, seitlich durch die Fühlergruben eingeengt, 
zur Spitze deutlich verbreitet. Die Fühlergruben glänzend, ziemlich tief, 
bis an die Augen reichend, die Furchen wenig schräg, die Unterkanten 
durchschneidend, gegen die Spitze des Rüssels begrenzt. Die Augen flach. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes kaum oder sehr wenig über- 
ragend, der Schaft ziemlich gebogen, zur Spitze verdickt, das erste Geissei - 
glied verdickt, so lang wie das gestreckte zweite, die 
äusseren quer, die Keule kräftig, kurz eiförmig. Der Hals- 
schild breiter als lang, beim 9 oben gewölbter und seitlich 
stärker gerundet als beim cS , tief und grob, mehr weniger 
weitläufig, bisweilen runzelig punktirt und sehr fein an- 
liegend behaart. Die Flügeldecken beim c? schmäler als 
beim g , oblong oval, mit vollen Schultern, tiefen Punkt- 
streifen und abwechselnden Reihen schräg niederliegender 
längerer und kürzerer Haare, von denen die ersteren auf 
den Zwischenräumen, die letzteren in den Streifen stehen. 
Die Beine bei beiden Geschlechtern gleich stark entwickelt, . ^^^'J''^^' 
die Schienen gerade. Der Penis, bis zur Ausrandung ge- gracu/pes Panzer 
messen, etwa fünfmal so lang wie breit; im Profil besichtigt 
sattelförmig, mittelmässig stark gebogen, die abgestumpfte Spitze mit dem 
gieichbreiten, horizontal verlaufenden, basalen Teile in demselben Niveau 
liegend, von der in der ersten Hälfte befindlichen breitesten Stelle gegen 
die Basis allmählich, zur Spitze stärker verschmälert, unweit der letzteren 
verbreitert und sodann wieder verengt; bei der Ansicht von unten unweit der 
Ausrandung am breitesten, von da an zur Basis massig, gegen die abge- 
stumpfte Spitze allmählich schwach, in der Gegend der lamina inferior 
stark geradlinig verengt, die oberen Ränder der Rinne, ausgenommen die 
äussersten Endpartien, der ganzen Länge nach eingebogen, die schmalen 
Einbiegungsflächen in der ersten Hälfte unweit der Mitte am breitesten, 
von dieser Stelle beiderseits ziemlich gleichmässig verengt. Long. : 
2,2 — 2,5 mm. Von dieser Art lagen mir vor Stücke vom Campo grosso, 
Ganglbauer; Piano della Fugazza, Breit; Vallarsa, Südtirol, Gangl- 
bauer; Faggio, Emilia, Fiori; Vallombrosa, Flach. 

18. Barypithes carpathiciis Reitter, Deutsch. Entom. Zeitsch. 1885. 
387. — Kenntlich durch die geringere Grösse, den längeren als breiten, 
nach vorne deutlich erweiterten, der ganzen Länge nach tief und breit 
eingedrückten Rüssel, die flachen Augen, die plumpen Fühler, namentlich 
die sehr kurzen ersten zwei Geisselglieder, den stark, auf der Scheibe 




168 Postrat Formänek 

zerstreut, an den Seiten runzelig punktirten Halsschild, die elliptischen, 
deutlich länger als bei styriacus und pyrenaeus behaarten Flügeldecken 
und die bei beiden Greschlechtern geraden Vorderschienen. Schwarzbraun, 
die Fühler und Beine rotbraun. Der Eüssel länger als breit, oben nicht 
oder kaum merklich gekrümmt, der ganzen Länge nach tief und breit 
eingedrückt, gegen die Spitze deutlich verbreitet, wie die gewöhnlich mit 
einem Mittelgrübchen gezierte Stirne fein, mehr w-eniger zerstreut, bis- 
weilen runzelig punktirt und fein anliegend behaart. Die Fühlergruben 
tief, höhlenförmig, bis an die flachen Augen reichend, die Furchen ziem- 
lich senkrecht nach unten verlaufend, die Unterkanten durchschneidend, 
gegen die Spitze des Rüssels hoch begrenzt. Die Fühler plump, den 
Hinterrand des Halsschildes nicht überragend, der Schaft deutlich gebogen, 
gegen die Spitze ziemlich stark verdickt, das erste Greisselglied stark ver- 
dickt, nicht viel länger als breit, das zweite etwa so lang als breit, die 
äusseren stark quer, die Keule kräftig, kurz eiförmig. Der Halsschild 
etwa um Vs länger als breit, stark, ziemlich tief, auf der 
Scheibe zerstreut, an den Seiten runzelig punktirt, die 
Mittelpartie in mehr weniger grösserer Ausdehnung glatt, 
mit feinen, quer gelegten Haaren undicht bedeckt. Die 
Flügeldecken elliptisch mit verrundeten Schultern, vorne 
ebenso grob wie am Halsschild, gegen die Spitze allmählich 
schwächer gestreift-punktirt, die Punktstreifen in der Regel 
stark vertieft, die Zwischenräume deutlich gewölbt. Die 
abstellende, ziemlich dichte Behaarung ist deutlich länger 
Fig. 18. als bei styriacus und pyrenaeus. Die Beine bei beiden Ge- 

Penis V. Barijptthes schlechtem gleich stark entwickelt, die Vorderschienen ge- 

carpathicus Keitt. t-t^?^.,. a -i i-, 

rade. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, beinahe 
fünfmal so lang wie breit ; im Profil betrachtet schwach kahnf örmig gebogen, 
die breiteste Stelle anfangs des letzten Dritteiles liegend, von da an gegen 
die Basis ziemlich stark, nach vorne bis zum ersten Dritteile kaum merk- 
lich, weiter zu der abgestumpften, nach oben gerichteten Spitze allmählich 
verschmälert; die discale mittlere Partie zeigt bei starker Vergrösserung 
die Spuren einer querrissigen Sculptur; bei der Ansicht von unten oberhalb 
der Ausrandung am breitesten, von da an in beiden Richtungen, nach 
vorne bis zur Mitte allmählich schwach, weiter bis zur lamina inferior kaum 
merklich, dann zu der abgerundeten Spitze rasch verschmälert, die oberen 
Ränder der Rinne der ganzen Länge nach schmal eingebogen. Long.: 
2,5 — 3,3 mm. Nordöstliche Karpathen: Eaho, Marmaros-Sziget. 

19. Barypithes j^^i/renaews Seidlitz, die Otiorh. s. str. 73, Stierlin 
Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 94; 1884. — Kenntlich durch den 
gegen die Spitze verbreiteten Rüssel, die flachen Augen, den kräftig, auf 
der Scheibe zerstreut, an den Seiten dichter runzelig punktirten Halsschild, 
die mittelmässig lange, schräg abstehende Behaarung der mit kräftigen, 
hinten nur wenig schwächeren, stark vertieften Punktstreifen versehenen 
Flügeldecken und die beim c? geraden oder gegen die Spitze nur sehr 
schwach, kaum merklich gebogenen Vorderschienen. Schwarzbraun, glänzend, 
die Fühler und Beine rotbraun. Der Rüssel länger als breit, oben nicht 





Zur uäliereu Keuutiiis der Gattungeu Bm'ijpiihes Duv. ii. Oinian Scliünh. 169 

gebog-en, der Länge nach breit, ziemlich tief eingedrückt, seitlich durch 
die Fühlerfurchen stark zusammengedrückt, gegen die Spitze stark ver- 
breitet, wie die Stirne fein, ziemlich weitläufig, bisweilen runzelig punktirt 
und fein anliegend behaart. Die Fühlergruben massig tief, glänzend, bis 
an die flachen Augen reichend, die Furchen ziemlich gerade nach unten 
verlaufend, die Unterkanten durclisclmeidend, gegen die Spitze des Rüssels 
hoch begrenzt. Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes wenig über- 
ragend, der Schaft ziemlich stark gebogen, das erste Geisseiglied verdickt, 
länger als das gestreckte zweite, die äusseren schwach quer, die Keule 
ziemlich kräftig, lang eiförmig. Der Halsschild etwa um ^/s breiter als 
lang, ki'äftig, auf der Scheibe zerstreut, an den ziemlich gerundeten Seiten 
dichter, runzelig punktirt und fein anliegend behaart. 
Die Flügeldecken beim cf schmäler als beim 9 , oblong 
oval, mit vollen Schultern und tiefen, gröber wie der 
Halsschild punktirten Streifen, die Punkte gegen die 
Spitze nur unbedeutend schwächer werdend, abstehend, 
etwa so lang wie bei styrlacus behaart. Die Beine 
bei beiden Geschlechtern gleich entwickelt, die Schienen 
des c? nicht oder nur undeutlich gebogen. Der Penis, 
bis zur Ausrandung gemessen, etwa SV^mal so lang 
wie breit; bei der Besichtigung im Profil die abge- 
stumpfte, schief nach oben gerichtete Spitze mit dem Fig. i9. 
basalen Ende in demselben Niveau liegend, von der ^^"^^^ '^°'P- ^^^yp^l^^« 

° ' pyrenaeus Seidlitz. 

breitesten, etwa in der Mitte liegenden Stelle beiderseits 
ziemKch gleichmässig verschmälert, die untere Seite unweit der Spitze flach 
ausgebuchtet; die discale mittlere Partie äusserst fein und sehr dicht quer- 
rissig ; bei der Ansicht von unten oberhalb der Ausrandung am breitesten, 
von da an gegen die Basis parallelseitig, zur Spitze allmählich, sehr 
schwach und erst vor der letzteren stärker verengt, die oberen Eänder 
der Einne der ganzen Länge nach ziemlich schmal eingebogen. Long. : 
3 — 3,5 mm. Pyrenäen, westliches Frankreich. 

20. Barypithes mollicomiis Ahrens, Nov. Act. Hol. (sec. Seh.), 
Bohem. Schönherr II, 506, Seidlitz die Otiorh. s. str. 75, Stierlin Mitteil. 
Schweiz. Entom. Gesell. 7., 95; 1884; piinctirostris Bohem. Schönherr 
VII, 134. — KenntKch durch den breiten, parallelseitigen, oben deutlich 
gebogenen Rüssel, die besonders tiefen, bis an die Augen ausgehöhlten 
Fühlergruben, die zwar tiefen jedoch nicht weit hinabreichenden Furchen, 
die lange, abstehende Behaarung des Körpers und die beim cf nicht ge- 
bogenen, geraden Vorderschienen. Schwarz bis rotbraun, die Fühler und 
Beine rot. Der Rüssel etwa so lang wie breit, parallelseitig, oben, im 
Profil besichtigt, der Länge nach deutlich gewölbt, an der Spitze flach 
eingedrückt, wie die Stirne massig stark, ziemlich weitläufig punktirt und 
mit massig langen, nach hinten gerichteten Haaren besetzt. Die Fühler- 
gruben bis an die flachen Augen reichend, der ganzen Länge nach tief, 
höhlenförmig, die Furchen tief, glänzend, ziemlich senkrecht, die unteren 
Kanten des Rüssels nicht durchschneidend. Die Fühler den Hinterrand 
des Halsschildes nicht oder kaum merklich überragend, der Schaft massig 

12 




170 Postrat Formänek 

gebogen, das erste Geisselglied verdickt, länger als das gestreckte zweite, 
das dritte so lang wie breit, die äusseren schwach quer, die Keule kräftig, 
kurz eiförmig. Der Halsschild breiter als lang, seitlich stark gerundet, 
mit ziemlich langen, gegen die Mitte schräg gerichteten Haaren bedeckt, 
mit groben, flachen Punkten gewöhnlich Aveitläufig, bisweilen dicht besetzt 
und in der Mitte der Länge nach glatt erhoben. Die 
Flügeldecken gestreckt, mit ziemlich parallelen Seiten 
und mehr weniger vollen Schultern, hinten ziemlich 
kurz zugerundet, tief punktirt-gestreift und lang ab- 
stehend behaart, beim cf schmäler als beim 9 . Die 
Beine beim d nicht stärker entwickelt als beim g, die 
Schienen gerade. Der Penis, bis zur Ausrandung ge- 
messen, etwa 3^/2 mal so lang wie breit; im Profil be- 
sichtigt, kahnförmig, mittelmässig stark gebogen, der 
basale, als ein schmaler Ast horizontal verlaufende Teil 
Fig. 20. mit der messerförmigen, scharfen, schief nach oben ge- 

^moUicovms^Threna^ richteten Spitze in demselben Niveau liegend, in der Mitte 
am breitesten, von da an zu der Ausrandung vor der 
Spitze schwächer als gegen die Basis verschmälert; die discale Seite im 
rückwärtigen Teile eingedrückt; die Unterseite von der unweit der Aus- 
randung liegenden breitesten Stelle an gegen die Basis kaum merklich, 
nach vorne bis zur lamina inferior unbedeutend und allmählich verschmälert, 
letztere zuerst stark verengt, weiter zu der breit abgestutzten Spitze 
parallelseitig verlaufend, die oberen Eänder der Einne der ganzen Länge 
nach, in der Gegend der lamina inferior und im basalen Teile schmal, in der 
mittleren Partie breiter eingebogen. Long.: 2,8 — 3,8mm. Mitteleuropa. 

21. Barypithes Albinae Form., Wien. Entom. Zeitg. 1903, 140. — 
Kenntlich durch die Färbung, die lange, schräg abstehende Behaarung, 
den breiten, parallelseitigen, oben nicht gekrümmten Rüssel, die hölilen- 
förmigen, sehr tiefen, bis an die Augen reichenden Fühlergruben, die tiefen, 
senkrecht nach unten verlaufenden, die Unterkanten des Rüssels nicht 
durchschneidenden Furchen, die walzenförmigen, vorne gerade abgestutzten, 
hinten kurz abgerundeten, mit deutlichen Schultern versehenen Flügeldecken 
und die beim c? der ganzen Länge nach gekrümmten Vorderscliienen. 
Gestreckt, lang, schräg abstehend behaart, rot, die gewöhnlich längs der 
Naht rot durchscheinenden Flügeldecken dunkelbraun, die Fühler und Beine 
hellrot. Der Eüssel etwa so lang wie breit, parallelseitig, oben nicht 
gewölbt, an der Spitze flach und sehr seicht eingedrückt, wie die Stirne 
ziemlich stark und weitläufig, bisweilen runzelig punktirt. Die Fühler- 
gruben höhlenförmig, sehr tief, bis an die Augen reichend, die Furchen 
tief, senkrecht nach unten verlaufend, die Unterkanten nicht durch- 
schneidend, zur Spitze des Rüssels scharf begrenzt. Die Augen flach. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes wenig überragend, der Schaft 
massig gebogen, zur Spitze massig verdickt, das erste Glied der Geissei 
kaum verdickt, wenig länger als das gestreckte zweite, das dritte wenig 
länger als breit, die äusseren quer, die Keule kräftig, kurz eiförmig. 
Der Halsschild bedeutend breiter als lang, seitlich stark gerundet, mit 




Zur näheren Kenntnis der Gattungen Barypithes Duv. u. Omias Schönh. 171 

groben, massig tiefen Punkten ziemlich weitläufig, an den Seiten bisweilen 
runzelig besetzt, in der Mitte in grösserer Ausdehnung glatt. Die Flügel- 
decken beim cf schmäler als beim 9 , walzenförmig, vorne gerad.e ab- 
gestutzt, die Schnltern daher in .der Anlage rechtwinkelig, hinten kurz 
abgerundet, massig stark gestreift-punktirt, die Punkte nach hinten schwächer 
werdend, die inneren Punktstreifen bisweilen vertieft, die Zwischenräume 
liach, mit feinen, kaum wahrnehmbaren Pünktchen be- 
setzt. Beim d die Schenkel stark verdickt, die Vorder- 
schienen der ganzen Länge nach zwar schwach aber 
deutlich gekrümmt. Der Penis, bis zur Ausrandung 
gemessen, etwa 4^2 mal so lang wie breit, im Profil 
betrachtet sattelförmig, stark gebogen, die scharfe Spitze 
massig tiefer liegend als der gleichbreite, schief nach 
oben gerichtete basale Teil, die grösste Breite vor dem 
letzten Dritteile liegend, von da an beiderseits allmählich, 
gegen die Spitze schwächer als zur Basis verschmälert, 
die obere Seite vor der Spitze sehr flach ausgerandet, Fig. 21. 

die untere unweit der letzteren ziemlich stark ausge- 'Pems von Barypithes 

^ Aloinae Forni. 

buchtet; bei der Ansicht von unten vor der Ausrandung 
am breitesten, von da an zur Basis sehr schwach, gegen die Spitze bis 
zur lamina inferior allmählich, weiter stärker verschmälert, darauf wieder 
verbreitet und in einen kurzen, gieichbreiten, am Ende abgerundeten Ast 
ausgezogen, die oberen Ränder der Einne, ausgenommen die beiden Enden, 
mittelmässig stark eingebogen, die Einbiegungsflächen von der zu Ende 
des ersten Dritteiles Liegenden breitesten Stelle beiderseits ziemlich gleich- 
massig verengt. Long.: 2,8 — 3,8 mm. Brünner Umgebung. 

22. Barypithes vallestris Hampe, Berlin. Entom. Zeitsch. 1870, 
834, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 95 ; 1884 ; validus 
Stierlin 1. c. 93. — Mit den vorstehenden zwei Arten nahe verwandt, von 
dem gleichfarbigen moUicomus durch bedeutendere durchschnittliche Grösse, 
den oben vollkommen flachen, nicht gekrümmten Eüssel, die beim d stärker 
entwickelten Beine, von Alhinae durch die Färbung, die 
beim c? vollkommen geraden, nicht gekrümmten Vorder- 
schienen, von beiden überdies durch die vollkommen ver- 
rundeten Schultern und die Form des Penis verschieden. 
Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, etwa 4^2 mal 
so lang wie breit; im Profil besichtigt, anfangs des 
basalen Viertels am breitesten, von da an zur Basis 
im Bogen aufgehoben und allmählich verschmälert, gegen 
die scharfe Spitze ziemlich horizontal verlaufend, die 
obere Seite vor der letzteren kaum merklich, wellen- 
förmig gehoben, die imtere Seite an der korrespon- ^^s- --■ 
direnden Stelle kurz scharfwinkelig ausgerandet und ^vaiiesMs Hampe."'' 
unweit vor der Mitte bauchig erweitert; bei der Ansicht 
von unten im basalen Teile parallelseitig, vor der Spitze unweit der lamina 
inferior verschmälert und sodann wieder erweitert, die schaufeiförmige Spitze 
breit abgestutzt, die oberen Ränder der Rinne, mit Ausnahme der Spitze, 

12* 




172 Postrat Foriiiiinek 

mittelmässig stark eingebogen, die Einbiegungsflächen zu Ende des ersten 
Dritteiles am breitesten, von da an beiderseits im Bogen verengt. Long. : 
3 — 4,2 mm. Mäliren. 

23. Bartjpithes teuer Boliem., Schönherr VII, 140, Seidlitz die 
Otiorh. s. Str. 76, Stierlin Mitteil. Scliweiz. Entom. Gesell. 7., 95; 1884. — 
Leicht kenntlicli durcli die geringere Grrösse, die äusserst feine, staub- 
förmige, nur bei starker Vergrösserung wahrnehmbare Behaarung des 
Körpers, den deutlich breiteren als langen, nur an der Spitze eingedrückten 
Eüssel, die deutlichen Schultern der Flügeldecken und die bei beiden Ge- 
sclileclitern gleich geformten Vorder scliienen. Schwarz, glänzend, die 
Fühler und Beine rötlichgelb, der Körper mit sehr feinen, staubförmigen 
Härchen sparsam bekleidet. Der Rüssel deutlich breiter als lang, parallel- 
seitig, oben nicht gebogen, an der Spitze kurz und seicht eingedrückt, 
wie die bisweilen mit einem Mittelgrübchen versehene Stirne massig fein, 
mehr weniger dicht, gewöhnlich runzelig punktirt. Die Fühlergruben tief, 
gegen die Augen stark verflacht, die Furchen tief, senkrecht, fein punk- 
tirt, mattglänzend, die Unterkanten nicht durchschneidend, gegen die Spitze 
des Eüssels scharf begrenzt. Die Augen flach. Die Fühler den Hinter- 
rand des Halsschildes überragend, der Schaft ziemlich gebogen, zur Spitze 

massig verdickt, das erste Geisseiglied verdickt, länger 
als das gestreckte zweite, das dritte etwa so lang als 
breit, die äusseren quer, die Keule kräftig, kurz eiförmig. 
Der Halsschild glänzend, breiter als lang, seitlich massig 
gerundet, ziemlich stark, tief und massig dicht punktirt, 
bisweilen sind die Punkte sehr dicht, runzelig zusammen- 
gedrängt, die Mitte öfters zu einer mehr weniger ab- 
gekürzten Längswulst erhoben und die Oberfläche matt. 
Die Flügeldecken beim c? schmäler und paralleler als 
beim 9, oblong oval, ziemlich kurz, mit deutlichen 
-i^ig. .iö. Schultern, tief gestreif t-punktirt, die inneren Streifen 

Penis vou Baryjnthes ; o j. 7 

teuer Bohem. Msweileu Vertieft. Die Schenkel beim c? wenig ver- 

dickt, die Schienen bei beiden Geschlechtern gerade. Der 
Penis, bis zur Ausrandung gemessen^ etwa zweimal so lang wie breit ; im 
Profil betrachtet, schmal, unsymmetrisch sattelförmig gebogen, die Spitze 
schief nach oben gerichtet, der basale Teil ziemlich horizontal verlaufend; 
bei der Ansicht von unten weit hinter der Ausrandung am breitesten, von 
da an beiderseits, gegen die abgestutzte Spitze bis etwa zur Mitte schwach 
verschmälert, dann parallelseitig und erst im letzten Fünftel wieder jedoch 
stark verengt, die oberen Ränder der Rinne der ganzen Länge nach, in 
der basalen Hälfte stärker als in der apicalen eingebogen. Long. : 
2,2 — 3 mm. Mitteleuropa. 

24. Barypithes sulcifrons Bohem., Schönherr VII, 143, Seidlitz 
die Otiorh. s. str. 77, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 96; 
1884; rufipes Duval Gen. Col. Cure. 13; meridionalis Muls. et Rey Op. 13, 
28; rhytidiceps Chevr. Annales de la soc. Entom. Fr. 1872, 411; asturiensis 
Kirsch Deutsch. Entom. Zeitsch. 1880, 303; var. andahmcus Seidlitz die 




Zur näheren Kenntnis der Gattungen Barijpifhes Duv, n. Omias Schönh. 173 

Otiorli. s. Str. 77. — Leicht kenntlich durch die kurze, spärliche Be- 
haarung des Körpers, den dicken, doppelt so breiten wie langen, bis 
zwischen die Augen tief gefurchten Rüssel und die deutlichen, in der 
Anlage rechtwinkeligen Schultern der Flügeldecken. Oblong, mit kurzer, 
anliegender, greiser Behaarung spärlich bekleidet, glänzend schwarz, die 
Fühler und die Hinterränder der Bauchsegmente hellrot, die Beine und 
die Fühlerkeule dunkelbraun, bisweilen die Beine und der Halsschild hell- 
rot. Der Eüssel schmäler als der Kopf, kurz und dick, etwa doppelt so 
breit wie lang, oben nicht gewölbt, nach vorne deutlich verschmälert, bis 
zwischen die Augen tief gefurcht und wie die Stirne fein, weitläufig 
punktirt. Die Fühlergruben massig tief, gegen die Augen verflacht, die 
Furchen seicht, schräg unter die Augen gerichtet, gegen die Spitze des 
Eüssels scharf begrenzt. Die Augen ziemlich gewölbt, vorragend. Die 
Fühler den Hinterrand des Halsschildes erreichend, der Schaft ziemlich 
stark gebogen, zur Spitze ziemlich stark verdickt, das erste Glied der 
Geissei verdickt, beinahe zweimal so lang wie das ge- 
streckte zweite, das dritte wenig länger als breit, die 
äusseren quer, die Keule zart, lang eiförmig. Das 
Halsschild bedeutend breiter als lang, seitlich massig 
gerundet, grob, seicht, an den Seiten dichter punktirt, 
die Scheibe in grösserer Ausdehnung glatt, auf der vor- 
deren Hälfte mit zwei gewöhnlich seichten, seltener 
grubenförmig vertieften, convergirenden Quereindrücken. 
Die Flügeldecken beim d schmäler als beim 9 , vorne 
gerade abgestutzt, ziemlich parallel, daher die Schultern 
in der Anlage rechtwinkelig, ziemlich tief punktirt-ge- ^ . ^^' „ ' .„ 

° "' jr o Penis von Barypithes 

streift, die Punkte der Streifen nach hinten schwächer suici/rons Bohem. 
werdend, die Zwischenräume flach, mit feinen Punkten 
massig dicht besetzt. Die Schenkel beim d wenig dicker, die Schienen bei 
beiden Geschlechtern gerade. Der Penis geschlossen, etwa fünfmal so lang 
wie breit; im Profil betrachtet sattelförmig, die obere Seite symmetrisch, 
die untere gleich von der Basis in kurzem Bogen schief nach unten, weiter 
bis zum letzten Viertel parallel mit der Oberseite verlaufend, sodann der 
letzteren in schwachem Bogen bis zu der schief abgestutzten Spitze ge- 
nähert; bei der Ansicht von unten von der Basis bis zum letzten Viertel 
kaum merklich, im weiteren Verlaufe allmählich verschmälert, der ganzen 
Länge nach eingedrückt, der Eindruck von der Oeffnung bis zur Basis 
alLnählich verbreitet, die Oeflnung etwa zweimal so lang wie breit, von 
der schwach bogenförmigen Basis zu der abgestumpften Spitze geradlinig 
verengt. Die mir unbekannt gebliebene var. andalusicus soll von der 
typischen Form durch den schmäleren, seitlich kaum gerundeten, dichter 
und feiner punktirten Halsschild abweichen. Long. : 3,2 — 4 mm. Spanien, 
Frankreich, Gross-Britannien. 

25. Barypithes cinerascens Eosenhauer, Tliier. Andal. 260, Seid- 
litz die Otiorh. s. str. 79, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 
96; 1884. — Sehr ausgezeichnet und leicht kenntlich durch den vorne 
mit einer halbkreisförmigen, glänzenden, ziemlich hoch umrandeten Fläche 




174 Postrat Formänek 

gezierten Eüssel und die doppelte aus feinen, anliegenden, ziemlich dichten 
Härchen und Reihen abstehender Borstenhaare bestehende Bekleidung der 
Flügeldecken. Schwarzbraun, glänzend, die Fühler und Beine rotbraun. 
Der Eüssel etwa doppelt so breit wie lang, gegen die Spitze massig ver- 
schmälert, vorne mi't einer halbkreisförmigen, glänzenden, äusserst fein, 
zerstreut punktirten Fläche, hinter derselben flach, wie die mit einem 
tiefen Mittelgrübchen gezierte Stirne massig stark, mehr weniger dicht, 
bisweilen runzelig punktirt und mit feinen, nach hinten gerichteten Härchen 
massig dicht bedeckt. Die Fühlergruben seicht, matt, gegen die Augen 
stark abgekürzt, die Furchen glänzend, schief unter die Augen gerichtet, 
die Unterkanten nicht erreichend, gegen die Spitze des Rüssels hoch be- 
grenzt. Die Augen gewölbt vorragend. Die Fühler den Hinterrand des 
Halsschildes wenig überragend, der Schaft ziemlich stark gebogen, zur 
Spitze stark verdickt, das erste Geisselglied massig verdickt, länger als 
das gestreckte zweite, die äusseren quer, die Keule kräftig, lang eiförmig. 
Der Halsschild deutlich, höchstens um Vs länger als breit, stärker als die 
Stirne und ziemlich dicht punktirt, die Punkte bisweilen runzelig zusammen- 
fliessend, mit feinen, quer anliegenden Haaren ziemlich dicht bedeckt. Die 
Flügeldecken oval, etwa um Vs länger als breit, vorne gerade abgestutzt, 
mit deutlichen, abgerundeten Schultern, fein gestreift-punktirt, die Punkte 
nach hinten schwächer werdend, bisweilen die Punktstreifen am Absturz 
und an den Seiten vertieft, die Zwischenräume flach, sehr fein punktulirt, 
mit weissgrauen. anliegenden, etwa so wie am Halsschilde dichten Härchen 
und überdies mit Reihen ziemlich langer, abstehender Borstenhaare besetzt. 
Long.: 3,5 — 3,8mm. Südspanien, Algier. Mir liegen vier von Bedel 
in Tlemcen gesammelte 9 9 vor. 



Omias Schönherr. 

Uebersicht der Arten. 

1. Oberseite mit sehr feinen, staubförmigen Härchen besetzt, fast 
kahl erscheinend . . . . 2 

— Oberseite deutlich behaart 5 

2. Flügeldecken hinten an der Naht schnabelförmig ausgezogen, 
Schulter vollkonnnen verrundet 3 

— Flügeldecken hinten an der Naht breit zugerundet mit deutlichen 
Schultern 4 

3. Tarsen mit nur einer kräftigen Klaue 1. HanaM. 

— Tarsen mit zwei eng aneinander stehenden, bis über die Mitte 
verwachsenen Klauen 2. Brandisi. 

4. Rüssel vor den Augen eingeschnürt, parallelseitig, auf der Ober- 
seite nach hinten stark verengt, von der Stirne mehr weniger 
stark abgesetzt und an dieser Stelle nur halb so breit als dei- 
Kopf hinter den Augen 3. rwfipes. 

— Rüssel vor den Augen nicht eingeschnürt, gegen die Spitze ver- 



Zur nähereu Kenntnis der Gattungen Bari/jiithes Duv. u. Omias Schünh. 175 

engt, von der Stirne nicht abgesetzt, an der Basis so breit als 
der Kopf hinter den Augen 4. nitidus. 

5. Flügeldecken anliegend behaart 6 

— Flügeldecken einfach abstehend oder doppelt, kurz anliegend und 
länger abstehend behaart 7 

6. Augen flach, nicht vorragend, Eüssel von der Stirne nicht ab- 
gesetzt, die Behaarung auf den Flügeldecken gleichmässig ver- 
teilt 5. metallescens. 

— Augen gewölbt, vorragend, Rüssel von der Stirne durch eine 
flache Querdepression abgesetzt, die Behaarung der Flügeldecken 

hie und da fleckig verdickt 6*. cyjjvicus. 

7. Körper langgestreckt, Flügeldecken mit langen, abstehenden, 
wolligen Haaren dicht besetzt ... 7. concinnus. S. Heydeni. 

— Körper kürzer und breiter, Flügeldecken kurz, eiförmig, stark 
gewölbt, mit feinen, kurzen, anliegenden Härchen und langen 
abstellenden Borstenhaaren bekleidet 8 

8. Rüssel breiter als lang, vorne mit einer halbkreisförmigen, 
glänzenden, sehr fein zerstreut punktirten, ziemlich hoch um- 
randeten Fläche, Augen gewölbt vorragend, die abstehende Be- 
haarung der Flügeldecken kurz und sehr dicht . 9. castiliamis. 

— Rüssel länger als breit, oben flach eingedrückt, Augen flach, 
nicht vorragend, die abstehende Behaarung der Flügeldecken 
lang, massig dicht . 10. tnollinus. 

1. Oinias HanaM Frivaldsky, A. m. tud. Akad. evkönyvei XI, 4, 
1866, 205, Seidlitz die Otiorh. s. str. 53, Stierl. Mitteil. Schweiz. 
Entom. Gesell. 7., 96; 1884. — Sehr ausgezeichnet durch die Bewaffnung 
der Tarsen mit nur einer Klaue. Dunkelbraun bis hellbraun, die Fühler 
und Beine heller, der Körper mit äusserst feinen, anliegenden Härchen 
sparsam bedeckt, stark glänzend. Der Rüssel wie die mit demselben in 
einem Niveau liegende, mit einem punktförmigen Mittelgrübchen gezierte 
Stirne mittelmässig fein, mehr oder weniger zerstreut punktirt, seitlich 
von den Augen bis zur Mitte stark konvergirend, gegen 
die Spitze sodann wieder verbreitet, oben der ganzen 
Länge nach, bisweilen nur an der Spitze flach einge- 
drückt, beim c? etwa so lang wie breit, beim 9 breiter 
als lang. Die rundlichen, seitlich liegenden Fühlergruben 
gegen die Augen abgeflacht. Die Augen flach. Die 
Fühler plump, den Hinterrand des Halsschildes wenig- 
überragend, der gegen die Spitze stark verdickte Schaft 
etwas gebogen, das erste Griied der Geissel länger als 
breit, das zweite so lang wie breit, die äusseren quer, 
die Keule kurz eiförmig. Der Halsschild bedeutend länger ^'s- -^■ 

als breit, seitlich stark gerundet, mehr weniger stark, //anoArrrivaicisky. 
auf der Scheibe zerstreut, an den Seiten dichter, bisweilen 
runzelig punktirt. Die Flügeldecken beim c? lang, beim q kurz eiförmig, 
hochgewölbt, mit vollkommen verrundeten Schultern, rückwärts an der Naht 




176 



Postrat Formänek 



schnabelförmig zugespitzt, fein gestreift punktirt, die Punktstreifen bis- 
weilen mehr weniger vertieft, die Zwischenräume flach, äusserst fein runzelig 
sculptirt. Beine kurz und plump, beim c? stärker entwickelt mit keulen- 
förmigen Schenkeln, die Tarsen mit nur einer starken, scharf spitzigen 
Klaue, Der Penis geschlossen, etwa viermal so lang wie breit; bei der 
Besichtigung im Profil sattelförmig, stark gebogen, die abgestumpfte, auf 
der Oberseite seicht ausgerandete Spitze wenig höher als das basale Ende 
liegend, von der Basis bis zu der Biegungsstelle gleichbreit, weiter all- 
mählich sehr schwach und erst vor der Spitze stärker verschmälert; bei 
der Ansicht von unten bis zur lamina inferior ziemlich gleich breit, weiter 
zu der stöpseiförmigen Spitze rasch verengt, die apicale Oeffnung oval, 
etwa dreimal so lang als breit. Long.: 3 — 4 mm. Ungarn, Galizien, 
Siebenbürgen. 



2. Oinias Brandisi Apfelbeck, Münch. koleop. Zeitsch. I, 336. — 
Dem Hanaki sehr nahestehend und auch habituell ähnlich, von demselben 
im allgemeinen durch grössere Augen, schmäleren, seitlich weniger ge- 
rundeten, feiner und zerstreuter oder fast erloschen punktirten Halsschild, 
schmälere, gegen die Basis allmählicher verengte, schwächer gewölbte 
Flügeldecken, schlankere Fühler und Beine, beim d im 
letzten Dritteile schwach gebogene Vorderschienen, in 
allen Fällen aber durch die Bewaffnung der Tarsen mit 
zwei eng aneinander stehenden, bis über die Mitte ver- 
wachsenen Klauen und durch die Form des Penis ver- 
schieden. Der Penis geschlossen, beinahe fünfmal so 
lang wie breit; im Profil besichtigt sattelförmig, wenig 
schwächer als bei Hanaki gebogen, die ziemlich scharfe 
Spitze wenig tiefer als das basale Ende liegend, ziem- 
lich gleichbreit und erst unweit vor der Spitze rasch 
verengt; bei der Ansicht von unten von der Basis bis 
zur lamina inferior allmählich sehr schwach, weiter zur 
Spitze plötzlich verschmälert, die apicale Oeffnung mehr 
als viermal so lang wie breit, etwa zu Ende des ersten Dritteiles am 
breitesten, von da an gegen die schmale stöpseiförmige Spitze plötzlich, 
gegen die Basis allmählich verschmälert und am Ende breit abgestutzt. 
Long.: 3 — 4mm. Zentral-Bosnien. 




Fig. 26. 

Penis von Omias 

Brandisi Apfelbeck. 



3. Oinias rtifipes Bohem., Schönherr II, 500, Seidlitz die Otiorh. 
s. Str. 54, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 97; 1884. — 
Durch die eigentümliche Form des Eüssels und des Penis sehr ausgezeichnet 
und leicht kenntlich. Braunschwarz, die Fühler und Tarsen, bisweilen die 
ganzen Beine rot, der Körper mit äusserst feinen, staubförmigen Härchen 
sparsam bedeckt, stark glänzend. Der Rüssel wenig länger als breit, vor 
den Augen eingeschnürt, parallelseitig, auf der Oberseite nach hinten stark 
verengt, von der Stirne mehr weniger stark abgesetzt und an dieser Stelle 
nur halb so breit als der Kopf hinter den Augen, der Länge nach mehr 
weniger deutlich, flach eingedrückt und wie der Kopf massig fein und 
dicht, bisweilen runzelig punktirt. Die Stirne öfters mit einem punkt- 




Zxu- näheren Kenntnis der Gattungen Barypi'thes Vuv. n. Oinias Schönh. 177 

förmigen Griiibclieii geziert. Die seitlich liegenden Fühlergruben bis an 
die Augen reichend, vor den letzteren abgeflacht. Die Augen flach. Die 
Fühler zart, den Hinterrand des Halsschildes wenig überragend, der wenig 
gebogene Schaft erst gegen die Spitze stärker verdickt, die vorderen zwei 
Geisselglieder gestreckt, das erste wenig länger als das zweite, die äusseren 
quer, die Keule ziemlich lang eiförmig, der Halsschild mehr weniger breiter 
als lang, hoch gewölbt, nach vorne stärker als nach hinten verengt, tief, 
ziemlich stark und nicht dicht punktirt, die Punkte hie und da runzelig 
zusammenfliessend. Die Flügeldecken hoch gewölbt, mehr als doppelt so 
breit wie der Halsschild und nur um ein Drittel länger als zusammen 
breit, seitlich mehr weniger stark gerundet, mit deut- 
lichen, gerundeten Schultern, ziemlich stark gestreift- 
punktirt, die Punktstreifen bisweilen mehr weniger ver- 
tieft, die Zwischenräume flach, sehr fein zerstreut punktirt. 
Die Beine plump mit stark keulenförmigen Schenkeln. 
Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, bedeutend 
breiter als lang; im Profil besichtigt sattelförmig, ziem- 
lich stark gebogen, die grösste Breite im ersten Viertel 
liegend, von da an zu der abgestumpften Spitze stark 
geradlinig, gegen die Basis in starkem Bogen allmählich Fig. 27. 

verschmälert und sodann als ein schmaler, nach unten ^^nis von Omias 

' rufipes Boliem. 

geneigter Ast weiterlaufend; bei der Ansicht von unten 
breit, der ganzen Länge nach parallelseitig, die lamina inferior in der 
Mitte durch eine die Höhe der Seitenwände erreichende, vorne als kurze 
Spitze vorstehende Längsleiste abgeteilt, die breite Vorderseite, welche die 
Spitze darstellt, dreizackig, die Seitenzacken dreimal so breit wie die 
mittlere, die oberen Eänder der Einne der ganzen Länge nach eingebogen, 
die Einbiegungsfläche von der breitesten, unweit der Ausrandung befind- 
lichen Stelle nach vorne rasch, gegen die Basis allmählich verschmälert. 
Long.: 3 — 3,5mm. Mitteleuropa. 

4. Omias fiitidtis Bohem., Schönherr VII, 138, Seidlitz, die Otiorh. 
s. Str. 55, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gresell. 7., 97; 1884. — 
Kenntlich durch die äusserst feine, staubförmige Behaarung des Körpers, 
den etwa so langen wie breiten, vor den Augen nicht eingeschnürten, 
gegen die Spitze verengten, oben flachen und seicht eingedrückten Eüssel, 
die flachen Augen, die sehr feine, zerstreute Punktirung des Halsschildes 
und die breiten, vorne gerade abgestutzten, mit deutlichen Schultern ver- 
sehenen Flügeldecken. Dunkelbraun, die Fühler und Beine rotgelb, der 
Körper mit sehr feinen, staubförmigen Härchen bedeckt. Der Eüssel etwa 
so lang wie breit, vor den Augen nicht eingeschnürt, gegen die Spitze 
verschmälert, oben der Länge nach flach und seicht eingedrückt, wie die 
Stirne äusserst fein, zerstreut punktirt. Die Fühlergruben seicht, gegen 
die flachen Augen stark verflacht. Die Fühler plump, den Hinterrand des 
Halsschildes nicht erreichend, der Schaft stark gekrümmt, gegen die Spitze 
stark verdickt, das erste Glied der Geissei stark verdickt, kaum zweimal 
so lang als breit, das zweite wenig länger als breit, die äusseren quer, 
die Keule besonders kräftig, kurz eiförmig. Der Halsschild etwa um ein 



178 Postrat Formänek 

Drittel breiter als lang, hinter der Mitte am breitesten, nach vorne stärker 
als nach hinten verengt, ebenso fein und zerstreut wie die Stirne punktirt. 
Die Flügeldecken etwa um ein Drittel länger als breit, vorne gerade ab- 
gestutzt, mit deutlichen Schultern, nach hinten etwa von der Mitte an 
sehr allmählich verschmälert, sehr fein gestreift punktirt, die Punkte nach 
hinten schwächer werdend, die Zwischenräume flach, äusserst fein punktu- 
lirt. Die Beine plump, mit massig verdickten Schenkeln. Long.: 3 mm. 
SüdRussland. Mir liegt nur ein Exemplar aus dem Wiener Hofmuseum 
ohne Fundortangabe vor. 

5. Omias metallescens Seidlitz, die Otiorh. s. str. 57, Stierlin 
Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 97; 1884. — Kenntlich durch den 
starken metallischen Glanz des Körpers, den so langen wie breiten, seit- 
lich von den Augen bis zur Mitte stark konvergirenden, gegen die Spitze 
wieder verbreiteten, oben flachen, stark punktirten Rüssel, die flachen 
Augen und die graue, feine, anliegende, auf den lang ovalen Flügeldecken 
gleichmässig verteilte Behaarung des Körpers. Dunkelbraun, die Fühler 
und Beine rotgelb, stark metallisch glänzend. Der Rüssel etwa so lang 
wie breit, seitlich von den Augen bis zur Mitte stark konvergirend, gegen 
die Spitze wieder erweitert, oben flach, wie die mit einem tiefen Mittel- 
grübchen gezierte Stirne ziemlich stark, runzelig punktirt und fein, an- 
liegend behaart. Die Fühlergruben seitlich stehend, von oben zum Teile 
sichtbar, massig tief, gegen die flachen Augen stark abgekürzt. Die 
Fühler den Hinterrand des Halsschildes etwas überragend, der Schaft 
kaum merklich gebogen, gegen die Spitze massig verdickt, die vorderen 
zwei Geisselglieder zur Spitze verdickt, das erste länger als das gestreckte 
zweite, die äusseren quer, die Keule besonders kräftig, lang eiförmig. Der 
Halsschild etwa um ein Drittel länger als breit, seitlich ziemlich stark 
gerundet, vorne deutlich eingeschnürt, ziemlich tief, bedeutend stärker als 
die Stirne, auf der Scheibe zerstreut, an den Seiten dicht runzelig punk- 
tirt, in der Mitte mit einer nach vorne und hinten abgekürzten, etwas 
erhabenen glatten Fläche, mit feinen, anliegenden Haaren massig dicht 
bekleidet. Die Flügeldecken etwa l^jt so lang wie breit, mit vollkommen 
verrundeten Schultern, nach hinten von der Mitte an allmählich verengt, 
an der Naht etwas zugespitzt, gestreift-punktirt, die Punkte vorne so stark 
wie am Halsschild, nach hinten schwächer werdend, fein, anliegend, massig 
dicht behaart. Die Schenkel keulenförmig, die Klauen weit auseinander- 
stehend. Sicilien, Algier. Mir liegt nur ein von Ragusa bei Palermo 
gesammeltes Exemplar aus der von Heyden'schen Sammlung vor. 

6. Omias cypricus Seidlitz, die Otiorh. s. str. 56, Stierlin Mitteil. 
Schweiz. Entom. Gesell. 7., 97; 1884. — Kenntlich durch den starken 
Glanz des Körpers, den kaum so langen wie breiten, parallelseitigen, oben 
flachen, stark punktirten, von der Stirne durch eine flache Querdepression 
abgesetzten Rüssel, die gewölbten, vorragenden Augen, die graue, feine, 
anliegende, auf den kurz ovalen Flügeldecken scheckig verteilte Behaarung 
des Körpers. Braun, die Fühler und Beine heller, der Körper stark 
glänzend. Der Rüssel kaum so lang wie breit, parallelseitig, oben flach, 



Ziu- uähereu Keiiutnis der Gattungen Bari/pithes Duv. u. Omias Scliünh. 179 

von der Stirne durch eine flache Querdepression abgesetzt, wie die mit 
einem feinen Mittelgrübchen gezierte Stirne stark, runzelig punktirt und 
fein anliegend behaart. Die Fühlergruben massig tief, gegen die Augen 
stark abgekürzt, von oben nicht sichtbar. Die Augen gewölbt, vorragend. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes überragend, der Schaft kaum 
merklich gebogen, zur Spitze massig verdickt, die vorderen zwei Glieder 
der Greissei langgestreckt, zur Spitze nur unbedeutend verdickt, das erste 
länger als das zweite, die folgenden gestreckt, das vierte länger als die 
anstossenden, die Keule schmal, etwa so lang wie die letzten drei Geissel- 
glieder. Der Halsschild etwa um ein Drittel breiter als lang, seitlich 
massig gerundet, hinter dem Vorderrande beiderseits schwach eingedrückt, 
tief, bedeutend stärker als die Stirne, ziemlich dicht, runzelig punktirt, 
mit feinen, quer anliegenden Haaren ziemlich dicht bedeckt. Die Flügel- 
decken hochgewölbt, etwa zweimal so breit wie der Halsschild und um 
ein Drittel länger als breit, mit vollkommen verrundeten Schultern, hinten 
an der Naht zugespitzt, gestreift-punktirt, die Punkte vorne so stark wie 
am Halsschild, nach hinten bedeutend schwächer werdend, fein, anliegend 
behaart, die Haare hie und da scheckig verdickt. Die Beine mit ziemlich 
verdickten Schenkeln, die Klauen weit auseinander stehend. Long. : 4 mm. 
Mir liegt nur ein aus der Sammlung des Herrn Maurice Pic stammendes 
Exemplar vor. 

7. Omias concinnus Hohem., Schönherr II, 508, Seidlitz, die Otiorh. 
s. Str. 57, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 97; 1884; parvulus 
Hohem. Schönherr II, 509; sericeus Hohem. Schönherr VII, 139; oUongus 
Hohem. 1. c. 141; Raijmondi Gautier d. Cott. Annal. Fr. 61, 98; Marqueti 
Gautier 1. c. 63, 489; mcmdihularis Chevrolat Gren. Catal. Fr. 106. — 
Eine häufige, namentlich in der Grösse, in der Stärke und Dichte der 
Punktirung, sowie in der Länge der Flügeldecken selir variable, an der 
eigentümlichen und auffälligen Form des Rüssels leicht kenntliche Art. 
Schwarzbraun bis rotbraun. Die Fühler und Beine hellbraun. Der Rüssel 
sehr kurz, so breit wie der Kopf, nach vorne mehr weniger verengt, die 
bei der Besichtigung im Profil gebogene Oberseite oberhalb der Einlenkungs- 
stelle der Fühler eingeengt, daselbst nur so breit wie der seitliche, die 
Fühlergruben darstellende Rüsselteil, der Länge nach eingedrückt, der 
Eindruck zur Spitze stark verbreitet, von der gewöhnlich mit einem Mittel- 
grttbchen gezierten Stirne nicht abgesetzt und wie diese mehr weniger 
dicht und grob, bisweilen runzelig punktirt. Die seitlich liegenden, bis 
zu den Augen reichenden, ziemlich tiefen Fühlergruben von oben zum 
grössten Teile sichtbar. Die Augen flach. Die Fühler ziemlich plump, 
den Hinterrand des Halsschildes kaum oder nur wenig überragend, der 
Schaft gegen die Spitze massig verdickt, mehr weniger gebogen, die vor- 
deren zwei Geisselglieder gestreckt, das erste länger als das zweite, das 
dritte so lang wie breit, die äusseren quer, die Keule breit, kurz eiförmig. 
Der Halsschild wenig schmäler als die Flügeldecken, etwas breiter als 
lang, seitlich ziemlich stark gerundet, fein anliegend behaart und stark, 
mehr weniger dicht punktirt, die Punkte häufig runzelig zusammenfliessend, 
selten in der Mitte der Länge nach glatt erhoben. Die Flügeldecken bald 




180 Postrat Formänek 

doppelt so lang- wie breit, bald bedeutend kürzer, mit mehr weniger ver- 
rundeten Seiten und mehr weniger deutlichen Schultern, grob gestreift- 
punktirt, die Punktstreifen öfters vertieft, mit weichen, halb abstehenden, 
massig langen und mehr weniger dichten Haaren besetzt. Beine ziemlich 
plump, mit stark keulenförmigen Schenkeln. Der Penis, 
bis zur Ausrandung gemessen, bedeutend breiter als lang, 
bei der Besichtigung im Profil die obere Seite sehr schwach, 
die untere ziemlich stark gebogen, die grösste Breite in 
der ersten Hälfte unweit der Mitte, von da an gegen die 
Basis stärker als zu der scharfen, ziemlich vertical nach 
oben gerichteten Spitze verschmälert ; die Unterseite ziemlich 
schmal, unmittelbar hinter der Ausrandung am breitesten, 
von dieser Stelle an gegen die Basis kaum merklich ver- 
breitet, zu der breit abgerundeten Spitze stark verengt, 
Penis' von Omias ^^® oberen Ränder der Einne der ganzen Länge nach ein- 
concinnus Bohem. gebogen, die Einbiegungsfläclie von der breitesten, nicht 
weit hinter der Ausrandung gelegenen Stelle an nach hinten 
sehr allmählich, nach vorne stark verschmälert. Long. : 2,8 — 4 mm. 
Dalmatien, Istrien, Italien, Frankreich. 

8. Omias Heydeni (Tournier, in litt.) Stierlin Mitteilg. Schweiz. 
Entomolog. Gesell. 7., 96 ; 1884. • — In der Form des Rüssels mit 
concinnus übereinstimmend und den Stücken desselben mit kurzen Flügel- 
decken sehr ähnlich, von demselben durch längere, dichtere, fast villose 
Behaarung der Flügeldecken verschieden. Mir liegen ausser einem typi- 
schen Exemplare aus der Heyden'schen Sammlung — Pegli, Villa Doria 
1869, Genua — nur noch zwei weitere Stücke vor, eines aus der 
Wiener Hof musealsammlung, gesammelt im Mai 1891 von Dr. Flach 
in Genua, das andere eingesendet und gesammelt von Angelo Solari 
auf Monti di Nervi. Da mir nicht möglich war, den Penis zu unter- 
suchen, sind mir im Hinblick auf die ungemeine Variabilität des concinnus 
die Artrechte zweifelhaft. 

9. Omias castilianus K. Daniel, Societas entomologica XV, 139. — ■ 
Sehr ausgezeichnet und leicht kenntlich durch den kurzen, parallelsei tigen, 
vorne mit einer halbkreisförmigen, glänzenden, sehr fein, zerstreut punk- 
tirten, ziemlich hoch umrandeten Fläche gezierten Rüssel, die gewölbten, 
vorragenden Augen, die doppelte, aus hellgrauen, kurzen, anliegenden und 
braunen, längeren, abstehenden Haaren bestehende Bekleidung des Hals- 
schildes und der kurzen Flügeldecken. Glänzend, braunschwarz, die Fühler 
und Beine braunrot, bisweilen die Fühlerkeule und die Schenkel dunkel. 
Der Rüssel plump, breiter als lang, parallelseitig, vorne mit einer halb- 
kreisförmigen, glänzenden, sehr fein und zerstreut punktirten, ziemlich 
hoch umrandeten Fläche, hinter derselben samt der bisweilen mit einem 
Mittelgrübchen gezierten Stirne abgeflacht und wie der Kopf massig stark, 
zerstreut punktirt und fein anliegend behaart. Die Fühlergruben kurz, 
tief, gegen die ziemlich stark gewölbten, vorragenden Augen abgekürzt, 
von oben ganz sichtbar. Die Fühler abstehend behaart, den Hinterrand 



Ziir nühereu Kenntnis der trattuugeu Bari/pit/iea Duv. u. Omiaa Scliünh. 181 

des Halsschildes wenig" überragend, der Schaft schwach gebogen, gegen 
die Spitze stark verdickt, die vorderen zwei Geisselgiieder gestreckt, das 
erste kaum oder wenig länger als das zweite, die äusseren quer, die Keule 
kräftig, kurz eiförmig. Der Halsschild etwa um die Hälfte breiter als 
lang, seitlich stark gerundet, gröber und stärker als die Stirne, mehr 
weniger zerstreut punktirt, fein anliegend und wenig kürzer als die Flügel- 
decken abstehend behaart. Die Flügeldecken etwa um ^/s länger als breit, 
mit deutlichen Schultern, hochgewölbt, seitlich wenig ge- 
rundet, massig stark gestreift-punktirt, die Punktstreifen 
bisweilen schwach vertieft, mit hellgrauen, kurzen, anliegen- 
den und braunen, längeren, abstehenden Haaren ziemlich 
dicht besetzt. Die Beine ziemlich kräftig, bei beiden Ge- 
schlechtern gleich entwickelt. Der Penis, bis zur Ausran- 
dung gemessen, 1^3 mal so lang wie breit; im Profil be- , , ,^, 
trachtet, schmal sattelförmig, ziemlich stark gebogen, die 1/ \J 

Basis wenig höher liegend als die abgestumpfte Spitze, in 
der grössten Ausdehnung gleichbreit, unweit der Spitze „ . *°' " . 

° o o I jr- Penis von Omias 

schwach bauchig erweitert, die untere Seite unmittelbar vor castmanus Dan. 
der Basis der oberen genähert; bei der Ansicht von unten 
im basalen Teile bis in die unmittelbare Nähe der lamina inferior ziemlich 
paraUelseitig, weiter zu der abgerundeten Spitze geradlinig verengt, die 
oberen Eänder der Rinne längs der parallelen Seiten schmal und ziemlich 
gleichmässig eingebogen. Long.: 2,5 — 2,8mm. Mittel-Spanien, Fuente. 

10. Omias mollinus Bohem., Schönherr II, 504, Seidlitz die Otiorh. 
s. Str. 59, Stierlin Mitteil. Schweiz. Entom. Gesell. 7., 42; 1884; Bohemani 
Zett. Ins. Läpp., 188. — Ausgezeichnet und leicht « kenntlich durch den 
bedeutend längeren als breiten, seitlich in der Mitte leicht zusammen- 
gedrückten Rüssel, die flachen Augen, die kurzen, hochgewölbten, seitlich 
stark gerundeten, mit feinen, anliegenden Haaren und überdies mit Reihen 
langer zur Spitze deutlich verdickter Borsten bekleideten Flügeldecken. 
Schwarzbraun, die Fühler und Beine braunrot. Der Rüssel länger als breit, 
seitlich von den Augen bis zur Mitte sanft verschmälert, 
sodann gegen die Spitze wieder verbreitet, oben flach 
eingedrückt, der Eindruck vorne breit, nach hinten ver- 
schmälert und mehr weniger abgekürzt, im Profil be- 
sichtigt gerade, mit der Stirne in einer Ebene liegend 
und wie diese ziemlich fein, mehr weniger dicht, bis- 
weilen runzelig punktirt und fein anliegend behaart. 
Die seitlich stehenden, die Augen nicht erreichenden 
Fühlergruben tief, höhlenförmig. Die Augen flach. Die 
Fühler den Hinterrand des Halsschildes etwas über- Fig. so. 

ragend, der gerade Schaft fein, anliegend behaart, gegen fndiinuTBohem 
die Spitze schwach verdickt, die Geissei abstehend 
behaart, die vorderen zwei Glieder derselben gestreckt, gleich lang, die 
äusseren quer, die Keule kräftig, kurz eiförmig. Der Halsschild etwa um 
die Hälfte breiter als lang, seitlich mehr weniger stark gerundet, seicht, 
ziemlich dicht, gewöhnlich runzelig punktirt und fein anliegend behaart, 




182 Dr. Karl Daniel 

die Haare zur Mitte strahlig zusammenlaufend. Die Flügeldecken beim cf 
schmäler als beim 9, mehr als doppelt so breit wie der Halsschild und 
nur um ^/s länger als breit, mit vollkommen verrundeten vSchultern, hoch- 
gewölbt, seitlich stark gerundet, tief punktirt-gestreift, die Punkte nach 
hinten schwächer werdend, dicht anliegend behaart, die breiten, kaum 
gewölbten Zwischenräume ausserdem mit einer Reihe ziemlich langer, zur 
Spitze deutlich verdickter Borsten besetzt. Die Beine kräftig, die Schenkel 
beim c? stärker verdickt als beim 9 . Der Penis, bis zur Ausrandung 
gemessen, etwa dreimal so lang wie breit; im Profil besichtigt sattelförmig, 
stark gebogen, der basale, am Ende etwas nach unten geneigte Teil höher 
liegend, die grösste Breite zu Ende des ersten Viertels, von da an nach 
vorne anfangs schwach und erst vor der abgestumpften Spitze stärker, 
gegen die Basis bis zum letzten Dritteile allmählich im Bogen verschmälert, 
weiter sodann als ein schmaler Ast verlaufend; die Unterseite breit, etwa 
von der Mitte an beiderseits, anfangs kaum merklich und erst gegen die 
Enden stark verengt, die Spitze abgestumpft, die oberen Ränder der 
Rinne in der mittleren Partie ziemlich stark eingebogen, die Einbiegungs- 
flächen von der Mitte an beiderseits, ziemlich gleichmässig verschmälert. 
Long. : 2,7 — 3,5 mm. Mitteleuropa, Serbien, Schweden. 



lieber das ächte Apion Jiydropicimi Wenck. 

Yon D^- Kael Daniel. 

Ende Mai und anfangs Juni 1898 sammelte mein Bruder an ver- 
schiedenen Orten der piemontesischen Alpen einige Stücke (2 c? d* , 6 99) 
eines höchst interessanten Apion, das ich zunächst für eine noch unbe- 
schriebene Art hielt. Ueber ihre systematische Stellung blieb ich lange 
Zeit im Unklaren und meine Zweifel wurden auch dadurch nicht behoben, 
dass mir Desbrochers ein ihm mitgeteiltes 9 zunächst als Apion Sunde- 
valli Boh., später aber als »nov. spec. « bestimmte. Erst als ich daran ging, 
das Tier zum Zweck der Neubeschreibung gründlich zu untersuchen, legten 
meine Beobachtungen die Wahrscheinlichkeit sehr nahe, dass es sich hier 
um das äusserst seltene, *) bisher nur in 2 Exemplaren bekannt gewordene 



*) In den deutschen Sammlungen steckt unter dem Namen A. hydropicum 
Wenck. nach meiner bisherigen Erfahrung ausschliesslich A, melancliolicum 
Wenck., entsprechend der von Eppelsheim in Seidlitz's Fauna Baltica, ed. IL 
(Bearbeitung der Apionen bekanntlich von Eppelsheim stammend), vertretenen 
Auffassung {A. hydropiciim Wenck. = A. melancliolicum Wenck. = A. hadrops 
Thoms.), die auch für die meisten neueren Faunenverzeichnisse und Kataloge 
niaassgebend wurde. Im gleichen Sinne ist Bonnaire's Angabe, dass A. hydro- 
piciim bei Fontainebleau aufgefunden wurde (Bull. See. Ent. Fr. 1888, 96) zu 
rectificiren. Im centralen Frankreich scheint nur melancholictim vorzukommen. 
Zu berichtigen ist ferner Desbrocher's Notiz (Rev. pag. 236), wonach Bedel 
die Verantwortung für die Zusammenziehung von A. hydropicum und melanclio- 
licum zufalle. Wie mir College Bedel selbst mitteilt, hat derselbe nie etwas 
über diesen Gegenstand veröffentlicht. 



Ueber das ächte Apion liiidropicum Weuck. 183 

Apion hydropicuin Weuck. (Monographie des ApionideSj p. 66) handle. 
Wencker, dem nur 1 c? von Digne (Basses-Alpes) vorlag, vergleicht dasselbe 
in seiner Beschreibung mit Spencei Kirby. Später ergänzte Desbrochers 
(Revision des Curculionides appartenant ä la tribu des Apionides d'Euvope 
et des pays voisins, en Afrique et en Asie, pag. 235) Wencker 's An- 
gaben auf Grund der Untersuchung des Originalstückes, sowie eines weiteren 
cf derselben Herkunft und stellt die Art neben A. nielancholicum Wenck. 
{hadrops Thoms.). Um volle Sicherheit über die Beziehungen des erwähnten 
piemontesischen Apion zu hydropicum zu gewinnen, bat ich mir das typi- 
sche Exemplar der letzteren Art, das noch in gutem Zustande im Pariser 
Museum aufbewahrt ist, aus. Die Untersuchung ergab die volle Ueber- 
einstimmung unserer beiden cfcf mit Wencker's Originalstück (»type, c?, 
Alpes de France«, »coli. Wencker«). Auf Grund des nun vorliegenden, 
reicheren Materials halte ich es für nützlich, Wencker's und Desbrochers' 
Angaben zu revidiren und insbesondere die charakteristischen Eigentümlich- 
keiten der in mehrfacher Beziehung auffallenden Art präciser, als es bisher 
geschehen, hervorzuheben. 

Was den bereits erwähnten Vergleich mit A. Spencei Kirb. betrifft, 
so ist derselbe, selbst wenn wir von dem für diese Art charakteristischen 
Stirneindruck absehen, nicht glücklich gewählt, da auch sonst nur wenig 
Uebereinstimmung zwischen beiden Species besteht. Im übrigen sind die 
Angaben Wencker's aber ziemlich genau und, wie ich unten zeigen werde, 
vollkommen hinreichend, das Tier wieder zu erkennen. Desbrochers' 
Untersuchungen brachten insofern einen Fortschritt, als er die Art an der 
richtigen Stelle neben A. melancJiolicum Wenck. einreihte. In der von 
ihm entworfenen Tabelle (Rev. p. 225) stellt er beide Arten in folgender 
Weise gegenüber: 

»Yeux gTos, ä saillie plus avancee lateralement qua le niveau des« 
»joues.*) Eostre deuticule en dessous. Prothorax brievement« 
»etrangle en avant, grossierement ponctue Jiydropicum Wenck. (cf)« 
»Yeux moins gros, moins proeminents, pas plus avances lateralement« 
»que le bord lateral des Joues.*) Eostre nou denticule en dessous.« 
»Prothorax sans etranglement manifeste en avant, ä ponctuation« 
»mediocre melancholicutn Wenck. (0*9)« 

Bei der eigentKchen Besprechung des A. hydropicum (Rev. p. 235 
bis 236) erwähnt Desbrochers noch den abweichenden Verlauf der 
Wölbungscurve des Rückens der Flügeldecken, bei hydropicum flacher ge- 
krümmt und sich schon von der Mitte an gegen die Spitze allmählich 
herabsenkend, bei melancholicum gleichmässiger und stärker gekrümmt, 
steil abfallend. Ferner macht er noch Angaben über Sculptur, Länge und 
Dicke des Rüssels**) und rectificirt eine Angabe Wencker's über die 
Färbung der Fühler bei A. hydropicum. 



*) Muss wohl itempes« heissen. 
**) ?/rostre bien plus epais, bien plus court que la tete et le prothorax, 
paraissant, vu de profil, legerement cuneiforme, etant faiblement attenue depuis 
]a base« (cf ). Uebrigens ist der Eüssel bei hydropicum cf auch bei Betrachtung 
von oben von der Insertionsstelle der Fühler ab nach vorne schwach aber deutlich 
allmählich verschmälert, wie es, wenn auch in noch schwächerem Grade bei 
melancholicum cf der Fall ist. 



184 Dr. Karl Daniel 

Nach dem mir vorliegenden Materiale sind die auf Grösse und Wölbung- 
der Augen, Form*) und Sculptur des Halsschildes, Länge und Dicke des 
Eüssels und die Wölbung der Flügeldecken bezüglichen Angaben zutreffend, 
wenn auch Form und Punktur des Halsschildes bei von mir untersuchten 
schlesischen Stücken des Äpion nielancJioUcum bereits deutliche üebergänge 
zu hydropicum erkennen lassen. Gänzlich illusorisch ist dagegen Des- 
brochers' Angabe über eine Zähnelung des Rüssels auf der Unterseite. 
Ich konnte trotz sorgfältiger Untersuchung weder an dem Originalstück 
noch an unseren beiden dcf eine derartige Eigentümlichkeit entdecken. 
Andererseits liess Desbrochers einen sehr auffallenden, bereits von 
Wencker mitgeteilten Unterschied unbeachtet, der für Äpion hydropicum 
ganz besonders charakteristisch ist und der mich eigentlich allein dazu 
führte, die Identität unseres piemontesischen Apions mit der Wencker- 
schen Art zu controlliren und festzustellen. Derselbe bezieht sich auf die 
Sculptur des Halsschildes. Während bei melandiolimm die grobe Punktur 
gleichmässig über die ganze Oberfläche verteilt ist, lässt dieselbe bei hydro- 
picum eine glatte Zone frei, die etwa das basale Fünftel oder Sechstel des 
Halsschildes einnimmt, nur vor dem Scliildchen durch die tief eingegrabene, 
bis gegen die Mitte verlängerte Medianfurche unterbrochen und höchstens 
nach den Seiten hin durch Ausbreitung der normalen Punktur etwas ver- 
schmälert ist. Die Nichtbeachtung dieses ausgezeichneten, für die Charak- 
terisirung der Art höchst wichtigen, bei allen von mir untersuchten Stücken 
gleich scharf ausgeprägten Merkmals durch Desbrochers ist um so auf- 
fallender, als Wencker, wie bereits bemerkt, ausdrücklich darauf hinweist: 
»Le long du bord posterieur (du pronotum) on remarque une petite zone 
imponctuee.« Nicht verfehlen möchte ich, noch auf den eigenartigen, von 
jenem des A. melanchoUcum wesentlich verschiedenen Habitus des im all-, 
gemeinen auch etwas grösseren (Long.: 2,5 — 2,8 mm [s.r.] gegen 2 — 2,2mm 
bei A. melanchoUcum) und plumperen A. hydropicum hinzuweisen, der 
hauptsächlich durch abweichenden Flügeldeckenumriss und stärkere Ent- 
wicklung des Hinterkörpers gegenüber dem Vorderkörper zu stände kommt. 
Die Flügeldecken sind gestreckter, seitlich viel schwächer gerundet, fast 
parallelseitig, gegen die Spitze allmählich verengt, nicht breit zugerundet 
und erinnern daher einigermassen an jene des A. cyanescens Gyll. {Capio- 
monti Wenck.). Apion melanchoUcum nähert sich im Habitus den mit 
A. ervi Kirb. und pavidum Germ, verwandten Arten mit kurz eiförmigen, 
seitlich stark gerundeten, gegen die Spitze rasch verengten Flügeldecken. 

Das bisher unbekannte 9 unterscheidet sich nach dem mir vorliegen- 
den piemontesischen Materiale habituell nicht wesentlich vom d , es ist 
nur durchschnittlich etwas grösser und gleichzeitig etwas gedrungener. 
Auch treffen alle übrigen oben erwähnten, dem cf zukommenden Merkmale 
für das 9 zu. Ein principieller Unterschied liegt dagegen in der Form 
und Sculptur des Rüssels. Derselbe ist fast so lang wie Kopf und Hals- 
schild zusammengenommen, nur sehr schwach gekrümmt, an der Insertions- 



*) Neben der von Desbrochers als charakteristisch erwähnten, winkelig' 
abgesetzten, subapicalen Verengung ist der Halsschild besonders im Basalteil 
breiter, mehr transversal. 



Ueber das ächte Apion hydropicum Wenok. 185 

stelle der Fühler fast unvermittelt, ähnlich wie bei A. opeUcum Bach 9 
nur viel weniger auffallend, verschmälert, der basale Teil ziemlich dicht 
punktirt und behaart, matt, der apicale, verjüngte Teil glänzend glatt 
und kahl. Ausserdem beobachtet man noch unmittelbar an der Verengung 
einen sehr deutlichen Abfall der basalen gegen die apicale Hälfte, wo- 
durch der erwähnte Unterschied in der Sculptur des Eüsselrückens noch 
mehr hervorgehoben wird. Bei Apion melandiolicum 9 ist der ßüssel 
deutlich kürzer und merklich stärker gekrümmt als bei A. Injdropicimi, 
eine Verschmälerung ist kaum bemerkbar, höchstens beobachtet man eine 
von der Basis zur Mitte zunehmende und gegen die Spitze sich ebenso 
allmählich verlierende, sehr wenig auffallende Anschwellung, auch ist die 
Grenze zwischen dem punktirten basalen und glatten apicalen Teil des 
Eüssels \äel weniger scharf und ersterer zu Gunsten des letzteren mehr 
reducirt, so dass der Rüssel in grösserer Ausdehnung glänzend erscheint. 
Der Längenunterschied desselben für die beiden Geschlechter ist geringer als 
bei hydropicum c? 9 . Bei allen von mir untersuchten Stücken der letzteren 
Art ist der ganze Schaft und das ziemlich stark verdickte 1 . Geisseiglied 
rötlichgelb, beim 9 meist auch die Basis des 2. Geisseigliedes. Die weiss- 
liche Pubescenz ist bei hydropicum viel feiner und spärlicher, nur beim cf 
auf dem Rüssel reichlicher, auf der Unterseite desselben zum Unterschied 
vom 9 abstehend und im Profil deutlich erkennbar. 

Das Verbreitungsgebiet des Apion hydropicum Wenck. ist nach den 
bisher bekannt gewordenen Fundorten auf die Westalpen beschränkt. Das 
Originalstück, sowie ein weiteres Exemplar der Desbrochers'schen Samm- 
lung stammt, wie bereits eingangs erwähnt, von Digne (Basses-Alpes). 
Mein Bruder sammelte die Art in der subalpinen Region des Ostabhanges 
der cottischen Alpen und zwar sowohl in den südlichen Tälern desselben 
(Val del Preit 30. V. 1898, Canosio 31. V. 1898, Val Bellino 7. VI. 1898), 
als auch im nördlichsten Teil des Gebietes (Fenestrella 12. VI. 1898) an 
feuchten Stellen in der Nähe der Gebirgsbäche. 



A^non italicum Desbr. (Le Frelon 12., 57 ; 1904) ebenfalls aus den piemon- 
tesischen Alpen stammend, nach dem Autor den grossen Stücken des A. viciniim 
Kirb. ähnlich, scheint nach der Beschreibung dem A. hydropicum Wenck. ziem- 
lich nahe zu stehen. Dagegen spricht eigentlich nur die Angabe »Prothorax de 
forme presque conicxue, sans etranglement anterieur«, ferner »Elytra a latere 
postice ampliora«. Leider gibt Desbrochers nicht bekannt, auf welches Ge- 
schlecht sich seine Beschreibung bezieht. 



13 



186 Ciistos L. Ganglbaiier 

Nova aus Judicarien. 

Beschrieben von Custos L. Ganglbauer in "Wien. 

(Eingelaufen am 24. Mai 1904.) 

Im vorigen Sommer hatte ich das Vergnügen, mit meinem Freunde 
Eudolf Pinker aus W^ien und den Herren Chem. Dr. Johannes Knauth 
und Med. Dr. Noesske aus Dresden das Gebiet des Ledrosees, west- 
lich vom Gardasee, speciell den koleopterologisch noch unexplorirten Monte 
Pari bei Pieve di Ledro zu besuchen. Mit Pinker unternahm ich darauf 
von Storo im Chiesetal Excursionen in das dem südlichen Adamellogebiet 
angehörige Val di Sorino und in das von der Cima Tombea herab- 
ziehende Val di Lorina. Eine Indisposition hinderte mich, die Cima 
Tombea selbst zu besteigen, was aber Freund Pinker ausführte. Für 
meine weiteren Excursionen in das südöstliche Adamellogebiet, an 
welchen meine bisherigen Begleiter leider nicht mehr teilnehmen konnten, 
war es von ausserordentlichem Werte, dass ich in Storo den liebenswürdigen 
Herrn Oberleutnant Heinrich Seh midi vom militärgeographischen 
Institute in V\^ien kennen gelernt hatte. Oberleutnant Schmidl leitete 
damals Triangulirungsarbeiten in Judicarien und lud mich auf das freund- 
lichste ein, ihm in das Val di Daone zu folgen. Im mittleren Val 
di Daone adaptirte er bei der MalgaBoazzo (1214 m) zwei Hütten als 
Standquartier und bot mir daselbst für sechs Tage nicht nur Unterkunft, 
sondern auch vortreffliche Verpflegung. Ausserdem interessirte er sich 
selbst für die alpine Koleopterenfauna und übergab mir manchen bemerkens- 
werten Fund. Nur üim habe ich es zu danken, dass ich einen Teil der 
südlichen Vorlagen des Adamello, specieU das bei der Malga Boazzo mit 
einem hohen Wasserfall plötzlich in das Val di Daone abstürzende Val 
di Leno erfolgreich koleopterologisch exploriren konnte. Von Creto im 
Chiesetale unternahm ich noch eine Excursion auf den Monte Cadria, 
der, im Gegensatze zum urgebirgigen, aus Tonalit aufgebauten Adamello - 
stocke, sowie der Monte Pari, die Cima Tombea und die übrigen Berge 
östlich vom Chiesetale dem Kalkgebiet von Judicarien angehört. 

Vor mir hatten die Herren Josef Breit und Alois WingelmüUer 
aus Wien den westlichen Teil der südlichen Adamellogruppe vom Val 
Camonica aus vorgenommen. Sie nahmen ihr Standquartier in der Osteria 
di Campolaro und besuchten von dort den Passo di Croce Domini, 
den Monte Mattoni und das Gebiet des Monte Frerone. 

Vorläufig beschreibe ich eine Anzahl Nova, die auf den angedeuteten 
Excursionen gesammelt wurden. 

Cardbus (Orinocarabus) alpestris adamellicola. 

In der südlichen Adamello-Gruppe tritt Carahus alpestris Burm. in 
einer Rasse auf, welche einerseits dem über die Oetztaler Alpen und Tauern 
verbreiteten alpestris tyrolensis Kr., andrerseits dem concolor castanopterus 
Villa der Bergamaskeralpen (lombardus Kraatz, conf. Gangib. Verhandl. 



Nova ans Judicarien. 187 

zool. bot. Gesellscli. Wien, LI. Band, 1901, pg-. 792—793) recht ähnlich 
wird. Von beiden ist sie durch den weniger gegen die Basis verengten 
Halsschild, die flachere Wölbung der Flügeldecken und im männlichen 
Greschlechte durch die Form des Penis, von concolor castanopterus ausser- 
dem durch die etwas g-rössere Distanz der series umbilicata von der dritten 
Grübchenreihe der Flügeldecken zu unterscheiden. Weniger ähnlich ist 
sie dem südosttirolischen alpestris Bertolinii Kr., von dem sie habituell 
durch die deutlich abwärts g-ebogenen, innen von der Basis viel weniger 
scharf abgesetzten, an der Spitze breiter abgerundeten Hinterecken des 
Halsscliildes und die weniger flach gewölbten Flügeldecken difierirt. Der 
Penis ist bei alpestris adamellicola wie bei alpestris Bertolinii stumpfer 
zugespitzt als bei den übrigen aZ^es^m-Rassen, seine Spitze ist aber ausser- 
dem verjüngt abgesetzt. Bei concolor castanopterus ist die Apicalpartie 
des Penis gleichfalls verjüngt abgesetzt, gegen die abgerundete Spitze 
aber nicht verengt, sondern leicht erweitert und gleichzeitig etwas gedreht. 
Im Gegensatze zu den übrigen Formen des alpestris treten bei alpestris 
adamellicola ebenso wie bei concolor castanopterus hinter der Basis des 
vierten bis sechsten Abdominalsternites fein eingeschnittene, bisweilen voll- 
ständige, meist aber in der Mitte breit unterbrochene und nur seitlich 
ausgebildete Querstreifen (Ventialstrigae) auf. Das dritte bis fünfte Ab- 
dominalsternit zeigt wie bei concolor castanopterus oft jederseits der Mitte 
nur einen borsten tragenden Punkt. Von den fünf Zwischenräumen der 
Grübchenreihen der Flügeldecken sind bisweilen die ungeraden (1, 3, 5) 
auf Kosten der geraden kräftiger entwickelt und die letzteren in schmale 
Körnerreihen aufgelöst. Long. 18 — 20 mm. 

Von den Herren Breit und Wingelmüller auf dem Monte Frerone, 
von mir im obersten Teile des Val di Leno in einer Höhe von 1850 bis 
2200 m gesammelt. 

Trechus haldensis Putz. 

Auf der Cima Tombea und auf dem Monte Cadria tritt Trechus 
haldensis Putz, in einer bemerkenswerten Easse — haldensis toniheamis 
m. — auf, die sich von der typischen Form vom Monte Baldo durch 
geringere Grösse (Long.: 4,3 — 5 mm gegen 5 — 5,4mm), dunklere, bräunlich- 
rote bis pechschwarze Färbung des Körpers und etwas kürzere, weniger 
schlanke Fühler entfernt. Durch die dunkle Färbung wird haldensis 
tomheanus dem Longhii ähnlich, ist aber von demselben, abgesehen von 
den kleineren und flacheren Augen und den längeren Schläfen, durch den 
im Verhältnisse zu den Flügeldecken viel schmäleren Halsschild ohne 
Schwierigkeit zu trennen. 

Trechus haldensis variirt, wie ich an reichen Suiten der typischen 
Form vom Monte Baldo und der Easse von den lessinischen Alpen — 
haldensis pasuhianus m. (Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien, Jahrg. 1900, 
576) — feststellen konnte, nicht unerheblich in der Grösse der Augen 
und in Correlation damit in der Länge der Schläfen. Dies veranlasst 
mich, die Artrechte des Trechus Breiti m. (Verh. zool. bot. Gesellsch. 
Wien, Jahrg. 1899, 526) nicht mehr aufrecht zu erhalten. Dieser Trechus, 

13* 



188 Custos L. Ganglbauer 

welcher nach einem von Herrn Josef Breit auf dem Rolle-Pass auf- 
gefundenen Stücke beschrieben und später von Herrn Karl Hold haus in 
vier mit dem Originalexemplare vollkommen übereinstimmenden Stücken 
auch auf dem Monte Pavione in der Vette di Feltre südlich von Primiero 
gesammelt wurde, differirt von haldensis pasiibianus durch allerdings sehr 
beträchtlich kleinere, fast nur halb so grosse Augen, ist aber sonst von 
diesem in keiner Weise verschieden. Zwischen Trechus Breiü und halcl. 
pasuhiamis steht in der Augengrösse eine weitere von Holdhaus und 
Dr. Franz Spaeth auf dem Monte Cavallo in den Venetianeralpen in 
einiger Anzahl gesammelte Trechus-Form, die ich als haldensis Spaethi m. 
gleichfalls in den Formenkreis des haldensis einbeziehe, in der Mitte. 
Trechus haldensis Spaethi stimmt in der Halsschildform im wesentlichen 
mit hald. pasuhiamis und hald. Breiti überein, differirt aber von beiden, 
abgesehen von der intermediären Augengrösse, durch bedeutendere Körper- 
grösse (Long. : 5 — 5,5 mm), etwas längere und schlankere Fühler, be- 
sonders aber durch die im Verhältnisse zum Halsschilde längeren, mehr 
parallelseitigen, am Schulterrande weniger abgerundeten Flügeldecken. Bei 
manchen Stücken des haldensis Spaethi ist die Basalpartie des Halsschildes 
in grösserer Ausdehnung parallelseitig oder etwas ausgeschweift verengt 
und die rechtwinkeligen oder spitzwinkelig nach aussen tretenden Hals- 
schildhintereckeu erscheinen infolge davon länger abgesetzt. 

Anschliessend gebe ich eine Uebersicht über jene Formen, welche nach 
meiner Auffassung mit Tr. haldensis zu einer Arteinheit zu vereinigen sind. 

1" Der Halsschild bis an die abgesetzten Hinterecken gerundet ver- 
engt. Die Flügeldecken in den Streifen ziemlich kräftig punk- 
tirt. Die Augen massig klein. Die Schläfen 1^/2 mal bis zweimal 
so lang als ihr Längsdurchmesser. 

2" Grösser. Long.: 5 — 5,4mm. Ganz rötlichgelb. Die Fühler 
länger und schlanker, mit gestreckteren Gliedern. Monte Baldo 

haldensis haldensis Putz. 

2' Kleiner. Long. : 4,3 — 5 mm. Bräunlichrot bis pechschwarz mit 
rötlichgelben Fühlern, Tastern und Beinen. Die Fühler etwas 
kürzer und weniger schlank, mit weniger gestreckten Gliedern. 
Brescianer-Alpen (Cima Tombea, Monte Cadria) 

haldensis tonibeanns m. 

1' Der Halsschild gegen die abgesetzten Hinterecken mehr gerad- 
linig verengt. Die Flügeldecken in den Streifen schwächer oder 
erloschen punktirt. 

3" Die Augen massig klein. Die Schläfen etwa iV'-^mal bis über 
zweimal so lang als ihr Längsdurchmesser. 

4" Kleiner. Long. : 4,5 — 5 mm. Die Augen durchschnittlich so 
gross wie bei der Baldo-Form. Die Fühler etwas kürzer als 
bei dieser. Die Flügeldecken im Umriss wie bei der typischen 
Form. Rötlichgelb, seltener bräunlichrot mit rötlichgelben Fühlern, 
Tastern und Beinen, sehr selten mit pechschwarzen, an der 
Naht schmal rötlich gesäumten Flügeldecken (var. picescens m.). 
Lessinische Alpen (Pasubio, Campo grosso) haldensis pasiihianus m. 



Nova aus Jiidicarien. 189 

4' Grösser. Long. : 5 — 5,5 mm. Die xA.ugen durchsclinittlicli kleiner 
als bei der typischen Form. Die Fühler so lang wie bei dieser. 
Die Flügeldecken im Verhältnisse znm Halsschild länger, an den 
Seiten noch weniger gerundet, mit weniger abgerundetem Schulter- 
rande. Ganz rötlichgelb. Venetian er- Alpen (Monte Cavallo) 

haldensis Spaethi m. 

3' Die Augen sehr klein. Die Schläfen fast dreimal so lang als 
ilir Längsdurchmesser. Ganz rötlichgelb. Long.: 4,8 — 5mm. 
Pala-Gruppe (Rolle-Pass), Vette di Feltre (Monte Pavione) 

haldensis Breiti m. 

Trechus Longhii Com. 

Die im südlichen Teile der iVdamello-Gruppe von den Herreu Breit 
und Wingelmüller in der Umgebung der Osteria di Campolaro und von 
mir im obersten Val di Leno gesammelte Form des Trechus Longhii Com. 
differirt von der Baldo-Form dieser Art durch seitlich viel weniger ge- 
rundete, im Umi-iss etwas längere Flügeldecken und im allgemeinen etwas 
kürzere und kräftigere Fühler. Trechus Longhii wurde von Comolli 
(De coleopt. nov. ac rar. minusve cogn. prov. Novocomi 1837, 13) nach 
Stücken vom Monte Legnone am Comersee beschrieben. Von dieser Pro- 
venienz liegen mir leider keine Belege vor; indessen ist es viel wahr- 
scheinlicher, dass die typische Longhii-Form vom Monte Legnone mit jener 
der Adamello- Gruppe als mit jener des weiter nach Osten geschobenen 
Monte Baldo übereinstimmt. Die Baldo-Form des Longhii, welche ich mit 
dem Namen Longhii fVingelm aller i belege, nähert sich im Umriss der 
Flügeldecken dem südsteierischen exaratus Schaum, die Adamello-Form 
dem typischen haldensis Putz, vom Monte Baldo, doch sind bei diesem die 
Flügeldecken durchschnittlich etwas länglicher. Trechus Longhii Wingel- 
miilleri ist nicht etwa als Kalkrasse des Longhii zu betrachten, da dieser 
auf den Kalkalpen westlich vom Gardasee nach zwei von Herrn Ober- 
leutnant Heinrich Schmidl im Valle di Vestino am Südabhange der Cima 
Tombea gesammelten Stücken bereits in einer Form auftritt, welche von 
jener der urgebirgigen, aus Tonalit (Adamellogranit) aufgebauten Adamello- 
gruppe nicht zu unterscheiden ist. Die von mir (Die Käfer von Mittel- 
europa, I, 207) zwischen Trechus exaratus Schaum und Longhii Com. an- 
gegebenen Unterschiede basirten auf dem Vergleiche mehrerer exaratus 
vom Bachergebirge mit einem von Herrn Halbherr mitgeteilten Stücke 
der Baldo-Form des Longhii und sind bei der Unzulänglichkeit des mir 
damals vorgelegenen Materiales teilweise hinfällig. Tr. exaratus ist aber 
von Longhii durch die viel gewölbteren Augen und den vom Hinterrande 
derselben gegen die Halspartie allmählich und stark verengten Kopf sehr 
leicht zu unterscheiden. 

Trechus (Diwalius) Knattthi n. sp. 

Eine kleine, vollkommen augenlose Art, die sich von allen bisher 
bekannten blinden Trechen des Ostalpengebietes weit entfernt, hingegen 



190 Custos L. Ganglbauer 

ZU dem mit wolilausgebildeten Aug-en versehenen Trechus striglpemiis Kiesw. 
vom Monte Eosa in nächster verwandtschaftlicher Beziehung- steht. Von 
demselben differirt sie hauptsächlich durch den gänzlichen Mangel der 
Augen, die geringere G-rösse und die schmälere Körperform sowie durch 
die erloschenen äusseren Streifen der Flügeldecken. 

Grlänzend rötlichgelb, mit blassgelben Fühlern, Tastern und Beinen. 
Der Kopf wenig schmäler als der Halsschild, mit massig gerundeten 
Schläfen, ohne Andeutung von Augen. Die an der Fühlerwurzel beginnen- 
den Seitenrandleisten der Stirn nicht verkürzt, sondern erst ausserhalb 
des grossen vorderen Supraorbitalpunktes endend, nach hinten stumpfkantig 
und massig divergirend. Die Stirnfurchen nach hinten und aussen um 
die Schläfen herum verlängert. Die Fühler etwas kürzer und schlanker 
als bei strigipennis, ihr drittes Glied kaum länger als das leicht verdickte 
erste, das zweite Glied kürzer als das dritte und mit dem vierten fast 
von gleicher Länge. Der Halsschild im wesentlichen wie bei strigipennis, 
aber mit etwas schwächeren Basaleindrücken. Die Flügeldecken wesentlich 
schmäler und gestreckter als bei strigipennis, am Schulterrand in etwas 
flacherer Curve gerundet, ihre zwei inneren Streifen massig tief, die 
folgenden allmählich schwächer und sehr schwach oder erloschen punktirt, 
die äusseren nur schwach angedeutet oder ganz erloschen. Im dritten 
Zwischenräume befinden sich drei borstentragende Punkte, von welchen 
der erste von der Basis sehr merklich weiter als von der Naht entfernt 
ist. Das umgebogene Ende des Nahtstreifens erreicht den durch die 
hinteren Punkte des dritten Zwischenraumes gelegten Querschnitt oder ist 
etwas über denselben nach vorn verlängert. Der Intramarginalstreifen 
seicht oder erloschen, vorn mit 4 hintereinanderstehenden, borstentragenden 
Nabelpunkten, hinten mit 2 — 4 schwächer ausgeprägten Punkten der series 
umbilicata. Die Beine, namentlich die Tarsen, merklich kürzer als bei 
strigipennis. Long.: 3,3 — 3,5mm. 

Unter dem Gipfel des Monte Pari (1991m), am reich mit Erlen 
bewachsenen Nordabhange desselben gegen die Bocca di Saval, unter tief 
in den Boden eingebetteten, sehr grossen, oder weniger grossen, aber nur 
mit einem Teile ihrer Oberseite zu Tage tretenden, ringsum von Erdreich 
gedeckten Steinen in nicht unbeträchtlicher Anzahl gesammelt. 



Im ersten Bande meiner Käfer von Mitteleuropa habe ich (pag. 189 
unter der Leitzahl 36) die augenlosen oder nur mit pigmentlosen Augen- 
rudimenten versehenen Trechen in zwei Gruppen geteilt, die ich in folgender 
Weise einander gegenüberstellte: 

36 Flügeldecken am siebenten Streifen vorn ohne Borstenpunkt. 
Schultern der Flügeldecken vortretend oder wenigstens stark 
convex gerundet. 

— Flügeldecken am siebenten Streifen hinter Basis mit einem 
borstentragenden Punkt. Flügeldecken gegen die Basis sehr 
schräg verengt, mit stärker abgerundeten oder sehr stumpf- 
winkeligen Schultern. 



Nova aus Jiidicarien. 191 

Diese Gegensätze bedürfen einer wesentlichen Correctur. Die Arten 
der ersten Gruppe zeigen, wie die mit pigraentirten Augen versehenen 
Trechen, im vorderen Teile der series umbilicata vier hintereinander- 
stehende Punkte, welche vom Seitenrande der Flügeldecken gieichweit 
entfernt sind und daher eine mit diesem parallele Eeihe bilden. Bei den 
Arten der zweiten Gruppe ist der erste dieser Punkte in Correlation mit 
der stärkeren Abrundung der Schultern oder der stärkeren Basalverengung 
der Flügeldecken vom Seitenrande weiter abgerückt, er steht nicht in 
derselben Reihe wie die drei weiteren Punkte, sondern innerhalb derselben, 
er ist ausgeschaltet aus der series umbilicata, die daher nur mehr drei 
liintereinanderstehende vordere Punkte aufweist. Gleichzeitig zeigt er die 
Tendenz, nach hinten zu rücken, und kann weiter nach hinten rücken 
als der nunmehrige erste Punkt der series umbilicata, die gleichfalls die 
Tendenz hat, sich bis auf die Endpunkte vom Seitenrande allmählich weiter 
zu entfernen. 

In prägnanter Ausbildung zeigen dieses Verhalten alle bisher be- 
kannten Arten der Ostalpen und des anschliessenden görzischen, krainischen 
und croatischen Karstgebietes*) bis auf Eurydice Schauf. und Beitteri 
Mill. aus dem litoralen Croatien und Knauthi m. aus Südtirol, weiter 
dahnatinus Mill. und der von diesem in neuerer Zeit von J. Müller 
(W. E. Z. 1903, 150) und Apfelbeck (Käferfauna der Balkanhalbinsel, 
I. Bd. 1904, 141) specifisch getrennte siduralis Schauf. aus Süd-Dalmatien, 
der Hercegovina und Montenegro, der gigantische Hilfi Eeitt. (W. E. Z. 
1903, 212) aus der Hercegovina, der südbosnisch-hercegovinische Äjjfel- 
hecki Gangib. **) aus Höhlen der Preslica und Bjelasnica-planina und 
endlich manche, wenn nicht alle, ausseralpinen südfranzösischen Arten, von 
denen mir leider nur wenige {Mayeü Ab. aus dem Dep. Ardeche, Orpheus 
Dieck aus dem Dep. Ariege, gallicus Delar. aus dem Dep. Basses-Pyrenees 
und Discontignyi Fairm. aus dem Dep. Hautes Pyrenees) vorliegen. Die 
weitestgehende Verschiebung des aus der series umbilicata ausgeschalteten 
ersten Punktes finden wir aber bei manchen Arten der auf die Departements 
Ariege und Hautes-Pyrenees beschränkten Untergattung Apliaenops, bei 
welchen dieser Punkt bis in die Mitte des durch das erste Sechstel oder 
Fünftel einer Flügeldecke gelegten Querschnittes gerückt sein kann. 

Einen üebergang zwischen der ersten und zweiten Gruppe bilden 
einige miteinander nahe verwandte höhlenbewohnende Arten der ost- 
adriatischen Küstengebiete: velehiücus m. n. sp. aus der Lika, amahüis 
Schauf. und Paganettü Gangib. (Verh. zool. bot. Gesellsch. Wien 1896, 460) 
aus Süd-Dalmatien und Erichsoni Schauf. aus Montenegro. Bei diesen 



*) Von diesen sind nach dem mir nunmehr vorliegenden Materiale Hacqueti 
Sturm und Kiesemvetteri Schaum von Bilimeki Sturm nicht specifisch zu trennen. 

**) Diese Art habe ich (Die Käfer von Mitteleuropa, I, 219) mit Unrecht in 
die Untergattung Apliaenops gebracht. Sie nähert sich zwar im Breitenverhält- 
nisse von Kopf und Halsschild, in den nach hinten verkürzten, die Schläfen daher 
von hinten nicht umschreibenden Stirnfurchen und namentlich durch die senk- 
recht gestellten Epipleuren des Halsschildes den Äphaenops-Arten, differirt aber 
von denselben durch die weniger langen und schlanken Fühler und Beine und 
durch die wesentlich verschiedene Form von Kopf und Halsschild. 



192 Custos L. Ganglbauer 

Arten ist der erste Punkt der series umbilicata nicht oder nur wenig 
weiter vom Seitenrande entfernt als die drei folgenden, er steht aber nicht 
genau in derselben Reihe wie diese, sondern ist deutlich nach innen an 
die Wurzel des siebenten Streifens gerückt. Ausserdem stehen diese Arten 
durch die viel stärker abgerundeten Schultern in so scharfem habituellen 
Gegensatz zu den croatischen, bosnischen und hercegovinischen Arten der 
ersten Gruppe und in so naher Verwandtschaft zu typischen Vertretern 
der zweiten Gruppe, dass gegen ihre Zuziehung zur letzteren kein Ein- 
wand erhoben werden kann. Auch den in mancher Beziehung sehr aus- 
gezeichneten höhlenbewohnenden Änophthalmus lucidus J. Müll. (Sitzungs- 
ber. Kaiserl. Akad. Wissensch. Wien, math. naturw. Klasse, Bd. CXII, 
1903, 876) von der dalmatinischen Insel Brazza, bei welchem die Flügel- 
decken vorn innerhalb des Seitenrandes vier ziemlich in einer Reilie stehende 
Punkte zeigen, stelle ich die zweite Gruppe, da bei demselben die series 
umbilicata überhaupt weiter vom Seitenrande der Flügeldecken abgerückt ist. 

Delarouzee hat (Ann. Soc. Ent. Fr. 1859, 65) auf eine Art der 
ersten Gruppe, den im Trou des Fades bei Hyeres entdeckten Raymondi 
Del. (1. c. 66) seine Gattung Duvalius gegründet. Abeille de Per r in 
(Etudes sur les Col. cavernic. Marseille, 1872, 9) acceptirte den Namen 
Duvalius für eine aus weiteren Arten des südfranzösischen Alpengebietes 
gebildete Gruppe und ich erlaube mir, ihn zur Bezeichnung der ganzen 
ersten Gruppe vorzuschlagen. Die Gattung Änophthalmus Sturm (Deutschi. 
Fn. XV, 1844, 131) ist auf einen Vertreter {An. Schmidti Sturm aus 
Krain) der zweiten Gruppe gegründet. Wir acceptiren daher den Namen 
Änophthalmus zur Bezeichnung der zweiten Gruppe. An sie schliesst sich 
die Untergattung Aphaenops Bonv. (Ann. Soc. Ent. Fr. 1861, 567) an. 

Die nur mit pigmentlosen Augenrudimenten versehenen oder der Augen 
gänzlich entbehrenden Trechen zerfallen demnach in die drei Gruppen 
Duvalius, Änophthalmus und Aphaenops, die sich in folgender Weise 
charakterisiren lassen. 

1. Die Flügeldecken in der dem Seitenrande genäherten series um- 
bilicata vorne mit vier in einer mit dem Seitenrande parallelen 
Reihe stehenden Punkten. Die Schultern der Flügeldecken vor- 
tretend oder in convexer Curve gerundet. — Hieher die Arten 
des Kaukasus, des Karpathengebietes, die Arten der Balkan- 
halbinsel mit Ausschluss der meisten Arten des ostadriatischen 
Litoralgebietes, Eurydice Schauf. und Reitferi Mill. vom litoralen 
Croatien, Knaufhi Gangib. aus Südtirol und die Arten der West- 
alpen und des Apennin Duvalius Del. 

— Die Flügeldecken in der vom Seitenrande oft abgerückten series 
umbilicata, vorn mit drei hintereinanderstehenden Punkten und 
innerhalb dieser Reihe mit einem weiteren, von ihr losgelösten, 
nach innen oder auch nach hinten gerückten Punkt. Selten ist 
dieser Punkt nicht oder nur wenig weiter als die übrigen vom 
Seitenrande entfernt, dann sind aber die Flügeldecken an den 
Schultern sehr stark abgerundet oder die series umbilicata ist 
vom Seitenrande der Flügeldecken weiter abgerückt .... 2 



Nova aus JucUcarieu. 193 

2. Die Fülller und Beine nicht von aussergewöhnlicher Länge und 
schlanker Ausbildung. Der Kopf oval oder länglich oval. Die 
Stirnfurchen meist nach hinten und aussen verlängert und die 
Schläfen von hinten umschreibend. Der Halsschild weniger 
schmal, seine Epipleuren normal umgeschlagen und nur aus- 
nahmsweise senkrecht gestellt. — Hieher die Arten des ost- 
adriatischen Litoralgebietes, mit Ausnahme von Eurydice Schauf. 
und ReiUeri Mill., ferner Hüß ßeitt. und Apfelhecki Gangib. aus 
der Hercegovina und aus Südbosnien, die Arten des Karstes und 
der Ostalpen, mit Ausnahme von KnautJii Granglb., und viele 
oder vielleicht alle nicht dem Alpengebiet an gehörigen Arten 

von Südfrankreich Anophthalmus Sturm. 

— Die Fühler und Beine ausserordentlich lang und schlank. Kopf 
und Halsschild stark in die Länge gezogen. Der Kopf gegen 
die Halseinschnürung aUmähKch verengt. Die Stirnfurchen nach 
hinten verkürzt. Der Halsschild mit senkrecht gestellten, oft 
sehr schmalen Epipleuren. Hieher Arten aus den Departements 
Ariege und Hautes-Pyrenees Aphaenops Bonv. 

Die Gruppen Duv'alius, AnopMlialmus und Aphaeyiops repräsentiren 
Entwicklungsetappen des TrecMs-Typus in der Anpassung an die sub- 
terrane oder cavernicole Lebensweise. Zunächst (Duvalius) werden die 
Augen rudimentär und verlieren ihr Pigment oder verschwinden vollständig. 
Die series umbiUcata der . Flügeldecken verhält sich noch wie bei Trechus 
s. str. Dann (Anoplithahnus) rückt in Correlation mit der stärkeren Ab- 
rundung der Schultern oder der stärkeren Verengung der Flügeldecken 
gegen die Basis der erste Punkt der series umbilicata aus der Eeihe der 
folgenden nach innen und allmählich weiter nach hinten und gleichzeitig 
entfernt sich die nun ihres ersten Punktes verlustig gewordene series umbili- 
cata allmählich weiter vom Seitenrande. Endlich (Aphaenops) erreicht der 
Treclius-TjT^u's, durch die ungewöhnlich lange und schlanke Ausbildung der 
Fühler und Beine, durch die Verlängerung von Kopf und Halsschild, durch 
die senkrechte Stellung und starke Verschmälerung der Epipleuren des 
Halsschildes und durch den langgestreckt ovalen Umriss der gegen die 
Wurzel sehr stark verengten Flügeldecken, das Extrem seiner ausser- 
ordentlichen Gestaltungsfähigkeit. 

Unter Trechus s. str. finden wir Arten, bei welchen die Augen bis 
zu einer minimalen Grösse herabsinken, und unter Duvalius solche, bei 
denen deutliche Augenrudimente vorhanden sind. Der Unterschied zwischen 
Trechus s. str. und Duvalius liegt daher nicht in dem Vorhandensein oder 
Fehlen von Augen überhaupt, sondern, wie bereits Abeille de Perrin 
(1. c. 12) betont hat, in dem Vorhandensein oder Fehlen eines schwarzen 
Augenpigmentes. »C'est lä«, sagt Abeille, »un caractere purement arti- 
ficiel, mais facilement appreciable et le seul absolument exact. « Da Abeille 
selbst diesen Charakter als »purement artificiel« bezeichnet, ist es wissen- 
schaftlich unverständlich, dass er ihm (1. c. 11) generische Bedeutung zu- 
erkennen wollte. Es ist wohl heute nicht mehr nötig, einer solchen 
Auffassung entgegenzutreten, um so weniger, als manche Duvalius- Axt^n 



194 Custos L. G-anglbauer 

ZU gewissen Trechen mit normal gebildeten Augen (z. B. Trechus (Duvalius) 
Budae Kend. zu Tr. Kimakowiczi Gangib., TV. (Duvalius) Knauthi Gangib. 
zu Tr. strigipennis Kiesw.) in so intimer Verwandtschaft stehen, dass sie 
von denselben in der Hauptsache nur durch die rudimentäre, pigmentlose 
Ausbildung oder den gänzlichen Mangel der Augen zu unterscheiden sind. 
Die nahen verwandtschaftlichen Beziehungen von manchen blinden zu augen- 
begabten Trechen sprechen dafür, dass die ersteren von verschiedenen Arten 
der letzteren abzuleiten und daher polyphyletischer Abstammung sind. 

JBythinus Noesskei nov. spec. 

In der Grösse dem B. Heydeni Reitt. sehr nahe kommend, von diesem 
in beiden Geschlechtern durch viel kleineren Kopf und schlankere Fühler, 
im männlichen Geschlecht ausserdem durch die Form der zwei ersten 
Fühlerglieder und die nach unten in einen Fortsatz ausgezogenen Angel- 
glieder der Maxillen verschieden. 

Schlanker gebaut und durchschnittlich etwas kleiner als B. Heydeni, 
wie dieser einfarbig braunrot und auf der Oberseite mit locker anliegender 
gelblicher Behaarung dünn bekleidet. Der Kopf viel kleiner und vor den 
kleineren Augen viel schmäler und länger als bei Heydeni, auf der Ober- 
seite wie bei diesem sculptirt. Die Fühler viel schlanker als bei Heydeni, 
ihr drittes und viertes Glied wesentlich, das fünfte noch deutlich länger 
als breit, das sechste bis achte kugelig, das neunte schwach quer, wenig 
grösser als die vorhergehenden Glieder und kaum halb so gross als das 
zehnte. Das Endglied der Kiefertaster länger gestreckt und weniger breit 
als bei Heydeni. Halsschild und Flügeldecken wie bei diesem. Long.: 
1,9 — 2 mm. 

c?. Der Kopf mit massig kleinen Augen, samt diesen etwa so breit 
als lang. Das erste Fühlerglied nach innen gegen die Spitze massig stark 
keulig erweitert und an der Erweiterung etwa halb so breit als lang, 
sonst ohne Auszeichnung. Das zweite Fühlerglied etwa ein Drittel so 
lang als das erste und weniger als halb so dick als dieses hinter der 
Spitze, oblong, mit scharfer innerer Basalecke, an der Spitze ringsum 
abgerundet. Das Angelglied der Maxillen mit einem gerade nach unten 
gerichteten, bei seitlicher Ansicht des Kopfes parallelseitig und gerade 
abgestutzt erscheinenden Fortsatz. Alle Schenkel sehr stark verdickt. Die 
Vorderschienen innen im apicalen Drittel mit einem tiefen Ausschnitt und 
einem sehr kräftigen Zähnchen. Die Hinter schienen verbreitert und seit- 
lich zusammengedrückt, am Innenrand gegen die Spitze flach ausgebuchtet 
und mit längeren Haaren spärlich bewimpert. 

9 . Der Kopf mit viel kleineren Augen, wesentlich länger als samt 
diesen breit. Das erste Fühlerglied ziemlich cylindrisch, fast dreimal so 
lang als dick, das zweite etwa ein Drittel so lang und viel schmäler als 
das erste, oblong, mit deutlicher innerer Basalecke. Das Angelglied der 
Maxillen ohne Fortsatz. Die Schenkel und Schienen einfach. 

Im Val Scaglia, einem Seitentale des Valle di Ledro in tieferen 
Laublagen unter Haselgesträuch. Von Herrn Rudolf Pinker auch auf 
dem Monte Notta und auf der Cima Tombea gesammelt. 



Nova aus Jvidicarien. 195 

Ich glaubte in dieser i^rt den längst gesuchten, als Machaerites be- 
schriebenen Bythinus procerus Gredl. (Harold Koleopt. Hefte XI, 1873, 59) 
wieder aufgefunden zu haben. Doch passt die Beschreibung dieser Art, 
welche nach einem einzigen, von Grobanz bei Condino in Judicarien unter 
Buchenrinde aufgefundenen d gegeben wurde, namentlich in Bezug auf die 
Kopfsculptur und die Fühlerbildung keineswegs auf den vorliegenden Bythinus. 

Bei dieser Gelegenheit sei bemerkt, dass Bythinus solidus Eeitt. im 
männlichen Geschlechte in der Dicke des ersten Fühlergliedes variirt und 
dass sich B. oedymerus Gangib. (Käf. von Mitteleuropa II, 1895, 832) 
vom Ivangebirge an der bosnisch-herzegovinischen Grenze von der kräf- 
tigeren Form des solidus mit stark verdickten Schenkeln des cf, die Custos 
Apfelbeck (Wissensch. Mittig. aus Bosnien und der Hercegovina V. Bd. 
1897, 505) nach Stücken von Mostar und Domanovic in der Hercegovina 
mit dem Namen cratomerus belegt hat, nur durch etwas bedeutendere Grösse 
und beim c? weniger kurzes, in der Länge die Breite merklich über- 
treffendes zweites Fühlerglied unterscheiden lässt. Diese Unterschiede 
halte ich nicht mehr für specifisch. Ein Stück von B. solidus d var. 
cratomerus hat Herr Karl Holdhaus bei Castelnuovo in Dalmatien unter 
normalen solidus-d gefunden. 

Amaurops Pinkeri nov. spec. 

Eine sehr ausgezeichnete Art, welche durch den Mangel der Augen 
und durch die sehr kräftigen Seitendorne des Kopfes den Gattungscharakter 
von Amaurops markant zum Ausdrucke bringt, durch die kräftigen Fühler 
und Beine und durch das Vorhandensein seitlicher Längsfurchen auf dem 
Halsschilde aber nähere Beziehungen zu Batrisus aufweist als irgend eine 
andere Ämaurojjs-Art. 

Braunrot, ziemlich glänzend, mit ziemlich langer, gelblicher, an- 
liegender Behaarung massig dicht, auf dem Kopfe und Halsschilde dünner 
bekleidet, auf den Schläfen sehr lang abstehend behaart, auf der Unter- 
seite des Kopfes mit kürzerer abstehender Behaarung. Der Kopf mit sehr 
kräftigen, mit der scharfen Spitze ein wenig nach vorn gekrümmten Seiten- 
dornen und mit diesen breiter als der Halsschild und fast so breit wie 
die Flügeldecken, oben bald feiner und spärlich, bald weniger fein, dichter 
und mehr oder minder rauh punktirt, jederseits hinter der Fühlerwurzel 
mit einer weit nach hinten verlaufenden, mehr oder minder scharfen und 
meist ein wenig rauhen kielförmigen Seitenkante, zwischen den Seiten- 
kanten mit zwei variabel ausgebildeten, bald tieferen, bald seichteren 
Längsfurchen, welche ein gewölbtes Mittelfeld einschliessen und hinten in 
ein tieferes oder seichteres Grübchen erweitert sind, vorn zwischen den 
Fühlerwurzeln tief eingedrückt, auf dem Scheitel mit einem feinen, bald 
kurzen, bald mehr oder weniger weit nach vorn verlängerten Mittelkiel. 
Die Fühler auffällig kräftig, fast ebenso dick, aber gestreckter als bei 
Batrisus venustus Eeichenb., ihr drittes und fünftes Glied kaum ein Drittel 
länger als dick, das vierte, sechste und siebente kürzer cylindrisch, das 
achte so lang als breit. Der Halsschild etwa um ein Viertel länger als 
breit, in der Mitte der Seiten stark gerundet, nach vorn stärker als nach 



196 Custos L. Gangib aller 

hinten verengt, vor der Basis leicht eingeschnürt, an den Seiten un- 
gerandet, aber in der Mitte stumpf gekantet, stark gewölbt, sehr fein 
punktirt, mit ziemlich schmaler, aber scharf eingeschnittener, den Vorder- 
rand und die Basis nicht erreichender, hinten in ein mehr oder weniger 
grosses Grübchen erweiterter Mittelfurche und jederseits mit einer schmalen 
Seitenfurche, welche hinter der Mitte in ein ziemlich grosses und tiefes 
Seiten grübchen mündet, auf dem Eücken ohne Längskiele, aber bisweilen 
jederseits der Mittelfurche mit einer schwachen, nicht oder nur wenig 
über die Mitte nach vorn verlängerten Längsfurche, die nach vorn etwas 
schräg gegen die Mittelfurche verläuft und hinten mit einem mehr oder 
minder deutlichen, punktförmigen Grrübchen beginnt, vor der Basis mit 
einem feinen Mittelkiel und jederseits mit zwei kleinen Grübchen, vor den 
letzteren bald mit einem deutlichen, sehr stumpfen Höckerchen, bald nur 
mit schwacher Andeutung eines solchen. Die Flügeldecken zusammen- 
genommen ein wenig breiter als lang, an der Naht so lang wie der Hals- 
schild, an den Seiten massig gerundet, nach vorn in flacherer Curve 
verengt, auf dem Rücken gewölbt, fein und ziemlich weitläufig punktirt, 
mit fein und gleichmässig eingeschnittenem Nahtstreifen und an der Wurzel 
mit zwei kleineren inneren und einem grösseren äusseren Grübchen. Das 
erste freiliegende Abdominaltergit fast etwas länger als die Flügeldecken, 
ziemlich gewölbt, fein und weitläufig punktirt, an der Wurzel. mit zwei 
sehr kurzen inneren Basalkielchen, welche ein Drittel der Tergitbreite 
einschliessen, und jederseits innerhalb des Seitenrandes mit einer nach 
hinten gegen denselben convergirenden, leicht gekrümmten, feinen Kiel- 
linie, welche bis gegen die Mitte des Tergits oder über dieselbe hinaus 
nach hinten verlängert ist. Die Basis des Tergits zwischen den Mittel- 
fältchen mit einer Querdepression und ausserhalb derselben jederseits mit 
einem ziemlich grossen, aber seichten rundlichen Grübchen. Die Beine 
auffällig kräftig, etwas länger und kräftiger als bei Batrism venustus, die 
Schienen leicht einwärts gekrümmt. Long. : 2,6 mm. 

In der subalpinen Eegion der südlichen Vorlagen des Adamello unter 
tief in den Boden gebetteten Steinen. Von Herrn Josef Breit in der 
Umgebung der Osteria die Campolaro in einer Höhe von etwa 1400 m 
und von Herrn Rudolf Pinker im unteren Teile des Val Sorino in einer 
Höhe von etwa 1300 m aufgefunden. Herr Breit hat zwei Exemplare 
der Wiener Musealsammlung gewidmet. 

Leptusa (Typhlopasilia) JPinkeri nov. spec. 

Mit Leptusa (Typhlopasilia) Kaufmanni Gangib. (Käfer von Mitteleuropa 
II, 1895, 278, Reitter W. E. Z. XXXI, 1902, Taf. I, f. 3) vom Ivan- 
gebirge an der bosnisch-hercegovinischen Grenze verwandt, von dieser durch 
viel bedeutendere Grösse, das Vorhandensein von pigmentlosen Augenrudi- 
menten, viel längere und schlankere Fühler, längeren Halsschild, grob und rauh 
punktirte Flügeldecken und durch die Sexualauszeichnung des d verschieden. 

Einfarbig rötlichgelb, dünn gelblich behaart, Kopf und Halsschild 
infolge microscopischer Chagrinirung ziemlich matt, die Flügeldecken und 
das Abdomen ziemlich glänzend. Der Kopf gross und dick, querrundlich, 



• Nova aus Judicarien. 197 

kaum schmäler als der Halsscliild, mit sehr kleinen pigmentlosen Eudi- 
menten von Augen, weitläufig, sehr fein und seicht punktirt, im Grunde 
microscopisch chagrinirt. Die Fühler die Hinterecken der Flügeldecken 
etwas überragend, viel länger und schlanker als bei Kaufmanni, ihr drittes 
Glied kaum kürzer als das zweite, das vierte so lang als breit, das fünfte 
bis zehnte allmählich stärker quer, das zehnte mehr als doppelt so breit 
als laug, das Endglied eiförmig zugerundet. Der Halsschild mindestens 
so breit wie die Flügeldecken, viel weniger kurz, stärker gewölbt, an den 
Seiten im vorderen Drittel mehr gerundet und nach hinten stärker gerad- 
linig oder etwas ausgeschweift verengt als bei Kaufmanni, in der Mitte 
mit einem seichten, hinten sehr breiten, nach vorn verschmälerten Längs- 
eindruck, weniger fein und weniger weitläufig als der Kopf punktirt, im 
Grunde wie dieser microscopisch chagrinirt. Die Flügeldecken deutlich 
kürzer als der Halsschild, nach hinten leicht erweitert, am Hinterrande 
innerhalb der Hinterecken stark ausgebuchtet, einzeln leicht gewölbt, nach 
vorn mit eingesenkter Naht, gegen die Hinterecken breit und flach nieder- 
gedrückt, grob, rauh und wenig dicht punktirt. Das Abdomen hinter der 
Mitte leicht erweitert, auf den vorderen freiliegenden Tergiten sehr fein 
und spärlich, auf den hinteren noch spärlicher punktirt. Das dritte bis 
sechste (erste bis vierte freiliegende) Abdominaltergit an der Basis quer 
eingedrückt. Beim d das siebente und achte Abdominaltergit mit einem 
ziemlich kräftigen, nach vorne und hinten verkürzten, hinten plötzlich 
abgebrochenen kielförmigen Mittelf ältchen, das achte am Hinterrande mit 
sechs bis acht ziemlich langen Zähnchen, von welchen die zwei mittleren 
ziemlich breit von einander getrennt sind. Long. 2,4 — 2,6 mm. 

Unter dem Gipfel des Monte Pari am Nordabhange desselben gegen 
die Bocca di Saval unter grossen, sehr tief in den Boden gebetteten 
Steinen. Wir fanden diese höchst ausgezeichnete Art in Gesellschaft des 
TrecJms (Duvalius) Knauthi, aber nur in sehr spärlicher Anzahl. 

Coryphium Gredleri var. nov. dihitipes» 

Vom typischen C. Gredleri durch rötlichbraune Fühler und Taster 
und gelbbraune Schienen und Tarsen verschieden. 

Auf dem Gipfel des Monte Pari sehr spärlich in den Grasziegeln, 
welche zur Stütze der Triangulirungspyramide um den Fuss der Stangen 
derselben herumgelegt waren. Von Herrn Anton Otto auch auf einer 
Alpenwiese des Becco di Filadonna bei Trient gekätschert. 

Coryphium Gredleri Kraatz (B. E. Z. 1870, 416), welches nach zwei 
Stücken vom Kreuzjoch beschrieben wurde, soll sich von angusticoUe Steph. 
besonders durch ganz schwarzbraune Taster, Fühler und Beine und weiter 
durch schlankere Gestalt, etwas längei'en Halsschild, etwas kürzere Flügel- 
decken, gestrecktere letzte Fühlerglieder und daher länger erscheinende 
Fühler, etwas feinere Punktirung des Kopfes sowie der ganzen Oberseite, 
tiefere Stirngrübchen, zwischen denselben gewölbtere Stirn, längsfurchen- 
artige, durch ein deutliches Längsfältchen getrennte Dorsaleindrücke des 
Halsschildes und durch das Hervortreten zweier leichter Längsrippen auf 
den Flügeldecken unterschieden. 



198 Custos L. Ganglbauer 

Die meisten dieser Unterschiede sind schon deshalb hinfällig, weil 
C. angusticolle in der Punktirung der Oberseite, in der Breite und Sculptur 
des Halsschildes und in der Länge der Flügeldecken im Verhältnisse zur 
Halsschildlänge einer recht beträchtlichen Variabilität unterworfen ist. 
C. Gredleri unterscheidet sich aber durch einen bisher unbeachtet ge- 
bliebenen Charakter in der Bildung der Oberlippe sehr bestimmt von 
angusticolle. Bei letzterem ist die Oberlippe einfach, am Vorderrande fast 
gerade abgestutzt oder sehr flach ausgebuchtet, bei Gredleri hingegen in 
beiden Geschlechtern in der Mitte des Vorderrandes mit zwei scharfen, 
wenig breit getrennten, gerade nach vorn gerichteten Zähnchen bewehrt. 
Vom typischen Gredleri mit ganz schwarzen Fühlern, Tastern und Beinen 
liegt mir nur ein cf aus der Sammlung meines Freundes Dr. Bernhauer 
vor, welches von Hauptmann E. von Bodemeyer in der Nähe des 
Berninahospizes in G-raubünden aufgefunden wurde. Bei diesem d sind 
die Fühler kaum anders als beim angusticolle gebildet. Hingegen diäerirt 
das von mir auf dem Monte Pari aufgefundene 9 des Gredleri v. dilutipes 
vom (S derselben Provenienz recht auffällig durch sehr merklich schlankere 
Fühler, und es ist daher anzunehmen, dass Kraatz sein C. Gredleri nach 
zwei 9 beschrieben hat. Das erwähnte Stück des typischen Gredleri von 
der Bernina zeigt auf den Flügeldecken zwei leichte Längsrippen, während 
solche bei den drei mir vorliegenden Stücken des Gredleri var, dilutipes 
fehlen. Doch finden wir auch auf den Flügeldecken des angusticolle bis- 
weilen zwei Längsrippen angedeutet. 

Mehrere von Herrn An sorge aus Breslau im Grlatzer Gebirge ge- 
sammelte Coryphien gehören nach meiner Ansicht als brachyptere Formen 
zu dem in der Punktirung der Oberseite und in der Länge der Flügel- 
decken variablen angusticolle. Unter diesen befinden sich unausgefärbte, 
auf dem Kopfe, auf dem Halsschilde und auf den Flügeldecken etwas 
gröber und dichter oder sogar etwas runzelig punktirte Stücke, auf welche 
die Beschreibung des nach einem einzigen Stücke vom Altvater beschrie- 
benen C. Letzneri Schwarz (50. Jahresber. schles. Gesellsch. vaterl. Cultur. 
Breslau, 1873, 183) bis auf eine die Länge des letzten Tarsengliedes 
betreffende Angabe zutrifft. Bei C. Letzneri soll nämlich nach Schwarz 
das Endglied der Tarsen fast so lang sein wie die vier ersten Tarsen- 
giieder zusammengenommen, während es bei den Glatzer Stücken, sowie 
bei allen mir vorliegenden Coryphien wesentlich kürzer ist. 

Simplocaria nivalis dov. spec. 

Der siebenbürgischen S. Deuheli Gangib. (Verh. zool. bot. Gesellsch. 
Wien, 1899, 534) nahestehend, von derselben durch geringere Grösse, 
viel schmälere, an den Seiten viel weniger gerundete Körperform, weniger 
anliegende, leicht gehobene Behaarung der Oberseite, viel feiner ein- 
geschnittene Basaireste der äusseren Rücken streifen der Flügeldecken, 
zwischen den Mittelhüften weniger hoch aufgebogenen und mehr oder 
minder gekerbten Vorderrand des Metasternums und nicht nach unten ge- 
bogene Parameren des Penis differirend, noch näher mit der über die 
Karpathen und Ostalpen verbreiteten S. acuniinata und der in den penni- 



Nova aus Judicarieu. 199 

nisclien Alpen vorkommenden S. jugicola Baudi (Cat. Col. Piemonte, 1889, 
103) verwandt, von beiden durch die dichtere, aus weniger feinen und 
ziemlich scharf eingestochenen Punkten bestehende Punktirung des Hals- 
schildes und die Form der Parameren des Penis, von acimiinata ausser- 
dem durch die länglich ovale, flacher gewölbte, an den Seiten weniger 
gerundete Körperform und die viel längere Behaarung der Oberseite und 
von jugicola, bei der die Eückenstreifen bis auf einige äusserst feine Basal- 
reste erloschen sind, durch die Sculptur der Flügeldecken verschieden. 

Länglich oval, oben dunkel bronzefarbig, unten schwarz mit braunem 
oder rotbraunem x\bdomen, das dritte bis achte Fühlerglied, die Taster und 
Beine rotbraun oder bräunlichrot. Die Oberseite mit ziemlich langer, 
leicht gehobener, gelblichgrauer Behaarung wenig dicht bekleidet, auf den 
Flügeldecken bisweilen mit einigen kleinen, aus kürzeren, dichter stehenden 
weisslichen Haaren gebildeten Flecken. Der Kopf ziemlich kräftig, in der 
Mitte weitläufig, vorn und innerhalb der Augen dichter punktirt. Die 
Oberlippe in der Mitte des Vorderrandes mit einer kleinen Ausrandung. 
An den Fühlern das siebente Glied wenig, das achte wesentlich breiter als 
die vorhergehenden Glieder, das letztere aber schmäler als das neunte. 
Der Halsschild ziemlich weitläufig und fein, aber ziemlich scharf ein- 
gestochen punktirt, zwischen der Punktirung mit microscopischer, bisweilen 
erloschener Chagrinirung. Die Flügeldecken mit vollständigem, tief ein- 
geschnittenem Nahtstreifen und in der Anlage hinter der Basis mit sechs 
Eückenstreifen, von welchen die inneren vorn tiefer eingeschnitten und 
mit dem Nahtstreifen convergirend mehr oder minder weit nach hinten 
fortgesetzt sind, während die äusseren auf feine, weniger tief als die 
Wurzeln der inneren eingeschnittene Basaireste reducirt erscheinen. Der 
Basalrest des sechsten Rückenstreifens ist oft vollständig erloschen. Im 
übrigen sind die Flügeldecken weitläufig mit mehr oder minder feinen und 
seichten Punkten besetzt. Die Epipleuren der Flügeldecken längs der 
jVIittel- und Hinterbrust allmählich nach hinten verengt. Das Metasternum 
sehr spärlich und sehr fein punktirt, zwischen den Mittelhüften kräftig 
und mehr oder minder deutlich gekerbt gerandet. Das Abdomen massig 
fein und ziemlich dicht punktirt. Die Parameren des Penis nicht nach 
unten gebogen und ganz allmählich schmal und scharf zugespitzt, während 
sie bei Deubeli in flacher Curve nach unten gekrümmt und an der Aussen- 
seite leicht ausgeschweift, bei acuminata aussen stärker ausgeschweift und 
gegen die Spitze zusammengedrückt und bei jugicola hinter der Mitte plötz- 
lich zu einer abgesetzten selu' schmal und scharf zugespitzten Apicalpartie 
verengt sind. Long.: 2,5 — 2,7 mm. 

Im obersten Teile des Val di Leno am Rande von Schneeflecken 
unter Steinen und auf Moos in Mehrzahl gesammelt. 

Simplocaria acuminata Erichs, wurde von Reitter (Verh. zool. bot. 
Gesellsch. Wien 1881, 83) mit Unrecht in die Untergattung Trinaria 
gestellt. Die von Mulsant et Rey (Hist. nat. Col. Fr. Piluliformes, 
1869, 158) auf ^S*. carpatliica Hampe gegründete und von Simplocaria 
s. Str. lediglich durch die Fühlerbildung unterschiedene Untergattung 
Trinaria diiferirt von Simplocaria s. str. nicht nur durch das in der 
Breite von den vorhergehenden Gliedern kaum verschiedene siebente und 



200 Custos L. Ganglbauer : Nova aus Judicarien. 

achte Fühlerglied und die infolge davon scharf abgesetzt dreigliedrige 
Fühlerkeule, sondern auch durch den Mangel eines scharf eingeschnittenen 
Nahtstreifens und durch die längs der Mittel- und Hinterbrust nicht all- 
mählich verschmälerten, sondern bis an die Hinterecken dei' Hinterbrust 
ziemlich gleichbreiten und an diesen plötzlich verengten Epipleuren der 
Flügeldecken. S. aaiminaia stimmt aber sowohl in der Fühlerbildung 
wie in der Ausbildung des Nahtstreifens und in der schmal dreieckigen 
Form der Epipleuren der Flügeldecken mit den übrigen Arten der Unter- 
gattung Simplocaria s. str. überein und diiferirt hauptsächlich in diesen 
Punkten von der ähnlichen S. (Trinaria) carpathica. 

Simplocaria Bernhaueri Gangib. (Verh. zool. bot. Gresellsch. Wien 1899, 
533) ist mit S. maculosa Er. identisch. Ich glaubte in derselben eine 
von maculosa Er. verschiedene Art annehmen zu müssen, da sie auf der 
Oberseite niederliegend behaart ist, während Erichson (Naturg. Ins. 
Deutschi. III, 495) seiner S. maculosa eine abstehende Behaarung zu- 
schrieb. Die diesbezügliche, schon von Eeitter (Verh. zool. bot. Gesellsch. 
Wien, 1881, 82, Note 4) beanstandete Angabe Erichsons war aber nicht 
zutreffend, wie ich an einem von Custos Professor Kolbe gütigst zur An- 
sicht mitgeteilten Originalexemplare der S. maculosa Er. constatiren konnte. 

Byrrhus picipes judicarius nov. subsp. 

In der alpinen Region der Kalk- und Urgebirgsalpen von Judicarien 
(Monte Pari, Monte Cadria, Adamellogruppe) tritt Byrrhus picipes Duftschm. 
in einer Easse auf, die sich von der typischen, der nördlichen Kalkkette 
der Ostalpen angehörigen Form durch viel bedeutendere Grösse (Long. : 
10 — 11 mm), viel feiner punktirte und sehr fein quergerunzelte Flügel- 
decken und durch die ziemlich regelmässigen, neben der Naht aber oft 
nur sehr feinen oder erloschenen Streifen derselben unterscheidet. In der 
allmählich zugespitzten, in der Apicalhälfte aussen nicht ausgeschweiften 
Form der Parameren des Penis stimmt diese Rasse {B. picijpes judicarius m.) 
vollständig mit dem typischen picipes überein und differirt hiedurch sowie 
durch die sehr fein quergerunzelten, nahezu glanzlosen, gewöhnlich matt 
bronzescliimmernden, im allgemeinen feiner gestreiften Flügeldecken und 
den etwas schmäleren Prosternalfortsatz von B. glahraius Heer {ornatus Panz. 
nee Sulzer), dem sie bei übereinstimmender Grösse täuschend ähnlich sieht. 

Der über den grössten Teil der südlichen Ostalpen (über das Bacher- 
gebirge, die Steineralpen, die Karawanken, die julischen, Venetianer-, les- 
sinischen und Bergamaskeralpen) verbreitete B. picipes amphibolus m. 
(M. K. Z. I, 1902, 41), der in der Grösse den typischen picipes im all- 
gemeinen nicht übertrifft, vielmehr oft hinter demselben zurückbleibt und 
von ihm durch die regelmässig gestreiften, durchschnittlich feiner punk- 
tirten und meist fein quergerunzelten Flügeldecken differirt, tritt in den 
lessinischen Alpen (Campo grosso) in einzelnen viel grösseren Stücken auf, 
welche von kleineren Stücken des picipes judicarius kaum mehr zu unter- 
scheiden sind. Im allgemeinen sind aber die Flügeldecken bei picipes 
judicarius feiner gestreift als bei picipes amphiholus und die inneren Rücken- 
streifen derselben sind oft nur sehr fein oder teilweise bis gänzlich erloschen. 



Dr. K. Daniel; Uebe.- Stei)Oclinrug {foxotiis Sevv.) qaercus Goetz ii. heterocertts Gglb. 201 

Ueber Steuochorus [Toxotiis Serv.) (piercus Goetz und 
Jieterocerus Gglbr. 

Von D'"- Karl Daniel. 

Die Gattung Toxotas Serv. (Ann. Soc. Ent. Fr. 4., 211; 1835) um- 
fasst in dem ihr vom Antor gegebenen Umfange neben den uns heute als 
Vertreter des Genus geläufigen Arten (querciis Goetz, mericUanus L. und ihre 
Verwandten) noch Acimerus (von Serville als Untergattung aufgestellt) 
Scliäfferi Laich, und Toxotiis Cursor L. Mulsant trennte zunächst (Long, 
ed. IL, 464; 1863) letzteren durch Aufstellung der Gattung Oxymirus ab 
und teilte den Artenrest in 3 Subgenera mit je einer einzigen Art: Ani- 
soriis (quercas Goetz), Minaderus {meridianus L.) und ToxoUis i. sp. 
{Schaefferi Laich.). Da Serville bereits eine Untergattung Acimerus ge- 
schaffen, so war einer der beiden neuen Namen überflüssig, auch dann, 
als Duval (Gen. Col. Eur. 4., 183—184; 1868) die Gattung Toxotus 
Serv. in ihre 3 natürlichen, gleichwertigen Bestandteile {Oxymirus Muls., 
Toxotus Serv. und Acimerus Serv,) auflöste. Dadurch, dass Bedel (Faun. 
Col. Bass. Seine 5., 11; 1889) den alten Geoffroy'schen Namen /S'fenocorMs 
(corr. StenocJiorus) und zwar im Fabricius'schen Sinne wieder aufgreift*), 
ist es klar, dass einer Untergattung Stenochorus F. s. str. die einzige hier 
in Betracht kommende, von Fabricius aufgeführte Art, nämlich St. meri- 
dianus L., als typisch zuzuweisen ist, der Name Minaderus Muls. also 
fallen muss. Ich beabsichtige, mich hier nur mit den Arten des Subgenus 
Anisorus Muls. zu beschäftigen, die sich von den echten Stenochorus (3fina- 
derus)-Arten ■ durch im Verhältnis zum 5. verkürztes 3. Fühlergiied und 
kaum doppeltbuch tigen Basalrand des Halsschildes unterscheiden. Die Frage, 
ob diese Unterschiede, auf alle Gattungs Vertreter angewandt, zur Begrün- 
dung zweier natürlicher Untergattungen ausreichen, möchte ich vorläufig- 
offen lassen, da mir zur Zeit zu wenig Material an echten Stenochorus- 
Arten vorliegt. 

Das Subgenus Anisorus Muls. umfasst zur Zeit 3 Arten : St. quercus 
Goetz, St. heterocerus Gglbr. (Wien. Ent. Ztg. 1., 139; 1882) und St. homo- 
cerus m. (Soc. Entom. 15., 139; 1900). In den neueren Katalogen ist 
denselben noch der rätselhafte, griechische Toxotus Lacordairei Pascoe 
(Proc. Ent. Soc. London 5., 84; 1867) angeschlossen, obwohl die Be- 
schreibung direct gegen seine Einreihung in die Untergattung spricht. 
Ch. Waterhouse war so liebenswürdig, mir folgende, von C. Gahan 



*) Bedel citirt (1. c.) als ersten Autor, der den Namen Stenochorus (Geoifr.) 
in binärer Nomenclatur gebrauchte, irrtümlicherweise 0. F. Müller (Fn. Fridr., 
p. XVI). AVie bereits Ganglbauer (M. K. Z. 1., 285; 1903) nachwies, führte 
Müller in seiner »Fauna Insectorum Fridrichsdalina« (1764) keinen einzigen der 
Geoffroy'schen Gattungsnamen in die binäre Nomenclatur ein. Unter den in 
'/Zoologiae Danicae Prodromus« (1776) gültig gewordenen Geoffroy'schen Gat- 
tungsnamen felilt Stenochorus, es kann also Müller hier überhaupt nicht citirt 
werden. Der erste Autor, der den Namen Stenochorns in binärer Nomenclatur 
gebrauchte, war Fabricius (Syst. Ent., 178; 1775). 

14 



202 t>t. Karl Daniel 

auf Grrund der üntersucliimg des im briti sehen Museum befindlichen 
Originalpärchens festgestellte Synonymie bekannt zu geben: 

■»Toxotus Lacordairei Pascoe (f = Toxotus meridiamis Jj. 9« 
» Toxotus Lacordairei Pascoe 9 = Oxymirus Cursor L. c? « 

Controlirt man die Originalbeschreibung daraufhin, so findet man in 
derselben tatsächlich keinen Widerspruch mit dieser Feststellung, die somit 
als eine definitive betrachtet werden kann. 

Mitte Juni 1900 sammelten M. und R. Korb bei Ak-Scliehir (Phrygien) 
einen Stenochorus in geringer Zahl, der in der Färbung mit St. heterocerus 
Grglbr. vollkommen übereinstinnnt und dort in Gesellschaft des St. quercus 
Groetz und zwar der bekannten Stammform desselben an Eichenbüschen 
lebt. Diesen günstigen Zufall des gemeinschaftlichen Vorkommens benützte 
ich zuerst zur Ermittlung der von der Färbung unabhängigen. Unterschiede 
zwischen beiden Arten. Die Vergleichung des dem St. heterocerus ähnlich 
gefärbten Tieres {homocerus m.) mit dem typischen Pärchen der Grangl- 
bauer'schen Art, das von Gülek im kilikischen Taurus stammt, bestätigte 
meine ursprüngliche Vermutung, dass es sich um eine mit St. heterocerus 
nahe verwandte Art handle. Da ich damals nur das eine d 9 des 
St. heterocerus kannte, hatte ich zunächst keinen Grund, daran zu zweifeln, 
dass die auffallende von Ganglbauer beschriebene Fühlerbildung des c? 
eine normale, specifische Eigenschaft desselben darstelle und gab eine kurze 
Diagnose des Stenochorus homocerus m., in der ich ihn mit der ihm zu- 
nächst stehenden Art, *S'^. heterocerus Grglbr., verglich*). Später erhielt 
ich mehrfach Material der letzteren Art aus dem Taurus und aus Akbes, 
jedoch sämtliche cfc? mit normalen Fühlern, im übrigen aber mit den 
/ieferocerws'-Typen vollkommen übereinstimmend, so dass nunmehr kein 
Zweifel mehr besteht, dass St. heterocerus Gglbr. d als eine Abnormität 
mit monströser Fülllerbildung aufzufassen ist. Da nun der von mir ur- 
sprünglich als specifisch trennend betrachtete Unterschied in der Fühler- 
bildung bei homocerus m. und heterocerus Gglbr. hinfällig geworden ist, 
andererseits aber noch weitere zum Teil sehr wesentliche Verschiedenheiten 



*) Diesen Umstand benützt Pic (Mat. Long. 3., III., 5; 1901) mich darüber 
zu belehren, dass ich den St. homocerus in meiner von ihm auch wegen ihrer 
Kürze beanstandeten Diagnose mit St. quercus Goetz hätte vergleichen müssen. 
Daraus geht für mich zweierlei hervor, nämlich 1. dass Pic immer nocli der 
naiven Meinung ist, dass eine Diagnose, um gut zu sein, auch lang sein müsse, 
2. dass er darauf besteht, ich hätte ein Tier nicht mit der nächstverwandten, 
sondern mit einer anderen Art vergleichen sollen, ein Verfahren, das allerdings 
zu den Lieblingsgewohnheiten Pic 's gehört, aber eben aus diesem Grunde allein 
schon verdächtig erscheint. Da nun St. homocerus m. mit quercus gar nichts 
zu tun hat, sondern nnr mit heterocerus Gglh. verwandt ist und zwar so nahe, 
dass ich ihn jetzt als Localrasse desselben betrachte, so hätte Pic wohl wie 
meist, so auch in diesem Falle besser geschwiegen. Die missglückte Belehrung 
gewinnt noch dadurch einen besonderen Beigeschmack, dass er vor Jahren eine 
viel günstigere, ich möchte sagen geradezu zwingende Gelegenheit, gänzlich un- 
benutzt vorübergehen Hess, die Unterschiede von 8t. quercus und heterocerus, 
die er von mir zu erfahren wünscht, selbst festzustellen, nämlich damals, als 
er seinen Toxotus heterocerus nigripennis beschrieb (Mise. Ent. 4., 141; 1896). 
Wir sind darüber heute noch im Ungewissen, ob nigripennis nicht in Wirklich- 
keit eine schwarze quercus-AherratioTi ist. 



Ueber Stenochorus (Toxotiis Serv.) quercus ö-oetz und heterocerus G-angib. 



203 



an beiden Tieren nacliweisbar sind, betrachte ich nun den St. homocerus m. 
vorläufig" als eine Subspecies des St. heterocerus Grglb. und werde unten 
auf die Unterscheidung" beider Formen näher eing-elien. 

Was die gemeinschaftlichen Merkmale betrifft, die Stenochorus quercus 
Groetz und St. heterocerus Grglbr. besitzen, so wäre ausser den Grattungs- 
und Untergattungskennzeichen und dem bei den Stenochorus-Arten überhaupt 
ziemlich ausgeprägten Greschlechtsdimorphismus in der Körperform und der 
Fühlerlänge nur die Uebereinstimmung in der durchschnittlichen Grösse, 
die einfarbig dunklen Fühler und Beine und die seidenartige Pubescenz 
der Flügeldecken bei den dd beider Arten zu erwähnen. Sollte sich 
St. heterocerus nigripennis tatsächlich als eine heterocerus- Aherrsition heraus- 
stellen, so wäre denselben noch die sehr weitgehende Veränderlichkeit in 
der Färbung hinzuzufügen. Der d Copula- 
tions- Apparat ist bei beiden Arten sehr ähnlich 
gebildet und variirt nur etwas in der Länge 
der Parameren. 

Zur Unterscheidung des Stenochorus quercus 
Goetz und seiner zahlreichen Aberrationen einer- 
seits und St. heterocerus Gglb. andererseits liegen 
bis jetzt keine präcisen Angaben vor. Aus 
Granglbauer's Beschreibung lässt sich nur die 
dichtere Punktur des Halsschildes und die 
seidenartige Pubescens der Flügeldecken als für 
heterocerus charakteristisch entnehmen, doch 
auch nur bedingt, da heterocerus homocerus in 
der Halsschildsculptur dem quercus bereits sehr 

nahe kommt und quercus d ebenfalls auf den Flügeldecken seidenartig 
behaart ist. Nach dem mir bisher zugänglich gewordenen Materiale können 
die beiden Arten in folgender Weise auseinander gehalten werden: 




Fig. 1. 
(j" Copulationsorgan des Steno- 
chorus quercus Goetz. 



Stenochorus 



quercus Groetz: 

d Q : Halsschild neben der anliegen- 
den, weisslichen, seidenartigen Behaa- 
rung auf der ganzen Oberfläche (auf 
dem Diskus meist spärlich), mindestens 
aber an den Seiten abstehend behaart. 

9 : Flügeldecken uneben, neben der 
weniger dichten Grundpunktur noch 
mehr oder weniger deutlich quergerun- 
zelt und meist mit 3 — 4 schwach er- 
habenen, gegen Basis und Spitze abge- 
kürzten Längsrippen. Behaarung der 
Flügeldecken sehr dünn, den lackartig 
glänzenden Grund nicht deckend und 
nur aus kurzen, zur Naht nicht ge- 
scheitelten Härchen bestehend, ohne 
Seidenglanz. 



Iieterocertis Gglb. : 
d 9 : Halsschild höchstens auf dem 
Basalwulst mit einzelnen abstehenden 
Härchen, im übrigen nur anliegend, 
weisslich, seidenartig behaart. 

9 : Flügeldecken ausser der feinen, 
dichteren Grundpunktur und den ein- 
gestreuten groben Punkten nicht oder 
nur sehr schwach runzelig sculptirt, 
Längsrippen sehr schwach oder ganz 
fehlend. Behaarung der Flügeldecken 
dicht, seidenglänzend, zur Naht ge- 
scheitelt und die Grundsculptur mehr 
oder weniger verhüllend. 



Ausserdem ist der Halsschild bei St. heterocerus Gglb. in der Eegel 
etwas gestreckter, die Zwischenräume der Punktur bei quercus glatt, bei 

14* 



204 Dr. Karl Daniel 

heterocerus als Eassenunterschied bald glatt, bald dicht reticulirt. Alle 
angegebenen Unterschiede sind bei den östlichen Stücken des St. querem 
sehr deutlich ausgeprägt, so dass also gerade in jenen Gegenden, in denen 
sich beide Arten local berühren oder vermischen, bezw. berühren oder 
vermischen können, die specifische Eigenart derselben besonders scharf 
hervortritt. 

Stenochorus qtiercus Goetz (nee Goeze!). 

An dieser allgemein bekannten Art, die uns auch aus den Beschrei- 
bungen von Mulsant, Ganglbauer etc, hinreichend geläufig ist, um 
hier auf eine eingehende Besprechung verzichten zu können, interessirt 
vor allem ihre sehr bedeutende Variabilität in der Färbung. Auch einige 
Angaben über die geographische Verbreitung dürften an dieser Stelle nicht 
unangebracht sein, zumal hierüber bisher nur lückenhafte Daten vorliegen. 

Die typische Form, von Goetz aus der Umgebung von Wilhelmsbad 
bei Hanau beschrieben, ist heterochrom, das d schwarz mit roter Schulter- 
makel und rotem Abdomen, das 9 mit ockergelben Flügeldecken, Abdomen 
schwarz. Stenochorus dispar Panz. d ist nach der Abbildung w^ohl sicher 
das 9 des typischen quercus, dispar 9 vermutlich ein weiblicher Nigrino.*) 
Panzer liess sich durch die Verschiedenheit der Färbung offenbar ver- 
leiten, die Tiere, die, wie er angibt, zusammen gefunden wurden, als die 
beiden Geschlechter einer Art zu betrachten. 

Die Veränderlichkeit in der Färbung bezieht sich fast ausschliesslich 
auf die Flügeldecken. Sie ergibt sich aus der wechselnden Ausdehnung 
und Verteilung eines hellen (ockergelben bis rötlichgelben oder blutroten) 
und eines dunklen (schwarzen) Pigmentes und führt durch vollständige 
Verdrängung des einen derselben zu zwei Grenzformen, die noch dadurch 
besonders bemerkenswert sind, dass bei denselben der Geschlechtsdichrois- 
mus der Stammform verloren geht. Diese beiden liomochromen Formen sind 
ab. unicolor Fleisch, und ab. llagdalenae Pic. 

ab. unicolor Fleisch.'^*), in beiden Geschlechtern einfarbig schwarz, 
nach meiner Erfahrung die einzige Form, bei der auch das rote Abdomen 
des d dem Melanismus verfällt. Schwarze 9 9 ***) sind neben normal 
gefärbten dd einzeln ziemlich verbreitet. Bei denselben ist oft ein Basal- 
fleck unter der Schulter gelbrot, der als schmale Saumbinde nach rück- 



*) Mulsant (Long. ed. II., 468) vermutet in ihm ein 9 von St. mer'uli- 
anus L. oder ein Oxymirus cursor L. d. 

**) Wie mir der Autor mitteilte, wurde der Name unicolor durch ein Ver- 
sehen in der Druckerei in discolor geändert. Da es sich hier, wie mir auch Herr 
E. Eeitter als Eedacteur der W. E. Z. bestätigt, nur um einen Druckfehler 
liandelt, der nach den Nomenclaturregeln (I., § 8) durch Correctur beseitigt werden 
kann, ist der Name discolor zu anulliren. 

'■-*) Stenochorus niger Oliv. (Entom. 4., Nr. 69, 19, tab. 3, fig. 24) mit 
Kraatz und Fauvel auf schwarze 9 9 des St. quercus zu beziehen, lialte ich 
nicht für zulässig. Die Angabe »Les antennes ne sont guere plus longues quc 
le Corps« spricht gegen eine solche Annahme. Nach der Figur, die ebensogut 
auf Oxymirus cursor v. nqctis L. passt, sind die Fühler allerdings im Wider- 
spriicli mit der Beschreibung kurz. Fraglich ist, ob am Mont Pilat, den Olivier 
als Fundort angibt, StenocJiorus quercus überhaupt vorkommt. 



Ueber Stcnochoriis (Toxotus Serv.) quercutf G-oetz iiucl heterocerus Gangib. 205 

wärts sich verlängert (ab. niarginattcs Kr.), dd der ab. niger scheinen 
dagegen sehr selten zu sein und wurden bisher nur in Mähren gefunden. 

ab. Magdalenae Pic (cf effem'mahis m. i. litt.), in beiden Cleschlech- 
tern die Flügeldecken einfarbig ockerfarbig oder rötlichgell», beim cf das 
Abdomen rot. Die Originalstücke von der Sainte-Baume (Var) sind in 
Abeille de Perrin's Sammlung. Diese Aberration findet sich auch in 
Griechenland (Parnass, Euboea, Morea) und in Transkaukasien (Tiflis, 
Somchetien, Borshom). 

Im Araxestal kommen häufiger, einzeln auch an anderen Localitäteu, 
Stücke {(S(S und 99) der ab. Magdalenae mit dunkler Zeichnung vor, die 
sich bald auf einen Scutellarfleck beschränkt (ab. scutellaris Kr.), der längs 
der Naht nach rückwärts zieht und sich zu einer elliptischen Suturalmakel 
verbreitert (ab. discoideiis Rttr.), bald in Form einer Naht- und Seiten- 
binde auftritt (ab. sfibvittatus Rttr.) und sich schliesslich so ausbreiten 
kann, dass nur mehr eine längfich ovale, gelbrote Makel vor der Spitze 
erhalten bleibt (ab. siibcvpicalis Rttr.). Reitter erwähnt auch ein im 
übrigen normal gefärbtes cf (schwarz, mit i'oten Humeralmakeln), das vor 
der Spitze einen länglich ovalen, gelbroten Fleck trägt. Ein dalmatinisches 
cf der Prof. v. Hey den 'sehen Sammlung besitzt pechbraune Flügeldecken 
mit mehr ausgedehnter, sehr undeutlich begrenzter Humeralmakel und gelb- 
rotem Naht-, Seiten- und Spitzensaum. Die beiden eben erwähnten Aber- 
rationen des cf sind offenbar als erste Uebergänge der Normalform zur 
ab. Magdalenae Pic zu betrachten. 

Toxotus quercus ist im eigentlichen Mitteleuropa weit verbreitet, fehlt 
aber bereits in einem grossen Teile Niederdeutschlands und verliert sich 
gegen die Küsten der Ost- und Nordsee vollständig. Auch in den Nieder- 
landen, in England, Skandinavien, Dänemark und Finnland wurde er bisher 
nicht nachgewiesen, ebenso fehlt er in Spanien, Portugal und Nordafrika. 
In Frankreich bewohnt er nur die östlichen und südöstlichen Grebiete — 
Nanc}^, Isere, St. Nazaire (Drome), Sainte-Baume (Var) — ■ in Italien nur die 
nördlichen Provinzen, Piemont, die Lombardei, Venetien. Auf der Balkan- 
halbinsel wurde er nach Gustos Apfelbeck in der Herzegowina (Dreznica 
und Ruistje bei Mostar), in Serbien (Pozarevac), dann auf Euboea, auf 
dem Parnass und Olymp ■"=■), nach einem Brenske'schen Stücke bei Cumani 
(Morea), nach Kraatz auch bei Konstantinopel gesammelt. Von Kleinasien 
kenne ich die Art nur aus Ak-Schehir, in Transkaukasien ist sie weit 
verbreitet (Tiflis, Borshom, Somchetien, Araxestal). Nach dem Materiale 
des Petersburger zoologischen Museums kommt die typische Form 
bei Sarepta und in Podolien (Kamenetz) vor und dürfte daher wohl auch 
weiter im centralen, südlichen und westlichen Russland verbreitet sein, 
zumal die Art in Deutschland östlich bis Schlesien nachgewiesen ist. 

StenocJioriis Ueteroceviis Gglbr. 

Wie bereits oben bemerkt, ist das cf des Stenochorus heterocerus Gglbr. 
ein Stück mit monströs entwickelten Fühlern, das 9 ist durchaus normal. 



*) Alle griechischen Stücke = ab. Magdalenae Pic, das Stück vom Olymp, 
ein Uebergang zu ab. discoideus Ettr. 



206 Dr. Karl Daniel 

Ich sah bisher nur Exemfjlare mit einfarbig hellei' Dcler dunkler ziegel- 
roten Flügeldecken, das d mit blutrotem Abdomen. Ob Pic's St. hetero- 
cerus nigripetmis von Akbes mit ganz schwarzen, nui- schmal i-ötlich 
gerandeten Flügeldecken wirklich zu dieser Art gehört, ist aus der Be- 
schreibung nicht ersichtlich ^'). 

St. Jieteroceriis Gglbr. tritt in zwei gut cliarakterisirbaren Localrassen 
auf, deren eine, wie bereits erwähnt, von mir als eigene Art, Stenochorus 
liomocerus, beschrieben wurde und die sich nach folgenden Angaben ohne 
Schwierigkeit unterscheiden lassen: 

Stenochortis heterocerus Gglb. 
sbsp. heterocerus Grglbr. : sbsp. honiocei'us K. Ddii. : 

(S 9 : Halsschild zwischen der dichten d Q : Halsschild zwischen der etwas 

Punktur fein reticulirt oder gerunzelt, weniger dichten Punktur nicht oder 
daher matt. nur äusserst schwach reticulirt, daher 

glänzend. 

cf : Fühler die Spitze der Flügel- cf : Fühler nur das apicale Fünftel 
decken erreichend oder etwas über- oder Sechstel der Flügeldecken er- 
ragend, das 3. nnd 4. Glied zusammen reichend, das 3. und 4. Glied zusammen 
so lang als das 5., letzteres viel länger etwa um ^/s länger als das 5., letzteres 
als das 3. ; äusserer Apicalwinkel der nur wenig länger als das 3. ; äusserer 
Flügeldecken spitzer**), diese dunkler Spitzenwinkel der Flügeldecken stum- 
ziegelrot; Parameren des Genitalappa- pfer, diese heller, mehr gelbrot; Para- 
rates nur wenig schlanker als bei quer- meren des Genitalapparates heträcht- 
cus, etwa doppelt so lang als die Breite lieh schlanker als bei quercns, etwa 
der gemeinschaftlichen Verwachsungs- 2V2mal so lang als die Breite der ge- 
stelle. meinschaftlichen Verwachsungsstelle. 

9 : Die Fühler erreichen den Hinter- Q : Die Fühler erreichen nur den 

rand des 2. Abdominalsternites***) ganz Hinterrand des 1. Abdominalsternits. 
oder fast ganzf). 

Ich halte es nicht für ausgeschlossen, dass diese beiden Formen, 
wenn einmal grösseres Material, namentlich von verschiedenen Fundorten, 
vorliegt, specifisch getrennt werden müssen. Das Verbreitungsgebiet des 
typischen Stenochorus heterocerus Gfglbr. ist nach den bisher bekannt ge- 
wordenen Daten ein beschränktes. Ich kenne überhaupt nur 2 Fundorte: 
Clülek im kilikischen Taurus und Akbes am Fusse der obersyrischen Aus- 
läufer des eigentlichen Taurus und zwar von ersterer Localität Gangl- 
bauer's Originalstücke (Wiener Hofmuseum), ferner 3 cfcf, 1 9 der 
Holtz'schen Ausbeute (d* 9 coli. v. Heyden, 2 dd, sehr kleine, nur 
11 mm messende Stücke, coli. Junack) und 1 9 (Korb, 28. 6. 1886) in 
unserer Sammlung; aus Akbes besitzen wir ein von Escalera gesammeltes. 



*) In derselben ist als Zeichen echt Pic'scher Flüchtigkeit nicht einmal 
angegeben, ob es sich um ein d oder 9 handelt. Im letzteren Fall könnte 
Avenigstens die Angabe »revetu d'une fine pubescence so^'euse d'un gris jaunätre« 
nur auf St. heterocerus bezogen werden. Es darf wohl erwartet Averdcn, dass 
Pic wenigstens jetzt nachträglich seine Beschreibung vervollständigt. 

**) Bei Ganglhauer's Type (d) ist der äussere Apicahvinkel der einen 
Decke sehr spitz, auf der anderen viel stumpfer. 

***) Bei den 9 9 sind die Unterschiede in der relativen Länge des 3. — 5. 
Fühlergliedes weniger deutlich als bei den dd. 

t) Conf. Kef. 255. 



Ueber SteiwchoruK (Toxotits Serv.) qiiercus Goetz und heierocerus Gangib. 



207 



tj^pisches d, Prof. v. He^^den ein g. St. heterocencs nigripennis Pic 
stammt, wie bereits bemerkt, ebenfalls von Akbes. Stenochorus Jieterocerus 
liomocerus m. ist bisher nur aus der Umgebung von Ak-Schehir im cen- 
tralen Kleinasien bekannt geworden, wo er, wie schon erwähnt, in Gesell- 
schaft des St. qu€)'C2is Goetz auf Eichenbüschen lebt. 



Ivatalog: 



Stenochorus (F. Syst. Ent., 178; 1775) Bedel, Faun. Col. Bass. 

Seine 5., 11; 1889. 

Toxotus (Serv., Ann. Soc. Ent. Fr. 4., 211; 1835. — partim! Duval, Gen. 
Col. Eur. 4., 183—184; 1868. — Ganglbauer, Best. Tab. Eur. Col. 1., 36; 1882. 



Subff. Anisorus Mals. Long. ed. II., 464; 1863. 



qiiercus Goetz*) 

quercus Goetz, Naturf. 19., 74, tab. 4, flg. 5 (c?) et 6 (9), 

1783 

Mulsant, Long, ed H., 467—469; 1863. 
Ganglbauer, Best. Tab. Eur. Col. 7., 37; 1882. 
9 dlspar Panz., Faim. Germ. 17.^ 1; 1794. 
d Immeralis F., Maut. Ins. 1., 158; 1787. 
Panz., Faun. Germ.'45., 11; 1797. 
Oliv., Entern. 4., No. 69, 22, tab. 2, flg. 18. 
ab. unicolor Fleisch., W. E. Z. 6., 237 et 272; 1887 
ab. marginatus Kr., W. E. Z. 6., 310; 1887 . . 
ab. Magdalenae Pic, Mat. Long. 1., 4; 1891 . 
ab. scutellaris Kr., W. E. Z. 6., 310; 1887 . . 
ab. discoideus Ettr., W. E. Z. 8., 163; 1889 . 
ab. siibvittatas Ettr., W. E. Z. 8., 163; 1889 . 
ab. suhapicalis Ettr., W. E. Z. 8., 163; 1889 . 



Eur. med., Ga. m., 
It. Sept., Dalm., Gr., 
Türe., Asia min., 
Arm., Trcmscauc., 
Bn. m. 



Moravia. 

Aiistr. 

Gall.m., Gr., Tremse. 

Türe., Gr., Tremse. 

Transcaue. 

Araxes. 

Araxes. 



heferocerus Gglbr. 

heterocerus Gglbr., W. E. Z. 1., 139; 1882 Taurus, Akbes. 

K. Dan., M. K. Z. 2., 205; 1904. 

ab. nigripennis Pic, Mise. Ent. 4., 141; 1896 . . . Akbes. 

m. d heterocerus Gglb., W. E. Z. 1., 139; 1882. . Taurus. 

homocerus K. Dan., M. K. Z. 2., 206; 1901 Phrygia. 



*) Nach brieflicher Mitteilung Bedel 's wurde von Petagna eine v. (9) 
luteolns beschrieben und abgebildet (Atti Acad. Scienz. Napoli 1., 37, tab. 4., fig. 5 ; 
1819). Leider konnte ich mir bisher die Originalangaben nicht verschaffen und 
muss mir daher nähere Mitteilungen für später vorbehalten. 



208 Dr. Josef Müller 

Beschreibungen neuer dalmatinischer Koleopteren. 

Von D^'' Jos. Müller, Supplent an der Staatsrealschule in Triest. 

(Eingelaufen am 12. März 1904.) 

Bytilinns Jieterocerus nov. spec. 

Castaneus, capite prothoraceque Interclum rufescentibus, vel totus riifus; 
capite prothorace vix angustiore; antennariim articiilo primo cylindrico, 
läütucUne paiillo longiore, tertio et seqiienühus transversis; prothorace haud 
distincte pimdato, fere levi; ehjtris mediocriter punctatls. Long.: 1,2mm. 

Mas. : antennarnm articulo secimdo magno, intus seciirlforml, margine 
interno vix concavo, angulo interno hasaU fere rede, apicall acuta, valde 
producta; elytris latitudine fere aequilongis ; tibüs anticis simplicihus, posticis 
apice haud calcaratis. 

Fem. : antennarnm articulo secimdo primo parum angustiore, suhovali, 
simplici, latitudine sua fere sesqui longiore; elytris latitudine paidlo 
hrevioribus. 

Patria: Kistanje in Dalmatia septentrionali. 

Diese neue Art geliört zur seciiriger-Burelli-Gvup])e (Gegensatz 18' in 
der Eeitter 'sehen Bestimmungstabelle der Pselapliiden). Von B. Burelli 
untersclieidet sie sich durch etwas bedeutendere Grösse (1,2 mm gegen 1 mm) 
und namentlich durch die beim d* hervortretenden Differenzen im Füliler- 
bau: das erste Glied ist etwas länger, das zweite 
°' ' Fig. 2. am Innenrande nur sehr schwach konkav, fast 

gerade, und die basale Innenecke ist fast gar nicht 
vorgezogen, das dritte Glied und die darauf fol- 
genden sind ein wenig länger (vgl. die neben- 
stehenden Figuren). Von B. securiger ist die 
vorliegende Art schon durch den Mangel eines 
feinen Endspornes an den Hinterschienen des d 
hinlänglich verschieden, abgesehen von einigen 
Fig. 1. Die di-ei ersten Fühler- Abweichungen im Fülllerbau (vergl. die vor- 
^ ^^ cerus°noY!^ a^ec.^ d ^^°' Stehende Fig. 1 mit Fig. 72 auf Tafel XIX der 
Fig. 2. Von Byth. BureUi Eeitter 'schcu PselaphideutabeUe). Durch die auf 
Deuuy cf. der Innenseite eines Zälmchens entbehrenden Vor- 

derschienen des cf unterscheidet sich B. hetero- 
cerus m. von B. acutangidus Reitt., mit welchem die neue Art, nach der 
Abbildung 71 auf Taf. XIX der oben erwähnten PselaphideutabeUe zu 
urteilen, im Fühlerbau des c? fast genau übereinstimmt. 

Von diesem Bythinus liegen mir drei männliche und mehrere weibliche 
Exemplare vor, die ich am 3. Oktober 1901 in der Nähe des »Manastir 
Krka« bei Kistanje aus faulen Holzabf allen siebte. 




*) I. Teil, siehe diese Zeitschr., I. Band, pag. 192—194; 1903. 



Beächreibuugen neuer dalmatinischer Koleopteren. 209 

AI phitophag US obtusanguliis nov. spec. 

Alpliifoph. (piaih'ipustnlato ü\[iils. tjiiii.iUimits, sed evidenter pidjescerifi, 
profhorace valde fraiisverso, Interihii.s cwiiaatlti, aiiguUs posticis obtusis, sah- 
votitndatis, elijtroniiti strlis profund iorlbm. 

Long. : 2,6 — 3,5 nun. 

Fatria: Ins/da -xMeleda«. 

In der Färbung- und auch sunst dem Alphit. fpiadripasttdatiis Muls. 
(=: hifüsciatus Say) sehr ähnlich, daher bei flüchtig-er Betrachtung- mit 
diesem leicht zu verwechseln; ein g-enauer Vergleich lehrt aber sofort, 
dass es sich hier um zwei bestimmt verschiedene Tiere handelt. Vor 
allem ist hervorzuheben, dass bei A. ohtusangulus m. die Hinterecken des 
Halsschildes stumpfwinkelig und an der äussersten Spitze abgerundet 
sind, während A. -i-pustnlatus beinahe rechtwinkelige und ziemlich scharfe 
Hiuterecken des Halsschildes besitzt. Der Halsschild selbst ist kürzer und 
stärker quer; seine Seiten sind der ganzen Länge nach ziemlich gleich- 
massig gerundet, «während sie bei A. 4-pastulatus in der Basalhälfte fast 
geradlinig erscheinen. Die Flügeldecken sind im allgemeinen etwas bauchiger, 
erst hinter der Mitte verengt und im Apikaiteil gemeinschaftlich breiter 
abgerundet (bei 4-pustidatus mehr zugespitzt). Die Streifen der Flügel- 
decken sind ganz deutlich stärker vertieft als bei 4-2mstidatHs, daher 
die Zwischenräume etwas gewölbt. Ferner ist die ganze Oberseite sehr 
deutlich, uiederliegend, gelblich pubeszent; die einzelnen Härchen sind 
schon bei verhältnismässig schwacher Lupenvergrösserung sichtbar. Bei 
.4. ■i-pnstidatas erscheint dagegen die Oberseite fast kahl; nur bei sehr 
starker Vergrösserung sind winzig kleine Härchen sichtbar. Entsprechend 
der stärker ausgebildeten Pubeszenz ist bei A. ohtusangulus m. auch die 
Punktirung im allgemeinen kräftiger. — Von den von Seidlitz (Naturg. 
Ins. Deutschi., Band V, S. 535) bei A. 4-pustulatus angegebenen männ- 
lichen Greschleclitsauszeichnungen am Clypeus und an der Stii'n kann ich 
bei der vorliegenden Art nichts wahrnehmen. 

Länge : 2,6 — 3,5 mm. 

Dieser neue Alpliitophagus wurde von Herrn Forstrat Alois Grobanz 
und Prof. Dr. K. A. Penecke auf der Lisel Meleda in einem verpilzten 
Kieferstrunke in Anzahl gesammelt. 

Die mir zum Vergleich vorgelegenen Exemplare von Alphit. 4-pustu- 
latus stammen teils aus Torda (Siebenbürgen), teils aus Mehadia (Süd- 
ungarn). Ein Exemplar befand sich unter den von Herrn Franz Tax 
bei Metkovich gesammelten Käfern, und es kommt mithin in Dalmatien 
auch der echte A. 4-pustulatus vor, allerdings, so weit bis jetzt bekannt, 
nicht zusammen mit dem A. ohtusangulus. 

Otiorrhynchus cardiniger bi^attietisis m. 

Flacher und im allgemeinen etwas schlanker als der typ. cardiniger. 
Die Flügeldecken sind sehr deutlich gestreift, in den Streifen befindet sich 
eine regelmässige Reihe von kleinen Körnchen. Der umgeschlagene Seiten- 



210 Arthxir Schatzmayr 

teil der Flügeldecken ist sehr dicht weisslich beschuppt und fast kantig 
abgesetzt von dem beinahe schuppenlosen Dorsalteile derselben. 

Länge von Halsschild und Flügeldecken zusammen 15 — 18 mm. 

Der schärfer abgesetzte und im Gegensatze zu der Dorsalseite dicht 
beschuppte Seitenteil der Flügeldecken erinnert sehr an den Otiorrli. 
metokimms Apfelb. (Wiss. Mitteilungen aus Bosn. und Herceg., Band IV, 
1896, 543, Taf. IX, Fig. 6 a). Doch scheint dieser nach der Abbildung 
einen noch schärfer abgesetzten Seitenrand der Flügeldecken zu besitzen ; 
ferner soll er »stärker ausgebauchte, breitere« Flügeldecken als der 
0. cardiniger haben, was für die vorliegende Rasse absolut nicht zutrifft. 
Auch unterscheidet sich der 0. card. brattiensis in Bezug auf den männ- 
lichen Kopulationsapparat und die Strichelung des Analsegmentes beim d 
fast gar nicht vom typ. cardiniger, während 0. metokianus Apfelb. auch 
in diesen Punkten von cardiniger differiren soll. 

Fundort: Insel Brazza (Bezmek-stan). Von Dr. Hermann Krauss, 
Prof. Dr. K. A. Penecke und von mir im August 1903 gesammelt. 
Im Ganzen wurden ca. 10 Exemplare aufgefunden. 



Drei neue Arten der Kiirntner Koleopteren-Faunti. 

Von Akthuk ScHATZMAYii iii Villach. 

(Eiiigelaufeu am 9. Mai 1901.) 

Tf'ecJius (AnopMlialmus) Ilariae n. sj). 

Körper bräunlichgelb, ziemlieh glänzend (beim 9 die Flügeldecken 
matt), sehr flach gebaut, Oberseite des Kopfes und Halsschild kahl, Flügel- 
decken kurz und spärlich behaart. 

Der Kopf fast so breit als bis zum Vorderrande des Clypeus lang, 
deutlich schmäler als der Halsschild im vorderen Viertel, an den Seiten 
in flachem Bogen gerundet, in der Halspartie massig eingeschnürt. Die 
Stirnfurche vorne ziemlich stark divergirend, hinten bogenförmig in die 
Einschnürung der Kopfbasis übergehend, scharf eingegraben, nur hinten 
bei ihrer Biegung nach aussen wesentlich seichter, aber auch hier sehr 
deutlich erkennbar. Die Schläfen stark glänzend, mit kurzer und äusserst 
feiner, spärlicher Behaarung besetzt. Der vordere Supraorbitalpunkt 
deutlich stärker als der hintere, fast in der Mitte der Seitenwülste des 
Kopfes befindlich oder sehr wenig nach aussen abgerückt, der hintere 
knapp an der Verlängerung der Stirnfurchen eingestochen. Die Augen 
auch bei genauerer Untersuchung sehr schwer sichtbar, doch nicht ganz 
fehlend. Sie erscheinen nämlich als ganz schmale, etwas vertiefte, un- 
gefähr senkrecht zur Längsachse des Kopfes gestellte und von der Um- 
gebung kaum abgehobene Feldchen; vollkommen pigmentlos. Die Fühler 
sehr lang und kräftig, ziemlich dicht pubescent, vier Fünftel der Körper- 
länge überragend; ihr drittes Glied mehr als 2V2mal so lang als das 



Drei neue Arten der Kärntner Koleoptereu-Faiina. 211 

zweite ; das vierte Glied selir wenig- Icürzer als d<is dritte und so lang 
als das fünfte, die übiigeu luelu' oder weniger gleichlang und immer nocli 
viel länger als das zweite. 

Der Halssehild ist herzförmig, fast so breit als lang, iing(>fälir im 
\()rderen Mertel am breitesten ; die Hinterecken gross und scharf abgesetzt, 
nach aussen mehr oder weniger stark vortretend; die Entfernung zwischen 
den "\^orderwinkeln deutlich grösser als jene zwischen den Hinterecken. 
Die Basis gerade abgestutzt, nur innerhalb der Hinterecken schwach aus- 
gebuchtet, mit ziemlich tiefen und langen Basaleindrücken. Der Vorder- 
rand sehr schwach ausgebuchtet, an den Seiten knapp, an den Ecken 
plötzlich stärker und kurz ausgerandet, die Vorderwinkel daher etwas 
vortretend. Die Halsscliildscheibe Hach, aber stärker als die Flügeldecken 
gewölbt, mit ziemlich feiner aber scharfer, gegen die Basis deutlich stärker 
vertiefter Mittellinie ; die Seitenrandleiste gegen die Hinterecken viel breiter 
und stärker als vorne aufgebogen. Die Seitenrandkehle mit zwei borsten- 
tragenden Punkten, der eine im vorderen Viertel, der andere in den 
Hinterecken. 

Die Flügeldecken zusammen fast doppelt so breit als der Halsschild, 
zweimal so lang als zusammen breit, sehr fiach gewölbt, nahe vor der 
Spitze steil abfallend, an der Spitze selbst, von oben gesehen, gerade 
und breit abgestutzt, doch sind die Deckenspitzen einzeln schwach aus- 
ge1.)uclitet, die Nahtwinkel daher etwas spitzig vortretend; die äusseren 
Apicalwinkel sehr deutlich ausgebuchtet. Die Seiten der Flügeldecken 
sind fast parallel, kaum gerundet, die Schultern stumpfwinkelig abgerundet, 
aber deutlich. Die Basis ziemlich stark eingedrückt. Die Seitenrandleiste 
massig breit und massig aufgebogen. Die Dorsalstreifen sind sehr ver- 
waschen ; die drei inneren und teilweise auch der vierte als feine, unvoll- 
ständige Linien schwach angedeutet, die äusseren fast ganz erloschen, nur 
hier und dort als äusserst schwache, kleine, undeutliche Eindrücke er- 
scheinend. Die Zwischenräume der Streifen, besonders in der vorderen 
Hälfte, sind nicht gleich breit; der zweite Zwischenraum ist bedeutend 
breiter als die umgebenden. Der dritte Zwischenraum mit vier borsten- 
tragenden Punkten, von denen der erste von der Basis weiter als von 
der Naht der Flügeldecken entfernt ist. Das umgebogene Ende des Naht- 
streifens ist kurz, kaum das Niveau des vierten Dorsalpunktes erreichend; 
das rücldaufende Stück von diesem Teile des Nahtstreifens wird an der 
Aussenseite von einem kurzen, aber kräftigen Fältchen begrenzt. Von 
den sieben haartragenden Punkten, welche den achten Dorsalstreifen an- 
deuten, befinden sich drei hinter der Schulter, zwei weit hinter der Mitte 
and zwei vor der Spitze der Flügeldecken, ausserhalb des oben erwähnten, 
das umgebogene Ende des Nahtstreifens begrenzenden Fältchens. Die aus 
diesen Punkten entspringenden Tasthaare sind sehr fein, bedeutend feiner 
als die auf dem dritten Zwischenräume. Auch in der. Länge sind sie 
sehr verschieden; am längsten sind jederseits drei Haare und zwar das 
des ersten, fünften und siebenten Punktes. Ihre Länge ist sehr bedeutend, 
sie beträgt fast so viel als die Breite beider Flügeldecken zusammen ; die 
anderen Tasthaare sind viel kürzer. Der Basalpunkt des (bei dieser Art 
fehlenden) siebenten Dorsalstreifens ist vom Schulterrande viel weiter 



212 Arthur Scliatzmayr 

entfernt als die drei ersten Punkte des achten Streifens und bildet mit 
denselben fast ein Eecliteck. 

Die Beine sind lang: i^nd schlank. Beim ö* sind die zwei ersten 
(xlieder der Vordertarsen erweitert und an den apicalen Aussenecken spitz- 
winkelig vorgezogen. 

Die Körperlänge beträgt 5,3 — 6 mm. 

Ano2)MJialmus Mariae steht dem A. liirtus Sturm aus den Grotten 
von Oberkrain am nächsten und unterscheidet sich von demselben durch 
grössere, robustere und flachere Körperform, dunklere Färbung, kräftigere 
Fühler, , breiteren, an den Seiten mehr gerundeten, kahlen Halsschild, viel 
spärlichere und kürzere, hinfällige Behaarung der Flügeldecken, das kon- 
stante Vorhandensein von vier borstentragenden Punkten auf dem dritten 
Streifen derselben und durch die Bildung der Deckenspitze. 

Die neue Art lebt im Eggerloche bei Warmbad Villach, einer kleinen 
Höhle des Dobratschgebietes, vorzüglich unter moderndem Holze; unter 
Steinen konnte ich nur ein Stück fangen. Sie ist die zweite aus Kärnten 
bekannt gewordene Änophthalimis- Art und die erste höhlenbewohnende, 
nachdem der bisher nur in einem Stücke bekannte Anophthalmus Bern- 
liaueri Gangib. von der Hochobir nicht in einer Höhle, sondern in der alpinen 
Region unter einem tief in der Erde gebetteten Steine gefunden wurde. 

Von dieser reizenden Art wurden bisher nur sechs Exemplare ge- 
fangen und zwar die ersten fünf Stücke von mir, das sechste von 
stud. pliil. K. Holdhaus. Von den genannten sechs Exemplaren befinden 
sich zwei Stücke im k. k. naturhistorischen Hofmuseum in Wien, 
zwei im naturhistorischen Landesmuseum in Klagenfurt und 
zwei in meiner Sammlung. 

Es ist mir gelungen, in der obengenannten Grotte auch eine Larven- 
Ai't zu sammeln, welche ich für die des A. Mariae halte. Ueber das 
Aussehen derselben werde ich an anderer Stelle berichten. 

Ich dedicire diese interessante Art der hocligeschätzten Signora Maria 
Peternelli aus Priest, auf deren Veranlassung ich das Eggerloch gründ- 
licher erforschte. 

Aleochava Ganfjlbaiieri Beruh. Diese von Herrn Custos Gangl- 
bauer in Südtirol in einem männlichen Exemplare entdeckte Aleocliara- 
Art wurde von mir ebenfalls in einem männlichen Stücke auf der Villacher- 
Alpe (Dobratsch) wieder aufgefunden (Dat. 29. VI. 1903, Höhe ca. 1450 m). 

3Ie(javthrus Prosseni n. sp. 

Schwach glänzend, schwarz, fein und spärlich pubescent, die Flügel- 
decken braunschwarz,' am Spitzenrande etwas heller, die Beine und die 
Abdomenspitze braunrot, die Schenkel in mehr oder minder grösserem 
Umfange schwärzlich. Die Fühler einfarbig schwarz. 

Der Kopf schwach kielförmig gewölbt, rauh, an den Seiten dichter 
als in der Mitte punktirt, im Grunde sehr fein chagrinirt, mit zwei feinen 
aber scharfen nach vorn stark divergirenden Schräglinien. Die Fühler 



Drei neue Arten der Kärntucr Koleoptereu-Paima. 2 1 ö 

ziemlich kurz, die Basis des Halsscliildes wenig- überragend, die mittleren 
Crlieder sind etwas grösser als die umgebenden. 

Der Halsscliild flach gewölbt, kurz, etwa zweimal so breit als lang, 
dicht und rauh punktirt, nach vorn viel stärker als nach hinten verengt, 
an den Seiten gleichmässig gerundet und wenig eingedrückt, mit stumpf- 
winkelig' ausgeschnittenen Hinterecken. 

Die Flügeldecken etwas mehr als anderthalbmal so lang- als der Hals- 
scliild, flach, an der Basis deutlich schmäler als dieser, nach hinten aber 
stark erweitert, rauher und weniger dicht punktirt als der Halsscliild. 

Das Abdomen ziemlich stark zugespitzt, äusserst fein und dicht 
punktirt. Das Metasternum an den Seiten fein und ziemlich dicht punktirt. 

Die Hinterschienen im basalen Drittel schwach gekrümmt, dann bis 
zur Spitze gerade verlaufend, am Innenrande ausser der normalen Be- 
haarung ohne weitere Haare. 

Die kleinste x\rt der Gattung. Long.: 1,9 — 2mm. 

]\Iir liegen zwei höchstwahrscheinlich 9 9 Exemplare vor ; gesetzmässig 
dürften die cfcf noch kleiner sein. Durch die Färbung- der Fühler und 
Bildung des Halsschildes dem 3i. depressus Payk. am nächsten stehend, 
von demselben aber durch die geringere Grösse, die nach hinten stark 
erweiterten, viel flacheren und etwas kürzeren Flügeldecken, die Wölbung 
des Kopfes, die viel schwächer eingedrückten Seiten des Halsschildes und 
durch die im allgemeinen etwas dichtere Punktirung des Körpers sicher 
spezifisch verschieden. 

Ich sammelte diese Art, welche ich meinem guten Freunde und Eat- 
geber, Herrn Lehrer Theodor Prossen aus Klagenfurt zueigne, in zwei 
Exemplaren im Teufelsgraben bei Villach (Dat. 8. IX. 1903). Ein Stück 
befindet sich im naturhistorischen Landesmuseum in Klagenfurt 
und ein Stück in meiner Sammlung. 

Euplectiis sanguineus Denny wurde heuer (Dat. 4. IV.) bei Grafen- 
stein von Herrn Lehrer Theodor Prossen und mir in einem Neste der 
Formica fuUgvnosa in sechs Exemplaren gesammelt. 

Tyrus Tillyi n. sp. 

Ober- und Unterseite, Beine und Fühler einfarbig rötlich gelbbraun, 
letztere in der Mitte äusserst schwach angedunkelt, Tarsen, Palpen und 
Behaarung des Körpers blassgelb. Kopf sehr wenig schmäler als der 
Halsschild, rundlich, so lang als samt den Augen breit, in der Mitte fast 
glatt, an der Basis und an den Schläfen fein aber deutlich punktirt. Der 
Fühlerhöcker überall ziemlich stark punktirt, in der Mitte des Vorder- 
randes scharf gefurcht, die Furche hinten in einem grossen, tiefen, grübchen- 
artigen Punkte endigend. Augen ziemlich vorspringend und ziemlich grob 
facettirt. Scheitelgrübchen einfach. Schläfen hinter den Augen ziemlich 
lang und dicht behaart. Fühler verhältnismässig kurz und robust, die 
Hälfte der Körperlänge kaum erreichend, ihre sämtlichen Glieder an der 
Basis gerandet, das zweite, dritte und vierte Glied etwas länger als breit, 
das fünfte, sechste und siebente so lang als breit, das achte schwach quer. 



214 Arthur Schatzmayr : Drei neue Arten der Kärntner Koleopteren-Fauna. 

das Endglied gross und dick. Halsschild etwas länger als breit, stark 
gewölbt, vor den Hinterecken eingeschnürt, nicht sehr fein und besonders 
auf den Seiten ziemlich dicht punktirt, hinter dem Vorderrande mit zwei 
ziemlich kleinen, seichten aber deutlichen, von einander nicht weit ge- 
trennten Punktgrübchen. Die Basalfurche und die damit verbundenen 
Seitengrübchen sind etwas seichter als bei mucronatus Panz. 

Flügeldecken doppelt so breit als der Halsschild in seiner grössten 
Breite, wesentlich stärker und dichter punktirt als bei mucronatus, nach 
rückwärts stark erweitert, gegen die Basis in seichtem Bogen gleichmässig 
verengt, am Apicalrande innerhalb der Aussenecken leicht schräg abgestutzt. 
Abdomen kräftiger und dichter als bei mucronatus punktirt, das Mittel- 
fältchen an der Basis des ersten Dorsalsegmentes kürzer und etwas un- 
deutlicher als bei demselben, an der Spitze von einem kleinen, seichten, 
hufeisenförmigen Eindruck begrenzt. 

Die Beine lang und schlank, die Vorderschenkel etwa in dem basalen 
Drittel mit einem ziemlich schwachen, spitzigen Zähnchen, Vor- und Hinter- 
schienen mehr oder weniger gerade, Mittelschienen ziemlich stark gebogen. 

Die ziemlich seichte (9) glänzend glatte Vertiefung am Hinterrande 
des Metasternums im Grunde etwas unebener als bei mucronatus, hinten 
in einem Höckerchen erhoben. 

Diese neue Art ist schon durch die Färbung sehr charakterisirt ; 
ferner von seinem Verwandten mucronatus Panz. durch die feinere Be- 
haarung des Körpers, die zwei im vorderen Drittel des Halsschildes befind- 
lichen Punktgrübchen, die etwas undeutlicheren Schulterbeulen, die stärkere 
Punktirung des ganzen Körpers und durch den die Spitze des Fältchens 
an der Basis des ersten Dorsalsegmentes begrenzenden Eindruck verschieden. 

Long.: 2,1 mm. 

Fundort: Eatnitz, am Fusse des Mittagskogels (Karawanken) unter 
Rinde eines alten Fichtenbaumes in einem weiblichen Exemplar in Ge- 
sellschaft von Formica fuliglnosa. (Dat. 25. X. 1903.) 

Meinem lieben Freunde und treuen Begleiter, Herrn Lehrer Carl 
Tilly aus Villach, welcher in jeder Weise sich als eifriger Förderer und 
warmer Freund der Koleopterologie erwiesen hat, gewidmet. 

Atornaiia g randicollis Bris. Von dieser sonst sehr seltenen Art 
gelang es Herrn stud. pliil. K. Holdhaus vor einigen Jahren auf der 
Villacher Alpe (Dobratsch) circa 30 Stück zu erbeuten, doch alle unter 
Steinen, knapp am Eande der Schneefelder. Soweit es mir bekannt ist, 
wurde diese Art auch an anderen Fundstellen, wie Koralpe etc. bisher 
überhaupt nur hochalpin unter Steinen gesammelt. Im Jahre 1903 
(Dat. 21. VI.) fing ich auf dem Dobratsch (Höhe ca. 1700 m) ein Exemplar 
unter Rinde eines alten Fichtenbaumes. 



Den Herren Custos L. Ganglbauer (Wien), kais. Rat Edmund 
Reitter (Paskau), stud. phil. K. Holdhaus (Pfaöstätten, N.-Oest.) und 
Lehrer Theodor Prosse n (Klagenfurt), welche mich in liebenswürdiger 
Weise mit Belegexemplaren unterstützten, spreche ich auch hier meinen 
aufrichtigsten Dank aus. 



Karl Holdhaus : Beitrüge zur Keuntnis der Koleopteren-öeograpliie der Ostalpen. 215 

Beiträge zur Kenntnis der Koleopteren-Gleographie 

der Ostalpen. 

Yon Karl Holdhaus in Wien. 

(EiBgelaufeu am 15. Juni 1904.) 
I. 

Ergebnisse einer koleopterologischen Excursion in das 
Gebiet des Mte. Cavallo in den Venetianer .Alpen. 

In der Zeit vom 12. — 19. J^^li 1903 unternahmen Herr Dr. Franz 
Spaetli in Wien und ich eine sehr ergebnisreiche koleopterologische 
Sammelexcursion in das Gebiet des Mte. Cavallo in den Venetianer Alpen, 
deren Resultate in den folgenden Zeilen niedergelegt sind. 

Der Mte. Cavallo *) gehört als einer der höchsten Gipfel (2250 m) 
einem langgezogenen, über 30 km langen Gebirgskamm an, welcher im 
Norden mit dem Col Nudo nordöstlich von Belluno beginnt und nach 
längerem südöstlichen Streichen ungefähr in der Mitte seines Verlaufes 
wenige Kilometer nördlich des Cavallogipfels in nordsüdliche Eichtung 
umbiegt, um, allmählich an Höhe verlierend, in der venetianischen Ebene 
zu versinken. Seiner geologischen Zusammensetzung nach besteht der 
Mte. Cavallo ebenso wie der ihn nach Süden fortsetzende Kamm aus den 
ungemein mächtigen weissen Hippuritenkalken der Oberkreide, welche an 
seinem Westfusse in der Umgebung des Real Palazzo von den grauen 
HornsteinkaLken der Scaglia (nächsthöheres Glied der Oberkreide) über- 
lagert werden. Nach Westen ist dem CavaUokamme eine ausgedehnte, 
nur nach Norden offene, nach West und Süd allenthalben von massig' 
hohen Kämmen umrahmte, von zahlreichen sanften Bodenwellen und Dolinen 
unterbrochene Hochebene vorgelagert, welche bei einer mittleren Höhe von 
über 1000 m bereits eine typisch subalpine Fauna beherbergt. Es ist 
dies der Bosco del Cansiglio. Während der zentrale Teil der Hochebene 
von Weidegründen eingenommen wird, in deren Mitte sich der stattliche 
Real Palazzo erhebt, ist das ganze übrige Gebiet von herrlichen, aus- 
gedehnten AVäldern bedeckt, welche stellenweise selbst einen urwald- 
ähnlichen Charakter annehmen und an deren Zusammensetzung vornehmlich 
Buche und Fichte Anteil nehmen. Die Fichte dominirt an den den Bosco 
gegen Osten begrenzenden Hängen und ist hier von einer üppigen Moos- 
vegetation begleitet, die indess nur eine sehr ärmliche Fauna beherbergt. 
Hingegen tritt an dem entgegengesetzten Gehänge der Laubwald voll- 
ständig in den Vordergrund, und in den tiefen Lagen modernden Laubes, 



*) Eine hübsche Schilderung des Gebietes, sowie eine gute bildliche Dar- 
stellung des Cavallozuges finden sich in H. Stein itzer, Die Carnischen Vor- 
alpen, Zeitschr. d. Deutsch. Gest. Alpenvereins, Bd. 33, 1902, pg. 331 ff. Der 
hfjchste Gipfel in der rechten Hälfte des Bildes auf Seite 335 ist der CavaUo, 
der sattelförmige Einschnitt unmittelbar links des Hauptgipfels die Forcella 
Laste, unser Hauptsaiumelgebiet. 



21 6 Karl Holdliaiis 

die allenthalben den Boden bedecken, hat sich eine ungemein reiche und 
interessante Subterranfauna angesiedelt. Wie allenthalben in der Rand- 
zone der Südalpen liegt die Baumgrenze auch am Mte. Cavallo ungemein 
niedrig, etwa in einer Höhe von 1700 m; die reichere Entfaltung der 
hochalpinen Fauna beginnt ungefähr bei 1900 m. Zur Zeit, als wir den 
Cavallo besuchten, trug derselbe an seinem Südhange noch sehr viel Schnee 
in Form von grösseren und kleineren Schneefeldern, deren einzelne sich 
wohl den ganzen Sommer über erhalten dürften. Das ganze Gebiet ist 
ungemein arm an oberirdischen Wasserläufen, da alles Wasser fast augen- 
blicklich in den zahllosen Spalten und Dolinen zur Tiefe sinkt, die wenigen 
bescheidenen Wasseräderchen auf der Höhe des Bosco versiegen bereits 
nach kurzem Verlaufe. Die Armut des Gebietes an Uferkäfern hängt mit 
diesem Umstände zusammen. 

Bei einem längeren Aufenthalt in dem Gebiete empfiehlt es sich, in 
dem Eeal Palazzo Standquartier zu nehmen, welcher mit Vittorio durch 
eine ausgezeichnete Kunststrasse verbunden ist und eine ganz vorzügliche 
Unterkunft gewährt. Vom Eeal Palazzo aus ist der Gipfel des Mte. 
Cavallo in 5 — 6 Stunden zu erreichen ; da die am CavaUo in einer Höhe 
von 1 500 m sehr bequem gelegene Malga Palantina infolge der beschränkten 
Eaum Verhältnisse zum Uebernachten leider in jeder Hinsicht absolut un- 
geeignet ist, waren wir gezwungen, eine Nacht im Freien zuzubringen. 
In den Buchenbeständen unterhalb der Malga Palantina liegen gute Sieb- 
stellen, welche übrigens dieselbe Fauna beherbergen, die sich auch in den 
w^estlich des Eeal Palazzo gelegenen, in wenigen Minuten erreichbaren 
Buchenwäldern vorfindet. Eine halbtägige Excursion unternahmen wir 
nach dem in der südlichen Fortsetzung des Cavallokammes in einer Höhe 
von 1266 m gelegenen Casello Candagiia und zu der südlich davon bei 
etwa 1800 m liegenden Casera Schiosi. In Umgebung der Casera erstreckt 
sich in grösserer Ausdehnung vollkommen waldloses Weideland, welches 
trotz der geringen Höhe weithin von dichtem Easen mit Edel weiss geziert 
ist. Die Fauna dieser Lokalität ist sehr arm; da sich der Schnee hier 
nicht dauernd halten kann und alles AVasser in den Dolinen versinkt, 
fehlt es an der nötigen Bodenfeuchtigkeit, um das Auftreten subterraner 
oder nivicoler Formen zu ermöglichen, und es finden sich nur jene Arten, 
welche in unserer Gebirgsfauna das Steppenelement repräsentiren. 

Die Koleopterenfauna des Cavallozuges ist namentlich dadurch von 
ganz besonderem Interesse, dass sie sich entsprechend der Lage des Berges 
inmitten zwischen den faunistisch sehr heterogenen lessinischen und julischen 
Alpen als typische Mischfauna darstellt, deren vorwiegender Eeliktcharakter 
namentlich durch das mehrfache Auftreten von Arten mit diskontinuii'licher 
Verbreitung in eklatantester Weise hervortritt. Neben weitverbreiteten 
und endemischen Elementen (welch letztere natürlich, insoweit es sich nicht 
um ganz jugendliche Eassen handelt, gleichfalls als Eelikte angesprochen 
werden müssen), finden sich Arten, welche bisher nur aus den östlichsten 
Teilen der Südalpen oder aus dem Karstgebiete bekannt waren und in den 
gut durchforschten Zwischengebieten vollständig fehlen. Am interessantesten 
ist in dieser Hinsicht das Vorkommen von Molops Hlrlohitm, welcher bisher 
nur aus Südkrain (Gottschee, Nanos, Tarnowaner AVahl), Südkroatien und 



Beiträge zur Kenntnis der Koleopteren-Greograpliie der Ostalpeil. 217' 

deu austosseudeu Teilen von Bosnien, Dalmatien und Südsteiermark bekannt 
war lind sowohl in den Karawanken und Steiner Alpen, als auch in den 
Julischen und Karnischen Alpen vollkommen fehlt, um plötzlich am Mte. 
Cavallo ganz unvermittelt wieder aufzutauchen. Ein weiteres analoges Vor- 
konnnen bildet Äphodius polUcatus, welcher im übrigen auf die östlichen 
Karawanken beschränkt ist; Fterostichus Schaschli, Äbax Beckenhaupti 
carnicus, Geosülha arida, Bythinus Erichsoni, Cephennium fulvum, Orchesia 
hlanäula, Bracliioäontus Kraussi, Orohitis nigrinus dokumentiren in gleicher 
Weise den weitgehenden östlichen Einschlag in der Koleopterenfauna unseres 
Gebietes. Neben diesen östlichen Elementen findet sich eine Eeihe von Arten, 
welche der Cavallozug mit dem Mte. Baldo und den lessinischen Bergen 
gemein hat {Trechus baldensis, Amara alpestris pasuMana, Euconnus longulus, 
Bathyscia Halbherri, AtJious subvirgatus, Liparus baldensis etc.) und in 
Pterostichus midtipunctaüis und Amara Uhligi sehen wir zwei Formen 
ausgesprochen westalpinen Charakters, deren unvermitteltes Auftreten im 
Cavallogebiet ungemein bemerkenswert ist und eine interessante Analogie 
zu der Verbreitung von Molops striolatus darstellt. In den Westalpen 
weitverbreitet und in der nördlichen Kalkzone der Ostalpen bis in die 
Ennsthalerberge vordringend, geht Pterostichus midtipunctatus in ge- 
schlossenem Verbreitungsgebiete in den Südalpen nicht über die Berge 
von Judicarien hinaus und fehlt bereits im Zuge des Mte. Baldo voll- 
ständig, desgleichen in den Dolomiten, cadorischen und lessinischen Alpen. 
Sein zahlreiches Auftreten am Mte. Cavallo und zwar in vollkommen 
typischen Exemplaren ist um so bemerkenswerter, als in Judicarien nicht 
die typische Form, sondern eine ziemlich aberrante Rasse {Pt. muUipunct. 
2)orphyroplüliis Dan.) vorkommt. Noch bemerkenswerter ist Amara (Leiro- 
morplia) Uhligi, die zweifellos mit der nur in den Basses Alpes vorkom- 
menden A. frigida in direkter genetischer Beziehung steht und sich von 
den drei anderen Arten des Subgenus, namentlich von den zwei ostalpinen 
Vertretern desselben, sehr weit entfernt. Wohl wenige Tatsachen predigen 
so eingehend den Reliktcharakter unserer heutigen Hochgebirgsfauna. 

In das folgende Verzeichnis wurden absichtlich alle von uns im 
Mte. Cavallo und im Bosco del Cansiglio gesammelten Arten aufgenommen 
mit Ausnahme einiger weniger Formen, die der Talfauna angehören und 
über ganz Europa verbreitet sind. Eine erschöpfende Kenntnis des Arten- 
reichtums eines Gebietes ist für dessen klares Verständnis infolge der 
innigen Wechselbeziehungen zwischen den einzelnen Formen vollkommen 
unerlässlich. Insbesondere muss auch auf die Lebensweise und die hypso- 
metrische Verbreitung der einzelnen Arten das grösste Gewicht gelegt 
werden, da es vielfach vorkommt, dass eine Art in verschiedenen Gebirgs- 
teilen unter ganz abweichenden Lebensbedingungen auftritt. Besonders 
interessant war mir stets die Tatsache, dass in jenen Gebieten, wo typisch 
hochalpine Trecliusarten fehlen, die anderwärts ausschliesslich subalpin 
auftretenden Arten in die hochalpine Region emporrücken. Der typisch 
subalpine Trechus limacodes Dej. lebt im Königstuhlgebiet in Kärnten in 
einer Höhe von 2000 — 2300 m in Menge hart an Schneefeldern unter 
Steinen, desgleichen steigt der subalpine Tr. alpicola Sturm vielfach bis 
in die hochalpine Region empor. Es vollzieht sich hier jetzt noch vor 

15 



^18 Karl Holdhaus 

unseren Augen derselbe Vorgang, der seinerzeit nach der Aufstauung der 
Alpen zu der Entstehung eines grossen Teiles unserer hochalpinen Fauna 
geführt hat. 

Die Bestimmung unserer Ausbeute nahm ich im Wiener Hofmuseum 
vor, wobei ich von Herrn Gustos Grangibaue r und mehreren anderen 
Wiener Koleopterologen in freundlichster Weise unterstützt wurde. Herr 
Dr. Bernliauer hatte die Liebenswürdigkeit, sich der Bestimmung der 
gesamten Staphiliniden zu unterziehen. 

Eine eingehende zoographische Verwertung der gewonnenen Eesultate 
behalte ich mir für eine spätere Arbeit vor. 



Verzeiclinis der gesammelten Arten. 

Carabus coriaceus L. Eine wohl der typischen Form angehörende Flügel- 
decke fand ich im Walde westlich des Real Palazzo. 

— violaceus obliquus Thoms. Ein Exemplar beim Casello Candaglia, 

subalpin. 

— Greutzeri äff. grignensls Born. Am Mte. Cavallo hochalpin untei' 

Steinen, aber recht spärlich, im Walde unterhalb des Casello 
Candaglia unter Baumrinden. Durchwegs relativ grosse 
Exemplare mit dunklen oder nur an der Wurzel schwach 
geröteten Fühlern, mit kleineren robusten Stücken des 
grignensls vollkommen übereinstimmend. 

— cancellatus Illig. Bei der Casera Schiosi um die Mittagszeit im 

Grase laufend gefunden. Die Stücke stehen der typischen 
Form sehr nahe, sind jedoch etwas robuster als diese; 
erstes Fühlerglied und Beine schwarz. Neben erzfarbenen 
Exemplaren finden sich auch nahezu schwarze, sowie Ueber- 
gänge zwischen diesen Extremen. 

Leistus nitidus Duft. Ein Exemplar im Walde westlich des Eeal Palazzo 
unter einem Steine. 

Nebria Germari Heer. Am Mte. Cavallo an Schneefeldern unter Steinen 
recht zahlreich. Neben der typischen Form auch var. 
Simonyi Gglb. 
castanea Bon. km. Mte. Cavallo an Schneefeldern unter Steinen 
recht zahlreich. Die Art zeigt in beiden Geschlechtern eine 
auffallende Variabilität hinsichtlich der Grösse. Eine sehr 
grosse Form fand sich namentlich auf den isolirten Fels- 
köpfen, welche aus dem grossen Schneefeld am Westhange 
des Gipfels hervorragen, an den tiefer gelegenen Schnee- 
flecken treten fast ausschliesslich kleine Exemplare auf. 

— diaphana Dan. In Gesellschaft der castanea, doch wesentlich 

seltener als diese. Die Art liebt noch mehr die Feuchtig- 
keit als N. castanea und findet sich meist hart am Schnee 
auf der Unterseite von Steinen sitzend, vornehmlich an 
solchen Stellen, wo die Steine mehrschichtig übereinander 
liegen. Fast alle Exemplare sind, namentlich auf Hals- 



Beiträge zur Kenntnis der Koleopteren-Geographie der Ostalpen. 2 19 

Schild und Flügeldecken, mehr oder minder reichlich mit 
Laboulbenien besetzt, während Ä. castanea von denselben 
nur ganz ausnahmsweise, A. Germari nicht gerade häufig 
heimgesucht wird. 

Das gemeinsame Auftreten von ^v". castanea und diaphana 
am Mte. Cavallö ist insofern von Interesse, als N. castanea 
fast in allen Teilen der Südzone der Ostalpen vollständig 
durch N. äiapliana verdrängt wurde. In den Karawanken, 
am Dobratsch, in den Dolomiten und cadorischen Alpen 
wurde bisher ausschliesslich N. diaphana gefunden und ich 
kenne bisher nur drei Lokalitäten, an denen N. castanea 
(stets in Gesellschaft der diaphana) auftritt, beim Wolaja- 
See in den karnischen Alpen (form, typ.), am Mte. Cavallo 
(form, typ.) und am Mte. Pasubio (subsp. prosternalis Dan.). 
An allen drei Lokalitäten lebt N. castanea auf kalkigem 
oder dolomitischem Untergrund und es geht daher nicht 
an, in subsp. prosternalis Dan. eine »geologische Easse« 
der castanea zu erblicken, da auch die typische Form in 
den Südalpen auf Kalk vorkommt. Es erscheint mir über- 
haupt fraglich, ob N. prosternalis postglacialen Ursprungs 
ist, wie es ihr isolirtes Vorkommen auf dem Mte. Pasubio 
nahelegen würde, oder nicht vielmehr wie so viele andere 
heutzutage auf einen einzigen Gipfel beschränkte Eelikt- 
arten bereits während oder selbst vor der Eiszeit bestand. 
Eine iVuffassung der N. prosternalis als selbständige Art 
Hesse sich in diesem Sinne sehr wohl rechtfertigen (conf. 
K. Daniel, M. K. Z. 1., 167). 

NotiopMlus aquaticus L. und higuttatus F. Am Cavallo hochalpin. 

Benibidium decorum Panz. Oberhalb von Vittorio an einem Bache. 

— nitididum Marsh. Im Walde westlich des Eeal Palazzo an 

einem verlassenen Kohlenmeiler in Menge im Sonnenschein 
umherlaufend. Neben der typischen Form auch Stücke, die 
sich sehr der var. alpinum Dej. nähern. 

— glaciale Heer. Am Mte. Cavallo hochalpin häufig. Während 

der warmen Tagesstunden namentlich in der Nähe von 
Schneeflecken frei umherlaufend. 
TrecJms obtusus Er. Im nächsten Umkreis der Malga Palantina unter Steinen. 

— gracilitarsis Dan. Im ganzen Bosco del Cansigiio in den Laub- 

wäldern subalpin unter Buchenlaub und unter kleineren 
Steinen, häufig. Im Nadelwald konnten wir die Art nicht 
nachweisen, ebensowenig scheint sie die Waldgrenze zu 
überschreiten. 

— Pertyl longulus Dan. Am Mte. Cavallo hochalpin unter Steinen, 

namentlich in der Umgebung von Schneeflecken, zahlreich. 
Die Art wird nicht selten von Laboulbenien heimgesucht.*) 

*; Am jilte. Pasubio fing ich seinerzeit einen Tr. Pertyi, der eben einen 
noch zuckenden Afterskorpion zwischen den Kiefern hatte. Der arme ermordete 
Skorpion war merklich grösser als der Käfer. 



220 Karl Holdhaus 

Trechus baldensis Spaethi Granglb. Am Mte. Cavallo hodialpin unter tief 
eingebetteten Steinen namentlich in der Nähe von Schnee- 
flecken; recht spärlich. 

— (AnopJithalnms) Holdhausi Grglb. Ich siebte ein einzelnes Exemplar 

im Walde westlich des Eeal Palazzo aus tiefen Lagen 
Buchenlaubes. 
Platynus sexpimctatus L. Mehrere Stücke auf dem Piano del Cansiglio 
gefangen. Auch var. montanus Heer. 

— antennarms Duft. Ein Exemplar im Buchenwalde beim Real 

Palazzo aj^i einem abgeräumten Kohlenmeiler. 

Calathus melanocephalus L. et var. noricus Dan. Unter meinem Materiale 
fanden sich mehrere Stücke sowohl der typischen Form, 
als auch der schwarzen Varietät, ohne dass mir Ueber- 
gangsstücke vorlagen. Leider kann ich mich nicht mehr 
entsinnen, wo ich die Tiere fand. 

Pterosticluis (Poecüus) Koyi Gferm. Bei der Casera Schiosi unter Steinen 
und frei im Grase umherlaufend. 

— (Poecüus) coerulescens L. In Gresellschaft der vorigen Art, in 

allen Farbenaberrationen. 

— angustatus Duft. Ein Exemplar an dem verlassenen Kohlen- 

meiler beim E. Palazzo. 
— ■ Ziegleri Duft. Auf dem Mte. Cavallo hochalpin unter Steinen. 

Die Stücke sind sehr klein und schlank, ähnlich der Form 
aus den Lessinischen Alpen. 
metallicus F. Im ganzen Gebiete subalpin unter Steinen und 
Hölzern, manche Exemplare nähern sich der var. Palae Müll. 

— SchascMi dolomitanus Gglb. Am Mte. Cavallo hochalpin unter 

Steinen, selten. 

— miiltipunctatus Dej. Am Mte. Cavallo hochalpin unter Steinen, 

häufig (conf. pag. 217). 

— maurus Duft. Wir fingen mehrere 9 am Mte. Cavallo hoch- 

alpin unter Steinen; auch ab. erythromerits Gglb. Ein 
Stück auch bei der Casera Schiosi. 

— (Abax) ater Vill. Im ganzen Gebiete subalpin unter Steinen, 

nicht häufig. 

— (Abax) parallelopipedus Dej. Wir sammelten mehrere Exem- 

plare am Mte. Cavallo. 

— (Abax) BeckenJiaiipti carnicus Gglb. Am Cavallo sub- und 

hodialpin unter Steinen. Die Exemplare unterscheiden 
sich von dem typischen carnicus vom Mte. Canin durch 
etwas geringere Grösse und breitere Körperform. 
Molops striotata F. Ich fing ein einzelnes Exemplar im nächsten Umkreis 
der Malga Palantina unter einem Steine. 

— austriaca Gglb. Mehrere Stücke subalpin unter Steinen. 

Stömis rostratus Sturm. Auf dem Mte. Cavallo sub- und hodialpin unter 
Steinen, selten. ;iS^^. elegans Chd. aus den Piemonteser Alpen 
ist sicher nur eine extreme Rasse dieser Art, zu der Exem- 
plare aus den lessinischen Alpen den Uebergang vermitteln. 



Beitrage zur Keuntuis der Koleopteren-Geographie der Ostalpen. 221 

Amara lunicollis Sclidte., curia Dej. und aenea Deg. In einzelnen Exem- 
plaren gesammelt. 

— (Leiromorpha) IJhligi Holdli. Ich sammelte ein einzelnes 9 am 

Mte. Cavallo hochalpin unter einem Stein. 

— alpestris pasul)iana Dan. Auf dem Mte. Cavallo hochalpin unter 

Steinen, relativ selten. Die Stücke stinnnen mit kleinen 
Exemplaren vom Mte. Pasubio vollständig überein. 

Asmerinx laevicoUis Duft. Sub- und hochalpin unter Steinen. 

Cyniindis coadunata Dej. Ich fing ein Exemplar am Mte. Cavallo in einer 
Höhe von 1700 m unter einem Steine. 

Oxypoda annularis Sahlbg. Im Bosco del Cansiglio unter Laub. 

Atlieta ühialis Heer. Am Mte. Cavallo hochalpin unter Steinen, nament- 
lich im Umkreise von Schneeflecken. Während der warmen 
Tagesstunden frei umherlaufend. 

— alpicola Mill. Am Mte. Cavallo hochalpin unter Steinen in wenigen 

Stücken gesammelt. 

— Brisouti Gemm. Ein Stück in der alpinen Region des Cavallo. 
Geostilha arida Epp. Im Bosco del Cansiglio subalpin unter Buchenlaub 

nicht sehr selten. Dr.. Bernhauer vermag die Form von 

dalmatinischen Exemplaren der Art nicht zu trennen. 
Leptma sahalpina Fiori. Im ganzen Gebiete subalpin unter Buchenlaub, 

nicht sehr selten. 
Taclihius elongatus Gglb. Ein Stück in der alpinen Region des Cavallo 

auf einem Steine sitzend gefunden. 
i^aedius ovliropterus Er., umbrinus Er., attenuatus Heer, paradismms Heer 

und hoops Grav. Im Bosco del Cansiglio subalpin unter 

Laub und Steinen. 
Ocj/päs tenehricosus Grav. Subalpin unter Steinen und Hölzern. 

— alpestris Er. Am Mte. Cavallo in der alpinen Region unter Steinen. 
FJiilonthiis nhnhicola Fauv. Am Cavallo hochalpin unter Steinen, nicht 

häufig. 

— " marginatus Stroem. und fimetarius Gravh. In Dünger und 

unter Laub. 

Domene scahricollis Er. Subalpin unter Laub und unter Steinen. 

Authopliagus alphms F. Bei der Malga Palantina in Anzahl gekötschert. 

Omalium caesum Grav. Einige Stücke subalpin gesiebt. 

AntJiohium robustum Heer. Ein Stück am Cavallo hochalpin auf einem 
Steine sitzend gefunden. Am Dobratsch lebt die Art in 
den Blütenkelchen von Primula auricula und nach deren 
Abblühen in den Kelchen von Gentiana acaulis. 

— nltidlcoUe Baudi. In wenigen Stücken gekötschert. 

— pallens Heer. Subalpin sehr gemein. 

Bytlünus Brusinae Reitt. Subalpin unter Laub nicht selten. Das erste 
■' Fühlerglied des c? ist merklich stärker erweitert als bei 

typischen Exemplaren. 

— valldus Aube. In Gesellschaft des vorigen, selten. 

— longidus Kiesw. Subalpin unter Laub nicht selten. 

— crassicornis Motsch. Subalpin unter Laub. Das cf stimmt in 



222 Karl Holdhaus 

der Fülllerbildung mit typischen Exemplaren der Art voll- 
kommen überein. 
Bythinus Erichsoni Kiesw. Subalpin unter Laub und unter grösseren 
Steinen. Das c? weicht in der Fühlerbildung einigermassen 
von den bisher bekannten Formen ab: erstes Fühlerglied 
relativ kurz, nach innen nicht sehr stark erweitert, zweites 
Fühlerglied wesentlich schmäler als das erste, nur sehr 
wenig länger als breit, innere Apikaiecke relativ stumpf, 
nur schwach ausgezogen. 

— trlgoHOceras Holdh. Im Walde unterhalb dei' Malga Palantina 

in einem cf 9 aus Buchenlaub gesiebt. 
Cephenniuiii fulvum Schaum. Im Bosco del Cansiglio subalpin unter Laub. 
Neuraplies elongatulus Müll. Subalpin aus Laub gesiebt. 
Euconnus ohlongus Sturm. Subalpin unter Laub nicht selten. 

— styriacus Grim. Subalpin unter Laub in wenigen Stücken gefunden. 

— longuhis Halbh. Im Walde westlich des Eeal Palazzo in wenigen 

Stücken aus Laub gesiebt. 

Bathyscia Halbherri Eeitt. Subalpin unter Laub und tief eingebetteten 
Steinen, nicht selten. 

Süpha obscura L. Mehrere Stücke am Piano del Cansiglio gefangen. 

AgatMdium bohemicuni Eeitt. Von Dr. Spaeth in einem Exemplare auf- 
gefunden. 

Äderces suturalis Heer. Subalpin unter Laub. 

Alexia Seidlitzi Eeitt. Subalpin unter Laub nicht selten. 

Cnjptophagus croaticus Eeitt. Ein Exemplar im Buchenwalde beim Eeal 
Palazzo aus Laub gesiebt. 

Änommatus duodecimstriatus Müll. Subalpin unter Buchenlaub und tief- 
eingebetteten Steinen. Die Stücke werden trotz ihres etwas 
aberranten Habitus von Custos Ganglbauer zu dieser Art 
gestellt. 

Byrrlms picipes ampMbolus Gglb. Im ganzen Gebiete sub- und hochalpin. 

Cytilus sericeus Forst. Am Mte. Cavallo hochalpin. 

Pedilophorus auratus Duft. Im Fichtenwalde beim Eeal Palazzo unter Moos. 

Aphodius obscurus F. und satyrus Eeitt. Bei der Casera Schiosi in Dünger. 

. — poUicatus Er. Am Mte. Cavallo hochalpin, namentlich in den 

späteren Nachmittags- und Abendstunden auf Steinen sitzend. 

Im Bau des d Copulationsorgans stimmen die Exemplare 

vollkommen mit der Form aus den Karawanken überein. 

Geotrupes vernalis L. Wir sammelten die Art in Menge bei der Malga 
Schiosi. Neben typischen dunklen Exemplaren fand sich in 
Anzahl die prächtige goldgrüne var. splendens Er. und so- 
' gar ein Exemplar mit etwas purpurrotem Anflug. 
alpinus Hagenb. In Gesellschaft der vorigen Art, aber 
seltener als diese. Die beiden Arten, die hier vollkommen 
gemeinsam vorkommen, lassen sich mit grösster Schärfe 
auseinanderhalten und sind wohl sicher specifisch verschieden. 
Im Bau des c? Copulationsorgans konnte ich keinerlei Dif- 
ferenzen auffinden, ebensowenig am Stridulationsapparat. 



Beiträge zur Kenntnis der Koleoptereu-Geograpliie der Ostalpen. 223 

Serica hrunnea L. Beim Real Palazzo. 

Phl/Uopertha liorticola L. Beim Real Palazzo. 

Lacon murlnus L. Mehrere Stücke, die sich der var. Kokeill Küst. nähern. 

Ilijpnoidits frigidus Kiesw. Am Cavallo hochalpin unter Steinen. 

Athous sidwirgatiis Dan. Ich kötscherte ein Stück beim Real Palazzo. 
Dem Exemplar fehlt die Binde auf dem dritten Zwischen- 
raum der Flügeldecken. (K. Daniel det.) 

Niptus crenatus F. Beim Real Palazzo ein Exemplar gekötschert. 

Orchesia hlandula Braucs. Ein Exemplar unterhalb der MalgaPalantina gesiebt. 

Otiorrhynclms caudatus Rossi und Insulcatus F. Im ganzen Gebiete, beide 
auch unter Steinen. 

— foraminosus Boh. Am Mte. Cavallo hochalpin unter Steinen, 

relativ selten. 

— obtitsoides Stierl. Am Mte. Cavallo hochalpin. Die Form ist 

vielleiclit von Ot. MüUeri nicht specifisch zu trennen und lebt 
ähnlich wie dieser unter Steinen, welche lose direkt auf 
felsigem Untergrund aufliegen. Nicht häufig. 

— tridenünus Dan. Am Cavallo hochalpin unter Steinen recht 

zahlreich. 

— Kraussl Ggib. Von Herrn Dr. Spaeth in der hochalpinen 

Region des Mte. Cavallo in drei Exemplaren gefangen. 

— montivagus Boh. In der hochalpinen Region des Mte. Cavallo, 

sowie bei der Casera Schiosi unter Steinen. 

— geinmatus Scop. Die typische Form. 
BJUnomias forticornis Boh. Subalpin unter Laub. 

Dichotraclielus vidpimis Gredl. Am Cavallo hochalpin unter Steinen, welche 
lose auf felsigem Untergrund aufliegen. Meist auf der 
Unterseite des Steines sitzend. Besonders zahlreich auf 
den isolirten Felsklippen, welche auä dem grossen Schnee - 
feld am Westhange des Gipfels emporragen. — Eine Klar- 
legung der Biologie dieses seltsamen Genus wäre von 
höchstem Interesse. Die Tiere sitzen anscheinend den 
ganzen Tag über bewegungslos unter ihrem Steine und 
gehen jedenfalls des Nachts auf Nahrungssuche. 

Hypera interinedia Boh. Ein Exemplar am Piano del Cansiglio. 

Lipanis baldensis Reitt. Im ganzen Gebiete sub- und hochalpin. 

Plintlms Megerlei Panz. Ein auffallend kleines Exemplar bei der Malga 
Palantina unter einem Steine. 

Lepyrus armatiis Wse. Ein Exemplar am Piano del Cansiglio. 

Bracliiodontus Kraussi Gglb. Ein Exemplar am Mte. Cavallo in einei^ 
Höhe von 2100 m um die Mittagszeit auf einem Steine 
sitzend gefunden. 

CeutorrhyncJius sphaerion Boh. Ich sammelte zwei Exemplare am Mte. 
Cavallo in einer Höhe von 1600 — 1700 m auf Steinen 
sitzend. Die Stücke stimmen in allen wesentlichen Punkten 
überein mit einem Exemplare vom Wiener Schneeberg aus 
der Sammlung des Hofmuseums, das Schnitze als 
C. sphaerion bestimmte (Gglb, et Holdh. comp.). 



224 Karl Holdhaus 

Orobitis nlgrinus Eeitt. Zwei Exemplare am Cavallo lioclialpin auf Steinen 

sitzend. 
Glirysomela staphylea L. Am Piano del Cansiif>iio. 
GhrysocMoa cacaliae sumptuosa Redtb. Im ganzen Gebiete subalpin. 
— speciosissima Scop. f. typ. Im ganzen llebiete subalpin; alle 

Stücke sind blau gefärbt. 
Sderophaedon orhicularls vSuffr. Im ganzen Gebiete, nicht häufig. 
Adimonia tanaceti L. Bei der Malga Palautina (1500 m) in Anzahl im Grase. 



Besclireibuiig der neuen Formen. 

Trechtis (Anoplithalmus) Moldhausi Gangib. n. sp. 

Ein typischer AnopMlialmiis. Mit dem über Südkrain, den angrenzenden 
Teil von Croatien und über den Tarnowanerwald bei Görz verbreiteten, 
nicht nur in Höhlen, sondern auch im Freien vorkomenden ScopoUi Sturm 
und mit Targionü Della Torre von der Grotta d'Oliero bei Bassano zu- 
nächst verwandt, von beiden durch längere Fühler, gestrecktere Glieder 
derselben, schmäleren, an den Seiten weniger gerundeten Kopf, gewölbtere, 
an den Schultern viel breitere, gegen die Wurzel viel weniger abgeschrägte 
Flügeldecken und die furchenartig ausgebildeten inneren Streifen derselben 
verschieden. Von Scopolü differirt er weiter durch die wesentlich schmäler 
gerandeten Seiten des Halsschildes und der Flügeldecken, den fast gerade 
abgestutzten Vorderrand, die nicht vorspringenden Vorderecken und die 
jederseits gegen die als kleine, scharfe Zähnchen vorspringenden Hinter- 
ecken schräg ausgerandete Basis des Halsschildes, von Targionü durcli 
kürzeren und breiteren Halsschild und durcli das Vorhandensein von nur 
drei borsten tragenden Punkten am dritten Streifen der Flügeldecken. 
Weniger ähnlich sieht er dem mit Targionü verwandten, in Höhlen der 
Colli Berici, westlich von Padua, vorkommenden Fabianii Gestro (Ann. 
Mus. Civ. Storia Nat. di Genova, Ser. 2, Vol. XX, 1 900, 570), von dem er 
sich auffälliger durch viel kürzere Fühler und Beine, viel kürzeren, an den 
Seiten mehr gerundeten Kopf und Halsschild, weniger gestreckte, an den 
Schultern viel breitere, gegen die Wurzel viel weniger abgesci^rägte Flügel- 
decken und die furchenartig ausgebildeten inneren Streifen derselben entfernt. 

Einfarbig rötlichgelb. Der Kopf bis zum Vorderrand des Clypeus 
länger als breit, ohne Andeutung von Augen. Die Schläfen lang, in 
flacher Wölbung gerundet, vor der Mitte mit einer eingegrabenen, nach 
vorn offenen Bogenlinie, welche im vorderen Supraorbitalpunkt endet. Die 
an der Fühlerwurzel beginnenden Seitenrandleisten der Stirn kurz, nur 
ein Viertel so lang als die Schläfen, und parallel, die Stirnfurchen hinten 
in ziemlich sanfter Curve nach aussen gebogen, die Schläfen von hinten 
umschreibend. Der vordere Supraorbitalpunkt wenig kräftiger als der 
hintere, innerhalb der Mitte der Schläfen befindlich. Die Fühler die Mitte 
des Körpers weit überragend, ihr zweites Glied kaum länger, aber nur 
lialb so dick wie das verdickte erste und fast um ein Drittel kürzer als 
das vierte, das dritte so lang wie das erste und zweite zusammengenommen, 



Beiträge zur Kenntnis der Koleoptereu-Geograpliie der Ostalpen. 225 

das vierte bis siebente Glied au Länge allmälilicli abnelnnend, die drei vor- 
letzten Glieder kürzer als das siebente, das Endglied wieder länger und 
dem siebenten in der Länge ziemlich gleichkonuiiend. Der Halsscliild 
etwas breiter als der Kopf und etwa halb so breit als die Flügeldecken 
zusammengenommen, im vorderen Drittel etwas breiter als lang, von ähn- 
licher Form, aber kürzer, breiter und etwas gewölbter als bei Targlonli, 
im vorderen Diittel der Seiten stärker gerundet, herzförmig, gegen die als 
kleine, sehr scharfe Zähnchen vorspringenden Hinterecken geradlinig ver- 
engt, am A'orderrande nur sehr llach ausgeschnitten, fast gerade abgestutzt, 
an der Basis wie bei TarglonU in tiachem Bogen ausgeschnitten, aber 
gegen die Hinterecken jederseits stärker schräg ausgerandet, an den Seiten 
sehr schmal gerandet. Die Flügeldecken oblong, mehr als 1^/2 mal so 
lang als zusammengenommen breit, vor der Mitte am breitesten, von da 
gegen die stumpf abgerundet vortretenden Schultern weniger verengt als 
nach hinten, gegen die Wurzel viel weniger abgeschrägt als bei Targionii, 
hinten gemeinsam ziemlich breit abgerundet, ziemlich gewölbt, an den 
Seiten schmal gerandet, mit tiefem, gegen die Spitze erloschenem Naht- 
streifen, furchenartig ausgebildetem, nach vorn schwächerem, nach hinten 
allmählich weiter vom Nahtstreifen entferntem und weit vor der Spitze 
verlöschendem zweiten, viel schwächerem, hinter der Mitte stark nach 
aussen ausgebogenem, nach hinten noch mehr verkürztem dritten und fast 
erloschenen äusseren Streifen, am dritten Streifen mit drei borstentragenden 
Punkten, von denen sich der erste etwa im vorderen Sechstel, der zweite 
hinter der Mitte und der dritte am Ende des dritten Streifens etwa im 
hinteren Fünftel befindet. Der normal weit ausserhalb des dritten Streifens 
innerhalb des nach vorn umgebogenen Endes des Nahtstreifens befindliche 
Punkt ist weit nach innen gerückt, so dass er fast in derselben Eeihe 
wie die drei borstentragenden Punkte des dritten Streifens steht. Die 
series umbilicata bis auf die Endpunkte weit vom Seitenrande abgerückt, 
vorn mit drei hintereinanderstehenden Punkten und innerhalb derselben 
mit einem viel weiter vom Seitenrande abgerückten Punkte, der weiter 
hinten steht als der erste der drei hintereinanderstehenden Intramarginal- 
puukte und sogar etwas weiter hinten als der erste borstentragende Punkt 
des dritten Streifens. Von den vier hinteren Punkten der series umbilicata 
sind die zwei mittleren weit von einander entfernt. Der zweite dieser 
Punkte ist aus der Reihe der übrigen nach aussen gerückt. Das um- 
gebogene Ende des Nahtstreifens ist wie bei Targionii weiter nach vorn 
verlängert als bei Scopolii und mit dem dritten Punkte des dritten Streifens 
durch eine quere Bogenlinie leicht verbunden. Long.: 4,3 mm. 

Von Holdhaus am 17. VII. im Bosco del Cansigiio, südlich vom 
Albergo al Eeal Palazzo in einem weiblichen Exemplare aus Laub gesiebt. 

(Custoa L. Uanglbauer.) 

TrecJiiis haldensis Spaetlii Gglb. 

Von Custos Ganglbauer in dieser Zeitschrift Bd. 2., pg. 188 be- 
schrieben: f'Tredms haldensis Spaethi stimmt in der Halsschildform im 
wesentlichen mit bald, pasubianus und bald. Breiti überein, difüerirt aber 



226 Karl Holdhaiis 

von beiden, abgesehen von der intermediären Augengrösse, durch be- 
deutendere Körpergrösse (Long. : 5 — 5,5 mm), etwas längere und schlankere 
Fühler, besonders aber durch die im Verhältnisse zum Halsschilde längeren, 
mehr parallelsei tigen, am Schulterrand weniger abgerundeten Flügeldecken. 
Bei manchen Stücken des haldensis Spaethi ist die Basalpartie des Hals- 
schildes in grösserer Ausdehnung parallelseitig oder etwas ausgeschweift 
verengt und die rechtwinkligen oder spitzwinklig nach aussen tretenden 
Halsschildhinterecken erscheinen infolge davon länger abgesetzt.« 

Am Mte. Cavallo in der hochalpineu Eegion unter gi'össeren tief- 
eingebetteten Steinen, namentlich am Eande von Schneeiiecken. 

Amara (Leiromorpha) ZThligi Holdh. nov. spec. 

Oberseite pechbraun mit starkem Metallschimmer, Unterseite einschliess- 
lich der Beine rotbraun, Fühler, mit Ausnahme des angedunkelten Basal- 
gliedes, und Taster rötlichgelb. In der Bildung des Kopfes mit A. lantos- 
cana Fauv. übereinstimmend, doch sind die Augen etwas flacher und die 
Fühler ein wenig schlanker als bei dieser Art. Halsschild um mehr als 
die Hälfte breiter als lang, aber in seiner grössten Breite noch beträcht- 
lich schmäler als die Flügeldecken, annähernd in der Mitte am breitesten, 
von da nach vorne stark in sehr flacher Rundung, nach rückwärts nur 
äusserst wenig und nahezu geradlinig verengt, vor den rechtwinkeligen 
Hinterecken äusserst flach ausgeschweift, die Vorderecken etwas ohrförmig 
vorgezogen, die Scheibe massig gewölbt, vor der Basis jederseits mit zwei 
tiefen Längseindrücken, von denen der innere, ungefähr in der Mitte 
zwischen dem Seitenrand und der Medianlinie des Halsschildes stehende 
sich bis über das hintere Drittel der Scheibe kopfwärts erstreckt und nach 
vorne in leichter Convergenz gegen die Mittellinie des Halsschildes geneigt 
ist. Zwischen den inneren Längseindrücken erstreckt sich etwa im basalen 
Fünftel des Halsschildes eine breite, flache, furchenartige Querdepression. 
Der äussere ungefähr ein Fünftel der Halsschildlänge einnehmende Basal- 
eindruck ist nach aussen durch einen in schräger Richtung gegen die 
Hinterecken verlaufenden und im Niveau des hinteren Borstenpunktes er- 
löschenden Steilabfall scharf abgesetzt, während er nach innen allmählich 
verflacht. Halsschildbasis im Gebiete der Eindrücke kräftig, aber' wenig 
dicht punktirt, die Punktirung erlischt nach innen allmählich und macht 
im medianen Drittel der Halsschildbasis einer sehr zarten, undichten, längs- 
riefigen Sculptur Platz, welche sich fast über ein Viertel der Halsschild- 
länge nach vorne erstreckt. Flügeldecken wie bei Ä. frigida Fauv. ge- 
bildet, aber wesentlich stärker gewölbt und viel kürzer als bei dieser Art, 
kaum mehr als anderthalbmal so lang als breit. Punktstreifen ebenso wie 
bei A. frigida nur sehr fein und wenig deutlich punktirt, Flügeldecken- 
naht vor der Spitze flach dachförmig erhoben. In der Bildung der Unter- 
seite mit A. frigida übereinstimmend, der Prosternalfortsatz ist vor der 
Spitze etwas schwächer eingedrückt.*) Long.: 6,7 mm. Mit der in den 



*) Bei dem einzigen mir vorliegenden 9 ist der rechte innere Borstenpunkt 
am Hinterrande der letzten freiliegenden Ventralschiene verdoppelt, indem un- 



Beiträge zur Kenntnis der Koleopteren-Geographie der Ostalpen. 227 

Basses Alpes vorkommenden Ä. frigida zunächst verwandt, von derselben 
durch gering-ere (xrösse, robustere, stärker gewölbte und viel breitere 
Körpert'orni, kürzere, minder schlanke Fühler, kürzeren, an den Seiten 
viel schwächer gerundet erweiterten, einen tiefen äusseren Basaleiudruck 
zeigenden, innerhalb der Hinterecken kräftig punktirten Halsschild mit 
stärker \-orgezogencn Vorderecken und wesentlich kürzere, stärker gewölbte 
Flügeldecken abweichend. Von ^4. lautoscana aus den Alpes maritimes 
unterscheidet sich die neue Art durch beträchtlidiere Grösse, kürzeren, an 
den Seiten viel schwächer gerundeten Halsschild mit tiefem äusseren Basal- 
eindruck und im A^ei'hältnis zum Halsschild breitere Flügeldecken mit viel 
feiner punktirten Streifen; dieselben Differenzen trennen Ä. üJiligi auch 
von den beiden bisher bekannten ostalpinen Vertretern des Subgenus, 
Ä. alpicola und A. cimiculina, welche sich durch noch geringere Grösse, 
noch gröber punktirte Flügeldeckenstreifen und wesentlich schlankere Körper- 
form noch mehr von Ä. Uhligi entfernen. 

Ein einzelnes 9 dieser interessanten Art sammelte ich in der hoch- 
alpinen Eegion des Mte. Cavallo unter einem Steine. 

Meinem hochverehrten Lehrer der Geologie, Herrn Professor Uhlig, 
in innigster Dankbarkeit gewidmet! 

Bythinus trigonoceras Holdh. 110 v. spec. 

Rotbraun, die Fühler, Taster und Beine heller gelbrot. Kopf von 
normalen Dimensionen, beträchtlich schmäler als der Halsschild, auf Stirn 
und Scheitel sehr fein runzelig sculptirt oder nahezu glatt, Augen in 
beiden Geschlechtern von normaler Grösse. Das vorletzte und die Spitze 
des drittletzten Gliedes der Kiefertaster am Aussenrande in beiden Ge- 
schlechtern mit einer Reihe von 5 — 6 unter starker Lupenvergrösserung 
sehr deutlich wahrnehmbarer körniger Erhabenheiten, das letzte Glied auf 
der Oberseite mit einem länglichen Eindruck, der indess vielleicht erst 
postmortal durch Eintrocknung des Gliedes zustande kommt. 
Fühler in beiden Geschlechtern schlank und langgestreckt, 
beim 9 das erste Fühlerglied schlank, ungefähr doppelt so 
lang als breit, zweites Glied ungefähr halb so lang als das 
erste, merklich länger als breit, drittes Glied wesentlich schmäler 
als das zweite, etwas länger als breit, viertes Glied unge- 
fähr so lang als breit, die folgenden Glieder bis zum achten 
kugelig, kaum breiter als lang, neuntes und zehntes Glied 
an Breite allmählich zunehmend, quer, Endglied in beiden ^"^^p^!}'?i^*'l 

' ■>- ' ^ von Bytinnus 

Geschlechtern gleichgebildet, einfach. Beim c? ist das erste trigonoceras 
Glied flach kissenförmig aufgebläht, nach innen breit drei- ^' ^^' 




mittelbar hintereinander zwei Borsteupunkte stehen, so dass ein längliches Grüb- 
chen zustande kommt, dem zwei Borsten entspringen. Eine ähnliche Anomalie 
zeigt ein im Wiener Hofmuseum befindliches 9 der A. frigida, bei welchem 
die letzte Ventralschiene rechts zwei, links aber drei in regelmässigen Intervallen 
voneinander stehende Borstenpunkte aufweist. Eine Vermehrung oder Ver- 
minderung der Borstenpunkte kommt wohl stets auf dem Wege sprunghafter 
Variation (Mutation) zustande. 



228 Dr. Max Hagedorn 

eckig erweitert, die innere Apikaiecke in grösserer Ausdehnung und nahezu 
geradlinig abgestutzt, der sehr flach bogenförmig ausgebuchtete Innenrand 
einscliliesslich der abgestutzten Partie scharf messerförmig abgeplattet, das 
zweite Fühlerglied einfach. Beim c? sind die Schenkel schwach verdickt, 
die Vorderschienen innen im vorderen Drittel mit einem kräftigen, spitzen 
Zähnclien, vor demselben ausgeschnitten, Hinterscliienen in der distalen 
Hälfte ihres Inuenrandes ungemein flach bogenförmig ausgerandet, an der 
8pitz(; innen mit einem kurzen dornförmigen Fortsatz. Long.: 1,5 — 1,65mm. 
Durch die Fühlerbildimg des c? nimmt die Art in der Gattung Bythmus 
eine sehr isolirte Stellung ein und steht mit keiner mir bekannten Art 
in näherer Beziehung. Die körnige Sculptur der Kiefertasten verweist die 
Art in das subgen. Bythoxenus. 

Ich siebte ein Pärchen bei der Malga Palantina am Mte. Cavallo aus 
tiefen Lagen Buchenlaubes. 



Revision unserer Pappelborkenkäfer. 

Von B^' Max HA(iEDUßx in Hamburg. 

(Eingtilaiü'iiU am 27. Juui 1904.) 

Der eifrige und erfolgreiche Durchforscher seiner heimatlichen Scholle, 
Herr C. H. Grroth in Osdorf bei Hamburg, brachte mir im November 1903 
Aeste der Zitterpappel mit Borkenkäferlarven, welche er auf seinem Lande 
entdeckt hatte. Natürlich war ich der Meinung, dass es sich nur um 
Cryplialus (Trypophloeus) asperatus Gryll. = binodulus Eatz. handeln 
könne. Die eingezwingerten Larven verpuppten sich vom 17. III. 04 an; 
die ersten Käfer krochen am 26. IV. 04 aus. Bei Untersuchung der letzteren 
war ich sehr erstaunt, zu sehen, dass schon die ganz unreifen, blassgelben 
Stücke dunkelbraune Fühlerkeulen zeigten und dass bei vollständiger Aus- 
färbung auch Fühlergeissel, Schenkel und Schienen dunkelbraungelb wurden, 
was nach den Beschreibungen, besonders von Eichhoff, nicht auf asperatus 
passte und den Verdacht erweckte, dass es sich um granulafus Eatz. 
handeln möge. 

Dieser Befund war Veranlassung für mich, mir die Pappelborken- 
käfer genauer anzusehen. Da fand ich nun so auffällige Verschieden- 
heiten und Widersprüche in den Beschreibungen der Tiere bei 'Eatz eburg, 
Eich hoff, Eeitter und Seidlitz, dass mir nach diesen die genaue 
Bestimmung der Arten unmöglich war. Aus dieser Not konnten nur die 
Eatzeburg'schen Typen helfen. Diese erhielt ich auch durch das liebens- 
würdige Entgegenkommen von Professor Dr. Eckstein in Eberswalde, 
welchem ich hiefür meinen verbindlichsten Dank auszusprechen nicht ver- 
säumen möchte, zur Untersuchung und Vergleichung. 

Im folgenden will ich nun eine Zusammenstellung der Beschreibungen 
der beiden bisher bekannten Pappelborkenkäfer von Eatzeburg, Eich- 



Revision tiuserer Pappelborkenkäfer. 229 

lioff, Reitter und Seidlitz, sowie eine Beschreibung" der mir vorliegen- 
den Typen geben, welchen dann die Beschreibungen der von mir gefundenen 
neuen Art, sowie der mir von dem Herrn Forstassistent Tredl in Württem- 
berg gütigst eingesandten Stücke, die ich für eine Varietät von granulatus 
halte, folgen werden. 

Cryphalus (Trypoxjlüoms) granulatus Batz. 

1. ßatzeburg, Forstinsekten 1837, pag. 164: Glänzend schwarz, 
nur Fülllerfaden und einige Fussteile heller. Fleck auf dem Halsschild, 
bestehend aus Körnchen, die in concentrische sehr lange Halbkreise ver- 
schmelzen, Flügeldecken deutlich punktirt gestreift, ziemlich dicht aber 
kurz behaart; an der abschüssigen Stelle neben der Naht die erste und 
zweite Punktreihe etwas eingedrückt. 

2. Eichhoff , Die europäischen Borkenkäfer 1881, pag. 188: Läng- 
lich eiförmig, schwarz oder pechbraun, glanzlos, greis behaart. Fühler- 
basis und Beine gelb. Halsschild liinter der Mitte am breitesten, nach 
vorne merklich eingeschnürt-verschmälert, durch vier hervorstehende Körn- 
chen in der Mitte des Vorderrandes merklich zugespitzt und auf dem 
ganzen Vorderteil mit einem in breite concentrische Halbkreise geordneten 
Höckerfleck; weiter hinten aber fein punktirt. Flügeldecken punktirt 
gestreift, an der Spitze längs der Naht schwach eingedrückt und hinten 
stumpf und flach abgerundet. Von der nächsten Art unterschieden durch 
die stets dunkel gefärbte Keule, durch andere Form des Halsschildes und 
durch deutliche Punktstreifen auf den Flügeldecken, welche letzteren an 
der Spitze niemals gehöckert oder gezähnt sind. Länge: 1,7 — 2,0mm. 

3. Reitter, Bestimmungstabelle der Borkenkäfer 1894, pag. 72. 
Fülller und Beine gelb, die Fühlerkeule braun. Halsschild mit sehr grobem, 
in breite concentrische Halbkreise gestellten Höckerfleck, hinten punktirt 
glänzend. Flügeldecken mit deutlichen Punktstreifen, am Abstürze deut- 
licher gestreift, an der Naht flach niedergedrückt, die Naht daselbst dach- 
förmig erhaben, mit grosser, glatter, hervorragender Schulterbeule, die 
Zwischenräume mit wenig auffälligen, aber ziemlich langen Haarreihen, 
die, im Profile gesehen, weit vorstehen, am vierten Zwischenräume vor 
der Spitze beim cf mit einer dichter behaarten kleinen Beule. Plumpe, 
dunkel pechbraune, breite Art von der Gestalt des piceae, nur noch etwas 
grösser. Länge: 2 — 2,2 mm. 

4. Seidlitz, Fauna baltica 1891, pag. 563: Flügeldecken überall mit 
deutlichen Puiiktreihen, die wenig gröber sind als die Punkte der Zwischen- 
räume, vor der Spitze eine kleine Beule, Höckerfleck des Halsschildes 
gleichmässig grob gekörnt, hinter ihm ist das Halsschild fein punktirt. 
Länge: 2 mm. 

5. Die Type von Ratzeburg aus Eberswalde, leider nur ein Stück, 
ist 2 mm lang, glänzend schwarz, die Fühler, auch die allein vorhandene 
rechte Fühlerkeule hellgelb. Halsschild nach vorn deutlich verschmälert, 
der Vorderrand durch vier vorragende Körnchen zugespitzt, der Höcker- 
fleck, welcher aus concentrischen Kreisbögen besteht, ist von der Gestalt 
eines gleichschenkligen- Dreiecks, dessen Basis der Vorderrand bildet und 



230 Dr. Max Hagedorn 

dessen Spitze auf dem höchsten Punkt der Scheibe liegt, so dass der 
Zwischenraum zwischen dem Höckerfleck und der Basis des Halsschildes 
etwa ^/s von dessen Länge beträgt, während er an den Seiten noch breiter 
ist. Dieser nicht gehöckerte Seiten- und Hinterteil des Halsschildes ist 
mit massig tiefen Punkten dicht besetzt. Die Schulterbeule der Flügel- 
decken ist glatt und hervorragend; zwischen den beiden Schulterbeulen 
sind die Flügeldecken mit deutlichen Querrunzeln versehen, welche sich 
über das erste Drittel der Flügeldecken erstrecken. Die Flügeldecken 
sind durchgängig deutlich punktirt gestreift, die Punktstreifen an den 
Seiten und der erste neben der ganzen Naht erscheinen vertieft. Auf 
den Zwischenräumen befinden sich ziemlich dichte Eeihen das Profil über- 
ragender greiser Borsten; die Oberschenkel und die Schienen sind hell- 
braun, die Tarsen noch heller. 

CryiJhalus (Trypophloeus) asperattis Gyll. = binodiiltts Eatz. 

Eatzeburg 1. c. Fühler und Füsse schmutzig hellbraun, sonst 
glänzend schwarz. Halsschild in concentrischen Kreisen gehöckert. Flügel- 
decken mit nur nach aussen deutlichen, nach der Naht zu verschwindenden 
Punktreihen, mit sparsamen Schuppenhärchen und kurzen, weitläufigen 
Haaren, welche auf den breiteren beschuppten mit nackten, schmäleren 
Furchen abwechselnden Zwischenräumen stehen. Am Absturz mit beim cf 
sehr deutlichen, beim 9 nur schwach gewölbten Höckerchen. 

Eichhoff 1. c. Grestreckt walzenförmig, schwarz, matt glänzend, 
greis behaart, mit gelben Fühlern und Beinen. Halsschild halbkugelig, 
an der Basis am breitesten und nach vorne gleichmässig abgerundet; durch 
vier hervorstehende Körnchen in der Mitte des Vorderrandes undeutlich 
zugespitzt, auf dem ganzen Vorderteil mit einem breiten Höckerfleck; 
weiter hinten aber äusserst fein punktirt. Flügeldecken nur an den Seiten- 
rändern undeutlich punktirt gestreift, sonst glatt; an der Spitze flach ab- 
gewölbt, beiderseits mit einem Höckerzähnchen und hinten stumpf ab- 
gerundet. Länge: 1,3 — 2 mm. d Flügeldecken an der Spitze beiderseits 
mit einem spitzen Zähnchen. Von dem Vorhergehenden durch geringere 
Körpergrösse, gestrecktere Gestalt, einfarbig gelbe Fühler, minder regel- 
mässig concentrisch geordnete Höcker des an den Seiten gleichmässiger 
gerundeten Halsschildes, glattere Flügeldecken und besonders durch die, 
namentlich beim Männchen, deutlich hervorspringenden, beiden Höcker- 
zähnchen am Hinterabsturz verschieden. 

Reitter 1. c. Flügeldecken auf der Scheibe ohne oder mit kaum 
erkennbaren Punktstreif eu, am Abstürze stark abgeflacht, mit deutlichen, 
feinen Streifen, daselbst der Zwischenraum an der Naht etwas dachförmig- 
erhaben, beim cf der vierte Zwischenraum vor der Spitze mit einem 
spitzigen Höcker, Flügeldecken kaum doppelt so lang als breit, staubartig 
fein behaart und mit sehr kurzen greisen Börstcheiireihen auf den Zwischen- 
räumen. • 

Seidlitz 1. c. Flügeldecken nur nach aussen deutlich, neben der 
Naht nicht gestreift punktirt, auf der Spitze mit einer, beim Männchen 
stärkeren Beule, Halsschild mit mehr oder weniger leistenähnlichen, con- 



Eevisiou unserer Pappelborkeukäfer. Zol 

centriscli gebogenen Körnerreilien, hinter ihnen fein punktirt. Länge: 
1,3— 2 mm. 

Die Ratzebnrg'schen Typen in Eberswalde. Es sind zwei Männchen 
nnd zwei AV eibchen da, von 1,3 — 1,5 mm Länge. Alle vier Stücke sind 
braun, glänzend, nur Halsschild nnd Kopf erscheinen etwas dunkler. Fühler 
nnd Beine sind hellgelb, nur bei zwei Stücken sind die Fühlerkeulen etwas 
dunkler, schmutzig hellbraun. Halsschild gleichmässig gerundet, hinten sehr 
fein punktirt und glänzend. Die Flügeldecken sind auf der Scheibe überall 
unregelmässig flach punktirt und mit zahlreichen Schuppen und gereihten 
kurzen greisen Borsten bedeckt, an den Seitenrändern befinden sich deut- 
liche Punktstreifen. Die d haben spitze, kleine Zähne, die 9 stumpfe 
Höcker, je einen mitten auf jeder Flügeldecke am oberen Rande des 
Absturzes. 

Wie aus der Vergieichung der obenstehenden Beschreibungen hervor- 
geht, weichen dieselben bei den einzelnen Autoren nicht unerheblich von 
einander ab, was besonders bei gramdatus auffällig ist. Ob dieses daran 
liegt, dass Eich hoff z. B. Stücke der unten zu beschreibenden neuen 
Art in den Händen gehabt und dieselben einfach in das Schema hinein- 
gezwängt hat, niuss dahin gestellt bleiben. Jedenfalls geben heute den 
einzigen gewissen einhält die typischen Exemplare aus Ebers walde. Danach 
wird man als gramdatus nur einen Käfer bezeichnen dürfen, der hellgelbe 
Fühlerkeulen, ein nach vorne verschmälertes Halsschild und deutlich punktirt 
gestreifte Flügeldecken hat. Die unten zu beschreibenden Stücke mit 
schwarzen Fühlerkeulen müssen als Varietät des gramdatus gedeutet werden. 

Als asperatus Gfyll. wird man nur diejenigen Stücke bezeichnen dürfen, 
deren Flügeldecken auf der Scheibe keine Punktstreifen erkennen lassen 
und deren Fühlerkeulen hellgelb, dunkelgelb bis höchstens hellbraun sind. 

Das mir vorliegende Material besteht aus einigen 100 Stücken der 
von Herrn C. H. Grroth in Osdorf in Zitterpappeln entdeckten neuen 
Art, welche ich dem Entdecker zu Ehren Cryphahis GrotJiü nennen will; 
derselben Art gehört eine grosse Anzahl von Stücken an, welche mir 
gütigst die Herren Forstassessor Eggers in Alsfeld in Oberhessen und 
Forstassistent Tredl in Heudorf in AVürttemberg als an ihrem Wohnorte 
gefunden, mitgeteilt haben; ferner durch Herrn Tredl gütigst übermittelte 
ty])ische Exemplare von gramdatus und einer Varietät desselben, welche 
ich dem Uebersender zu Ehren var. Tredlii nenne, alle aus Ostpreussen 
stammend. Schliesslich aus der Sammlung des Herrn W. Koltze hier 
Exemplare von gramdatus aus Oesterreich, von asperatus aus Hessen 
(Scriba), Nassau (Buddeberg), Bayern (Fuss) und Rheinland. Das 
mir ebenfalls zur Verfügung gestellte Material des hiesigen Natur- 
historischen Museums enthält Stücke von gramdatus aus Wien (Samm- 
lung Preller) und von asperatus mit der Vaterlandsangabe Erlangen aus 
der Sammlung des Herrn Dr. H. Michow. 

Bei der Durchmusterung dieses immerhin nicht unbeträchtlichen Ma- 
teriales bin ich zu der Ueberzeugung gelangt, dass unter demselben sich 
eine Varietät von gramdatus und eine neue Art, welche zwischen asperatus 
und gramdatus neben Cryphalus Rybinskii zu stellen sein wird, befinden. 

Es folgen die Beschreibungen. 



232 Dr. Max Hagedorn 

Cryphalus granulatus var. Tredlii nov. var. 

Ohlongo-ovalis, niger, subnitidiis, antennis hasi tarsisque testaceis, tibiis, 
femorih'us, fimiculis et clavis piceo-brunneis vel nigris; tliorace brexnter 
ovato, antrormm angustato, antice tubercidato-scabrato, posterius et laterlbus 
profunde gramdato-pundato, margine apkali tuherculis 4-confertis mucronato ; 
elytris cylindricis pmuctato-strudis, toris Jmmeralibus prominentibiis, laevibus, 
nitidis, apice subdepressis, singulo callo aciitiusculo supra notato. Long. : 
2,2 mm. 

Die mir vorliegenden beiden Stücke, dem nämlichen (d*) Geschlecht 
angehörend, unterscheiden sich sofort von der Stammform durch die sehr 
grobe Punktirung der seitlichen und hinteren Teile des Halsschildes, sowie 
durch die dunkle Färbung von Fühlergeissel und -Keule, sowie der Beine 
mit Ausnahme der Tarsen. 



Cryphalus GrotJiii nov. sp. 

Oblongo-ovalis, nitidus, niger, antennis basi tarsisque fusco-testaceis, 
fhorace semiorbiculato, antrorsum leniter constricto, margine apicali tuberculis 
4-confertis mucronato, dorso antice tubercidato-scabrato, posterius et lateribus 
crebre subgranulate p)unctato; elytris dorso subtiliter et irregiUariter punc- 
tatis, sfriis 1 — 2 prope suturam et compluribus projye ad latera impressis, 
inter toros Immerales prominentes, nitidos transversim rugiüosis apice sub- 
depressis, singido in c? spinida acuta, in 9 nonmmquam tuberculo obsole- 
tissimo notato, plerumque mutico. Long.: 1,1 — 2,2mm. 

Die in ihrer Grösse stark variirenden Käfer sind glänzend schwarz, 
sehr spärlich beschuppt, von länglich-ovaler Gestalt. Die Fühlerkeule ist 
dunkel schwarzbraun (auch bei den ganz blassgelb gefärbten, eben aus- 
gekrochenen Stücken sind Augen und Fühlerkeule bereits auffällig dunkel) 
auf ihrer Hinterfläche stark glänzend, auf der Vorderfläche durch die 
weisse, lange Behaarung der drei Nähte ausgezeichnet. Die Geissei ist 
heller braun, der Schaft hellgelb. Das halbkugelige Halsschild erscheint 
vorn leicht eingeschnürt, die 4 — :6 Spitzenhörnchen lassen die Gestalt 
desselben deutlich zugespitzt erscheinen. Der Höckerfleck besteht aus 
concentrischen Kreisbögen; seine Spitze reicht bei manchen Stücken bis 
nahe an die Basis des Halsschildes, indem die Punktirung dieses hinteren 
Halsschildteiles so stark körnig resp. runzelig ist, dass die hintere Grenze 
des Höckerfleckes verwischt wird. An den Seiten des Halsschildes ist die 
Punktirung meistens schwach: Es erscheinen diese Teile des Halsschildes 
glänzend. Die Flügeldecken sind an den Seiten deutlich punktirt gestreift, 
neben der Naht ist ebenso einer, bisweilen zwei Streifen vertieft punktirt, 
auf der Scheibe unregelmässig, mitunter eben sichtbar gereiht punktirt. 
Das erste Dritteil der Flügeldecken ist besonders in der Nälie der Basis 
mit Querrunzeln bedeckt; in der gerunzelten Zone sind kurze Punktstreifen 
mit tieferen in die Breite gezogenen Punkten sichtbar. Die Schulterbeulen 
sind glatt und vorragend, aber kleiner als bei granulatus. Auf den Flügel- 
decken sind regelmässige Reihen greiser, das Profil deutlich überragender 



Revision unserer Pappelborkenkäfer. 233 

Borsten vorhanden. Die Bewaffnung des Absturzes ist selir wechselnd: 
Die cf tragen jederseits ein spitzes Zähnchen, einzelne jedoch nur eine 
stumpfe Beule; die 9 sind grösstenteils ohne Abzeichen, nur bei wenigen 
erscheint eine Beule eben angedeutet. Es unterscheiden sich die Ge- 
schlechter, abgesehen von dem durch Verhöff angegebenen Greschlechts- 
unterscliied der Dorsalplatten, auch noch durch ihre Grösse, indem sich 
unter den 9 die grössten, unter den d* die kleinsten Stücke befinden. 
Die Oberschenkel sind dunkelbraun bis schwarz, die Unterschenkel meistens 
heller, die Tarsen schmutzig hellgelb. 

Was die Lebensweise unserer Käfer anbetrifft, so ist dieselbe bei 
granulatus kaum genauer bekannt. Schon über die Nährpflanze stossen 
wir auf abweichende Angaben. So schreibt Eichhoff 1. c, pag. 5 über 
granulatus: »Entwickelt sich mit grösster Beständigkeit ... an Schwarz- 
pappeln«, ferner pag. 72: »An der Schwarzpappel«, dagegen pag. 188: 
»Die Art ist hauptsächlich in Oesterreich unter der Rinde von Populus 
alba gefunden«. Genau die gleichen Angaben sind auch in Eichhoff 's 
Ratio tomicinorum zu finden. Ratzeburg und Seidlitz äussern nichts 
über die Nährpflanze; Reitter gibt Fopulus alba als Nährbaum an. Die 
Stücke, welche ich von der frischen Nehrung durch Herrn Tredl's Güte 
erhalten habe, sollen alle, Stammform sowohl als Varietät, aus Fopulus 
tremula stammen. Bei asperatus Gyll. wird dagegen überall und überein- 
stimmend die Zitterpappel als Nährbaum angegeben. Der einzige Schrift- 
steller, der etwas über dessen Lebensweise bringt und Abbildungen seiner 
Frassbilder gibt, ist meines Wissens Nördlinger in »Nachträge zu Ratze - 
burg's Forstinsekten« (1856). Er schreibt auf pag. 29: »Seine in grosser 
Zalü die Rindenschwarte (von Aspen) bedeckenden Gänge waren eigen- 
tümlich, ich möchte sagen liieroglyphisch. Ich denke mir, dass die Brut- 
gänge dicht unter der Oberhaut der Rinde angelegt werden, weil die an- 
geführten Gänge, ohne Zweifel nachdem die Oberhaut verloren gegangen, 
gegen aussen ganz offen standen. Die Larven wühlen im Innern der 
Rinde. « 

Bei Cryphalus Grotkli ist es mir bei meinen Brüten noch nicht 
möglich gewesen, die Fraßbilder zu entziffern, weil die Rinde der bleistift- 
bis daumendicken Aspenäste, in welchen die Tiere hier gefunden wurden, 
sehr stark vermodert war. Nur soviel habe ich bis heute feststellen 
können, dass die Larven regellos in den jüngsten Teilen der Rinde in 
der Nähe des Splintes fressen, ohne den letzteren zu verletzen, dass sie 
sich in Rindenwiegen verpuppen und dass zuerst die grösseren 9 Stücke 
ausschlüpften, Avährend die grosse Masse der cf , zahlreicher als die 9 , 
später reif wui'den und auskrochen. « 



16 



^34 J. Weise 

Ueber einige Chrysochloa-YsLiieiäten. 

Yon J. Weise. 

(Eingelaufen am 16. August 1903.) 

Chrysochloa tristis v. collucetis et v. fenestrellana Dan. 

Die genannten Abänderungen wurden von Herrn Dr. J. Daniel in 
dieser Zeitschrift I, 1903, p. 180 u. f. beschrieben und auf eine Art be- 
zogen, zu der sie nicht gehören. 

Der Autor nennt, p. 180, den Ductus ejac. seiner collucens einen 
»mit der Penisröhre starr verwachsenen Ast', während derselbe bei der 
^ri.sfe- Stammform »entweder gar nicht sichtbar oder lose, in jeder Richtung 
bewegUch (auch seitlich), ganz oder teilweise aus der Oeffnung hervor- 
ragend und auch an der Spitze anders gebildet:, der von rugidosa, p. 182, 
wieder ;v starr mit der Penisröhre verbunden« sein soll. Diese Angaben 
beruhen auf Täuschung infolge ungenügender Beobachtung. 

Der Ductus ejac. von tristis und rugulosa ist im ganzen sehr ähnlich 
gebaut; er bildet eine von oben flachgedrückte Chitinröhre, die oberseits 
meist von einer Längsrinue durclizogen ist und in der Euhe bei beiden 
Arten ein Stück aus der Penisöffnung hervorragt. Er wird beim lebenden 
Tiere von einer Flüssigkeit eingehüllt, die nach dem Tode zu einer weiss- 
lichen, häutigen Masse erhärtet, welche die richtige Beobachtung der Form 
der Eöhre schwierig macht. Seine Spitze ist in tristis allmählich und 
schwach verengt und endigt in einen kleinen, hakenförmigen Zahn, in 
rugulosa ist sie ringförmig verdickt und in eine kurze, dornförmige Ver- 
längerung in der Mitte des oberen Randes ausgezogen. Da der Penis, 
der einem ausgetrockneten Tiere entnommen wurde, durchscheinend ist, 
so lässt sich in ihm bei richtigem Lichte der Ductus ejac. als ein breiter, 
dunkelbrauner Strich nach vorn bis nahe an die Basis verfolgen; vor dem 
Ende scheint er zwar mit der oberen Wand und der Klappe der Penis- 
i'öhre fest verbunden zu sein, aber man kann sich leicht vom Gegenteile 
überzeugen, wenn man die Tiere in der Kopula beobachtet. Dabei wird 
der Ductus ejac. schräg über die rechte Seite der Penisspitze hinweg und 
zwar ziemlich so lang als der Penis selbst ist, ausgeschoben, es kann 
daher von einer starren Verbindung mit dem Penis absolut keine Rede sein. 

In Daniels Figur 1, p. 181, ist in den drei ersten Bildern der Penis 
von tristis ohne Ductus ejac. gezeichnet (jedoch vermisse ich die Ein- 
schnürung vor der Verengung zur Spitze), im vierten Bilde erst mit dem- 
selben, jedoch mehr als gewöhnlich vorgestreckt und in einer nicht natür- 
lichen Lage. Letztere ist durch Zufall bewirkt, auch möchte ich annehmen, 
dass das entsprechende Tier kurz nach der Kopula getötet wurde, ehe es 
Zeit fand, den Ductus ejac. in die Normallage zurückzuziehen. Die sieben 
folgenden Abbildungen, zu den Figuren 2 und 3 gehörig, bezielien sich 
nicht auf den Penis von tristis, wie Daniel annimmt, sondern auf den 
von rugulosa und zeigen uns etwa die Grenzen, innerhalb welcher dessen 
Form variiren kann. Das »kleine, deutliche Zähnchen in der Nähe 
der minimalen Verengung« am Penis der fenestrellana Dan. ist weiter 



Ueber einige Chrysochloa-Y&vietäten. 235 

nichts als die untere Ecke der seichten Ausrandung- im Seitenrande vor 
der Spitze und entspricht keineswegs dem Querzalme oder dem Wider- 
haken, der sich nicht im Seitenrande, sondern jeder seits auf der Unter- 
seite des tr ist is -'Penis befindet; es kommt der Mehrzahl der Exemplare von 
rugulosa aus der Lausitz und Ungarn, den beiden Originalfundorten 
Suff rian's, zu, und ist besonders gut entwickelt bei einem meiner Stücke 
vom Ural. Daher gehört die fenestrellana Dan. in den Formenkreis von 
rugulosa Suffr., desgleichen collucens Dan., bei welcher das Seitenrand- 
zähnchen des Penis ganz geschwunden ist. Diese Abweichung ist selbstver- 
ständlich und ohne Belang, denn sie ist von keinem Fundorte abhängig; und 
bildet sich allmählich, ohne dass es möglich wäre, eine Grenze anzugeben. 

Nachdem der vorliegende Artikel im März 1903 zum Abdruck Herrn 
Daniel geschickt war, hatte letzterer die Freundlichkeit, mir einige 
Exemplare von collucens-fenestrellana zu senden; ihr Vergleich bestätigte 
meine oben geäusserte Ansicht. Ich vermag beide Formen nicht zu trennen, 
sondern sehe in ihnen nur eine, den cottischen Alpen eigentümliche Easse 
von rugulosa, die sich durch folgende Punkte unterscheiden iässt : Das 
Tier ist schlanker g-ebaut und erinnert im Körperumrisse an variabüis: 
die Flügeldecken sind glänzender, ihre Punkte feiner, namentlich flacher, 
beim c? gieichmässiger von einander getrennt und nicht durch leicht in 
die Augen fallende Runzeln verbunden; der Penis ist etwas länger und 
schmaler, parallelseitig, stärker gebogen, auch das vorragende Ende des 
Ductus ejac. ist länger und merklich geschwungen. 

Die Uebersicht der Art würde hiernach folgende sein: 
ChrysocMoa (Allorina) rugulosa Suffr. Venedia, Bohem., Carp., Transs., 

Balkan, Ural, Fennia. 

ab. Gaertneri Ws Tatra. 

ab. nigritula Ws Tatra. 

V. collucens Dan , Alpes Cottiae. 

fenestrellana Dan. 
' ab. viridifulgens Dan. 
vesuUna Dan. 

Bei dieser Gelegenheit erlaube ich mir, eine falsche Angabe zu be- 
richtigen. In der Deutsch. Ent. Zeit. 1902, p. 105, Anmerkung, spreche 
ich die Meinung aus, das Ei von Chrysochl. tristis hätte von Champion 
und Chapman, Transact. 1901 (Taf. 1) Fig. 4b, »merklich gestreckter; 
gezeichnet werden müssen. Inzwischen erhielt ich durch die Güte der 
genannten Herren lebende Tiere von Pino am Lago maggiore, mit denen 
ich die Entwicklung der Art verfolgen konnte. Es stellt sich heraus, 
dass tristis schon durch das Ei erheblich von rugulosa abweicht. Bei 
letzterer ist dasselbe schlank, in der Mitte fast gleichbreit, cylindrisch 
gebaut und auf der Oberfläche mit ungleich grossen, matten, leichten Er- 
höliungen bedeckt, die durcli fein eingedrückte, sehr schmale, nicht regel- 
mässig schleifen- oder ringförmige Linien getrennt werden, während das 
Ei der tristis etwas grösser, in der Mitte am breitesten, daher mehr oval 
geformt und auf der Oberseite mit viel kleineren, kreisförmigen Erhöhungen 
von fast gleicher Grösse besetzt ist, die durch etwas breitere, glatte, 
ziemlich kreisrunde Linien geschieden sind. 

— 16* 



236 J- Weise; lieber einige Chryisocliloa'Va,vietäien. 

Die vorstehenden Ausführungen veranlassen mich, darauf hinzuweisen, 
dass in meiner Publication (M. K. Z. 1., 180 — 182; 1903) der verwandt- 
schaftlichen Beziehungen der neu aufgestellten Formen mit Ch. rugulosa 
Suffr. bereits Eechnung getragen wurde. In Anmerkung 2 (1. c, 182) 
bemerkte ich unter Hinweis auf die Textfiguren ausdrücklich, dass die neu 
beschriebenen Eassen im Bau des Penis näher mit rugulosa verwandt sind, 
in der Körperform, speciell in der Gestalt des Halsschildes, sich jedoch von 
ihr entfernen. Ungefähr dasselbe hat auch Herr Weise im vorhergehenden 
constatirt, nur findet er im Körperumriss der coUucens m. eine grössere 
Aehnlichkeit mit variabilis Weise. Dieser Vergleich ist im vorliegenden 
Falle für mich insoferne von Bedeutung, als durch denselben die habituelle 
Verschiedenheit von collucens und rugulosa noch deutlicher hervorgehoben wird. 

Wenn ich nun trotz der verschiedenen Penisbildungen die Rassen 
collucens m. und fenestrellana m. nicht zu rugulosa, sondern zu tristis 
stellte, so sollte damit zum Ausdruck gebracht werden, dass ich bei nahe 
verwandten Arten unter Umständen den Differenzen in der Körperform 
eine grössere Bedeutung zuerkenne, als den Unterschieden in der Penis- 
bildung. Ich habe eben in den letzten Jahren gelernt, der Gestalt des 
Penis sehr nahe verwandter Arten bei getrenntem ^'orkommen eine 
mehr untergeordnete Bedeutung beizulegen. 

Tatsächlich haben wir es bei tristis und rugulosa nun mit zwei nahe 
verwandten Arten (vergl. die Unterschiede in Ins. Deutsch. 6., 443; 1884) 
zu tun, die sich hauptsächlicli durch die Penisform, sonst aber nicht scharf 
von einander unterscheiden, da die bekannten Differenzen im Habitus 
und der Thoraxform durcli die neuen Rassen wesentlich abgeschwächt 
werden. Meine Bemühungen, Anhaltspunkte für ein gemeinschaftliches 
Vorkonnnen*) der beiden Arten zu erlangen, sind erfolglos geblieben. Es 
scheint mir somit die Frage nach der Artberechtigung der rugulosa noch 
nicht endgültig geklärt zu sein. Wir werden uns im Laufe der Zeit 
daran gewöhnen müssen, bei Beurteilung der specifischen Valenz auf Grund 
von Penisdifferenzen auch bei Chrysomeliden denselben Maßstab anzulegen, 
wie bei anderen Familien. 

Wenn Weise aus dem Umstände, dass die Mehrzahl seiner Exemplare 
von rugulosa aus der Lausitz und von Ungarn ein Seitenrandzähnchen des 
Penis besitzt, schon gleich den Schluss zielit, dass dasselbe bei fene- 
strellana m. ebenfalls unregelmässig auftritt und nicht an die Localität 
gebunden ist, um hierauf fenestrellana mit collucens als synonym zu 
vereinigen, so ist dieses Verfahren zum mindesten als voreilig zu be- 
zeichnen. Ich habe darauf hin eine grössere Anzahl rugulosa untersucht, ""■=') 



*) Ein solches wäre vielleicht in Finnland zu erwarten, weil rugulosa dort 
sicher vorkommt und nach einer Notiz Weise's (Ins. Deutsch. 6., 1122, Nacli- 
trag) aucli tristis für Finnland constatirt ist. Selbstverständlich würde bei 
nachgewiesener Verschleppung der tristis nach Gegenden, welche von rugulosa 
bewohnt werden, ein gemeinsames Vorkommen für die Beurteilung des vorliegen- 
den Falles gegenstandslos sein. Bekanntlich wurde tristis zahlreich aus den 
Pyrenäen durch Wurzelballen nach Nordfrankreich verschleppt, wo sie sich zu 
acclimatisiren scheint. 

**) Es ist mir inzwischen auch gelungen, an trockenen Sammlungsexemplaren 
der rugulosa die Beweglichkeit der Ductusröhre nachzuweisen. 



Dr. Josef Daniel; Eevision der paläarktischen Crepidodei'a- Arten. 237 

konnte jedoch eine Zahnbildung-, wie sie der fenestrellana zukommt, in 
keinem Falle constatiren; das Zähnchen der rugiilosa stellt tatsächlich nur 
die untere Ecke der seichten x'Vusrandung am Seitenrande vor der Spitze 
dar, wie Weise richtig bemerkt. Eine Vereinigung: von fenestrellana mit 
rollucens erscheint mir deshalb nach dem vorliegenden Materiale (ich habe 
auch auf habituelle Unterschiede aufmerksam gemacht) unstatthaft. Uebrigens 
hätte in der obigen Zusammenstellung, wenigstens nach dem bisherigen, 
wohl auch von Weise anerkannten Grebrauche, vesulina die Priorität vor 
viridifulgens.*) (Dr. j. Daniel.) 



Revision der paläarktischen CrepModera-AYieii. 

Von D'^'- Josef Daniel. 

Chevrolat errichtete im Jahre 1844 (d'Orbigny, Dict. Univ. Hist. 
Xat. i., 334) die Gfattung Crepidodera auf Chrysoiiiela nitidula L., hel- 
xines L., Modeer i L., Galler uca (resp. Cr iocer is) laevigata Fbr., impressa 
Fabr., geminata Fbr., exoleta Fabr., ruficornis Fabr. und copatina Fabr. 

Allard gebrauchte diesen Gattungsnamen in seinem »Essai mono- 
grapliique sur les Gralerucites anisopodes Latr. etc.« (Ann. Soc. Fr. 1860, 
39 — 144'""'^0 im selben Sinne für 19 Arten, jedoch mit Ausschluss des 1849 
von Ger mar beschriebenen Genus Orestia. 

Foudras (Ann. Soc. Linn. Lyon 7., 65 — 78; 1860) zerlegte die 
Gattung Crepidodera in seiner vortrefflichen Bearbeitung der Halticiden in 
6 selbständige Genera {Arrhenocoela, Ochrosis, HippuripJiilo , E^ntrix, 
Chalcoides, Crepidodera i. sp.) und legte somit den Grund zu einer neuen, 
engeren Umgrenzung diesei' Gattung, in welclier er nur mehr die Arten 
nigritula GylL, cyanescens Duft., femorata Gyll., melanostoma Edtb., im- 
pressa Fbr., transversa Marsh., ferruginea Scop. und riifipes L. beliess. 

Kutschera, dessen »Beiträge zur Kenntnis der europäischen Halti- 
cinen« (Wien. Ent. Monatschrift 4., 117—121, 129—138; 1860) gleich- 
zeitig mit der vorerwähnten Arbeit erscliienen, gelangte bei der Zergliede- 
rung der Gattung Crepidodera, unabhängig von Foudras' Untersuchungen, 
fast zu denselben natürlichen Gruppen, welche er indes weder generisch 
unterschied, noch benannte. Durch die Neubeschreibung einer Reihe von Arten 
(sodalis, serhicü, nielanopus, Peirolerii, corpidenta, rhaetica, cyanipennis, 
simjjlicipes), welche der engeren Gattung Crepidodera Chvi'. Foudr. an- 
gehörten, förderte er die Kenntnis derselben wesentlich. Als ein Eück- 
sohritt muss indes seine Auffassung der Gattung Orestia bezeichnet Averden, 
welche er mit Crepidodera vereinigt. 

Unter Zugrundelegung der beiden eben erwähnten Arbeiten erfolgte 
nun eine Neubearbeitung der Halticiden durch Allard, der in seiner 
»Monographie des Alticides« (L'Abeille 3., 169— 508; 1866), die Ein- 



'*) conf. pag. 80o. **) Vgi-gelegt in der Sitzung' vom 14. 0. 1859. 



233 Dr. Josef Daniel 

teilung- der beiden früheren Monog-raplien acceptirte, die Fondras'schen 
Gattungen jedoch zu Untergattungen degradirte und neben Crepidodera 
nur melir Orestia als selbständiges Grenus anerkannte. 

Durch die nun folgenden Bearbeitungen wurden wesentlich neue Ge- 
sichtspunkte für die Auffassung oder Begrenzung dieser schon ziemlich 
erschöpfend dargestellten, alten Gattung Crepidodera Chevr. All. nicht ein- 
geführt. ■ Höchstens wäre zu erwähnen, dass die einzelnen Artengruppen 
derselben in stetem Wechsel, bald als Gattungen, bald als Untergattungen 
citirt wurden. 

In der letzten zusammenhängenden Arbeit über Halticiden, welche Avii' 
Weise (Insekt. Deutschi. 6., 666 — 1057; 1886) verdanken, wird nicht nur 
für die Aufrechterhaltung der oben erwähnten Genera im Sinne Fond ras 
eingetreten, sondern auch noch innerhalb der Gattung Crepidodera ChvrI. 
Foudr. die ohne Zweifel berechtigte, generische Abtrennung {Derocrepis 
Weise) der Crep. rufipes L. und ihrer Verwandten vorgenommen. Des weitern 
vertrat Weise in seiner Bearbeitung (1. c, 726) insoferne einen von den 
bisherigen Anschauungen abweichenden Standpunkt, als er Crepid. nigrltida 
Gyll. und später (Deutsch. Ent. Zeitschr. 1888, 110) auch Crepid. sim- 
pliclpes Kutsch, wegen des abweichenden Baues der Fühler, des Hals- 
schildes und dei" Mittelbrust von der ursprünglichen Gattung abtrennte 
und in das Genus Hippuriplüla Foudr. transferirte. Bei diesen beiden 
Arten soll die Mittelbrust, wie bei Hippuriphila unsichtbar, von der 
Hinterbrust bedeckt sein, welche sich in einem selir breiten Zipfel nach 
vorne bis zum Pi'osternalfortsatz verlängert. Im Gegensatze wäre bei 
Crepidodera die Mittelbrust deutlich sichtbar und die Hinterbrust nur 
massig weit zwischen den Mitteillüften vorgezogen. Nach meinen Be- 
obachtungen ist die Mittelbrust bei nigritula und simplicipes übereinstim- 
mend mit derjenigen der Crepidodera- Kri^w gebaut. Auch bei Hippuri- 
phila konnte ich einen wesentlichen Unterschied, wenigstens in dieser Be- 
ziehung, nicht constatiren. Nur bei an den Hinterkörper vollkommen 
angelegtem Thorax stossen der ProsternaUortsatz und der vorgezogene 
Lappen der Hinterbrust bei Hippuriphila, aber auch bei den meisten 
Crepidodera-Arten beinahe zusammen. Bei etwas gelockertem, vom Hinter- 
köi'per abstehendem Halsscliild ist die Mittelbrust stets deutlich sichtbar, 
manchmal allerdings, der breiter gebauten Art entsprechend, etwas kürzer 
erscheinend. *) Da ich auch in der Bildung der Fühler und im Baue des 
Halsschildes keine wesentlichen Differenzen feststellen konnte, sah ich micJi 
gezwungen, Hij^puriph. nigritula und simplicipes wieder in die Gattung 
Crep idodera zurückzuversetzen . 



*) Duröh das Mesosternum bedeckende, zwischen den Mittelhüften weit vor- 
gezogene Hinterbi'ust trennt Weise ferner Orestia Germ, und Hypnophila ¥oudr. 
von Crejjidodera und den verwandten Gattungen. Bei gelockertem Halsschild finden 
wir, dass allerdings bei Hypnophila, der gedrungenen Körperform entsprechend, 
die Mittelbrust deutlich kürzer erscheint als bei den übrigen Genera. Da sich aber 
die schlanken Orestia-AviQw in Beziig auf die Bildung der Mittelbrust von Crepi- 
dodera kaum unterscheiden und die gedrungenen Arten der ersteren Gattung in 
dieser Beziehung zwischen HypnojjJdla und Crepidodera stehen, so kann nacli 
meiner Meinung die Bildung der Mittelbrust in Zukunft kaum mehr in erster Linie 
zur Gruppirung der hier besprochenen Gattungen verwendet werden. 



I 



Bevision der paläarktischen CrepModera-Avten. 239 

ludern ich mich nun meiner specielleu Aufgabe, nämlich der Schaffung 
einer möglichst natürlichen Gruppirung der Arten der Gattung Crepldodera 
im engereu Sinue zuwende, möchte ich Vor allem bemerken, dass eine 
Al)trennuug der einfarbig rötlichgelben Arten (transversa, impressa, ferru- 
fjlnea etc.) auf Grund der Bildung des Innenrandes des Längsstrichelchens 
dicht an der Basis des Halsschildes (scharfkantig und mindestens so hoch 
als der Aussenrand) vou den übrigen Arten (dieser Innenrand niediig und 
erloschen) nach meinen Beobachtungen nicht möglich ist. Da es mir indes 
auch nicht gelang, ein anderes, besseres Gruppenmei'kmal aufzufinden, kehre 
ich auf den früheren Standpunkt zurück und trenne diese grösstenteils rötlich- 
gelben Arten der Ebene von den alpinen und subalpinen, meist metallisch 
oder auf den Decken schwarz gefärbten Ai'ten wieder durch die Färbung, 
allerdings mit gewissen Einschränkungen, weil uns inzwischen auch ganz 
oder nahezu einfarbig rötlichgelbe Formen der sonst metallischen, alpinen 
Crepiäodera-Arteii bekannt geworden sind. Nach Abscheidung der auf 
Kopf imd Halsschild blau oder schwarz gefärbten Arten spaltet Weise 
den Gattungsrest nach der Form des Halsschildes in zw'ei Gruppen. Es 
ist nicht zu bezweifeln, dass diese Methode in praktischer Hinsicht, soweit 
es sich um die Bestimmung der zu jener Zeit bekannten Arten handelte, 
insbesondere auch mit Eücksicht auf das damals vorhandene, spärliche 
Material, ilii-en Zweck eii'üllte. Es muss aber auch zugegeben werden, dass 
durch die angenommene Spaltung einige Species (transsylvanica, frigida) 
von ihren engeren Verwandten losgerissen und in Beziehung zu Arten 
gebracht werden, die unter sich eine vollständig natürliche und abge- 
schlossene Gruppe bilden. Gegen eine gemeinsame Abtrennung der beiden 
sehr nahe verwandten Arten cyanescens Duft, und cyanipennis Kutsch, 
können Einwände wohl kaum erhoben werden. Die Versuche Jedoch, eine 
dritte, ebenfalls grösstenteils blaue Art, die bisher mit cyanescens identi- 
fizirt wurde, ihren engeren Verwandten näher zu bringen, bildeten die 
erste Veranlassung, mich eingehender mit der Gattung Crepidodera zu 
befassen. 

In der im folgenden in Vorschlag gebrachten Gruppen-Einteilung 
finden sich in zweiter Linie Unterschiede in der Bildung der Hautflügel 
verwendet. Obwohl bei einer Eeihe von Arten recht erhebliche individuelle 
Sclnvankungen beobachtet werden, gelingt es doch, bei zweckmässiger An- 
wendung der vorhandenen Differenzen, insbesondere unter Berücksichtigung 
des Geschlechtes, zwei gut umgrenzte, natürliche Gruppen aufzustellen. 
Es ist jedoch nur in einzelnen Fällen notwendig, zur Feststellung der 
Gruppe die Flügelbildung*) zu controliren; bei einiger üebung kann die 



*) Die Untersucliiuig- der Hautflügel kann ganz gefahrlos auch an trockenen 
SammluDgsexemplaren vorgenommeu werden. Zu diesem Zwecke hebt man mit 
einer starken Nadel die eine FUigeldecke sorgiältig, jedoch nur so weit in die Höhe, 
dass sie beim Entfernen der Nadel gerade noch in der klaffenden Stellung ver- 
bleibt. Nach beendeter Untersuchung kann die Decke durch einen leichten Druck 
wieder in die ursiirüngliche Lage verbracht werden. Nicht zu empfehlen aber ist 
es, die FUigeldeckcn zum Zwecke einer bequemeren Controle stärker als unbedingt 
nötig aufzuklappen, weil sie dann nicht mehr in die ursprüngliche Lage verbracht 
wurden können oder überhaupt abspringen. Es kommt bei voUstündig geflügelten 
Arten manehmal vor, dass bei do'r eben erwähnten Controle dcssbalb kehie FKigel 



240 Dr. Josef Daniel 

Zuweisung einer Art in die ihr entsprechende Gruppe ohne weitere Unter- 
suchung" nach ihrem Habitus erfolgen. 

Die dd der Crejndodera-Arten sind am leichtesten an den auffallend 
stark erweiterten Basalgliedern der Vorder- und Mitteltarsen kenntlich; 
auch das 1. Glied der Hintertarsen ist in der Eegel + verbreitert. Nur 
bei einer Art {nigritula Gyll.) sind die erwähnten Basalglieder (cf) weniger 
deutlich erweitert. Die Geschlechtsunterschiede in der Bildung des letzten 
Abdominalsternites (conf. Eef. 255) sind im wesentlichen dieselben, wie bei 
den anderen Halticiden, 

Der Penis ist im allgemeinen ziemlich gleichmässig ausgebildet und 
besteht aus einer hornartigen, + gebogenen Eölire, welche gegen das Ende 
zu verflacht und in eine Spitze ausgezogen ist. Die Sculptur seiner Unter- 
seite bietet häufig Anhaltspunkte zur Trennung nahe verwandter Ai'ten. 
Bemerkenswert ist, dass Foudras bereits vor über 40 Jahren den Penis 
der damals bekannten Crejndodera-Ai'ten unter dem Namen » Aedeagus « genau 
beschrieb. Diese Untersuchungen wurden aber weder von Kutschera, noch 
von Allard berücksichtigt, aucli Weise beschränkt sich in seiner Be- 
sclireibung der Penes nur auf die einfarbig rötlichgelben Species. 

Bei der ausserordentlichen Wandelbarkeit fast sämtlicher zur Unter- 
scheidung der Arten verwertbaren Merkmale ist es schwer, eine allen 
Ansprüchen gerecht werdende Bestimmungstabelle aufzustellen. Ich habe 
mich bemüht, in den folgenden Uebersichtstafeln auch die mir bekannt 
gewordenen Aberrationen zu berücksichtigen. Immerhin glaube ich, dass 
sich einzelne, abweichende Stücke noch finden werden, deren Bestimmung 
nicht so ohne weiteres möglich sein wird. In solclien Fällen ist es not- 
wendig, neben dem Studium der Einzelbeschreibungen die habituellen Eigen- 
tümliclikeiten der Gruppen und Arten, welche in einer Tabelle nicht gut 
zum Ausdruck gebracht werden können, zu beachten. 

Um den Umfang dieser Eevision etwas einzuschränken, habe ich die 
Beschreibung der Ai'ten im allgemeinen vergleichsweise dui'chgeführt und 
diejenigen Merkmale, welche zur Unterscheidung nicht herangezogen werden 
können, in der Eegel weggelassen. 

Unsere Ansichten über das gegenseitige Verhältnis von Subspecies, 
Varietät und Aberration befinden sich zur Zeit in einem Stadium der Ent- 
wicklung. Es ist gegenwärtig noch nicht möglich, sich definitiv einer 
bestimmten Eichtung anzuschliesseu. Von der Voraussetzung ausgehend, 
dass nicht alle Eassen als gleichwertig betrachtet werden können, habe 
ich die in meinen letzten Ai'beiten vertretenen Abstufungen beibelialten . 
Wie dort, bezeichne ich auch hier die Hauptrassen als Subspecies, die 
untergeordneten Eassen als Varietäten und die individuellen Abweichungen 
als Aberrationen. Es liegt in der Natur der Sache, dass diese Unter- 
abteilungen nicht unverrückbar gegen einander abgegrenzt sind. *) 



wahrgenommen werden, weil sie an die Unterseite der Decken angelegt 
oder angeklebt sind. In diesem Falle ist es nötig, die Hautflügel mit Hilfe 
einer Nadel abzulösen (event. aufzuweichen !) oder sich in anderer AVeise von deren 
Vorhandensein zu überzeugen. 

''') Häufig tritt dieselbe Form an der einen Localität als Varietät, an der an- 
deren als Aberration auf etc. Wir werden auch noch mit der Tatsache zu rechnen 



Revision der paläarktischeu Crepidodera- Äxten. 241 

Abgesehen von unserem eigenen reichhaltigen, fast ausschliesslich 
selbst gesammelten Materiale, liegt meinen Untersuchungen noch der ge- 
samte einschlägige Sammlungsbestand der zoologischen Museen von Buda- 
pest, Helsingfors, Petersburg, Sarajewo und Wien zu Grunde. Eine 
wesentliche Förderung meiner Arbeiten verdanke ich der Benützung einer 
Reihe hervorragender Privatsannnlungen. Ich entledige mich einer an- 
genehmen Pflicht, indem ich den Herren Custoden der genannten Museen, 
sowie den übrigen Herren Collegen für ihre freundliche Unterstützung 
meinen verbindlichsten Dank ausspreche. 

Uebersichtstabelle der Gruppen. *) 

1" Flügeldecken wie der übrige Körper, Oberlippe inbegriffen, röt- 
lichgelb ; Flügel vollständig entAvickelt, länger als die Decken ; 
Punkte der Deckenstreifen oft unregelmässig hinter- und neben- 
einander gereiht; Halsscliildbasis gerandet, sehr selten in der 
Mitte ungerandet. (Bewohner der Ebene resp. subalpinen Eegion.) 
Hierher die Verwandten der C. transversa, impressa und ferru- 
ginea 1. Gruppe. 

1' Flügeldecken metallisch oder sclnvarz '•'*); Oberlippe pechbraun 
bis scliAvarz (vergi. transsylvanica); Flügel vollständig entwickelt 
oder verkümmert; Deckenstreifen regelmässig punktirt (vergl. 
slmpUclpes); Halsschildl)asis in der Mitte ungerandet, sehr selten 
fein gerandet. (Hauptsächlich Bewohner der alpinen, selten der 
subalpinen Eegion, nur eine Art fast ausschliesslich der Ebene 
angehörig.) 

2" 09 vollständig geflügelt; Flügel so lang oder länger, ausnahms- 
weise (basalis) etwas kürzer als die Decken; dcS vollkommen 
geflügelt. 

3" Alle Schenkel, auch die Taster dunkel pechbraun Ins schwarz; 
Decken deutlich l»lau-, grün- etc. metallisch, sehr selten schwarz; 
Flügel der beiden Geschlechter im allgemeinen gleichmässig aus- 
gebildet. Hierher die mit C. femorata und Peirolerii verwandten 
Arten . 2. Gruppe 



haben, dass zwei niilie verwandte Formen innerhalb eines gewissen Gebietes bereits 
als Arten aufh-etcu, \^"äüreud sich innerhalb eines anderen Territoriums ihre spe- 
eifische Trennung noeh nicht endgültig vollzogen hat. Auf diese Weise würden wii- 
zu dem Begriffe der bedingten Art gelaDgen. 

*) Da die Bestimmimg einer C repidodera-Xyt nach den vorliegenden Taliellen, 
welche in erster Linie der natürlichen Verwandtschaft Kechumig tragen, immerhin 
eine gewisse Uebung erfordert, so habe ich versucht, am Schlüsse dieser Arbeit 
einen hauptsächlich praktischen Bedürfnissen entgegenkommenden Bestimmuugs- 
schlüssel zu entwerfen, in welchem allerdings sowohl die Verwandtschaftsverhält- 
nisse der Alten, als auch die nui' sehr selten vorkommenden Aberrationen ignoiirt 
werden mnssten. 

**) Ganz ausnahmsweise treten Exemplare der 3. und 4. Gruppe mit + 
röthchen oder kastanienbraunen Decken (Rufinos) auf; diese besitzen jedoch in der 
Regel eine pechbi'aune Obei'lippe oder nur Flügel nidimente etc. imd sind unschwer 
durch ihren Habitus von den Alten der 1. Uruppe zu trennen. 



242 Dr. Josef Daniel 

3' Entweder alle oder wenigstens die Vorder- und Mittelsclienkel, wie 
die Taster rötlichgelb ; Decken scliwarz, selten mit schwach metal- 
lischem Anflug; Flügel beim d stark gefaltet, im ausgebreiteten 
Zustand fast zweimal so lang als die Decken, beim 9 so lang 
als die Decken, in der hinteren Hälfte nur als schmales, meist 
zurückgeschlagenes (!) Band ausgebildet. Hierlier nur C. rhaetica 
und corpulenta 3. Gruppe. 

2' 99 nur mit Flügelstmnmeln, diese ungefähr hall) so lang als 
die Decken oder kürzer; cfcf bei der Mehrzahl der Arten gleich- 
falls halb- oder nahezu ungeflügelt. 

(Die vollständig geflügelten d cf besitzen im Gegensatze zu denjenigen 
der 3. Gruppe dunkle Taster oder bei bloss angedunkelten Tastern dunkle 
Hinter- imd angedunkelte Mittel- und Vorderschenkel.) 

4" Vorder- und Mitteltarsen des cf wie bei den vorhergehenden 
Gruppen normal: 1. Glied stark verbreitert, 2. Glied auffallend 
klein, dreieckig, 3. Glied so breit wie das erste, mithin Tarsen- 
^^^ ^ bildung bei beiden Geschlechtern wesent- 

lich differirend. (Nur alpine Arten, 
welche zwar in einigen Fällen in die 
Täler herabsteigen, jedoch nicht im . 
Flachlande vorkommen.) Hierher alle 
übrigen, bisher zu Grejndodera ge- 
zogenen Arten mit Ausschluss von 

C. nigritula 4. Gruppe. 

4' ' ' II Vorder- und Mitteltarsen beim cf nur 
4. Gruppe. 5. Gruppe. weuig erweitert, das 2. Glied zwar 
Linke (/ A'ordertar.se, kürzer Und ctwas schuiäler als das 1., 
jedoch nicht augenfällig in Form und 
Breite von den benachbarten Gliedern abweichend. Die betreffen- 
den Tarsen erscheinen somit, beim cf weniger gegliedert, mehr 
gleichbreit und von denjenigen des 9 nur unwesentlich ver- 
schieden. Hierher nur C. nigritula, eine kleine, auf der Ober- 
seite blaue oder schwärzliche Art mit ganz schmalen und kurzen 
Flügelstummeln, obsoletem Quereindruck des Halsschildes und 
hinter der Mitte versclnvindenden Deckensti'eifen (Bewohnerin der 
Ebene) 5. Gruppe. 



1. Gruppe. 

In dieser Gruppe sind sämtliche einfarbig rötlichgelben bis rotbraunen 
Arten mit ebenso gefärbter Oberlippe vereinigt. Sie besitzen vollständig 
ausgebildete Flügel, welche in der Regel viel, seltener nur wenig (ferru- 
glnea) länger als die Decken, am äussersten Ende zurückgeschlagen und 
bei beiden Geschlechtern gleichmässig oder nahezu gleichmässig ausgebildet 
sind. Im Gegensatze zu den Vertretern der übrigen Gruppen (vergl. 
^implicipes) sind hier bei der Mehrzahl der Species die Punkte der Decken- 
streifen nicht regelmässig hintereinander gereiht, und bei dem Eeste der 




Kevision der paläarktiscilen Crepidoclera- Aiten. 2.43 

Arten zeigt sich eine mehr oder minder deutliche Neigung zu einer un- 
regehnässigen Punktirung. Die Fühler sind im allgemeinen länger und 
sclilauker als bei den übrigen Species und die Basis des Halssclüldes ist 
fast ausnahmslos gerandet. 

Auffallenderweise gelingt es nicht, die Arten der 1. Gruppe, Avelche 
als eine zweifellos natürliche angesehen werden nniss, durch andere, als 
Färbuugsunterscliiede ^'on den übiigen Gruppen abzutrennen. Wenn nun 
auch bisher das Bedürfnis nach einem durchgreifenden, plastischen Merkmal 
nicht in den "S^ordergrund geti-eten ist, so würde uns ein solches gerade 
jetzt, wo einige Eufino's hochalpiner Arten bekannt geworden sind, sehr 
willkommen sein. 

Bei manchen Arten (transversa ferruginea etc.) ti'eten ab und zu an 
einzelnen Körperteilen dunklei-e bis schwarze Färbungen auf. Wir haben 
es hier offenbar nicht mit Aberrationen, sondern mit blossen Missfärbungen 
zu tun, da diese Flecken ganz regellos und meist unsymmetrisch verteilt 
angeordnet sind. 

Die gegenseitige, nahe Verwandtschaft der Arten der 1. Gruppe und' 
ihre Neigung zur Bildung von Sculpturvariationen bringt es mit sich, dass 
es nur schwer gelingt, dieselben in den Ealimen einer Bestimmungstabelle 
zu pressen; wegen des Fehlens schärferer Gegensätze bin ich auch von 
der üblichen Form etwas abgewichen, indem in der folgenden Uebersicht 
bei 2 Artengi'uppen je 3 Arten einander gegenübergestellt erscheinen. 

1" Die ersten 5 — 6 Deckenstreifen unregelmässig punktirt, die Punkte 
z. T. verdoppelt, unregelmässig hhitereinander gestellt oder die 
Decken ganz verworren punktii't. Letztere selten mit fast regel- 
mässig punktirten Streifen, dann aber die Halsschildseiten ver- 
hältnismässig dick gerandet. Grössere Arten (4 — 6 mm) mit 
deutlich vortretenden Schultern und häufig Avinkelig oder zahn- 
artig nach aussen tretendem Vorderwinkel des Halsschildes. 

2" Fühler, Hinterschenkel und Tarsen einfarbig rötlichgelb; Quer- 
eindruck des Halsschildes + tief. Deckenstreifen + deutlich, nur 
ausnahmsweise nahezu geschwunden. 

?>'" Basaler Quereindruck des Halsschildes ziemlich seicht, Seiten, 
wenigstens beim <S , dick gerandet, Halsschild 1^/4 — iVamal so 
lireit als lang, seitlich nur wenig gerundet, nach voi'n und rück- 
wärts nur massig verengt, vor den Hinterwinkeln wohl schwach 
ausgeschweift, doch nicht herzförmig erscheinend. Scheibe massig 
gewölbt, fast durchgängig mit verhältnismässig groben Punkten 
besetzt; Punkte der Deckenstreifen stark, letztere einander + 
genähert. Schulterbeule sehr deutlich durch grobe Deckenpunkte 
abgesetzt; Vorderwinkel des Halsschildes meist winkelig oder 
zahnartig ausgebildet. Apicalteil des Penis (Profil) durchaus 
gerade. Basalteil (Unterseite) sehr flach concav, eben erscheinend; 
4 — 5, selten 3,5 mm. — Fast ganz Europa, Kaukasus 

transversa Marsh. 

3" Quereindruck massig tief, dem Hinterrand mehr genähert; Seiten- 
rand des Halsschildes feiner; letzterer 1 '/a bis l'V-imal so breit 



244 Dr. Josef Daniel 

als lang, seitlich in der Mitte stark gerundet, nach vorn und 
rückwärts stärker verengt, breit herzförmig erscheinend ; Scheibe 
stärker gewölbt, nur schwach und zerstreut punktirt, Vorder- 
winkel nicht zahnförmig, verrundet; Schulterbeule zwar deutlich 
vorhanden, doch weniger tief abgesetzt; Punkte der Decken- 
streifen fein und seicht. Penis mit leicht nach abwärts ge- 
bogenem Apicalteil (Profil), basale Hälfte (Unterseite) stark convex; 
4 — 5 mm. — Mittelitalien brevicollis m. 

3' Quei'eindruck tief eingegraben, wie bei transversa gelegen, Seiten- 
rand des Halsschildes fein; dieser 1^* — iVämal so breit als 
lang, seitlich nur massig gerundet, nach vorne und rückwärts 
nur schwach verengt, mehr viereckig erscheinend; Scheibe stark 
gewölbt, glatt oder nur sehr fein punktirt; Seitenrand an dem 
Vorderwinkel fast ausnahmslos zahnartig nach aussen tretend; 
Schulterbeule zwai- sehr deutlich ausgebildet, jedoch nicht odei- 
kaum abgesetzt. Punktreihen der Decken feiner, in der Regel 
einander nicht genähert, selten Decken ganz verworren punk- 
tirt. Penis mit deutlich nach abwärts gebogenem Apical- 
teil, jedoch mit flacher (Unterseite), + gefurchter Basalhälfte. 
4 — 5,5 mm. - — Mittelmeerländer inipressa F. 

2' Fühler vom 5. Glied ab dunkelbraun bis schwärzlicli, Hinter- 
schenkel und Tarsen meist ebenso gefärbt ; Quereindruck des Hals- 
schildes sein- seicht, nur durcli eine leicht vertiefte Linie mai'kirt. 
Deckenstreifen wegen der verwoi'renen Punktirung nur schwer 
oder nicht nachweisbar. Grösste Art der Gattung (5 — 6 mm). — 
Annirländer, Japan obscuritarsis Motsch. 

1' Decken mit regelmässigen, seltener mit + unregelmässig oder 
doppeltpunktirten Streifen, dann aber der Seitenrand des Hals- 
schildes fein ausgebildet. Durchschnittlich kleinere (3—4 nnn) 
Arten mit nicht zahnartig, höchstens schwach winkelig ausgebil- 
deten, in der Eegel aber verrundeten Voi'dei'winkeln des Hals- 
schildes. 

4l"' Gestrecktere, schlanke Art vom Habitus der transversa mit deut- 
lich abgesetzter Schulterbeule. Halsschild + punktirt, nach vorne 
und rückwäi'ts gleichmässig, in der Regel ziemlich stark verengt, 
vor den Hinterwinkeln ausgeschweift; Längsfalten mehr nach 
aussen gei'ückt, nach voi-ne stäi'kei' divergirend; l)asaler Quei'- 
eindruck + tief, dem Hinterrande melir genähert. Decken meist 
aulJallend grob punktirt, vielfach mit überzähligen Punkten in 
den Streifen, selten ganz unregelmässig punktirt. Zwischen- 
räume schmal, gewölbt. Penis lang und schlank, deutlich löffei- 
förmig, mit nach abwärts gebogenem Apicalteil. — Nord- und 
Mittelrussland, nördliches Schweden, Sibirien, Turkestan, Amur- 
länder etc interpunctata Motsch. 

4" AVeniger gestreckte Art, im Habitus sich mehr dei- ferruginea 
nähernd, mit undeutlicli abgesetzter Scluilterbeule ; Halsscliild 
nach vorne und rückwärts ziemlich gleichmässig, aber scliwäclier 



Revision der paläarktischen Crepidoderakvteü. 245 

verengt, vor den Hinterwinkeln meist + ausgeschweift ; Scheibe 
spiegelglatt erscheinend, selten fein punktirt; basaler Quer- 
eindruck tief und scharf, Eauni hinter demselben nicht punktirt; 
Zwischenräume der Decken flacher, ziemlich breit. Deckenstreifen 
regelmässig punktirt; auch die $ 9 verhältnismässig wenig ge- 
di'ungen. Penis lang, weniger schlank, schwach deutlich löffel- 
förniig mit geradem, nicht abwärts gebogenem Apicalteil (vgl. 
subsp. Mspanica m.). — Frankreich, Spanien, Italien, Ungarn, 
Bosnien, Südrussland, Kaukasus etc. . . . crassicornis Fald. 
4' Gedrungenste Art mit undeutlich oder gar nicht abgesetzter 
Schulterbeule; Halsschild nach vorne mehr, nach rückwärts nur 
wenig oder gar nicht verengt, vor den Hinterwinkeln nicht, sehr 
selten ganz schwach ausgeschweift; basaler Quereindruck seicht, 
Eaum hinter demselben und Scheibe deutlich, manchmal runzlig 
punktirt; Längsfalten verhältnismässig weit vom Seitenrand 
entfernt, auf der Basis senkrecht stehend, mithin nahezu parallel. 
Deckenstreifen fast durchgängig regelmässig punktirt, Zwischen- 
räume flach gewölbt. Penis kürzer, nicht löflelförmig ausge- 
bildet, Apicalteil nach abwärts gebogen. — Europa, Kaukasus, 
Kleinasien ferruginea Scop. 

Crepidodera transversa Marsh. 

Diese Art dürfte zu Verwechslungen kaum Anlass geben. Ihre Gi'össe 
schwankt im allgemeinen zwischen 4 und 5 mm, doch kommen ausnahms- 
weise auch Stücke von nur J^,5 mm Länge vor. Die Färbung ist in der 
Regel rotgelb bis hell kastanienbraun, häufig finden sich auch ausgefärbte, 
blassgelbe Stücke. Während das gestrecktere c? einen nur wenig queren 
Halsscliild, der im allgemeinen so breit als die Decken ist, besitzt, er- 
scheint das 9 breiter und plumper gebaut, sein Halsschild ist deutlich 
schmäler als die Decken und um die Hälfte breiter als lang. Der Thorax 
ist etwas vor der Mitte am breitesten, nach vorne und rückwärts fast 
gleichmässig stark verengt und vor den Hinterwinkeln leicht ausgeschweift, 
der Seitenrand, neben welchem eine meist deutliche, ausgebildete Rinne 
läuft, ist, wenigstens beim d, auffallend dick und am vorderen Borsten- 
]junkt unmittelbar hinter den eigentlichen Vorderecken fast immei- deut- 
lich Avinkelig oder zahnartig nach aussen gerückt. Die Querfurche vor 
dei- Halsschildbasis ist nur massig tief und niemals scharf eingegraben. 
Der mittlere Teil der Scheibe, die Querfurche und der Raum liinter der- 
selben sehr deutlich, oft vei'hältnismässig grob punktirt. Deckenstreifen 
etwas unregehnässig, meist stark punktirt, die Reihen aus neben- und 
hintereinander stehenden Punkten zusammengesetzt, welche hinter der Mitte 
feiner werden und hier die reihenweise Anordnung zumeist nur mehr un- 
deutlich erkennen lassen. Schulterbeule bei beiden Geschlechtern sehr deut- 
lich, durch eine grobe Punktreihe abgesetzt und gehoben. Das letzte 
Abdominalsternit des cf besitzt eine feine, meist angedunkelte, glatte Längs- 
rinne und ist vor dem Hinterrand ziemlich tief eingedrückt. Die Flügel 
sind bei beiden Geschlechtern 1^/2 — 2 mal so lang als die Decken. 



246; 



Dr. Josef Daniel 




Fig. 2. 
Penis von C. transversa 
Maish. 



Der Penis ist nicht viel kürzer als der Hinterleib, im Profil be- 
trachtet, nur an der Basis etwas gebogen, sonst durchaus gerade. Bei 
der Ansicht von unten erscheinen die Seiten fast 
parallel, im letzten Sechstel sehr schwach erweitert, 
dann wieder gerundet zugespitzt. Der matter sculp- 
tirte Eindruck (a) der Unterseite bis zur Mitte 
reichend, massig tief, vorne verflacht, gegen den 
glatten, glänzenden Basalteil (b) nicht vollständig 
deutlich abgegrenzt, . kurz vor dem Uebergang mit 
einer tieferen, kleinen Grube (c). Der glatte Basal- 
teil (b), besonders im vorderen Teile breit und flach 
eingedrückt, so dass die Ränder nur wenig erhaben 
hervortreten (d). Unter allen Crepidodera-Arten hat 
der Penis der transversa nur mit demjenigen der 
crassicornis Fald. Aelmlichkeit. 

C. transversa ist über ganz Europa und den 
Kaukasus verbreitet. Aussereuropäische Stücke sind 
mii' noch nicht bekannt geworden. 

Von Varietäten und Aberrationen scheinen mir 
folgende erwähnenswert : 
Die Form mit nicht winkelig oder zahnartig vorstehenden, sondern 
abgerundeten Vorderwinkeln des Halsschildes kommt in der Regel local, 
doch auch einzeln unter der Stammform vor. 

Exemplare mit fast regelmässig punktirten Deckenstreifen scheinen 
selten zu sein und nur dem cf Geschlecht anzugehören (Bayern, Mittel- 
italien); kleinere Stücke dieser Form könnten mit interpundata verwechselt 
werden, sind aber von dieser leicht durch den dicken Halsschildseitenrand, 
den Penis etc. zu unterscheiden. 

Südliche Stücke sind in der Regel grösser und kräftiger gebaut und 
unregelmässiger punktirt. Die extremste Form besitzen wir von der Sierra 
Nevada (P. Plateria 18. 7. 1894, Korb); sie ist hellkastanienbraun und 
etwas matter als die Stammform, die tieferen Punkte des Halsschildes und 
der Decken stehen gedrängter, letztere auch beim cf sehr unregelmässig, 
■beim 9 fast ganz verworren punktirt, wenigstens sind die Reihen strecken- 
weise nicht mehr nachweisbar. Stücke aus dem centralen Spanien, au.s 
Portugal und Südfrankreich bilden Uebergänge zur Stammform. 

Recht bemei'kenswert erscheint mir eine melanotische Form (trans- 
versa nielancholica m.'='), welche offenbar nicht den schon besprochenen 
Missfärbungen zuzurechnen ist. Ich vermute,' dass diese Aberration sich ab 
und zu, ähnlich wie die Rufinos der anderen Gruppen, unter der Stamm- 
form finden wird. Halsschild ganz schwarz, Kopf dunkelpechbraun. Decken 
dunkelrotbraun, mit grossem, bis hinter die Mitte i'eichendem und beidei'- 
.seits die 3 ersten Zwischenräume einnehmendem, dunkelbraunem Scutellar- 
Heck, der allmählicli in die Färbung der Decken übergeht. Füliler rot- 
braun, mit dunklerem 2. bis 6. Glied, Taster hell rötlichgelb, Beine 



*) Zu diu.ser Form wären auch Exemplare mit ganz scliwarzen Flügeldecken 
zu stellen. 



llevisiou dei' paläarktischeu- Crepidodera-kvteil. 



247 



tlimkelrotbraun, Unterseite des Halsscliüdes, Kopfes und der Brust grössten- 
teils schwarz, Bauch rotbraun. Mir liegt ein 9 aus Bosnien (Travnik, 
Brandis) mit etwas schmal gerandeten Halsschildseiten aus der Sammlung 
des Wiener Hofmuseums vor. Von derselben Localität auch ein normal 
gefärbtes Exemplar. 



Crepidodera impressa F. 

Obwohl diese Art an ihrem Habitus fast stets ohne Schwierigkeit 
erkannt wird, so ist sie doch wegen ihrer variablen Sculptur in Tabellen- 
form von transversa nicht immer genügend scharf zu trennen. Bei einer 
Länge von 4 — 5,5 mm gleicht sie den grössten Exemplaren der vorigen 
Art, ist jedoch mehr rostrot oder castanienbraun gefärbt. Das c? ist 
etwas breiter gebaut als bei transversa und nähert sich in der Körperform 
mehr dem 9 der letzteren Art. Im übrigen sind die beiden Geschlechter 
der impressa mehr übereinstimmend gebaut. Der Halsschild ist ähnlich 
•wie bei transversa gebildet, nach rückwärts jedoch eine Spur weniger 
verengt, somit mehr viereckig erscheinend. Der Seitenrand ist wesentlich 
feiner als bei transversa, jedoch im Verhältnis zu ferruglnea immerhin 
noch massig dick ausgebildet und tritt am vorderen Borstenpunkt bis auf 
ganz geringe Ausnahmen (s. unten) stets sehr deutlich zahnförmig nach 
aussen. Der Quereindruck vor der Halsschildbasis ist tiefer und schärfer 
eingegraben, die Scheibe vor demselben stärker gewölbt, nur äusserst fein 
punktulirt, glatt erscheinend. Die Schultern der impressa sind zwar sehr 
deutlich ausgebildet, die Schulterbeulen jedoch in beiden Geschlechtern durch 
die entsprechende Punktreihe nicht oder wesentlich undeutlicher abgesetzt 
als bei transversa. Die Deckenstreifen sind ähnlich unregelmässig wie 
bei letzterer Art, doch feiner, seichter und dichter punktirt, in der Regel 
durch breitere Zwischenräume von einander getrennt. 
Das letzte Abdoniinalsternit (d") ohne feine, dunkle 
Längsrinne, vor dem Hinterrand schwächer einge- 
drückt als bei transversa. Die Flügel sind wie bei 
der verglichenen Art ausgebildet. 

Der Penis der typischen impressa ist wesentlich 
kürzer als bei transversa, nach hinten schwach diver- 
girend und vor der Spitze ziemlich stark löffelartig 
verbreitert; der etwas matt sculptirte Eindruck der 
Unterseite in der Regel bis zur Mitte der Penislänge 
reichend, nach hinten zugespitzt und nicht immer 
deutlich vom glänzenden Basalteil abgesetzt, der in 
der Mitte + stark gefurcht ist. Ln Profil betrachtet 
erscheint der Apicalteil schwach nach abwärts gebogen. 

Crepnd. impressa ist hauptsächlich über die Mittel- 
meerländer verbreitet. Ich konnte Stücke von Nord- 
afi'ika, Spanien, den Balearen, Süd- und Mittelitalien, Sardinien, Südfrank- 
reich, Istrien, Dalmatien, Griechenland, Kreta, Korfu, Syrien etc. ver- 
gleichen. Aus Deutschland erhielt ich nur 1 Stück (9) zugesandt (coli. 
V. Haupt), welches bei Moritzburg (Dresden) gesammelt wurde. Auch 




Fig., ?,. 
Penis von C. >mpresi<a F. 



248 



Dr. Josef Daniel 



aus Ungarn (Grerebencz) sah ich 1 Exemplar des K. Ung. National- 
museums. An vielen Localitäten findet sich impressa neben transversa. 
Die Variationstendenzen der Crep. impressa Yhr. beschränken sich 
fast ausschliesslich auf die Sculptur. Während die europäischen Stücke von 
der oben gegebenen Charakteristik kaum abweichen, sind in Nordafrika 
Exemplare mit stärkerer oder verworrener Punktirung der Decken keine 
Seltenheit. Bei der Bestimmung solch' aberranter Stücke kann mit Vor- 
teil die Bildung der Halsschildquerfurche, unter Umständen auch die Penis- 
form benützt werden. 

Crepid. peregrina Har. (Col. Hefte 13., 1 85 ; 1875) =r Crepid. laevigata 
Foudr. (non Fabr., welche eine Aphthona ist) wurde nach einem einzelnen, 
aus Bona stammenden 9 beschrieben. Die Decken sollen sehr unregelmässig 
und so fein punktulirt sein, dass die Punkte nur mit Hilfe einer starken 
Lupe nachgewiesen werden können.*) Mir liegen einige Stücke aus Bona 
vor, welche in der Tat ganz unregelmässig und, wenigstens im weiblichen 
Geschlechte, fein punktirt sind. Auf diese Stücke beziehe ich peregrina 
Har. Das cf dieser Form, welche ich als Subspecies von impressa be- 
trachte, weicht auch in der Bildung des Penis wesentlich von der 
Stammform ab. Ei' ist länger, fast so lang als bei transversa, mehr 
parallelseitig und vor der Spitze weniger breit löffelartig erweitert. Der 
flache Eindruck der Unterseite erreicht fast die Mitte, ist aber gegen 
den Basalteil nicht nahtartig abgeti'ennt, sondern geht allmählich in den- 
selben über. Die seichte Furche, welche sich bei impressa am Ende des 
erwähnten Eindruckes befindet, ist bei peregrina in 
ein grösseres, glattes Grübchen umgewandelt. Der 
glatte Basalteil (Unterseite) ist der Länge nach breit, 
aber flach eingedrückt, so dass die Eänder, ähnlich 
wie bei transversa, leicht gehoben erscheinen. Sonst 
wäre noch zu bemerken, dass das letzte Abdominal- 
sternit beim cf der peregrina, wenigstens bei den 
von mir untersuchten Stücken, in der Mitte der 
Länge nach von einer feinen, dunklen Linie durcli- 
zogen ist. 

Als Crepid. impressa j^cregrina möchte ich somit 
diejenigen Stücke der nordafiikanischen impressa mit 
verworrener Deckensculptur bezeichnen, deren cfd* 
die oben beschriebenen Penisdifferenzen aufweisen. 
Während die 9 9 dieser Form in der Regel ziemlich 
fein, oft sogar sehr fein punktirt sind, zeigen die cf cf 
häufig eine für unsere Art ziemlich auffallend starke 
Punktirung. Es ist nicht unwahrsclieinlich, dass 
pieregrina, später von impressa specifisch abzutrennen sein wird; wenigstens 
kommen auf Grund der Untersuchung eines allerdings nicht ganz verlässiger 




Fig. 4. 

Penis von V. impreitm 

peregrina. Har. 



*) Diese Angabe beruht zweifellos auf einer starken Uebertreibung. Bedel, 
der die Type der Crepidodera laevigata Foudr. (Coli. Aube) durch Vermittlung 
Leveille's vergleichen konnte, ei'ldärt die Foud ras 'sehe Art als synonym mit 
impressa Fabr. (L'Abeille 28., 156). 



Revision der palitarktisclien Crepidodera-Arten. 249 

Quelle entstammenden Materials peregrina und impressa bei Bona neben- 
einander vor. 

Auch Crep. impressa findet sich, wie schon bemerkt, in Nordafrika 
nicht selten mit + verworren punktirten Decken, ohne in der Penisform 
von der typischen Form abzuweichen. Solche Stücke waren in älteren 
Sammlungen öfter unter dem Namen expansa Reitt. i. lit. eingereiht. 
Andererseits sei noch darauf hingewiesen, dass auch der Penis europäischer 
impressa, wenigstens in Bezug auf die relative Länge, je nach der Pro- 
venienz geringen Schwankungen unterworfen ist. 

Crepid. impressa peregrina konnte ich bisher von folgenden Locali- 
täten sicher nachweisen : 

Bona (Algerien), Petersburger Mus. Philippeville (Algerien), Coli. Stau- 

ÄiiiDraham 1893 (Tunis), Dr. Normaud. dinger, 

ElFeidjaT. 1900(Tunis), Dr. Normand. S. Antoine (Algerien), Coli. Staudinger. 

Unter dem von Custos Apfelbeck eingesandten Materiale des bos- 
uisch-herzegowinischen Landesmuseums befanden sich 3 Stücke 
einer ziemlich auffallenden Passe der Crep. impressa von Burgas. Diese 
Form (hnjjressa ohtnsangula m.) ist blass gelblich gefärbt, die Hals- 
scliildscheibe ziemlich dicht, ähnlich wie bei transversa punktirt und der 
Seitenrand des Halsschildes tritt am vorderen Porenpunkt nicht zahnartig, 
sondern nur schwach winkelig nach aussen. Von dieser Localrasse, deren 
Penis demjenigen der Stammform entspricht, sah ich auch in älteren 
Sammlungen mehrere von Tieffenbach gesammelte Stücke aus Grriechen- 
land, welche als transversa bestimmt waren. Die Punktirung der Decken 
ist fein und stimmt in ihrer Anlage mit derjenigen der impressa überein. 

Crepid. marginicollis Küst. (Kiif. Eui'. 15., 92; 1848) mit fein schwarz ge- 
säumten Seiten- ujid Hinterrand des Halsschildes aus Spalato ist bisher noch nicht 
mit Sicherheit gedeutet. Die französischen Monographen stellen sie zu. ferriiginea ; 
Weise (Ins. Deutsch. 6., 705) befürwortet ihre Einreihung bei impressa (tief 
rostrote, fast blutrote Färbung, glatte Halsschildscheibe), (jegen diese Yereinig-ung 
würden hauptsächlich der Mangel einer zahnartigen Ecke an den Vorder winkeln, 
die einfachen Punktstreifen, vielleicht auch das Vorhandensein einer sta]'k ent- 
wickelten Schlüterbreite und der Umstand sprechen, dass Küster diese Art nicht 
mit seiner rafa, welche doch sicher identisch mit impressa ist, vergleicht. Ich 
)>in daher geneigt, der dunklen Färbung weniger Gewicht beizulegen, da eine solche 
auch bei anderen Arten, wenn sie in schlechtem Spiritus getijtet wurden, beobachtet 
werden kann, und lieti'achte marginicollis Küst. als eine transversa mit unpunk- 
tirter Halsschildscheibe und einfachen Punktreihen. Audi das Auftreten schwarzer 
iiänder wurde bei transversa schon wiederholt, bei impressa, wenigstens von 
meiner Seite, noch nie constatirt. 

Meine Bemühungen, die Type zu erlangen, waren erfolglos. Die Küster- 
schen Typen scheinen nicht mi'hr eruirbar zu sehi. 

Crejn ff Odern brevicollis nov. spec. 

Cr. impressae F. slmilis, ovata, convexa, nitida, rufotestacea, suhtus 
maximam partem infuscata: pjronoto transversa, convexo, longitudine l'/s — iV^ 
latiore, laferihns medio fortiter rotmidaio, antrorsum retrorsumque siibaeqim- 
liter (fortius ut in Cr. impiressa F. et transversa Marsh.) angnstato, 
ante angulos posticos suhpromimdos sinuato, in disco suhtiliter disperse 
Xjunctato, hasi ohtuse rotnndato et medio suhtilissime marginato, apice truncato 

17 



250 i>r. Josef Daniel 

et ufrinque lobatim producta, impressione transversa modice profunda, basi 
approximata, mediocriter punctata, sulculis longitudinaUhus acutis, antrorsum 
vix diver gentihus, margine laterali subtili, in ipso angulo antico setifero 
toriformiter incrassato; elytris latitudine sesquilongioribus, thorace latioribus, 
subtiliter subseriatim, in 3 " parte apicali .subtilissime irregidariter punctatis, 
interstitiis planis, humeris . bene expressis, callo humerali subdeterminato ; 
aus bene evolutis, coleoptera saperantibus. 

(f : Angustior, postice acuminatus, tubercidis frontalibus modice con- 
vexis, postice confusis, elytris pronoto minus latioribus, magis regulariter 
seriato-punctatis, articido 1° tarsorum anficorum mediorumque fortiter, posti- 
corum minus dilatato. 

9; Corpidenta, tuberculis frontalibus convexioribus, joostice separatis, 
elytris pronoto midto latioribus, apice conjimctim subrotundatis, tarsis omnibus 
simplicibus. 

Long.: 4 — 5 mm, lat.: 2 — 2,5 mm. 

Patria: Italia centralis. 

Wenn man von der Gestalt des Halsschildes absieht, so könnte die 
neue Art in mancher Beziehung als eine Zwischenform von transversa zu 
impressa bezeichnet werden. 

Crep. brevicollis ist kürzer gebaut als transversa, im cf Geschlecht 
nach rückwärts deutlicher zugespitzt und sofort an dem auffallend breiten, 
gewölbten, an den Seiten stärker gerundeten Halsschild zu erkennen. Die 
Verengung desselben nach vorne und rückwärts ist zwar eine gleichmässige, 
im Verhältnis zur verglichenen Art jedoch eine wesentlich beträchtlichere. 
Infolge einer deutlichen Einschnürung vor den Hinterecken erscheint der 
Halsscliild der brevicollis im Verhältnis zu demjenigen der verwandten Arten 
bi'eit herzförmig und erinnert, obwohl wesentlich kürzer, an den Thorax 
der femorata Gyll. Die neue Art entfernt sich ausserdem noch von trans- 
versa durch viel feiner gerandete Halsschildseiten, etwas weiter vorgezogene 
Vorderecken (Seitenrand am vorderen Porenpunkt nur gerundet nach aussen 
tretend), etwas tieferen, dem Hinterrande mehr genäherten Quereindruck 
und feinere Punktirung desselben, sowie der Scheibe. Die kürzeren Decken 
sind an den Seiten mehr gerundet, besitzen zwar deutlich ausgebildete 
Schultern, jedoch nur massig stark abgesetzte Schulterbeulen. Die Anlage 
der Punkte der Deckenstreifen ist im allgemeinen dieselbe, wie bei trans- 
versa, doch sind bei brevicollis die Punkte wesentlich feiner und seichter, 
im letzten Drittel nur äusserst schwach und verworren. Aehnlich wie bei 
der verglichenen Ai't ist auch hier die Punktirung beim 9 eine unregel- 
mässigere. 

Von impressa, welcher brevicollis wegen der feineren Deckenpunktirung 
und des schmäleren Thoraxseitenrandes näher steht, hauptsächlich durch die 
Form des Halsschildes verschieden. Da sich impressa schon von transversa 
durch nach i'ückwärts etwas weniger verengten Halsschild unterscheidet, 
sind selbstverständlich die oben angeführten Unterschiede bei einem Ver- 
gleiche von brevicollis mit impressa noch auffallender. Sonst wäre noch 
hervorzuheben, dass sich die neue Art von impressa durch weniger tiefen, 
dem Hinterrand mehr genäherten Quereindruck, im allgemeinen auch durch 



Äevisiou dei' paliiarktisoheü CrepidoderaAvtetl. 



251 



niclit zalmartig vortretende Vorderwinkel, deutliche Piinktii'ung- der Thorax- 
sclieibe, merklicher abgesetzte Schulterbeule, sowie feiner punktirte Decken- 
streifen unterscheidet. 

In der Form des Penis weicht brevicoUis von allen Arten der ersten 
(rruppe auffallend ab. Er entspricht in der Länge demjenigen der im- 
pressa, auch ist der Apicalteil (Profil) leicht nach abwärts 
gebogen. Bei der Ansicht von oben ist eine deutliche 
zweimalige leichte Verengung bemerkbar; der matte, 
fiache Eindruck der Unterseite reicht etwa bis zur 
Mitte; im hinteren, abgeflachten Teile der Aushöhlung 
befindet sich kiu'z vor der Spitze des Penis, ein deut- 
liches, ziemlich tiefes Grübchen. Der augenfälligste 
Unterschied liegt in der Form des glatten Basalteiles 
der Unterseite. Während derselbe bei den übrigen 
Arten verflacht oder in der Mitte leicht vertieft ist, 
erscheint er bei brevicoUis infolge des erwähnten seit- 
lichen Eindruckes stark convex, in der Mitte fast grat- 
artig erhöht und ist von einer ziemlich scharfen, linien- 
artigen Furche durchzogen. 

Ich konnte bisher niu* ein Pärchen dieser Art aus 
der Provinz Umbria (Grubbio 8. 1890, Bensa) der Coli. 
Solari vergleichen, zweifle aber nicht, dass Crep. brevi- 
coUis in Italien weiter verbreitet ist und bisher nui- mit impressa verwechselt 
Amrde. An der bezeichneten Localität wurde auch transversa und im- 
pressa in typischen Stücken in Mehrzahl aufgefunden. 




Fig. 5. 
Penis von C. brevi- 
coUis m. 



Crepidodera obscuritarsis Motsch, 

Diese seltene und zugleich grösste Art (5—6 mm) dei' G-attung ent- 
fernt sich schon durch ihre eigentümliche Färbung von allen übrigen Ver- 
wandten. Bei ausgefärbten Stücken sind die Fühler vom 5. Gliede ab, 
die Tarsen, die Spitze der Hinterschenkel, sowie die Schienen stark an- 
gedunkelt, meist schwärzlich. Bei weniger ausgefärbten resp. uni'eifen 
Exemplaren sind diese Färbungsdiiferenzen an den 
Beinen minder deutlich, an den Fühlern indes immer 
erkennbar. Die Oberlippe bleibt rötlich. Sonst ist 
obscuritarsis niu' mit impressa in Beziehung zu 
Ijringen, die Gresamtfärbung ist aber gelblich, der 
Halsscliild ist verhältnismässig kleiner und weniger 
breit, nach vorne mehr als nach rückwärts verengt. 
Seiten vor den Hinterwinkeln deutflch ausgeschweift, 
diese spitz nach aussen tretend. Meist ist die Basis 
des Haischildes so breit als die Mitte, selten etwas 
schmäler. Der massig dicke Seitenrand tritt am 
vorderen Borstenpunkt weniger deutlich nach aussen 
als bei impressa. Sehr charakteristisch für obscuri- 
tarsis ist der auffallend seichte, nur durch eine 
schwach vertiefte, unpunktirte Linie markirte Quer- 




Fig. 6. 
Penis von C. obscuri- 
tarsis Motsch. 



IV 



202 i>i. Josef Daniel 

eindruck voi* der Halsschildbasis, gegen welchen die ohnehin schwach ge- 
wölbte, äusserst fein punktirte Scheibe fast gar nicht abfällt; die tiefen 
Längsfalten sind etwas weiter nach aussen gerückt als bei impressa; die 
Basis des Halsschildes ist nur um die Hinterwinkel gerandet. Die Schultern 
treten deutlich hervor, die Schulterbeulen sind jedoch kaum abgesetzt. 
Decken im allgemeinen massig dicht, etwas ungleich und wenig tief punk- 
tirt, Streifen nur schwer, höchstens in der Nähe der Schulter und an den 
Seiten erkennbar. Letztes x\bdominalsternit des d mit feiner dunkler 
Längsrinne. 

Der Penis ähnelt dem der impressa und ist ebenfalls vor der Spitze 
deutlich löffeiförmig erweitert, unterscheidet sich aber leicht dui'ch seine 
auffallende starke Krümmung (Profil). 

Grep. ohseuritarsis ist vom Amur (zwischen Schilka und Nikolajewsk) 
beschrieben. Ich konnte eine Reihe älterer Stücke des Petersburger Museums 
vergleichen : 

Burejagebirge (Ostsibirii'n)185S, ßaddo. FhissMmigugaja (Südussuri) 1894, Chri- 

Dauria m., Rybakow. stinitscb. 

Amur, M a a c k. Fluss Suyfuii 10.— IG. G. 1S70, P u t z i 1 u i. 

Chingau (CJssuri), Kaddo. llakodate (Yosso, iiöi'dl. Jap.), Albrcclit. 

Orepidodera fervugmea Scop. 

Von den bereits bespi'ochenen Arten ist ferruglnea durch gei'ingere 
Körpergrösse (3 — 4 mm), gedrungenere Gestalt, regelmässige oder fast 
regelmässige Punktreihen der Decken, weniger entwickelte Schultern, fast 
gar nicht abgesetzte Schulterbeule und, wenn man von der ganz ab- 
weichenden brevicollis m. absieht, auch durch breiteren Halsschild ver- 
schieden. Schwieriger gelingt die Trennung von den beiden folgenden 
Arten. Da Crep. ferruglnea einige Neigung zur Bildung von Sculptur- 
und Formvarietäten besitzt, halte ich es für angezeigt, zuerst die typische 
Form kurz zu charakterisiren : 

Gedrungen, verhältnismässig kurz eiförmig, Stirnhöcker flach, an der 
Basis breit verschmolzen, Halsschild deutlich breiter als lang, ziemlich 
viereckig erscheinend, in der Mitte nur massig gerundet, nach vorne etwas 
mehr als nach rückwärts verengt; Seitenrand fein, am vorderen Borsten- 
punkt nur leicht gebogen nach aussen tretend und wieder verrundet in 
den Vorderrand übergehend, selten an dieser Stelle einen leichten Winkel 
bildend, jedoch nie zahnartig nach aussen gerichtet. Halsschild vor den 
Hinterwinkeln nicht ausgeschweift, nach rückwärts nur wenig, fast gerad- 
linig verengt, so dass Seiten- und Hinterrand unter einem wenig von 90 " 
differirenden, stumpfen Winkel zusammentreffen; Quereindruck vor der 
Halsschildbasis nur als seichte Furche markirt, nicht linienartig eingegraben, 
sondern als eine schmale, schwach vertiefte Fläche gekennzeichnet, Wölbung 
der Scheibe vor dieser Furche nur massig, Längsfalten tief, verhältnis- 
mässig wenig dem Aussenrande genähert und nicht oder kaum nach vorne 
divergirend. Scheibe + stark punktirt, öfter schwach runzelig erscheinend, 
Quereindruck besonders ai^ den Enden grob, Eaum hinter demselben 



Revision der paläarktisclien Crepidodera- Xiten. 



253 




Fig. 7. 

Penis von C. J'crriiy/nea 

Scop. 



cleiitlicli punktirt; Decken au den Sclmltern wenig breiter als die. Hals- 
sclüldbasis, nach hinten gerundet erweitert, ungefähr in der Mitte, am 
breitesten, nach rückwärts beim c? + zugespitzt, beim 9 kürzer verrundet. 
Schulterbeule schwach entwickelt, durch den entsprechenden Deckenstrich 
nur undeutlich abgesetzt, Punktreihen ziemlich stark, fast ganz regelmässig 
ausgebildet, gegen die Spitze' verschwindend, Zwischen- 
räume deutlich schwach gewölbt; Flügel beim cf 
wesentlich, beim 9 nur etwas länger als die Decken, 
an der Spitze gefaltet. 

Penis verhältnismässig gedrungen, Seiten fast 
ganz parallel, gegen das Ende nicht löffeiförmig aus- 
gebildet, der matte Eindruck der Unterseite bis über 
die Mitte vei'laufend, hinten + deutlich verrundet. 
Der glatte Basalteil der Unterseite in der Mitte 
massig breit gefurcht. Der Apicalteil erscheint in 
der Seitenansicht sehr deutlich nach abwärts ge- 
bogen. Bei der grossen Zahl der von mir unter- 
suchten femiginea-Penes konnte ich fast stets die 
der Figur a entsprechende Form mit an der Oeff- 
nung zapfenartig (nicht lappenförmig) . hornigem An- 
satz beobachten und nur ganz vereinzelt entbehrte dei- Penis dieser Bil- 
dung (b). 

Abweichungen von der eben beschriebenen Stammform treten nur 
selten auf. Eelativ häufig sind, insbesondere beim 9 , die inneren Decken- 
streifen nicht ganz regelmässig gereiht punktirt, manchmal ist die Punk- 
tirung des Halsscliildes undeutlicher und ab und zu erscheinen die Seiten 
desselben vor den Hinterwinkeln schwach ausgeschweift. Auch treten Miss- 
färbungen ebenso oft als bei transversa auf. Aberraute Stücke können 
jedoch an dem gedrungenen Köi'per, dem flachen Quereindruck des Hals- 
schildes, der kaum abgesetzten Schulterbeule und schliesslich auch an der 
Penisform erkannt werden. 

Crep. ferruginea scheint übei' ganz Europa, den Kaukasus und Klein- 
asien verbreitet zu sein. Auf Grund der nachfolgenden Ausführungen ei'- 
gibt sich, dass fast sämtliche liisheiigen Provenienzen diesei' Art einer 
Eevision unterzogen werden müssen; die sorgfältige Untersuchung eines 
i'eichen Materials hat zur Spaltung der ferruginea in 3 verschiedene Species 
geführt. Insbesondere erscheint es angezeigt, alle östlichen und südlichen 
Fundorte nochmals zu controliren. Viele nordische und avoIü alle central- 
und ostasiatischen Provenienzen werden auf mterpimctata Motsch. zu 1)e- 
ziehen sein. 



Crepidodera crassicornis Fald. 

Aus dem schon erwähnten Umstände, dass diese Art bisher stets mit 
ferruginea vermengt wui'de, ist zu entnehmen, dass ihre Verwandtschaft 
mit letzterer eine sehr enge sein müsse. Hat man sich jedoch im Ge- 
brauche der in folgendem futwickelteu Diffei'enzen einige Uebung an- 



254 Dl*. Josef Daniel 

geeignet, so wird es im Gregenteil überraschend erscheinen, dass sich 
die Verschiedenheit dieser Arten bisher unserer Wahrnehmung entzog. 

Crepid. crassicornis entfernt sich in erster Linie von ferruginea durch 
ihre weniger gedrungene, mithin schlankere Gestalt, hauptsächlich aber 
durch den tieferen und schärfer eingegrabenen Quereindruck vor der Hals- 
schildbasis, gegen welchen sich die Scheibe des Thorax auffallend stark 
wölbt. Letztere, sowie der Quereindruck und der Raum hinter demselben 
ist glatt oder nur äusserst fein und zerstreut punktirt. Lediglich die 
Winkel, welche der Quereindruck mit den Längsfalten bildet, sind mit 
einigen deutlichen Punkten besetzt. Crep. ferruginea ist merklich ge- 
drungener und plumper gebaut, der Quereindruck des Halsschildes ist 
seichter, nicht durch eine scharfe Linie, sondern durch eine schmale 
Fläche angedeutet, weshalb sich beim Drehen des Objectes die Lage des 
Eindruckes zu verschieben scheint; ferner ist die Scheibe des Thorax, 
welche gegen die Basalfurche nur massig gewölbt erscheint, sowie der 
Eaum hinter derselben deutlich, oft ziemlich stark punktirt. 

An weiteren Differenzen, jedoch mehr untergeordneten Grades, wäre 
zu erwähnen, dass bei crassicornis die Stiiiihöcker gewölbter und an der 
Basis nicht so breit verschmolzen sind, daher mehr separirt ei'scheinen, 
dass der Halsschild nach vorne und hinten mehr gleichmässig (doch nicht 
ganz) verengt und der Seitenrand vor den Hinterwinkeln eine Spur aus- 
geschweift ist, dass der Quereindrnck des Thorax nach vorne stärker 
convex gebogen ist, endlich, dass die Deckenzwischenräume in der Regel 
glänzender und flacher sind und die Schultei'beule eine Spui- deutlichei' ab- 
gesetzt erscheint als bei ferruginea. Auch ist C. crassi- 
cornis unter allen Arten der }. Gruppe die einzige, 
welche keine Neigung zu einer unregelmässigen Punk- 
tii'ung der Deckenstreifen besitzt. 

Sehr leicht gelingt die Unterscheidung der Falder- 
mann 'sehen Art von ferruginea durch die Form des 
Penis. Dieser ist viel kräftiger entwickelt, bedeutend 
länger, gegen die Spitze + löif eiförmig ausgebildet; 
der Apicalteil (Profil) ist nicht nach abwärts, dagegen 
eine Spur nach aufwärts gerichtet, der glatte Basalteil 
in der Mitte nicht gefui'cht, sondern breit eingedrückt, 
so dass die Rändei' deutlich empoi'gehoben erscheinen. 
*"^8- 8- Per Penis der crassicornis stimmt somit fast ganz mit 

Penis von C. crassi- ,.. , , ..,. , j. i • -i ± 

cornis Faid. demjenigen dei- transversa ubereui und unterscheidet 

sich von ihm nur durch + löffeiförmige Gestalt, seich- 
teres Grübchen am Ende des matten Eindruckes der Unterseite und durch 
die gegen die Basis etwas divergir enden, leicht erhabenen Ränder des 
glatten Basalteiles. 

Die ersten Stücke dieser Art hatte ich schon vor längerer Zeit aus 
Frankreich (ohne genauere Bezeichnung) als ferruginea erhalten. Mit 
diesen übereinstimmende Exemplare erhielt ich von Dr. Normand, welcher 
sie am 12. 8. 1892 bei Chätellerault (Dep. Vienne) neben ferruginea an 
Centaurea gesammelt hatte. Später sind mir noch folgende Fundorte be- 
kannt geworden: 




Eevisiou der paläaiTitisclieu Crepfdodera- Xvten. 



255 



lal- 



*Nava (Alp. mar.), coli. Solari. 
Marpod (Ungarn) j K. ung. Nation; 
Pecs » J mnseum. 

*Görz (GabrieH-Berg) 30. 7. 1890, 

Br. Schreiber. 
*MaMen-Pass 1902 (Bosnien), 0. Leon- 

hard. 
*Vranica planina 1902 (Bosnien), 

0. Leonhard. 
*Saraje\vo, Apfelbeck, bosn.-herz. 

Landesmuseum. 
Pozarevac (Serbien), Hilf, bosn.-herz. 

Landesmuseum. 

An allen mit * bezeichneten 



*Sarepta, Becker 
*Yalta; Rybakow 
Latovka-Cherson 30. 5. 1879, 

Korsakow 
*Simferopol 1898 (Krim), Ba- 

schenow 
*Novorossisk 10. 6. 1878, Starck 
*Circassia, Starck 
*Manglis 1880 (Kaukasus). 

Sievers 
*Lagodechi 1893 (Ost-Kaukasus), 

Mlokossewitsch. 
Spanien (vergl. unten). 

Localitäten kommt crassicornis mit 






P^ 




ferruginea gemeinsam, jedoch stets in der Minderzahl, vor ; von den übrigen 
Fundorten konnte ich nur einzelne Stücke vergleichen. 

Die mir bekannt gewordenen spanischen Stücke der Faldermann- 
schen Art {crassicornis hispanica m.) diöeriren von der oben beschriebenen 
typischen Form durch schlankere Körperform, gröber punktirte 
Deckenstreifen, im 9 Greschlecht ab und zu zerstreut punktirte 
Scheibe des Halsschildes und dunklere (?) Färbung. Der Penis 
ist nach demselben Typus gebaut, unterscheidet sich aber von 
dem der Stammform durch sehr leicht nach abwärts gerichtete 
Spitze. Durch die Unterschiede in der Körperform entfernt 
sich liispanica noch weiter von ferruginea,, nähert sich jedocli, 
schon mit Eücksicht auf die Penisbildung, der nächsten Art. 
Immerliin unterscheidet sie sich von derselben durch den Mangel 
einer stark abgesetzten Schulterbeule, den tieferen Quereindruck 
des Halsschildes und in der Eegel, wenigstens beim d", unpunk- 
tirten Halsschild. Der kräftigei'e Penis ist am Ende breiter 
zugespitzt, der glatte Basalteil nahezu eben, jedenfalls in der 
Mitte nicht gefurcht und der Apicalteil (Profil) nur ganz 
schwach nach abwärts gerichtet. 

Von Crep. crassicornis liispanica sind mir eine Eeüie von Exemplaren 
aus Spanien (ohne genauere Bezeichnung) vorgelegen; in dem von A. Bang- 
Haas eingesandten Materiale befanden sich neben zahlreichen G. ferruginea 
eine kleine Anzahl Stücke von Madrid. 

Anmerkung 1. Wenn auch Ctep. ferruginea, und crassicornis bei ihrer 
ausgedehnten Verbreitung localen Veränderungen unterworfen sind, so zeigen sie 
doch das Bestreben, bei gemeinsamem Vorkommen, sich gerade in Bezug auf unter- 
geordnete Merkmale in einen gewissen Gegensatz zu stellen, wodurch die Unter- 
scheidung oft "wesentlich erleichtert wird. Um bloss einige Punkte zu berühren, 
sei bemerkt, dass an manchen Locaütäten bei crassicornis der Glanz der Ober- 
seite ein intensiverer sein kann, dass an anderen Orten die Unterschiede in der 
Punktii-ung der Deckensti-eifen oder der Form des Thorax eine augenfälHgere ist 
oder auch, dass bei crassicornis die Vorderwiukel des Halsschildes stärker aus- 
gebildet sind etc. 

Anmerkung 2. Mit meiner Deutung der eben beschriebenen Art auf 
crassicornis Fald. bin ich nicht absolut sicher. Es ist richtig, dass der grösste 
Teil der Diagnose der Faldermann'schen Art (Faun. Transcauc. 2., 343, 536; 
1837) auf unsere Species zutreffend ist, allein die Tatsache, dass der (Juereindruck 
des Halsschildes bei crassicornis Fald. undeutlicher ausgebildet sein soll, als bei 



Fig. 9. 

Penis von 

C. crassicornis 

hispanica m. 



256 ' Dr. Josef Daniel 

ferruginea, steht im direkten Gegensatz zu meiner Interpretation und Hesse sich 
höchstens damit erklären, dass Fald ermann die crassicornis m. als ferruginea 
betrachtete. Bisher sind meine Bemühungen, die Type zu erhalten, vergeblich ge- 
wesen, doch hoffe ich bei nächster Gelegenheit diese Frage endgültig lösen zu können. 
Meine gegenwärtige Stellung zu derselben wurde lediglich durch den Wunsch 
veranlasst, eine Neubenennung zu vermeiden. Crep. crassicornis Fald. ist aus 
Transkaukasien. beschrieben. 



Crepidodera intevpunctata Motsch. 

Durch das Studium des reiclihaltigen Materials des Zool. Museums 
der k. Akademie der Wissenschaften von St. Petersburg, dessen 
Purclisiclit ich dem freundlichen Entgegenkommen des Herrn Custos Jacobson 
verdanke, bin ich '/a\v Ueberzeuguug gelangt, dass bei Petei'sburg mit 
Crep. ferruginea gemeinscliaftlicli eine nahe verwandte, ebenfalls gelblich- 
rote Art vorkommt, welche ausserdem noch übei' weite Gebiete Eusslands 
verbreitet ist. Der Vergleich des reichen centralasiatischen Mateiials dieses 
Museums hat ferner ei'geben, dass die Petersbui'ger Art mit einer wohl 
über die ganze gemässigte Zone Asiens verbreiteten, gewiss häufigen Art 
identisch ist, welche aus weiter unten angeführten Gründen den Namen 
interpundata Motsch. zu führen hat. 

Mit Eücksicht auf die Deckensculptur und den feinen Eand der Tliorax- 
seiten müssen wii' C. interjMndata als die nächste Verwandte der crassi- 
cornis und ferruginea betrachten, obwohl sie in der Körperform mehr mit 
transversa übei'einstinnnt. Bei einer Länge von 2^/4 — 8^/4 mm kann man 
interpunctata als die kleinste der bisher behandelten Alten bezeichnen, 
wenngleich auch Exemplare von 8^/4 mm ab und zu voi'kommen. A'on 
ferruginea weicht die Motscliulsky'sche Art hauptsächlich durch wesent- 
lich andere Gestalt, insbesondere längere Flügeldecken, weniger vei'rundete 
Schultern und deutlicher abgesetzte Scliultei'beule ab. Abgesehen von in- 
dividuellen Schwankungen ist dei' Thorax im allgemeinen weniger breit''') 
als bei ferruginea, nach vorne und rückwärts fast gleichmässig und in der 
Eegel auffallend stärker als bei der verglichenen Art verengt und vor 
den Hinterwinkeln deutlich ausgeschweift. Die nach vorne divergirenden 
Längsfalten des Halsschildes sind bei inter^mnctata zwai' wenig, aber merk- 
lich weiter nach aussen gerückt, so dass dei' vertiefte Eaum zwischen 
Quereindruck und Basalrand schmaler erscheint als bei ferruginea. Ausser- 
dem ist der meist ziemlich tief eingegi'abene Quereindruck ohnehin schon 
etwas mehr dei- Basis genähei't, der Eaum hinter demselben ei'scheint somit 
wegen der geringen Breite oft schwach wulstförmig ausgebildet. I)i(' 
Thoraxscheibe ist in der Eegel verhältnismässig stark, oft grob punktirt, 
die Punkte greifen auch auf den Basaleindruck und den Eaum hinter dem- 
selben über. Verhältnismässig selten kommen Exemplare mit ziemlich fein 
punktirter, selbst glatter Scheibe vor. Sonst wäre noch zu erwähnen, dass 
bei interpunctata die Stirnhöcker in der Eegel gewölbter, die Decken tiefer 
und grober punktirt, die Zwischenräume schmäler und etwas gewölbter, 
die Vorderwinkel des Halsschildes in der Eegel weniger deutlich abgesetzt 

'■) In der Kegel ist der llalsschiid so lang oder fast so lang als breit. 



Kevisiou der paläarktischen Crejjidodera-Aiteii. 



257 




sind als bei ferruginea. Eelativ öfter ist die Basis des Tliorax bei inter- 
punctata (besonders bei centralasiatisclien Stücken) in der Mtte ungerandet. 

Der Penis ist länger nnd schlanker als bei ferruginea, am Ende 
weniger breit zugespitzt, der matte Eindruck der Unter- 
seite überragt nach rückwärts etwas die Mitte des 
Penis, ist an dieser .Stelle spitzwinkelig vorgezogen und 
besitzt am basalen Ende ein deutlich vertieftes, glattes, 
längliches Grübchen. Basalteil der Unterseite in der Mitte 
durchaus stricliföi'uiig gefurcht, die Furche schmäler als 
bei ferruginea. In der Seitenansicht erscheint die Spitze 
des Penis deutlich nach abwärts gerichtet. 

Crep. interpunctata Motsch. ist aus dem Amurgebiet 
(zwischen Schilka und NikGlajewsk) beschrieben. 

Als typisch müssten wir eigentlich die Exemplare 
mit ganz unregelmässig punktirten Decken betrachten, 
dei'en Halsschild an den Seiten so wenig gerundet ist, 
dass letztere fast parallel erscheinen. Solche Stücke sind 
Jedoch sehr selten (1 Exemplar von Helsingfors), auch scheint die Angabe 
l)ezüglich des Halsschildes etwas übei'trieben zu sein. Wir werden deshalb als 
typische interpunctata alle jene Stücke mit unregelmässiger Deckensculptui', 
bei denen die Punktstreifen nicht oder nur schwer nachzuweisen sind, be- 
trachten. Solche Stücke finden sich an einigen Localitäten wohl in der 
Mehrzahl, diesem Yorkonmien kann jedoch mit Eiicksicht auf die allgemeine 
A'erbreitung der vorliegenden Ai't nur eine untergeordnete Bedeutung bei- 
gelegt werden. 

Ich lasse hier die Localitäten folgen, von denen mir die oben erwähnte, 
also typische Form der interpunctata Motsch. bekannt geworden ist: 

Wladiwostok 7. 1868, Solsky 
Ojoki (Irkutsk), Czckanowsky 
I'aduu (Irkutsk). Czukanowsky 
Fluss Bjelaja (Irkutsk), Härtung 
Ilureja-Gebirge (Sib. er.), Radde 
Dauria 1900. J. Salilberg 



Fig. 10. 
Penis von C. inter- 
punctata Motech. 



Tomsk, Ziuhy, K. ungar. National 
muyoum. 






Chabarofka (Sib. or.), Dörriesl cou. 
Suyfun-Mündg.(Sih.or.),Dörriosj Koltzc 



Helsingfors, Petersburger Museum. 

(Sehr schlank, Thoi-axseiten fast parallel.) 

Leppävirta (Süd-Finnland), Zool. Mu.s. 
Ilelsiniifors. 



Die vorherrschend auftretende Form der interpunctata mit + regel- 
mässig gestreift punktirten Decken, auf welche unzweifelhaft suhlaevis Motsch. 
zu beziehen ist, scheint, abgesehen von Sibirien und Turkestan, auch über 
Kussland, bt'sonders die nördlichen Provinzen vei'breitet zu sein. Als süd- 
lichste Grenze im europäisclien Russland ist mir der 49. Breitengrad 
bekannt gewtjrden. Durch das freundliclie Entgegenkommen des Herrn 
Magisters Poppius konnte ich eine grosse Zahl zu dieser Form gehörige 
Exemplare des Materiales des zoolog. Museums der Universität 
Helsingfors von Süd- und Ostfinnland (30 Localitäten) vergleichen. Es 
scheint, dass im nördlichen Eussland interpnmctata suhlaevis als vorherr- 
schende Art auftritt, wenigstens war ferruginea von dort nur sehr spär- 
lich vertreten. Auch in Schweden ist die Motschulsky'sche Art heimisch, 
es befanden sich in dem eingesandten Material eine Reihe von Exemplaren, 
allerdings ohne genaueren Fundort. Die in den letzten Jahren liaupt- 



258 Dr. Josef Daniel 

sächlich durch A. Bang-Haas in den Sammlungen verbreitete Crej). sculpti- 
basis Reitt. i. lit. (von Aulie-Ata) fällt mit interpunctata suhlaevis zusammen. 
Die Belegstücke für die im folgenden aufgeführten Provenienzen der letzteren 
Form entstammten, wenn nichts weiteres bemerkt, dem Petersburger 
Museum: 

St. Petersburg, Solsky, Morawitz, Nertschinsk (Tr.-BaikalieD). 

Sievers etc. Krasnojarsk (Jenisseisk), Wagner. 

Onega-See, coli. Breit. Leusch (Ob-Fkss), Sundman. 

Wolügda 7. 7. 1895 (N.-Kussld.), Bi r ulj a. V. Sujetuk (S.W.-Sibirien). 

*Pensa 23.6.1864 (M.-Eussland); Cze- Omsk, Exped.Zichy, K. ung.Natioiial- 

kanowsky.*) Museum. 

*Kjasan 20. 5. 1890 (M.-Russland). A. Tomsk, Exped. Zichy, K. ung. Na- 

Semeuow. tional-Museum. 

*Wolynsk ("Wolynien), Baikow. Lepsa (Semiretschje) 1872, Kuschake- 
*Waldajka ("Waldai), Jacobson. witsch. 

*Kozlow-Tambo\v (M.-Russid.), Solsky. Kuldscha, coh. Hauser. 

Kasan, Exped. Zichy (c?9), K. ung. Aulie-Ata(SyrDarja). coli. Staudinger. 

National-Museum. Ravat (Turkestan) 1892, Glasunow. 

Sinus Possieti 1860 (Ost-Sibirien), Kebin (Turkestan), Stenroos. 

Wulf] US. Fluss Sching (Sarafschan) 1892, Gla- 
Minussinsk (S.W.-Sibirien), Hammar- sunow. 

ström. 

Gemeinschaftliches Vorkommen von Grep. interpunctata mit ferruginea 
konnte ich bisher bei Petersburg, Wolynsk und Valkeale (Ostfinnland, 
Leinberg, Museum Helsingfors) constatiren. 

Anmerkung 1. Die Motschulsky' sehen Crepidodera-Typen sind zufolge 
Mitteilung des Herrn Cu,stos Jacobson nicht mehr zu eraireu. An der Richtigkeit 
meiner Deutung ist jedoch kaum zu zweifeln, da in den betreffenden Gebieten 
(Ost-Sibirien etc.) ferruginea bisher nicht beobachtet wurde. Alle für letztere Art 
aus Sibirien etc. citiiten Funde sind auf interjnmctata zu übertrafen. 

Anmerkung 2. Die Möglichkeit, dass wir bei den Verwandten der Crep. 
ferruginea nicht mit drei, sondern nur mit zwei Species zu rechnen haben, ist 
nicht ohne Aveiteres von der Hand zu weisen. Cre2). crassicornis und interpunctaia 
zeigen gewisse Analogien und wurden noch nicht gesellschafthch lebend angetroffen. 
Auch werden die Unterschiede in der Penisbildung, denen bei getrenntem Vor- 
kommen ohnehin keine entscheidende Bedeutung beigelegt werden darf, durch die 
spanische Form der crassicornis abgeschwächt. Die Tatsache jedoch, dass in Russ- 
land interpunctata südlich bis zum 49. und crassicornis nördlich bis zum 52. 
Breitengrad nachgewiesen ist, ohne dass bei diesen Stücken Convergenzerscheinungen 
beobachtet wurden, lässt indes fast mit Sicherheit schHessen, dass nur der Mangel 
an Material aus den Zwischengebieten dem Nachweis des gemeinschaftlichen Voi'- 
kommens der beiden Arten entgegensteht. 

Anmerkung o. Crepid. nitidicollis Motsch. (Schrenck, Reis. Forsch. Anmr 
2., 233, tab. 11., fig. 21 ; 1860) ist eine Ochrosis und von salicariae Payk.. mit der 
sie auch verglichen wird, nur schwer zu trennen. 



Mit der Darstellung der vorhergehenden Arten ist unsere Kenntnis 
der mitteleuropäischen Crepidodera der 1. Gruppe noch nicht erschöpft. 
Es ist mir gelungen, eine weitere Species, welche mit transversa nahe 
verwandt ist, an einigen Punkten Mittel- und Nordeuropas nachzuweisen. 
Von derselben sind mir bisher leider nur 9 9 bekannt geworden, so 



*) Von den mit * bezeichneten Localitäten konnten nur einzelne 9 9 ein- 
gesehen werden. 



Re%ision der paläarktischen Crepidodera-:Sä:ten. 259 

dass ich die detinitive Beschreibung- bis zur Auffindung des c?, dessen 
Kenntnis mir zu diesem Zwecke unerlässlich erscheint, zurückstelle. Vor- 
läufig möchte ich nur mitteilen, dass die neue Art der transversa am 
nächsten- steht, sich jedoch durch convexere Gestalt, breiteren, vor den 
Hinterwinkeln deutlicher ausgeschweiften Halsschild, feiner ausgebildeten 
Seitenrand und gewölbtere Scheibe derselben entfernt. Die Sclnilterbeulen 
sind nur wenig deutlicher als bei ferruginea abgesetzt, die Deckenstreifen 
grob und unregelmässig punktirt. Der Seitenrand des Halsschildes tritt 
am vorderen Borstenpunkt nicht zahnartig, sondern nur schwach winkelig 
nach aussen. 

Gegenwärtig liegen mir mehrere Exemplare von folgenden Fundorten 
vor: Oetz in Tirol (Kurz), Mondsee in Oesterreich (Ganglbauer), Algäuer 
Alpen (coli, nostr.), Esbo bei Helsingfors (Popp ins). Ich hoffe, bereits in 
kurzer Zeit im Stande zu sein, meine eben gemachten Angaben zu ergänzen. 

* 

Im Anschlüsse an die Bearbeitung der ersten Gruppe möchte ich noch der 
aus Japan bekannt gewordenen Arten gedenken, welche sämtliche in den »Proceedings 
of the scientific Meetings of the zool. Society of London 1885« von M. Jacoby 
(Description of the Phytophagous Coleoptera of Japan obtained by Mr. George 
Lewis during bis second journey, from Febr. 1880 to Sept. 1881; Part. II. Halti- 
cinae und Galerucinae) beschrieben wurden. Leider waren mir die Typen (coli. 
Lewis) nicht zugänghch, weshalb ich mich darauf beschränken muss, die für die 
Kenntnis dieser Arten wesentlichsten Anhaltspunkte aus den Beschreibungen zu 
reproduciren : 

Crejnd. Lewisi Jacoljy (1. c, 721) ist wohl sicher identisch mit obscuritarsis 
Motsch., welche ich ebenfalls von Japan kennen lernte. 

C. recticoUis Jacoby (1. c, 721): Rötlichgelb; Thorax beinahe zweimal so 
breit als lang, Seiten gerade, Scheibe glatt, basaler Quereindruck tief, Decken regel- 
mässig gereiht punktirt. Von ferruginea durch uupunktirten Halsschild, fernere 
DeckenpunktiiTing und schmalere Gestalt verschieden. Lg. = 1 lin.; Kashiwagi. 

C. laevicolUs Jacoby (1. c, 722): Duukelgelb; Thorax transversal, Scheibe 
unpimktirt, Quereiudruck tief. Streifen etwas unregelmässig punl^irt. Von inter- 
punctata Motsch. diu'ch dunklere Färbung und glatte Thoraxscheibe, von reciicollin 
durch gerundete Ilalsschildseiten und breitere Gesta/lt verschieden. Lg. = IV2 lin.; 
Oiwake (1 Exempl). 

C. acuminata Jacoby (1. c, 722): Gelblich; Halsschild massig quer, vor den 
Hinterwinkeln ausgeschweift, Scheibe glatt, Quereindruck tief, Deckenstreifen regel- 
mässig pimktirt, Körper hinten mehr zugespitzt. Schmaler, weniger uonvex und 
heller gefärbt als laevicolUs. Lg. = lhu.; Nikko (1 Exempl.). 

C. japonica Jacoby (1. c, 722j : Breit, pechfarben bis schwarz, Taster dunkel- 
gelb; Thorax subquadratisch, in der Nähe der Basis eingezogen, Querfurche stark 
punktii-t, beinahe bis zu den Seiten ausgedehnt luid durch die Längsfalten riielit 
so deuthch begrenzt als bei den übrigen Arten, Frontalhücker stark entwickelt. 
Lg-. = 1^4—2 hn. ; Nikko. 

C. bimaculata Jacoby (1. c, 723): Gelblich, Fühler, Tibien, Tarsen schwarz 
(Schenkel heU), jede Decke vor der Spitze mit brauner Makel. Stirnböcker stark 
entwickelt und hinten durch eine tiefe Querfurche begrenzt, Scheitel fein transversal 
gestrichelt, Schulterbeule deutlich abgesetzt. Lg. = 2 hn. ; Subashiri (1 Exempl.). 

Die beiden letzten Arten sind, wenn sie überhaupt dem Genus Crepidodera 
Chvr. im engeren Sinne angehören, genügend charakterisirt ; anders ist es bei den 
unter sich sehr nahe verwandten Arten laevicolUs, recticoUis und acuminata. 
Die letztere Art scheint mir entschieden mit interpimctata sublaevis Motsch. identisch 
zu sein, da auch bei dieser Stücke mit glattem Halsschild einzeln auftreten. Ein 
definitives ürteü über die beiden Arten laevicolUs und recticoUis ist ohne Einsicht 
der Tj'pen nicht möglich, aus den Beschreibungen ist eine wesentliche Differenz 
von interpimctata nicht ersichtlich. 



260 Dr. Josef Daniel 

2. Gruppe. 

Diese Gruppe umfasst alle bisher als Verwandte der Crep. femorata 
Gyllh. und Peirolerii Kutsch, bekannt gewordenen Arten. Sie sind, ab- 
gesehen von ihrer Grösse (3,5 — 4,5 mm) und Flügelbildung (c? 9 voll- 
ständig geflügelt), noch durch den nach rückwärts fast eben so stark als 
nach vorne verengten Halsschild, die in den Schultern wesentlich über die 
Basis des Thorax heraustretenden Flügeldecken, sowie die sehi* deutlich 
abgesetzte Schulterbeule charakterisirt. Die Decken sind metallisch blau 
oder grün, auch violett oder bronzefarben, sehr selten schwarz, die Taster, 
Schenkel, meist auch die Schienen, Tarsen und die letzten Fühlerglieder + 
pechbraun bis schwarz gefärbt. Die Trennung der Species kann am besten 
auf Grund der Färbungsdifferenzen vorgenommen werden. Rufinos sind 
in dieser Gruppe noch nicht beobachtet worden. 

Die Arten der 2. Gruppe sind im allgemeinen Bewohner der alpinen 
Region, nur eine Species (femorata) lebt vorzugsweise subalpin und findet 
sich auch öfter im Flachlande. 

1" Halsschild rot, höchstens mit schwarzer Basalmakel. 

2" Fühler kräftig, einfarbig rot, höchstens die letzten beiden Glieder 
leicht angedunkelt*); Halsschild seitlich stärker gerundet, rück- 
wärts deutlicher eingezogen, + herzförmig erscheinend, Scheibe 
auffallend stark gewölbt, Flügel so lang, ausnahmsweise nur 
1^/2 mal so lang als die Decken. 

Robuste Art mit verhältnismässig stark entwickeltem Vorder- 
körper und kräftigen Beinen, 1. Glied der Vorder- und Mittel- 
tarsen (cf) aulfallend stark verbreitert. Deckenstreifen grob, etwas 
undicht punktirt. Penis deutlich löffeiförmig, Basalteil der Unter- 
seite nur schwach eingedrückt, 3,5 — 4,3 nun. — Mittel- und Nord- 
europa, Sibiiien feui^orata Gyll. 

2' Fühler schlanker, rötlich, vom 4. — 5. Gliede ab angedunkelt; 
Halsschild seitlich wenigei' stark gerundet, kaum herzförmig er- 
scheinend, Scheibe weniger auffallend gewölbt, Vorderkörper 
relativ schwächer entwickelt. 

3" Halsschild einfarbig rötlich, Schienen + pechbraun bis schwarz 
mit hellerer AVurzel, Mittel- und Hintertarsen dunkel; Flügel 
längei' oder so lang als die Decken. 

(Halsschild sehr selten mit schwarzem Basaleindruck, in letzterem 
Falle Schienen + dunkel, Flügel, auch beim Q länger als die Decken, 
und Penis wie sub 4".) 

4" Schlankere Art mit lebhafterem Blau oder Grün etc.; Seiten- 
i'and des Halsschildes beim vorderen Borstenpunkt meist zalin- 
artig oder winkelig nach aussen tretend. Flügel in beiden Ge- 
schlechtern fast 2 mal so lang als die Decken. Penis kaum 
löffeiförmig, Aushöhlung der Untei'seite bis zur Basis vei'längert 
(hier furchenai'tig ausgebildet), beiderseits der Mittellinie mit 



*) Vergl. al). ivfnHcijias Foudr. 



fievisiou der paläarktisclieu Crepklodera-A.vten. 261 

deutlicher, dunkler, sjnnmetriscli angeordneter Sclu"affirung-, 3,5 

bis 4,5 mm. — Alpengebiet, Bosnien . • . . Feirolerii Kutsch. 

A.' Gredi'ungenere Art mit dunklerem Blau der Decken, Seitenrand 
des Halsscliildes nicht zahnartig oder winkelig nach aussen 
tretend; Flügel, wenigstens beim 9 , nur so lang als die Decken; 
Fülller und Beine dunkler; die flachere Aushöhlung der Unter- 
seite des Penis die Mitte nur wenig überragend, gegen den tief 
gefurchten Basalteil nahtartig abgegrenzt. Aushöhlung ohne 
dunkle Schraffirung, 3,5 — 4 mm. — Pj'-renäen, Südfrankreich 

melanopus Kutsch. 

3' Halsschild rötlich, stets mit schwarzer länglicher, durch den 
Quereindi'uck und die Längsfalten begrenzter Basalmakel, Schienen 
einfarbig rötlichgelb, Tarsen nur wenig dunkler. Flügel beim 9 
und meist auch beim cf etwas kürzer als die Decken. Die matte 
Aushöhlung des Penis ist nur auf die apicale Hälfte beschränkt. 
Glatter Basalteil in der Mitte tief gefurcht, 3,5 — 4 mm. — 
Grrajische und penninische Alpen basalis K. Dan. 

r Halsschild mit den Decken gleichfarbig, metallisch blaugrün, 
selten rein blau; Fühler, Schienen und Tarsen grösstenteils 
rötlichgelb; Flügel so lang als die Decken, 4 — 4V2 mm. — Süd- 
liche Westalpen concofoy K. Dan.*) 

Crepidodeva PeiroleHi Kutsch. 

Als praktische Bestimnmngsregel möchte ich empfehlen, jede Ver- 
treterin der 2. Grruppe (und überhaupt jede nicht einfai'big i'ötlicligelbe 
Crepidodera), bei welcher der Seitenrand des Halsscliildes am vorderen 
Porenpunkt zahnartig nach aussen tritt, ohne weiteres auf Peirolerli zu 
beziehen und erst dann, wenn diese Bildung nicht vorhanden ist, die 
Tabelle zu consultiren. 

Halsscliild etwas breiter als lang, in der Mitte am breitesten, nach 
vorne und rückwärts in seichter, concaver Kurve schwach verengt, im 
allgemeinen also quer viereckig erscheinend. Seitenrand am vorderen 
Porenpunkt bei der Mehrzahl der Individuen zahnartig oder winkelig nach 
aussen gerichtet und zwischen diesem Winkel etc., der in der Eegel als 
der Vorderwinkel des Halsschildes angesprochen ward, und dem eigent- 
lichen gerundeten Vorderwinkel etwas wulstartig verdickt. Thoraxseiten 
vor den Hinterwinkeln leicht ausgeschweift, diese jedoch meist nicht deut- 
lich nach aussen gerichtet; Scheibe teils glatt, teils fein zerstreut punktirt, 
manchmal mit eingestreuten gröberen Punkten ; Quereindruck vor der Basis 
tief; Schulterbeule sehr deutlich abgesetzt, Deckenstreifen tief, dicht, gegen 
die Spitze schwächer punktirt. Fühler vom 5. GrKede ab, Schenkel, 
Schienen (mit Ausnalune der AVurzel), Tarsen und Taster pechbraun bis 



*) Nigrinos der ersten Gruppe (C. transversa melancliolica m.) dürften bei 
oberflächlicher Bestimmung sab 1' aufgesucht werden. Durch ihren Habitus, die 
hellen Taster und Schenkel, die nicht metallische Färbung, wohl auch durch die 
Deckensculptur etc. etc. kann die Zugehörigkeit zu Gruppe 1 ohne Schwierigkeit 
noch nachti'äolich erkannt werden. 



262 



t>v. Josef Daniel 




Fig. 11, 

Penis von C. Peirolerii 

Kutsch. 



schwarz, bei unreifen Stücken die Vordertibien öfter fast ganz rötlichgelb; 
Grundfarbe der Decken bei typischen Stücken schön metallisch (kornblumen-) 
blau. Flügel in beiden Greschlechtern fast 2 mal so lang als die Decken, 
1. Glied der Vorder- und Mitteltarsen beim cf stark, 1. Glied der Hinter- 
tarsen nur wenig verbreitert, seltener fast einfach. 

Der Penis ist kaum löffeiförmig ausgebildet, die 
Aushöhlung der Unterseite reicht fast zur Basis und ist 
von der Mitte ab tief furchenartig eingegraben, so dass 
die Seitenränder im basalen Teil stark erhaben sind und 
sich fast scharfkantig abheben. In der Aushöhlung ist 
beiderseits der Mittellinie eine deutliche, dunkle, sym- 
metrisch angeordnete Schraffirung (keine Eiefelung), sicht- 
bar. Diese Streifung ist für Peirolerii äusserst charak- 
teristisch und tritt bei keiner anderen Crepidodera auf. 
Abgesehen von den schon angedeuteten Ab- 
weichungen in der Halsschildform, wäre noch zu be- 
merken, dass bei manchen 9 9 der Glanz der Decken 
durch feine Chagrinirung + abgeschwächt wird. Sonst 
beziehen sich die Abänderungen nur auf die Färbung, 
von denen folgende zu erwähnen sind: 

Decken blaugrün bis schwarzgrün mit Messingglanz (ab. superba Weise), 
Decken hellbroncefarben (sehr selten) 1 könnten ebenfalls bei superba 
Decken lebhaft metallgrün j untergebracht werden. 

Decken dunkelblau mit violettem Anflug. 

Decken schwarz mit violettem Anflug (ab. moesta Weise) oder schwai'z 
ohne Metallglanz. 

Bei letzterer Aberration wäre noch zu unterscheiden zwischen natür- 
lich schwarzen Stücken und solchen, welche infolge von Witterungsein- 
flüssen, Alter etc. des Metallglanzes entbehren. 

Sehr selten finden sich Stücke mit schwarzem Basaleindruck des Hals- 
schildes. Ich besitze diese Aberration nur in 3 Exemplaren mit teilweise 
schwarzen Decken von der Schweiz (Mühlebachalpe) und vom Schwarzwald 
(Feldberg). Solche Stücke sind von hasalis K. Dan. leicht durch die 
dunklen Schienen und Tarsen, die kurzen Flügel der 9 9 und die Penis- 
bildung zu unterscheiden. 

Crej). Peirolerii ist durch das ganze Alpengebiet, vom ligurischen 
Apennin bis in die Ostalpen verbreitet und findet sich auch in Bosnien. 
Sie lebt vorzugsweise über der Waldgrenze, steigt aber, besonders in den 
nördlichen und östlichen Alpen, bis in die Täler herab und findet sich 
hier vielfach neben femorata Gyll. 

Ich sah Belegstücke von folgenden Fundorten: 

Entravmes (Alp. mar.), coli. Deville. M. Cenis 22. 6. 1898, J. Daniel. 

M. Penna (Lig, Apennin), 11. 8. 1895, Bardonnechia, (Graj. Alp.), 21. 8. 1896, 



Solari. 

Val Yesubia rSeealpen), 18. 7. 1896, \ ^ 
Po dal Arpetto » 10. 7. 1896, ■- 

Vej del Bouc >. 26. 7. 1896, « 

Val d. Meris » 20. 7. 1896, I ^ 

Val Pesio (Ligur. Alpen), 1. 7. 1896, 



Solari. 
Ceresole (CTraj. Alpen), 29. 8. 1898, 

K. Daniel. 
V. Savaranche (Graj. Alpen), 26. 8. 1894, 

K Daniel. 
Beaujolais (Rhune), coli. Carret. 



Revision der paliiarktischeü C'repidodera-XTten. 



263 



Pralognan (Savoyen), coli. Carret. 

Maeugnaga (M. Rosa), Letzner. 

S. Eemy (Gr. St. Bernhard), 21. 8. 1895, 

K. Daniel. 
Trient (Wallis), 2. 8. 1895, K. Daniel. 
Val Ferrez (Wallis), Eätzer, Wiener 

Hofmuseum. 
*Mülilebaclialpe (Glarn. Alpen), 30.8. 1895, 

K. Daniel. 
Klauseupass (Kanton Uri), 29. 8. 1895, 

K. Daniel. 
*Hospeutal (Kanton Uri), 26. 8. 1895, 

K. Daniel. 
*Sustenpass (östl. Berner Alpen), 18. 8. 

1891, K. Daniel. 
Furka, coli. Varendorff. 
Po dei 3 Signori (Veltlin. Alp.), 21. 7. 1893, 

J. Daniel. 
Yal di Scalve (V. Camonica), 21. 6. 1904, 

J. Daniel. 
Val Daone (Judikarien), 3. 7. 1894, 

J. Daniel. 
Condino (Judicarien), 9.7. 1894, J. D ani e 1. 
Yal di Genova (Süd-Tirol), K. Daniel. 



Rollepass (Süd-Tirol), Strasser. 
Rad ein (Süd-Tirol), Ganglbauer, 

Wiener Hofmuseum. 
Seiser Alpe (Süd-Tirol), 1893, Gangl- 
bauer, Wiener Hofmuseum. 
Sau- Alpe (0. Kärnten), Speiser. 
Kreuzeck (0. Kärnten), Holdhaus, 

Wiener Hofmuseum. 
*Kapellenberg-Alpe (O.Kärnten), Hold- 

haus, Wiener Hofmuseum. 
VitoSa planina (Sofia), Apfelbeck, 

Bosnisch-herz. Landesmuseum. 
Schafberg (Salzburg), Ganglbauer, 

AYiener Hofmuseum. 
Holzkirchen (Bayer. Oberland), 1. 6. 1902, 

Neresheimer. 
Urfeld (Bayer. Alpen), 28. 6. 1901, 

J. Daniel. 
Valepp (Bayer. Alpen), 22. 6. 1889, 

K. Daniel. 
Innsbnick, Breit. 
Feldberg- (Schwarzwald), häufig an Acer 

2?sendoplatanus , de Peyerimhoff. 
Vorarlberg, Dr. Müller, Bregenz. 



Anmerkung 1. Von besonderem Interesse für die Deutung der Kutschera- 
schen Art erscheint mir der Umstand, dass dieselbe nach Schweizer (Hinterrhein, 
Coli. Kiesenwetter) und ostalpinen (Krainer Alpen, Coli. Ullrich) Stücken be- 
schrieben ist, zufälligerweise aus den beiden Gebieten, in welchen unsere Art vor- 
züglich in zwei, meist nebeneinander lebenden und gegenseitig nicht unwesentlich ab- 
weichenden Formen vorzukommen pflegt. Wir waren bisher gewohnt, Peirolerii 
auf diejenigen Exemplare zu beziehen, bei welchen der Seitenrand des Halsschildes 
beim vorderen Porenpunkt deutlich winkelig oder zahnartig nach aussen tritt; die 
Beschreibung Kutschera's, zum Teil auch die Ullrich'schenSammhmgsexemplare, 
sowie die Beobachtungen an Schweizer Stücken zwingen mis aber, als typisclie 
Peirolerii die Exemplare mit, wie bei den übrigen Arten dieser Gruppe verrundeter 
Aussenecke am vorderen Porenpunkt, zu betrachten. Diese letztere Form, welche 
zwar in den Ost- und Nördalpen (incl. Mittelschweiz) an manchen Punkten in der 
Mehrzahl, vielleicht auch ab und zu ausschliesslich vorkommt, dürfte aber mit 
Rücksicht auf die Gesamtverbreitung der Peirolerii auct. post. nur von unter- 
geordneter Bedeutung sein. Von einer Auseinaiiderhaltung der beiden Formen 
habe ich aus praktischen Gründen Abstand genommen. Übrigens befindet sich unter 
den Uli rieh 'sehen Stücken (Wiener Hofmuseum) 1 Exempl. mit sehr deut- 
lich winkelig erweitertem Halsschildseitenrand. 

Anmerkung 2. Von den oben angeführten Fundorten beziehen sich 
die mit * bezeichneten hauptsächlich auf die eben erwähnte typische Form der 
Peirolerii. Uebergänge zu der anderen Form sind vorzüglich von den Nordalpen 
bekannt. An manchen Stellen, wie bei S. Remy, Trient (Wallis) scheinen die cf cf 
mehr der Peirolerii auct. post., die 9 9 im allgemeinen der Peirolerii Kutsch, (typ.; 
zu entsprechen. In den Süd- und Westalpen kommt fast ausschliesslich und meist 
in grosser Zahl die Form mit zahnartiger Erweiterung des vorderen Thoraxseiten- 
randes vor. 



Crepidodera concolor K. Dan. (Soc. ent. 15., 140; 1900.) 

Ex affinitate Cr. Peirolerii Kutsch., sujpra metallico-cyanea, viridi- 
niicans, parte inferiore femoribusque nigris, antennis, tihiis, tarsis, femorum 
hasi et mandihalarum cqoice rufis vel rufo-testaceis, pcdpis infnscatis; pronoto 



264 



Ibv. Josef Daniel 



convexo, longitudine l'/^ — J'/s Icitioribiis, medio latissimo, ad hasin apicemque 
snhaequaliter suhsinuato-angustato, basi late rotmidato, apice truncato et 
utrinque suhlohatim produdo, in disco dense, in impressione transversa 
fortius punctato, margine laterali angusto, in ipso angulo antico setifero 
toriformiter incrassato, angulis posticls suhprominulis ; elytris in humeris 
basi pronoti latioribus, sat profunde striatis, striis confertim, ad apicem 
subremote et minus regidariter punctatis, callo humerali bene expresso: alis 
coleopteris aequilongis, apice distincte p)licatis. 

cf : Angustior, artlculo 1 " tarsoruni anticorum mediorumque modice, 
posticorimi vix dilatato, elytris ad apicem magis acuminatis. 

9 : Crassior, elytris latioribus, apice minus acuminatis, tarsis omnibus 
simpliclbus. 

Long. : 4 — 4,5 mm, lat. : 2 — 2,25 mm. 

Patria: Alpes occidentales meridionales in regione aljjtna. 

Durch den mit den Decken (blaugrün, selten rein blau) überein- 
stimmend gefärbten Halsscliild und Kopf in der 2. Gruppe isolirt da- 
stehend. Habituell nähert sich concolor der Peirolerii, resp. deren Form 
mit verrundetem Seitenrandwinkel des Thorax, unterscheidet sich jedoch, 
abgesehen von der Gesamtfärbung, durch wesentlich kürzere Flügel, 
welche nicht länger als die Decken und an der Spitze nur leicht gefaltet 
sind, rötlichgelbe Fühler, Schienen und Tarsen, braune Taster, in der 
Regel dichtere Punktirung des Halsschildes, im cf (leschlecht weniger stark 
erweitertes 1. (irlied der Vorder- und Mitteltarsen und nahezu einfaches 
1. (xlied der Hintertai'sen, sowie durch die Penisform. 

In der P)ilduug der Flügel und der Färbung der Fühler und P>eine 
erinnei't concolor etvN'as an femorata, weicht jedoch durch die Form des 
Halsscliildes, welche derjenigen der Peirolerii entsjiricht, die viel stärker 
abgesetzte, wulstartige Erweiterung des vorderen Halsschildseitenrandes, 
die gieichmässiger und dichter punktirte Scheibe desselben, die auch im 
letzten Viertel deutlicher und tiefer punktirten Deckenstreifen, die (xesamt- 
färbung, die schmäleren Basalglieder aller Tarsen beim cf und die Gestalt 
des Penis genügend ab. 

Sonst könnte unsei'e Art nur noch mit cyanescens Duft., mit der sie 
seit Jahi'zehnten vereinigt wurde, verwechselt werden. 
Letztere, nur den Ostalpen angehörende Art muss 
jedoch wegen der in beiden Geschlechtern nur unvoll- 
ständig ausgebildeten Flügel der 4. Gruppe zuge- 
wiesen werden und entfernt sich ausserdem noch von 
concolor durch gedrungenere, gewölbtere Körperform, 
etwas kürzere Hinterbrust, nach rückwärts Aveniger 
verengten, vor den Hinterecken nicht oder nui- un- 
deutlich ausgeschweiften Halsscliild, in den Schultern 
schmalere Decken, fast geschwundene Sclmlterbeulen, 
weniger regelmässig* punktirt gestreifte Decken, 
dunklere Taster, reinere blaue Färbung und beim cf 
Fig- 12. in der Regel stärker verbreitete Basalglieder der 

Penis von C. concolor Tir-., i i -vr i ^ 

K. Dan. Mittel- Und Vordertarsen. 




Revision der paläai'ktischen Crepidodera-Avten. 265 

Der Penis der concolor ist an den Seiten durchaus parallel, der matte 
Eindruck der Unterseite verlängert sich bis über die Mitte und ist 
gegen den glatten, in der Mitte nur flach eingedrückten Ba,salteil scharf 
abgegrenzt. Im Profil erscheint der Penis verhältnismässig stark gebogen. 

Von Crepidodera concolor sind mir Varietäten nur in Bezug auf die 
mehr oder weniger starke Punktirung des Halsschildes und auf die Grösse 
vorgekommen, so ein bloss 3 mm messendes Zwergexemplar aus den Seealpen. 

Wir sammelten die eben gekennzeichnete i\rt bereits im Juli 1 894 in 
geringer Anzahl neben Crep. cijanipennis Kutsch, im oberen Val Pesio in den 
ligurischen Alpen auf Aconitum. Später fanden wir die Art nicht selten bei 
den Laghi lunghi (10. 7. 1896), am Passo delle Fenestrelle (17. 7. 1896) 
und auf der CoUa lunga (25. 7. 1898). Die letzteren Localitäten befinden 
sich in den Seealpen resp. an deren Grrenze gegen die cottischen Alpen. 

Sonst sind mir noch bekannt geworden: 

Terme Valdieri (Seealpen) 7.1903, A. Boscodon (Htes Alpes 7.1876, Abeille 

Dodero. de Per r in. 

S. Martin Lantosque (Seealpen), Carret. Nizza, von J. Ste-Cl.-Deville in einem 

Authion (Seealpen), J. Ste-Cl.-Deville. Exemplar gesammelt, welches durch 

Mont Tournairet (Seealpen), J. Ste-Cl.- Hochwasser des Var verschleppt 

Deville. wurde. 
Haute Vallee de la Tinee (Seealpen), 

J. Ste-Cl.-Deville. 

Da mir das Vorkommen der Crep. cyanescens in den Westalpen aus- 
gesclüossen erscheint, so sind wohl alle darauf bezüglichen, westalpinen 
Fundortsangaben über dieselbe auf concolor zu beziehen. 

Crepidod. coeruleicollis Pic (L'Echange 17., 20; 1901*) aus dem 
Dep. Hautes- Alpes soll sich nach dem Autor von concolor durch geringere 
(rrösse (3 mm), dunkler gefärbte Beine und gegen das Ende angedunkelte 
Fühler unterscheiden. Ohne Zweifel liegt hier eine kleine concolor mit 
dunkleren Fühlern und Beinen vor. x\uch mein oben erwähntes, 3 mm 
messendes Exemplar zeigt die Neigung zu einer Verdunkelung der betreffen- 
den Partien. Uebrigens lege ich dieser Tendenz keinerlei Bedeutung bei. 
Ich . habe schon bei cyanescens, welche ebenfalls helle Schienen, Tarsen 
und Fühler besitzt, wiederholt fast vollkommen schwarze Beine und Fühler 
beobachtet, ohne mich veranlasst zu sehen, darauf eine Aberration zu 
gründen. In mehreren Fällen war die dunkle Färbung der Extremitäten 
dui'ch Töten in verdorbenem Alkohol oder mit Benzin angefeuchteten Säge- 
spähuen hervorgerufen. Auch bei dem von Kutschera (1. c. 135) er- 
wähnten Kiesenwetter'sche Exemplar der cyanescens aus den Seealpen 
(;= concolor K. Dan.) wird speciell der dunkleren Fühler und Beine ge- 
dacht. Da in der Pic 'sehen Beschreibung nicht erwähnt wird, ob die 
Art bloss in einem Exemplar oder in Mehrzahl vorlag, so ist es auch 
nicht angängig, das Tier als Localrasse aufzuführen. 



*j Crep. coeruleicollis: »Oblongo-ovatus, coeruleus«, antennis pro xyarte 
pedibusque nigris, elytris striatoptmctatis, apice punctatis. Lg.: 3mm. — Htes 
Alpes (Pic). Moins large que cyanescens Duft, avec les mcmbres plus fonces, 
differe en outre de cyanipennis Kutsch, (ex Mon. Allard) par la coloration des 
inembres, le prothorax bleuätre, et de concolor Dan. (ex diagn.) par les autennes 
largement foneees u Textremite, les tarses obscurs etc. 

18 



266 Dr. Josef Daniel 

Crepidodera melanopus Kutsch, 

Diese Art steht der Peirolerii sehr nahe. Der Halsschild ist nach 
i'ückwärts fast gerade verengt, vor den Hinterwinkehi nur ganz unmerk- 
lich ausgeschweift, diese deshalb nicht oder nur eine Spur nach aussen 
gerichtet. Seitenrand des Thorax gegen die Vorderecken fast in einer 
Flucht verengt, so dass die Erweiterung am vorderen Porenpunkt, ebenso 
die wulstartige Auftreibung des Eandes an diesei' Stelle weniger deutlich 
kenntlich ist, als bei den übrigen Arten dieser Gruppe. Scheibe des 
Halsschildes etwas gewölbter als bei Peirolerii, glatt oder nur fein und 
zerstreut punktirt. Decken dunkler blau als bei der verglichenen Art, 
Streifen tief, nach rückwärts feiner punktirt. Fühler vom 5. Gliede ab 
und Beine dunkel pechbraun bis schwarz, am dunkelsten von allen Arten 
dieser Gruppe gefärbt. Selten ist die Wurzel dei' 
Schienen etwas heller. Die Flügel des cf sind so 
lang oder länger, die des 9 so lang oder eine Spur 
kürzer als die Decken. 

Penis kaum löffeiförmig, Eindruck der Untei-- 
seite die Mitte etwas überragend, gegen den glatten 
Basalteil gut begrenzt, dieser in der Mitte massig 
breit und ziemKch tief der Länge nach gefurcht, 
so dass die Eänder kielartig gehoben erscheinen. 

In zweifelhaften Fällen ist das cf der melanopus 

von Peirolerii am sichersten durch die Penisform und 

das 9 durch .die kürzeren Flügel zu unterscheiden. 

j,. jg Crepid. melanojms ist aus den Ost-Pyrenäen 

Penis von c. melanopus (v. Kieseu wetter) beschrieben. Ich konnte ausser- 

Kutscii. ^gj^^ ^Qgj^ Stücke von der Auvergne und vom M. Dore 

vergleichen. Nach Weise (1. c, 696) auch über die 

Westalpen, die Schweiz und Tirol (Stilfser Joch) verbreitet. Mir sind 

alpine Stücke noch nicht bekannt geworden. 

Anmerkung. Als Crep. melanopus sind in deutschen Sammlungen vielfach 
die schon erwähnten typischen Peirolerii mit nicht zahnartig oder winkelig nach 
aussen tretendem Seitenrande des Thorax verbreitet. In französischen Sammlungen 
fand ich als melanopus öfter grössere Exemplare der frigida "Weise mit dunklen 
Vorder- und Mittelschenkeln. Auch die unten beschriebene nohilis m. ist besonders 
in neuerer Zeit unter dem Namen melanopus in viele Sammlungen übergegangen. 



Crepidodef'a basalis K. Dan. (Soc. Ent. 15., 140; 1900.) 

Cr. Peirolerii Kutsch, proxime affinis, elytris metallico-cyaneis, capite 
pronotoque rufis, pjarte inferiore macula transversa praescutellari, femorihus, 
labro superiore palpisqiie nigris, femorum hast, tibiis, tarsis antennisque 
(praeter articulos 4 — 5 exteriorihus) rufotestaceis; pironoto longitudine 
l'l^ — l'j.j latiore, medio latissimo, ad hasin apicemque angiistato, ante an- 
gulos posticos subsinuato, disco fere polito, angulis anticis vix lobatim pro- 
ductis, impressione transversa sat fortiter punctata, margine laterali tenui, 
in angulo antico vix torifor)iiiter incrassato; elytris in Immer is hasim pronoti 




Eevision der paläarktischen Crejndodera- Avten. 267 

superayitWus, punctato-striatis, pundis profundis, ante apicem evanescentibus ; 
alis coleopferis vix brevioribus (in d interdum paido longioribus). 

cf : artiado 1" tarsorum anticorum mediorumque fortiter, posticorum 
modice dilatato. 

Long.: 3,25 — 4 mm, lat.: 1,75 — 2,25 mm. 

Patria: Alpes grajae, penninae et lepontinae. 

Crep. basalis steht habituell der Peirolerii und melanopus am nächsten 
und unterscheidet sich von diesen durch constant schwarz gefärbten Basal- 
eindruck des Thorax, i'ötlichg-elbe Schienen und Tarsen (auch die Fühler 
sind in grösserer Ausdehnung liell gefärbt), etwas kürzere Fühler und 
abweichend geformten Penis. Von der bereits erwähnten, sehr seltenen 
Aberration der Peirolerii mit schwarzem Basaleindruck des Halsschildes 
kann basalis, abgesehen von der Farbe der Beine, leicht durch die Penisform 
(d*) und die Flügelbildung (9) getrennt werden. Wenn auch die Länge 
der Hauttlügel beim d der basalis einigen Schwankungen unterworfen ist, 
so finden wir im 9 Greschlecht in dieser Beziehung eine recht befriedigende 
Constanz. Die Flügel des letzteren sind stets etwas kürzer als die Decken 
imd niemals gefaltet, sondern breit lappenförmig ausgebildet, an der Spitze 
etwas zip f eiförmig verlängert. 

In der Färbung der Beine nähert sich die neue Art der femorata, 
weicht jedoch von ihr durch den mit Peirolerii übereinstimmenden Habitus, 
insbesondere durch nicht herzförmigen, weniger gewölbten Thorax, die 
Färbung des Basaleindruckes, dichtere Punktirung 
der Deckenstreifen, schlankere Beine, ungefaltete, 
kürzere Hautflügel (9) und anderen Penis (c?) ab. 

Der Penis ist demjenigen der Cr. melanopus ähn- 
lich, der matte Eindruck der Unterseite ist sehr flach, 
erreicht die Mitte des Penis nicht und ist gegen den 
glatten, in der Mitte der Länge nach furchenartig 
vertieften Basalteil scharf abgesetzt. Am basalen 
Ende der matten Aushöhlung befindet sich eine tiefere, 
strichaitige Mittelf ui'che. Der Apicalteil des Penis ist 
im Cxegensatz zu den verwandten Arten nicht nach 
abwärts gerichtet. 

Crep. basalis scheint nur eine geringe Verbrei- ^^- ^^• 

1 .. -IXT ii • • 1 • Penis von C. basalis 

tung zu besitzen. Wir sammelten sie in den penni- k. Dan. 
nischen Alpen am Mt. Bo (Val Sessera 8. 8. 1894) 

und am Mt. Barone (29. 6. 1898) in je einem Exemplar, ferner in den 

nördlichen grajischen x\lpen am Cogne-Pass (16. 8. 1895) in 6 Stücken. 

Weiteres Material konnte ich vergleichen vom Mt. Rosa (Rotte nberg; 

Wiener Hofmuseum) und vom Simplon (Coli. Diener.), an den beiden 
letzten Localitäten neben Peirolerii. 



Crepidodera femorata Gyli. 

Der von den übrigen Arten der 2. Gruppe wesentlich abweichende 
Habitus der Crej). femorata wird einerseits durch den im Verhältnis zum 

18* 




268 Dl-, Josef Daniel 

Hinterkörper stärker entwickelten Halsschild, andererseits durch die Form 
des letzteren bestimmt. Der Thorax ist durch seine fast halbkugelförmig' 
gewölbte, glatte oder nur äusserst fein punktirte Scheibe und durch in 
der Mitte stärker als bei den Verwandten gerundete, nach rückwärts be- 
deutender verengte und vor den Hinterecken deutlicher ausgeschweifte 
Seiten ausgezeichnet, so dass die Gestalt des Thorax im allgemeinen als 
eine herzförmige bezeichnet werden kann. Charakteristisch für femorata 
sind ferner die dickeren, einfarbig roten Fühler, die ebenso gefärbten 
Schienen und Tarsen, die kräftigen Beine, die für diese Gruppe verhältnis- 
mässig schwächer abgesetzte Schulterbeule, die stark und tief, jedoch etwas 
undicht punktirten Deckenstreifen, welche schon hinter der Mitte feiner 
werden und schwächer punktirt erscheinen, sowie die ebeneren Zwischenräume. 
Die Farbe der Decken ist im allgemeinen dunkelblau, die Hautflügel sind 
fast ausnahmslos so lang als die Decken, am Ende etwas gefaltet zurück- 
geschlagen und in beiden Geschlechtern gleichmässig 
ausgebildet. Speciell sei noch hervorgehoben, dass das 
erste Glied dei- Vorder- und Mitteltarsen beim cS auf- 
fallend stärker verbreitert ist als bei den übrigen 
Arten. Auch das 1. Glied der Hintertarsen (cf), so- 
wie die Tarsen des 9 sind bei femorata verhältnis- 
mässig breiter als bei den Verwandten. 

Der Penis ist sehr deutlich löffeiförmig gestaltet, 
der Eindruck der Unterseite seicht, matt, nicht bis 
zur Mitte der Eöhre verlängert, gegen den glatten, 
nur im vorderen Teil im allgemeinen schwach einge- 
drückten Basalteil durch einen deutlichen Rand abge- 
schlossen. Im Profil erscheint der Penis schwach 
^^s- ^^- sichelförmig. 

Penis von C. femorata 

Gyii- Das Verhältnis der femorata zu den übrigen 

Arten der Gruppe ist aus der Tabelle zu ersehen. 
Wesentliche Sculpturvarietäten etc. konnte ich nicht constatiren; von 
Abänderungen in der Färbung wären, abgesehen von Stücken mit grün- 
lichen Decken, zu erwähnen : 

ab. aeneipennis Weise. Flügeldecken schwarz mit Messingglanz. 

ab. Kossmanni Gerh. Decken ganz schwarz. 

ab. infusci])es Foudr. Letzte Fühlerglieder und Schienen, namentlich 
die der Hinterbeine in verschiedenem Grade angedunkelt. Dadurch wird 
diese Aberration in Bezug auf die Färbung der Peirolerii ähnlich, ist 
jedoch leicht an ihrem Habitus, der Thoraxform, den kräftigen Beinen etc. 
zu erkennen. 

Mehr Beachtung verdient eine Form der femorata mit abweichender 
Flügelbildung. Während die Hautflügel sämtlichei' von mir untersuchten 
Stücke der oben angegebenen Länge entsprechen, fand ich unter dem von 
Rybinski gesammelten Material dieser Art aus der Czerna hora neben 
normalen auch einige Exemplare (d c^), bei welchen die Flügel in aus- 
gebreitetem Zustande die Decken um die Hälfte ihrer Länge überragen. 
Diese Entdeckung, welche ich erst vor kurzem machte, veranlasste mich, 




Revision der palSarktischen Crepidodera- A.iten. 



269 



die Tabelle für die 2. Gruppe nochmals umzuarbeiten, um in erster Linie 
Färbungsdifferenzen zur Trennung der Arten zu benützen. 

Die Verbreitung der Crepid. femorata erstreckt sich über die Gebirgs- 
gegenden Mittel- und Nordeuropas, ferner über Sibirien. An vielen Orten 
der Nord- und Ostalpen lebt sie in Gesellschaft der Peirolerü. Bemerkens- 
wert ist auch das Vorkommen im Flachlande (München, Erlangen, Nürn- 
berg etc.). Ich lasse hier eine Eeihe von Fundorten, von denen Material 
durch meine Hände ging, folgen: 



Schönebach (Vorarlberg), Dr. MüUer- 
BregeDz. 

München 1. 11. 1902. Oettel. 

Holzldrchen (Bayer. Oberland) 1. 6. 1902, 
Neresheimer. 

ValeppCBayer. Alp.)22.6.1889, K.Daniel. 

Urfeld (Bayer.Alp.) 28. 6. 1901, J. Daniel. 

AUgäuer Alpen, Breit. 

Eeckawinkel (bei "Wien) 

Schaf berg (Salzbg.), G a n g 1 b a u e r 

Bitten (N.-Oesterreich) 

"Wechselgebirge (Steiermark) 1889 
Ganglbauer 

Limz (J^.-Oesterreich) 

Koralpe (Känithen) 1890, Gangl- 
bauer 

Altvater, "Weise, coli, nostr. 

Tatra, Ung. National-Museum. 

Budapest, Ung. National-Museum. 

Czarnahora (Galicya wsch.), Rybinski 

Cibin-Gebirge (Transsylv.) 1889, Ormay 

Vitosa planina (Sofia), Apflb.; Bosn.- 
Herz. -Landes -Museum. 



W s 









Sodankylä (Lappland), Sund man 

Muonio (Lappland), 

Sordavala (Ost-Finnland), 

Ruskeala " » 

Avasaksa » 

Torneä » 

Kolari » 

Konosero (Kola), Levander 

Kusräka » Levander 

Fluss Lutto (Kola), Poppius 

Petrosawodsk(G.OIonezk)8.7.1894, 

Birulja 
Fluss lütoi (S. Irkutsk), Härtung 
FlussBjelaja(S. Irkutsk) 16.6.1873-, 

Härtung 
Kolyvan (G. Tomsk); Gebier 
Osnatjenn. (S."\i\'".-Sibirien), Hamniarstr. 

Museum Helsingfors. 
Jenisseisk (Ö."W. -Sibirien), J. Sahlbg. 

Museum Helsingfors. 
Barnaul (G. Tomsk), Gebier, "Wiener 

Hofmuseam. 



&JD C 



CLl' 



3. Gruppe. 

Die Arten dieser kleinen Gruppe sind, abgesehen von ihrer Körper- 
form (Halsschild nach vorn mehr als nach rückwärts verengt, Schultern 
weniger deutlich über die Basis des Halsschildes heraustretend, Schulter- 
beulen minder stark abgesetzt), von denen der 2. Gruppe hauptsächlich 
durch die einfarbig rötlichgelben Taster, die ebenso gefärbten Beine (nur 
die hinteren Schenkel öfter angedunkelt) und die schwarzen, nur selten 
schwach metallglänzenden Decken gut zu unterscheiden. "Während bei den 
Vertretern der 2. Gruppe im allgemeinen die Flügel bei beiden Geschlechtern 
+ gleichmässig ausgebildet sind und Ausnahmen sehr selten vorkommen, 
sind die Hautflügel bei den c?c? der 3. Gruppe im ausgebreiteten Zustande 
stets zweimal so lang als die Decken und im 9 Geschlecht zwar ebenso 
lang als diese, im letzten Drittel jedoch nur bandartig ausgebildet. Dieser 
Apicalteil der Flügel ist jedoch in der Eegel zurückgefaltet, so dass die- 
selben bei obei^ächlicher Betrachtung verkürzt erscheinen. Die Arten der 
3. Gruppe (insbesondere rJiaetica) nähern sich im Habitus öfter einigen 
Gliedern der 4. Gruppe (nobilis m.); die Untersuchung der Flügel kann 
somit in zweifelhaften Fällen nicht umgangen werden. 



270 Dr- Josef Daniel 

Hierher nur zwei der alpinen und subalpinen Region angehörende, 
nahe verwandte Arten, die im allgemeinen nach folgendem Schema zu 
trennen sind: 
1" Hinterschenkel, wenigstens an der Aussenseite schwarzbraun; 
Halsschild nur einzeln fein punktirt, glatt und glänzend er- 
scheinend. Körper kürzer und breiter, hinten, besonders beim 
9 + verrundet. Lg.: 3,5 — 4,5mm. — Siebenbürgen, Bosnien, 
Kroatien, Westalpen, ligur. Apennin .... cor27ulenta Kutsch. 
1' Alle Schenkel rötlich; Halsschild deutlich, meist dicht punktirt; 
Körper schmäler, hinten mehr zugespitzt, spindelförmig er- 
scheinend. *) Lg. : 3 — 4,3 mm ; Central- und nördliche Westalpen. 

rhaetica Kutsch. 

Crepidodera corptilenta Kutsch. 

In der Grösse mit den Arten der 2. Gruppe übereinstimmend 
(3,5 — 4,5 mm), mit Ausnahme von rhaetica jedoch mit keiner Art der 
Gattung näher verwandt. Halsschild breiter als lang, nur sehr spärlich 
und fein punktulirt, spiegelglatt erscheinend, in der Regel nach rückwärts 
nur sehr leicht verengt, vor den Hinterecken ganz schwach ausgeschweift, 
diese beim d meist etwas nach aussen gerichtet; Thorax nach vorne 
deutlich mehr als nach rückwärts verengt, Seitenrand verhältnismässig 
fein, am vorderen Borstenpunkt gerundet nach aussen tretend, Quereindruck 
vor der Basis tief, massig fein punktirt; Decken 
breit, an den Schultern etwas (cf) oder kaum (g) 
über die Halsschildbasis vortretend, Schulterbeule nur 
wenig deutlich abgesetzt. Decken beim 9 in der Mitte 
bauchig erweitert; Deckenstreifen mit tiefen, etwas 
weitläufig gestellten, nach hinten schwächer werden- 
den Punkten. 

Die Seiten des Penis sind parallel, der matte 
Eindruck der Unterseite ist verhältnismässig flach, 
über die Mitte verlängert, nach rückwärts gut be- 
grenzt und in seiner liinteren Hälfte in der Mitte 
deutlich gefurcht; der glatte Basalteil ist in der Mitte 
^is- 16. -j- tief, breit gefurcht, so dass die Aussenränder 

Penis von C. corpulenta ij.fi ii i • -o-j i • i j. • 

Kutsch. deutlich gehoben erscheinen. Bei der Ansicht im 

Profil ist eine leichte Abknickung des Apicalteiles 
bemerkbar. Die Seiten des Penis divergiren bei den Stücken der West- 
alpen in der Regel kaum merklich nach rückwärts. 

Crejy. corpulenta ist im allgemeinen trotz ihrer weiten Verbreitung 
zu Abänderungen wenig geneigt. Manchmal zeigen die tiefschwarzen Decken 
einen schwachen Metallscliimmer ; Stücke mit undeutlich angedunkelten 
Schenkeln sind sehr selten und dürften auf nicht ganz ausgefärbte Exem- 
plare zu beziehen sein. Individuelle Schwankungen in der Bildung des 
Thorax sind verhältnismässig häufig. Mir liegt ein Stück (M. Penna; 




*) Decken ausnahmsweise rotbraun (ab. rufo-concolor m.). 



Kevision der paläarktischen Crepidodera- A.rten. 271 

coli. Dodero) mit nur wenig gerundeten, andere mit vor den Hinter- 
winkeln sehr deutlich ausgeschweiften Seiten vor. Erwähnenswert erscheint 
mir noch die Tatsache, dass bei corpulenta und auch bei rliaetica unter 
normalen Stücken öfter solche mit etwas weniger verbreitertem 1. Gliede 
dei' Vorder- und Mitteltarsen des c? auftreten. 

Einen Unterschied zwischen westalpinen und östlichen Stücken konnte 
ich nicht entdecken. In den Gebirgen Bosniens (Igman-Geb., Bjelasnica 
planina etc.) findet sich eine kleinere, 3,5 mm messende, subalpine Form 
(bosnica Apflb. i. lit.) von dunklerer roter Farbe (bei einem Stück auch 
der Baum hinter dem Quereindruck des Halsschildes schwarz), deren Thorax 
nach rückwärts eine Spur deutlicher verengt ist und bei welcher auch die 
Decken etwas länger und hinten weniger verrundet erscheinen. Der Penis 
stimmt vollkommen mit dem der Stammform überein, welche auch von den- 
selben Localitäten vorliegt. An reichem Material habe ich mich indes 
überzeugt, dass sich diese .Form infolge zahlreicher üebergänge nicht auf- 
recht erhalten lässt. 

CrejJ. corpulenta ist aus Siebenbürgen beschrieben und bewohnt auch 
die benachbarten Gebiete von Südungarn, Kroatien, Bosnien und der Herze- 
gowina. Sie tritt wieder in den Westalpen auf, wo sie in den grajischen, 
den nördlichen cottischen, den ligurischen und den Seealpen gesammelt 
wurde. Als südlichster Punkt ihres westlichen Vorkommens ist mir Vallom- 
brosa bei Florenz, als nördlichste Fundstelle der M*^^ Levanna (3. 7. 1893; 
J. Daniel) in den mittleren grajischen Alpen bekannt geworden. 

A"on folgenden Localitäten ging Material durch meine Hände: 

Hermannstadt ; coli, nosti-. Boscolungo (Etrusk. Apennin) 8. 1891; j ? 

Kapelleuberg bei Kronstadt; Deubel. Fontanigorda (Liguria) 7. 1897; ^ 

Bucsecs \ Montebruno (Liguria) 27. 7. 1897; ^- 



Paring-Geb. ( Siebenbürgen; Monte Penna (Liguria) 8.1896; ^ 



Kerzer-Geb. i Deubel. M. Misurasca (Liguria) 8. 1897 ; )< 

Rosenauer-Geb. J Val Pesic (Ligiir. Alpen) 28. 6. 1896, 

Schüler (Siebenbürgen) ; Gangib. l jj 2 J- Daniel. 



Negoi » Gangib. ( g g Mad. della Fenestra (Seealpen) 8.1903, 

Cibin-Geb. » Ormay [ r; 'S A. Dodero. 

Herculesbad 1895; G an gib. J ^ M I/Authion (Alp. mar.); Deville. 

Sarajewo (Vucjaliika) | Val Maira (Südl. cott. Alp.) 29. 5. 1898, 



Travnik Bosnien I Bosn.-hörz. J. Daniel. 

Klekovaca » J Landes- ßardonnecchia (M Cenis-Geb.)21.8.1896; 

Ivan-planina » j Museum Solari. 

Trebevic-Geb. .. ) Coazze (cott. Alpen) 9. 1901; A. Dodero. 



Crepidodera rhaetica Kutsch. 

Die vorliegende Art (Stammform) unterscheidet sich von corpulenta 
in der Eegel durch geringere Grösse (3 — 4 mm), nicht oder nur sehr wenig 
nach hinten verschmälerten Halsschild, dessen Scheibe deutlich und meist 
dicht punktirt ist, schmälere und längere Gestalt, insbesondere durch 
längeren, rückwärts mehr zugespitzten Hinterkörper, so dass der Körper- 
umriss im Gegensatze zu corpulenta mehr spindelförmig erscheint, weniger 
gewölbte und in der Mitte weniger bauchig erweiterte Decken des 9 , ge- 



272 



Dr. Jösef Baniel 



drängter und fast bis zur Spitze punktirte D ecken streif en, meist etwas ge- 
wölbtere Zwischenräume und einfarbig rötlicligelbe Hinterschenkel. Im all- 
gemeinen sind die beiden Geschlechter der C. rliaetica, im Gegensatz zu 
corpulenta, mehr übereinstimmend gebaut. Meist sind die Zwischenräume 
der Deckenstreifen der ersteren Art sehr fein punktulirt, eine Eigentümlich- 
keit, die auch bei corpulenta zuweilen beobachtet wird. Häufig sind bei 
rliaetica die Deckenepipleuren und der Bauch ganz oder teilweise kastanien- 
braun ; 1 . Tarsenglied der Vorder- und Mitteltarsen beim cf zwar deut- 
lich verbreitert, diese Erweiterung ist jedoch, ähnlich wie bei corpulenta, 
bei Stücken derselben Provenienz gewissen Schwankungen unterworfen, 
so dass ab und zu (S Exemplare auftreten, deren Basalglieder von denen 
der 9 9 in Bezug auf die Breite nicht in dem Maße diiferiren, wie 
wir es bei den übrigen Crepidodera-Arten (mit x4.usnahme der 5. Gruppe) 
gewohnt sind. Keinenfalls Jedoch tritt diese Ver- 
breiterung soweit zurück, dass .über das Geschlecht 
solcher Stücke Zweifel bestehen könnten. Noch 
möchte ich bemerken, dass das 1. Glied der Vorder- 
und Mitteltarsen des 9 bei rliaetica etwas kürzer ist 
und somit breiter erscheint als bei corpulenta. 

Der Penis besitzt fast ganz parallele Seiten. 
Der Eindruck der Unterseite ist nahezu bis zur 
Basis verlängert, in seinem letzten Verlaufe verengt 
und tief furchenartig ausgebildet. Der glatte Basal- 
teil ist demnach relativ kurz, im übrigen in der 
Mitte nur schwach eingedrückt. Im Profil erscheint 
der Penis schwach sichelförmig, der Apicalteil ist zwar 
nach unten gerichtet, jedoch nicht abgeknickt, in einer 
Flucht mit der allgemeinen Krümmung verlaufend. 
Crep. rliaetica ist aus der Schweiz beschrieben, jedoch über die ganzen 
Central- und nördlichen Westalpen verbreitet. Ich lasse hier einige Fund- 
orte, von denen mir Material vorlag, folgen: 




Fig. 17. 

Penis von C. rliaetica 

Kutsch. 



Susten-Pass (Oestl. Berner Alpen), 

18. 8. 1891, 
Mühlebach-Alpe (Glarner Alpen), 

28. 7. 1896, 
Panixer-Pass (Kanton Glarus-Grau- ' 

bünden), 1. 9. 1895, 
Zapport- Alpe (Hinterrhein), 7.8.1891, 
Bernina, 6. 8. 1896, 
Simplon; Ratz er. 
Grimselhospiz, v. Heyden. 
Langen Arlberg (Arlberg), 9. 7. 1895 

Dr. Müller, Bregen z. 
Heiraspitze (Arlberg), 38. 7. 1900, 

Dr. Müller, Bregenz. 



Stuben Kalterberg (Arlberg). 25. 7. 1900, 

Dr. Müller, Bregenz. 
Val di Leno (Südtirol) 1903, Gglbr. 
Adamello 1903, Breit. 
Yal Masino (Veltlin), 25. 7. 1893, ] - 
Val di Scalve (V. Camonica), 21. 6. ■- 

1904, ^ ä 

Val Sorino (Judikarieu), 10. 7. 1894, I fi 
Val Danerba(Judikarien). 7. 7. 1894, I >-i 
Stilfser Joch, 11. 8. 1872, Wiener 

Hofmiiseum. 
Brenner, coli. Strasser. 
Lagorai (Trientiner Alpen), 9. 6. 1889, 

K. Daniel. 



Obwohl Crep. rliaetica nur über ein verhältnismässig wenig umfang- 
reiches und zusammenhängendes Gebiet verbreitet ist, zeigt sie, im Gegen- 
satze zu der in den Westalpen und wieder in Siebenbürgen, Bosnien etc. 
vorkommenden corpulenta eine ausgesprochene Neigung zur Bildung be- 
merkenswerter Localrassen. 



Kevision der paläarktischen Crepidodera-ATten. 



273 



Aus den bergamasker Alpen (Passo San Marco, 1. 8. 1899; 
K. Daniel) besitzen wir wenige Stücke einer kleinen Form (3 bis 
3,5 mm), welche sich durch einen, im d Geschlecht nur sehr zerstreut 
und fein, beim 9 nur wenig dichter punktirten Halsschild und dunklere 
rote Farbe des Thorax und der Beine (Basis der Hintersclienkel teilweise 
schwach angedunkelt) unterscheidet. Die Zugehörigkeit zu 
rhaetica Avird wegen der spindelförmigen Gestalt und der Form ^ — \ 
des Penis ganz ausser Frage gestellt. Die Aushöhlung der \ ] 
Unterseite ist ebenso gebildet wie bei der Stammform, nur 
noch weiter nach rückwärts, fast bis zur Basis fortgesetzt. 
Stücke vom Splügen mit etwas deutlicher punktirter Hals- 
schildscheibe, aber gerade so geformtem Penis bilden den 
Uebergang zur Stammform. 

2 cfcf von Andermatt (18. 8. 1891, K. Daniel) im 
Gebiete des St. Gotthard stimmen mit der Stammform überein, 
die Halsschildscheibe ist jedoch nur sehr fein und zerstreut 
punktirt, der Penis wie bei unten beschriebenen rhaetica spec- 
tahilis m. geformt. Penis von 

Die Stücke aus den grajischen (Monte Bessun bei Cere- ' yar. 
sole-Reale, Ciamarella im Valle d'Alä) und nördlichen cottischen 
Alpen (Coazze, 8. 1889; A. Dodero) messen im allgemeinen 3,5 — 4 mm 
und zeigen einen besonders im 9 Geschlecht feiner und manchmal zer- 
streuter punktirten Halsschild. Da sie auch im Penis fast ganz mit der 
typischen rhaetica übereinstimmen, ziehe ich sie vorläufig zur Stammform. 
Unter den von A. Dodero bei Coazze gesammelten, normal gefärbten 
Stücken finden sich auch 2 cfcf mit rotbraun gefärbten Decken (rhaetica 
rufo-concolor m.). 

Eine auffallendere Rasse {rhaetica spectabilis m.), welche vorzugs- 
weise die penninischen Alpen bewohnt, zeichnet sich durch bedeutende Grösse 
(bis 4,3 mm) und grob und dicht punktirten Halsschild aus, 
welcher zwar, wie bei den meisten Arten der Gattung, indi- 
viduellen Schwankungen unterworfen, im allgemeinen aber nach 
rückwärts nicht verengt, meist sogar etwas verbreitert und 
vor den Hinterecken flach ausgeschweift ist. Der Penis dieser 
Rasse ist insofern charakteristisch gebildet, als der Eindruck 
der Unterseite nicht unmittelbar vor der Spitze, sondern erst 
am Anfang des letzten Viertels beginnt, weniger weit nach 
rückwärts verläuft und gegen den glatten Basalteil meist 
nahtartig abgegrenzt ist. Letzterer erscheint in der Mitte tief 
gefurcht und tritt in den schon erwähnten Eindruck unver- 
mittelt über. Im übrigen ist der Penis der spectatilis an den 
Seiten durchaus parallel. 

Eine weitere Eigentümlichkeit dieser Rasse besteht in 
ihrer Neigung zur Bildung von Aberrationen mit leicht bronce- 
glänzenden Decken. Häufig finden sich grosse Stücke der 
rhaetica spectabilis in den Sammlungen als corpulenta eingereiht. 

Wir sammelten diese neue Form im Monte Rosa-Gebiet und zwar 
im oberen Val Quarazza (31. 7. 1897), auf der Mologna (5. 8. 1897) und 



l / 



Fig. 19. 

Penis von 

C. rhaetica 

spectabilis m. 



274 Dr. Joeef Daniel 

am Mte. Barone (27. 6. 1898) in den penninischen Alpen. Ausserdem 
lag sie mir noch aus der Coli. Carret vom Lago della Veccliia*) vor. 
Exemplare von Macugnaga (Mt. Rosa) und dem Val Piora (Tessin) stimmen 
in der Gestalt und Grösse mit der Stammform, in der Penisbildung jedoch 
mit V. spectahilis überein. 

Anmerkung. Aus den vorhei'gehenden Ausführungen ist ersichtlich, dass 
das gegenseitige Vei'hältnis von Crep. corpulenta und rhaetica ein viel verwandt- 
schaftlicheres ist, als bisher angenommen \^alrde: einer Vereinigung der beiden 
Arten sieht, abgesehen von gewissen habituellen Verschiedenheiten, vor allem die 
Tatsache ihres geineinsamen Vorkommens (Coazze) unter Erhaltung der specifischen 
Eigentümlichkeiten entgegen. 



4. Gruppe. 

Das charakteristische Kennzeichen der Angehörigen dieser Gruppe 
besteht in der rudimentären Ausbildung der Hautflügel der 9 9 . Wir be- 
gegnen hier der interessanten Tatsache, dass die dd mehrerer Arten in 
zwei, meist nebeneinander lebenden Formen, einer vollständig geflügelten 
und einer fluguntüchtigen aufzutreten pflegen. Dieses abnorme Verhalten 
steht einer weiteren Gliederung der 4. Gruppe auf Grund der Flügelbildung 
des d entgegen. Man könnte höchstens eine Scheidung in der Weise 
vornehmen, dass man den in beiden Formen auftretenden Species {d) die 
übrigen, bisher nur im unvollständig geflügelten Zustand (d) beobachteten 
Arten gegenüber stellt. Durch diese Gruppirung würden indes einige 
Arten (nobilis, cyanescens) von ihren engeren Verwandten losgerissen. 
Bemerkenswert ist ferner, dass die eben besprochenen, flugtüclitigen dd 
Flügel von ungefähr doppelter Deckenlänge besitzen, und dass üebergänge 
von dieser langgeflügelten zur nur halbgeflügelten Form, also etwa Exem- 
plare mit Flügeln von der Länge der Decken bisher nicht beobachtet 
werden konnten. '''*) 

Da die Angehörigen der 1., 2. und 3. Gruppe bei einiger Uebung 
in der Eegel ohne genauere Untersuchung erkannt werden können, so wäre 
der Eest der Arten — mit Ausnahme der charakteristischen C nigritula der 
nächsten Gruppe — der 4. Gruppe zuzuweisen. Legt man Wert darauf, 
die Hautflügel zu controliren, so wären alle Stücke mit Flügelstummeln (vgl. 
nigritula) in der 4. Gruppe zu bestimmen. Die vollständig geflügelten dd 
der letzteren sind von denen der 3. leicht durch die dunklen Taster oder 
bei helleren Tastern durch die angedunkelten Mittel- und Vorderschenkel 
zu unterscheiden. Neben den Arten der 2. Gruppe kann man sie an ihrer 
fast durchgängig kleineren Gestalt, dem weniger lebhaften, insbesondere 



*) La Vecchia, Pass südlich der Mologna. 

**) Wir dürfen auch solche Üebergänge nach den Beobachtungen, die wir bei 
anderen Koleopteren, wo gleichfalls eine flugtüchtige einer ungeflügelten oder halh- 
geflügelten Form ohne Intermediärtypen gegenübersteht (Ptinella, Atomaria)^ kaum 
erwarten, da die Rückbildung der Flügel zu gebrauchsunfähigen Stummeln über- 
haupt nicht durch allmähhche Umwandlung, sondern stets auf dem Wege der 
spontanen Variation entsteht. (Vergl, K. Holdhaus: Beiträge zur Kenntnis der 
Gattung Atomaria, M. K. Z. 1., 367; 1903.) 



Revision der paläarktischea Crepidodera-Axten. 2Y5 

fast uie rein blauen Metallgianz der Decken und den meist rötlichen oder 
nur schwach angedunkelten Mittel- und Voi-derschenkel unschwer trennen. 
Nur eine kleine Art (frigida) der 4. Gruppe kommt ausnahmsweise im d 
Geschlecht mit volllvommen ausgebildeten Flügeln und ganz pechbraunen 
Schenkeln vor, diese ist indes durch ihrem schwarzen Stirnkiel sofort von 
den Arten der 2. Gruppe zu unterscheiden. 

Die Glieder der 4. Gruppe lassen sich in folgender Weise übersehen : 

1" Halsschild rot oder rotbraun, ohne Metallgianz. 

2" Taster hellgefärbt, rötlichgelb, selten hell bräunlich; Hinter- 
schenkel stets einfarbig rötlichgelb ; Schulterbeule auch beim cf 
nicht oder nur undeutlich abgesetzt; Decken schwarz, selten 
mit schwach metallischem Schimmer, manchmal + rotbraun; 
Flügelstummeln schmal und meist sehr kurz (nur bei norica d 
etwas länger und breiter); d nur in einer kurz geflügelten 
Form auftretend. 

3'" Grössere Art (3 — 3,8 mm), breit, stark gewölbt; Thorax nach 
rückwärts stärker verengt, schwach herzförmig, Scheibe nur 
sehr fein und zerstreut punktirt, spiegelblank erscheinend; 
Schulterbeule kaum angedeutet oder fehlend, Streifen der Decken 
grob, gleich hinter der Mitte auffallend fein, im letzten Viertel 
fast gar nicht punktirt, 9. Streifen nur bis zur Mitte reichend, 
Zwischenräume flach; Decken und Unterseite des Hinterkörpers 
schwarz; Oberlippe pechbraun; Flügel halb so lang als die Decken, 
beim d etwas breiter, lappenförmig. — Südtirol, Ostalpen, 
Kroatien norica Weise. 

3" Von mittlerer Grösse (2,8 — 3,2mm), weniger breit, flacher; 
Halsschildform ziemlich variabel, im allgemeinen jedoch schwach 
herzförmig, Scheibe meist dicht punktirt; Schulterbeule ziemlich 
deutlich abgesetzt. Deckenstreifen + grob, bis zur Spitze punk- 
tirt, Zwischenräume, insbesonders die abwechselnden an der 
Deckenbasis gewölbt ; Decken *) und Unterseite des Hinterkörpers 
schwarz; Oberlippe fast durchgängig rötlichgelb, sehr selten an- 
gedunkelt ; Flügel nur V* so lang als die Decken, schmal band- 
förmig. — Siebenbürgen und angrenzende Gebiete 

transsylvanica Fuss. 

3' Kleine Art (2 — 2,5 mm), länglich, nur massig gewölbt ; Hals- 
schild nach hinten weniger verschmälert, fein, jedoch ziemlich 
dicht punktirt; Schulterbeule wenig auffallend abgesetzt; Decken- 
streifen etwas weniger tief, bis fast zur Spitze punktirt, 
9. Streifen hinten abgekürzt, Zwischenräume leicht gewölbt; 
Decken rotbraun mit + Metallgianz, Schulterbeule braun, Unter- 
seite einfarbig rotbraun, Oberlippe pechbraun. — Karawanken 

obirensis Gangib. 

2' Taster, wenigstens auf der Oberseite pechbraun bis schwarz. 



*) Ausnahmsweise Decken rötlich oder rotbraun (ab. rufii)enyiis m.). 



276 Dr. Josef Daniel 

selten + dunkelbräunlich,*) im letzteren Falle jedoch Hinter- 
schenkel und oft auch Mittel- und Vorderschenkel + pechbraun 
bis pechschwarz, Hinterschenkel nur ausnahmsweise einfarbig . 
rötlichgelb ; Schulterbeule des cf und meist auch beim 9 deut- 
lich abgesetzt; Decken in der Eegel mit grünlichem, seltener 
bläulichem Metallglanz; d bei zwei Arten auch in einer voll- 
ständig geflügelten Form auftretend. 

4" Decken metallisch oder schwarz. 

5 " Stirnkiel (Nasenkiel) schwarz, meist auch der Scheitel dunkler ; d vor- 
zugsweise in der halbgeflügelten Form auftretend, 274 — SV-imm. — 
Westliche Central- und Westalpen frigida Weise. 

r/ oa- 1 • 1 j. 1 nobilis m. 

5 Stirnkiel rot V . ^-,.^ 

J nielanostoma Rdtb. 

4' Decken nicht metalüsch, + dunkelcastanienbraun, Schienen gegen das 

Ende angedunkelt. — Siebenbürgen . cyanipennis ab. puncticoUis Eeitt. 

1' Halsschild metallisch blau, schwarz oder broncefarben. 

6" Decken blau, grünlichblau, selten schwärzlich mit schwachem 
blauem, metallischem Glanz ; Quer- und Längseindrücke des Thorax 
deutlich; Deckenstreifen regelmässig punktirt; Scheitel glatt; die 
ersten 5 — 6 Basalglieder oder die ganzen Fühler + rötlich, 
Hinterschenkel normal verdickt. 

7" Grössere Arten (2,5 — 4 mm); Deckenstreifen tief, ziemlich ge- 
drängt, fast bis zur Spitze punktirt, Zwischenräume schmal, ge- 
wölbt; Querfurche des Halsschildes tief; 1. Glied der Vorder- 
und Mitteltarsen des c? stark verbreitert, 2. Glied auffallend 
klein, dreieckig, B. Glied so breit wie das erste. Endglieder 
der Fühler mehr gestreckt; die i'udimentären Flügel, die Mitte 
der Decken erreichend, lappenförmig. 

8" Halsschild blau; grössere Art (3,5 — 4 mm); c? gedrungen; 
Schulterbeule nur wenig abgesetzt; Fühler und Schienen meist 
einfarbig rötlichgelb; Streifen der Decken bis zur Spitze deut- 
lich punktirt; cf nur in einer unvollständig geflügelten Form 
auftretend. — Ostalpen und deren östliche Ausläufer, Sieben- 
bürgen cyanescens Duft. 

8' Halsschild schwarz; kleinere xirt (2,5 — 3 mm); d schlanker; 
Schulterbeule, insbesondere beim d deutlich abgesetzt. Fühler 
(hauptsächlich vom 6. ab) und Schienen fast stets angedunkelt; 
Punktstreifen der Decken kurz vor der Spitze verschwindend, d 
in der Eegel halb, ganz ausnahmsweise vollkommen geflügelt. — 
Westalpen, Schweiz, südliche Central- und Ostalpen, Siebenbürgen 

cyanipennis Kutsch. 



*) Bei einer westlichen Form der Crep. melanostoma (ligurica m.) sind die 
Taster manchmal heller bräunlich gefärbt, so dass man über die Zugehörigkeit 
solcher Stücke sub 2' im Zweifel sein könnte, jedoch gerade bei dieser Form sind 
die Hinterschenkel stets und meist auch die Mittel- und Vorderschenkel teilweise 
(vergl. 2") dunkelpechbraun gefärbt; umgekehrt finden sich in den Ostalpen auch 
Stücke von melanostoma mit fast oder ganz einfarbig rötlichen Hinterschenkeln, 
in diesem Falle sind jedoch die Taster stets dunkelpechbraun bis schwarz gefärbt. 



Ee\ision der paläarktisclien Crepidodera-Arten. 277 

7' Kleinere Art (1,5— 2,8 mm); Deckenstreifen seicht, etwas undicht 
punktirt. mit hinter der Mitte verschwindenden Punkten, Zwischen- 
räume flach; Querfurche des Halsschildes seichter; 1. Glied der 
Vorder- und Mitteltarsen beim d nur wenig erweitert, das 2. Glied 
zwar kürzer und etwas schmäler als das 1., jedoch nicht augenfällig 
in Form und Breite von den benachbarten Gliedern abweichend. 
Fühler mit gedrungeneren Endgliedern; Flügel nur ganz kurz und 
schmal, das erste Viertel der Deckenlänge nicht überragend. — 
Nord- und Mitteleuropa lügHtuia Gyll. *) 

6' Oberseite broncefarben ; Quereindruck des Halsschildes äusserst 
schwach, in der Mitte fast geschwunden, Längsfalten verkürzt. 
Deckenstreifen schwächer, etwas unregelmässig punktirt; Scheitel 
deutlich punktirt; Fühler einfarbig schwarz; Hinterschenkel nur 
schwach verdickt; Flügel fehlend oder nur ganz kurz stummei- 
förmig ausgebildet, 2,3 — 3 mm. — Steiermark simjilicipes Kutsch. 



Cvepidodera transsylvanica Fuss. 

Die vorliegende und die beiden folgenden Arten zeichnen sich inner- 
halb der 4. Gruppe durch einige Merkmale, die jedoch in ihrer Gresamtheit 
zu betrachten sind, von den übrigen Arten wesentlich aus, so dass die 
Aufstellung einer natürlichen Untergruppe gerechtfertigt erscheint. iVlle 
3 Arten besitzen rötlichgelbe Taster und Schenkel, rotbraune Decken - 
epipleuren, auch beim cf nur angedeutete oder fehlende Schulterbeulen und 
nicht oder kaum metallisch gefärbte Decken. Die cfc? treten nur in einer 
unvollkommen geflügelten Form auf, die Stummeln sind in beiden Ge- 
schlechtern kurz bandförmig, nur bei norica-d etwas breiter, lappenförmig. 

Bei C. transsylvanica (Lg.: 2,8 — 3,2 mm) ist zunächst hervorzu- 
heben, dass ihre Oberlippe im Gegensatze zu allen übrigen Arten der 2., 
3., 4. und 5. Gruppe fast durchgängig hell rötlichgelb gefärbt ist und in 
dieser Beziehung also mit derjenigen der Arten der 1. Gruppe und mit 
Derocrepis übereinstimmt. Ab und zu treten allerdings Exemplare mit + 
angedunkelter Oberlippe auf, **) so dass es leider nicht möglich ist, die 
Färbung derselben in erster Linie zur Trennung von den nächststehenden 
Arten zu benützen. Die Form des Halsscliildes ist bei transsylvanica 
individuellen Schwankungen imterworfen, doch ist er in der Eegel nach 
rückwärts ebenso weit als nach vorne verengt und vor den Hinterwinkeln 
deutlich ausgeschweift, zum Teil eingeschnürt, im allgemeinen demjenigen 
der femorata nicht unähnlich. Häufig erscheint jedoch die Verengung nach 
rückwärts schwächer als nach vorne, in diesem Falle sind auch die Seiten 
vor den Hinterwinkeln nur wenig ausgeschweift. Ebenso variabel ist auch 
die Sculptur der Thoraxscheibe. Während bei der Mehrzahl der Exemplare 
die Punktirung derselben tief und .relativ dicht erscheint, finden sich 
andererseits einzelne Stücke mit zerstreut und fein punktirtem, sehr 
selten sogar fast glattem Halsschilddiskus. Die Decken sind etwas breiter 



*) Diese Art gehört in die 5. Gruppe ; ich habe sie jedoch, hauptsächlich für 
den Fall, dass nur 9 9 zur Bestimmung vorliegen, hier unter die Arten der 
4. Gruppe aufgenommen. 

**) AVelche bei der Extraction mit Benzin ihre Farbe nicht veränderte. 




278 ^r. Josef Daniel 

als die Basis des Thorax, bis zur Mitte schwach erweitert, dann in sehr 
flacher Curve aUmählioh verengt, so dass der Körper nach rückwärts, 
insbesondere beim cf zugespitzt erscheint. Die Schulterbeule ist zwar 
wenig auffallend, aber immerhin unter den 3 erwähnten Arten am deut- 
lichsten abgesetzt. Die Streifen der Decken sind kräftig, bis fast zur 
Spitze punktirt, die Zwischenräume leicht gewölbt, die abwechselnden an 
der Basis fast kielartig erhaben. Die in der ßegel tief 
schwarzen Decken zeigen nur sehr selten einen schwach 
metallischen Reflex. 1. Glied der Vorder- und Mittel- 
tarsen (c?) stark, auch das 1. Glied der Hintertarsen (cf) 
schwach erweitert, so lang als die beiden folgenden zu- 
sammen. Flügel bei beiden Geschlechtern sehr kurz, nur 
^/i — ^/s der Deckenlänge erreichend, schmal, bandförmig. 
Der Penis ist schlank und schmal, am Ende all- 
mählich zugespitzt, der Eindruck der Unterseite über- 
ragt die Mitte der Penislänge. Basalteil in der Mitte 
schmal und schwach gefurcht. Bei der Ansicht im Profil 
^^s- "^- erscheint der Apicalteil zwar deutlich nach abwärts ge- 

Penis von C. trans- , t •• x n -x • j. • i i • i i ^ 

syivanica Fuss. bogeu, die ausserste Spitze ist jedoch wieder schwach 
nach aufwärts gerichtet. 
Abgesehen von den oben erwähnten Abweichungen in der Form und 
Sculptur des Thorax sind mir noch zwei ausgehärtete Stücke (Negoi, 
Wiener Hofmuseum und Kerczesora: Valea Doamni, Ungarn, K. ung. 
Nationalmuseum) bekannt geworden, bei denen die Decken rötlichgelb 
oder rotbraun gefärbt sind. Kleine Stücke dieser Aberration {transsylvanica 
rußpennis m.) nähern sich in mancher Beziehung der folgenden Art, 
werden jedoch in der Regel an der Thoraxform, der Farbe der Ober- 
lippe, der Deckensculptur etc. kenntlich sein. 

Crep. transsylvanica ist aus Siebenbürgen (Mons Presba, Com. Szeben, 
6. 1864; C. Fuss) beschrieben und ist im letzten Jahrzehnt dort zahl- 
reich gesammelt worden. Sonst findet sie sich nur mehr in den an- 
grenzenden Gebieten. Mir sind folgende Localitäten bekannt geworden: 

Kapellenberg bei Kronstadt, De übel, Bucsecs 1896, Strobl. 

Rodnaer Geb. 1896, Deubel. ■ Czarna hora (Galicya wsch.), Rybinski. 

Schuler 1896, Ganglbauer. Sinaia (Walachei), Montandon. 
Negoi 1899, Ganglbauer. 

Crepidodera ohirensis Gangib. 

Die nächste Verwandte der C. transsylvanica, jedoch kleiner (2 bis 
2,5 mm) und, schlanker, Halsschild nach rückwärts in der Eegel weniger 
als nach vorne verengt und im allgemeinen mehr nach dem Typus des 
melanostoma-ThoTdJi. gebaut. Immerhin kommen Stücke der ohirensis vor, 
deren Halsschild nach vorne und rückwärts fast gleichmässig stark verengt 
und dessen Seiten vor den Hinterwinkeln etwas ausgeschweift sind. Punk- 
tirung der stark gewölbten Scheibe fein und gleichmässig, jedoch ziemlich 
dicht, Seitenrand im basalen Teile fein ausgebildet. Decken in den Schultern 
so breit oder eine Spur breiter als die Halsschildbasis, Punkte der Decken- 




Revision der palSarktischen Crejiidodera-Xvten. 279 

streifen etwas weniger tief als bei der vorhergehenden Art, im letzten 
Fünftel verworren, 9. Punktstreif vor der Spitze etwas verkürzt, Zwischen- 
räume leicht gewölbt, Schulterbeulö kaum abgesetzt. 

Besonders charakteristisch für ohirerisis ist ihre Färbung. Auch 
bei ausgehärteten Stücken sind die Decken + dunkel rötlich oder bräun- 
lich, selten mit schwarzem oder schwach metallischem Anfluge. In den 
letzteren Fällen verbleibt jedoch die Schulterbeule, der Seitenrand der 
Decken, sowie deren Epipleuren und die ganze Unterseite stets rötlich bis 
rotbraun. Trotz dieser relativ hellen Gresamtfärbung ist die Oberlippe 
stets pechbraun, öfter sind auch die letzten Fühlerglieder 
+ angedunkelt, und selbst die Taster zeigen, im Gegen- 
satze zu den Verwandten, eine Neigung zu einer etwas 
dunkleren Färbung. 

In Bezug auf die Flügel- und Tarsenbildung stimmt 
ohirensis mit der vorigen Art überein. 

Der Penis ist schlank und schmal, fast parallelseitig, 
am Ende breiter zugespitzt, der matte Eindruck der Unter- 
seite reicht kaum bis zur Hälfte der Penislänge, der 
glatte Basalteil in der Mitte tief, fast bis zur Basis ge- 
furcht, Apicalteil (Profil) deutlich nach abwärts gerichtet. 

Diese interessante und seltene Art wurde von Gustos „ ^^' 

Penis von 

Grangibauer im Jahre 1894 auf der Obir in den Kara- c. ohirensis Ggibr. 

wanken in Gresellschaft von melanostoma entdeckt; sonst 

sind mir nur noch Stücke von den Steiner Alpen (Pinker, 1894) und 

Eadmannsdorf (Grangibauer*) aus dem Wiener Hofmuseum bekannt 

geworden. 

Anmerkung. Crep. ohirensis kommt auch kleinen melanostoma mit hellen 
Hinterschenkeln ziemlich nahe, doch sind bei letzterer Art entweder die Flügel 
voUstäadig ausgebildet oder die Stummeln länger und breiter, die Taster dimkler 
imd der Körper gedrungener, aiisserdem dürfte der Penis und bei ausgereiften 
Stücken die Färbung genügend Anhaltspunkte zur Trennung bieten. 

CrejHdodera noriea Weise. 

Eine in mehrfacher Beziehung ausgezeichnete und zugleich die grösste 
(3 — 3,8 mm) Art der oben begrenzten kleinen Untergruppe. Gredrungen, 
stark gewölbt, Halsschild breiter als lang, in der Mitte am breitesten, 
Seiten stark gerundet, nach vorne und rückwärts bei typischen Stücken 
ziemlich gleichmässig verengt, vor den Hinterwinkeln deutlich ausgeschweift, 
letztere nach aussen gerichtet, Scheibe stark gewölbt, zwar sehr fein und 
zerstreut punktulirt, jedoch spiegelblank erscheinend, Seitenrand relativ 
dick abgesetzt; Decken an den Schultern nur unbedeutend breiter als die 
Thoraxbasis, bis zur Mitte etwas erweitert, hierauf wieder leicht gerundet 
verengt, hinten etwas zugespitzt. Die tiefschwarzen Decken sind stark 
gewölbt, Schulterbeule kaum abgesetzt oder fehlend. Decken streifen sehr 
grob, etwas undicht punktirt, die Punkte gleich hinter der Mitte auffallend 
schwächer und im letzten Drittel kaum mehr erkennbar, 9. Streifen nur 



*) T\'ohI von den südlichen Karawanken-Abhängen gegen Eadmanusdurf. 



280 



Dr. Josef Daniel 




bis zur Mitte nachweisbar, Zwischenräume flach; Unterseite des Hinter- 
körpers schwarz, Oberlippe pechbraun. 

Flügel bei beiden Geschlechtern stummeiförmig-, die Mitte der Decken 
erreichend, beim cf etwas breiter, lappenförmig, beim 9 schmal, band- 
förmig, 1. Glied der Vorder- und Mitteltarsen beim c? 
stark, 1 . Glied der Hintertarsen massig verbreitert und 
schlanker als bei den vorhergehenden Arten. 

Der Penis der Weise'schen Art weicht dadurch 
von demjenigen aller übrigen Species wesentlich ab, 
dass er hinter der Mitte auf eine kurze Strecke auf- 
fallend erweitert ist. Der matte Eindruck reicht nur 
bis zur Mitte, der glatte Basalteil besitzt nur die Spur 
einer Mittelfurche. Bei der Ansicht im Profil erscheint 
der Apicalteil fast gerade, vor der Oeffnung befindet 
sich stets der in der Figur eingezeichnete schwächer 
chitinisirte Wulst. 

Zu Verwechslungen bietet die vorliegende Art kaum 
Anlass. Die Unterschiede von ihren Nächstverwandten 
sind aus der Tabelle zu ersehen. Verhältnismässig näher 
kommt sie einer in Niederösterreich nachgewiesenen Form der melanostoma 
mit rötlichgelben Hinterschenkeln und schwarzen Decken. Doch dürften 
die hellen Taster, die Form des Thorax, die Punktirung der Decken, die 
flachen Zwischenräume, die kaum wahrnehmbare Schulterbeule etc. genügen, 
norica mit Sicherheit zu erkennen. Von rhaetica und corpulenta entfernt 
sich unsere Art durch die Gruppenmerkmale, den Habitus, die Thorax- 
form etc. Unter dem letzteren Namen fand sich norica vielfach in älteren 
Sammlungen vertreten. 

C. norica, welche aus den Karawanken beschrieben wurde, scheint 
südlich bis Kroatien und westlich bis Südtirol vorzukommen. Das genauere 
Verbreitungsgebiet dieser Art wäre noch festzustellen. Sie ist keine Be- 
wohnerin der Hochalpen, was mit Eücksicht auf ihre Flügelbildung auffällt, 
sondern bevorzugt die subalpinen Eegionen und lebt hier meist neben den 
Talformen der melanostoma. Ich sah Stücke von folgenden Fundstellen: 
Sella-Tal(ValSugana, Südtirol) 13. 5. 1894, Terlach (Kärnthen) 1893, Otto. 



Fig. 22. 
Penis von C. norica 
Weise. 



K. Daniel. 
Monte Ci'oce (Primiero, Südtirol) 1902, 

K. Holdhaus. 
Lavarone (Trentino, Südtirol) 13./20. 8. 

1899, A. Dodero. 
Passo di Pramper (Yenetianer Alpen) 

10. 8. 1895, J. Daniel. 



Marburg (Steiermark), Dr. Krauss. 
Gottschee (Krain) 1894, Gangib. ) '^ t 
Wochein » 1893, G an gib. [ n g 
Nanos » 1894, Gangib. [•J'g 

Kapela (Kroatien), Gangib. J ^W 

Lokve (Kroatien), Apfelbect, Bosn.- 
herzeg. Landesmuseum. 



Anmerkung. Qreji. norica wurde von meinem Bruder (Soc. Ent. 15., 140; 
1900), der durch ein damals erhaltenes, angebliches Originalexemplar von norica, 
das aber nur eine melanostoma var. darstellte, getäuscht wurde, unter dem Namen 
glohipennis nach den oben erwähnten Stücken vom Sellatal nochmals kurz diagno- 
sticirt. Ich bemerke, dass die Stücke aus Südtirol im allgemeinen einen rückwärts 
etwas weniger verengten, vor den Hinterecken schwächer ausgeschweiften Thorax 
und in der Regel gar keine Schulterbeule besitzen. Doch sind diese Unterschiede 
keineswegs constant und treten auch bei Stücken anderer Provenienz auf, so dass 
ich es für zweckmässiger halte, in Zukunft globipennis als Synonym der norica 
zu citiren. 



Eevision der paläarktisclien Crepidodera- Avten. 281 

Crepidodera nobilis m. nov. spec. 

Cr. melanostomae Bedtb. simüis, ovata, modice convexa, nigra, 
elytris metalUco-viridihus, antennis, capite, pronoto, pedihusque rufis, femori- 
hiis posticis (partim efiam mediis anticisque), lahro superiore palpisque piceis; 
pronoto longitudine latiore, modice convexo, medio latissimo, ad apicem paido 
magis angiistato quam retrorsum, ante angulos posticos liaud vel vix sinuato, 
disco dense punctata, impressione transversa profunda; elytris in humer is 
pronoti hasi distincte latioribus, callo Immerali manifeste determinafo, striis 
profundis, retrorsum. subtilioribus, fere usque ad apicem pimctatis, inter- 
stitiis modice, ad basin fortius convexis, politis; alis rudimentariis, late 
lobiformibus, dimidium coleopterorum vix pertingentibus. 

d : Articulo 1 " tarsorum anticorum mediorumque manifeste, xoosticorum 
minus dilatato, 2° 3°^"" simid sumptis vix aequilongo. 

Long.: 8 — 3,5 mm, lat. : 1,5 — 1,75mm. 

Variat magnitudine majore, elytris obscure aeneis, punctis striarum 
praesertim in dimidio apicali elytrorum subtilioribus, minus regidariter 
seriatis, interstitiis subtilissime disp>erse punctidatis (var. interstltialis) . 

Fatria: Alpes penninae et grajae. 

Bei oberflächlicher Betrachtung kann man diese neue Art als eine 
Verwandte der C. rJiaetica auffassen, sie unterscheidet sich jedoch von 
letzterer, abgesehen von den Gruppencharakteren, schon durch dunkle Taster 
und Hinterschenkel, ferner durch abweichend sculptirte, stets metallisch 
gefärbte Decken und wesentlich anders gestalteten Penis. 

Als Angehörige der 4. Gruppe ist nobilis nur mit melanostoma, 
von der sie allerdings ziemlich schwierig zu trennen ist, in Verbindung 
zu bringen. Sie unterscheidet sich von letzterer Art durch im all- 
gemeinen bedeutendere Grösse (8.5 — 4 mm), flachere Gestalt, insbesondere 
durch flacheren, in der Form mehr an rhaetica erinnernden Halsschild, 
dessen Scheibe stärker punktirt ist und dessen Vorderwinkel deutlicher 
ausgebildet sind, durch stets auch beim 9 tieferen Quereindruck des Thorax 
und in der Eegel weiter nach vorne verlängerte Längsfalten, hauptsäch- 
lich aber durch etwas stärker verbreitertes und kürzeres 1. Glied der 
Hintertarsen (cf), welches höchstens so lang als das 2. und 3. zusammen 
ist. Bei C. melanostoma ist das 1. Glied der Hintertarsen des cf auf- 
fallend schlank, länger als die beiden folgenden zusammen und nur bei 
einigen östlichen Formen (Bosnien) und bei melanostoma ligurica m. sind 
ab und zu Stücke mit ähnlich, wie bei nobilis, gebildeten Tarsen anzu- 
treffen. Die Brauchbarkeit des er\^'ähnten Unterschiedes wird jedoch durch 
diese Beobachtung nicht wesentlich alterirt, da immerhin auch bei diesen 
melanostoma-'E orm&[i das 1. Hintertarsenglied (c?) schmäler und schlanker 
erscheint als bei nobilis. Die bosnische Form der melanostoma hat ohne- 
dies wegen ihrer geringen Körpergrösse und des niemals dicht und stark 
punktirten Halsschüdes keine Aehnlichkeit mit der neuen Art. Von melano- 
stoma ligurica m. könnte nobilis in letzter Linie durch die Form des 
Penis immer scharf getrennt werden. An untergeordneteren Differenzen 
wären noch zu erwähnen, dass die neue Art von melanostoma sich noch 
durch in der Regel schlankeren Hinterkörper, etwas lebhaftere metallgrüne 

19 



282 



Dr. Josef Daniel 




Färbung der Decken, an der Basis fast stets stärker gewölbtere, ab- 
wechselnde Zwischenräume und durch das Fehlen einer vollständig ge- 
flügelten Form (d) unterscheidet. 

Die Seiten des Penis sind fast vollständig parallel, 
der matte Eindruck reicht bis zur Mitte, der glatte 
Basalteil ist nur massig tief, jedoch meist deutlicher als 
bei frigida und melanostoma gefurcht. 

Von der vorliegenden Art sind mir ungefähr 
30 Exemplare vorgelegen. Mein Bruder sammelte sie 
am Col de Bahne (30. 7. 1895) im Mt. Blanc- Gebiete, 
ferner bei Ceresole-Eeale (31. 8. 1894) in den graji- 
schen Alpen; ich traf die Art etwas südlicher auf der 
Ciamarella (1. 7. 1893) im Valle d'Alä. Sonst sah ich 
noch eine Eeihe von A. Dodero ebenfalls bei Ceresole- 
pjg 23 Eeale gesammelter Stücke (Passo Crocetta, 8. 1900; 

FenisYon anobüum. M**' Bessuu, 8. 1900;, M**^ Levanna, 5. 8. 1901) und 
einige Exemplare der Coli. Carret vom kleinen 
St. Bernhard. In den grajischen Alpen findet sich nobilis in Cxesellsclmft 
von frigida. Als typisch betrachte ich die Stücke vom Col de Bahne. 
Zu dieser Art stelle ich als Localrasse eine ebenfalls von meinem 
Bruder im M*'' Eosa-(iebiet (Val Quarazza, 31. 7. 1897, Passo del Piccolo 
Altare*) 1. 8. 1897) gesammelte, 3,5 — 4 mm messende Crejjidodera {nohilis 
interstitialis m.), welche sich von der Stammform durch wesentlich feinei- 
und etwas unregelmässig, hinter der Mitte auffallend schwach punktirte 
Deckenstreifen unterscheidet. x\usserdem sind die Zwischenräume der schön 
dunkel erzgrün gefärbten Decken sehr fein und massig zerstreut punktulirt. 
Diese Easse steht habituell der rJiaetica spedabilis m., mit deren schwach 
metallisch gefärbter Form sie gemeinschaftlich lebt, sehr nahe, entfernt 
sich jedoch von ihr durch die schon eingangs erwähnten Merkmale. 



Crepidodera melanostoma Rdtb. 

Eine sehr variable und weit verbreitete, mit keiner ihrer engeren 
Verwandten (nobilis, frigida) bisher mit Sicherheit als gemeinschaftlicli 
lebend nachgewiesene Art. Die Unterschiede von der vorhergehenden 
Species wurden bereits oben erörtert, von frigida kann sie stets durch 
den roten Stirnkiel getrennt werden. 

Zur Charakteristik der typischen Form sei kurz folgendes angeführt: 
Decken im allgemeinen dunkel metallgrün mit einem Stich ins Bläuliche, 
selten rein schwarz, Hinterschenkel fast stets. Vorder- und Mittelsclienkel 
nur sehr selten angedunkelt, Taster pechbraun bis schwarz; Thorax breiter 
als lang, an den Seiten massig gerundet, in der Mitte am breitesten, gegen 
rückwärts in der Eegel nur sehr unbedeutend, nach vorne deutlicher ver- 
engt, Scheibe fein, selten etwas stärker und dichter punktirt, Vorder- 
winkel im allgemeinen infolge der ziemlich starken Wölbung der Scheibe 
mehr nach abwärts gerichtet und bei der Ansicht von oben meist weniger 



*) Zwischen Macugiiaga und Eiiiia. 




Äevisiou clei' paliiarktischeü örepidodera-krteü.. 283 

deutlich sichtbar als bei den Verwandten, Quei'eindruck beim c? meist 
massig tief, beim 9 jedoch in der Eegel auffallend seicht; Schultern 
beim c? die Halsschildbasis deutlich überragend, Schulterbeulen abgesetzt, 
Schultern des 9 kaum breiter als der Hinterrand des Thorax, Schulter- 
beulen schwach ausgebildet; Deckenstreifen massig stark punktirt; 1. Glied 
der Vorder- und Mitteltarsen des c? stark, das Basalglied der Hintertarsen 
nur wenig erweitert, verhältnismässig schlank, länger als die beiden folgen- 
den zusammen; Flügel des 9 höchstens halb so 

lang, des cf doppelt so lang als die Decken; a b 

vereinzelt treten auch unvollständig geflügelte 
d neben der vollkommen geflügelten Form auf, 
an einzelnen Localitäten scheint melanostoma 
nur in einer fluguntüchtigen Rasse sich zu ent- 
wickeln. Die Grösse schwankt zwischen 2^/2 
und 3^/4 mm. 

Der Penis der typischen melanostoma ist 
gegen die Basis allmählich etwas verschmälert, 
die Aushöhlung der Unterseite nur bis zur Mitte 
verlängert und hier gegen den glatten Basal- 
teil deutlich abgegrenzt, letzterer hinter der 
Aushöhlung schwach furchenartig vertieft; ^^^' ^*' 

, . 1, .1 /T-> /->i\ 1 1 1 1 1 .. i Penis von C. melanostoma Kdtb. 

Apicalteil (Proiil) sehr schwach nach abwärts 
gerichtet. 

C. melanoistoma wurde aus Niederösterreich beschrieben und ist über 
die östlichen Central- und Ostalpen verbreitet; sie findet sich wieder in 
Siebenbürgen und Bosnien. Ihre Verbreitung in den Westalpen ist noch 
nicht genügend erforscht. In den Seealpen etc. wird sie durch eine weiter 
unten charakterisirte Subspecies vertreten. Alle Angaben über das Vor- 
kommen von melanostoma in der Schweiz, welche ich Gelegenheit hatte 
zu controliren, beziehen sich auf die nächste Art. Als westlichsten central- 
alpinen Fundort konnte ich bisher den M**^ Grigna constatiren. 

Die im folgenden besprochenen Eassen etc. scheinen mir, schon mit 
Rücksicht auf die zahlreichen Uebergänge, nicht in dem Maße von der 
typischen melanostoma oder unter sich zu diiferiren, dass sich die Be- 
legung derselben mit eigenen Namen empfehlen liesse. Lediglich bei einer 
weiter unten beschriebenen, westlichen Rasse- erschienen mir die Gründe 
ausreichend, um die Aufstellung einer Subspecies zu rechtfertigen. 

Die oben besprochene typische melanostoma findet sich vorzugsweise 
in den östlichen Centralalpen (bayerische Alpen, Südtirol etc.) und vielen 
Teilen der Ostalpen. Ab und zu treten Exemplare mit dunkelrotem oder 
rotbraunem Thorax auf, welche von unausgefärbten cyanipennis-^ivick&n 
durch einfarbig rote Schienen, nicht oder nur teilweise angedunkeltem 
Mittel- und Vorderschenkel, beim 9 seichteren Quereindruck des Hals- 
schildes etc. zu unterscheiden sind. 

Die Rasse von Lunz und dem Schneeberg (Nieder Österreich) ist in 
beiden Geschlechtern halbgeflügelt. Decken tiefschwarz, selten mit schwach 
metallischem Schimmer (Schneeberg), Epipleuren rotbraun, Hinterschenkel 

19* 



^84 i>r- Josef Daniel 

einfarbig rötlichgelb, nur an der Basis aussen schwach angedunkelt, Taster 
'dunkelpechbraun bis schwarz, Thoraxscheibe ziemlich dicht punktirt, Schulter- 
beule auch beim d wenig deutlich abgesetzt, beide Geschlechter in der 
Körperform mehr übereinstimmend gebaut. 

Eine kleine, 2^^ — 2^/4 mm messende Rasse aus den Karawanken 
(Matschacher Alpe 30. 8. 1888, K. Daniel) steht im Habitus der frigida 
sehr nahe, besitzt auch im allgemeinen einen nach vorne und rückwärts 
mehr gleichmässig verengten Thorax und schmälere, in der Mitte mehr 
parallele Decken (cf ). Kopf mit Ausnahme der Oberlippe einfarbig rötlich- 
gelb, Hinterschenkel pechbraun, Flügel des c? stets doppelt so lang als die 
Decken, Penis mit der Stanunform übereinstimmend. Diese Rasse wurde 
mir seinerzeit von Weise als frigida var. bestimmt. In den übrigen 
Teilen der Karawanken Uebergänge zur Stammform. 

In Bosnien und der Herzegowina findet sich melanostoma in einer 
meist kleinen, im Habitus jedoch von der Stammform kaum abweichenden 
Rasse mit grünlichschwarzen, seltener ganz schwarzen Decken und dunkler 
rot gefärbtem Kopf (Stirnkiel jedoch niemals schwarz) und Thorax (selten 
mit querer, schwarzer Basalmakel); Hinterschenkel stets pechbraun. Die 
bosnische etc. Form ist stets unvollständig geflügelt, das 1. Glied der 
Hintertarsen beim d erscheint öfter weniger gestreckt als bei der Stamm- 
form, jedoch nie kürzer als die beiden folgenden zusammen. Die Seiten 
des Penis sind meist vollständig parallel (b). Ich habe eine Reihe von 
Apfelbeck und Leonhard gesammelter Stücke gesehen: Vlasulja, Volujak, 
BjelaSnica planina, Treskavica planina, Vran planina, Maglic, Vranica 
planina etc. etc. 

In Siebenbürgen scheint die Redtenbacher'sche Art sehr selten auf- 
zutreten. Mir liegen nur einige Stücke (Bucsecs 1895, Ganglbauer; 
Schuler, De übel) vor. Sie gleichen den grössten Stücken der Stamm- 
form, der Halsschild erinnert insoferne etwas an rhaetica, als er bei 
fast allen Exemplaren nach rückwärts nicht verengt, zum Teil sogar 
etwas erweitert und ziemlich dicht punktirt ist, Quereindruck des Thorax 
auch beim 9 tief, Decken schwarz, nur sehr schwach metallglänzend, 
beim 9 stark gewölbt, Flügel bei beiden Geschlechtern halb so lang als 
die Decken, breit lappenförmig, Penisseiten parallel. 

Aus der Coli. Carret lagen mir von der Grande Chartreuse wenige 
Exemplare einer vollständig' geflügelten (cf) Crepidodera vor, welche sich 
von der typischen melanostoma nur durch etwas schlankere Körperform 
unterscheidet und im allgemeinen grösseren Stücken der oben erwähnten 
Karawanken-Rasse nicht unähnlich ist. Der Penis stimmt mit demjenigen der 
typischen melanostoma überein (Seiten demnach nicht exact parallel), der 
glatte Basalteil der Unterseite ist jedoch der ganzen Länge nach in der 
Mitte gefurcht. 

In der folgenden Zusammenstellung der von mir controlirten Pro- 
venienzen habe ich nur die in den vorhergehenden Ausführungen noch 
nicht erwähnten Localitäten aufgeführt; diese beziehen sich somit im all- 
gemeinen auf die typische melanostoma oder Uebergänge derselben zu den 
besprochenen Rassen. 



Kevision der paläarktisrheu (^repiilodrrn Xrteii. 



285 



CD 

u e r > Qi s^ 



Yalepp (Bayerische Alpen) 4. 7. 1897, 

K. Daniel. 
Innsbruck, coli. Breit. 
Sexten (Südtirol), Dr. Schneider. 
Seiser-Alpe (Südtirol) 10. 9. 1885, 

K. Daniel. 
St. Ulrich i. Grödnertal (Südtirol), 

Ganglhauer 
Karersee (Südtirol), Gangib a 
Schiern (Südtirol) 1893, Gang 

b a u e r 

Rollepass (Süddolomiten') 25. 5. 1890, ) „ 
Val di Sella (Valsuganaj 15. 9. 1893, -2 
C. Santo (Lessin. Alpen) 5. 6. 1892, [ S 
C. Posta » » 23. 5. 1899, « 

Brenta (Südtirol) 3. 6. 1895, j ^ 

M. Pari (Judikarien) 1893, Gangibaue r, 

Wiener Hofmuseum. 
Val di Leno (Judikarien) 1893, Gangl- 

bauer, Wiener Hofmuseum. 
Cima Tombea (Judikarien) 12. 7. 1894, 

J. Daniel. 
Val Daone (Judikarien) 

J. Daniel. 
Val Sorino (Judikarien) 

J. Daniel. 
M. Colombino (Brescia) 

K. Daniel. 
Val di Scalvc (V. Camonica) 21. 6. 1904, 

J. Daniel. 



1894, 

7. 1894, 
2. 6. 1898, 



10. 






M. Grigna (Bergamask. Alp.) 8. 7. 1893, 

J. Daniel. 
Schaf berg (Salzkammergut), G a n g 1 b.' 
Dobratsch (Kärnthen) 1892, -^ 
Petzen (Karawanken) 1891, • 
Steiner-Sattel (Karawanken) 7. 1893, 

Dr. Krauss 
Bü]-ger-Alpe (Karawanken) 7. 1893, 

Dr. Krauss 
Obir (Karawanken) 1894, G an gib. 
Stou-Gebirge (Steiemi.) 1892, 
Gesäuse 1891, > 

Hochlantsch 1891, Pinker 

Hochzinödl » 1899, i 

Natterriegel • » 1891, >: 
Pyrgas 1892, 

M. Grappa (Venetianer Alp.) 9. 6. 1897, 

K. Daniel. 
Passe di Pramper (Venetianer Alp.) 

11. 8. 1895, J. Daniel. 
M. Cridola (Venetianer Alp.) 14. 8. 1895. 

J. Daniel. 
Kocchetta (d'Ampezzo) 16. 8. 1895, 

J. Daniel. 
Trigiav (Krain) 1893, Ganglbauer, 

Wiener Hofmuseum. 
Czerna prst (Krain) 1893, Ganglbauer, 

Wiener Hofmuseum. 



Mehr Beachtung als die oben besprochenen Eassen verdient eine in 
den ligurischen und Seealpen heimische Form der melcmostonia, welche ich 
als Subspecies (melanostoma ligurica m.) abtrenne. Sie entfernt sich 
von der Stammform durch in der Regel schlankere Gestalt, nach vorne 
und rückwäi'ts mehr gleichmässig verengten, vor den Hinterwinkeln 
meist + ausgeschweiften Halsschild, fast stets an gedunkelte Mittel- und 
Vorderschenkel und anders gestalteten Penis. Sonst könnte noch erwähnt 
werden, dass die Schienen im Gegensatz zur Stammform mehr gelblich, 
die Taster manchmal weniger dunkel, mehr rotbraun und die Hinterschenkel 
stets dunkelpechbraun gefärbt sind. Die cfö' sind im allgemeinen halb- 
geflügelt, doch treten vollständig geflügelte Stücke durch- 
aus nicht selten auf. Da ligurica in der Körperform 
vollständig mit frigicla übereinstimmt, könnte man sie 
am besten als eine solche mit rotem Stirnkiel und ab- 
weichend gebauten Penis bezeichnen. Die specifische 
Selbständigkeit der beiden Formen ist jedoch ganz ausser 
Frage gestellt, da sie fast stets in (xesellschaft leben. 

Der Penis der neuen Rasse ist, wie aus neben- 
stehender Figur ersichtlich, insofern charakteristisch, 
als etwas hinter der Mitte ein Breitenmaximum zu er- 
kennen ist, von wo aus nach rückwärts eine schwache, 
in die normale Spitze übergehende, nach der Basis zu ^^s- 2o. 

. 11. ... 1 -r- T . . , . , Penis von C melanu 

jedoch eine stärkere \ erengung, als wir sie bisher zu ^toma ugurica m. 




286 Dl". Josef Daniel 

beobachten gewohnt waren, stattfindet. Der matte Eindruck der Unter- 
seite reicht kaum bis zur Mitte, der glatte Basalteil ist hinter derselben 
zuerst flach, kaum merklich eingedrückt, alsdann stark convex fast grat- 
artig ausgebildet. Im Profil erscheint der Apicalteil des Penis schwach 
nach abwärts, die äusserste Spitze jedoch wieder merklich nach aufwärts 
gerichtet. 

Ich habe Stücke von folgenden Localitäten gesehen: 

M. Antoroto (Lig. Alpen), Fiori. Le Prajet (Seealpen) 15. 7. 1896, 

M. Frouto » » Solari. J. Daniel. 

Pizzo d'Ormea (Lig. Alpen), Solari. M. Ciapier (Seealpen) 25. 7. 1896, 

Rigoso (Lig. Alpen), 8. 1895, P. Bensa. J. Daniel. 

Val Pesic (Lig. Alpen) 1. 7. 1896, Yej del Bouc (Seealpen) 27. 7. 1896, 

J. Daniel. J. Daniel. 

Passe Arpetto (Seealpen) 10. 7. 1896, Terme Valdiei'i (Seealpen), A. Dodero. 

J. Daniel. L'Authion (Seealpen), j 

Madonna d.Finestra (Seealpen) 12. 7.1896, M. Scandail (Seeaipen), > Deville. 

J. Daniel. Col de Raus (Seealpen), j 



Crepidodera frigida Weise. 



Obwohl ich die Weise'schen Typen nicht eingesehen habe, glaube ich 
dennoch keinen Irrtum in der Deutung dieser Art zu begehen, wenn ich, 
unter Berücksichtigung der Originalbeschreibung und gestützt auf reiches 
Material, C. frigida in die unmittelbare Nähe von melanostoma stelle. 
Weise brachte bekanntlich seine Art hauptsächlich wegen der Gestalt 
des Halsschildes in nähere Beziehung zu den Species meiner 2. Gruppe. 
Wir haben aber bereits bei C. transsylvanica gesehen, dass die Thorax- 
form nur in verhältnismässig losem Zusammenhange mit der natürlichen 
Verwandtschaft steht. Ich war lange Jahre über die Deutung der frigida 
im Unklaren, hauptsächlich deshalb, weil mir eine Reihe von Stücken ver- 
schiedener Provenienz, unter anderen auch solche von der Originalfundstelle 
(Stilfser Joch), die ich jetzt sicher als letztere Art erkenne, von Weise 
als melanostoma var. benannt worden waren. Dass frigida eine der 
melanostoma ungemein nahe stehende Species sein müsse, wurde mir zum 
ersten Male klar, als mir Weise einige kleine melanostoma von den 
Karawanken (Matschacher Alpe) als rotköpfige Varietät der frigida be- 
stimmte. 

Es ist allerdings richtig, dass eine verhältnismässig grosse Zahl von 
Exemplaren der frigida einen etwas flacheren, nach rückwärts deutlicher 
concav verengten und auch gegen die Vorderwinkel etwas ausgeschweiften 
Halsschild zeigt. Gewiss ist aber auch, dass die grösste Anzahl der mit 
diesen gemeinsam vorkommenden, aber mit derselben sicher identischen 
Stücke im Bau des Thorax mit melanostoma fast ganz übereinstimmen. 

Ausschlaggebend für die sichere Erkennung der Weise'schen Art 
ist die Färbung des Kopfes. Der Autor nennt denselben pechbraun mit 
gewöhnlich hellerer Stirne. Nach meinen Beobachtungen haben die meisten 
frigida einen verhältnismässig hellen, rötlichen Kopf, stets jedoch ist der 
Stii'nkiel tief schwarz gefärbt; diese schärfere Präzisirung ist deshalb 



Revision der paläarktischeu Crepidodera-Axten. 



287 



wichtig, weil auch melanostoma zuweilen einen angedunkelteu Scheitel, 
jedoch nie einen geschwärzten Stirnkiel besitzt.*) Oefter schimmert bei 
besonders dunklen frigida der schwarze Scheitel am Vorderrande des Thorax 
deutlich durch. Im Gegensatze zu melanostoma sind die Vorder- und 
Mittelschenkel ebenso oder fast so dunkel pechbraun gefärbt als die hinteren, 
die Schienen sind in der Eegel mehr gelblich als rötlich, in einzelnen 
Fällen teilweise angedunkelt. Wie schon bemerkt, stimmt in Bezug auf 
die Färbung der Beine frigida mit melanostoma ligurica überein. Sonst 
kann man im allgemeinen annehmen, dass im Gegensatz zu melanostoma 
die Decken der frigida etwas länglicher und in den Streifen stärker 
punktirt sind, dass die Schulterbeulen auch beim 9 deutlicher abgesetzt 
erscheinen, dass frigida in der Eegel kleiner (2 — 3, seltener bis 3,3 mm) 
ist und meist deutlicher metallische, sehr selten schwarze Decken besitzt. 
Die cf cf der frigida sind, wie die 9 9 nur unvollständig geflügelt, aus- 
nahmsweise finden sich jedoch unter den halbgeflügelten 
dd solche mit Flügeln von doppelter Deckenlänge. Bei 
melanostoma ist es bekanntlich ungefähr umgekehrt, da 
nur einige wenige Localrassen im cf Geschlecht vorzugs- 
weise unvollständig geflügelt auftreten. Das erste Glied 
der Hintertarsen (c?) der frigida ist massig verbreitert, 
ungefähr so lang als die beiden folgenden zusammen. 

Der Penis ist demjenigen der verglichenen Art 
sehr ähnlich gebaut, die Seiten sind exact parallel, der 
Eindi'uck der Unterseite erreicht höchstens die Mitte der 
Eöhre, die Furch ung des glatten Basalteiles ist eine 
ähnliche wie bei melanostoma. 

C. frigida wurde beschrieben vom Stilfser Joch 
und von der Gemmi (Wallis) bei Bad Leuck. Ich konnte 
sie ferner nachweisen von einer Eeihe weiterer Punkte der Schweiz, vom 
nördlichen Veltlin, den pennini'schen, grajischen, cottischeu, ligurischen und 
den Seealpen. Ein gemeinschaftliches Vorkommen mit melanostoma ist 
zur Zeit noch niclit mit Sicherheit verbürgt; nur in den südlichen West- 
alpen findet sich frigida fast stets in Gesellschaft der von mir zu melano- 
stoma gezogenen ligurica m. Nach meinen Beobachtungen lebt die Weise- 
sche Art stets über der Waldregion. 




Fig. 26. 

Penis von C. Jriyida 

Weise. 



Eingesehen wurden Exemplare 

Formarin (Arlberg) 19. 7. 1898, 
H. Freschen (Arlberg) 1. 7. 1898, 
Langen Arlberg ■. 20. 7. 1897, 
Spullersee » 23. 7. 1902, 

Lünersee » 5. 8. 1897, 

Grimsel (Aare-Quelle), coli. v. Varen- 
dorff. 



:3 SO 



von folgenden Localitäten: 

Klausen-Pass(Uri-Glarus)20. 8.1891, \ ^ 
Panixer-Pass (Glarus) 1. 9. 1885, 
Splügen (Graubünden) 1897, 
JuKer » 3. 8. 1896, 

Bernina » 6. 8. 1896, 

Val Masino (Südl. Bernina) 25. 7. 1893 
J. Daniel. 



*) Es zeigen allerdings manche trocken getötete melanostoma, welche im 
Todeskampf ein dunkel gefärlites Secret aus dem Munde abscheiden, eine nach dem 
Eintrocknen desselben jjechbraune Färbung des ganzen Vorderkopfes. In solchen 
Fällen kann man sich jedoch leicht durch Extrahiren mit Benzin von der ursprüng- 
lichen Färbung des Eaeles überzeugen. 



288 br. Josef Daniel 

Stilfser Joch 28. 7.1888, J. Daniel. Maurienne (M. Cenis), coli. Carret. 

Val Piora (Tessin) 18. 8. 1887, Ratz er. Coazze (cott. Alpen) 8. 1893, A. Dodero. 

M. Mucrone (Pennin. Alp.) 4.7.1898, M. Viso 11.8.1890, K. Daniel. 

J. Daniel. Colla Maddalena (Seealpen) 28. 7. 1898, 
M. Barone (Pemiin. Alp.) 13. 8. 1894, K. Daniel. 

K. Daniel. Laghi lunghi (Seealpen) 9. 7. 1896, ) ^ 

M. Bo (Penn. Alp.) 7. 8. 1894. K. D ani e 1. Mad. d. Finestra » 12. 7. 1896, .2 

M. Eosa 23.7.1886, J. Daniel. Vej del Bouc x 26.6.1896, ^ 

Vanoise (Savoie), coli. Carret. Passo delF Arpetto » 10.7.1896, "^ 

Val Savaranche (Graj. Alp.) 26. 8. 1894, Val d. Valasco » 18. 7. 1896, J ^ 

K. Daniel. S. Etienne de Tinee (See-] 
Cogne-Pass (Graj. Alpen) 19. 8. 1894, alpen) 1. 8. 1901, 

K. Daniel. M. Scandail (Seealpen), . Deville 

Ciamarella (Graj. Alpen) 1. 7. 1893, M. Mounier » 

J. Daniel. Entraunes ^> } 

Balme (Graj. Alpen) 30. 6. 1893, Val Pesio (Ligur. Alpen) 26. 7. 1894, 

J. Daniel. J. Daniel. 

M. Cenis 25.6.1898, J.Daniel. Pizzo d'Ormea (Ligur. Alp.), Solari. 

Crep. Theresae Pic (L'Echange 18., 155 ; 1903 *) von Abondance 
(Savoyen) und der Scliweiz ist wohl zweifellos identisch mit frigida, da 
der Kopf mit Ausnahme des hinteren Teiles schwarz sein soll. Auch sonst 
enthält die Beschreibung keine Anhaltspunkte zur Trennung von frigida. 
Es ist selbstverständlich, dass durch den Vergleich mit melanopus, mit der 
die Art natürlich nichts zu tun hat, der coniparative Teil der Beschreibung 
sich sehr günstig gestaltet. Und trotzdem hegt der peinlich gewissenhafte 
Autor Bedenken, seine »nouveaute« specifisch von ynelanopus abzutrennen. 

Anmerkung 1. Ob frigida in Zukunft neben melanostoma als selbständige 
Species bestehen kann, hängt von dem Bekanntwerden weiteren Materials aus den 
westlichen Central- und den Westalpen ab. In erster Linie ist ein gemeinschaft- 
liches Vorkommen in den Bergamaskeralpen und im Gebiete der Gr. Chartreuse 
zu erwarten. Von letzterer Localität fand ich zwar in einer alten Sammlung echte 
frigida, möchte aber auf Grund dieser einzigen Beobachtung keine voreiligen 
Schlussfolgenmgen ziehen. Ebensowenig möchte ich jetzt schon auf Grund des 
gemeinsamen Vorkommens von frigida und melanostoma ligurica die specifische 
Verschiedenheit der ersteren Art von der typischen melanostoma unbedingt bejahen. 
Durch diese Beobachtung wdrd lediglich die artliche Differenzirung von frigida 
und ligurica bewiesen. Erweist sich frigida als Easse der melanostoma, so muss 
selbstverständlich ligurica m. als Art aufgefasst werden. 

Anmerkung 2. Stücke von frigida mit rotem Stirnkiel sind mir bisher 
noch nicht zu Gesichte gekommen; dieselben dürften allerdings von melanostoma 
nur sehr schwer zu trennen sein, da sich die untergeordneten Differenzen dieser 
beiden Arten (Habitus, Thoraxforra, Farbe der Schenkel, Länge des 1. Hinteiiarsen- 
gliedes beim cf, Art der Flügelbildung, Penisform) nur in bedingiem Maße als 
verwendbar erweisen werden. 



*) Crep. Theresae: Oblong - ovale, convexe, brillant, uoir, avec ia partie 
posterieure de Ia tete, la base des antennes, le prothorax et la majeure partie des 
pattes roux, elytres verdätres; antennes assez longues, rembrunies au sommet; 
prothorax peu long, un peu convexe en avant, presque droit sur les cotes (vu dans 
une certaine position), en realite legerement sinue et non sensiblement retreci en 
arriere, avec les angles anterieurs emousses et tres arrondis, finement et eparsement 
ponctue sur le disque ; elytres a stries ponctues de points forts qm s'effacent au 
sommet avec les interstries moyens, subconvexes; pattes rousses avec les quatre 
cuisses an teri eures quelques fois un peu rembrunies et les posterieures foncees. 
L = 3mm. 1 explr. en battant un Epicea ä Abondance; Suisse (ex coli. Tournier). 

Je n'ai pas assez de materiaux pour bien separer Theresae de melanopus 



Revision der paläarktischen Crepkloclera- kvten. 289 

Crepidodera cyanescens Duft. 

Längiicli eiförmig-, gewölbt, Oberseite blau, meist kornblumenblau, 
selten mit grünlichem Schimmer, Halsschild und Kopf dunkler blau als 
die Decken ; Fühler, Schienen und Tarsen rötlichbraun, selten teilweise 
angedunkelt, ganz vereinzelt Beine (mit Ausnahme der Schienenwurzel) 
pechbraun bis schwarzbraun *) ; HalsscMld breiter als lang, stark gewölbt, 
vor der Mitte gerundet erweitert, hinter derselben schwach verengt, vor 
den Hinterwiukeln meist nicht oder nur schwach ausgeschweift, Scheibe 
ziemlich dicht punktirt, Quereindruck vor der Basis tief; Decken in den 
Schultern nur eine Spur breiter (cf) oder so breit (q und einzelne cfc?) 
als die Halsschildbasis, mit undeutlich abgesetzter Schulterbeule, in den 
Eeihen tief und etwas weitläufig, jedoch fast bis 
zur Spitze punktirt; Flügel in beiden Geschlechtern 
unvollständig, nur halb so lang als die Decken, beim 
cf ausnahmsweise etwas länger; erstes Glied der 
Mittel- und Vordertarsen {d) breit, auch das erste 
Glied der Hintertarsen massig stark verbreitert. 

Der Penis ist an den Seiten parallel, der Ein- 
druck der Unterseite überi'agt die Mitte und ist 
gegen den verhältnismässig tief gefurchten Basalteil 
deutlich abgegrenzt. Der Penis der concolor ist eine 
Spur breiter, die Furchung des Basalteiles seichter, 
gegen rückwärts nicht convergirend. 

Zu Abänderungen scheint cyanescens wenig ge- .„ . ^^^' ^'^' 

^ '-' a ci Peius von C. cijanescenst 

neigt zu sein. Abgesehen von den oben erwähnten Ditft. 

Formen mit dunkleren Beinen und Fühlern (nicht 

local) variirt sie etwas in der Grösse (3,5 — 4 mm, ausnahmsweise 3 mm) 

und im Ton der blauen Färbung, welche selten einen grünlichen Eeflex 

zeigt. 

C. cyanescens kann höchstens mit cyanipennis und concolor verwechselt 
werden. Die Unterschiede von cyanipennis sind aus der Tabelle ersichtlich; 
von concolor entfernt sie sich durch kürzere Flügel, nach rückwärts wenigei' 
verengten, vor den Hinterwinkeln nicht oder weniger ausgeschweiften 
Halsschild, durch kürzere und gedrungenere Gestalt, schmälere, die Hinter- 
winkel des Thorax nur sehr wenig oder nicht überragende Schultern, 
wesentlich undeutlicher abgesetzte Schulterbeule, kürzere Hinterbrust, etwas 
stärker verbreiterte Basalglieder der Tarsen (d), dunklere, meist schwarze 
Taster, in der Regel hellere, rein blaue Färbung der Oberseite und etwas 
anders gestalteten Penis. 




Kutsch., mais cette derniere espece est signalee comme ayant le prothorax distinc- 
tement reti-eci an arriere, ce qui n'est pas le cas de Theresae, possedant les cotes 
de cet Organe presque droits; dans tous le cas, cette nouveaute differe de mela- 
nopus sm. moins ä titre de variete, par la coloration des pattes; de plus Kutschera 
dit qua las elytres de son espece sont bleus, ils sont verts chez Theresae. 

*) Die dunkle Färbung wurde vielleiclit durch das Tötungsmittel verursacht, 
wenigstens erwiesen sich die betreffenden Stücke beim Präparieren als sehr spröde 
und brüchig. 



290 



Dr. Jusef Daniel 



C. cyanescens ist aus Kärnthen beschrieben, jedoch über die ganzen 
Ostalpen verbreitet und findet sich auch in Siebenbürgen. Wie schon er- 
wähnt, beziehen sich alle westalpinen Funde auf concolor. 

Ich konnte Stücke von folgenden Localitäten vergleichen: 

Mehadia (Ungarn) 
Marmäros 



Schneeberg (Niederösterreich) 1889, \ ^ 
Lunz (Niederösterreicb) 1889, [ 'Sj 

Bacher Gebirge (Steiermark) 1892, ( ^ 
Petzen (Karawanken) 1892, J c5 

Preher (Steiermark) 1895, Dr. Krauss. 
Hochscliwab (Steiermark), Dr. Krauss. 
Stuhleck (Steiermark), coli. Breit. 
Wochein (Krain) 1893. \ 
Triglav » 1893, \ 

Czerna-prst . 1899, | 



K. ungarisches 
, National- 
museum 



Gang] - 
bau er 



V. Doamni » 

FelekerGeb. » 

Tatra, coli, nostr. 

Czarna hora (Galizien), M. Rybinski. 

Schuler Geb. (Siebenbürgen) 1895, 

Ganglbauer. 
Kronstädter Geb. (Siebenbürg.), D e u b e I . 
Bucsecs » De übel. 



Anmerkung. Es liegt die Vermutung nahe, in concolor die westliche Rasse 
der cyanescens zu erbhcken. Ich konnte mich jedoch zu dieser Auffassung nicht 
entschliessen und zwar weniger deshalb, weil mein in Vorschlag gebrachtes System 
eine Erschütterung erleiden würde, sondern hauptsächlich aus dem Grunde, weil 
der Habitus der beiden Formen ein wesentlich verschiedener ist. C. concolor 
stimmt in ihrem Baue so sehr mit den Arten der 2. Gruppe überein, dass man 
sie eigentlich als eine auch auf dem Thorax blau gefärbte Peirolerii oder niela- 
no^nis bezeichnen möchte, während cyanescens, vielleicht abgesehen von ihrer 
Grösse, mit den Arten der 2. Gruppe nur eine ganz entfernte Verwandtschaft zeigt. 



Creiridodera cyanipemiis Kutsch. 

Verglichen mit cyanescens ist die vorliegende Art kleiner (2,5 — 3 mm), 
weniger lebhaft blau, auf Kopf und Thorax stets schwarz gefärbt. Fühler 
in der Eegel etwas kräftiger, peclibraun, Spitze und Unterseite des ersten 
und die folgenden Glieder bis zum siebenten rotbraun, Beine schwarz, 
Basis und manchmal auch Spitze der Schienen, oft auch die Tarsen rot- 
braun bis rötlichgelb; Halsschild in der Regel gegen hinten etwas mehr 
als bei. der verglichenen Art verengt, vor der Basis meist deutlich, jedoch 
schwach ausgeschweift, auf der Scheibe fein punktulirt; Decken, wenigstens 
beim d , schlanker, flacher; Schulterbeule meist deutlicher abgesetzt; Decken- 
streifen etwas weniger stark punktirt, Punkte vor der Spitze verschwindend. 
Basalglieder der Vorder- und Mitteltarsen des cf etwas stärker erweitert 
als bei cyanescens, Flügel bei beiden Geschlechtern 
höchstens die Mitte des Hinterkörpers erreichend, 
nur ganz ausnahmsweise (cf) fast 2 mal so lang als 
die Decken. Sonst wäre noch zu erwähnen, dass 
auch bei ganz ausgehärteten Exemplaren der cyani- 
pemiis die Vorderwinkel des Thorax, im Gegensatz 
zu cyanescens, fast durchgängig rötlich oder bräun- 
lich gefärbt sind; auch bemerkt man bei ersterer 
Art öfter eine sehr feine Ran düng der Halsschildbasis. 
Die Seiten des Penis sind nahezu parallel, der 
Eindruck der Unterseite erreicht die Mitte, der glatte 
Basalteil ist sehr flach, seltener etwas deutlicher 
Fig. 28. gefurcht. 

Penis yor^^^cyampenniü q^ cyanipemüs Scheint über die südlichen Alpen 




Revision der palaarktisclien C';rp/(/oritTa -Arten. 291 

weit verbreitet zu sein und findet sich wieder in Siebenbürgen. Auf der 
Czerna prst kommt sie neben cyanescens, in den Seealpen neben concolor vor. 

Ich sah Stücke von folgenden Fundorten: 

Val Pesic (LigTir. Alpen) 26. 7. 1894, Monte Colombino (Brescia) 1. 6. 1898, 

K. Daniel. K. Daniel. 

Pizzo d'Ormea (Ligur. Alp.), Solari. Val Daone (Judikarien) 2. 7. 1894, 
M. Eosa, coli, ncstr. J. Daniel. 

Zapport (Hinterrheiu) 8. 8. 1891; Val Sorino (Judikarien) 1. 6. 1899, 

X. Daniel. K. Daniel. 

Val Quai-azza (^Pennin. Alp.) 28. 7. 1897 : Val di Lenc (Judikarien) 1903, Gangib. 

K. Daniel. Cima Pcsta (Less. Alp.) 1898, Gangib. 



M. Legnone 10. 7. 1893 
Pizzo dei 3 Signori 23. 7. 1893, 
Passo S. Marco 1. 8. 1899, 



03 Ö "^ 



M. Pasubio (Lessin. Alpen) 29. 6. 1894, 

J. Daniel. 
C. Santo (Lessm. Alpen) 29. 6. 1894. 



Passo d. Tartano 6. 8. 1899, \ %fJ^ J. Daniei 

Val Arigna 19. 7. 1893, px^^ "^ Campo grosso (Less. Alp.) 1898, Ganglb. 

Val di Scalve 21. 6. 1904, L| ^ Koralpe (Kärnthen) 1893, Ganglbauer. 

Lagbi Gemelli 8.7.1904, ] M Czerna prst (Krain) 1893, Ganglbauer. 

Unter den am Ufßr der Laghi Gemelli auf sumpfigem Terrain ziem- 
lich zahlreich gesammelten Exemplaren fanden sich mehrere Stücke mit + 
dunkelbroncefarbenen Decken. 

Die in Siebenbürgen einheimische Form der G. cyanijjennis (Bucsecs 
1895, Kerzer Geb. 1895, Ggibr.; Negoi 1896 Strobl, Deubel) zeigt 
eine stärker, meist grob punktirte Oberfläche des Halsschildes und manchmal 
heller gefärbte, fast einfarbige Fühler, Schienen und Tarsen. Auch sind 
die Fühler in der Eegel etwas kräftiger und die Schulterbeule auch beim 
cf weniger deutlich abgesetzt als bei der Stammform. Von dieser sieben- 
bürgischen Form, welche entschieden an cyanescens erinnert, liegen mir 
femer vier vollkommen ausgehärtete Rufinos (Bulla-See, 30. 6. 1890, 
Leonhard; Val Doamni, K. ung. Nationalmuseum) vor. Wiegen der 
rotbraunen Oberseite und vielleicht auch der etwas dickeren Fühler wurde 
diese Form von Reitter als Orestia angesprochen und unter dem Namen 
puncUcolUs beschrieben. Dass die Aehnlichkeit mit Orestia in der Tat eine 
grosse ist, kann schon daraus gefolgert werden, dass auch Herr Weise 
ein ihm zur Begutachtung zugesandtes Exemplar dieses Rufinos unserer 
Sammlung seinerzeit als Orestia puncticoUis Reitt. bestimmte. Durch das 
freundliche Entgegenkommen des Autors hatte ich Gelegenheit, die Type 
der letzteren Art zu untersuchen. 

CrejJ. sabauda Pic (L'Echange 19., 57; 1904*) von Savoyen ist 
wohl sicher auf etwas grössere Exemplare der cyanijjemiis zu beziehen. 



*) Crep. sabauda Pic : Oblong-ovale, convexe, assez brillant, noir, avec les 
elytres d'un bleu fonce ou verdatre, antennes assez greles et assez longues, testacees 
sur les 4 ou 5 premiers articles, pattes foncees parfois avec l'extremite des tibias ou 
une partie des tarses vagucment roussätre ; prothorax convexe, h peine arrondi sur 
les cotes, k ponctuation fine et ecartee, sillon profond et ponctue; elytres assez 
attenues au sommet, stries-pouctues, les stries s'cffaf;ant au sommet, points modo- 
rement foits, interstries subconvexes. L. : 3,5 mm. Savoie: Tignes et Val 
d'Isere^(Pic). 

A placer pres des cyanipennis Kutsch., concolor Dan., distinct des deux, ä 
premiere vue, par la coloration des membres; rap])elle beaucou]) co erul eicoUis Fic^ 
mais cette derniere es[)t'ce a le prothorace bleute et non franchement noir. 



292 Dr. Josef Daniel 

Sie soll sich allerdings von letzterer Art durch dunklere Beine unter- 
scheiden, doch scheint der Autor über die Färbung- der Schienen etc. bei 
cyanipennis nicht genügend orientirt zu sein. 

Anmerkung. Ich möchte diese Gelegenheit benützen, eine irrtümhche An- 
gabe Weise's (Naturg. Ins. Deiitschl. 0., 1134) über das Vorkommen der cyani- 
pennis bei München richtig zu stellen. Die betr. Notiz bezieht sich auf ein ein- 
zelnes, von mir selbst gesammeltes Stück der bei München nicht seltenen Crepi- 
dodera nigritula Gyll., das von Weise seinerzeit allerdings als Crej^idodera 
cyanipennis Kutsch., eine ausschliesslich der alpinen Eegion augehörende Art, be- 
stimmt worden war. 

Crepidodera simplicipes Kutsch. 

lieber meine Ansicht bezüglich der systematischen Stellung dieser 
Art habe ich mich bereits eingangs dieser Revision ausgesprochen. Obwohl 
C. simplicipes in mehrfacher Beziehung von den übrigen Crejjidodera-Arten 
abweicht, so lässt sie sich doch leichter als die nachfolgende Species und 
ohne Zwang in die Gattung einreihen. Mit Hippuriphila speciell, wohin 
sie Weise stellt, besitzt sie allerdings gar keine Verwandtschaft. Gegen 
diese Einreihung sprechen die abweichende Körperform, das fast vollständige 
Fehlen der Hautflügel, die Bildung der Stirnhöcker, der Tarsen (cf), die 
einander mehr genäherten Mittelhüften, die Lebensweise etc. 

Lang eiförmig, massig gewölbt, glänzend, schwarz, Oberseite bronce- 
farben, Fühler und Beine pechschwarz, Stirnhöcker manchmal auch hinten 
fein umgrenzt, Stirne über denselben einzeln punktirt und hinfällig be- 
haart'-'); Halsschild breiter als lang, in der Mitte gerundet, nach rück- 
wärts schwach verengt, vor den Hinterwinkeln kaum ausgeschweift, auf 
der Scheibe fein und dicht, in der Gegend des Quereindruckes stärker, an 
den Seiten schwächer punktirt, Quereindruck auffallend schwach ausgebildet, 
in der Mitte fast erloschen, Längsfalten kurz und ziemlich tief, nur bis 
zum Quereindruck reichend; Decken in den Schultern sehr wenig breiter 
als die Halsschildbasis ; die massig tiefen Streifen sind 
nicht besonders stark, etwas uuregelmässig und stellen- 
weise gedrängter, nach rückwärts schwächer punktirt, 
Zwischenräume gewölbt, äusserst fein punktulirt, Schulter- 
beule nur massig abgesetzt; Hinterbrust relativ kurz*-'^-); 
Hinterschenkel bei beiden Geschlechtern weniger stark 
als bei den übrigen Arten der Gattung- verdickt; erstes 
Glied der Vorder- und Mitteltarsen beim cf stark, jedoch 
etwas weniger verbreitert als bei cyanipennis ; Flügel 
vollständig fehlend oder nur als ganz kurze Läppchen 
nachweisbar. Lg. : 2,8 — 3 mm. 
^is- 29. ^ Dej. Penis ist an den Seiten parallel und weniger 

^^"cipes^Kutsch!*"'' ' deutlich zugespitzt als bei den übrigen Arten, der Ein- 




*) Nach Weise ist auch der Halsschild auf einem breiten Streifen an den 
Seiten und die Decken über den Seiten und auf dem Abfalle zur Spitze mit äusserst 
zarten Härchen besetzt. 

""'*) Eine ähnlich Avie bei simplicipes und niyritula kürzer ausgebildete Iliiiter- 
brust findet sich auch öfter bei anderen Arten {norica, obirensis etc.). 



Revision der paliiarktisclieu Crepidodera-Xvten. 29 ö 

druck der Unterseite ist über die Mitte verlängert und gegen den glatten, 
nur am Anfange tief gefurchten Basalteil deutlich abgegrenzt. 

Crep. simpUcipes wurde von Kutschera nach einem auf einer Alpe 
in Steiermark gesammelten 9 beschrieben. Mir ist bisher nur der Zirbitz- 
kogl (Steiermark) als Fundort für diese Art bekannt geworden, wo sie 
auch mein Bruder im August 1888 unter Steinen sammelte. 



5. Gruppe. 

Crepidodera nigritula Gyll. 

lieber den Hauptgrund, M'elcher mich veranlasste, diese von Weise 
zu Hippuripliüa gestellte Art, in Uebereinstimmung mit Seidlitz (Faun. 
Transsylv. 802) und Bedel (Faun. Col. Bass. Seine 5., 178) wieder in die 
alte Gattung zurückzuversetzen, habe ich mich bereits in der Einleitung- 
ausgesprochen. Es erscheint mir ferner widersinnig, die als Taltier 
stets nur ganz rudimentär geflügelte G. nigritula mit der vollkommen ge- 
flügelten Hippuriphila Modeeri L. in Verbindung zu bringen. Weitere 
Differenzen liegen noch in der Gestalt der Stirnliöcker, der Bekleidung 
der Unterseite, der Lebensweise etc. Immerhin muss ich aber Herrn 
Weise beipflichten, wenn er nigritula als ein für die Gattung Crepidodera 
fremdartiges Element bezeichnet und in ilir einen Uebergang zu Orestia 
erblickt. Ich habe für die Gyllenhall'sche Art eine eigene Gruppe er- 
richtet, gestehe jedoch gerne, dass es mir sympathischer gewesen wäre, 
sie generisch von Crepidodera abzuspalten. Die bis jetzt beobachteten 
Differenzen scheinen mir indes eine Trennung nicht genügend zu recht- 
fertigen. 

Crexjid. nigritida ist wegen ihrer geringen Grösse (1,5 — 2,8 mm), 
der stark gewölbten, kurz eiförmigen Gestalt, der hinter der Mitte ver- 
schwindenden Deckenpunktirung, des obsoleten Quereindruckes, des stark 
gewölbten, sehr fein punktirten Thorax, von den übrigen auf der Ober- 
seite blau oder schwärzlich gefärbten Species, durch die Bildung der Tarsen 
von aUen Arten der Gattung leicht zu unterscheiden. Das 1. Glied der 
Vorder- und Mitteltarsen des cf ist nur wenig verbreitert, das 2. erscheint 
zwar etwas schmäler und kürzer, ist jedoch gegen das 
]. und 3. in Bezug auf Form und Grösse nicht so auf- 
fallend verschieden als bei den übrigen Crepidodera- 
Arten (vergl. Fig. 1). Die Vorder- und Mitteltarsen der 
nigritula {d) erscheinen somit im allgemeinen schmäler 
und weniger gegliedert als bei den anderen Arten und 
nähern sicli in ihrer Gestalt und Breite mehr denjenigen 
der 9 9 . Als weitere charakteristische Merkmale der 
C. nigritula können die schwachen, fast geschwundenen 
Schulterbeulen, die starken, hinter der Mitte fast ganz 
erlöschenden Punktreihen, in denen die Punkte ziemlich 

Fig. .SO. 

weitläufig gestellt sind (Scutellarstreif kurz, nur aus p^j^jg ^^^ c. nign- 
wenigen Punkten bestehend), die flachen Interstitien, die '"'" f^>'i' 




294 Br. Josef Daniel 

der gedrungenen Gestalt entsprechende kurze Hinterbrust, die äusserst 
kurzen, nur ^/5 der Deckenlänge betragenden Flügelrudimente und die ge- 
drungenen Fühler bezeichnet werden; Oberseite schwarzblau, manchmal 
nur mit sehr schwachem, blauem Schimmer; Fühler, Schienen und Tarsen 
pechbraun, selten + rötlichbraun, Schenkel pechschwarz. 

Der Penis ist hinter der Mitte etwas verschmälert, am Ende weniger 
breit zugespitzt und insofern von demjenigen sämtlicher Arten der Clattung 
verschieden, als die Unterseite des matten Eindruckes vollständig entbehrt. 

C. nigritula ist aus Finnland beschrieben, scheint aber über Nord- 
und Mitteleuropa weit verbreitet zu sein. Sie lebt vorzugsweise in der 
Ebene, findet sich aber auch in den Gebirgen, jedoch stets in der Talregion. 



Für den Fall, dass die Bestimmung einer auf den Decken metallisch 
oder schwarz gefärbten Crejjidodera- Art (Gruppe 2 mit 5) unter Verzicht 
auf die Flügelcontrole vorgenommen werden soll, dürfte die folgende 
Tabelle in den meisten Fällen ihren Zweck erfüllen. Selbstverständlich 
konnte bei dieser Darstellung den verwandtschaftlichen Beziehungen nicht 
Eechnung getragen werden, auch mussten einige sehr selten auftretende 
Aberrationen von der Aufnahme ausgeschlossen werden. 

1" Halsschild rot, selten braunrot. 

2'" Alle Schenkel dunkelpechbraun bis schwarz. 

3" Stirnkiel rot. 

4" Mittel- und Hinterschienen ganz oder teilweise angedunkelt. 

5" Seitenrand des Halsschildes in der Nähe der Vorderwinkel zahnartig 

nach aussen tretend. — Ganzes Alpengebiet . . . Peirolerii Kutsch. 

5' Seitenrand an dieser Stelle nicht zahnartig, höchstens schwach winkelig 
nach aussen tretend, in der Eegel + abgerundet. 

6" Alpine Art Peirolerii Kutsch. 

6' Art aus den Pyrenäen und den südfranzösischen Gebirgen melanopus Kutsch. 

4' »Schienen einfarbig rötlichgelb. 

7" Mit querer Basalmakel des Thorax. — Grajische und penninische Alpen. 

hasalis K. Dan. 

7' Halsschild einfarbig rot. 

8" Grössere Art (3,5 — 4,5 mm); Halsschüd nach hinten stäi'ker verengt, 
schwach herzförmig, Decken meist dunkelblau, grob punktirt. — Ge- 
birgsgegenden Mittel- und Nordeuropas, Sibirien . . . femorata Gyll. 

8' Kleinere Art (2,25 — 3,2 mm); Halsschild nach hinten weniger stark ver- 
engt, nicht herzförmig, Decken meist dunkel metallgrün oder schwarz, 
feiner punkt. gestreift. — Seealpen, Ligurien melanostotnci liff urica m. 

3' Stirnkiel (Naserddel) schwarz, oft fast der ganze Kopf dunkel. — West- 

und Centralalpen fvigida "Weise. 

2" Hinterschenkel stets, Mittel- und Vorderschenkel nicht oder mxr teil- 
weise angedunkelt. 

9" Taster hell (gelbhchrot, selten hellrotbraun). 
10" Grössere Art (3,5 — 4,5 mm); Taster, Mittel- und Vorderschenkel hell, 

Decken schwarz. — Siebenbürgen, Westalpen . . . corpulenta Kutsch. 
10' Kleinere Art (2,25 — 3,2 mm), Taster dunkler (+ rotbraun), Mittel- und 
Vorderschenkel + angedunkelt; Decken deuthch metallisch. — Seealpen, 
Ligurien melanostonia ligurica m. 

9' Taster dunkel (pechbraun bis schwarz). 
11" Stirnkiel (Nasenkiel) schwarz. • — West- und Centralalpen fvigida Weise. 
11' Stirnkiel rot. 



Revision der palaai'btisclien Crepidodei'a-kvten. 295 

12" Grössere Art (3,5 — 4 mm); Halsscliild dicht und meist grob punktirt. — 

Crrajisclie und peiminisclie Alpen nobilis m. 

12' Kleinere Art (2,5 — 3,25 mm); Halsscbild nur fein und meist zerstreut 
punktirt. Central- und Ostalpen, Bosnien, Siebenbürgen, ausnahms- 
weise Westalpen melanostoina Rdtb. 

2' Alle Schenkel bell rötlichgelb. 

13" Taster hell. 

14" Halsschildscheibe dicht oder ziemlich dicht, oft verhältnismässig grob, 
Deckenstreifen fast bis zur Spitze deutlich punktirt. 

15" Oberlippe pechhraun, Halsschild nach hinten wenig oder nicht verengt. 

16" Grösser (3 — 4,3 mm), Halsschild meist grob und dicht punktirt, Decken 

schwarz. — Central- und nördliche Westalpen .... rhaetica Kutsch. 

16' Kleiner (2^2,5 mm), Halsschild fein und weniger dicht punlvtirt. Decken 

braun mit schwachem Metallschimmer. — Karawanken . obirensis Gangib. 

15' Oberlippe nicht oder kaum dunkler als der Kopf, Halsschild vor den 
Hinterwinkeln etwas eingeschnürt; Scheibe deutlich punktirt. — Sieben- 
bürgen transsylvanica Fuss. 

14' Halsschildscheibe nur sehr spärlich und fein punktirt, spiegelblank er- 
scheinend, Punkte der Deckenstreifen im letzten Drittel verschwindend. 
— Südhche Ostalpen, Südtirol norica Weise. 

13' Taster pechbraun bis schwarz. — Central- und Ostalpen. 

tnelanosfoma Rdtb. var. 
1' Halschschild schwarz, blau oder bronzefarben. 

17" Thorax blau oder schwarz, Decken blau oder grünliehblau. Fühler und 
Schienen hell oder nicht vollständig angedunkelt. 

18" Grössere Arten (2,5 — 4,5 mm). Deckenstreifen his zur Spitze deutlich 
punktirt, Zwischenräume gewölbt, Quereindruck des Halsschikles tief. 

19" Thorax blau oder grünlichblau, Schienen und Fühler fast stets rötlich- 
gelb, grössere Arten (3,5 — -4,5 mm). 

20" Schlanker, Schulterbeulen deutlicher ahgesetzt. — Südliche Westalpen 

concolor K. Dan. 

20' Gedrungener, Schulterbeulen weniger deutlich abgesetzt. — Ostalpen. 

cyanescens Dft. 

19' Thorax schwarz, Schienen und Fühler teilweise angedunkelt. Kleinere 

Art (2,5 — -3 mm) cyanipennis Kutsch. 

18' Kleinere Art (1,5 — 2,8 mm), Punlvte der Deckenstreifen hinter der Mitte 
verschwindend, Zwischenräume eben, (.^uereindruck des Halsschildes 
obsolet. — Mittel- und Nordeuropa nigritula Gyllh. 

17' Oberseite bronzefarben, Fühler und Beine pechschwarz, Hinterschenkel 

schlanker. — Steiermark shnplicipes Kutsch. 



Katalog.*) 

oZ/sa«-i7ar.s/s' Motscli., Bull. Mose. 32., IL, 498; 1859 . . . Amur, Jap. 
Lewisi Jacoby, Proc. zool. Soc. Lond. 1885, 721. 

//»jjrmr/ Fabr., Syst. El. 1., 496; 1801 E.m. etmd.,Afr 

rufa Küst., Käf. Eur. 15., 91; 1849. sept, Syr. 

V. obüisangida J. Dan., M. K. Z. 2., 249; 1904 . . E. or. 
sbsp. peregrina Harold, Col. Heft. 13., 185; 1875 . . . Alg., Tun. 
Jaevigata (F.) Foudr., Ann. Soc. Linn. L3'on 7., 
75; 1860. 



*) Ob die beiden japanischen Arten himaculata Jacoby und japonica 
.Tacoby der Gattung Crepidodera im engeren Sinne angehören, bleibt vorlänflg 
zweifelhaft. 



296 ^^- Josef Daniel : Eevisiou der paläarktisclaeü Crepidodera-Axieu. 

&rmcoZZw J. Dan., M. K. Z. 2., 249; 1904 ....... I. centr. 

^mwsüersft Marsh., Eilt. Brit. 1., 203; 1802 E. md. et m. 

impressa Duft., Faun. A. 3., 270. 

exoleta Panz., Faun. Germ. 21, 14. 

ferruginea Steph., 111. Brit. 4., 302, 1831. 

fmarginicollisKüat. KM. 'Eür. 15., ^2; 1849 . . D. 
ab. melancJiolica J. Dan., M. K. Z. 2., 246; 1904 . Bos7i. 
wferj?i*ncte^a Motsch., Bull. Mose. 32., IL, 498; 1859 . . . Suec.,R.b.etmd., 
V. (et ab.) sublaevis Motscli., Bull. Mose. 32., U., 498; '^^^•' Turkest. 
1859. 
acuniinata Jacoby, Proc. zool. Soc. Lond. 1885, 722 .... Jap. 
recticollis Jacoby, Proe. zool. Soe. Lond. 1885, 721 .... Jap. 
laevicoUis Jacoby, Proc. zool. Soe. Lond. 1885, 722 .... Jap. 
crassicornis Fsild., Faun. Transc. 2., 343; 1837 Ga.,I.,D.,Bosn., 

J. Dan., M. K. Z. 2., 253; 1904. R- ^-^ Ca. 

sbsp. Uspanica J. Dan., M. K. Z. 2., 255; 1904 .... HL 
ferruginea Scop. Ent. Garn. 1763, 70; 216. E. 

exoleta (L.) Fabr., Syst. El. 2., 115.*) 

flava L., Faun. Suee. ed I, 535. 

similis Steph., 111. Brit. 4., 303. 



Peirolerü Kutsch., Wien. Ent. Mtsehr. 4., 131.; 1860 . . . Alj)., Bosn. 
ab. superha Weise, Lis. Deutseh. 6., 693; 1886. 
ab. moesta Weise, Ins. Deutseh. 6., 693; 1886. 
meZfmoj??is Kutsch., Wien. Ent. Mtsehr. 4., 130; 1860 ... . F., Ga. m. 

basalis K. Dun., M. K. Z. 2., 266; 1904 Alp.penn.etgraj. 

concolor K. Dan., Soe. Ent. 15., 140; 1900. -^ M. K. Z. 2., 

263; 1904 Alp. mar. et cott. 

coerulekollis Pic L'Ech. 17., 20; 1901. 

femorata GyW.., Ins. Suee. 3., 559; 1813 E.md.etb., Sib. 

femoralis Duft., Faun. Austr. 3., 271; 1825. 
ab. aenelpennis Weise, Ins. Deutsch. 6., 694; 1886. 
ab. Kossnianni Grerh., Deutseh. Ent. Zeitsch. 1904,365. 
ab. infuscipes Foudr., Ann.Soc.Linn.Lyon7.,70;1860. 



corpulenta Kutsch., Wien. Ent. Mtsehr. 4., 132; 1860 . . . Tr.,Bosn.,Alp.oc. 

rhaetica Kutsch., Wien. Ent. Mtsehr. 4., 133; 1860 .... Alp. c. et occ. 

ab. rufo-concolor J. Dan., M. K. Z. 2., 273; 1904 . Alp. cott. 

V. Si:>ec^a&ife J. Dan., M. K.Z. 2.J, 273; 1904 . . Alp. penn. 



norica Weise, Deutsch. Ent. Zeitsch. 1890, 30 Alp. or., Cro. 

glohipennis K. Dan., Soc. Ent. 15., 140; 1900 . Ti. m. 



*) exoleta L. (Faun. Suee. ed. IL 1761) wäre prioritätsbereehtigt ; da jedoch 
infolge eines Versehens Diagnose und Beschreibung sich widersprechen, so ist 
dieser Name nicht zu halten. (Vergl. Gyllh. III. 553.) 



Postrat Formänek: Ein neiter ßarypitheit und zwei neue Omias. 29/ 

tramsylvanica Fuss Verh. Siebenbürg. V. Herrn. 1864, 147 . Tr. 

ab. rufipennis J. Dan., M. K. Z. 2., 278; 1904. 
oZ^/rems Granglb., Verb. zool. -bot. Ges. Wien 47., 571; 1897 . Alp. or. 



noUUs J. Dan., M. K. Z. 2., 281; 1904 



Alp. occ. 



V. interstitialis J. Dan., M. K. Z. 2., 282; 1904 . . ,Alp. penn. 

melanostoma Edtb., Fann. Austr. ed. I. 1849, 529 .... Alp. 

sbsp. liguricaJ. Dan., M. K. Z. 2., 285; 1904 .... Alp. mar. 

frigida Weise, Ins. Deutscb. 6., 696; 1886 Alp. c. occ. 

Theresae Pic, L'Ecb. 18., 155; 1903. 

cyanipennis Kutsch., Wien. Ent. Mtscbr. 4., 135; 1860 . . . Alp. m., Tr. 
sabmda Pic L'Ecb. 19., 57; 1904. 
oh. imncticollis Reitt., Verb, zool.-bot. Ges. Wien 29., 

55; 1879 {Orestia Germ.) Tr. 

cy anescens Dnft., Faun. Austr. 3., 274 ; 1825 Alp. or., Tr. 

alpicola Schmidt, Haid. Ber. 6., 184; 1850. 

SimpZ/cipe-s Kutsch., Wien. Ent. Mtscbr. 4., 137; 1860 . . . Styr. 



nigritula GjW., Ins. Sxiec.n., b^l; 1S13 E. md. eth., Ga. 

Ovulum Duft., Faun. Austr. 3., 274; 1825. 



Ein neuer Barypithes und zwei neue Omias. 

Beschrieben von Postrat Foemanek in Brunn. 

(Eingelaufen am 1. Juni 1904.) 

Barypithes maritimus. Kenntlich durch den so langen wie breiten, 
sehr hohen, seitlich durch die Fühlerfurchen eingeengten, gegen die Spitze 
verbreiteten, oben der ganzen Länge nach flach eingedrückten Rüssel, die 
walzenförmigen, vorne gerade abgestutzten, hinten kurz zugerundeten, mit 
deutlichen Schultern und abwechselnden Reihen längerer und kürzerer 
Haare versehenen Flügeldecken und durch die bei beiden Geschlechtern 
geraden Vorder scliienen. Schwarz- bis rotbraun, die Fühler und Beine rot. 
Der Rüssel etwa so lang wie breit, seitlich durch die Fühlerfurchen stark 
eingeengt, von der Mitte nach vorne ziemlich verbreitet, im Profil be- 
sichtigt, auffällig hoch, oben eben, der Länge nach breit und seicht ein- 
gedrückt, wie die bisweilen mit einem Mittelgrübchen gezierte Stirne mehr 
weniger stark, ziemlich zerstreut punktirt, die Punkte öfters runzelig 
zusammenfliessend und mit feinen, massig langen, schief abstehenden 
Härclien besetzt. Die Fühlergruben sehr tief, höhlenförmig, gegen die 
flachen Augen stark abgekürzt, deren untere Kante ein wenig vorgezogen, 
von oben sichtbar, die Furchen tief, glänzend, senkrecht nach unten ver- 
laufend, die Kanten des Rüssels durchschneidend. Die fein, abstehend 

20 



298 tostrat Fovmitnek 

behaarten Fühler den Hinterrand des Halsschildes erreichend, der Schaft 
deutlich gebogen, gegen die Spitze ziemlich stark verdickt, die vorderen 
zwei Glieder der Greissei gestreckt, das erste länger als das zweite, die 
äusseren quer, die Keule kräftig, eiförmig, etwa so lang wie die an- 
stossenden drei Geisseiglieder zusammengenommen. Der Halsschild höchstens 
um ^/4 breiter als lang, seitlich mehr weniger stark gerundet, tief, ziem- 
lich stark, mehr weniger zerstreut punktirt, die Punkte bisweilen runzelig 
zusammenfliessend und mit feinen, quergelegten Härchen bedeckt. Die 
Flügeldecken beim cf schmäler und länger als beim 9, vorne gerade ab- 
gestutzt, die Schultern daher in der Anlage rechtwinkelig, hinten kurz 
zugerundet, stark gestreift-punktirt, die Punkte nach hinten schwächer 
werdend, die inneren Punktstreifen bisweilen vertieft, die Zwischenräume 
flach, mit feinen, zerstreuten Pünktchen besetzt. Die Bekleidung der 
Flügeldecken besteht aus abwechselnden Eeihen längerer und kürzerer 
Haare, von denen die ersteren, etwa so lang wie bei Baryp. styrincm 
und pyrenaeus, auf den Zwischenräumen, die letzteren in den Streifen 
stehen. Die Beine bei beiden Geschlechtern gleich stark 
entwickelt, die Schienen gerade. Der Penis, bis zur 
Ausrandung gemessen, etwa viermal so lang wie breit; 
im Profil besichtigt sattelförmig, ziemlich stark gebogen, 
der basale, als ein sclnnaler, gleichbreiter Ast schief 
nach oben verlaufende Teil höher liegend als die ab- 
gestumpfte, vertikal gestellte Spitze, von der breitesten, 
zu Ende des ersten Dritteiles befindlichen Stelle beider- 
seits ziemlich gieichmässig, gegen die Basis jedoch nur 
bis zum letzten Drittel verschmälert, weiter sodann 
^ . ^^' ■ .,, gleichbreit verlaufend; bei der Ansicht von unten weit 

Peuis von Barypitheg ° ' 

marithmts. hinter der Ausrandung am breitesten, von da an gegen 

die Basis ziemlich stark, zur Spitze anfangs kaum merk- 
lich, erst in der Mittelpartie stärker, weiter zur lamina inferior wieder 
sehr schwach, in der Gegend der letzteren stark geradlinig verschmälert, 
die Spitze breit abgestutzt, die oberen Ränder der Rinne, ausgenommen 
die beiden Endpartien, der ganzen Länge nach schmal und ziemlich gleich- 
massig eingebogen. Long. : 2,8 — 3,6 mm. 

Die neue Art erinnert habituell am meisten an Baryp. mollicomus, 
von welchem selbe durch den gegen die Spitze verbreiteten Rüssel, die 
kürzeren, mehr paraUelseitigen, hinten kürzer und breiter zugerundeten, 
mit bedeutend kürzerer und anders geordneter Behaarung versehenen 
Flügeldecken leicht zu unterscheiden ist. Vom Baryp. graciUpes, dessen 
Flügeldecken ähnlich bekleidet sind, ist der neue Käfer durch die be- 
deutende Grösse und längere Behaarung des Körpers, dann durch die 
längeren und anders geformten Flügeldecken verschieden. Derselbe ist 
vor mollicomus einzureihen. 

Mir liegt eine Reihe von Exemplaren aus den Basses Alpes und Alpes 
maritimes vor. 

Omias haifensis. Die grösste, durch die Fühlerbildung sehr aus- 
gezeichnete und leicht kenntliche Art der Gattung. Braunschwarz, glänzend. 




J 



Ein neuer Barypifhc.i nud zwei neue Omins. 299 

die Fühler und Beine rot. Der Rüssel deutlich länger als breit, parallel- 
seitig', oben nicht gekrümmt, der Länge nach breit und seicht eingedrückt, 
von der mit einem Mittelgrübchen gezierten Stirne durch eine seichte 
Querdepression abgesetzt, wie die letztere massig stark punktirt und fein, 
ziemlich dicht, anliegend behaart, die Punkte am Rüssel und an den Seiten 
der Stirne runzelig zusammenfliessend. Die seitlich stehenden, von oben 
nicht sichtbaren Fühlergruben tief, höhlenförmig, bis nahe an die Augen 
reichend. Die runden Augen massig* gewölbt, vorragend. Die Fühler 
schlank und zart, den Hinterrand des Halsschildes um Vs ihrer Länge 
überragend, der Schaft schwach gebogen, gegen die Spitze unbedeutend 
verdickt, die vorderen zwei Glieder der Geissel langgestreckt, gegen die 
Spitze kaum merklich verdickt, das erste bedeutend kürzer als das zweite, 
das dritte, fünfte und sechste länger als breit, in der Länge kaum ver- 
schieden, das vierte bedeutend länger als die anstossenden, das letzte 
schwach quer, die Keule schmal, länger als die drei letzten Greisseiglieder 
zusammengenommen. Der Halsschild etwa um ^/i breiter als lang, nach 
vorne stärker als nach hinten verengt, massig dicht, gröber als die Stirne 
punktirt und mit feinen, quergelegten Haaren bedeckt. Die Flügeldecken 
elliptisch, mit vollkommen verrundeten Schultern, gestreift-punktirt, die 
Punkte vorne zweimal so stark wie am Halsschild, nach hinten schwächer 
werdend, mit breiten, flachen, sehr fein, zerstreut punktirten Zwischen- 
räumen, fein, massig dicht, anliegend behaart. Die Beine zart und lang, 
die Schenkel massig" verdickt, die Vorderschienen gerade, die Klauen bis 
zur Mitte verwachsen. Long. : 5 mm. 

Durch die deutlich ausgebildete anliegende Behaarung des Körpers 
dem Omias metallescens und cypricus zunächst stehend, von beiden sowie 
von den übrigen Omms-Arten durch die bedeutendere Grösse und die 
Fülilerbildung, von metallescens überdies durch den längeren, seitlich nicht 
eingeengten, sondern parallelen, oben flach eingedrückten, von der Stirne 
durch eine Querdepression abgesetzten Rüssel, die von oben nicht sicht- 
baren, bedeutend tieferen und erst unmittelbar vor den Augen abgekürzten 
Fühlergruben, die gewölbten, vorragenden Augen, den feiner und dichter 
punktirten Halsscliild und die feiner und spärlicher behaarten Flügeldecken, 
von cypricus durch die bedeutend feinere, auf den auffällig längeren und 
schmäleren Flügeldecken nicht scheckig, sondern gleichmässig verteilte 
Behaarung verschieden. 

Das einzige in Haifa, Syrien, gesammelte, von dem kais. Rate, Herrn 
Ed. Reitter mir gütigst geschenkte Exemplar scheint ein cf zu sein. 

Uroinetopus ferrugineus. Kenntlich durch die feine, spärliche, 
anliegende Behaarung des Körpers, den so langen wie breiten, parallel- 
seitigen, oben der Länge nach tief gefurchten, von der Stirne stark ab- 
gesetzten Rüssel, die grobe, tiefe Punktirung des Halsschildes, die spitz- 
eiförmige Form der Flügeldecken und die bei beiden Geschlechtern stark 
keulenförmig verdickten Schenkel. Einfarbig rostrot oder rotgelb, der 
Körper mit feiner, anliegender Behaarung spärlich bedeckt. Der Rüssel 
etwa so lang wie breit, parallelseitig, oben bei der Besichtigung im Profil 
stark gekrümmt, der Länge nach tief gefurcht, von der Stirne stark ab- 

2ü* 



Soö 



iPostrat Pormanek ; Ein neuer Bari/pithen und zwei neue Ommii. 



gesetzt und wie diese fein längsgestrichelt. Die Fühlergruben sehr tief, 
liöhlenförmig, bis nahe an die flachen Augen reichend, der von oben sicht- 
bare Teil wenig schmäler als die dazwischen liegende Partie des Rüssels. 
Die Fühler den Hinterrand des Halsschildes überragend, der Scliaft schwach 
gebogen, gegen die Spitze schwach verdickt, die vorderen zwei Geissel- 
glieder gestreckt, das erste kaum merklich länger als das zweite, das 
dritte etwa so lang wie breit, die äusseren quer, die Keule kräftig, lang 
eiförmig. Der Halsschild etwa um ein Drittel breiter als lang, seitlich 
mehr weniger stark gerundet, tief, ziemlich grob, auf der Scheibe mehr 
weniger zerstreut, an den Seiten runzelig punktirt. Die Flügeldecken im 
ersten Drittel am breitesten, zur Spitze ziemlich stark gerundet verengt, 
beim cf schmäler mit verrundeten, beim 9 breiter mit angedeuteten 
Schultern, etwa so stark wie der Halsschild in Eeihen punktirt, die 
Punktreihen bisweilen auf der Scheibe schwach vertieft, die Zwischenräume 
flach, äusserst fein, zerstreut punktulirt, glänzend. Die Beine bei beiden 
Greschlechtern gleich stark entwickelt, die Schenkel stark 
keulenförmig. Der Penis, bis zur Ausrandung gemessen, 
etwa viermal so lang wie breit; im Profil betrachtet kahn- 
förmig, schwach gebogen, die abgestumpfte Spitze mit dem 
gleichbreiten, ziemlich horizontal verlaufenden basalen Teile 
in demselben Niveau liegend, in der Mittelpartie schmal, 
gleichbreit, sodann beiderseits, gegen die Basis wenig stärker 
als zur Spitze verbreitet und wieder verengt; bei der An- 
sicht von unten unweit hinter der Ausrandung am breite- 
sten, von da an gegen die Basis parallelseitig verlaufend, 
zu der breit abgerundeten Spitze allmählich schwach ver- 
schmälert, die oberen Ränder der Rinne, ausgenommen die 
beiden Endpartien, der ganzen Länge nach eingebogen, die 
Einbiegungsflächen von der breitesten, oberhalb der Aus- 
randung befindlichen Stelle gegen die Basis rasch, zur Spitze allmählich 
verengt. Long. : 3,5 — 4 mm. » 

Wegen der anliegenden Behaarung kann der neue TJrometopus nur 
mit imereticus Reitt. in Verbindung gebracht werden und unterscheidet 
sich von diesem ausser der Färbung durch den kürzeren, breiteren, spär- 
licher behaarten, mehr glänzenden Körper, den längeren, oben gekrümmten, 
von der Stirne stark abgesetzten Rüssel, die bedeutend gröbere, tiefere 
und weniger dichte Punktirung des Halsschildes und die bei beiden Gre- 
schlechtern stark, keulenförmig verdickten Schenkel. 

Von dieser Art lagen mir sieben Exemplare vom Elburs-Gebirge — 
Astrabad — aus der Museal Sammlung in Cxenua vor. 




Kg. 2. 

Penis von 

Urometopus ferra- 

gineus. 



Dr. Karl Daniel : Die Cerambyciden-Gattung Mallosia Muls. 30 1 

Die Cerambyciden-Gattung Mallosia Muls. 

Yon D^- Karl Daniel. 

Eine analytische Revision der kleinen Grattung verdanken wir Reitter 
(Wien. Elltom. Ztg. 9., 241 —243; 1890). Die anerkennenswerten Vorzüge 
derselben werden leider dadurch beeinträchtigt, dass zur Unterscheidung der 
mit Mallosia imperatr ix Ab. und ScovitziFald. verwandten Arten ungeeignete 
Trennungsmerkmale verwendet wurden, wodurch die richtige Bestimmung 
sehr erschwert und von Zufälligkeiten abhängig gemacht wird, abgesehen 
davon, dass auch die erzielte Grruppirung der natürlichen Verwandtschaft 
nicht in dem Maße Rechnung trägt, wie es durch geeignetere Wahl der 
für die Trennung heranzuziehenden Merkmale möglich gewesen wäre. Die 
Sonderstellung, die Mallosia graeca Küst. in der Gattung einnimmt, liess 
es mir geboten erscheinen, nach dem Vorgänge Semenow's, der bereits 
früher (Hör. Soc. Ent. Ross. 29., 205; 1895) die centralasiatische ilfaZtosia 
regina Heyd. subgenerisch isolirt hatte, auch die griechische Art als 
Vertreterin einer besonderen und zwar der typischen Untergattung abzu- 
trennen. Die »division uouvelle«*) Micromallos ia Vic (Mat. Long. 3., I., 
15; 1900), von ihrem Autor auf ein einzelnes 9 gegründet, ist so dürftig 
definirt, dass nach Abzug der unwahrscheinlichen und nebensächlichen An- 
gaben zur Unterscheidung von den übrigen Mallosien nur die gedrungene 
Gestalt übrig bleibt, offenbar keine Veranlassung zur Aufstellung eines 
eigenen Subgenus. Die später (Mat. Long. 4., L, 11; 1902) veröffent- 
lichte Ergänzung vermag die Unzulänglichkeit der ursprünglichen Angaben 
in keiner Weise abzuschwächen. An dem mir zugänglich gewordenen, 
sehr geringen Materiale der beiden bisher beschriebenen Arten konnte 
ich neben dem allerdings ziemlich charakteristischen Habitus als schärferen 
und wohl auch durchgreifenden Gegensatz nur eine Verschiedenheit in der 
Bindenzeichnung der Flügeldecken feststellen. In der Hoffnung, dass reich- 
licheres Material noch zur Auffindung anderer Unterscheidungsmerkmale 
führen wird, behalte ich Micromallosia Pic in einer Anwandlung von 
Anspruchslosigkeit als Untergattung bei und fasse den noch verbleibenden 
Artenrest zu dem neuen Subgenus SefUnosici m. zusammen, als dessen 
typische Art ich Mallosia Scovitzi Fald. betrachte. 

Ueber die Biologie der Mallosien ist bisher meines Wissens noch 
nichts veröffentlicht worden. Meine Bemühungen, in dieser Hinsicht Auf- 
schlüsse zu erhalten, hatten nur wenig Erfolg. Ich werde dieselben indes 
fortsetzen und bei einer späteren Gelegenheit in Form eines Nachtrages 
zu dieser Revision über das Ergebnis derselben berichten. 



*) Später spricht Pic von einem »genre ou sous-genre nouveau«, er weiss 
also offenbar nicht, was er eigentlich mit seiner »division nouvelle« anfangen 
soll. Tatsache ist jedenfalls, dass sie nur mit einem gewissen Zwang als Sub- 
genus zu halten ist, von einer eigenen Gattung kann gar keine Rede sein. 



302 Dr. Karl Daniel 

Uebersiclit der Untergattungen. 

1" Halsscliild ohne oder nur mit spärlicliem Grundtoment, dünn 
abstellend behaart; 1. und 2. Fühlerglied an der Spitze, be- 
sonders an der Innenseite knotig verdickt; Seitenhöcker des Hals- 
schildes spitz, conisch, nur an der äussersten Spitze abgerundet. 
Hierher nur eine centralasiatische Art . . . Mallosiola Sem. 

1' Halsschild mit dichtem, die Sculptur mehr oder weniger vollständig 
verhüllendem Grrundtoment ; Basalglieder der Fühler symmetrisch ; 
Seitenhöcker des Halsschildes stumpf oder fehlend. 

2" Untere Augenhälfte klein, ihr Längsdurchmesser, namentlich 
beim 9 , beträchtlich kürzer als die Wangen (Abstand des Augen- 
vorderrandes von der Basis der Mandibeln); der ganze Körper 
sehr dicht tomentirt, auf den Flügeldecken die Grundsculptur 
überall vollkommen verhüllend, nie mit kahlen Längsrippen; 
Fühler gleichmässig dünn lehmgelb behaart. Hierher nur eine 
griechische Art .... .... Mallosia Muls. i. spec. 

2' Untere Augenhälfte stärker entwickelt, ihr Längsdurchmesser, 
namentlich beim cf, grösser als der Abstand des Augenvorder- 
randes von der Basis der Mandibeln; Flügeldecken mit oder ohne 
Grrundtoment, oft mit kahlen Längsrippen; Fühler dunkel be- 
haart, höchstens an der Basis des 3. und der nächstfolgenden 
Glieder hell geringelt. Hierher nur Arten aus Transkaukasien, 
Persien, Kurdistan und Syrien. 

3" Flügeldecken entweder nur gefleckt oder (abgesehen von einer 
etwa vorhandenen Intramarginalbinde) mit drei schmalen Toment- 
binden (Intrahumeral-, innere und äussere Dorsal-Binde, von 
denen die letztere ganz oder teilweise fehlen kann), die sich 
gegen die Basis meist in einzelne Fleckchen auflösen und deren 
Zwischenräume oft kielförmig erhaben sind; Flügeldecken, abge- 
sehen von der Binden- und Fleckenzeichnung, kahl, Fühler ein- 
fach dunkel behaart, nur eine Art mit rotbraunem Grundtoment 
auf den Decken und weisslich pubescent geringelten Fühlern. 
Grössere (15 — 42 mm), schlankere Arten . . . Sefnnosia m. 

3' Flügeldecken ausser einer vollständigen Intramarginalbinde nur 
mit einer breiten, innerhalb der Schulter beginnenden und bis 
zur Spitze verlängerten Längsbinde, die stellenweise Neigung 
zur Auflösung in Flecken zeigt und offenbar durch Verschmelzung 
einer Intrahumeral- und einer äusseren Eückenbinde entstanden 
ist; Grundtoment der Flügeldecken rotbraun, sehr dicht, kiel- 
förmig erhabene Rippen fehlen vollständig ; Halsschild ohne Seiten- 
höcker; Fühler weisslich pubescent geringelt. Kleine (12,5 bis 
15 mm), namentlich im 9 Geschlechte stark gedrungene Arten 

Micromallosia Pic. 

Subg. 3Iallosiola Sem. (l. c.) 

Mallosia regina Heyd. (Deutsch. Entom. Zeitschr. 1887, 319). Von 
dieser hochinteressanten, von allen übrigen Mallosien schon habituell. 



Die Cerambyciden-CTattimg Mallosia BIuls. 303 

iiaineiitlicli in der Färbung- auffallend verschiedenen Art sah ich das 
Orig-inalstück, ein ITVs mm messendes, vom Alaig^ebirge stammendes c? 
aus Prof. V. Heyden's Sammlung. In Anbetracht der erschöpfenden 
Originalbeschreibung-, der ich nichts hinzuzufügen habe, sowie der Angaben 
Senienow's gelegentlich seiner Charakteristik der Untergattung-, kann ich 
hier wohl auf eine eingehendere Besprechung dieser Art verzichten. Das 9 
derselben ist noch nicht bekannt oder wenigstens noch nicht beschrieben. 
Da der wesentlichste, für die generische Abtrennung der Gattung- Mallosia 
Muls. von Phytoecta Muls. maßgebende Unterschied in der Flügellosigkeit 
der Mallosia- g 9 besteht, wird es natürlich von dem Ergebnis der Unter- 
suchung eines solchen abhängen, welchem der genannten Grenera Mallosiola 
regina zuzuweisen sein wird. Ich habe sie nur aus dem Grunde hier be- 
rücksichtigt, da Semenow seine Untergattung als mit Mallosia am nächsten 
verwandt bezeichnete. 

Subg. Mallosia Mnls. (Long. ed. II., p. 399; 1863) i. spec. 

Mallosia fjraeca Strni. (Catal. 1843, 356, tab. 6, fig. 6) = Dor- 
caäion (9) tome)itosum Strm. (1. c, 355, tab. 6, fig. 3) = Mallosia graeca v. 
cardoriensis Pic (Bull. Soc. Ent. France 69., 109; 1900). Ueber diese 
bekannte, bisher nur auf dem griechischen Festlande*) aufgefundene Art 
wüsste ich hier nichts Neues von Belang mitzuteilen. Ein kleines, 13 mm 
messendes 9 veranlasste Pic eine v. cardoriensis aufzustellen, wozu schon 
deshalb kein Anlass vorhanden war, als die Veränderlichkeit in der Grösse 
zu den charakteristischen Eigenschaften der meisten Mallosia- kvt^w gehört, 
geradeso wie in anderen Fällen die Constanz. — In Sturm's Katalog 
geht die Beschreibung und xlbbildmig des Dorcadion fomentosmn (9) jener 
der Saperda graeca (c?) voraus, nach der Ansicht vieler Systematiker 
müsste daher der Mallosia tomentosa Strm. die Priorität zuerkannt werden. 
Ich kann mich mit diesem Standpunkte nicht befreunden und bin vielmehr 
mit Ganglbauer (W. E. Z. 22., 121—122; 1903) der Ansicht, dass 
alle in einem Werke oder dem Teil eines solchen gleichzeitig veröffent- 
lichten Nova ohne Rücksicht auf die Reihenfolge in Bezug auf Priorität 
als gleichwertig zu betrachten seien, bezw. dass von der Priorität des 
einen gegenüber einem anderen dieser Namen überhaupt nicht gesprochen 
werden kann.**) Ein solcher Fall ist aber nach Abs. VII § 4 der inter- 
nationalen Nomenclatur-Eegeln (Berlin 1901) zu erledigen. Nach lit. d 
des erwähnten Paragraphen ist in allen dei-artigen Fällen***) jener Name 



*) Dr. Krüper fand die Art während seines 46 jährigen Aufenthalts in 
Griechenland nur in der Attica, auf dem Peloponnes gegenüber der Insel Porös 
und am Paruass bei Chrysö unterhalb Delphi. 

**) Selbstverständlich nur soweit es sich um das Datum der Veröffent- 
lichung handelt. 

***) Mir will scheinen, dass § 4 des VII. Absatzes der erwähnten Kegeln zu 
seinem Vorteil bedeutend conciser hätte gefasst werden können, wenn man die 
tatsächlich offene Frage auch als solche behandelt d. h. einfach bestimmt hätte, 
dass derjenige, welcher zuerst irgend einen der vorhandenen, contemporären 
Namen aus irgend einem Grunde in seinem eigentlichen oder einem verwandten 
Sinne zu einem bestimmten Zwecke hervorhebt, diesem damit auch gleichzeitig 



304. Dr- Karl Daniel 

als prioritätsberechtigt zu bevorzugen, der von dem die Gruppe zuerst 
revidirenden Autor angenommen worden ist. Da nun Mulsant als Autor 
der Gattung Mallosia tatsächlich der erste ist, der sich mit den damals 
bekannten Arten des Genus beschäftigte und insbesondere die Synonymie 
der Sturm'schen Benennungen feststellte, so trägt die griechische Mallosia 
niclit nur usu, sondern auch rite den Namen graeca Strm. 

Subg. Semnosia m. 

1" Unterseite, Beine, Kopf, Halsschild und Schildchen dunkel (rot- 
braun bis schwarz) behaart; Flügeldecken ohne Grundbehaarung 
und ohne Eippen, mit Tomentflecken, die keine oder nur geringe 
Neigung zeigen, zu Längsbinden zusammenzufliessen ; Halsschild 
ohne Seitenhöcker I. Gruppe. 

2" Tomentflecken der Flügeldecken graubraun, schwärzlichbraun 
bis dunkelrotbraun, nur wenig vom glänzend kahlen, schwarzen 
Deckengrund sich abhebend, auch beim 9 ziemlich regelmässig 
reihig augeordnet; Kopf, Halsschild, die ganze Unterseite und 
die Beine länger und zottiger behaart. Long. : 20 — 26 mm. — 
Kleinere, kürzer gebaute Art vom Talysch und aus Kurdistan 

1. tristis Ettr. 

2' Tomentflecken del- Flügeldecken gelblichweiss bis blass bräun- 
lichgelb, stets mit dem kahlen schwarzen Grund stark contra- 
stirend, Flecken besonders beim 9 unregelmässiger verteilt und 
häufig der Quere nach zusammenfliessend ; die schwarze Be- 
haarung kürzer, Halsschild besonders bei teilweise abgeriebenen 
Stücken mit 3 glatten Höckerchen (2 quergestellte auf dem 
Diskus, das 3. vor dem Schildchen). Long.: (20 — )25 — 33mm 
(cfcf), (25 — )30 — 41 mm (9 9). — Grössere, etwas gestreck- 
tere. Art aus Persien und Kurdistan .... 2. mirabilis Fald. 

1' Unterseite, Beine, Kopf, Halsschild und Schildchen, blass gelb- 
lich behaart; Flügeldecken mit oder ohne Grundbehaarung, die 
Zeichnung besteht aus hellen Tomentbinden oder -Flecken, welch' 
letztere meist Neigung zeigen, wenigstens stellenweise zu Längs- 
streifen zusammenzufliessen; Halsschild mit oder ohne Seiten- 
höcker. 

3" Flügeldecken ohne kielförmig erhabene Eippen ; eine kurze Intra- 
marginalbinde oder entsprechende Fleckenreihe reicht vom 
Schulterwinkel bis zum Hinterrand des Metathorax, Flügeldecken 
ohne Grundtoment; innere Dorsalbinde oder eine entsprechende 
Fleckenreihe vorhanden ; Hal